Deutschland nach dem II. Weltkrieg

Am 30. April 1945 hissten die Sowjetsoldaten auf dem Gebäude des deutschen Reichstages in Berlin die rote Fahne. Wenige Tage später, am 8. Mai 1945, besiegelten die Vertreter des Oberkommandos der faschistischen Wehrmacht mit ihrer Unterschrift die bedingungslose Kapitulation. Der imperialistische deutsche Staat hörte auf zu bestehen. Der deutsche Imperialismus hatte seine bis dahin schwerste Niederlage erlitten.

Nach den Bestimmungen des Potsdamer Abkommens vom August 1945 wurde Deutschland in vier Besatzungszonen eingeteilt, die von der UdSSR, den USA, Großbritannien und Frankreich besetzt wurden.

Die Staatsgewalt ging an den Alliierten Kontrollrat und an die Militäradministrationen der Besatzungsmächte über. Sie sollte in jeder Besatzungszone von dem jeweiligen Oberbefehlshaber ausgeübt werden. Für die Verwaltung der sowjetischen Besatzungszone war die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) verantwortlich.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 

Die vier Oberbefehlshaber bildeten ein gemeinsames Organ (Institution), den Alliierten Kontrollrat, mit Sitz in Berlin. Seine Entscheidungen über alle Deutschland als Ganzes betreffenden wesentlichen Fragen mussten einstimmig getroffen werden, damit ein einheitliches Vorgehen der vier Großmächte in den einzelnen Besatzungszonen gesichert war.

Deutschland in den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 

Zur Gewährleistung einer erfolgreichen Tätigkeit des Kontrollrates und des Zusammenwirkens aller Besatzungsmächte sollte die Westmächte an der Besetzung Berlins beteiligt werden. Es wurde festgelegt, zur gemeinsamen Verwaltung Berlins eine Interalliierte Behörde zu errichten, die unter Aufsicht des Kontrollrates arbeitete. Deswegen erhielten die Westmächte je einen Sektor in Berlin zugewiesen; sie stationierten dort eigene Truppen. Trotz dieses Viermächtestatus, dem Berlin damals unterlag, wurde es weder zu einem fünften Besatzungsgebiet, noch wurden Teile der Stadt den westlichen Besatzungszonen eingegliedert. Berlin blieb Bestandteil der sowjetischen Besatzungszone. Diese Tatsache kam darin zum Ausdruck, dass in allen einschlägigen Dokumenten der Alliierten nur von vier Besatzungszonen die Rede ist. Die oberste Gewalt des sowjetischen Befehlshabers für Berlin wurde durch die besondere Berlin-Regelung nicht betroffen. Die Zuständigkeit der SMAD für ganz Berlin widerspiegelte sich auch in praktischen Maßnahmen. So verblieben die Anlagen der Reichsbahn und das Wasserstraßennetz Berlins unter alleiniger sowjetischer Zuständigkeit. Die Verkehrsverbindungen zwischen den Berliner Westsektoren und den westlichen Besatzungszonen auf den Straßen-, Wasser- und Schienenwegen unterlagen der Kontrolle der Sowjetischen Militäradministration.

Zunächst musste das schwere Erbe überwunden werden, das die faschistische Herrschaft hinterlassen hatte. Vielen Deutschen wurde erst jetzt, unmittelbar nach Kriegsende, die furchtbare Lage bewusst, in die sie der deutsche Imperialismus gebracht hatte. Deutschland war in seine größte Katastrophe gestürzt und in seiner Entwicklung um Jahrzehnte zurückgeworfen worden. In der ganzen Welt war sein Name mit Schimpf und Schande befleckt, waren doch die grausamen Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit im Namen des deutschen Volkes geschehen. Millionen Deutsche hatten die Macht- und Eroberungsgelüste des deutschen Monopolkapitals, der Junker und Militaristen mit ihrem Leben bezahlen müssen.

Die Rüstung und der II. Weltkrieg hatten die Wirtschaft Deutschlands zerrüttet und die Währung zerstört. Unzählige Produktionsanlagen waren vernichtet oder funktionsunfähig. Nahezu 30 Prozent des städtischen Wohnraumes waren dem Krieg zum Opfer gefallen. In den Großstädten betrug der Anteil der schwer beschädigten oder restlos zerstörten Wohnungen sogar durchschnittlich 50 Prozent. Hunderttausende Menschen irrten obdachlos umher.

