Die Tätigkeit der Spezialkommissionen

In Jahr 1958 wurde auf Befehl des Ministers in der HA IX eine spezielle
 Kommission zur Untersuchung von Brand- und Mordfällen geschaffen: die „Spezialkommission“. 1967 wurden gleichartige Spezialkommissionen in
einigen, später in allen Abteilungen IX(die Abteilungen des MfS waren mit römischen Zahlen gekennzeichnet. Dazu in einem späteren Beitrag mehr.) der Bezirksverwaltungen gebildet.
Sie hatten insbesondere Brände, Havarien, Gewaltakte und Todesfälle zu untersuchen, bei denen es sich um Terror- oder Diversionsakte handeln konnte, die einen möglicherweise staatssicherheitsspezifischen Hintergrund hatten
oder die wegen beträchtlicher Unruhe in der Bevölkerung und anderen Auswirkungen die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich beeinträchtigen
oder berühren konnten. Kritisch anzumerken ist, dass mitunter diese
Spezialkräfte des MfS auch zur Aufklärung und Untersuchung von Vorkommnissen eingesetzt wurden, obwohl dafür andere Staatsorgane zuständig
 und dazu auch in der Lage waren.

Zuständigkeitsstreit

Bildquelle: Pharmazeutische Zeitung online https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=6489

 

Das Zuständigkeitsgerangele kennen wir aus allen Ländern der Welt und das gab es früher und gibt es auch heute. In US-amerikanischen Krimis wird dieses Thema oft angesprochen. So z.B. das Zuständigkeitsgerangele zwischen FBI und örtlicher Polizei

Die Kommissionen arbeiteten mit den kriminalistischen Mitteln und Methoden,
wie sie auch von den entsprechenden Spezialkommissionen der Deutschen
 Volkspolizei zur Anwendung kamen. Sie konnten sich aber in ihrer
Tätigkeit zugleich auf das gesamte operative Potential(mit geheimdienstlichen Mitteln agieren)des MfS stützen. Mit
den Untersuchungsorganen(Polizei) des Ministeriums des Innern(MdI) wurde dabei eng zusammengearbeitet. Das war in der DDR selbstverständlich und entsprach der Rechtsordnung und auch den Erwartungen der Bevölkerung
zum Schutz vor Straftaten und anderen schwerwiegenden Störungen
 ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Unter aktiver Mitwirkung der Spezialkommissionen erfolgte die Aufklärung
 von Morden und Todesfällen, einer beträchtlichen Anzahl schwerer Anschläge
 gegen Grenzsicherungskräfte und Grenzsicherungsanlagen, die Aufklärung
 von Flugzeugunfällen und anderen Vorkommnissen im Flugbetrieb sowie
 von Großbränden, Havarien(größere Unfälle/Unglücke) und anderen schweren Störungen in der Volkswirtschaft. Beispielsweise wurden in den Jahren 1969 bis 1971 in den Kreisen
Eberswalde und Oranienburg gemeinsam mit Angehörigen der Deutschen
 Volkspolizei Morde an Kindern aufgeklärt, die zu erheblicher Beunruhigung
 unter der Bevölkerung geführt hatten.

Straftaten im Transitverkehr zwischen der BRD und Westberlin aufzuklären
war besonders schwierig, da es kein Rechtshilfeabkommen zwischen
der DDR und der BRD gab. Erinnert sei an den spektakulären Mord
 an der BRD-Bürgerin Maria H. im Herbst 1966 auf einem Parkplatz bei
Eisenberg (Thüringen). Ihre Leiche war bei Leipzig abgelegt worden. Der
 Täter schleuste mit den Papieren der Ermordeten die minderjährige DDR-Bürgerin
 Elke K. aus. Die Übergabe der Beweise führte dazu, dass die Behörden 
der BRD dem Wunsch der Elke K. nach Rückführung in die DDR entsprechen 
mussten.

Wie dieses Vorkommnis, so wurde auch der tragische Todesfall eines Transitreisenden bei der Grenzpassage an der Grenzübergangsstelle Drewitz im 
April 1983 seitens der BRD zu einem Politikum gemacht und führte zu einer erheblichen Verschärfung der Beziehungen zwischen der DDR und der BRD.
 Es konnte gerichtsmedizinisch nachgewiesen werden, dass der Mann nicht misshandelt worden war, sondern an 
Herzversagen starb. Beim Sturz vom Stuhl hatte sich der bereits Tote Verletzungen
 am Kopf zugezogen. Sie waren Folge, nicht Ursache seines Todes.
 Dieser Fall wurde in der Asphaltpresse der BRD hochgekocht und von anderen Westmedien übernommen. Das löste Missstimmung in der Bevölkerung der BRD gegenüber der DDR aus und führte auch in der hohen Politik zu einer Krise. Die DDR musste Geld ausgeben, um den Fall in Hamburg untersuchen zu lassen. Da hat sich bestätigt, dass er Betroffene an  Herzversagen während der Kontrolle am Grenzübergang starb. Die angebliche Misshandlung durch Grenz-“beamte“ hat sich als Märchen (der Asphaltpresse der BRD)entpuppt. Aus der heutigen Sicht müssen auch der DDR gegnerisch eingestellte Medien und Institutionen(es gibt einen Link zur „Bundeszentrale für politische Bildung“)die Wahrheit sagen. Siehe nachfolgende Artikel und Link.

Ausschnitt Toter vom Grenzübergang Drewitz 1983

 

60 x Deutschland Artikel Toter Grenzübergang Drewitz 1983


 

Nach 1989 wurde versucht, im Falle des angeblichen Honecker-Attentates
 bei Wandlitz die Untersuchungsergebnisse der Spezialkommission in Zweifel
 zu ziehen. Die Untersuchungen hatten seinerzeit zweifelsfrei ergeben,
dass es sich bei dem Vorkommnis Sylvester 1982 nicht um einen Anschlag
 gehandelt hatte. Vielmehr hatte ein betrunkener Autofahrer, der durch verkehrswidriges Verhalten aufgefallen und deshalb von Sicherungskräften angehalten
 worden war, mit einer von ihm mitgeführten Pistole geschossen und
 sich dann selbst durch Kopfschuss getötet.
 Dennoch wurde gegen einen Angehörigen der Sicherungskräfte ein Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts eingeleitet. Erst 1995 gestand die
zuständige Staatsanwaltschaft ein, dass es weder einen Attentatsversuch auf
 Erich Honecker gegeben noch der beschuldigte Angehörige der Sicherungskräfte
einen Mord begangen hatte.
 Darüber ist in den West-Medien viel spekuliert worden. Nach 1990 hat man dies wieder herausgeholt. Der „Focus“ berichtet in einem Artikel vom 16.05. 2014 im Nachhinein sachlich über die Erinnerungen von Honeckers Leibwächter Bernd Brückner.

online Focus

 

Bernd Brückner Leibwächter von Honecker

Bernd Brückner, Leibwächter von Erich Honecker

Bildquelle: Online Focus https://www.focus.de/politik/deutschland/das-honecker-attentat-von-klosterfelde-als-ein-betrunkener-ddr-waffennarr-die-stasi-blossstellte_id_3850919.html

 

