Hitlerdeutschland vor der Niederlage und der Zusammenbruch des Faschistischen Blocks

Angesichts der aussichtslosen Kriegslage suchten die faschistischen Machthaber nach einem Ausweg. Sie gaben sich trügerischen Hoffnungen auf ein Auseinanderbrechen der Antihitlerkoalition hin. Bis dahin gedachten sie mit brutaler Gewalt an der Front und im Hinterland ihre Terrorherrschaft zu verlängern. Dem Volk wurde vorgelogen, es würden noch „Wunderwaffen“ eingesetzt werden, die in letzter Minute Hitlerdeutschland retten könnten.

Anweisung von HimmlerAnweisung von Himmler 2Quellenangabe Anweisung von Himmler

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Zugleich versuchten die Faschisten durch furchtbare Zerstörungen den Vormarsch der Truppen der Antihitlerkoalition aufzuhalten und die Grundlagen für den Wiederaufbau zu vernichten. Diese verbrecherische Methode erhielt die Bezeichnung Taktik der verbrannten Erde.

Faschistische Weisung ZerstörungsmaßnahmenQuellenangabe Faschistische Weisung Zerstörungsmaßnahmen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Diese verbrecherische Kriegsführung richtete sich auch gegen das deutsche Volk. Neue Maßnahmen zur Verlängerung der Herrschaft des verbrecherischen Hitlerregimes wurden erlassen. So erfolgte am 25. September 1944 die Bildung eines Volkssturmes aus Männern von 16 bis 60 Jahren. Militärisch unausgebildete Jugendliche, Kranke und Frauen schickte der deutsche Faschismus zu Zehntausenden noch in den letzten Monaten des Krieges in den Tod.

Ausbildung des Volkssturms

Ausbildung des Volkssturms für die sinnlos gewordene Verteidigung

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Schließlich sollten auch in Deutschland selbst furchtbare Zerstörungen angerichtet werden, damit ein antifaschistisch-demokratischer Aufbau auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen sollte.

Schienenwolf

Der „Schienenwolf“ im Einsatz

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Näheres zum Schienenwolf siehe Wikipedia.

 

Die Niederlagen der Faschisten an allen Fronten führten zum allmählichen Auseinanderbrechen des faschistischen Blocks. Auch in den „verbündeten“ Ländern war die Hitlerwehrmacht zum Besatzer geworden. Sie musste die einheimischen faschistischen Regierungen vor dem Volkszorn schützen und diese Länder mit Gewalt im Krieg halten. Als sich jedoch die Sowjetarmee den Grenzen der ost- und südosteuropäischen Länder näherte, vermochte Hitlerdeutschland die Volksbewegungen in diesen Ländern nicht mehr aufzuhalten.

 

Sowjetarmee an Brandenburger Tor

Die siegreiche Sowjetarmee am Brandenburger Tor in Berlin

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Unter der Führung der Arbeiterklasse wurden nationale Befreiungsfronten gebildet. Sie führten den Kampf breiter Bevölkerungsschichten, um den Krieg zu beenden und danach die antifaschistischen, demokratischen und antiimperialistischen Aufgaben zu lösen.

Zusammenbruch des faschistischen BlocksZusammenbruch des faschistischen Blocks 2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Befreiung Warschau

Sowjetische und polnische Soldaten befreien den Warschauer Stadtteil Praga

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Obwohl sich Hitlerdeutschland in einer völlig aussichtslosen Lage befand, setzte die faschistische Führung den verbrecherischen Krieg fort. Sinnlos wurden in den letzten Monaten des Krieges noch Hundertausende deutscher Menschen geopfert.

Es starben nicht nur die Soldaten an der Front, sondern es kamen viele Frauen, Kinder und alte Leute durch angloamerikanische Bombenangriffe um.

Nach Bombenangriff auf deutsche Städte

Nach Bombenangriffen auf deutsche Städte

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Diese richteten sich in der letzten Zeit des Krieges vornehmlich gegen die Zivilbevölkerung im künftigen sowjetischen Besatzungsgebiet. Damit sollten in dem von einem sozialistischen Staat besetzten Teil Deutschlands nahezu unüberwindbare Schwierigkeiten geschaffen und antifaschistisch-demokratische Umwälzungen verhindert werden.

Dresdner Altmarkt nach Bombenangriff

Auf dem Dresdner Altmarkt werden noch nach Tagen Leichen der während des Bombenangriffes umgekommenen Menschen verbrannt

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Ohne jede militärische Notwendigkeit wurde am 13. Und 15. Februar 1945 die von Flüchtlingen überfüllte Kunststadt Dresden bombardiert, wobei rund 35 000 Menschen umkamen.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Hitlerdeutschland vor der Niederlage

 

 

 

 

Die Eröffnung der zweiten Front

Als die Regierungen der Westmächte erkannten, dass die sowjetischen Truppen und bevorstehende nationale Volksaufstände in den unterjochten Ländern in der Lage sein würden, ganz Europa vom Faschismus zu befreien, ließen sie am 6. Juni 1944 in der Normandie ihre Truppen landen.

Landung der Allliierten in Frankreich: Eröffnung der zweiten Front am 6. Juni 1944

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Der machtvolle Vormarsch der Sowjetarmee hatte die Konzentration ausreichend starker deutscher militärischer Kräfte im Westen unmöglich gemacht. Die Anglo-Amerikaner drangen von Westen auf Paris vor. Sie landeten auch an der französischen Mittelmeerküste und marschierten nach Norden.

Die Invasion war für die Widerstands- und Partisanenbewegung in Westeuropa das Signal zum Volksaufstand. Noch bevor die Alliierten marschierten, gelang es französischen Patrioten, große Gebiete selbst zu befreien. Höhepunkt dieses Kampfes war der Volksaufstand in Paris am 18. August.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die Eröffnung der zweiten Front

Der Siegeszug der Sowjetarmee

Seit der Niederlage in der Kursker Schlacht im Juli 1943 bestand die Strategie der faschistischen Führung in folgendem: Das Vordringen der Sowjetarmee verzögern und möglichst wenige der eroberten Gebiete preisgeben; Kräfte für einen auch in Westeuropa erwarteten Angriff der Anglo-Amerikaner aufsparen; auf einen Streit innerhalb der Antihitlerkoalition warten, der es Hitlerdeutschland ermöglichen würde, ohne bedingungslose Kapitulation den Krieg zu beenden.

Alle diese Bemühungen und Spekulationen scheiterten sehr bald.

Am 14. Januar 1944 hatte im Raum Leningrad (heute St. Petersburg) eine gewaltige Offensive der sowjetischen Truppen begonnen, die die 900tägige Belagerung der Stadt beendete und die faschistische Wehrmacht zum Rückzug zwang.

Die Stadt Lenins, die 1939 rund 3,2 Millionen Einwohner zählte, war die zweitgrößte Stadt der UdSSR. Von September 1941 bis Januar 1944 war sie von den faschistischen Truppen eingeschlossen. Große Zerstörungen durch Artilleriebeschuss und Bombardierungen waren die Folge. Durch Beschuss und Hunger kamen während der Blockade 632 253 Menschen in der Stadt um. Es gelang den Faschisten jedoch nicht, die Standhaftigkeit der traditionsreichen Leningrader Arbeiterklasse (wovon heute nichts mehr übrig ist, P.R.) zu brechen. Selbst unter schwersten Bedingungen produzierten die Werke der Stadt für die Sowjetarmee. Unter unsäglichen Mühen wurde die einzige Verbindung zum sowjetischen Hinterland, die Eisstraße über den Ladogasee, von Ende November 1941 bis zur Schneeschmelze im April 1942 aufrechterhalten.

