Wehrpflicht in der DDR

 

 

In der DDR und den anderen sozialistischen Ländern gab es viele Errungenschaften, von denen die erwerbstätigen Menschen heute nur träumen können.

Seit den 1970er Jahren war die imperialistische Welt von neuen Auswirkungen einer allumfassenden Krise erschüttert, die sie aber locker weggesteckt hat und gestärkt aus ihr hervorgegangen ist. Damals aber erhöhte sich die Ausstrahlung des Sozialismus. Nicht wenige arbeitende  Menschen in den kapitalistischen Ländern begannen, trotz der wütenden antikommunistischen Propaganda, zu überlegen, ob der Sozialismus nicht doch den wirklichen und einzigen Ausweg aus der Krise darstellt.

Die damalige Stärke des Sozialismus, seine auf das Wohl des Volkes gerichtete Politik, seine Wirkung auf die arbeitenden Menschen in den kapitalistischen Ländern, all das war dem Imperialismus ein Dorn im Auge. Angesichts seiner Unfähigkeit, die Lebensprobleme der Menschen zu lösen, unternahm er alles, um die Ausstrahlung des Sozialismus einzudämmen. Das ist ihm 1989 erfolgreich gelungen. Nicht nur mit Hochrüstung, sondern auch durch die sozialdemokratische „Entspannungspolitik“ ist es gelungen falsche Hoffnungen zu säen und den Sozialismus von innen her aufzuweichen. Auch die arbeitenden Menschen in den kapitalistischen Ländern, die dem Sozialismus wohlwollend gegenüberstanden, wurden durch die sozialdemokratische „Entspannungspolitik“ geblendet. Wichtige Verhandlungsführer waren Willy Brandt und Egon Bahr.

Im Nachhinein muss man sagen, dass der Besuch von Willy Brandt in Erfurt im Jahre 1970 der Anfang vom Ende war. (siehe MfS-Dokument zum Besuch von Willy Brandt in Erfurt)

Im Oktober 1982 fand unter Leitung führender US-Politiker in den USA eine Konferenz statt, in der die aggressivsten Kreise des USA-Monopolkapitals zu einem neuen „Kreuzzug gegen den Kommunismus“ aufriefen.  Es ginge, so der damalige Außenminister der USA George Shultz, um die Schaffung einer „westlich orientierten Weltordnung“. Um das zu erreichen, müsse man den Sozialismus „sturmreif schießen“. Das einzige Mittel sei ein auf Europa begrenzter Atomkrieg. Der Hauptscharfmacher, der damalige Präsident der USA Ronald Reagan, wird im Staatsbürgerkundebuch der DDR aus dem Jahre 1988 nicht benannt. Im Vergleich mit seinem Vorgänger Alexander Haig, der auch ein Scharfmacher war, war George Shultz moderat. Dass die damals aktuelle Politik im Staatsbürgerkundebuch der DDR nicht vollständig dargelegt wird, kann man als falsche Rücksichtnahme  deuten, da sich Ronald Reagan im Jahre 1985 und 1986 mit Michail Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen traf. Diese kamen zunächst nicht voran.  1987 jedoch konnte Reagan mit Gorbatschow den Vertrag zur Abschaffung der amerikanischen und sowjetischen Mittelstreckenraketen in Europa (INF-Vertrag)unterzeichnen.  Siehe auch die Reagan-Doktrin.

Reagan im Einzelgespräch mit Michail Gorbatschow während der Genfer Gipfelkonferenz von 1985

Reagan im Einzelgespräch mit Michail Gorbatschow während der Genfer Gipfelkonferenz von 1985

Bildquelle: Von Ronald Reagan Presidential Library photo id C31982-11, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=295036

 

 

Allein die wenigen wörtlichen Zitate belegen, worum es diesen hemmungslosen aggressiven Kräften des Monopolkapitals in den USA ging: Sie wollten den Sozialismus durch einen atomaren Krieg vernichten. Ein solcher Krieg hätte bereits nach dem damaligen Stand der Waffentechnik die Existenz der gesamten Menschheit aufs Spiel gesetzt. Also hätte es in diesem Krieg nur Verlierer gegeben. Aber die Bedrohung genügte, um den Sozialismus ohne Krieg sturmreif zu schießen“ und somit zu vernichten.