Erich Honeckers 1989er Citroën CX Prestige Rallongée Turbo II

Honeckers Auto

Bildquelle: Online Focus https://www.focus.de/politik/deutschland/das-honecker-attentat-von-klosterfelde-als-ein-betrunkener-ddr-waffennarr-die-stasi-blossstellte_id_3850919.html

 

 

Es ist aber schleierhaft, wieso bei dem strengen Waffenrecht der DDR(„Otto Normalbürger“ und „Lieschen Müller“ hatten in der DDR keine Chance Waffen zu besitzen)Paul Eßling ein ganzes Waffenarsenal besitzen konnte? Hatte schon 1982, als der Vorfall geschah, die DDR-Staatsmacht gebröckelt? In diesem Fall ist die reißerische Überschrift des „Focus“ „Als ein betrunkener DDR-Waffennarr die Stasi bloßstellte“ nicht mal verkehrt.

online Focus

 


 

Insgesamt haben die Untersuchungsorgane des MfS im Zusammenwirken mit anderen Untersuchungsorganen jährlich mehrere Hundert Havarien, Brände und Störungen in der Volkswirtschaft, Verluste von geheimen Dokumenten, Diebstähle und Verluste von Waffen und Militärtechnik und ähnliche schwerwiegende Vorkommnisse untersucht und aufgeklärt.

 

Buchtitel Die Sicherheit Kopie 3

 

Text:

Karli Coburger und Dieter Skiba, bearbeitet von Petra Reichel

 

Entnommen aus dem Buch „Die Sicherheit“

Website MfS-Insider

 

 

Das gesamte Buch oder einzelne Kapitel können von der Website www.mfs-insider.de heruntergeladen werden.

 

 

 

Original-Text

Spezialkommissionen

 

 

 

 

Zur Verleumdung und Verfolgung
von Angehörigen der Untersuchungsorgane(Ermittlern)des MfS seit 1990


Verleumdung

Bildquelle: Mein Antwalt.at  https://www.meinanwalt.at/rechtsnews/ueble-nachrede-verleumdung-beleidigung-welche-strafen-sind-moeglich

Mit Bezug auf Artikel 17 des Einigungsvertrages vom 31. August 1990
 beschloss der Bundestag am 29. Oktober 1992 das 1. Gesetz zur Bereinigung
von SED-Unrecht (BGBL I S. 1814).(SED-Unrecht ist ein Propagandabegriff von heute. Was war in der Zeit des KPD-Verbots, also der Adenauer-Zeit, in der BRD? Niemand sagt dazu CDU-Unrecht oder Adenauer-Unrecht.) Es hob alle Gerichtsentscheidungen der 
DDR über Staatsverbrechen (Spionage und andere Landesverratsdelikte, Staatsfeindlicher Menschenhandel, Terror, Diversion, Sabotage, Ungesetzliche Verbindungsaufnahme, Ungesetzlicher Grenzübertritt, Boykotthetze, Wehrdienstverweigerung usw.) auf. Die Betroffenen wurden auf Antrag rehabilitiert und erhielten Kapitalentschädigung, Unterstützungsleistungen, Beschädigtenversorgung, Hinterbliebenenversorgung und Anrechnung ihrer
 Haftzeiten in der Rentenversicherung.

Eingeschlossen in die strafrechtliche Verfolgung von über 100.000 „staatsnahen“ DDR-Bürgern waren SED– und Staatsfunktionäre, Angehörige der 
NVA und der Grenztruppen, Richter, Staatsanwälte und Angehörige des MfS.
 Es wurden umfangreiche Untersuchungen geführt und viele Ermittlungsverfahren eingeleitet, die allesamt zu dem Ergebnis führten, dass die erhobenen
Anschuldigungen nicht zu beweisen waren. Die dem MfS unterstellten 
Handlungen hat es faktisch nicht gegeben. Der letzte Innenminister der
 DDR, Rechtsanwalt Dr. Peter-Michael Diestel stellte in seinem Interview für
die Zeitung „Junge Welt“ am 28. April 2001 fest: „Das MfS ist juristisch rehabilitiert.“

Verleumdung

Bildquelle: Mein Antwalt.at https://www.meinanwalt.at/rechtsnews/ueble-nachrede-verleumdung-beleidigung-welche-strafen-sind-moeglich

 

Haltlos sind alle Anwürfe, das MfS habe über seine Untersuchungsorgane
politisch missliebige Personen „in Irrenanstalten verschwinden lassen“.
Umfangreiche Untersuchungen und eingeleitete Ermittlungsverfahren
erbrachten keinerlei Beweise. Die Aussagen von vermeintlichen Opfern stellten
sich als nicht begründet heraus.

Verleumdung in Medien

Bildquelle: Reference https://www.reference.com/government-politics/definition-defamatory-speech-758c32f0bb8244ec

 

Am 27. Oktober 1994 veröffentlichte die Illustrierte „Tango“ unter den
 Überschriften „Die Giftakte der Stasi“ und „Die perfekte Anleitung zum
 Giftmord“ solche schwachsinnigen, aber an Verleumdung kaum zu überbietenden Behauptungen:
“Der Sexmord“, „Der Babymord“ und „Der Saunamord“.
Es folgten der „Drogenmord“, der „Terrormord“, der „Atommord“, der „Regenschirmmord“
und andere bizarre Formen des „Hinrichtens“, wie sie angeblich
vom MfS praktiziert worden seien. Andere Regenbogenblätter nahmen
diese Veröffentlichungen auf und sorgten so für eine flächendeckende
Verbreitung.

Verleumdung in Medien

Bildquelle: Reference https://www.reference.com/government-politics/definition-defamatory-speech-758c32f0bb8244ec

 

Was war der Ausgangspunkt?
 Im Jahre 1987 hatte das Ministerium für Staatssicherheit der Sektion für
 Kriminalistik der Humboldt Universität zu Berlin einen Forschungsauftrag
 erteilt. Angeregt durch die Spezialkommission der HA IX sollten für die
wirksame Aufklärung von unnatürlichen Todesfällen toxikologische Erkenntnisse erarbeitet werden, um solche besser erkennen und nachweisen zu können.
 In der Praxis hatte es wiederholt Unsicherheiten bei der Suche und 
Sicherung von Spuren gegeben. Da jährlich etwa 5.000 Selbsttötungsfälle in
der DDR bearbeitet wurden, darunter an Transitstrecken, schien es angezeigt in dieser Richtung zu forschen. Zwei Aufgaben wurden formuliert:

  • a) Internationale Literaturrecherche über Vergiftungsfälle aus der gerichtsmedizinischen und kriminalistischen Praxis;

 

  • b) Aufbereitung der Ergebnisse für ein zentrales Datensystem.
Mehrere Tausend Titel nationaler und internationaler Veröffentlichungen
wurden durchforstet und so Erkenntnisse von Fällen aus der ganzen Welt
 erfasst. Sie wurden in einem Datenspeicher zur Abfrage aufgenommen und
mit einem angemessen niedrigen Geheimhaltungsgrad „Nur für den Dienstgebrauch“ versehen. Damit sollten alle Kriminalisten des MfS und des MdI(Ministerium des Inneren)
in die Lage versetzt werden, diesen Speicher für ihre Arbeit zu nutzen. Andererseits sollte Missbrauch durch potentielle Täter verhindert werden.
Das in Abstimmung mit dem Leiter der Hauptabteilung Kriminalpolizei
und dem Leiter des Kriminalistischen Instituts der Deutschen Volkspolizei
vergebene Vorhaben wurde im Herbst 1988 abgeschlossen. Die Hauptabteilung Untersuchung des MfS und die Hauptabteilung Kriminalpolizei des MdI erhielten
je ein Exemplar der fertigen Arbeit.