 

Das Zentrum Dresdens nach Kriegsende
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 

Der Mangel an den notwendigsten Lebensmitteln und Industriewaren, an Gas und Elektrizität und an medizinischer Versorgung schufen eine Situation, in der die Überlebenden des II. Weltkrieges Opfer des Hungers und der allgemeinen Not zu werden drohten. In Berlin existierten im Sommer 1945 von 33 000 Krankenbetten aus der Vorkriegszeit noch 8 500, von 6 500 Ärzten noch 2 400. Kranke mussten von ihren Angehörigen auf Tragbahren, Tote auf Handwagen befördert werden. In Dresden starben von 100 Neugeborenen 73.

Auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone war das Ausmaß der Schäden besonders groß. Faschistische Truppen hatten der vorrückenden Sowjetarmee einen militärisch zwar sinnlosen, aber erbitterten Widerstand entgegengesetzt, während anglo-amerikanische Truppen große Teile im Westen Deutschlands fast kampflos einnehmen konnten. Ohne militärische Notwendigkeit wurden viele versorgungswichtige Einrichtungen zerstört oder funktionsunfähig gemacht. Der Sowjetarmee sollte nur „verbrannte Erde“ hinterlassen werden.

Nicht weniger, als das materielle Elend wog das geistige Erbe des Faschismus. Wann auch der deutsche Imperialismus militärisch geschlagen war, so wirkte die faschistische Ideologie zunächst weiter. Antikommunismus, Antisowjetismus, Rassenvorurteile und nationale Überheblichkeit gegenüber anderen Völkern bestimmten das Denken vieler Deutscher auch nach Beendigung des Krieges. So erleichtert die Menschen über das Ende des Krieges waren, so tief war bei den meisten von ihnen die Erschütterung, als sie sich der verheerenden Lage bewusst zu werden begannen, die Krieg und Faschismus hinterlassen hatten. Große Teile des deutschen Volkes sahen der Zukunft voller Angst entgegen; ihnen erschien der Untergang im Chaos unvermeidlich. Nur die fortschrittlichsten Menschen erkannten im Sieg der Sowjetarmee eine Befreiungstat von geschichtlicher Bedeutung.

Die Befreiung vom Faschismus eröffnete dem deutschen Volk die Möglichkeit, sich für immer der Monopolkapitalisten und Junker zu entledigen und den Weg zu Demokratie und Sozialismus zu beschreiten. Diese historische Chance wurde durch die Tatsache begünstigt, dass sich die Sowjetunion in ihrer Haltung gegenüber dem deutschen Volk von sozialistischen Prinzipien leiten ließ. Die UdSSR sah ihre Befreiungsmission sowohl in der konsequenten Politik zur Vernichtung des deutschen Faschismus und Militarismus als auch in der Unterstützung der demokratischen Kräfte des deutschen Volkes, insbesondere der Arbeiterklasse, bei der Umgestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Die UdSSR war deshalb bemüht, einen einheitlichen, friedliebenden deutschen Staat zu schaffen. Die sowjetische Besatzungsmacht gab, um dieses Ziel zu erreichen, den deutschen Antifaschisten umfassende materielle und ideelle Hilfe.

Noch überwogen Resignation und Hoffnungslosigkeit. Doch nicht alle Menschen verharrten im Pessimismus. Unmittelbar nach der Befreiung stellten sich klassenbewusste Arbeiter – Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter (In der DDR ist die Sprache nicht gegendert worden. Der Einfachheit halbe verzichte ich hier auch darauf. Es versteht sich von selbst, dass stets Männer und Frauen gemeint sind.) – und antifaschistisch eingestellte Menschen aus andren Bevölkerungsschichten zur Verfügung. An ihrer Spitze standen diejenigen Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands, die aus den Konzentrationslagern befreit, aus der Illegalität aufgetaucht oder aus der Emigration zurückgekehrt waren. Als Aktivisten der ersten Stunde griffen sie tatkräftig zu und begannen mit der Überwindung der Kriegsfolgen. Sie fragten nicht nach Lohn für ihre Arbeit.

Mit bloßen Händen bargen sie aus den Trümmern Maschinen und Rohstoffe. Die Aktivisten der ersten Stunde brachten die Produktion notdürftig in Gang. Sie kümmerten sich darum, dass Kraftwerke und andere lebenswichtige Einrichtungen wieder funktionierten. Sie suchten Kontakt zu den Besatzungsorganen (-institutionen).