Man wusste damals, dass diese Kräfte nicht nur große Worte verlieren. Sie heizten die Rüstung an und verdienten dabei Milliarden. Heute wird unter anderen Vorzeichen die Rüstung angeheizt und ist weiterhin ein Milliardengeschäft.

Mit dem Festhalten an ihrem Programm der Entwicklung und Stationierung von Waffen im Weltraum(SDI), wodurch sie die militärische Überlegenheit über den Sozialismus erlangen wollten, verschärften sie die Kriegsgefahr. Ein wütender Antikommunismus wurde  von ihnen entfesselt, um die Menschen in eine sozialismusfeindliche Stimmung zu versetzen.

Von diesen imperialistischen Kräften und ihren abenteuerlichen Plänen mussten sich die DDR und die anderen sozialistischen Länder schützen. Dazu gehörte, dass der Sozialismus an jeder Stelle verteidigungsbereit ist.  Der wirksame militärische Schutz des Sozialismus diente der Verteidigung des Lebens der Bürgerinnen und Bürger der sozialistischen Länder und ihrer Errungenschaften.  Das Staatsbürgerkundebuch(1988) von damals schreibt, dass man bei diesem Schutz des Sozialismus in keinem Augenblick und an keiner Stelle nachlassen darf. Nicht beachtet wurde der Erfolg der gleichzeitig stattfindenden psychologischen Kriegsführung und dass sich zu viele Karrieristen in Partei- und Regierungsämter eingeschlichen hatten.

In der Verfassung der DDR(Artikel 23) wurde der Schutz des Friedens, des sozialistischen Vaterlandes und seiner Errungenschaften als das Recht und die Ehrenpflicht der Bürger der DDR bezeichnet.

In der DDR bestand die allgemeine Wehrpflicht. Ihr unterlagen alle männlichen Bürger vom 18. Bis zum 50. Lebensjahr.

Bericht ZK der SED an XI. Parteitag

entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1988

 

Bei Fähnrichen und Offizieren endete sie mit dem 60. Lebensjahr. Anders war es dagegen während der Mobilmachung und im Verteidigungszustand. Dann endete die allgemeine Wehrpflicht für alle männlichen Bürger mit dem 60. Lebensjahr. Für diesen Fall konnten auch Frauen vom 18. Bis zum 50. Lebensjahr in die allgemeine Wehrpflicht einbezogen werden.

Gefechtsausbildung

entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1988

 

Es gab nicht nur die Wehrpflicht, sondern auch einen freiwilligen Wehrdienst. So hatten alle Bürger das Recht, unabhängig von der allgemeinen Wehrpflicht, auf Grund ihrer freien Entscheidung, Wehrdienst zu leisten.

Gewehr für gute Sache

entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1988

 

 

Zudem muss man zwischen dem aktiven Wehrdienst und dem Reservistendienst unterscheiden. Der aktive Wehrdienst wurde als Grundwehrdienst, als Dienst auf Zeit oder als Dienst in militärischen Berufen geleistet. Die Dauer des Grundwehrdienstes betrug 18 Monate, Viele Jugendliche hatten jedoch die Notwendigkeit erkannt, sich freiwillig für eine längere Dienstzeit zu verpflichten bzw. einen militärischen Beruf zu ergreifen.  Ehrlicherweise muss man sagen, dass sich Einige ein besseres berufliches Fortkommen erhofft hatten.

Auszug Wehrdienstgesetz DDR

Auszug aus dem Wehrdienstgesetz der DDR

entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1988

 

Der militärische Schutz der Errungenschaften des Sozialismus war gemeinsame Aufgabe der Bruderarmeen der sozialistischen Länder. Die Nationale Volksarmee der DDR war fester Bestandteil der Armeen des Warschauer Vertrages.

Übung Schild 84

entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1988

 

Alle Armeen des Warschauer Vertrages verteidigten die sozialistischen Errungenschaften. Deshalb waren sie als Klassenbrüder auch im wahren Sinne des Wortes Waffenbrüder. In diesem Sinne war der militärische Schutz des sozialistischen Vaterlandes eine hohe patriotische Tat. Sie war zugleich von internationalistischer Bedeutung, weil sie den Sozialismus in der DDR und anderer sozialistischer Länder sowie den Frieden in der Welt für die gesamte Menschheit zu schützen half.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Soldat der Nationalen Volksarmee oder der Grenztruppen der DDR zu sein war eine ehrenvolle Sache. Es war zugleich ein sehr verantwortungsvoller Dienst. Darauf konnte und sollte sich jeder rechtzeitig vorbereiten. So war die Vorbereitung auf den Wehrdienst Bestandteil der Bildung und Erziehung an den allgemeinbildenden Schulen. Darüber ist in der BRD viel gestritten und antikommunistische Propaganda gemacht worden.