An der gesamten über 1000 Kilometer langen deutsch-sowjetischen Front ging die Sowjetarmee zur Offensive über. Im Sommer 1944 war der größte Teil des Territoriums der UdSSR von den Faschisten befreit. Während dieser Zeit erreichte der Volkskampf gegen die faschistischen Besatzer seinen Höhepunkt. Das Zusammenwirken zwischen Partisanenverbänden und der Sowjetarmee hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Kampfhandlungen. Die Partisanen erkundeten die Stärke und die Verteidigungsobjekte der Faschisten, zerstörten die Nachschubwege und banden die Reserven. Im Leningrader Gebiet gelang es der faschistischen Wehrmacht infolge der Partisanenaktionen zum Beispiel nicht mehr, einen regelmäßigen Eisenbahnverkehr aufrechtzuerhalten.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Der grundlegende Umschwung des Krieges. Die neue Etappe des Widerstandskampfes

Die Schlachten an der Wolga und bei Kursk

Ende des Jahres 1941 war der Blitzkrieg der Faschisten gegen die Sowjetunion trotz deren anfänglicher Misserfolge gescheitert. 1942 versuchte die faschistische Führung jedoch nochmals in einem neuen Ansturm, die UdSSR niederzuringen. Die Möglichkeiten Hitlerdeutschlands waren aber viel geringer geworden.

Aus Bericht Oberkommando WehrmachtQuellenangabe aus Bericht Oberkommando Wehrmacht

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Verluste der Hitlerwehrmacht zwangen somit die Faschisten, ihre Pläne für 1942 zu ändern und nicht weiter frontal gegen Moskau vorzugehen. Der Vorstoß zur Wolga und die Eroberung des Kaukasus mit seinen reichen Ölfeldern waren die Hauptziele dieser Offensive. Die faschistische Führung hoffte, die Sowjetunion würde dieses Mal zusammenbrechen und Hitlerdeutschland sein durch die Niederlage vor Moskau geschwundenes Ansehen wiedergewinnen

Die deutschen Faschisten konnten auch 1942 den größten Teil der Wehrmacht an der deutsch-sowjetischen Front konzentrieren. Von insgesamt 177 Infanteriedivisionen standen zum Beispiel 136 im Osten. Das war nur möglich, wie die Westmächte die Sowjetunion militärisch nicht entlasteten und die versprochene zweite Front nicht eröffneten.

Flugzeugfabrik SU

Die Sowjetvölker vollbrachten nicht nur Heldentaten an der Front, sondern auch im Hinterland: Serienherstellung von Iljuschin-Kampfflugzeugen in neuerrichteten Betrieben

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Ende Juni/Anfang Juli 1942 begannen die Faschisten im Süden der Sowjetunion einen Angriff. Es gelang ihnen, über den Don vorzustoßen und Ende August die Wolga nördlich von Stalingrad (heute Wolgograd) zu erreichen. Im Kaukasus drangen sie über den Kuban vor und eroberten das Erdölgebiet bei Maikop. Die vorgesehenen Ziele des Angriffs erreichten sie jedoch nicht. Mitte September begannen langwierige, kräftezehrende Straßenkämpfe in Stalingrad. Am 14. Oktober musste das faschistische Oberkommando den Übergang zur Verteidigung befehlen. Die deutschen Angriffskräfte waren erschöpft. Über eine Million Soldaten hatte die Naziwehrmacht seit dem Sommer verloren.

Die Schlacht an der Wolga 1942-43

Die Schlacht an der Wolga 1942/43

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Am 19./20. November 1942 traten die sowjetischen Armeen an der Wolga zum Gegenangriff an. Innerhalb von 3 Tagen war die deutsche 6. Armee unter ihrem Befehlshaber Paulus mit 300 000 Mann eingeschlossen. Aus dem Kaukasus wurden die faschistischen Truppen ebenfalls zurückgedrängt. Bald wurde die Lage der Eingeschlossenen in Stalingrad hoffnungslos. Es fehlte an Munition, Treibstoff und Verpflegung. Hunger und Seuchen schwächten die Armee. Auf ausdrücklichen Befehl des faschistischen Oberkommandos lehnte der Oberbefehlshaber der 6. Armee jedoch mehrere ehrenvolle sowjetische Kapitulationsangebote ab.

Während der Schlacht riefen deutsche Kommunisten, darunter Walter Ulbricht, Willi Bredel und Erich Weinert aus den vordersten sowjetischen Schützengräben die deutschen Soldaten auf, den sinnlosen Kampf einzustellen. An der Seite der deutschen Kommunisten standen antifaschistische Offiziere und Soldaten, die ihre ehemaligen Kameraden aufforderten, die verbrecherischen Befehle Hitlers und des faschistischen Oberkommandos nicht mehr auszuführen, um weiteres sinnloses Blutvergießen zu vermeiden.

Flugblatt 12.12.1942 1Flugblatt 12.12.1942 2Quellenangabe Flugblatt 12.12.1942

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

W.Ulbricht E.Weinert u.a.

Walter Ulbricht, Erich Weinert und andere Genossen versuchen unter Einsatz ihres Lebens von den sowjetischen Stellungen aus, die deutschen Soldaten vor ihrem sinnlosen Tod für das Hitlerregime zu bewahren

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Nach einem aussichtslosen, über zwei Monate dauernden Kampf mussten sich die Reste der 6. Deutschen Armee in Stalingrad am 2. Februar 1943 ergeben. Nur 91 000 Überlebende, zum Teil halbverhungert und mit schweren Erfrierungswunden, gerieten in sowjetische Gefangenschaft.

Sowjetische Truppen erobern Stalingrad zurück

Sowjetische Truppen erobern Meter für Meter Stalingrad zurück

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Nach der Niederlage an der Wolga hatte die faschistische Wehrmacht keine Möglichkeit mehr, an der gesamten Deutsch-sowjetischen Front eine große Angriffsoperation durchzuführen. Dem deutschen Volk logen die Faschisten vor, die militärische Kraft sei ungebrochen, denn die Armeen stünden ja noch weit in Feindesland. Die deutschen Konzerne forderten die Militärs und Hitler auf, unbedingt die eroberten Gebiete im Interesse der deutschen Rüstungsindustrie zu halten.

Auf einem begrenzten Raum versuchten die Faschisten am 05. Juli 1943 bei Kursk noch einmal einen Angriff. Dieser blieb schon in den ersten Tagen stecken. Am 12. Juli gingen die sowjetischen Truppen zum Gegenangriff über. Die Schlacht bei Kursk führte zu einer neuen großen Niederlage der faschistischen Wehrmacht.

Der Umschwung im Verlauf des Krieges zugunsten der Antihitlerkoalition, der sich mit der Schlacht bei Moskau abgezeichnet hatte und in Stalingrad offensichtlich geworden war, wurde mit dem Sieg der Sowjetarmee bei Kursk vollendet.

Nach der Schlacht bei Kursk setzten sowjetische Truppen an anderen Abschnitten der Front die Offensive fort. Bis Ende des Jahres 1943 mussten sich die Faschisten im Süden der UdSSR um 1200 Kilometer und im Mittelabschnitt um rund 500 Kilometer zurückziehen. Sie verloren zwei Millionen Mann an Toten, Vermissten und Verwundeten.