Anfang Mai 1945 begaben sich Gruppen von Beauftragten des Zentralkomitees der KPD aus der Sowjetunion in die von der Sowjetarmee befreiten Gebiete Deutschlands. Sie wurden von bewährten Funktionären des Zentralkomitees geführt. So stand die Berliner Gruppe unter der Leitung Walter Ubrichts, in Sachsen wirkten Hermann Matern und Kurt Fischer unter der Leitung Anton Ackermanns. Diese Initiativgruppen arbeiteten eng mit den Truppenführungen der sowjetischen Armee zusammen und unterstützten sie bei der Bewältigung der dringendsten Aufgaben. Sie nahmen gemeinsam mit den sowjetischen Organen (Institutionen) den Kampf gegen den Hunger, die Obdachlosigkeit, gegen die katastrophalen Verkehrs- und Versorgungsschwierigkeiten auf. Sie stellten die Verbindung zu den aus der Illegalität hervortretenden Parteiorganisationen, zu Sozialdemokraten und bürgerlichen Demokraten her.

Beispielhaft für die gesamte sowjetische Besatzungszone wirkte die Beauftragtengruppe in Berlin. Sie stellte in kurzer Zeit Verbindung zu den Antifaschisten und Hitlergegnern verschiedener politischen Richtungen her und schuf mit ihnen gemeinsam in allen Berliner Stadtbezirken neue, demokratische Selbstverwaltungsorgane(-institutionen). Bereits am 19. Mai 1945 trat der erste demokratische Magistrat von Groß-Berlin zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Ihm gehörten Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter und antifaschistische bürgerliche Politiker an. Der parteilose Demokrat Dr. Arthur Werner wurde vom ersten sowjetischen Stadtkommandanten, Generaloberst Bersarin, als Oberbürgermeister bestätigt und in sein Amt eingeführt.

So wie in Berlin sahen die sowjetischen Behörden in allen Ländern und Provinzen der sowjetischen Besatzungszone in den deutschen Antifaschisten die berufenen Vertreter des deutschen Volkes. Ihnen übertrugen die Orts- und Kreiskommandanten der Sowjetarmee die Verantwortung als Bürgermeister, Gemeindevorsteher oder Landräte. Die SMAD erkannte die demokratischen Selbstverwaltungen als einzige deutsche Machtorgane (-instiutionen) an und war bestrebt, deren Befugnisse zu erweitern.

Die neugegründeten demokratischen Verwaltungen mussten vor allem den Kampf gegen die Hungersnot organisieren. In vielen Orten der sowjetischen Besatzungszone, besonders in den Großstädten, war die Lebensmittelversorgung gefährdet; in Berlin und Dresden war sie völlig unterbrochen. Die Mehrheit der Menschen glaubte damals nicht, dass die erste Hilfe von der Sowjetunion kommen würde. Schon am 9. Mai 1945 traf der Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der UdSSR, Mikojan, in Berlin ein, um die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
Aus den Feldküchen sowjetischer Truppen wird in den ersten Maitagen 1945 Essen an die Berliner Bevölkerung ausgegeben
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 

In allen Städten und Kreisen setzten sich die sowjetischen Militärkommandanturen dafür ein, eine geregelte Versorgung zu organisieren, den Verkehr wieder in Gang zu bringen und damit die schlimmste Not zu bannen. Am 5. Juni 1945 stellte die Berliner Zeitung fest, dass die Berliner bereits etwas mehr zu essen hatten als in den letzten Kriegswochen. So erhielt die vom Faschismus befreite deutsche Bevölkerung den ersten praktischen Anschauungsunterricht darüber, dass die Sowjetarmee nicht als Eroberer, sondern als Befreier und Helfer nach Deutschland gekommen war.

Bereits einen Monat nach der bedingungslosen Kapitulation des deutschen Imperialismus erließ die SMAD am 10. Juni 1945 den Befehl Nr. 2, der die Tätigkeit antifaschistisch-demokratischer Organisationen erlaubte. Voraussetzung für deren politisches Wirken war ihre Absicht, sich die endgültige Ausrottung der Reste des Faschismus und die Festigung der demokratischen Grundlagen und Freiheiten zum Ziel zu setzen. Der Befehl Nr. 2 bewies das große Vertrauen, das die Sowjetunion den demokratischen Kräften des deutschen Volkes entgegenbrachte.