 

Schießübung bei GST

entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1988

 

Auch in der Gesellschaft für Sport und Technik wurde zur Vorbereitung der Jugend auf den Wehrdienst die vormilitärische Ausbildung durchgeführt.

 

 

Die Vorbereitung der Jugend auf die Aufgaben bei der Verteidigung war die ureigenste Aufgabe der FDJ, die mit der Übernahme der Patenschaft über die bewaffneten Organe auf dem IV. Parlament der FDJ 1952 begründet wurde. Diesen Auftrag hatte die FDJ bis zum Schluss ehrenhaft erfüllt.

Dazu gehörte auch die Entscheidung befähigter Mitglieder der FDJ für einen aktiven Wehrdienst auf Zeit bzw. in militärischen Berufen. Ihre Aufgabe war es, die militärischen Kampfkollektive auszubilden und zu führen. Dazu wurden Berufssoldaten benötigt, der Hochschulberuf des Offiziers, der Fachschulberuf des Fähnrichs und der Meisterbrief des Unteroffiziers.

Härtetest der NVA

Aus dem Härtetest der NVA

entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1988

 

Staatsbürgerkunde 8

 

entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1988, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Passagen über Ronald Reagan entnommen aus Wikipedia, bearbeitet und eingefügt von Petra Reichel

Mordanschläge auf DDR-Grenzsoldaten

Bericht des Überlebenden

Karl-Heinz Schulze

Der ehemalige Grenzsoldat Schmidt wollte mich während eines Streifenganges ermorden. Andere Grenzsoldaten setzten ihn noch vor Dienstantritt fest.

Ein weiterer Fall war auch aufgedeckt worden. So sollte unser Hptm. „Rommel“ während der Schießausbildung von einem Gefreiten ermordet werden. Auch dieser Verräter wurde von seinen einfachen Mitsoldaten rechtzeitig enttarnt und festgenommen.

Noch zu erwähnen sei auch die Zielübungen oder Schüsse des BGS in Niedersachsen auf DDR Grenzposten und somit Verletzung der Staatsgrenze, trotz des Helsinkiabkommens. (KSZE – Friedfertigkeitsabkommen mit dem Imperialismus)

Auch ein Anschlag der BRD Seite auf den Gefreiten Stechbarth, Sohn des Stellvertreters des Verteidigungsministers konnte durch das MfS aufgeklärt und verhindert werden.

Soziale und kulturelle Errungenschaften in der DDR (Übersicht)

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Wie der Sozialismus den Interessen der Werktätigen(arbeitenden Menschen) entspricht, wird daran deutlich, dass gerade er auch die schwierigen Probleme der Werktätigen löst. Das ist der Vorzug des Sozialismus.

Solche Vorzüge, die sich die Werktätigen mit dem Sozialismus erkämpft und erarbeitet haben, nennen wir Errungenschaften.

Mit einigen Errungenschaften der DDR, die ja bekanntlich 1989/90 verlorengegangen sind, wollen wir uns beschäftigen. Dabei werden wir uns klarmachen müssen, inwiefern es sich um Errungenschaften handelt.

Mit diesem Themenfeld befasst sich folgender Beitrag, der in mehrere Seiten(Unterbeiträge) aufgeteilt worden ist:

Soziale und kulturelle Errungenschaften in der DDR

Seite 2: Gute medizinische Betreuung für alle

Seite 3: (u.a. Ferienlager für Kinder, Urlaub)

Seite 4: Das Wohnungsbauprogramm als Kernstück

Seite 5: Soziale Errungenschaften und Klassenkampf

Seite 6: Zusammenfassung

 

Entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1986, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

 

Staatsbürgerkunde DDR 7 Stand 1986

 

 

 

 

 

 

 

 

Siehe auch Beitrag im befreundeten Blog „Sascha´s Welt“

Logo Sascha´s Welt Kopie 2

Soziale und kulturelle Errungenschaften in der DDR, Seite 6: Zusammenfassung

Zusammenfassung

Durch die fleißige Arbeit der Werktätigen(arbeitenden Menschen)unter der zunächst weitsichtigen Führung der SED, wurden in der DDR gegen den erbitterten Widerstand der Imperialisten eine leistungsfähige sozialistische Industrie und eine moderne sozialistische Landwirtschaft aufgebaut.