Reste Schlacht an der Wolga

Reste der faschistischen Armee nach der Schlacht an der Wolga

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Der Sieg der UdSSR bei Stalingrad und Kursk sowie die Befreiung der Hälfte des gesamten von den Faschisten besetzten sowjetischen Gebietes bis Ende 1943 ließen den Glauben an den Sieg bei allen gegen den deutschen Imperialismus kämpfenden Völkern zur Gewissheit werden.

Festsetzung deutscher Monopolkapitalisten

Die deutschen Monopolkapitalisten glaubten, sich für immer in den besetzten sowjetischen Gebieten festsetzen zu können. Eine unmenschliche Ausbeutung und Ausnutzung der Rohstoffreserven brachte für die deutschen Imperialisten jetzt auch Profite aus den der Aggression zum Opfer gefallenen Gebieten

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Der beginnende Zerfall des faschistischen Blocks. Die Niederlagen in Nordafrika und Italien

Die deutschen Faschisten mobilisierten 1943 noch einmal bedeutende Kräfte, um den Krieg weiterzuführen, obwohl die Niederlagen an der deutsch-sowjetischen Front sowie in Nordafrika und Italien deutlich machten, dass der Krieg für sie verloren war. Trotzdem planten die Faschisten den Tod weiterer Millionen deutscher Männer und Frauen ein, um ihre eigene Herrschaft zu verlängern. An der Wende des Jahres 1942/43 wurden umfangreiche Maßnahmen beschlossen, um die Rüstungsproduktion zu vergrößern und noch mehr Männer zur Wehrmacht einzuziehen. Diese Maßnahmen trugen die Bezeichnung totaler Krieg. Die großen Konzerne nutzten den totalen Krieg, um ihren Einfluss auszudehnen. Die führenden Vertreter der Rüstungs- und Grundstoffindustrie erlangten die absolute Herrschaft über die deutsche Wirtschaft und bestimmten, wer noch was produzieren durfte. Jeder Industriezweig wurde von dem führenden Konzern des entsprechenden Bereichs beherrscht und gelenkt.

Kriegsverlauf 1942-43 Mittelmeerraum 1Kriegsverlauf Mittelmeerraum 1942-43 2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Diese Maßnahmen und die brutale Ausbeutung der besetzten Länder führten zu einer gewissen Verstärkung der Wehrmacht und der Rüstung. Dennoch brachten sie nicht die erwarteten Erfolge. Unter der kapitalistischen Gesellschaftsordnung war es unmöglich, das Volk restlos für diesen ungerechten Krieg zu mobilisieren, der zum Nutzen der herrschenden Klasse geführt wurde. Das insgesamt für die deutschen Imperialisten unbefriedigende Ergebnis der totalen Kriegsführung zeigte auch, dass beim Volk der Glaube an den Sieg sank und es weitaus weniger als früher bereit war, freiwillig weitere Opfer zu bringen.

Maßnahmen der Faschisten totale Kriegsführung

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Abtransport von Zwangsarbeiterinnen

Sowjetbürgerinnen werden zur Zwangsarbeit nach Deutschland abtransportiert

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Der wachsende Widerstand in den besetzten Gebieten

Nach den faschistischen Niederlagen bei Stalingrad und Kursk kam es zu einem gewaltigen Aufschwung der Partisanen- und Widerstandsbewegung in ganz Europa.

In der Sowjetunion nahm der Kampf der Partisanen den Charakter großer Schlachten an. Allein 1943 verursachten Partisanen im Hinterland der faschistischen Truppen etwa 11 000 Schienensprengungen, 6000 Zugzusammenstöße, vernichteten oder beschädigten die 6000 Lokomotiven, 40 000 Waggons, 22 000 Kraftfahrzeuge und sprengten sie 5500 Straßen- und 900 Eisenbahnbrücken.

Zum Entgleisen gebrachter Zug

Zum Entgleisen gebrachter Transportzug in der Nähe von Wilnjus

Sowjetische Partisanen

Sowjetische Partisanen bereiten eine Sprengung einer Eisenbahnlinie vor

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

In Polen entstanden Volksgarden, die sich bemühten, den gemeinsamen Kampf aller Widerstandskräfte zu organisieren. Auf dem Territorium der Sowjetunion stellten polnische Patrioten mit Hilfe der UdSSR seit Mai 1943 die Volksarmee auf, die im Sommer 1944 die Stärke von 100 000 Mann erreichte und an vorderster Front gegen die Faschisten kämpfte.

Vereidigung eines polnischen Offiziers

Vereidigung eines Offiziers der polnischen Division „Tadeusz Kosciusko“

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Als die SS die im Warschauer Ghetto eingepferchten Juden in die Todeslager von Auschwitz und Majdanek verschleppen wollte, erhoben diese sich am 19. April 1943 zum bewaffneten Aufstand. Brutal ermordete die SS bei seiner Unterdrückung allein in Warschau über 56 000 Juden.

Abtransport von Juden aus Warschauer Ghetto

Abtransport von Juden aus dem Warschauer Ghetto in die Vernichtungslager

 

 

 

 

 

 

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

In Jugoslawien hatte die 1943 rund 300 000 Mann zählende Volksbefreiungsarmee fast die Hälfte des Lands befreit.

Jugoslawische Partisanen

Jugoslawische Partisanen im Einsatz

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

In Griechenland kontrollierten die Patrioten 1943 ein Drittel des Landes.

In Frankreich wurden Ende 1943 alle Kampforganisationen zur Widerstandsbewegung unter der Führung eines Nationalrates zu einer einheitlichen Armee zusammengeschlossen. Zehntausend junger Franzosen entzogen sich durch Flucht und Übergang zu den Partisanen der Zwangsverschickung nach Hitlerdeutschland. Im September 1943 befreiten französische Patrioten die Insel Korsika.

Der Widerstandskampf und die Partisanenbewegung trugen einen internationalen Charakter. Die Ziele der weltweiten Antihitlerkoalition waren auch die Ziele des Widerstandskampfes. Die Arbeiterklasse und die werktätigen Bauern waren die Hauptträger dieser Bewegung. Sie stellten die Masse der illegalen Kämpfer und brachten die meisten Opfer. Die kommunistischen und Arbeiterparteien waren die führende Kraft im Widerstandskampf. Ihre Mitglieder standen in allen Ländern in der ersten Reihe des Kampfes.

Am 08. September 1943 wurde der tschechische Nationalheld Julius Fucik in Berlin von den faschistischen Henkern ermordet. Er schmuggelte aus dem Gefängnis das Buch „Reportage unter dem Strang geschrieben“, ein bedeutendes Dokument des Kampfes der tschechoslowakischen patriotischen Kräfte. Den faschistischen Blutrichtern, die ihm die Treue zur UdSSR vorwarfen, sagte er stolz ins Gesicht: „Jawohl, ich habe der Sowjetunion geholfen. Und das ist das Beste, was ich während der 40 Jahre meines Lebens geleistet habe.“

In der Sowjetunionwaren viele Kommunisten und Komsomolzen am Partisanenkampf beteiligt. In Belorussland kämpften 25 152 Kommunisten und 73 000 Komsomolzen illegal gegen die faschistische Wehrmacht. In der Ukraine waren es 15 000 Kommunisten und 26 000 Komsomolzen. 80 Prozent der 15 000 Mitglieder der Kommunistischen Partei Jugoslawiens fielen im Kampf, aber 100 000 andre Kämpfer traten bis Januar 1945 der Partei bei. Die Kommunistische Partei Frankreichs verlor im Kampf gegen die faschistischen Besatzungstruppen 75 000 Mitglieder.