Als erste Partei trat die KPD an die Öffentlichkeit und nahm nach jahrelanger Verfolgung wieder ihre legale Tätigkeit auf. Auch die SPD begann, ihre Organisationen neu aufzubauen. In Berlin konstituierte sich der Zentralausschuss der SPD, an dessen Spitze Otto Grotewohl trat.

Ebenfalls im Juni 1945 rief ein vorbereiteter Gewerkschaftsausschuss, der auf Initiative kommunistischer Gewerkschafter gegründet worden war, zur Bildung neuer, freier Gewerkschaften auf. Daraus entstand der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB). Er stützte sich auf die zu entwickelnde Aktionseinheit zwischen den beiden Arbeiterparteien und konnte die Zersplitterung in der sowjetischen Besatzungszone überwinden.

Ende Juni und Anfang Juli 1945 wurden in der sowjetischen Besatzungszone zwei bürgerlich-demokratische Parteien gegründet: die Christlich-Demokratische Union (CDU) und die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD).

 

Plakat der Gewerkschaften aus dem Jahre 1945
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 

In beiden Parteien wirkten starke antifaschistisch-demokratische Kräfte, die ehrlich um eine Zusammenarbeit mit den Arbeiterparteien bemüht waren. Von ihnen erwarben sich besonders Wilhelm Külz (LDPD) und Otto Nuschke (CDU) große Verdienste beim demokratischen Neuaufbau.

KPD und SPD knüpften an die gemeinsamen Interessen aller Antifaschisten an, als am 14. Juli 1945 in Berlin auf ihre Initiative hin der Block der antifaschistisch-demokratischen Parteien gebildet wurde. An der konstituierenden Sitzung nahm auch der Vorsitzende der KPD, Wilhelm Pieck, teil, der inzwischen nach Deutschland zurückgekehrt war. Vertreter der vier Parteien unterzeichneten ein Kommuniqué, in dem sie sich zur Errichtung der von der KPD geforderten antifaschistisch demokratischen Ordnung und zur Bildung einer festen Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien bekannten.

In den westlichen Besatzungszonen unterbanden die Militärregierungen – getrieben vom imperialistischen Klasseninteresse – weitgehend jede Initiative und Aktivität antifaschistisch-demokratischer Kräfte. Sie lösten antifaschistische Ausschüsse auf; es gab keine echte Zusammenarbeit zwischen Besatzungsbehörden, Antifaschisten und Demokraten. Parteien wurden nur auf Kreis- und Ortsebene zugelassen. Sie und die Gewerkschaften durften längere Zeit keine Zeitungen herausgeben. Die Aktionseinheit der Arbeiterklasse, die wichtigste Voraussetzung für demokratische Veränderungen, sollte durch diese Machenschaften der imperialistischen Besatzungsmächte verhindert werden.

 

 

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981, bearbeitet von Petra Reichel

Otto Nuschke

Otto Nuschke, am 23. Februar 1883 in Frohburg geboren und am 27. Dezember 1957 in Hennigsdorf verstorben, war ein deutscher Politiker, CDU-Vorsitzender in der Sowjetischen Besatzungszone und stellvertretender Ministerpräsident der DDR.

DDR 1983 Briefmarke 100. Geburtstag Otto Nuschke

Briefmarke zum 100. Geburtstag von Otto Nuschke (DDR 1983)

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Von Deutsche Post der DDR – inconnue, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Nuschke trat schon früh der linksliberalen Freisinnigen Vereinigung bei, deren Parteisekretär er 1906 im Regierungsbezirk Kassel wurde. Als sich die Vereinigung 1910 mit anderen linksliberalen Parteien zur Fortschrittlichen Volkspartei zusammenschloss, übernahm er diese Funktion auch in der neuen Partei. Bei der Reichstagswahl 1912 kandidierte er, auf Betreiben des bisherigen Abgeordneten Heinz Potthoff, im Wahlkreis Waldeck-Pyrmont, unterlag jedoch knapp dem antisemitischen Kandidaten Georg Vietmeyer. Nachdem die Wahl für ungültig erklärt wurde, verzichtete er zugunsten Friedrich Naumanns auf eine erneute Kandidatur.
1918 beteiligte er sich an der Gründung der DDP.
Nuschke gehörte 1919 der Weimarer Nationalversammlung an. Im Jahre 1921 wurde er zum Mitglied des Preußischen Landtages, dem er bis 1933 angehörte, gewählt.
In den 1920er Jahren war er zeitweise auch stellvertretender Reichsvorsitzender der Partei. Nuschke gehörte zu den Mitbegründern des republiktreuen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und wurde 1931 zum Generalsekretär der Deutschen Staatspartei, wie die DDP nun hieß, ernannt.