fleißige Arbeiter

Bildquelle: Schorn
http://www.schorngmbh.com/produkt/poly-m-fleissige-arbeiter

 

Im Zuge der sozialdemokratischen „Entspannungspolitik“ und nach der Ablösung von Walter Ulbricht durch Erich Honecker, bröckelte die Weitsicht der SED immer mehr und man machte den Imperialisten immer mehr Zugeständnisse.  Die Bürgerinnen und Bürger der DDR hatten immer mehr Grund zur Unzufriedenheit. Durch den Einfluss der Westmedien und des Versagens der eigenen Medien, wurde die Unzufriedenheit der Menschen in die falsche Richtung gelenkt.

Die damalige Zeit stellte neue, hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft, um die sozialistischen Errungenschaften zu sichern und schrittweise weiter auszubauen, den Frieden zu sichern und die Angriffe der Imperialisten abzuwehren. Diesen war man 1989 nicht mehr gewachsen.

Scheitern_Experiment

 

Bildquelle: Geld verdienen mit Nischenblogs
http://www.geld-verdienen-mit-nischenblog.de/2011/07/07/scheitern-eines-experimentes-exklusive-facebookinhalte/

 

Eine solide fachliche und politische Bildung aller Werktätigen(arbeitende Menschen), besonders der Jugend und ihre volle Leistungsbereitschaft wären grundlegende Voraussetzungen gewesen, um die damals zu lösenden Aufgaben, welche die Geschichte den Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern der DDR stellte, bewältigen zu können.

Herausforderungen bewältigen

Bildquelle: Ass Compact
http://www.asscompact.de/nachrichten/herausforderungen-der-idd-besser-bewältigen

 

Die Bildung in Geschichte und Politik in der DDR war sehr gut. Doch was nützte das, wenn das Gelernte nicht angenommen und beherzigt wurde?  Für diesen Beitrag war das Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1986, Vorlage.   Die Eltern der damaligen Schülerinnen und Schüler mögen Zuhause was anderes erzählt und das Gelernte zunichte gemacht haben. Die Eltern hätten lieber mitlernen sollen. Stattdessen glaubte man, dass im Westen insbesondere der BRD, alles Glück der Erde läge.

Heute kann niemand sagen, nicht gewarnt worden zu sein. Es wurde gelehrt was Kapitalismus bedeutet und dass die sozialen Errungenschaften im Sozialismus nicht selbstverständlich waren. Was zu tun war um diese Errungenschaften zu erhalten und in der Geschichte zu bestehen, wurde gelehrt. Doch die Warnungen und das Erlernte wurden in den Wind geschlagen.

Warnung in den Wind schlagen bei Windstille

Bildquelle: Gute Zitate
https://gutezitate.com/zitat/122729

Nun hat der Kapitalismus gesiegt und von einzelnen Ausnahmen abgesehen die Welt wieder erobert.


 

Entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1986, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Staatsbürgerkunde DDR 7 Stand 1986

Soziale und kulturelle Errungenschaften in der DDR, Seite 4, Wohnungsbauprogramm als Kernstück

Das Wohnungsbauprogramm als Kernstück

Von besonderer Bedeutung war das Wohnungsbauprogramm.  Man sagt deshalb auch, dass es Kernstück der sozialpolitischen Programms der DDR war.

Bauarbeiter Kopie

Bildquelle: Fotos der BAK-macher
http://www.bakbuch.de/Fotos_BAK-Kollegen.htm

 

Warum war das so?

Einmal war es so, weil eine gute Wohnung für das Wohlergehen jeder Familie Voraussetzung ist. In der DDR musste man lange auf eine Wohnung warten. Jungverheiratete Paare mussten, oft schon mit dem ersten Kind, bei den Eltern, bzw. Schwiegereltern leben. Junge Singles oder vorübergehende Partnerschaften hatten  keine Chance. Denn alle Wohnungen waren Sozialwohnungen und wurden als Sozialgut nach Bedürftigkeit verteilt. So hatten Familien den Vorrang. Hatte man aber erst eine Wohnung, so war diese unkündbar und spottbillig. Man musste sich dann niemals mehr Sorgen machen. Viele Menschen wohnten noch unter schwierigen Bedingungen in Altbauwohnungen. Auch sie warteten lange auf eine Neubauwohnung.  Die Freude war um so größer, wenn endlich eine Neubauwohnung zugewiesen wurde.