Die Kraft und Stärke der sowjetischen Soldaten und Partisanen sowie aller antifaschistischen Widerstandskämpfer entsprang den gerechten Zielen ihres Kampfes, die mit den Lebensinteressen der Völker übereinstimmten.

Lenin über Rolle der Volksmassen im KriegeQuellenangabe Lenin über Rolle der Volksmassen im Kriege

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die deutschen Faschisten gingen bei der Unterdrückung des Widerstandskampfes und der Partisanenbewegung, die immer größere Kräfte Hitlerdeutschlands banden, mit größter Grausamkeit vor.

Am 10. Juni 1942 zerstörten sie die Bergarbeitersiedlung Lidice, als „Vergeltung“ für die Erschießung des SS-Mörders und stellvertretenden Reichsprotektors Heydrich durch tschechische Widerstandskämpfer. Sie erschossen wahllos 199 Männer und 9 Frauen und verschleppten 203 Frauen und 93 Kinder in Konzentrationslager. Ebenso grausam wurde als angebliches Versteck von Widerstandskämpfern das französische Dorf Oradour-sur-Glane am 10. Juni 1944 von der SS zerstört, wobei 642 Männer, Frauen und Kinder niedergeschossen oder lebendig verbrannt wurden – die Männer in Scheunen und Garagen, die Frauen und Kinder in der Kirche.

Faschistische Soldaten führen Massenhinrichtungen durch

Faschistische Soldaten führen Massenhinrichtungen durch

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Weder der Terror gegen die Widerstandskämpfer noch die totale Kriegsführung konnten jedoch die herannahende Niederlage Hitlerdeutschlands aufhalten.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der grundlegende Umschwung des Krieges. Die neue Etappe des Widerstandskampfes

 

 

 

 

 

 

 

Befreiung der KZs Auschwitz und Dachau

Was war die DDR ?

Zeitzeugen erinnern sich

Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Don Greenbaum gehörte zu jenen Soldaten, die das KZ Dachau befreiten. Iwan Stepanowitsch Martynuschkin gehörte damals zu den sowjetischen Soldaten die das KZ Auschwitz befreiten

Die Berichte der Zeitzeugen befinden sich im SPIEGEL-Artikel (DER SPIEGEL Nr. 5/15.01.2020) Siehe angehängte PDF-Datei.

Der Zeitzeuge der der US-Armee:

GI Greenbaum

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

ehemaliger US-Soldat Greenbaum Zeitzeuge Don Greenbaum heute

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGE
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Der Zeitzeuge der Sowjetarmee:

Offizier Martynuschkin

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Ehemaliger Sowjetkämpfer Martynuschkin Zeitzeuge Stepanowitsch Martynuschkin heute

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Der SPIEGEL-Artikel hängt als PDF-Datei an. Bitte auf den Link klicken. Leider ist eine bessere Qualität nicht möglich, da der Artikel aus der gedruckten Ausgabe abfotografiert ist und DER SPIEGEL glänzendes Papier hat. Wenn das Dokument nicht lesbar ist, bitte melden. Dan versuche ich…

Ursprünglichen Post anzeigen 93 weitere Wörter

Der 20. Juli 1944 – Widerstand oder Putschversuch?

Gastbeitrag von Gerd Pehl

 

Viel wurde über diesen Tag an Filmmaterial geschaffen und noch mehr geschrieben. Nun könnte man meinen, dass alles gesagt ist – das er Geschichte ist. Aus der Geschichte sollten die richtigen Lehren für die Gegenwart und Zukunft gezogen werden. Deshalb ist es wichtig, geschichtliche Ereignisse zu verstehen und richtig einzuordnen. Um das Ereignis vom 20. Juli 1944 richtig zu verstehen und einzuordnen, ist es notwendig, die neben der politische auch die militärische Situation des Deutsche Reichs 1944 zu kennen.

Der Zweite Weltkrieg begann mit dem Blitzkrieg gegen Polen 1939 und setzte sich fort mit den Blitzkriegen gegen Dänemark und Norwegen (April–Juni 1940) sowie gegen die Niederlande, Belgien und Frankreich (Mai–Juni 1940), die ebenfalls für die Wehrmacht erfolgreich verliefen. Diese Erfolge stärkten den Glauben der Generäle, Offiziere und Soldaten von einer Unverletzlichkeit der deutschen Armee. Großbritannien hatte Frankreich bei seiner Verteidigung unterstützt und zog sich kurz vor der Kapitulation Frankreichs zurück. Damit hatten Hitler und Goering, Chef der Luftwaffe, ein schmerzliches Problem. Großbritannien war nicht zu schlagen und wollte nicht kapitulieren.
Die Wehrmacht setzte die Erfolge im Balkankrieg gegen Jugoslawien und Griechenland (April 1941) und im Kampf um Insel Kreta (Mai 1941) fort. Die Verluste an Menschen und Material besonders im Krieg gegen Kreta waren hoch, was aber die Kampfmoral der Offiziere und Soldaten nicht schwächte, weil sie die Siege in nur wenigen Tagen errungen hatten.
Am 22. Juni 1941 fiel die Wehrmacht in die Sowjetunion ein. Hitlers Strategie war erneut ein Blitzkrieg. Dazu setzte er drei Heeresgruppen ein – Heeresgruppe Nord: über die Baltischen Staaten nach Leningrad (heute St. Petersburg), Heeresgruppe Mitte: über Belarus nach Moskau, Heeresgruppe Süd: über Ukraine zur Krim. Hinzu kamen Verbände aus dem besetzten Norwegen, die in Richtung Murmansk zu dem dortigen Hafen und der Eisenbahnverbindung vordringen sollten. Soldaten aus den verbündeten Staaten Rumänien, Italien, Slowakei und Ungarn sowie Finnland traten hinzu.

Schon im März 1941 hatte Hitler vor höheren Offizieren verkündet, dass der bevorstehende Krieg ein rassenideologischer Vernichtungskrieg und ohne Rücksicht auf kriegsvölkerrechtliche Normen zu führen sei. Damit war für die Schutzstaffel (SS) und den Sicherheitsdienst (SD) der Weg zur Ermordung der jüdischen Bevölkerung sowie der Funktionäre der KPdSU und des Komsomol bereitet worden.
Die erste schmerzvolle und vernichtende Niederlage erlitt die deutsche Armee im Winter 1941 vor Moskau, indem die Rote Armee sie zum Rückzug zwang. Damit war der Blitzkriegsstrategie Hitlers ein Ende gesetzt. Im Sommer 1942 entbrannte die Schlacht um Stalingrad und Januar 1943 kapitulierte die 6. Armee der Wehrmacht, was zur Absetzung der Generäle der drei Heeresgruppen führte. Im Sommer 1943 machte die Roten Armee in der Schlacht um Kursk große Geländegewinne. Hinzu kam, dass die Alliierten (USA, UK, Kannada) am 10. Juli 1943 auf Sizilien landeten, was Hitler zur Stärkung der Westfront veranlasste. Dennoch versuchte die Wehrmacht zumindest die eroberten sowjetischen Gebiete in der Ukraine, Belarus und das Leningrader Gebiet zu halten. Am 27. Januar 1944 hatte die Rote Armee Leningrad nach 900-tägiger Belagerung befreit. Am 6. Juni 1944 eröffneten die Alliierten ihren Einsatz an der Westflanke der Wehrmacht. Im Juni 1944 zerschlug die Rote Armee die Heeresgruppe Mitte. Der Vormarsch der Roten Armee war nicht mehr aufzuhalten. Aber Hitler wollte den Krieg nicht als verloren akzeptieren.