Otto Nuschke engagierte sich im Verband für internationale Verständigung, im Bund Deutscher Bodenreformer und der Deutschen Friedensgesellschaft. Nach der Machtübernahme der Faschisten bewirtschaftete er zunächst einen kleinen Hof in der Nähe von Berlin, den er aber auf politischen Druck hin aufgeben musste. Von den Attentätern des 20. Juli 1944 war er als Leiter des Rundfunks vorgesehen. Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs musste er untertauchen und überlebte bis Kriegsende in der Illegalität.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Otto Nuschke im Gegensatz zum Großteil der früheren DDP-Mitglieder nicht an der Gründung von LDPD bzw. FDP, sondern wurde 1945 Mitbegründer der CDU in der Sowjetischen Besatzungszone. Nach der Entlassung von Jakob Kaiser durch die SMAD wurde Otto Nuschke auf dem III. Parteitag der CDU im September 1948 zum Parteivorsitzenden bestimmt.

Bei den Landtagswahlen in der SBZ 1946 wurde Otto Nuschke Landtagsabgeordneter im Brandenburger Landtag und in Sachsen-Anhalt, was damals möglich war. Außerdem gehörte er dem Kreistag des Osthavellandes an. Im März 1948 wurde er gemeinsam mit Wilhelm Pieck (SED) und Wilhelm Külz (LDPD) Vorsitzender des Deutschen Volksrates, der die Verfassung der DDR ausarbeitete. Im Jahre 1949 wurde er zunächst Mitglied der Provisorischen Volkskammer der DDR und gehörte anschließend bis zu seinem Tode der Volkskammer an.

Im April 1949 war Otto Nuschke Sprecher der deutschen Delegation, die am Gründungskongress der Weltfriedensbewegung in Paris teilnahm.

Otto Nuschke setzte sich in den 1950er Jahren für die Normalisierung der kirchlich-staatlichen Beziehungen in der DDR ein und führte dazu intensive Verhandlungen. Er besuchte auf Einladung des Kirchentagspräsidenten D. Dr. Reinold von Thadden-Trieglaff den gesamtdeutschen Kirchentag in Frankfurt am Main 1956. Aufgrund der veränderten politische Situation gab es nun seitens der DDR-Regierung den Kurswechsel von „Deutsche an einen Tisch“ zur Forderung nach Anerkennung der DDR als souveräner Staat. Dies führte zu Differenzen und zur Polemik , wobei Nuschkes Auftreten in der Arbeitsgruppe 3 von der CDU der DDR als „kämpferisch“ bezeichnet wurde. Bereits 1951 war Otto Nuschke Besucher des Berliner Kirchentages, der unter der Losung stand: „Wir sind doch Brüder“, zusammen mit Wilhelm Pieck und äußerte sich dort zu kirchenpolitischen Fragen. Am 6. August 1956 empfing Otto Nuschke als Parteivorsitzender der CDU der DDR eine Delegation der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Synodale aus den Landeskirchen in der DDR angehörten, und erörterte mit ihr vor allem die „Auswirkungen der allgemeinen Wehrpflicht in der BRD und die Prinzipien der Werbung von Freiwilligen für die NVA.

Frankfurt/Main, Evang. Kirchentag, Otto Nuschke

Otto Nuschke auf dem Evangelischen Kirchentag 1956

 

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Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F003810-0001 / Steiner, Egon / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Am 17 Juni 1953, der damals versuchten Konterrevolution in der DDR, welche die offizielle Geschichtsschreibung als „Volksaufstand“ verkauft, wurde Otto Nuschke von einigen Akteuren erkannt und nach Westberlin gebracht. Dort hatte man ihn der Polizei übergeben. Nach 36 Stunden wurde er freigelassen. In einem Interview mit dem Hetzsender RIAS bekannte Otto Nuschke sich zu seinem Staat DDR. (siehe historisches Titelblatt der „Rhein-Zeitung“)

Nuschke entführt (17.06.1953)

„Rhein-Zeitung“ 17.06.1953

 

Otto Nuschke war von 1949 bis zu seinem Tode stellvertretender Ministerpräsident der DDR.