Es wurde viel gebaut. Neue Stadtviertel, Wohngebiete und Häuser wurden gebaut und veränderten das Bild der Städte.

Das Wohnungsbauprogramm war so bedeutungsvoll, weil es mit großen Kosten verbunden war. Es erforderte viel Material und Arbeitskräfte. Die Bauweise war rationell, heute sind diese Häuser als Plattenbauten verpönt und sind schlechtgeredet und geschrieben worden. Andererseits wird moderne Bauweise nach ähnlichem Konzept, heute Modulbauweise u.ä. genannt, als Neuheit angepriesen. Nun ja, „das Rad wird neu erfunden“, denn man darf ja nicht sagen oder schreiben, dass ähnliches bereits in der DDR dagewesen ist oder man gar Dinge aus der DDR als Vorbild nimmt.

Bauarbeiter DDR Kopie

Bildquelle: Fotos der BAK-Macher
http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/priorities/20170616TST77649

 

Neben dem Baumaterial wurde auch Material für die Einrichtung gebraucht, was ja in der DDR auch alles hergestellt und zum Verkauf bereitgestellt werden musste. Das war nicht immer einfach.

Es ging nicht nur um schöne Wohnungen. Auch die Infrastruktur musste stimmen. Man hatte daran gedacht auch viele Einrichtungen zu bauen, damit diese für die Bewohner der Neubaugebiete fußläufig erreichbar waren. Z.B. Kinderkrippen und-gärten, Schulen, Kulturhäuser, Turnhallen, Geschäfte Bibliotheken, Gaststätten, Jugendklubs und andere Dienstleistungseinrichtungen.

Folie13 Kopie

Besser lesbar als PDF-Datei:

Ausschnitt aus Erich Mielke Wahlkundgebung 1976jpg

 

Aus „Erich Mielke – Rede auf Wahlkundgebung im VEB Hydrierwerk Zeitz(1976)“ Zum Power Point-Vortrag umgestaltet von Petra Reichel

Ein Beitrag aus der Website „Erich Mielke – Power Point-Vorträge“

 

Das ist nach der Annexion der DDR „den Bach runtergegangen“. Die Neubauviertel sind heruntergekommen und oft soziale Brennpunkte geworden.  Die Infrastruktur ist beseitigt worden. Lange Wege sind zum Kindergarten, zur Schule und zum einkaufen zurückzulegen. Jugendklubs u.ä. gibt es oft nicht mehr. So ist die „Platte“ wiederrum in Verruf gekommen. In der DDR wusste niemand, was ein sozialer Brennpunkt ist.

zerstörte DDR-Wohnungen Kopie

zerstörte DDR-Wohnungen

Bildquelle: Berliner Zeitung
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/ddr-plattenbauten-wenn-die-platte-verschwindet-326598

Viele in der DDR neu errichtete Wohnungen sind nach der Annexion der DDR abgerissen worden. Sie passen nicht auf den kapitalistischen Immobilienmarkt. Andererseits sind bezahlbare Wohnungen Mangelware geworden.

Soweit es nicht zu kostspielig war, wurde in der DDR auch der Rekonstruktion(Modernisierung) alter Häuser und Wohnungen Aufmerksamkeit geschenkt. Das war aber teurer und  aufwändiger, als Neubau. Anders, als bei heutigen Luxusmodernisierungen, bezahlte man in der DDR auch hierfür einen niedrigen, ja man kann sagen, sogar einen symbolischen Mietpreis. Bei den heutigen Luxusmodernisierungen werden die Mieter aus ihren Wohnungen und ihrem Viertel vertrieben, da sie die dann höheren Mietpreise nicht mehr bezahlen können. Es werden Szeneviertel daraus, wo es sich „Otto Normalo“ und „Lieschen Müller“ sich nicht leisten können dort zu wohnen.