 

Das ist in jedem Land ein ganz normales Vorgehen. Wir kennen es aus Krimis und entsprechenden Doku-Serien. Es handelte sich keinesfalls, auch wenn das immer wieder neu serviert
 wird, um „eine detaillierte Anleitung zum Töten“, sondern um eine detaillierte
 Anleitung zur kriminalistischen Feststellung derartiger Tötungen.
 Diese Arbeit, auf den aktuellen Stand gebracht, wäre auch heute eine
 Ergänzung der einschlägigen Lehr- und Handbücher der Rechtsmedizin,
der Kriminalistik und der Forensischen Toxikologie. Das wäre außerdem Stoff für die Fernsehserien „Anwälte der Toten“ und „Medical Detectives“. (Welche Blüten die
 damals gewonnenen Erkenntnisse trieben, zeigt der „Fall“ des deutschen
Langlaufsportlers B. Durch zwei Proben des Dopings überführt, verdächtigte
er Unbekannte, sie hätten ihm Dopingmittel in seine Zahnpastatube
lanciert und sich dabei auf MfS-Erkenntnisse gestützt.)

Anwälte der TotenMedical Detectives - Geheimnisse der Gerichtsmedizi

Bildquelle: TV now https://www.tvnow.de/nitro/anwaelte-der-toten-nitro/list/aktuell
Bildquelle: Sky go http://www.skygo.sky.de/serie/rtl-crime/medical-detectives—geheimnisse-der-gerichtsmedizin/series/seriessection/70136.html

 

1997 wurde in Schwerin versucht, der Bevölkerung einen „teuflischen
 Plan des MfS, politische Gegner mit Tollwutviren umzubringen“, aufzutischen.
 Der Leiter der Bezirksverwaltung des MfS in Schwerin hatte den
 dortigen Leiter der gerichtsmedizinischen Einrichtung beauftragt, gutachterlich auszuweisen, ob und wie Menschen mit Tollwutviren zu Tode kommen
könnten und wie das nachweisbar sei. Anlass seiner Frage war ein
 ungeklärter Todesfall, bei dem die kriminalistische Version – mögliche
 Todesursache durch die Infizierung oder Beibringung von solchen Viren –
in Betracht gezogen worden war.

Gegen Gerichtsmediziner und Angehörige des MfS wurde daraufhin
wegen versuchten Mordes ein Strafverfahren eingeleitet. Es musste wegen 
Nichtfeststellung von Verdachtsgründen eingestellt werden.

Die Mehrzahl der Ermittlungsverfahren und der in einigen Fällen sogar
 erfolgten Anklagen und Verurteilungen bezogen sich auf angebliche Aussageerpressung
 mit Drohungen und Schlägen oder mittels Medikamenten.

Häufig wurde den „Opfern“ geglaubt, auch wenn deren Angaben erkennbar
 falsch waren. Tatsachen, welche die geschilderten Handlungsabläufe als objektiv
 unmöglich widerlegten, blieben von Gerichten meist ungewürdigt, da Untersuchungsführern von vornherein nicht geglaubt wurde. („Wir wissen, dass
im MfS nicht gefoltert wurde, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.“)
Angeklagten wurde mitunter nahegelegt, gegen sie erhobene Anschuldigungen
zu bestätigen, um mit Geldbußen davonzukommen. Um den
Arbeitsplatz nicht zu verlieren und einer Ausgrenzung zu entgehen, nahmen
einige Angeklagte solche unsittlichen Angebote an.
(Diese „unsittlichen Angebote“ sind Bestandteil der Strafprozessordnung der BRD.) Das ist die Einstellung des Verfahrens mit Geldauflage. Dafür gilt man als unschuldig und es gibt keinen Eintrag ins Strafregister. Um den Arbeitsplatz nicht zu verlieren und/oder dass es zum Schaden des Betroffenen wäre, wenn der Fall an die Öffentlichkeit kommt, lassen sich Viele auf diesen Deal ein. Doch trotz offizieller Unschuld, so bleibt ja doch was „hängen“.

In juristischer Folgerung für weitere Prozesse wurde als gerichtsnotorische
 “Wahrheit“ festgestellt, dass die Untersuchungsorgane des MfS grundsätzlich
 derartige Straftaten begangen hätten. Jegliche Zurückweisung verpuffte
 wirkungslos. Nur in Fällen, in denen die Opferschilderungen als erfunden
erkennbar waren, folgten auch hier – zumeist erst in der zweiten Instanz –
Freisprüche. Es ist bezeichnend, dass in den Jahren der Strafverfolgung von Untersuchungsführern und Leitern der Untersuchungsorgane des MfS die Kläger
sich sträubten, Untersuchungsakten sowie Haft- und Gesundheitsakten
beizuziehen. Diese belegen nämlich akribisch das korrekte Vorgehen.
Da mittlerweile offensichtlich geworden ist, dass es bei den Untersuchungsorganen
des MfS weder Folter noch Wahrheitsdrogen noch Psychiatrie-
Missbrauch oder sonstige Verstöße gegen die Gesetze der DDR gab
 noch solche geduldet wurden, konzentrierten sich zunehmend Psychologen
auf etwaige Folgeschäden infolge politischer Haft in der DDR.

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Bildquelle: Reference https://www.reference.com/government-politics/definition-defamatory-speech-758c32f0bb8244ec
Bildquelle: Mein Antwalt.at https://www.meinanwalt.at/rechtsnews/ueble-nachrede-verleumdung-beleidigung-welche-strafen-sind-moeglich
Bildquelle: Clipart Panda http://www.clipartpanda.com/categories/courthouse-20clipart
Bildquelle: ClipArt Richter http://bbcpersian7.com/categories/cliparts-richter.html

 

Unverändert werden jedoch von Medien bestimmten politischen
Zuschnitts alle Schritte in Richtung Normalisierung torpediert. Als im Bundestag
die berechtigten Rentenansprüche der Angehörigen des MfS/AfNS
behandelt wurden, meldete am 25. März 2001 die „Berliner Morgenpost“
unter Bezugnahme auf nicht näher bezeichnete Recherchen des NDR, in
den Gefängnissen des MfS seien 2.500 Häftlinge ermordet worden.
Die Anfrage an die Redaktion, wie es denn zu erklären sei, dass bislang
nicht ein einziger „Mord-Fall“ zur Anklage gebracht worden sei, blieb unbeantwortet.

 

Text Karli Coburger und Dieter Skiba, bearbeitet von Petra Reichel

Entnommen aus dem Buch „Die Sicherheit“ Buchtitel Die Sicherheit Kopie 3

 

 

 

Website MfS-Insider

 

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Original-Text:

Verleumdung und Verfolgung von Angehörigen der Untersuchungsorgane heute

DER SPIEGEL 44/1993 zum Tod von Friedrich Dickel

Im Nachruf zum Tod von Friedrich Dickel hatte DER SPIEGEL den Nachruf mit antikommunistischer Propaganda gespickt.