Grab Otto Nuschke

Grab von Otto Nuschke auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin 

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CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Otto-Nuschke-Denkmal

Otto-Nuschke-Denkmal in dessen Geburtsstadt Frohburg

Bildquelle:Von Leppus – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Im Jahre 1958 wurde die Jägerstraße in Berlin-Mitte in Otto-Nuschke-Straße umbenannt; deren Rückbenennung erfolgte 1991. Weiterhin waren das dort, an der Ecke Charlottenstraße, befindliche vormalige Haus der CDU-Zentrale der DDR(Otto-Nuschke-Haus) sowie die Zentrale Schulungsstätte der CDU in Burgscheidungen nach Otto Nuschke benannt.
Die CDU der DDR stiftete nach seinem Tod das „Otto-Nuschke-Ehrenzeichen“ in den Rängen Gold, Silber und Bronze, das als höchste Auszeichnung der Partei an verdienstvolle Mitglieder vergeben wurde.

Otto-Nuschke-Ehrenzeichen in Bronze

Otto-Nuschke-Ehrenzeichen in Bronze

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Von BrThomas in der Wikipedia auf Deutsch, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Christlich Demokratische Union Deutschlands(DDR) (kurz CDU)

Die überkonfessionelle Partei Christlich-Demokratische Union Deutschlands(CDU), wurde auch in der alten BRD, sowie auch heute, kurz Ost-CDU genannt, um sie von der gleichnamigen Partei in der alten BRD, bzw. der heutigen CDU zu unterscheiden.

CDU-Logo DDR

CDU(DDR)-Logo

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DDR-Geschichte.de, Bild ist entsprechend verlinkt

Die CDU wurde am 26. Juni 1945 in Berlin gegründet. In dieser Partei waren Christen vertreten, die sich mit der Arbeiterklasse verbündeten Christen zusammenschlossen, um aus christlicher Verantwortung für das Wohl der Menschen und Gemeinschaft zu wirken. Darum beteilige sie sich an der Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft in der DDR, der Festigung der Freundschaft mit der Sowjetunion und der anderen damaligen sozialistischen Länder.

Parteibanner der CDU der DDR

Parteibanner der CDU der DDR

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Von Fornax – Günther: Politische Symbolik…, DER FLAGGENKURIER Nr. 11/2000, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

Reaktionäre haben versucht sich in die CDU einzuschleichen. Die SED fasste bereits 1949/50 entsprechende Beschlüsse, um die CDU von Reaktionären zu reinigen. 1950 musste der sächsische CDU-Vorsitzende Hugo Hickmann zurücktreten. Auch andere damalige Landesminister wurden ausgeschaltet. Einige CDU-Mitglieder wurden verhaftet, weil sie gegen die DDR agierten. Andere flüchteten aus der DDR und agierten dann im Ostbüro der CDU. Dieses wurde von Westberlin, bzw. der BRD aus, unterhalten. Nach der Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalls verlor das Ostbüro der CDU seine Bedeutung.

Auf ihrem 6. Parteitag im Oktober 1952 erkannte die CDU die führende Rolle der SED an.

Die Mitglieder der CDU legten ihrem Handeln gesellschaftliche Konsequenzen christlicher Ethik, vor allem die Friedens- und Nächstenliebe, zugrunde. Die Bündnispolitik der Partei der Arbeiterklasse, der SED, ermöglichte es den christlichen Demokraten, gemeinsam für die Grundinteressen der verbündeten Klassen und Schichten(heute würde man sagen ihrer Klientel) zu wirken und ihre Aktivitäten auf das Wohl des Volkes zu orientieren.

Die CDU war eine Partei des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus, die in Gemeinschaft mit allen demokratischen Kräften im Demokratischen Block der Parteien und Massenorganisationen und in der Nationalen Front der DDR die Politik des sozialistischen Staates mit verantwortete und verwirklichte.

Berlin, 2. CDU-Parteitag, Staatsoper

2. Parteitag in der sowjetisch besetzten Zone in der Berliner Staatsoper, 8. September 1947

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Von Bundesarchiv, Bild 183-S76995 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Erfurt, 11. CDU-Parteitag, Eröffnung

Zentralbild – Nl-At. 30.9.1964 11. Parteitag der CDU in Erfurt eröffnet. In der festlich geschmückten Erfurter Thüringenhalle wurde am Vormittag des 30.9.1964 der 11. Parteitag der Christlich-demokratischen Union eröffnet. UBz. Übersicht mit Blick auf das Präsidium des Parteitages.