Diese Ereignisse des 2. Weltkriegs waren für einige Angehörigen alter preußischer Adels-, Offiziers- und Beamtenfamilien ausschlaggebend, sich zu Widerstandsgruppen zu vereinigen. Ihr Ziel war der Sturz Hitlers. Sie konnten die massenhafte Ermordung der Juden und Kommunisten hinter der Frontlinie in der Sowjetunion und anderen Ländern durch die SS, dem SD und der Waffen-SS nicht mittragen, obwohl sie 1933 die Errichtung des Nationalsozialismus begrüßt hatten und als Hitler 1941 zu den dreckigsten Mitteln einer Kriegsführung griff, die den Namen nicht mehr verdiente, begehrten sie auch nicht auf. Die Tradition des Gehorsams versagte ihnen folgerichtig zu handeln. Aber sie konnten sich nicht zu einer gemeinsamen Bewegung zusammenschließen. Sie waren sich zwar einig, dass Hitler als Führer des Deutschen Reichs weg muss. Jedoch gab es keine gemeinsame Auffassung wie die Beseitigung erfolgen soll. Einige lehnten die Ermordung Hitlers ab. Andere lehnte eine Zusammenarbeit mit den im Untergrund agierenden Kommunisten und Sozialdemokraten ab.
Auch gab es keine einheitliche Vorstellung, welche Staatsform nach der Beseitigung Hitlers der deutsche Staat haben soll. Einige wollten die Monarchie errichten, hatten Kontakte zum Kaiserenkel Luis Ferdinand Prinz von Preußen aufgenommen. Stärker war die Vorstellung von einer konservativ-rechtsstaatlichen Republik, dominiert von Eliten des Großkapitals, der Großgrundbesitzer, des Militärs und der Beamtenschaft. Genau sie hatten wesentlich zur Errichtung der Nazidiktatur beigetragen. Einige wie Leber, Leuschner und Maaß waren bereit zur bedingungslosen Kapitulation, andere aber wie Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Hassel, Goerdeler und der im Sommer 1944 zur Opposition zugestoßene Generalfeldmarschall Erwin Rommel wollten einen Waffenstillstand mit den Westalliierten und die Weiterführung des Krieges im Osten.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg, geboren am 15. November 1907, stammt aus einer süddeutschen katholischen Adelsfamilie. Sein Vater war Oberhofmarschall von Wilhelm II., König von Württemberg. Mütterlicherseits hat er Blut preußischer Vorfahren. Der preußische Heeresreformer Graf von Gneisenau war sein Urgroßvater.
Nach erfolgreichem Abitur trat von Stauffenberg im März 1926 dem Bayrischen Reiterregiment bei, wurde nach einem Jahr zur Infanterieschule kommandiert, die er August 1929 mit der Beförderung zum Fähnrich erfolgreich absolviert hatte. Am 01. Januar 1930 wurde er bei der Offiziersprüfung als Jahrgangsbester zum Leutnant (mit Ehrensäbel) befördert. Gegen Ende der Weimarer Republik stand von Stauffenberg Kreisen Konservative Revolution nahe, die zum aufkommenden Nationalsozialismus einige Berührungspunkte hatte wie Führertum, Rassengedanke, Volksgemeinschaft, neue deutschbestimmende Rechtsordnung und den Grundsatz ,Gemeinnutz geht vor Eigennutz‘. Bei der Reichstagswahl April 1932 sprach er sich gegen Hindenburg für Hitler aus und begrüßte am 30. Januar 1933 die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler. Von Stauffenberg war an der Ausbildung der SA beteiligt, organisierte die Übergabe der Waffendepots an die Reichswehr und wurde am 1. Mai 1933 zum Oberleutnant befördert. 1934 wurde er als Beratender-Offizier zur Kavallerie-Schule Hannover versetzt, wo er sich durch seine Studien über moderne Waffen und Fallschirmjäger auszeichnete. Am 1. Oktober 1936 wurde er zur Generalstabsausbildung an der Kriegsakademie Berlin kommandiert, am 1. Januar 1937 zum Rittmeister befördert und nahm im Juli 1938 als Zweiter Generalstabsoffizier (Ib) an der Besetzung des Sudetenlandes teil.

1939 wurde von Stauffenberg im Polenfeldzug eingesetzt. Von dort schrieb er an seine Frau:
„Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun. In Deutschland sind sie sicher gut zu gebrauchen, arbeitsam, willig und genügsam.“

Peter Graf Yorck von Wartenburg und Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld baten von Stauffenberg, sich zum Adjutanten Walter von Brauchitschs, der Oberbefehlshaber des Heeres war, ernennen zu lassen, um an einem Umsturzversuch teilnehmen zu können. Von Stauffenberg lehnte ab. Im Januar 1940 wurde er zum Hauptmann i. G. (im Generalstab) ernannt, nahm als Generalstabsoffizier der 6. Panzerdivision an den Feldzug gegen Frankreich teil und wurde am 31. Mai 1940 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse – also für hervorragende militärische Verdienste – ausgezeichnet. Im April 1941 wurde er zum Major (i. G.) befördert und in das Oberkommando des Heeres versetzt wurde. Von Stauffenberg hatte die im Dezember 1941 in Hitlers Hände übernommene Vereinheitlichung der Befehlsgewalt des Oberbefehlshabers des Heeres und des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht gutgeheißen.
Nun gehörte von Stauffenberg als Gruppenleiter der Gruppe II der Organisationsabteilung im Oberkommando des Heeres (OKH) zu den maßgebenden Offizieren, die bewusst auf einen Wandel der Politik in den besetzten Gebieten hinarbeiteten und wandte sich besonders in dem Zusammenhang mit der Kampfführung der im Kaukasus vordringenden Heeresgruppe A (Hitler hatte die Heeresgruppe Süd im Juli 1942 in Heeresgruppe A – Richtung Kaukasus – und in Heeresgruppe B – Richtung Stalingrad – geteilt) den Fragen der Freiwilligen in den sogenannten Ostlegionen zu, dabei ging es um die Gewinnung von entlassenen Kriegsgefangenen und Überläufern für den Kampf auf deutscher Seite. Hierzu gab seine Abteilung die Richtlinien für die Behandlung turkmenischer und kaukasischer Soldaten – der slawischen Untermenschen – heraus und steuerte im August 1942 die Organisation wie auch den Einsatz der Ostlegionen.
Von Stauffenberg war zwischenzeitlich im Generalstab des Heeres, wurde am 1. Januar 1943 zum Oberstleutnant i. G. befördert und im März 1943 als Ia (Erster Generalstabsoffizier der Führungsgruppe) zur 10. Panzer-Division, die von Frankreich nach Tunis verlegt wurde, um den Rückzug von Generalfeldmarschall Erwin Rommels Armee gegen die in Nordafrika gelandeten Alliierten zu decken. Bei einem Tieffliegerangriff der Engländer am 7. April 1943 wurde er schwer verletzt. Es musste sein linkes Auge, die zerschossene rechte Hand sowie Ring- und Kleinfinger der linken Hand amputiert. Für seine Verwundung wurde ihm das Goldene Verwundetenabzeichen verliehen. Am 8. Mai wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.
Im Herbst 1943 – nach seiner Genesung – ließ er sich nach Berlin versetzen, suchte bewusst Kontakt zu den Hitlergegnern wie dem Leiter des Allgemeinen Heeresamtes General der Infanterie Friedrich Olbricht und der Generalmajor Henning von Tresckow. Er war zu der Auffassung gelangt, dass nur die Wehrmacht als einzige von der Gestapo (Geheimen Staatspolizei) und dem SD kaum infiltrierte Organisation über die nötigen Machtmittel zum Umsturz verfügte. Mitte Juni 1944 wurde er Chef des Stabes bei Generaloberst Friedrich Fromm und wurde am 1. Juli 1944 zum Oberst i. G. befördert.