DER SPIEGEL 44:1993 Der Spiegel 44:1993 Tod F. Dickel

DER SPIEGEL 44/1993 zum Tod von Friedrich Dickel

 

Die Original-SPIEGEL-Seite kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.

SPIEGEL_1993_Nachruf Friedrich Dickel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor)

Der RIAS war eine Rundfunkanstalt im amerikanischen Sektor von Westberlin. Der Sitz des Senders war im Westberliner Bezirk Schöneberg, Kufstein Straße.

Wer da glaubt, dass der RIAS ein Regionalsender für den amerikanischen Sektor in Westberlin war, irrt. Der RIAS war ein antikommunistischer Propagandasender und in der ganzen DDR zu empfangen.

 

RIAS-Logo

RIAS-Logo

Bildquelle.Von Unbekannt – selbst vektorisiert, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Viele DDR-Bürgerinnen und DDR-Bürger fielen auf die Propaganda dieses Senders herein und ließen sich verwirren. Auch wenn die „Bundeszentrale für Politische Bildung“ das umgedreht darstellt, war es so. Die „Bundeszentrale für politische Bildung“ ist ein Propagandainstrument des Staates in der heutigen Zeit.

Bei den Ereignissen des 17. Juni 1953 spielte der Sender eine große Rolle. Die Akteure, die nichts mit den Arbeitern, die gegen die Normerhöhungen protestierten, zu tun hatten, ließen sich vom RIAS anleiten.

Egon Bahr spielte eine wichtige Rolle beim RIAS im Zusammenhang mit den Ereignissen des 17. Juni 1953. Die Person Egon Bahr hat sich Vielen als die eines Friedensengels und geschickten Verhandlungsführers ins Bewusstsein eingebrannt, aber seine Rolle beim RIAS am 17. Juni 1953 ist Vielen nicht bewusst. Egon Bahr spielte eine entscheidende Rolle als Akteur der sozialdemokratischen „Entspannungspolitik“. Die politisch Verantwortlichen der DDR fielen auf ihn herein und verschwiegen seine Rolle beim RIAS während er Ereignisse des 17. Juni 1953. Egon Bahr ist nicht vom Saulus zum Paulus geworden. Er hat lediglich seine Strategie gewechselt.

Auch westliche Spione, die in der DDR agierten, bekamen vom RIAS ihre Anweisungen.

In der DDR war „RIAS-Ente“(in Anlehnung an Zeitungs-Ente für Falschmeldung) ein gängiger Begriff. Im Februar 1955 startete der spätere Minister für Staatssicherheit Erich Mielke die „Aktion Enten“, „um nicht nur die Agenturen des RIAS zu zerschlagen und sie ihrer gerechten Bestrafung zuzuführen, sondern durch richtige politisch-operative Maßnahmen dem RIAS einen solchen Schlag zuzufügen, der es möglich macht, diesen amerikanischen Sender vor dem gesamten deutschen Volk und der Weltöffentlichkeit als Spionagezentrale des amerikanischen Geheimdienstes zu entlarven.“

49 Personen wurden im Rahmen der Verhaftungsaktion „Enten“ festgenommen, darunter auch der RIAS-Rundfunksprecher Richard Baier, der während der Zeit des Faschismus beim „Großdeutschen Rundfunk“ tätig war und Propaganda der Faschisten verbreitete. In dem Prozess am 24. Juni 1955 spielte es keine Rolle, ob dies nun im RIAS zu wahren oder zu Falschmeldungen, eben „Enten“, geführt hatte. Es ging um den Schaden, welchen diese Leute der DDR zugefügt haben.

Der RIAS entstand unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg im in vier Zonen aufgeteilten, zerstörten Berlin. Die Sowjetische Militäradministration(SMAD) weigerte sich den westlichen Siegermächten Sendezeit im „Berliner Rundfunk“ einzuräumen. Daraufhin trafen die Briten und US-Amerikaner Vorbereitungen um selbstständige Rundfunkstationen in ihren Sektoren einzurichten.

Es fehlte an eigenen terrestrischen Sendeanlagen, weshalb das U.S. Headquarter, Berlin District, zum 17. Dezember 1945 anordnete, die (weitgehend unterirdisch verlegten und intakten) Telefonkabel zur Signalleitung zu verwenden – den sogenannten Drahtfunk. Der Sender unterstand der direkten Aufsicht der Information Services Control Section.

Die ersten Sendungen liefen ab Februar 1946 unter dem Namen Drahtfunk im amerikanischen Sektor (DIAS); das Sendestudio befand sich im Fernmeldeamt Winterfeldtstraße in Schöneberg. Bis 1949 druckten Rundfunkzeitungen im Ostsektor der Stadt noch das Programm des neuen Westsenders ab. Doch ab 1949 erkannte die damals junge DDR, dass der RIAS ein Propagandainstrument des politischen Gegners ist und gab eine entsprechende Erklärung ab.

Januar 1946 Werbeblatt für DIAS

Januar 1946: Werbeblatt für den „DIAS“

 

Bildquelle:
Von Anagoria – Eigenes Werk, CC0, Bild ist entsprechend verlinkt

Am 7. Februar 1946 ging erstmals der „Drahtfunk im amerikanischen Sektor“ (DIAS) über Telefonleitungen im amerikanischen Sektor auf Sendung. Die Sendestelle war in Schöneberg im Fernamt Winterfeldtstraße (das spätere Fernmeldeamt 1 Berlin) untergebracht. Gesendet wurde täglich von 17 bis 24 Uhr im Langwellenbereich auf den Frequenzen 210 und 245 kHz. Ab Juni 1946 wurde der Sendebetrieb auch auf den Britischen Sektor Westberlins ausgeweitet.
Der erste terrestrische Mittelwellensender, ein fahrbares Aggregat der US-Armee, wurde am 5. September 1946 in Betrieb genommen und damit der Übergang vom Drahtfunk zum Rundfunk vollzogen. Der mobile Sender in Berlin-Britz, Standort auch des späteren RIAS-Großsenders, strahlte mit einer relativ geringen Leistung von 800 Watt auf der Frequenz 610 kHz. Er wurde im Juni 1947 durch einen 1935 gebauten 20-kW-Sender der ehemaligen Wehrmacht ersetzt. Am 6. Juli 1948 wurde das neue RIAS-Funkhaus in der Kufsteiner Straße 69 (heute: Hans-Rosenthal-Platz) eingeweiht. Nach Sendebeginn der „Stimme Amerikas“(ebenfalls ein antikommunistischer Propagandasender) auf Kurzwelle am 6. Juli 1948 vom Sender Ismaning bei München aus und der Verbesserung der Antennenanlagen in Britz wurde mit der Inbetriebnahme des 20-kW-Mittelwellensenders Hof am 1. November 1948 im oberfränkischen Hof an der Saale deutlich gemacht, dass das Verbreitungsgebiet des RIAS auch auf das Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone ausgedehnt werden sollte.
Nachdem der Mittelwellensender Berlin-Britz bereits 1949 auf 100 kW verstärkt worden war und von dort ab 7. August 1951 ein zweiter Kurzwellensender aus sendete, ging im März 1952 in Britz der erste durch die Frequenzmodulation relativ störresistente UKW-Sender in Betrieb. Ab dem 15. Januar 1953 wurde von Britz auf der Mittelwelle 989 kHz mit 300 kW gesendet, damals die höchste Sendeleistung in Mitteleuropa. Die DDR hatte begonnen, ihr gesamtes Territorium mit einem Netz von Störsendern zu überziehen. Das wiederum veranlasste den RIAS zu einer immensen technischen Aufrüstung. Mit alternativen Sendezeiten von wechselnden Senderstandorten, um dem Störbetrieb der DDR auszuweichen, wurde am 1. November 1953 das Programm RIAS 2 gestartet. Gleichzeitig wurde eine neue Mittelwellen- und eine neue UKW-Frequenz in Westberlin in Betrieb genommen. Im Laufe des Jahres 1954 kamen zwei weitere Mittelwellenfrequenzen hinzu und in Kooperation mit dem US-Auslandssender „Stimme Amerikas“(ebenfalls ein antikommunistischer Propagandasender) konnte die leistungsstarke Frequenz 173 kHz auf Langwelle genutzt werden. Mitte der 1950er Jahre standen dem RIAS insgesamt vier Mittelwellenfrequenzen zur Verfügung, die abwechselnd im Tag-Nacht-Betrieb von den beiden Sendern in Berlin und Hof genutzt wurden. Hinzu kamen zwei UKW-Frequenzen (Berlin), eine Lang- und eine Kurzwellenfrequenz. Am effektivsten waren die UKW- und Kurzwellenfrequenzen, die kaum zu stören waren. Erst als mit der Einführung des Genfer Wellenplans von 1958 (1978 in Kraft getreten) die DDR-Störsender abgeschaltet wurden, konnte der RIAS zu einem konstanten Sendebetrieb übergehen.

