Kommunismus und Glaubensfrage

Gastbeitrag von Marcel Schmidt

Kommunisten sind die wahren Christen

Aufgrund eines neuerlichen Konfliktes mit Marina Thomas*(Name aus Datenschutzgründen geändert)im Bezug auf meine Beiträge „Sozialismus und Glaubensfrage I bis III“ und Ihrer Haltung allgemein, sah ich mich gezwungen diesen Beitrag zu verfassen.

Nun ja, eigentlich war diese Auseinandersetzung, an der auch andere aus der Gruppe(Facebookgruppe „DDR, ein Meilenstein der Geschichte“) teilnahmen nicht der Auslöser, sondern lediglich der berühmte letzte Tropfen. Die Gründe sind auch bei Ihrer Einstellung und der Haltung ihrerseits zu uns gegenüber zu suchen. Denn daraus resultierten auch ihre Kommentare.                                                                                    Andere Gründe für diesen Beitrag, den ich bewusst den Namen „Kommunismus und Glaubensfrage“ statt „Sozialismus und Glaubensfrage“ gebe und ihn mit der Zwischenüberschrift versehen habe, finden sich auch in den historischen Tatsachen wieder, mit denen ich mich auch schon des Öfteren mit anderen Genossen unterhalten habe.

Einige sagten ja auch schon, dass Jesus Christus Kommunist war.                                      Gut, gehen wir der Aussage mal auf den Grund aber beobachten wir auch, wie sich das im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat und – was viel entscheidender ist – WER für die jeweilige Entwicklung verantwortlich war.                                                                         Zunächst mal ist die Aussage richtig. Denn auch Karl Marx schöpfte ja auch Wissen aus der Bibel, da Jesus Christus nicht nur eine klassenlose Gesellschaft wollte, sondern sie auch praktizieren konnte

Seine Feinde wollten das aber nicht und haben ihn deswegen nach dem Leben getrachtet und schließlich auch ermordet.

Wer waren seine Feinde?

Es waren zum größten Teil diejenigen, die die Kirche aufbauten und dann die Macht und Gewalt übernahmen. Bei Art der Ausübung dieser Macht fallen mir die Kreuzzüge und Hexenverbrennungen ein sowie diverse heilige Kriege als auch Unterdrückung. Und das eigentlich bis zum heutigen Tage! Selbst zur Zeit des Hitlerfaschismus hatte die Kirche ja in Teilen zumindest sich positiv zum Euthanasieprogramm der Faschisten geäußert und teilweise auch an Völkermorden wie zum Beispiel an den Juden. Es gab zwischen den Mord an Jesus Christus und dem Hitlerfaschismus noch zahlreiche Verbrechen im Zeichen des Kreuzes, alle aufzuzählen würde zulange dauern und das habe ich auch in der Gruppe schon in anderen Beiträgen getan.

Die Sache ist aber die, dass nach dem Tod von Jesus die Herrscher der Kirche ihre Taten NIEMALS als „Gegenpart“ zum eigentlichen Ziel Jesus Christus ausgaben, sondern IMMER so taten, als würden sie in seinem Namen handeln, was sie aber nie taten.

Und nun komme ich zum anderen Blickwinkel und der Frage, wie WIR, also wir Kommunisten damit umgingen. Um das zu erläutern gibt es auch einige Beispiel, aber um das mal zusammen zu fassen, hat sich nicht jeder die Vorgehensweise dieser Sekte, die sich Kirche nennt gefallen lassen, und sind auch oftmals in Scharen dagegen vorgegangen. Auch das war zu allen Zeiten so. Thomas Müntzer ist hier auch als Beispiel und Vorbild zu nennen. Er handelte tatsächlich wegen der Ideale Jesus und wehrte sich gegen die Herrschergewalt, was ihn ja auch das Leben kostete, wie auch einigen Wissenschaftlern wie z.B. Galileo oder Kopernikus.

Marx selber schöpfte ja Wissen aus der Bibel. Und, um es mal ganz einfach zu erklären: Auch auf Grundlage der Ideale Jesus Christus´ entstand auch die DDR. Natürlich konnte sie noch keine klassenlose Gesellschaft sein sondern die Punkte mussten in einer Diktatur des Proletariats ihren Platz finden. Die DDR war ja auch sozialistisch und nicht kommunistisch, aber sie hat auf den Kommunismus hin gearbeitet und das wird auch heute noch getan. Das ist auch eine logische Erklärung dafür, dass es im gesamten sozialistischen Lager keine Arbeits- und Obdachlosigkeit gab, und sich keiner Sorgen wegen seiner Zukunft machen musste. Niedrige Kriminalitätsrate, niedrige Miet- und Lebensmittelkosten gehören auch dazu. Was das Volk erwirtschaftete, kam auch dem Volk zu Gute.

Und – liebe Marina Thomas* – WER war jetzt zuerst da? Und was von meinen gerade aufgezählten Dingen wollte Jesus Christus nicht?

Alles im allen, kann ich die Aussage: „Jesus Christus war Kommunist“ nur im vollen Umfang bestätigen und auch die Erkenntnis:

Wir Kommunisten sind die wahren Christen!

siehe

Sozialismus und Glaubensfrage

Sozialismus und Glaubensfrage II

Sozialismus und Glaubensfrage III

 

 

 

Abschied von Erich Mielke

Der Vermerk über das Entlassungsgespräch mit Erich Mielke ist auf den 24. November 1989 datiert. Da war aus dem MfS bereits das Amt für Nationale Sicherheit geworden

Erich Mielke war am 18. November 1989 entlassen worden. Die genauen Formalien seiner Entlassung im Zusammenhang mit der Bildung des Amtes für Nationale Sicherheit, kann man dem Dokument entnehmen.