Spätestens Anfang 1944 war deutlich geworden, dass eine militärische Niederlage und damit der Zusammenbruch des Deutschen Reichs unabänderlich sind. Trotzdem gab das deutsche Militär nicht auf, sondern kämpfte verbittert weiter. Von Stauffenberg und von Treskow fühlten sich dennoch verpflichtet, die Vorbereitungen zur Beseitigung Hitlers voranzutreiben.

Von Stauffenberg arbeitete gemeinsam mit General Friedrich Olbricht, Oberst Albrecht Ritter Merz von Quirnheim und Henning von Tresckow den Operationsplan Walküre aus, der offiziell die Niederwerfung möglicher innerer Unruhen vorsah. Von Stauffenberg und Tresckow fügten dem Plan einige weitere Befehle hinzu und machten aus Walküre einen Operationsplan für den Staatsstreich. Er sah vor, die Ermordung Hitlers zunächst einer Gruppe „frontfremder Parteifunktionäre“ anzulasten, um damit einen Grund für die Verhaftung der Führungsspitzen der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei), der SS, des SD und der Gestapo zu haben. Die Befehlshaber der Wehrkreiskommandos im gesamten Reich sollten sofort nach der Auslösung von Walküre entsprechende Befehle erhalten. Das Militär sollte die ausführende Gewalt übernehmen.

Von Stauffenberg wurde zum Stabschef des Allgemeinen Heeresamtes im Berliner Bendlerblock ernannt und hatte damit Zugang zu den Lagebesprechungen im Führerhauptquartier. Er unterstand General Friedrich Olbricht, baute mit dessen Förderung ein militärisch-oppositionelles Netz auf, koordinierte die Attentatspläne mit Carl Friedrich Goerdeler und Generaloberst Ludwig Beck, hielt Verbindung zum zivilen Widerstand um Julius Leber, Wilhelm Leuschner sowie zu den Mitgliedern des Kreisauer Kreises, zu dem auch sein Cousin Peter Graf Yorck von Wartenburg gehörte.

Am 1. Juli 1944 wurde von Stauffenberg Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres (BdE) des Generalobersts Fromm. Damit saß er nun gemeinsam mit Olbricht und Mertz von Quirnheim in der Schaltzentrale für die geplante Operation Walküre. Am 7. Juli 1944 entschloss sich auf Anregung Stauffenbergs der Mitverschwörer Generalmajor Hellmuth Stieff, im Schloss Kleßheim bei Salzburg anlässlich einer Vorführung neuer Uniformen Hitler umzubringen. Stieff versagten jedoch die Nerven und konnte das Attentat nicht auszuführen. Daraufhin entschloss sich von Stauffenberg zum dritten Mal, die Ermordung Hitler auszuführen. Zuvor hatte er zwei Versuche abgebrochen, weil Himmler und/oder Goering nicht anwesend waren.
Am 18. Juli wurde von Stauffenberg für den 20. Juli ins Führerhauptquartier bestellt, um dort über geplante Neuaufstellungen von Truppen zu berichten. Er flog am 20. Juli um 7:00 Uhr mit seinem Adjutanten, Oberleutnant Werner von Haeften, vom Flugplatz Rangsdorf bei Berlin zur Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen. Generalmajor Stieff hatte für das Attentat auf Hitler zwei Sprengstoffpäckchen mit je 975 Gramm und entsprechende Zündmittel beschafft. Von Stauffenberg konnte für die Explosion aus Zeitgründe nur eine vorbereiten. Die vorbereitete Charge legte er in seine Aktentasche, stellte diese im Besprechungsraum unter dem Kartentisch neben einem massiven Tischblock. Unter dem Vorwand telefonieren zu müssen, verließ er die Besprechung. Die zweite Charge, die die Sprengwirkung zweifellos erhöht hätte, verblieb bei Haeften und wurde während der Rückfahrt zum Flughafen Rastenburg aus dem offenen Wagen geworfen, die von der Kriminalpolizei später gefunden wurde. Da es in der Holzbaracke ziemlich warm war, waren die Fenster geöffnet. Die offenen Fenster und der massive Tischblock reduzierten die Wirkung der Sprengladung. Die Sprengladung detonierte um 12:42 Uhr in der mit 24 Personen gefüllten Holzbaracke. Hitler und weitere 19 Anwesende überlebten die Detonation.

Von Stauffenberg und Haeften flogen in dem Glauben, Hitler sei tot, nach Berlin zurück. Wenige Minuten nach der Explosion gelangte die Nachricht, dass Hitler überlebt hatte, nach Berlin. Der Mitverschwörer Oberst Hahn informierte in einem Telefonat aus der Wolfsschanze General Thiele im Bendlerblock, dass Hitler das Attentat überlebte. Thiele benachrichtigte die Generäle Olbricht und Hoepner von dem Telefonat, die daraufhin entschieden, Walküre noch nicht auszulösen. Von Stauffenberg landete um 15:45 Uhr in Berlin, beteuerte in einem Telefonat mit Olbricht wahrheitswidrig, dass er mit eigenen Augen gesehen habe, dass Hitler tot sei, und begab sich zu Olbricht in den Bendlerblock. Erst gegen 16:30 Uhr – fast vier Stunden nach dem Attentat – wurde Walküre ausgelöst.

Schwere Mängel zeigten sich in Vorbereitung und Durchführung des Umsturzversuchs. Das Senden der Fernschreiben zu den Wehrkreisen zog sich über Stunden hin, kreuzten sich ab etwa 16 Uhr mit Fernschreiben aus der Wolfsschanze, dass Befehle aus dem Bendlerblock ungültig seien. Die meisten Offiziere außerhalb des Bendlerblocks verhielten sich wegen dieser widersprüchlichen Lage abwartend und beachteten die Fernschreiben mit den Walküre-Befehlen weitgehend nicht. Zwar hielten sich Georg und Philipp Freiherr von Boeselager bereit, mit ihren Regimentern auf das „führerlose“ Berlin zu marschieren, die ungewisse Lage hielt sie davon ab, es zu tun. Von Stauffenberg, Olbricht, Mertz von Quirnheim und Haeften ließen Generaloberst Fromm verhaften, der sie bis dahin gedeckt hatte, weil er angesichts der unsicheren Nachrichtenlage von einer Beteiligung am Umsturzversuch nichts mehr wissen wollte. Der Einmarsch der Truppen in Berlin unterblieb, und am späten Abend meldete sich Hitler selbst in einer Rundfunkansprache zu Wort.

Gegen 22:30 Uhr verhaftete eine Gruppe regimetreuer Offiziere, unter ihnen Otto Ernst Reimer, von Stauffenberg und die Mitverschwörer. Generaloberst Fromm gab unter Berufung auf ein Standgericht, das angeblich stattgefunden habe, noch am Abend des 20. Juli den Befehl, Claus Schenk Graf von Stauffenberg gemeinsam mit Werner von Haeften, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Friedrich Olbricht zu erschießen; die Erschießungen können kurz vor oder kurz nach Mitternacht erfolgt sein. Die Exekution fand im Hof des statt. Von Stauffenbergs letzte Worte sollen der Ausruf „Es lebe das heilige Deutschland!“ gewesen sein. Am folgenden Tag wurden die Leichen der Erschossenen mit ihren Uniformen und Ehrenzeichen auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof Berlin bestattet. Himmler ließ sie ausgraben und ordnete ihre Verbrennung an. Ihre Asche wurde über die Rieselfelder von Berlin verstreut.