Der RIAS lockte mit einem attraktiven Programm die Menschen in die Falle und überzog die DDR mit amerikanischer Propaganda und leiteten Agenten an(siehe oben).

Das Gebäude des RIAS befand sich in der Kufsteiner Straße 69(siehe oben). Heute beherbergt das Funkhaus das Deutschlandradio mit der Adresse Hans-Rosenthal-Platz.

Funkhaus in Berlin-Schöneberg

Das Funkhaus in Berlin-Schöneberg

 

Bildquelle:
Von Avda – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Hans Rosenthal gehörte zu den RIAS-Mitarbeitern der ersten Jahre. Hans Rosental ist vielen Älteren noch bekannt aus der Fernsehshow „Dalli Dalli“. Hans Rosenthal machte auch viele Unterhaltungssendungen im Radio, durch die er bekannt wurde, und schrieb somit auch Radiogeschichte.

Hans Rosenthal

Hans Rosenthal

Bildquelle:
Von Unbekannt – Gert Rosenthal, his son., CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Von Beginn an war die Programmgestaltung Vorbild für die westliche Rundfunkszene. Dies war stets mit antikommunistischer Propaganda verbunden. Die Programme des RIAS standen unter dem Motto „Eine Stimme der freien Welt“. Vom 24. Oktober 1950 an wurde jeden Sonntag
um 12 Uhr das Läuten der Westberliner Freiheitsglocke vom Schöneberger Rathaus übertragen, gefolgt vom Verlesen des „Freiheitsgelöbnisses“.
Während der Anteil der politischen Programme der öffentlich-rechtlichen Sender in den 1950er Jahren lediglich bei 15 Prozent lag, hatte er beim RIAS einen Umfang von etwa 34 Prozent. RIAS hatte als erster aktuelle Zeitfunksendungen im Programm und führte als erste Rundfunkstation auf deutschem Gebiet mehrstündige Zeitfunkmagazine ein. Schwerpunkt der Berichterstattung und Kommentierung war neben Westberlin das Geschehen in der DDR. Die Propaganda gegen die DDR war ja schließlich die Hauptaufgabe des RIAS.

Auf dem Gebiet der Unterhaltung und Kultur war der RIAS sehr attraktiv. Schließlich war das ja der Köder für die Bürgerinnen und Bürger der DDR.

Der bereits in der Anfangszeit gegründete RIAS-Kammerchor und das RIAS-Symphonie-Orchester sorgten für kulturelle Höhepunkte in Westberlin. Brillanter Beobachter und Kritiker der Berliner kulturellen Szene war Friedrich Luft, dessen „Stimme der Kritik“ erstmals am 9. Februar 1946 ausgestrahlt wurde und bis zum Tode Lufts 1990 wöchentlicher Programmpunkt war.

In der Unterhaltungsmusik war das RIAS-Tanzorchester weit über Westberlin hinaus aktiv. Besonders unter seinem Leiter Werner Müller begleitete es zahlreiche öffentliche Veranstaltungen in der BRD, sowie im Fernsehen. Der RIAS ist auch als Erfinder der Hitparade im deutschen Rundfunk anzusehen. Bevor diese 1958 von Radio Luxemburg gestartet wurde, hatte der RIAS schon 1947 die wöchentlichen „Schlager der Woche“ in seinem Programm. Als erster deutscher Sender begann RIAS in den 1970er Jahren mit der Ausstrahlung von Marathon-Popnächten unter dem Titel „Rock over RIAS“. Nach der am 30. September 1985 vollzogenen Umwandlung von RIAS 2 in einen 24-Stunden-Popmusik-Kanal wurde auch dieser Wegbereiter für viele andere Jugendprogramme. Nach der Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalls überwand der RIAS die trennende Grenze über den Äther mit seiner sonntäglichen Grußsendung „Musik kennt keine Grenzen“.

Neben dem bereits erwähnten Hans Rosenthal gab es noch Kabaretts, die später einen hohen Bekanntheitsgrad erreichten.

Das Programm RIAS 1 wurde über Mittelwelle vom Sender Berlin-Britz und vom RIAS-Sender Hof sowie über UKW aus Berlin und Bayern aus der Region um Hof gesendet.

RIAS 2 wurde am 1. November 1953 vom Rundfunk im amerikanischen Sektor neben RIAS 1 als zweites Hörfunkprogramm eingerichtet und sendete auf Mittelwelle und UKW über die Sender Berlin-Britz und in Bayern in der Region Hof über den Sender Großer Waldstein.
Am 30. September 1985 wurde RIAS 2 zu einem 24-Stunden-Jugend-Programm umgestaltet (Jingle: RIAS 2 – Typisch Berlin). Die „Berliner Zeitung“ sprach rückblickend von einem fulminanten Start. „Allein in West-Berlin erreichte man mit RIAS 2 auf Anhieb 300.000 Hörer pro Durchschnittsstunde.“ Auch in der DDR war RIAS 2 sehr populär.

Am 22. August 1988 startete der RIAS mit seinem Fernsehprogramm „RIAS-TV“ in Berlin. Hier führte er als erster das Sendeformat des Frühstücksfernsehens in Deutschland ein, das später auch von anderen Sendern übernommen wurde.

Im Jahr 1990, nach der Annexion der DDR hatten die USA nach einem Bericht der U. S. Advisory Commission on Public Diplomacy 1989/1990 eine weitere Rundfunkpräsenz vom RIAS erwogen. Der RIAS sollte weiterhin ein Propagandasender der USA für Ostdeutschland bleiben.