Erich Mielke wurde am 24.11. 1989 mitgeteilt:

  • Ab 18.11.1989 wird die Zahlung der Dienstbezüge als Minister eingestellt. Da durch die Abteilung Finanzen die Zahlung des Monatsgehalts für November bis 30.11.1989 angewiesen war, wird die Differenz durch die Abteilung Finanzen im Zusammenhang mit der Zahlung und Übergangsgebührnissen und Treuegeld für das vollendete 44. Dienstjahr verrechnet.
  • Mit dem beabsichtigten Umzug nach Hohenschönhausen wird die WTSch-Verbindung(Sondertelefonanschluss für hohe Politiker in der den sozialistischen Ländern)abgebaut. In seiner neuen Wohnung behält Erich Mielke einen MfS-Apparat und einen Amtsapparat. (Diese Sondertelefonacnschlüsse hatte man ihm gelassen.)
  • Der Dienstausweis und persönliche Berechtigungsdokumente wie „Freie Fahrt“ und andere werden über Generalmajor Carlson eingezogen und abgegeben.
  • Erich Mielke bleibt persönlicher Waffenträger und behält seine Dienstpistole „Sauer und Sohn“, Nr. 14382, Kal. 635 mit sieben Schuss.(Ist mit einem Fragezeichen versehen. Vielleicht können Waffenexperten da was zu sagen.) Alle anderen Dienstwaffen sowie Jagdwaffen, die Eigentum des MfS sind((Da wird noch vom MfS geschrieben.), sind einzuziehen. Über den Verbleib weiterer Waffen erfolgt eine nochmalige Abstimmung von Erich Mielke mit dem Stellvertreter des Leiters der Abteilung BCD, Oberst Dreßler.
  • Erich Mielke beabsichtigt, sich im neuen Wohngebiet in der SED-WPO(Wohngebietsorganisation)anzumelden.
  • Im Interesse der persönlichen Sicherheit von Erich Mielke werden bis zum Umzug eingesetzt: 2 persönliche Begleiter, 2 Kraftfahrer und 2 PKW Lada. Im neuen Wohngebiet erfolgt die Sicherung mit vollzogenem Umzug mit einem Begleitet und einem Kraftfahrer. Außerdem wird ihm von diesem Zeitpunkt an ein PKW Lada zur Verfügung gestellt. (Diese Sicherheitsvorkehrungen wurden mit Egon Krenz abgestimmt.)

 

  • Erich Mielke wurde freigestellt, eine oder zwei Haushälterinnen zu beschäftigen, die ab Januar 1990 zu bezahlen sind. Die Bezahlung erfolgt an die Abteilung Finanzen/MfS(soll sicher heißen über die Abteilung Finanzen/MfS). (Bis dahin war ja alles obsolet.)

 

 

  • Die Betreuung von Erich Mielke ist durch Generalmajor Carlson vorzunehmen.

 

Erich Mielke teilte Wolfgang Schwanitz mit

  • Dass er bis zum 30.11.1989 vom Zentralen Medizinischen Dienst krankgeschrieben wurde.

 

  • Dass  er in seinen Diensträumen befindliches Schriftmaterial an die zuständigen Diensteinheiten übergeben hat, so dass an Wolfgang Schwanitz keine Unterlagen übergeben wurden.

 

Wolfgang Schwanitz war der Nachfolger von Erich Mielke.


 

Nach der Annexion der DDR eröffnete das Landgericht Berlin im November 1991 das Hauptverfahren gegen Mielke wegen der „Bülowplatzsache“. Mielke wurde des Mordes angeklagt. Die vom Februar 1992 bis zum 26. Oktober 1993 geführte Verhandlung endete mit seiner Verurteilung wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Ende 1995 wurde Mielke, nachdem er insgesamt mehr als zwei Drittel der sechs Jahre verbüßt hatte, im Alter von 88 Jahren auf Bewährung entlassen.

Mielke starb am 21. Mai 2000 in einem Altenpflegeheim in Berlin-Neu-Hohenschönhausen. Nach seiner Einäscherung im Krematorium Meißen fand er am 6. Juni auf eigenen Wunsch seine letzte Ruhestätte in einem namenlosen Urnengrab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.


 

entnommen aus der MfS Mediathek, bearbeitet von Petra Reichel

 

Dokument

Abschied von Erich Mielke

 

Hans-Jürgen Fischbeck

Hans-Jürgen Fischbeck wurde am 18. Dezember 1938 in Tanganjika, heute Tansania geboren. Er ist ein deutscher Physiker und eine Figur der Konterrevolution in der DDR.

Dr. Hans-Jürgen Fischbeck

Hans-Jürgen Fischbeck  1990

 

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1990-0130-304 / Settnik, Bernd / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5425084

 

Hans-Jürgen Fischbeck studierte in Berlin Physik und arbeitete bis 1991 im Zentralinstitut für Elektronenphysik in Berlin, einem Forschungsinstitut der Akademie der Wissenschaften der DDR.

Seit 1977 war Fischbeck Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg. Er arbeitete in verschiedenen kirchlichen Initiativgruppen mit, die in Richtung Konterrevolution gingen.

Während der Konterrevolution in der DDR gehörte er zu den Mitbegründern der konterrevolutionären Gruppe „Demokratie Jetzt“ und war Mitglied des Sprecherrates.

Von 1990 bis 1992 war er Mitglied der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Berliner Abgeordnetenhaus.

Seit 1992 war Fischbeck Studienleiter an der Evangelischen Akademie in Mülheim an der Ruhr. Als Beiratsmitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler(VDW) sowie der „NaturwissenschaftlerInnen-Initiative Verantwortung für den Frieden“ war er für das Arbeitsgebiet Wissenschaftsethik, Wissenschaftstheorie und Wissenschaftspolitik verantwortlich.

2002 schloss er sich der Kommunität Grimnitz e.V. in Joachimstal an. Er ist Mitinitiator des Wissenschaftsrings Barnim-Uckermark.