11. Parteitag der CDU in Erfurt, 1964

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Von Bundesarchiv, Bild 183-C0930-0026-001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Dresden, 15. CDU-Parteitag, Eröffnung

ADN-ZB/Reiche 13.10.82 Dresden: 15. Parteitag der CDU eröffnet Herzliche Begrüßung von Paul Verner – 1300 Delegierte des 15. Parteitages der CDU erörtern auf dem dreitägigen Beratungen im Kulturpalast der Elbestadt den Bündnisbeitrag der Partei für die weitere Stärkung des Sozialismus und die Sicherung des Friedens. Rechts Gerold Götting, Vorsitzender der CDU. 2.v.r. Paul Verner, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED. 2.v.l. Wolfgang Heyl, stellvertretender Vorsitzender der CDU. Links der Vertreter der Russisch Orthoden Kirche, Exarch Erzbischof Melchisedek

Dresdner Parteitag 1982

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Von Bundesarchiv, Bild 183-1982-1013-101 / Reiche, Hartmut / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Dresden, 15. CDU-Parteitag

ADN-ZB Reiche-15.10.82-ri-Dresden: 15. CDU-Parteitag – Eine Delegation der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ entbot den Delegierten am letzten Beratungstag einen herzlichen Gruß. Der Parteivorsitzende Gerald Götting (r) und sein Stellvertreter Wolfgang Heyl (l) sowie die Mitglieder der CDU dankten mit herzlichem Beifall.“

15. Parteitag in Dresden, 1982

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Von Bundesarchiv, Bild 183-1982-1015-102 / Reiche, Hartmut / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Die CDU war in den Parlamenten, im Präsidium der Volkskammer, dem Staatsrat und Ministerrat vertreten. Auch in den Räten der Bezirke, Kreise und Gemeinden trugen CDU-Mitglieder politische Verantwortung. Auch in den Ausschüssen der Nationalen Front nahmen etwa 17000 Mitglieder Funktionen wahr.

Satzungsheft_der_DDR-CDU

Satzungsheft der CDU der DDR

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Von BrThomas – Privatarchiv BrThomas, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Otto-Nuschke-Haus (Charlottenstraße 53:54), Zentrale der Ost-CDU, gebaut 1981-85

Otto-Nuschke-Haus

Otto-Nuschke-Haus (Charlottenstraße 53/54), Zentrale der CDU der DDR, gebaut 1981-85

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Von Gryffindor – Eigenes Werk. I release it into the public domain. Gryffindor 16:19, 6 February 2006 (UTC), Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

Auf ihrem Sonderparteitag am 15./16. Dezember 1989 bekannte die DDR-CDU sich – entgegen ihren bisherigen langjährigen Bekenntnissen als „Partei des Sozialismus“ und Blockpartei nun in Übereinstimmung mit der CDU der BRD – zur Marktwirtschaft, also dem Kapitalismus und zur „Einheit der Nation“, was nichts anderes heißt, als zur Annexion der DDR durch die BRD.

Berlin, CDU-Sonderparteitag

CDU-Sonderparteitag  in Berlin/DDR im Dezember 1989

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Von Bundesarchiv, Bild 183-1989-1215-030 / Reiche, Hartmut / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Unter ihrem am 10. November 1989 neu gewählten Vorsitzenden Lothar de Maizière ging sie bei der Wahl zur letzten Volkskammer 1990 in der „Allianz für Deutschland“ zusammen mit dem Demokratischen Aufbruch (DA) und der Deutschen Sozialen Union (DSU) als Wahlsieger (zusammen 48 %) hervor. Die CDU erreichte 40,8 % der Stimmen und damit 163 der 400 Sitze in der Volkskammer. In den Bezirken Erfurt (56,3 %) und Suhl (50,6 %) erreichte sie die absolute Stimmenmehrheit. Am schwächsten schnitt sie in Berlin mit 18,3 % ab.

De Maizière wurde zum Ministerpräsidenten der DDR gewählt und bildete mit der SPD, dem Bund Freier Demokraten und den Allianz-Partnern DSU und DA eine große Koalition. Mit Sabine Bergmann-Pohl stellte die CDU die letzte Präsidentin der Volkskammer und damit das letzte Staatsoberhaupt der Deutschen Demokratischen Republik. Am 01. und 02. Oktober 1990 vereinigte sich die Partei mit ihrer Schwesterpartei, der CDU der BRD. Lothar de Maizière wurde erster stellvertretender CDU-Vorsitzender.