Am 1. April 1992 wurde RIAS-TV von der Deutschen Welle übernommen, die fortan unter der Bezeichnung DW-TV ein Fernsehprogramm für das Ausland produzierte und ausstrahlte. Am 19. Mai 1992 wurde zwischen den Regierungen der BRD und den USA ein Abkommen über die Gründung der RIAS Berlin Kommission unterzeichnet, das am 26. Oktober 1992 in Kraft trat. Die Kommission hat sich zur Aufgabe gemacht, „die Tradition der deutsch-amerikanischen Kooperation im Rundfunk weiter fortzusetzen und als neue Tradition im transatlantischen Mediendialog Begegnungen und Verbindungen zwischen Rundfunkjournalisten auf beiden Seiten des Ozeans zu ermöglichen“. Das ist verklausuliert ausgedrückt und heißt im Klartext, dass die Propaganda der USA nun neue Wege gefunden hat.

Am 1. Juni 1992 wurde RIAS 2 privatisiert und in rs2 umbenannt. rs2 sendet heute in Berlin auf derselben UKW-Frequenz 94,3 MHz, auf der zuvor RIAS 2 ausgestrahlt wurde, sowie über ein Netz weiterer UKW-Frequenzen in Brandenburg. Die Hofer RIAS-2-Frequenz 91,2 MHz wurde 1992 aufgelassen. Die einstige Berliner Mittelwellenfrequenz 855 kHz von RIAS 2 wurde für DRM-Übertragungen und Sondersendungen des Deutschlandradios genutzt. RIAS 1 (UKW 89,6 MHz) wurde zunächst weitergeführt und ging zum 1. Januar 1994 zusammen mit Deutschlandsender Kultur und dem Deutschlandfunk im Deutschlandradio, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, auf. Anfangs hatte diese Anstalt mit dem DeutschlandRadio Berlin und dem Deutschlandfunk (Köln) zwei Programme, derzeit (Stand: 2013) besteht Deutschlandradio aus den Programmen Deutschlandradio Kultur, Deutschlandfunk und DRadio Wissen.

Die Klangkörper sind heute überwiegend in der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin zusammengefasst.

Das ehemalige Funkhaus des RIAS liegt am nach dem populären Moderator benannten Hans-Rosenthal-Platz direkt an der Bezirksgrenze zwischen Schöneberg und Wilmersdorf am Rudolph-Wilde-Park beziehungsweise am Volkspark Wilmersdorf mit dem sogenannten RIAS-Spielplatz. Von hier wird das Programm Deutschlandradio Kultur ausgestrahlt.

Der Sendeschluss des RIAS war am 31. Dezember 1993 um 23.55 Uhr. Die letzten Worte sprach der Programmdirektor Siegfried Buschschlüter.
Am 4. September 2013 ging in Berlin-Britz ein bedeutendes Stück deutscher Rundfunkgeschichte und der Geschichte des Kalten Krieges zu Ende: Der Betrieb des rund 65 Jahre zuvor vom RIAS aufgebauten Mittelwellensenderstandortes wurde endgültig eingestellt.

siehe Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

„Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen“(Kurz UfJ)

Vorbemerkung: Grundlage für diesen Text ist das Buch „Im Dienste der Unterwelt“ von 1960 aus dem Kongress-Verlag Berlin/DDR. Bei Wikipedia wird dieses Thema nur aus antikommunistischer Sicht behandelt. Obwohl ich nur auf einige Auszüge aus dem Buch eingegangen bin, ist dieser Text recht lang geworden. So ist hier nur kurz die Karriere des Gründers des UfJ, Horst Erdmann dargestellt. Auf die Darstellung der Karrieren der anderen Hauptagenten habe ich verzichtet. Ebenso habe ich auf die detaillierten Beispiele der Hetz- und Spionagetätigkeit des UfJ verzichtet. Außerdem habe ich die Hilfsorgane und den IKULTA-Verlag nicht näher beschrieben. Aufgrund des langen Textes und der Einfachheit halber habe ich auf das Gendern der Sprache verzichtet. Es sind stets Männer und Frauen gemeint.

Petra Reichel

UfJ (Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen)UfJ 2UfJ 3UfJ4

Wer da glaubt, dass der UfJ eine Rechtsberatungsstelle für DDR-Bürger war, der irrt gewaltig. Es war auch keine Menschenrechtsorganisation, wie vielfach behauptet wird. Es handelte sich um eine private Agentenorganisation, die gegen die DDR agierte und von der CIA und aus Steuergeldern der BRD-Bürger finanziert wurde.

Besucher waren nur interessant, um sie als Agenten zu werben. Ansonsten wurden die Ratsuchenden vertröstet. Geholfen wurde niemanden.

Der UfJ existierte von 1949 – 1959. Danach hat sich die politische Lage so verändert, dass auch die USA und die BRD es sich nicht mehr leisten konnten eine solch zwielichtige Institution zu unterstützen.

Der Gründer

Der Gründer war Horst Erdmann. 1945 tauchte er in Belzig in der Mark Brandenburg auf. Er mogelte einen Doktortitel zu seinem Namen und gab sich als rassisch und politisch verfolgter Jurist aus. Er wurde als Rechtsanwalt und Notar zugelassen. Damit gab Horst Erdmann sich nicht zufrieden. Er bewarb sich beim Präsidenten des damaligen Landgerichts Berlin und erhielt auch von dort die Zulassung als Rechtsanwalt. Erdmann residierte in Potsdam, Belzig und sogar im britischen Sektor von Berlin. Außerdem bat Horst Erdmann auch der neu entstehenden demokratischen Verwaltung seine Dienste als „Jurist und bewährter Antifaschist“ an. Es gelang ihm im August 1945 zum Syndikus des Landkreises Zauch-Belzig, d.h. zum Rechtsvertreter des Landratsamtes, bestellt zu werden.

Diese Vertrauensstellungen nutzte „Dr.“ Erdmann zielstrebig dazu aus, sich hohe Nebeneinnahmen zu verschaffen: Er gründete eine Versicherungsgesellschaft. Kurze Zeit später findet sich in den Akten eine Eintragung, nach welcher der „Doktor“ Horst Erdmann gemeinsam mit einem Malermeister Urban eine Märkische Handelsgenossenschaft gegründet hat.

Unter Ausnutzung der Not der ersten Nachkriegsjahre ließ sich Erdmann seine Honorare durch Naturalien bezahlen, mit denen er korrupte Elemente in der Nachkriegsjustiz für seine Geschäfte gefügig machte.

Das war eine eigenartige Aktivität eines Menschen, der sich als „politisch und rassisch Verfolgter“ des Faschismus ausgab. Zur damaligen Zeit verwandten die ehrlichen Antifaschisten alle Kraft darauf ein neues demokratisches Deutschland aufbauen zu helfen ohne persönliche Vorteile daraus zu ziehen.