Seit mehreren Jahren setzt er sich für eine neue, an christlichen Werten orientierte Wirtschaftsweise ein. Ach nee, sehr sinnig. Er hat doch mit für den Kapitalismus gekämpft. Was will er nun? Den dritten Weg? Als Wissenschaftler müsste er doch wissen, dass es keinen dritten Weg gibt. Auf jeden Fall ist das sozialistische Wirtschaftssystem den christlichen Werten näher, als das kapitalistische. Das hat die Mehrheit der Kirchenvertretungen in der DDR aber anders gesehen und hat das Rad der Geschichte entscheidend in Richtung Konterrevolution zurück zum Kapitalismus angestoßen.

1997 wurde Hans-Jürgen Fischbeck mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Na, das passt doch. Schließlich war Fischbeck Beitragender zum Sieg der Konterrevolution und der Annexion der DDR durch die BRD am 03.10.1990.

 

entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Über die Massenaktion zur Ausschleusung von Bürgerinnen und Bürgern der DDR aus Ungarn

Das Dokument des MfS trägt das Datum des 11. September 1989

In den späten Abendstunden des 10.09.1989 begann in Ungarn die Massenaktion zur Ausschleusung von Bürgerinnen und Bürgern der DDR, die sich in Flüchtlingslagern und an anderen Orten in Ungarn aufgehalten hatten.

Ungarn erteilte zu diesem Zweck am 08.09. 1989 der DDR offiziell mit, dass die Artikel 6 und 8 des Abkommens über den visafreien Reiseverkehr vom 20. Juni 1969 sowie das dazugehörige Protokoll zeitweilig ausgesetzt werden und damit keine rechtlichen Hindernisse mehr bestehen, Bürgerinnen und Bürgern der DDR die Ausreise in Drittstaaten zu gestatten. Der Beginn der Aktion war für den 11.09.1989 um 0:00 Uhr angekündigt.

Nach dem MfS vorliegenden Erkenntnissen zufolge wurde die Aktion vom Außenministerium Ungarns geführt. Das Innenministerium  Ungarns wurde am 10.09.1989 in Bereitschaft versetzt, die Polizeibehörden zur Sicherung der Maßnahmen eingewiesen.

Der Außenminister Ungarns, Gyula Horn, brachte am 10.09.1989 gegen 19:00 Uhr in einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen amtlichen Erklärung zum Ausdruck, dass die Grenzorgane(-behörden, -institutionen)allen Bürgerinnen und Bürgern der DDR entsprechen ihren Wünschen Ausreisen aus Ungarn in Drittstaaten gestatten. Gyula Horn war eine wichtige Figur der Konterrevolution.

In den Budapester Lagern und im Lager Zanka/Balaton wurden durch die ungarischen Lagerleiter in den Vormittagsstunden des 10.09. 1989 der Beginn der Ausreisen für die Nacht vom 10. zum 11.09. 1989 offiziell bekanntgegeben. Entsprechend dieser erklärten Absicht der ungarischen Behörden erfolgte die Öffnung der Staatsgrenze.

Nach ungarischen Verlautbarungen soll es sich um ca. 7000 Bürgerinnen und Bürger der DDR handeln, die in den Lagern erfasst wurden und im Rahmen der Massenschleusungsaktion kurzfristig in Drittstaaten ausreisen.

Gegen 20:00 Uhr wurde in den Lagern bekanntgegeben, dass diejenigen Bürgerinnen und Bürger der DDR, die über eigene Kfz verfügen bzw. von Verwandten oder Bekannten in deren Kfz mitfahren wollen, sofort aus Ungarn ausreisen können. Generell erfolgte dabei die Orientierung, dass die Ausreise aus Ungarn sowohl mit Personaldokumenten der DDR, mit Reisepässen der BRD als auch Dokumenten des Roten Kreuzes möglich ist. In den Lagern wurden zu diesem Zeitpunkt weitere Reisepässe der BRD ausgestellt. Von dieser Möglichkeit zu Pässen zu kommen machten Personen regen Gebrauch, die sich im Lager aufhielten.

In den Lagern waren Listen ausgelegt, um Bürgerinnen und Bürger der DDR zu erfassen, die mit Bussen abtransportiert werden sollten. Nach den gegebenen Orientierungen sollten die ersten Busse am 11.09.1989 gegen 11:00 Uhr oder 13:00 Uhr aus den Lagern in Richtung Grenze abfahren.

Des weitern lagen Hinweise vor, denen zufolge ein Reisezug für die Abholung von Bürgerinnen und Bürgern der DDR bereitgestellt werden sollte.

Gleichfalls wurde damals erklärt, dass die bestehenden Lager weiter geöffnet bleiben. Mit der Aufnahme weiterer Bürgerinnen und Bürger der DDR wurde gerechnet. Gezielte Anfragen an das Lagerpersonal, bezüglich des vorgesehenen Abschlusses der Massenaktion zur Ausschleusung von Bürgerinnen und Bürgern der DDR, erbrachten, dass diese Maßnahmen so lange laufen würden, die Bürgerinnen und Bürger der DDR die Ausreise aus Ungarn in Drittstaaten wünschten. Angehörige des Lagerpersonals mutmaßten, dass sich weitere Bürgerinnen und Bürger der DDR in dieser Form ausschleusen lassen würden. (Nach groben Schätzungen der ungarischen Institutionen befanden sich zur damaligen Zeit ca. 60 000 Bürgerinnen und Bürger der DDR zu Privataufenthalten in Ungarn.)

Intern getroffene Feststellungen belegen, dass eine Vielzahl der in den Lagern zusammengefassten Bürgerinnen und Bürger der DDR am 10.09.1989 ab ca. 22:00 Uhr mit dem eigenen Kfz in Richtung Grenze abgefahren waren oder sich durch Bürgerinnen und Bürger der BRD sowie teilweise von Bürgerinnen und Bürgern Ungarns mit dem PKW abholen ließen. Mehrere Kamerateams filmten ihre Handlungen bis zum Verlassen der Lager.

Im Lagaer Zanka/Balaton soll es gegen 22:00 Uhr zur Zusammenstellung eines Fahrzeugkonvois aus DDR-PKW gekommen sein, in dem als  „Schlepper“ fungierende einzelne PKW aus der BRD eingegliedert wurden. Die ersten Fahrzeuge mit Bürgerinnen und Bürgern der DDR passierten am 11.09.1989 kurz nach 0:00 Uhr die Grenze zu Österreich. Zu diesem Zeitraum wurde festgestellt, dass ca. 70 bis 80% der Kfz mit Bürgerinnen und Bürgern der DDR die Lager verlassen hatten.