Nach der Konterrevolution wurden, entsprechend dem Vorbild der CDU der BRD, Vereinigungen, wie die Junge Union und Seniorenunion gegründet. Das war eine der Vorbereitungen und Anpassungen für das spätere Aufgehen in der CDU der BRD nach der Annexion der DDR.

Bei der Regelung des Vermögens wurde nach Annexion der DDR zwischen „rechtsstaatlich erworbenen“ und „nicht rechtsstaatlich erworbenen“ Vermögen unterschieden. Das ist total irreführend, hanebüchen und unlogisch, dass es den Rahmen dieses Beitrages sprengen würde näher darauf einzugehen. Die CDU verzichtete so auf einen Teil des Vermögens aus der mit ihr aufgegangenen CDU der DDR und der DBD.

siehe Wikipedia und Wörterbuch der Geschichte, DDR 1984

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Wörterbuch der Geschichte zur CDU (DDR)

 

 

Die Volkskammerpräsidenten/Gerald Götting

Präsidenten der Volkskammer 2

Tabelle: Wikipedia

Gerald Götting wurde am 09.Juni 1923 in Nietleben, Saalkreis, Provinz Sachsen, Preußen geboren.

ADN-ZB Settnik 8.6.1989 Berlin: Volkskammer  Gerald Götting, Stellvertreter des Präsidenten der Volkskammer, ergriff das Wort zur 9. Tagung der Volkskammer der DDR.

ADN-ZB Settnik 8.6.1989 Berlin: Volkskammer
Gerald Götting, Stellvertreter des Präsidenten der Volkskammer, ergriff das Wort zur 9. Tagung der Volkskammer der DDR.

Gerald Götting 1989

Bildquelle: „Bundesarchiv Bild 183-1989-0608-024, Gerald Götting“ von Bundesarchiv, Bild 183-1989-0608-024 / Settnik, Bernd / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons –  Bild ist entsprechend verlinkt

Gerald Götting beendete seinen Schulbesuch mit dem Abitur. Von Ende 1941 bis Anfang 1942 war er beim Reichsarbeitsdienst, dann bei der Nachrichtentruppe der Luftwaffe (letzter Dienstgrad: Obergefreiter) Anfang Mai 1945 konnte er sich aus dem damaligen Protektorat Böhmen und Mähren zunächst der Gefangennahme durch die Rote Armee entziehen und ging nach Hause. Im Juni kam er dort doch noch kurz in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Im Januar 1946 trat Götting der CDU bei. Er studierte von 1947 bis 1949 ohne akademischen Abschluss an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Philologie, Germanistik und Geschichte. Götting war von 1949 bis 1966 als Nachfolger von Georg Dertinger Generalsekretär und bis 1989 als Nachfolger von August Bach Vorsitzender der CDU.

Von 1949 bis März 1990 war Götting Abgeordneter der Volkskammer: bis 1958 als Vizepräsident und stellvertretender Präsident, bis 1963 als Vorsitzender der CDU-Fraktion, bis 1969 als Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, bis 1976 in Nachfolge von Johannes Dieckmann  als Präsident und bis 1989 als stellvertretender Präsident. Ab 1975 war er außerdem Präsident der Liga für Völkerfreundschaft, dem Verband der Freundschaftsgesellschaften der DDR. Götting bekleidete ab Dezember 1971 bis 1989 die Funktion eines Vizepräsidenten des 1970 in Berlin gegründeten DDR-Komitee für europäische Sicherheit, das im Januar 1974 in DDR-Komitee für Europäische Sicherheit und Zusammenarbeit umbenannt wurde.

Außerdem war Götting von 1960 bis 1989 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Verteidigung und von 1960 bis 1989 stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates der DDR. 1961 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden (Ehrenspange).

Während der Konterrevolution trat Götting am 02. November 1989 als CDU-Vorsitzender zurück. Am 07. November 1989 wurde er aus dem Staatsrat abberufen. Im Februar 1991 wurde Gerald Götting aus der CDU ausgeschlossen. Im Juli 1991 wurde er wegen der Veruntreuung von Parteigeldern zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt.

Gerald Götting war Mitarbeiter des Berliner Alternativen Geschichtsforums.

Götting soll seit 1953 inoffizieller Mitarbeiter des MfS(Ministerium für Staatssicherheit) gewesen sein und seit 1951 für den KGB(sowjetischer Geheimdienst) gearbeitet haben. Er wurde allerdings auch selbst vom MfS überwacht.

Gerald Götting ist am 19. Mai 2015 nach schwerer Krankheit gestorben.

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