Modernisierung Wohnungen DDR

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

 

Nicht nur der Neubau und die Modernisierung alter Häuser, sondern auch die Unterhaltung, wie notwendige Reparaturen musste Aufmerksamkeit geschenkt werden. Vor allem musste das auch finanziert werden. Bei den symbolischen Mietpreisen war das ein Zuschussgeschäft.  Dies wurde vom Staat finanziert. Das machte mehr Sinn, als heutige Wohngeldzahlungen und Zahlungen über Hartz IV und Grundsicherung. Insbesondere, da bei  der heutigen Finanzierung der Wohnkosten aus den Sozialkassen sehr niedrige Sätze vorgegeben werden, die kaum der Realität entsprechen. So ist es soweit gekommen, dass das Sozialamt per Zeitung die Vermieter aufruft bezahlbare Wohnungen bereitzustellen. Das kommt einer Bettelei gleich. Ob das was nützt ist die Frage.

Öffentlicher 16.08.2018 Bettelartikel vom Sozialamt Wohnungen

„Öffentlicher Anzeiger“ 16.08.2018

 

1990 sollte in der DDR das Wohnungsproblem als soziales Problem gelöst sein. Der Wohnungsbau sollte fortgesetzt werden und die Erhöhung der Wohnkultur noch stärker in den Vordergrund treten. Doch dazu ist es bekanntlich nicht mehr gekommen.

 

Fortsetzung Seite 5

 

 

Soziale und kulturelle Errungenschaften in der DDR, Seite 3

In den letzten Jahren der DDR wurde der Grundurlaub der Werktätigen(arbeitende Menschen) schrittweise verlängert und die Anzahl der FDGB-Ferienplätze erhöht.

Dadurch vergrößerten sich die Möglichkeiten für die Mehrzahl der Bürgerinnen und Bürger, sich zu erholen und ihren wachsenden geistig-kulturellen Interessen nachzugehen.

Auch die Anzahl der Ferienplätze für Kinder wurde erhöht. So zum Beispiel in den Kinderferienlagern der Betriebe.

Ferienlager

Bildquelle: „Westfälische Nachrichten“ 
http://www.wn.de/Fotos/Lokales/Kreis-Coesfeld/Havixbeck/1.-KJG-Ferienlager-in-Emsbueren

 

All das waren Errungenschaften. Das Lehrbuch für Staatsbürgerkunde der DDR stellte die Frage: „Aber sind sie, wenn man die einmal errungen hat, für immer gegeben?“  Heute muss man die Frage mit NEIN beantworten.

Auch ob diese Errungenschaften selbstverständlich waren, wurde gefragt. Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass die Bürgerinnen und Bürger der DDR diese Errungenschaften als selbstverständlich ansahen. Sie glaubten nicht, diese einmal zu verlieren.

Dann tauchte noch die Frage auf, ob man sich „auf den Lorbeeren ausruhen“ konnte. Dass es nicht so ging, erklärte das Lehrbuch. Doch in der Praxis sah es anders aus.

Lorbeeren ausruhen gefährlich

Bildquelle: Gute Zitate https://gutezitate.com/zitat/124727

 

In der Industrie und in der Landwirtschaft, in allen Bereichen der Volkswirtschaft musste fleißig, ideenreich und schöpferisch gearbeitet werden. Das heißt, es musste mitgedacht werden. Damit haperte es oft. Sei es, dass Vorgesetzte das Mitdenken nicht wünschen, weil sie geschönte Arbeitsergebnisse noch „oben“ melden wollten, sei es aus Desinteresse der arbeitenden Menschen selbst, die ja ihren Arbeitsplatz sicher hatten. Oft aber auch aus Frust über Schildbürgerstreiche.

So musste z.B. Benzin eingespart werden. Um den Betriebsablauf weiterhin gewährleisten zu können, wurden die Firmenfahrzeuge mit Waschbenzin betankt.

Waschbenzin

Bildquelle: Bindulin-Shop.de
https://www.bindulin-shop.de/de/produkt/reinigungsmittel/erdoeldestillate/bindulin_waschbenzin_2,5l_kanne__WB25.html

 