Vor dem Lager Zanka bezogen am 10.09.1989 gegen 22:45 Uhr Angehörige der ungarischen Polizei mit zwei Polizeifahrzeugen Posten und führten nachfolgend Kontrollen durch, um festzustellen, ob die  Fahrer/innen dort vorbeifahrender DDR-Kfz die Eigentümer dieser Kfz sind.

Gegen 1:00 Uhr des 11.09.1989 trat in den Lagern vorerst Ruhe ein. Es wurden nur noch vereinzelte Handlungen zu deren Verlassen festgestellt.

Die damals aktuelle Situation und die Konzentration von Bürgerinnen und Bürgern der DDR in Ungarn, die sich weigerten in die DDR zurückzukehren und auf eine Genehmigung der Ausreise aus Ungarn beharrten, entstand im Gefolge des Beitritts Ungarns zur UN-Flüchtlingskonvention mit Rechtskraft am 12. Juni 1989 und des demonstrativen und spektakulären Abbaus der Grenzsicherungsanlagen an der Staatsgrenze Ungarn/Österreich sowie der andauernden Hetz- und Verleumdungskampagne vor allem der BRD-Medien gegen die DDR. Solche permanenten Aktivitäten wie das „Pan-Europa-Picknick“ an der österreichisch-ungarischen Staatsgrenze mit der organisierten Massenflucht im August 1989(Schirmherren dafür waren I. Poczgay und Otto von Habsburg), die Einrichtung nichtstaatlicher Flüchtlingslager trugen dazu bei, die Situation im Zusammenhang mit „DDR-Flüchtlingen“ ständig anzuheizen. In ihrem massiven „Medienkrieg“ wurde Ungarn als Flucht- und Asylland angepriesen. Heute 30 Jahre danach führen die Medien die Kampagne im gleichen Stil weiter, damit keine guten Erinnerung an die DDR bleiben.

In Vorbereitung der großangelegten Massenschleusung, deren Auftakt bereits mit der rechtswidrigen Verbringung der Bürgerinnen und Bürger der DDR aus der Botschaft der BRD begann, ist enges Zusammenwirken zwischen der BRD und Ungarn sichtbar. Das wird durch folgende Fakten bewiesen:

 

  • Nach dem Blitzbesuch von Nemeth/Horn in Bonn wurden verstärkt Stimmen laut, wonach das „Flüchtlingsproblem“ in kürze einer Lösung zugeführt würde.

 

  • Seitens der BRD, insbesondere durch staatliche Organe(Behörden, Institutionen)des Bundes und verschiedener Bundesländer wurden massive Vorbereitungen für die Bewältigung des „Flüchtlingsstroms“ über Österreich in die BRD getroffen.

 

  • Das Auswärtige Amt der BRD und die Botschaft der BRD in Ungarn wirkten offiziell in den geschaffenen Flüchtlingslagern durch speziell dafür eingesetztes Personal, das mit Helferinnen und Helfern des Roten Kreuzes der BRD und Ungarns sowie des Malteser Hilfsdienstes zusammenarbeiteten. Für mehrere Tausend Bürgerinnen und Bürger der DDR wurden BRD-Reisepässe ausgestellt. Diese völkerrechtswidrige Praxis wurde fortgesetzt.

 

  • Streng intern wurde bekannt, dass das Auswärtige Amt in Bonn am 10.09.1989 einen leitenden Mitarbeiter nach Wien entsandte, um mit einem ranghohen Vertreter Österreichs zusammenzutreffen und um über „Einzelheiten einer mit Ungarn abgestimmten Lösung des Problems in den nächsten Tagen“ zu informieren.

 

  • Die Erklärung des Außenministers Horn vom 10.09.1989 im staatlichen ungarischen Fernsehen wurde mit Sendebeiträgen(Bildberichte)über die Vorkommnisse in der damals vergangenen Woche in Leipzig und Berlin eingeleitet, wonach in den Kommentierungen die von den BRD-Medien ausgestrahlten Argumente benutzt wurden.

 

 

Die Bemühungen der DDR, insbesondere über die Botschaft in Budapest, Einfluss auf die Bürgerinnen und Bürger der DDR zu gewinnen und sie- auf der Grundlage des bekannten Standpunktes und der konkreten Vorschläge gemäß der Erklärung des Außenministeriums  der DDR – zur Rückkehr in ihre Heimatorte zu veranlassen, bleiben im wesentlichen ohne Wirkung. (Aus Ungarn kehrten nur einzelne Bürgerinnen und Bürger in die DDR zurück.)

Ursache dafür war die pausenlose massive Beeinflussung der Bürgerinnen und Bürger der DDR durch die BRD-Medien und durch deutschsprachige ungarische Medien, obwohl letztere auch den DDR-Standpunkt publizierten. Dadurch wurden ständige Hoffnungen genährt und Überzeugungen gefestigt, es gäbe die Lösung einer direkten Ausreise aus Ungarn, das eine Einflussnahme durch die DDR außerordentlich erschwerte bzw. unmöglich machte.

Begünstigend war die neutralistische Haltung der Behörden und Institutionen Ungarns, die nicht offen und deutlich die DDR-Aktivitäten unterstützten und zugleich nichts unternahmen, die aus der anmaßenden „Obhutspflicht“ der BRD für Bürgerinnen und Bürger der DDR abgeleiteten völkerrechtswidrigen Aktivitäten der BRD zurückzuweisen bzw. zu unterbinden.