Im Verlaufe des Jahres 1948 kam Horst Erdmann zu dem Schluss, dass die Entwicklung Deutschlands in eine neue Etappe eingetreten war. Als eifriger Rundfunkhörer und Zeitungsleser bemerkte er, dass die westlichen Besatzungsmächte, vor allem die USA, die Maske des Verbündeten der Sowjetunion fallen ließen und die demokratische Neugestaltung Deutschlands hintertrieben. Ihre Zeitungen und Rundfunkstationen verstärkten die Hetze gegen die Sowjetunion und die demokratischen Kräfte im Osten Deutschlands, die entsprechend den Beschlüssen des Potsdamer Abkommens(dazu in einer späteren Ausgabe DIE TROMMLER mehr) konsequent die Entmilitarisierung, Entnazifizierung und Demokratisierung durchführten. Die im Potsdamer Abkommen auch von den Westmächten gegebene Zusicherung die Einheit Deutschlands zu gewährleisten, war von ihnen längst gebrochen worden. Vom Zweizonenwirtschaftsrat führte der Weg über die Bildung der sogenannten Bi- und Trizone bis zur separaten Währungsreform(mehr dazu in einer späteren Ausgabe DIE TROMMLER). Die fortschrittlichen Kräfte waren in den westlichen Besatzungszonen mit Hilfe antikommunistischer Hetze und provokatorischer Fälschungen bereits systematisch aus den Länderregierungen entfernt worden. Der Befehl zur Ausarbeitung einer separaten „Verfassung“ für einen westdeutschen Separatstaat war von den Vertretern der westlichen Besatzungsmächte gegeben worden und wurde von reaktionären westdeutschen Politkern ausgeführt. Alle diese Ereignisse entgingen Horst Erdmann nicht. Er bemerkte auch, dass die Bevölkerung(zur damaligen Zeit)den Spaltungsbestrebungen der Westmächte und der antikommunistischen Hetze ablehnend gegenüberstand. Die Zeitungen berichteten über die breite Resonanz, die in Ost und West die Volksbewegung für Einheit und gerechte Frieden in allen Kreisen in der Bevölkerung fand.

Erdmann bemerkte schließlich, dass besonders die Besatzungsbehörden der USA nicht auf den Pfennig schauten, wenn sich ihnen Menschen anboten, die bereit waren, diese Volksbewegung mit antikommunistischen Parolen zu diffamieren, eine systematische Hetze gegen alle fortschrittlichen Bestrebungen zu treiben und auf diese Weise die Politik der USA des Kalten Krieges zu unterstützen. Hier witterte Horst Erdmann das Geschäft seines Lebens.

Ein Antifaschist war Horst Erdmann nie gewesen. Er wurde auch nicht rassisch verfolgt. Im Gegenteil. Er machte bei den Nazis Karriere. Nach dem Krieg hat er seine Biografie gefälscht, um sich in den antifaschistisch-demokratischen Institutionen, insbesondere der Justiz, einzuschleichen.

Im Jahre 1950, als sich der US-Geheimdienst von den „Fähigkeiten“ Erdmanns als Boss der neuen „Juristen“-Organisation überzeugt hatte und sein Doppelspiel als „seriöser“ Rechtsanwalt und US-Lizenzträger, bzw. Spion nicht länger vor den Staatsorganen der DDR verbergen konnte, begab er sich endgültig in den Herrschaftsbereich seiner amerikanischen Gönner. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Erdmann in Potsdam und Umgebung bereits eine Anzahl alter Nazis und Militaristen um sich geschart, die er nun in seinen „Untersuchungsausschuss“ einbaute.

Beim UfJ legte sich Horst Erdmann den Namen „Dr. Theo Friedenau“ zu.

Aufstieg und „Blüte“

Erdmanns „Rechtsauskunftsbüro“ begann sehr bescheiden, mit einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung. Dort begann der „Untersuchungsausschuss“ mit einem einzigen „ehrenamtlichen“ Angestellten zu arbeiten. Dieser „ehrenamtliche“ Angestellte war Horst Erdmann selbst. Erdmann benötigte zunächst einmal Schreibkräfte, die seine Ergüsse zu Papier brachten. Mit diesen ersten Angestellten gab es Differenzen. Diese führten bereits zu Beginn des Jahres 1950 zu einem Arbeitsgerichtsprozess in Westberlin, dessen Begleitumstände den obskuren Charakter des UfJ gleichsam gerichtsnotorisch machten. Als Prozesspartei musste der UfJ nämlich dem Gericht nachweisen, dass seine Existenz den gesetzlichen Bestimmungen entsprach. Dieser Nachweis war dem „Untersuchungsausschuss“ nicht möglich, weil jegliche Eintragung in das Westberliner Vereinsregister fehlte. Das störte Erdmann, alias Friedenau wenig. Er hatte ja engsten Kontakt zu Geheimdienstoffizieren der USA. Außerdem hatte er in der Westberliner Justiz Freunde. Dr. Messow, damals Senatspräsident beim Westberliner Kammergericht, erstattete ein „zweckentsprechendes“ Rechtsgutachten. Der Westberliner Justizsenator genehmigte daraufhin dem „Untersuchungsausschuss“ den Status „Verein kraft Verleihung“. Die Etablierung des UfJ als „Verein kraft Verleihung“ war seinen Drahtziehern sehr von Vorteil Niemand hatte die Möglichkeit im Vereinsregister nachzusehen, wer die leitenden Personen und was die Hintergründe dieses „Untersuchungsausschusses“ sind. Später wurde allerdings eine „Vereinigung freiheitlicher Juristen“ gegründet und in das Vereinsregister eingetragen und Statuten ausgearbeitet. Doch das diente alles der Irreführung.

Bald fanden sich alte Freunde Erdmanns ein, die alte Nazis und Militaristen waren und nun seine Mitarbeiter wurden. Die zwei Zimmer reichten nun nicht mehr aus und man brauchte neue Büroräume. Ein Gebäude, bislang vom USA-Geheimdienst selbst genutzt, von den US-Besatzungsbehörden geräumt und teilweise mit neuen Möbeln ausgestattet wurde dem UfJ zur Verfügung gestellt. Später reichten auch diese Räume nicht mehr aus. Erdmann holte immer mehr seiner alten Bekannten nach Westberlin.

Aus dem Ein-Mann-„Untersuchungsausschuss“ des Jahres 1949 war inzwischen ein hierarchisch aufgebauter Apparat mit etwa 50 hauptamtlichen Angestellten geworden. Der „Untersuchungsausschuss“ ist nun zu einer größeren Institution geworden.

Im Jahr 1955 wurde in Bad Godesberg, bei Bonn eine „Nebenstelle“ eingerichtet. Tatsächlich ging es hier um die „Aufrechterhaltung einer ständigen Verbindung zur Bundesregierung“, speziell zum „Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen“.

Im Frühjahr 1957 wurde eine weitere „Nebenstelle“ in Frankfurt/Main eingerichtet. Diese wurde als „Beratungsstelle“ für BRD- und DDR-Bürger angepriesen, die in die BRD, bzw. in die DDR reisten. In Wirklichkeit wurden dort die Reisenden als Agenten für den UfJ angeworben.

Größere Veranstaltungen in Westberlin, wie die „Grüne Woche“ und andere Ausstellungen, benutze der UfJ dazu „Sonderberatungsstellen“ einzurichten, um Agenten zu werben.

Auch im „Flüchtlingslager“ Berlin-Marienfelde unterhielt der UfJ eine „Nebenstelle“. Seit jeher waren westliche Geheimdienste in „Flüchtlingslagern“ vertreten, die Menschen aushorchten, welche die DDR illegal verließen.

Der UfJ hatte seine „Blütezeit“ überschritten

So wie sich der organisatorische Aufbau des „Untersuchungsausschusses“ im Laufe der Jahre änderte, unterlag der Personalbestand dieser Agentenzentrale verschiedenen Veränderungen. Es gab Zeiten, in denen die Zahl der hauptamtlichen „Mitarbeiter“ ständig stieg. Der „Untersuchungsausschuss“ war gezwungen auf eine Reihe in seinem Sinne „bewährter“ Hauptagenten zu verzichten. Die Vergangenheit dieser Leute wurde bekannt und so waren sie nicht mehr zu halten.