Das Scheitern des Unternehmens löste eine gewaltige Terrorwelle aus. Im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Attentatsversuch fielen dieser etwa 180 Menschen zum Opfer: 110 Hitlergegner wurden hingerichtet, 15 in den Selbstmord getrieben, andere ohne Gerichtsurteil ermordet. Zu den Opfern gehört auch der Vorsitzende der KPD Ernst Thälmann, der auf direkter Weisung Hitlers nach 11-jähriger Einzelhaft am 18. August 1944 im KZ Buchenwald erschossen wurde.
Jährlich wird in der Bundesrepublik an den 20. Juli 1944 mit Gedenkveranstaltungen erinnert. Dennoch gibt es nach 74 Jahren innerhalb der Bevölkerung keine einheitliche Sichtweise zu diesem Ereignis. Dass ist auch nicht mit der Benennung von Schulen, Kasernen, Straßennamen, Gedenktafeln usw., die auf Stauffenberg verweisen, zu erreichen. Dass dieses Ereignis eine beachtenswerte Tat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg war, für die er ganz bewusst sein Leben einsetzte, ist unbestritten. Die Historiker waren sich schnell einig, dass dieses Ereignis ein Ausdruck des Widerstands gegen das Hitler-Regime war. Historiker der DDR begannen Anfang der 1980er Jahre davon auszugehen, dass dieses Ereignis als Widerstand gegen Hitler betrachtet werden könne. Die breite Bevölkerung der DDR hat diese Sichtweise nicht in sich verinnerlicht. Es ist den Historikern der BRD und auch der DDR bisher nicht gelungen nachzuweisen, wann Generäle, Offiziere, Großgrundbesitzer, Persönlichkeiten des Bürgertums des Hitler-Regimes wirklichen Widerstand gegen Hitler-Regime leisteten. Es fanden sich gleichgesinnte Militärs und Bürgerleute in Gruppen zusammen und sprachen über eine Änderungen der Politik und des Krieges, aber sie haben keinen Widerstand geleistet. Sie riefen nicht zu Aktionen auf, um den verbrecherischen Krieg zu beenden. Es gab keinen General oder Offizier, der Soldaten aufforderte, das Gewehr oder Geschütz umzudrehen, weil nicht vor ihm, sondern hinter ihm der Feind steht. Auch von Stauffenberg hatte nur das Ziel vor Augen, Hitler zu töten. Das faschistische Regime wollte auch er nicht beseitigen, das ist dem unter seiner Federführung ausgearbeiteten Walküre-Programm deutlich zu entnehmen. Nicht ein Wort enthält das Programm, dass zumindest Himmlers nachstehende Führungskräfte in der SS und die Führungskräfte der Gestapo zu beseitigen sind, die Wehrmacht aus den eroberten Ländern abgezogen werden, sondern dass daran weiter festgehalten wird und wie. Es ist diesem Programm nicht zu entnehmen, wie mit den politischen Gefangenen in den Konzentrationslagern und in den Gefängnissen und Zuchthäusern verfahren wird. Der SD ist zu beseitigen und die Waffen-SS ist dem Heer zu unterstellen, so steht es in dem Walküre-Programm. In den Zusammenhang sei an den Brief, den von Stauffenberg 1939 an seine Frau aus dem besetzten Polen schrieb erinnert. Dieser Feldpostbrief verdeutlicht sein nationalsozialistisches und antisemitisches Denken, das er auch bei dem Tötungsversuch von Hitler behielt. Das verdeutlicht auch die Tatsache, dass von Stauffenberg die zweite Charge nicht in seine Aktentasche legte. Wenn sie auch nicht zur Explosion vorbereitet war, so wäre sie durch die Explosion der vorbereiteten Charge ebenfalls zur Explosion gebracht worden, was die Wirkung wesentlich erhöht hätte. Genau das wollte er nicht. Er bedauerte zuvor in einem Gespräch, dass diese Aktion unschuldige Generäle trifft. Mit seiner militärischen Ausbildung und seinen militärischen Kämpfen, für die er das Eiserne Kreuz 1.Klasse und das Deutsche Kreuz in Gold – die Höchste Auszeichnung im faschistischen Reich – verliehen bekam, ist Ausdruck dafür, dass er nicht wollte, dass die faschistischen Generalstabsleute ums Leben kommen. Wer glaubt, dass, wäre das Attentat gegen Hitler erfolgreich gewesen, der faschistische Staat beseitigt worden wäre, irrt sich gewaltig. Deshalb wurde die Überschrift mit dem Fragezeichen versehen, weil jeder selbst entscheiden muss, ob er das Attentat vom 20. Juli 1944 als Widerstand oder als Versuch eines Putsches bewertet.

 

Nachtrag von Gerd Pehl

Auch Historiker gehen davon aus, dass von Stauffenberg es wusste und somit bewusst seinem Adjutanten Oberleutnant von Haeften die zweite Charge übergab, statt sie in die Aktentasche zu legen, die sie dann auf dem Weg zum Flughafen Rastenburg aus dem Auto warfen. Er wollte eben Hitlers Chefplaner, 1. Generalstabsoffizier Adolf Heusinger, andere gute Generalstäbler nicht töten. So wurde Heusinger bei Konrad Adenauer wieder Chefplaner der Bundeswehr und von April 1961 bis einschließlich März 1964 Vorsitzender des „Ständigen Militärausschusses der NATO“. Für mich ist von Stauffenberg  kein Widerstandkämpfer.

Anti-Hitler-Koalition

Als Anti-Hitler-Koalition wird das Militärbündnis aus den drei alliierten Hauptmächten Sowjetunion, Großbritannien, USA und weiteren Staaten bezeichnet, das in Folge der am II. Weltkrieg von den Achsenmächten Deutsches Reich(unter Führung Adolf Hitlers), Königreich Italien und Kaiserreich Großjapan begonnenen militärischen Auseinandersetzungen entstand.

Alle Ressentiments gegen die Sowjetunion traten mit dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion in den Hintergrund. Im Interesse des Kampfes gegen den nunmehr gemeinsamen Feind mussten die Gegensätze zurückgestellt werden. In einer spontanen Rede am 22. Juni 1941 erklärte Churchill, dass seine bisher antikommunistischen Äußerungen verblasst seien vor den Vorgängen in Osteuropa und dass Großbritannien jetzt an der Seite der UdSSR stünde und ihr jegliche Hilfe zuteil werden lasse. Bekanntlich änderte sich nach dem II. Weltkrieg die Haltung Churchills wieder. Er war es, der den Kalten Krieg eröffnete. („Wir haben das falsche Schwein geschlachtet.“)

(Fultonrede)

 


 

Am 1. Oktober 1941 fand in Moskau eine gemeinsame Konferenz über die militärische und wirtschaftliche Unterstützung der Sowjetunion statt, auf denen die Lieferung von Kriegsgütern nach dem Leih- und Pachtgesetz beschlossen wurde. Im Verlaufe des Krieges sollte sie gewaltige Materiallieferungen erhalten, wobei in erster Linie nicht so sehr die Waffenlieferungen, sondern die Lieferung von – für die neuzeitliche Kriegsführung unerlässlichen – Transportmitteln wie 427.284 Lastkraftwagen, 1.966 Lokomotiven und 11.000 Waggons ausschlaggebend waren. Von größter Bedeutung aber dürften die Lebensmittellieferungen gewesen sein, welche unter anderem 4,5 Mio. Tonnen Fleischkonserven umfassten.

Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 war auf der Washingtoner Arcadia-Konferenz am 1. Januar 1942 eine gegen den Dreimächtepakt gerichtete Erklärung von 26 kriegführenden Staaten zustande gekommen, welche damals die „Deklaration der Vereinten Nationen“ lautete. Abgeschlossen wurde die Schaffung der Anti-Hitler-Koalition mit einem nach fünfmonatiger Verhandlungsdauer unterzeichneten Abkommen über ein „Bündnis im Krieg gegen Hitlerdeutschland und seine Verbündeten“ für die nächsten 20 Jahre am 26. Mai 1942 zwischen dem Vereinigten Königreich und der Sowjetunion und am 11. Juni zwischen den USA und der Sowjetunion.

Die sowjetische Regierung zweifelte trotz der Koalition niemals daran, dass es dem Britischen Empire und den USA allein um die Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft über ihre Kolonien und um die Ausschaltung ihrer gefährlichsten Konkurrenten Deutschland und Japan ging. In Moskau wusste man, dass die anglo-amerikanischen Mächte die Sowjetunion allein aus dem Grund unterstützten, um ihr die Hauptlast des Kampfes aufzubürden. Darum musste die Sowjetunion stets die zweite Front fordern, die erst spät eröffnet wurde. Heute wird die Landung in der Normandie als die große Befreiung propagiert und in den Hintergrund gedrängt, dass die Sowjetunion die Hauptlast des II. Weltkrieges tragen musste.

Schon zu Beginn der Kriegskonferenzen wurde deutlich, wie schwierig die Zusammenarbeit war, sodass die gemeinsam gefundenen Zielformulierungen fast immer für beide Seiten großen Interpretationsspielraum offen ließen. So beschloss man beispielsweise, das besiegte Deutschland nach dem Krieg nach demokratischen Prinzipien“ wieder aufzubauen – an welche Demokratieform man dabei dachte, wurde bewusst offengelassen, da eine Einigung hierüber kaum zu erwarten war. Den Keim ernsthafter Meinungsverschiedenheiten trug auch der Text der am 14. August 1941 von Churchill und Roosevelt unterzeichneten Atlantik-Charta in sich, in welcher stand, „…allen Nationen die souveränen Rechte zurückzugeben, denen sie gewaltsam entrissen worden sind und dass alle Völker das Recht haben, selbst die Regierungsform zu wählen, unter der sie leben wollen.“

Hier gab es schon zwischen der Sowjetunion und den West-Alliierten unterschiedliche Positionen.

Erste Zusammenkunft der Regierungschefs (v.l.n.r.)- Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill auf der Terrasse der sowjetischen Botschaft in Teheran (Teheran-Konferenz 19

Erste Zusammenkunft der Regierungschefs (v.l.n.r.): Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill auf der Terrasse der sowjetischen Botschaft in Teheran (Teheran-Konferenz 1943)

 

 

Bildquelle: bitte auf´s Bild klicken

 

Potsdamer Konferenz- Winston Churchill, Harry S. Truman und Josef Stalin im Juli 1945

Potsdamer Konferenz: Winston Churchill, Harry S. Truman und Josef Stalin im Juli 1945

Bildquelle: Von Unbekannt oder nicht angegeben – U.S. National Archives and Records Administration, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17060795

 

Wie fragil die Anti-Hitler-Koalition war, zeigte sich bald nach Ende des II. Weltkrieges. Nicht nur die unterschiedliche Interpretation der Beschlüsse des Potsdamer Abkommens, sondern auch insbesondere erhebliche Spannungen in Berlin, das durch den Viermächtestatus zu Zentrum der Auseinandersetzungen wurde. Dies führte zum Zerbrechen der Anti-Hitler-Koalition.

Es begann dann die Ära des Kalten Krieges.

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

Die schwierige Anfangszeit der DDR (Erinnerungen eines Saalfelder Arbeiters)

Ein interessanter Beitrag aus einem anderen Blog.

Sascha's Welt

maxhutteDie Anfangsjahre nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus 1945 im besiegten Deutschland waren für die Bevölkerung besonders schwer. Die aktiven Nazis waren geflüchtet oder untergetaucht. Die Menschen waren ratlos und verzweifelt. Die Industrie war fast vollständig zerstört, es herrschte Hunger und Wohnungsnot. Hinzu kam, daß Kriegsheimkehrer und Umsiedler aus dem Osten ihre Angehörigen oder einfach nur eine vorübergehende Bleibe suchten. 6 Millionen Deutsche hatten im Krieg ihr Leben verloren, davon waren weit über 4 Millionen gefallen, 410.000 wurden Opfer des Luftkriegs, etwa 200.000 fielen dem faschistischen Terror zum Opfer. In den Zuchthäusern und Konzentrationslagern, in den Gaskammern und den Vernichtungslagern waren durch die Nazis etwa 11 Millionen Menschen verschiedener Nationalitäten ermordet worden. [1] Nach all diesem Gtrauen mußte nun ein neuer Anfang gefunden werden. Der Saalfelder Arbeiter Robert Stephan beschreibt die Lage in seinem Heimatkreis

Ursprünglichen Post anzeigen 1.127 weitere Wörter

8. Mai

Der 08.Mai 1945 ist der Tag des Endes des zweiten Weltkrieges.

Für die Einen bedeutet dieser Tag, dass der Krieg verloren worden ist. Für die Anderen ist dieser Tag die Befreiung vom Faschismus.

In der DDR wurde dieser Tag gewürdigt als Tag der Befreiung vom Faschismus.

In der DDR wurde die Befreiung vom Faschismus durch die Sowjetarmee hervorgehoben. Die Sowjetunion hatte die Hauptlast des 2. Weltkrieges zu tragen. Auf Beschluss der Volkskammer 1950 wurde dieser Tag Feiertag. 1967 wurde mit der Einführung der Fünf-Tage-Woche dieser Feiertag zusammen mit anderen Feiertagen gestrichen. Es fanden aber an diesem Tag weiterhin Veranstaltungen zur Befreiung vom Faschismus statt.

1975, zum 30. Jahrestag des Endes der zweiten Weltkrieges, wurde nach sowjetischem Vorbild der Tag des Sieges, also der 09. Mai vom Zentralkomitee der SED zu arbeitsfreien Feiertag erklärt. 1985 wurde der 08. Mai zum 40. Jahrestag noch einmal als echter Feiertag begangen.

In der alten BRD war mehr vom verlorenen Krieg und Niederlage die Rede. Erst am 8. Mai 1985 benannte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag, den 8. Mai als Tag der Befreiung. Am 08. Mai 2000 benannte auch der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder den 08. Mai als Tag der Befreiung.

Der Antikommunist Hubertus Knabe macht diesen Tag mies, indem er da verdrehte und falsche Geschichtsfakten in den Raum stellt.

Seit 2002 ist der 08. Mai im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern staatlicher Gedenktag als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges“.

2005 fand in Berlin anlässlich des 60. Jahrestages ein „Tag der Demokratie“ statt.

Am 30. April 2015 beschloss der Landtag Brandenburg, den 8. Mai zukünftig als offiziellen Gedenktag zu begehen.

Näheres Wikipedia

8. Mai Tag der Befreiung 2015

8. Mai Tag der Befreiung 2015 Bildquelle: VVN-BDA