Dem DDR-Konsul wurde kein Schutz gewährt und es wurde zugelassen die konsularische Tätigkeit zu behindern. Die Aufnahme der Tätigkeit von Vertretern des Roten Kreuzes der DDR wurde verzögert und eingeschränkt. Diese Haltung der Behörden und der gesellschaftlichen Organisationen Ungarns machen deutlich, dass die Lösung durch eine Massenausschleusung bereits zum Konzept der ungarischen Regierung gehörte, das durch Außenminister Horn am 24.08.1989 in Berlin vorgetragen wurde und nur deshalb um eine Woche hinausgeschoben wurde, um der DDR scheinbar entgegenzukommen.

Diese Aktivitäten machen deutlich, dass es insbesondere im Hinblick auf die damals bevorstehenden innerstaatlichen Regelungen, die sich aus dem Beitritt Ungarns zur UN-Flüchtlingskonvention ergeben haben, zwingend erforderlich war, Überlegungen über Modalitäten zur künftigen Gestaltung des Reiseverkehrs nach Ungarn anzustellen. Faktisch war bereits zu diesem Zeitpunkt Ungarn kein sozialistisches Land mehr.

 

 

Dokument entnommen aus der MfS-Mediathek, bearbeitet und wiedergegeben von Petra Reichel

 

Info Auschleusung DDR-Bürger

 

 

Motive für legales und illegales Verlassen der DDR

Das Dokument des MfS trägt das Datum vom 09. September 1989 und war als „streng geheim“ eingestuft

In diesem Dokument sind die Hinweise für die Gründe für das legale und illegale Verlassen der DDR vieler Bürgerinnen und Bürger der DDR zusammengetragen worden.

In der Regel  sind die Menschen im Ergebnis eines längeren Prozesses zur Entwicklung bestimmter Auffassungen gekommen, die sich häufig verfestigt haben. Daraus zogen die Menschen dann entsprechende persönliche Schlussfolgerungen.  Es handelte sich um ein ganzes Bündel komplex wirkender Faktoren.

Es zeigte sich, dass diese Faktoren unter dem Einfluss der westlichen Propaganda und durch andere westliche Einflüsse- zunehmend über Rückverbindungen von ehemaligen Bürgerinnen und Bürgern der DDR, Besuchsaufenthalte von Bürgerinnen und Bürgern der DDR im westlichen Ausland, bzw. Besucherinnen und Besuchern aus dem westlichen Ausland in der DDR usw. – bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern der DDR resultierten aus diesen Faktoren Gründe/Anlässe sowohl in Bestrebungen zur ständigen Ausreise als auch des illegalen Verlassens der DDR.

Die überwiegende Anzahl dieser Personen wertete Probleme und Mängel in der gesellschaftlichen Entwicklung, vor allem in den persönlichen Lebensbedingungen und bezogen auf die sogenannten täglichen Unzulänglichkeiten, im wesentlichen negativ davon ausgehend, insbesondere durch Vergleiche mit den Verhältnissen in der BRD und Westberlin, zu einer negativen Bewertung der Entwicklung in der DDR.

Die Vorzüge des Sozialismus, wie z.B. soziale Sicherheit und Geborgenheit, wurden zwar anerkannt, im Vergleich mit den Mängeln und Problemen jedoch nicht mehr als entscheidende Faktoren angesehen. Teilweise wurden sie auch als Selbstverständlichkeiten betrachtet und deshalb in der Beurteilung überhaupt nicht mehr einbezogen oder gänzlich negiert.

Es kam zu Zweifeln bzw. zu Unglauben hinsichtlich der Realisierbarkeit der Ziele und der Richtigkeit der Politik von Partei und Regierung, insbesondere bezogen auf die innenpolitische Entwicklung, die Gewährleistung entsprechender Lebensbedingungen und die Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse. Das ging einher mit Auffassungen, dass die Entwicklung keine spürbaren Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger bringt, sondern es auf den verschiedenen Gebieten in der DDR schon einmal besser gewesen sei. (In der Regierungszeit von Walter Ulbricht war es besser. P.R.) Derartige Auffassungen zeigten sich besonders auch bei solchen Personen, die bisher gesellschaftlich aktiv waren, aus vorgenannten Gründen jedoch „müde“ geworden seien, resigniert und schließlich kapituliert hätten.

Es zeigte sich ein ungenügendes Verständnis für die Kompliziertheit des sozialistischen Aufbaus in seiner objektiven Widersprüchlichkeit, wobei aus ihrer Sicht nicht erreichte Ziele und Ergebnisse sowie vorhandene Probleme, Mängel und Missstände dann als fehlerhafte Politik interpretiert und gewertet wurden.

Diese Personen gelangten in einem längeren Prozess zu der Auffassung, dass eine spürbare, schnelle und dauerhafte Veränderung ihrer Lebensbedingungen, vor allem bezogen auf die Befriedigung ihrer persönlichen Bedürfnisse, nur in der BRD oder Westberlin realisierbar sei.

Obwohl in jedem  Einzelfall ganz konkrete, individuelle Fakten, Erscheinungen, Ereignisse, Erlebnisse usw. im Komplex auf die Motivbildung zum Verlassen der DDR einwirkten, wird im folgenden eine Zusammenfassung wesentlicher diesbezüglicher zur Motivation führender Fakten vorgenommen.

Als wesentliche Gründe/Anlässe für die Bestrebungen zur ständigen Ausreise bzw. das ungesetzliche Verlassen der DDR- die auch in Übereinstimmung mit einer Vielzahl von Eingaben an zentrale und örtliche Institutionen standen- werden angeführt:

 

  • Unzufriedenheit mit der Versorgungslage(Mangelwirtschaft) (Ein entscheidendes Manko, das nicht in den Griff zu bekommen war.);

 

  • Verärgerung über unzureichende Dienstleistungen;

 