Als auf einer stark beachteten internationalen Pressekonferenz in Berlin/DDR und durch eine Sendung des demokratischen Fernsehfunks(der Vorläufer des DDR-Fernsehens), belegt durch eine umfangreiche Zusammenstellung von Originaldokumenten, der Öffentlichkeit die Schwindeleien und die braune Vergangenheit von Horst Erdmann und anderer Hauptagenten des UfJ der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurden, war Erdmann als Leiter nicht mehr zu halten. Sogar das Fortbestehen des UfJ war fraglich. Auch die westliche Presse musste kritisch darüber berichten. Die Nachfolge trat nun der bisherige Stellvertreter Walther Rosenthal an.

Verbindungen

Weiterhin hatte der UfJ Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten und Institutionen, solange er noch in der Lage war Informationen zu liefern. Von den Amis bekam der UfJ weiterhin Dollars zusammen mit den Aufträgen zur Spionage und Verübung anderer Verbrechen gegen die DDR.

Zur Verbreitung von Hetze gegen die DDR bediente sich der UfJ nicht nur seiner eigenen Druckerzeugnisse, sondern arbeitete auch mit dem „RIAS“, „Radio Freies Europa“, das waren Hetzsender gegen die DDR und andere sozialistische Länder, zusammen. Auch mit der Westberliner Asphalt-Presse(Boulevard-Presse) pflegte der UfJ Verbindungen. Außerdem hatte er auch Beziehungen zu anderen zentralen und Vereinigungen, wie den „Ostbüros“ der Parteien aus der BRD, bzw. Westberlin, und anderen antikommunistischen Institutionen.

Um sich „beruflichen“ Umgang zu verschaffen, wurden Beziehungen zu Westberliner Gerichten aufgenommen. Dem gleichen Ziel diente die Mitarbeit in internationalen Gremien westlicher Juristen, die lautstark war, im Gegensatz zu dem Schweigen, mit dem die wirkliche Tätigkeit verschleiert wurde. Die vielfältigen Verbindungen des UfJ sind im folgenden Schema als Übersicht dargestellt.

UfJ Schaubild Verbindungen

Hilfsorgane des UfJ

Der UfJ gründete eine Reihe von Neben- und Unterorganisationen um breite Bevölkerungskreise zu täuschen und zu übertölpeln und sich den Schein internationaler Resonanz zu geben.

Der IKULTA-Verlag

Der UfJ hatte einen eigenen Verlag gegründet. Hier taucht der Gründer des UfJ, Horst Erdmann wieder auf. Er musste als Chef des UfJ, weil er auf Grund von Enthüllungen nicht mehr haltbar war(s.o.), zurücktreten. Nun war er der Geschäftsführer dieses Verlages. Nun Man legte Wert auf ein nach außen hin seriöses Auftreten. Finanziert wurde der Verlag von den Geldgebern des UfJ.

Neben Hetzmaterialien wurden auch zwei Zeitschriften herausgegeben. Natürlich war der Inhalt antikommunistisch.

Die Verbrechen des UfJ

Der UfJ betrieb

  • Wirtschaftsspionage
  • Politische Spionage
  • Militärspionage

Das Spionagematerial wurde zur Vorbereitung eines Krieges verwendet.

Terrorakte und Hetzpropaganda

Dem Ziel der Schwächung der sozialistischen Staaten dienten auch Terrorakte und Hetzpropaganda. Damit sollte die politische Haltung einzelner Personen und ganzer Bevölkerungsgruppen beeinflusst werden. Terror und Hetze sollten die Kluft des Misstrauens zwischen der Bevölkerung und den Organen(heute sagt man Institutionen) der Arbeiter- und Bauern-Macht aufreißen und ein Gefühl der Unsicherheit erzeugen. Damals diente das den Kriegsvorbereitungen. Damals hatten diese Aktionen keinen Erfolg. 1989 führten diese Methoden auf andere Art und Weise zum Erfolg. Zum Glück(im Unglück) war kein Krieg dazu nötig.

Verleumdung und Drohung

DDR-Bürger die aus offiziellen Anlässen, aber auch privat in die BRD reisten wurden ausspioniert. Die so gewonnenen Informationen über diese Leute wurden an entsprechende Stellen in der BRD weitergegeben. So wurden fortschrittlich gesinnte DDR-Bürger bei Reisen in die BRD willkürlich verhaftet. Außerdem wurden diese Reisenden bedroht und zur Agententätigkeit angeworben. Soviel zur Reisefreiheit.

Es gab auch eine Belasteten- und Beurteilungskartei. Vertreter aus Wirtschaft und Politik, sowie Parteien und gesellschaftlicher Organisationen wurden in diese Kartei aufgenommen. Diese Informationen, die beliebige Besucher mitteilten, wurden ohne Überprüfung ihrer Richtigkeit in diese Kartei aufgenommen. Besucher, die diese Informationen weitergaben, behaupteten, dass die angegebenen Personen in der DDR eine „Unrechtshandlung“ begangen hätten. Das Verständnis der UfJ von Unrecht, war die Einhaltung der Gesetze der DDR, die Unterstützung der staatlichen Organe(Institutionen, Ermittlungsbehörden) der DDR bei der Bekämpfung von Verbrechen. Dieses Verständnis von „Unrecht“ kennen wir ja in der heutigen Zeit, wenn es um die Beurteilung der Geschichte der DDR geht.

Außerdem wurden Persönlichkeiten der verschiedensten Berufe, die sich aktiv für die Arbeiter- und Bauernmacht einsetzten, bzw. dafür geehrt wurden, Drohbriefe versandt. Man wollte diese Leute veranlassen ihre Ämter niederzulegen oder sich beim UfJ zu melden, um sie als Agenten anzuwerben.

Unter Anderem transportierte man auch die Hetzschriften per Ballon in die DDR. Diese Ballons waren hochexplosiv und gefährdeten Menschen in der gesamten Umgebung, wo die Ballons landeten. Um dieses Treiben vor der Westberliner Bevölkerung geheim zuhalten benutzte der Ufj, wie einstmals die KgU hierfür hauptsächlich die Nachtstunden. Durch derartige Aktionen wurden Häuser beschädigt und Menschenleben gefährdet. Zum Beispiel wurde ein tschechoslowakisches Passagierflugzeug zum Absturz gebracht. Es waren 22 Tote und 4 Schwerverletzte zu beklagen.

Das Ende

Der UfJ entstand wie die KgU und einer anderen Vielzahl von antikommunistischen Hetz- und Spionageagenturen, im Dienste der NATO-Politik des Kalten Krieges und der beabsichtigten Aggression gegen die sozialistischen Staaten. Da zur damaligen Zeit die DDR und die anderen sozialistischen Staaten immer stärker wurden und auch im Westen die Menschen sich für Frieden einsetzten, musste die Politik seitens der westlichen Länder geändert werden.

So mussten sich die NATO-Politiker am 11. März 1959 von der radikalen KgU verabschieden. Dem musste bald der UfJ nachfolgen. Die Hauptagenten verließen nach und nach den UfJ. Sie kamen auf anderen Posten unter.