Hört sich aus heutiger Sicht lustig an, aber es war bitterer Ernst. So nahmen die Menschen den Frust mit nach Hause. In den einheimischen Medien wurde stets über irgendwelche Arbeitsergebnisse gesprochen. Die Leute wollten sich nach Feierabend erholen und sich nicht damit beschäftigen. Die Westmedien hingegen hatten ein attraktives Angebot. Die Mehrheit merkte nicht, dass das, was dort erzählt wurde mehrheitlich Propaganda war. So glaubten sie, dass es in der BRD, Westeuropa und den USA bessere Lösungen für alle Lebenslagen gäbe. Hinzu kam die Präsentation eines überquellenden Warenangebots, auch mittels Werbung. Zuhause hatte man täglich mit der Mangelwirtschaft zu kämpfen, auch wenn man keine nackte Not litt, so war es doch frustrierend. So wurden die Leute immer unzufriedener und desinteressierter. Bis es dann 1989 explodierte. Glauben wir mal, dass die Mehrheit eine bessere DDR wollte und nicht den Anschluss an die BRD, so war es doch so, dass die Menschen den falschen Führern nachliefen und  unverbindliche Parolen für „bare Münze“ hielten. So konnte die Konterrevolution marschieren und es ist zum Verlust der Errungenschaften gekommen.

Verlust

Bildquelle: Sprüchewelt.com
http://spruechewelt.com/picture/Meist-belehrt-erst-der-Verlust-uns-über-den-Wert-der-Dinge

 

Die Errungenschaften zeigten das Wesen des Sozialismus. Ihre ständige Sicherung und Erweiterung waren das Ziel der Arbeit der Werktätigen(arbeitenden Menschen). Wie die erarbeiteten Mittel für den weiteren Ausbau der Errungenschaften eingesetzt werden sollten, war also eine wichtige Frage. In den ersten schweren Jahren des sozialistischen Aufbaus wurde die Lebenslage der Werktätigen(arbeitenden Menschen) schrittweise und stetig verbessert. Wiederholt wurden Löhne, Gehälter und Renten erhöht und Preise gesenkt. Preise für wichtige Lebensmittel und Industriewaren sowie Wohnungsmieten waren stabil und niedrig geblieben. Niemand musste sich Sorgen um die nackte Existenz machen. So waren nun mal andere Dinge, z.B. technische Geräte, sehr teuer, die im Westen billig waren und sind, aber nicht lebensnotwendig sind. Doch es war möglich etwas zu sparen, um sich auch diese Dinge leisten zu können.

Schon in Anfang der 1950er Jahre wurden moderne Wohnungen für die Werktätigen(arbeitende Menschen), ganze Neubauviertel und neue Städte wie Eisenhüttenstadt und Hoyerswerda gebaut. Für neue Schulen und Unterrichtsmittel, Turnhallen und Sportplätze hatte die DDR einen großen Etat, woraus immer größere Mittel bereitgestellt wurden. Viele Pionierlager und Pionierhäuser wurden errichtet.

 

Das damalige sozialpolitische Programm

Der VIII. Parteitag der SED(1971) konnte die weitere Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus zur Hauptaufgabe erklären. Er beschloss ein umfangreiches sozialpolitisches Programm, dass mit großem Erfolg verwirklicht  und ständig weiterentwickelt wurde.

Dresden Straße der Befreiung

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

 

Im damaligen sozialpolitischen Programm hatten die Aufgaben Vorrang, die für die Menschen am wichtigsten waren. Auch wenn die Wirtschaft von Jahr zu Jahr immer umfangreichere Mittel erarbeitete, so waren diese nicht unbegrenzt. Es musste stets gewissenhaft überlegt werden, wo und wie diese Mittel am wirkungsvollsten einzusetzen waren, um das Lebensniveau zu erhöhen.

Sozialpolitik DDR

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

 

Brautpaar DDR

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

 

Fortsetzung auf Seite 4 (Wohnungsbauprogramm als Kernstück)

 

 

 

Soziale und kulturelle Errungenschaften in der DDR, Seite 2: Gute medizinische Betreuung für alle

Gute medizinische Betreuung für alle

Rot Kreuz

Bildquelle My Nokia
http://www.mynokia.cz/First-Aid—prvni-pomoc-do-kapsy-A_4897

 

Weitere soziale Errungenschaften in der DDR waren das Recht auf Freizeit und Erholung und dasRecht auf Schutz der Gesundheit und Arbeitskraftder Bürgerinnen und Bürger.

Für den Schutz der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürgerstellte der Staat erhebliche Mittel zur Verfügung. Durch zielgerichtete Maßnahmen war es in der DDR gelungen, gefährliche Kinderkrankheiten wie die Kinderlähmung und die Diphtherie auszurotten. Bei zahlreichen ansteckenden Krankheiten konnte ein Rückgang erreicht werden.