  • Unverständnis für Mängel in der medizinischen Betreuung und Versorgung.(Nun ja, zumindest war die medizinische Versorgung, im Gegensatz zu heute, auch in ländlichen Gebieten, gesichert. Einen Pflegenotstand, wie heute gab es in dieser Form auch nicht. Es wurden nicht reihenweise Geburtsstationen geschlossen und die Hebammen mussten keine irren hohen Versicherungsprämien zahlen, sodass ihre Existenz unmöglich ist. Dass die Einrichtung der Praxen und Kliniken nicht auf dem neuesten Stand war, liegt daran, dass das teure Devisen kostete, da die medizinzischen Geräte aus dem westlichen Ausland, z.B. den USA bezogen werden mussten. Doch im Ernstfall standen sie zur Verfügung und auch damit war die Behandlung kostenlos. Außerdem gab es auch im Westen Arztpraxen die nicht auf dem neuesten Stand waren. Im medizinischen Bereich wurden auch bürokratische Auflagen bemängelt. Doch heute sind diese um ein Vielfaches gestiegen) ;

 

  • Eingeschränkte Reisemöglichkeiten innerhalb der DDR und nach dem Ausland(Innerhalb der DDR waren z.B. keine Spontanübernachtungen möglich. Hotels mussten lange im Voraus gebucht werden. Die eingeschränkten Reisen ins kapitalistische Ausland waren auch ein Hauptmanko. Die Wenigsten hatten Verständnis für die Ursache dieser Situation. Bei Reisen ins sozialistische Ausland kam Unmut auf, weil westliche Touristen als Devisenbringer bevorzugt wurden.);

 

  • Unbefriedigende Arbeitsbedingungen und Diskontinuität im Produktionsablauf(Der Materialnachschub klappte nicht und veraltete Produktionsanlagen.);

 

  • Unzulänglichkeiten/Inkonsequenz bei der Anwendung/Durchsetzung des Leistungsprinzips sowie Unzufriedenheit über die Löhne und Gehälter;

 

  • Verärgerung über bürokratisches Verhalten von Leitern und Mitarbeitern Behörden, Ämtern, Betrieben und Institutionen sowie über Herzlosigkeit im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern;

 

  • Unverständnis über die Medienpolitik der DDR.

 

Im Dokument sind die Punkte nochmal ausführlich dargestellt worden. Leider hatte dies keine Konsequenz. Die Verantwortlichen blieben weiterhin ignorant. Ein weiterer entscheidender Schub für die Konterrevolution.

Die illusionären Vorstellungen über die „westliche“ Lebensweise werden auch im Dokument angeführt. Diese illusionären Vorstellungen über das Leben im Westen hatten sich derart festgesetzt, dass die Betreffenden nicht mal aufklärende Worte von Besuch aus dem Westen wahrhaben wollten. Ja, sie wiesen diese als „SED-Propaganda“ zurück und stellten den Besuch aus dem Westen als unglaubwürdig hin.

Trotz all der in diesem Dokument aufgeführten Mankos ist es unverständlich, dass sich Menschen in Lebensgefahr begaben, um die DDR illegal zu verlassen.

 

 

Dokument entnommen aus der MfS-Mediathek

Bearbeitete Wiedergabe des Dokuments von Petra Reichel

 

Motive legales und illegales Verlassen der DDR

Sozialismus und Glaubensfrage II

Gastbeitrag von Marcel Schmidt

 

Die Macht der Sprache

Es geht in diesem Artikel darum, ein Argument der westlichen und größtenteils auch christlichen Propaganda zu widerlegen. Selbige behauptet nämlich, dass heute übliche christliche Begriffe wie „vor Christus“ (v. Chr.) oder „St. Martinstag“ verboten waren.

Ich habe das Gefühl, dass die Kirche heute um ihre Position zittern muss und nur noch künstlich als staatlich organisierte Sekte bestehen kann. Das erklärt auch zumindest ansatzweise, warum immer mehr Christen sich zu besagten Standpunkt und den daraus resultierenden Sätzen hinreißen lassen: „Man durfte zeitliche Bezeichnungen nicht mit „vor Christus“ (v. Chr.) bezeichnen sondern musste „vor unserer Zeitrechnung“ (v. u. Zeitr.) sagen. Selbiges galt für das St. Martinsfest, was stets als „Laternenfest“ genannt werden musste. Sogar der „Samstag“ musste den eher weniger religiösen Begriff „Sonnabend“ weichen.“

 

Ja, was soll man dazu sagen?

Tatsächlich waren christliche Begriffe in der DDR weniger üblich als heute, das stimmt. Da erinnere ich mich noch lebhaft dran. Das hatte aber nichts damit zu tun, dass diese Begriffe verboten waren. Die DDR war eine Diktatur des Proletariats zum einen und eine weitgehend atheistische zum anderen. Die Kirche war ein Sammelbecken für Christen, nicht mehr und nicht weniger. Aber sie hatte keine Vormachtstellung wie heute. Das begründet auch teilweise die mehr oder weniger neutrale Ausdrucksweise im Allgemeinen. Wer christlichen Glaubens war, DURFTE natürlich auch christliche Bezeichnungen verwenden. Verboten waren die Begriffe zu keiner Zeit.

Und der Unterschied zwischen „Samstag“ und „Sonnabend“ ergibt sich ganz einfach daraus, dass der „Sonnabend“ gerade im mitteldeutschen Raum schon lange vor der DDR sehr verbreitet war. In westlichen Gebieten ist es eben „Samstag“. Dieser Gewohnheit hat man sich in der DDR angepasst und deswegen war der „Sonnabend“ auch als rechtlicher Begriff üblich. Das hat nichts mit irgendwelchen Verboten zu tun. „Samstag“ durfte man in der DDR auch sagen.

 

Siehe auch Sozialismus und Glaubensfrage(Beitrag I)

Sozialismus und Glaubensfrage III

 

Die militärischen Traditionen der DDR

Sie waren die Gesamtheit der Ideen, Regeln, Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Symbole, die in der Geschichte des deutschen Volkes und in der Geschichte der DDR im Kampf um eine dem gesellschaftlichen Fortschritt dienende Militärpolitik und Militärorganisation hervorgebracht wurden. Sie wurden in der sozialistischen Wehrerziehung der Bevölkerung und bei der Bewusstseinsentwicklung der Angehörigen der NVA und der Schutz- und Sicherheitsorgane(Sicherheitsbehörden)der DDR gewahrt, fortgesetzt und bereichert.

Ihren Kern bildeten die militärischen Traditionen der revolutionären Arbeiterbewegung sowie die sozialistischen militärischen Traditionen, die sich während des Bestehens der DDR herausgebildet hatten.

Die Gründung der DDR war ein entscheidender Wendepunkt in der deutschen Militärgeschichte. Der reaktionären militärischen Traditionen wurde die gesellschaftliche Grundlage entzogen. Es wurde der Weg frei gemacht für die Wahrung und Fortsetzung der fortschrittlichen und revolutionären Traditionen aus der Geschichte des deutschen Volkes.

In der BRD ist die reaktionäre Linie der militärischen Traditionen aus der Geschichte des deutschen Volkes fortgesetzt worden. Ganz so reaktionär lässt sich die Tradition in der Bundeswehr nicht mehr praktizieren. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen(„Flinten-Uschi“) hat im Jahre 2018 einen neuen Traditionserlass rausgebracht.  Dieser knüpft an den Traditionserlass aus dem Jahre 1982, der vom damaligen Verteidigungsminister der BRD Hans Apel herausgebracht wurde. Bereits damals musste die strikte reaktionäre Linie abgemildert werden. So wurde sich nun von der faschistischen Wehrmacht distanziert. Ausnahmen bilden da die z. B. die Männer des 20. Juli 1944 und andere, die in ihrem Sinne handelten. Diese werden von der BRD als Widerstandskämpfer geehrt, während andere Widerstandskämpfer in der BRD unter Adenauer wieder verfolgt wurden, bzw. als Landesverräter gebrandmarkt worden sind.         Die NVA wird einfach als eine Armee irgendeiner sozialistischen Diktatur gesehen. Kein Wort von gesellschaftlichem Fortschritt und dass dort fortschrittliche militärische Traditionen gepflegt wurden. Wenn Ursula von der Leyen(„Flinten-Uschi“), die von 2013 bis 2019 Verteidigungsministerin der (Groß-)BRD war, schon nicht mehr die reaktionäre Linie halten konnte, so  darf es doch keine gute Erinnerung an die DDR und folglich der NVA geben. In der BRD haben Kasernen Namen von Nazis getragen. Das ist auch nun nicht mehr haltbar und muss geändert werden.

Ausschnitt aus Nationale Volksarmee, kurz NVA

Ausschnitt aus dem Beitrag „Die nationale Volksarmee, kurz NVA“ aus
DIE TROMMLER-ARCHIV

 

 

Siehe auch Beitrag „Die nationale Volksarmee, kurz NVA“.

 

 

Die fortschrittlichen militärischen Traditionen gehen bis ins 9. Jahrhundert zurück, als erste Bauernaufstände gegen feudale Unterjochung ausbrachen. Einen Höhepunkt erreichte der antifeudale Volkskampf mit dem deutschen Bauernkrieg(1524-1526), in dem Keime einer volksverbundenen Militärorganisation entstanden.

Bauern verteidigen ihre Wagenburg

Bauern bei Verteidigung ihrer Wagenburg

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Die Kraft und die militärischen Fähigkeiten der Volksmassen traten im 17./18. Jahrhundert auch bei der Abwehr ausländischer Überfälle, z.B. im Kampf gegen die Türken, zutage, wobei der Widerstand gegen ausländische Eroberer häufig mit dem Klassenkampf der Bauern gegen den eigenen Feudaladel verschmolz.

Ein starkes revolutionäres Volksheer und eine neue Kriegsführung schufen die Volksmassen Frankreichs mit der Französischen Revolution 1789-1795, die eine tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzung darstellte.

Als der preußische Staat unter den Schlägen der französischen Armee zerbrach, war eine, war eine Militärreform unumgänglich geworden, die von Scharnhorst, der einer Militär-Reorganisationskommission vorstand, geleitet wurde.

Siehe Reformen in Preußen.

Ziel dieser Reform war es, ein neues Verhältnis von Volk und Armee zu schaffen und die Armee in den Dienst des gesellschaftlichen Fortschritts und der nationalen Befreiung zu stellen.

Im Befreiungskrieg 1813/14 wurde die napoleonische Fremdherrschaft beseitigt, um im gemeinsamen Kampf wurde die deutsch-russische Waffenbrüderschaft begründet.

 

 

 

 

Die Revolution von 1848/49, in der die Volksmassen die Hauptlast des Kampfes gegen die feudale Reaktion trugen, erwies sich als bedeutende Triebkraft der geschichtlichen Entwicklung. Sie vermittelte vor allem der Arbeiterklasse bedeutsame Erfahrungen, aus denen Marx und Engels wichtige Schlussfolgerungen für die weitere Ausarbeitung der wissenschaftlichen Theorie und Weltanschauung der Arbeiterklasse zogen.

Auf der Grundlage der proletarischen Militärtheorie mit ihren allgemeingültigen Prinzipien für die Militärpolitik der revolutionären Arbeiterbewegung entwickelten sich militärische Traditionen neuen Typs, die mit dem Wirken von August Bebel(1840-1913) und Wilhelm Liebknecht(1826-1900)gegen preußisch-deutschen Militarismus verbunden sind und von den deutschen Linken mit  Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg an der Spitze im Kampf gegen Imperialismus, Militarismus und Krieg fortgesetzt wurden.

Der antimilitaristische Kampf erreichte seinen Höhepunkt während der Novemberrevolution 1918/19 in Deutschland, in der die Volksmarinedivision als bedeutende bewaffnete Formation der revolutionären Kräfte in Berlin eine besonders wichtige Rolle spielte.