Alle die damals in der DDR lebten, wussten, dass für eine ärztliche Untersuchung, für einen Krankenhausaufenthalt und für benötigte Medikamente kein Geld gezahlt werden musste.

 

War das eine Selbstverständlichkeit?

Krankenhaus DDR

Bildbeschreibung Krankenhaus DDR

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

 

Nach dem Stand der 1980er Jahre kostet in den USA ein Krankenhausaufenthalt pro Tag 300 Dollar, eine einfache Untersuchung 150 Dollar. Heute ist es wohl weitaus mehr.

Keine Hilfe für Unfallopfer in den USA

Quellenangabe Meldung über verweigerte Hilfe für Unfallopfer in den USA

entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

 

Diese arme Seele war der „Washington Post“ zumindest eine Meldung wert. Das ND(damals Zeitung der SED in der DDR) übernahm diese Meldung. So ist diese arme Seele im Lehrbuch für Staatsbürgerkunde der DDR gewürdigt worden. Davon wird der Betroffene wohl nichts mitbekommen haben und lebt vermutlich heute nicht mehr. Nicht nur die Weigerung der Krankenhäuser dieses Verbrennungsopfer aufzunehmen, sondern auch dass ihm vermutlich die aufwändige Nachbehandlung auch nicht gewährt wurde, ist zu erwähnen.

Solche Zustände sind ein Armutszeugnis in einem Land, das über ein hochentwickeltes Gesundheitswesen mit hervorragenden Spezialkliniken  verfügt, die aber nur zahlungskräftigen Reichen zugänglich sind. Gesundheit ist in den USA eine teure Ware.

Die DDR importiere für teure Devisen medizinische Geräte aus den USA.  Auch die Behandlung mit diesen Apparaten war für die Bürgerinnen und Bürger der DDR kostenlos.

Erst im Jahre 2010 hat es mit „Obamacare“  eine Verbesserung für die Bürgerinnen und Bürger der USA gegeben.  Diese ist auf heftige Widerstände gestoßen.

Barack Obama unterschreibt den Care Act am 23. März 2010

Barack Obama unterschreibt den Care Act am 23. März 2010

Bildquelle: Von Pete Souza – President Obama Signs Health Insurance Legislation Into Law, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9821547

Die republikanische Partei der USA  hat schon seit langem vor „Obamacare“ wieder abzuschaffen und durch ein anderes Gesetz zu ersetzen. Dies ist bislang noch nicht gelungen. Auch unter Präsident Trump sind die Initiativen „Obamacare“ abzuschaffen an der Uneinigkeit in den eigenen Reihen gescheitert. (siehe Wikipedia)

 

Volker Pispers Vergleich Lebensstandard USA DDR

 

 

Fast 6 Millionen Werktätige(arbeitende Menschen), das waren fast drei Viertel aller Beschäftigten, wurden in der DDR regelmäßig durch betriebliche Gesundheitseinrichtungen betreut. Es wurden Krankenhäuser und Polikliniken(die heute als „Neuerfindung des Rades“ als Ärztehäuser wiederauferstehen) gebaut und zahlreiche Feierabend-(Feierabendheim=in der DDR gebräuchliche Bezeichnung für Seniorenheim) und Pflegeheime für ältere Bürgerinnen und Bürger errichtet. Regelmäßig fanden kostenlose Reihenuntersuchungen statt, um bestimmte Krankheiten im Frühstadium zu erkennen und wirksam bekämpfen zu können. Auch in den Schulen war regelmäßig in bestimmten Abständen der Zahnarzt anzutreffen, um den Zahnstand der Kinder zu kontrollieren. Das gehörte auch zur selbstverständlichen Vorsorge, um Zahnkrankheiten bei den Kindern im Frühstadium zu erkennen. Auch regelmäßige Impfungen gegen Tetanus wurden in regelmäßigen Abständen an den Schulen durchgeführt. Früher gab es in der BRD auch solche  Vorsorgeprogramme an den Schulen, die später leider nach und nach abgebaut worden sind.

 

Altersgerechte Wohnungen DDR

Bildbeschreibung altersgerechte Wohnungen DDR

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

 

Heute sind Seniorenwohnungen nur für vermögende und reiche ältere Leute bezahlbar.

Die DDR verfügte über ein Gesundheitswesen, das für viele Länder der Erde beispielgebend war.

 

Fortsetzung auf Seite 3