Militärische Traditionen in der DDR Seite 5

entnommen aus „Jugendlexikon Militärwesen“ DDR 1984

 

In der revolutionären Nachkriegskrise 1919 bis 1923 stellten sich die Mitglieder der neugegründeten KPD überall an die Spitze des Kampfes zur Verteidigung der Errungenschaften der Novemberrevolution, so bei der Zerschlagung desKapp-Putsches 1920, beim Kampf der Roten Ruhrarmee 1920, bei den Märzkämpfen 1921 und während des Hamburger Aufstandes 1923. In diesen Kämpfen bewiesen die bewaffneten Arbeiterformationen Mut, Kühnheit, proletarische Disziplin und Opferbereitschaft. Hier wurde die Tradition der Aktionseinheit der Arbeiterklasse im wehrhaften Kampf zur Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten gegen Militarismus und Faschismus begründet.

Das von Thälmann geleitete ZK der KPD nutzte Erfahrungen der KPdSU(Kommunistische Partei der Sowjetunion)und wendete die Lehren Lenins auch in der  auch in der Militärfrage schöpferisch an.

Besondere Verdienste in der Klassenauseinandersetzung mit der Reaktion erwarb sich der Rote Frontkämpferbund. Die Militärpolitik der KPD, an deren Ausarbeitung und Propagierung Ernst Schneller großen Anteil hatte, war darauf gerichtet, die Arbeiterklasse und deren Verbündete sowohl für den Kampf gegen Imperialismus und Militarismus im eignen Land als auch für die Verteidigung der Sowjetunion zu befähigen. Ausdruck dieser internationalistischen Haltung war der Kampf deutscher Arbeiter im Interventions- und Bürgerkrieg in Sowjetrussland 1918-1922 in den Reihen der Roten Armee.

Fortgesetzt und bereichert wurden diese internationalistischen Traditionen im Kampf der Internationalen Brigaden in Spanien 1936 bis 1939. Hier entstanden bedeutsame historische Grundlagen für die spätere Klassen- und Waffenbrüderschaft der sozialistischen Armeen.

Militärische Traditionen in der DDR Seite 4

entnommen aus „Jugendlexikon Militärwesen“ DDR 1984

 

 

Einen hervorragenden Platz in den militärischen Traditionen der DDR nimmt die deutsche antifaschistische Widerstandsbewegung ein. Dazu zählt auch der Einsatz fortschrittlicher Kräfte in der Verschwörung gegen Hitler vom Juli 1944.

Als Angehörige oder Kundschafter der Sowjetarmee, als Kämpfer in den Partisanenverbänden vieler Länder Europas und im Nationalkomitee Freies Deutschland leisteten Kommunisten und andere Hitlergegner aus allen Schichten des deutschen Volkes ihren Beitrag zum Sieg über den deutschen Faschismus.

Die neuen militärischen Traditionen waren dadurch gekennzeichnet, dass es militärische Traditionen der machtausübenden Arbeiterklasse unter der Führung der marxistisch-leninistischen Partei waren. Besonderen Einfluss auf die Herausbildung neuer Traditionen hatten die Meisterung von Bewährungssituationen, dazu gehörten die Sicherung der Staatsgrenze der DDR im Jahre 1961, Manöver und Kommandostabsübungen der Bruderarmeen sowie im täglichen militärischen Dienst.

Neue Traditionen entstanden im Prozess der Herausbildung der damaligen ständigen Festigung der Einheit von Volk und Armee. So waren militärische Zeremonielle wie die öffentliche Ablegung des Fahneneids ebenso Tradition geworden wie der Besuch von Mädchen und Jungen und Erwachsenen in den militärischen Objekten während des Tages der Nationalen Volksarmee in der Woche der Waffenbrüderschaft.

In der BRD fand der Fahneneid meist innerhalb der Kaserne vor geladenen Gästen teil. Als man dazu überging in der BRD öffentliche Fahneneide stattfinden zu lassen, waren diese von Gegendemonstrationen begleitet. Die Bundeswehr hat ja schließlich einen anderen Charakter und andere Traditionen und Ziele, als die NVA, die ausschließlich eine Friedens- und Verteidigungsarmee war, und somit kann man öffentliche Fahneneide in der DDR nicht mit denen in der BRD gleichstellen. (siehe Wikipedia)

Heute finden Fahneneide der Bundeswehr oft an historischer Stätte, wie dem Bendlerblock statt.

Innenhof des Bendlerblocks

Innenhof des Bendlerblocks

Bildquelle: Von Adam Carr in der Wikipedia auf Englisch – Übertragen aus en.wikipedia nach Commons.Original text: Photo by en:User:Adam Carr, May 2006, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2204459

 

Als neue Tradition hatte sich die sozialistische Wehrerziehung, welche in der BRD umstritten und „Munition“ für Hetze gegen die DDR ist, und die Vorbereitung der Jugend auf die Landesverteidigung herausgebildet. So z.B. die Hans-Beimler-Wettkämpfe der FDJ, die Wehrspartakiaden der GST und die von FDJ und GST gemeinsam durchgeführten „Signal-DDR“-Aktionen. Heute wirbt die Bundeswehr in den Schulen für sich.  Man muss bedenken, dass im Gegensatz zur Bundeswehr die NVA eine reine Friedens- und Verteidigungsarmee war.

Ein wesentliches Kennzeichen der sozialistischen militärischen Traditionen bestand darin, dass sie im Prozess der Herausbildung und ständigen Vertiefung des Bruderbundes zwischen DDR und UdSSR, der festen Verankerung der DDR und der NVA in der sozialistischen Staatengemeinschaft und ihrer Militärkoalition, dem Warschauer Vertrag, entstanden sind.

 

 

 

 

 

 

 

Dabei standen jene Traditionen im Mittelpunkt, die im Prozess der Herausbildung und Vertiefung der brüderlichen Beziehungen zwischen der NVA und der Sowjetarmee entstanden waren.

Die Traditionspflege in der NVA erschloss und nutzte die militärischen Traditionen der DDR im Sinne vorbildlicher militärischer Pflichterfüllung.

 


Jugendlexikon Militärwesen DDR Kopie

 

 

Entnommen aus „Jugendlexikon Militärwesen“ DDR 1984, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

 

 

 

 

 

 

Passagen über Traditionserlasse der Bundeswehr: Wikipedia

und

Bundesministerium der Verteidigung

bearbeitet von Petra Reichel