Hermann Duncker

Hermann Ludwig Rudolph Duncker, geboren am 24. Mai 1874 in Hamburg, gestorben am 22. Juni 1960 in Bernau bei Berlin, war ein deutscher Politiker und Gewerkschafter.

Bildquelle: Von Sir James – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14537809

 

Der Sohn eines Kaufmanns besuchte von 1883 bis 1891 das Gymnasium in Göttingen. Ab 1893 studierte er Musikwissenschaften in Leipzig und wurde Mitglied der SPD. Im gleichen Jahr brach er das Musikstudium ab und begann ein Studium der Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie, das er mit einer Promotion abschloss. Danach war er in der Redaktion der „Leipziger Volkszeitung“ tätig. 1898 heiratete er Käte Döll. Seit 1903 war er hauptamtlicher Funktionär der SPD und 1906 ihr erster Wanderlehrer. 1911 war er an der Zentralschule der Partei tätig.

Hermann Duncker war Mitbegründer des Spartakusbundes. 1918 gehörte er zu den Gründern der KPD. Er war Gründer und Leiter der Berliner Marxistischen Arbeiterschule und hat zahlreiche Schriften verfasst. 1927 bis 1928 war er Leiter der Bildungsabteilung des ZK der KPD.

Kurz nach der Machtübernahme der Faschisten wurde Duncker im Februar 1933 verhaftet. Er wurde in Spandau und im Zuchthaus Brandenburg eingesperrt und im November 1933 entlassen.

1936 emigrierte er nach Dänemark, 1937 nach Großbritannien und 1938 nach Frankreich. Von dort aus wurde er von 1938 bis 1941 in Marokko interniert, anschließend ging er in die USA. Dort gehörte er den Unterzeichnern des Council for a Democratic Germany an.

Im Mai 1947 kehrte Duncker aus den USA nach Deutschland zurück.  Dort trat er in die SED ein. Im September 1947 wurde er Professor und Dekan der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock. Von 1949 bis zu seinem Tod im Juni 1960 war Duncker Direktor der Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ in Bernau bei Berlin.

Seine Urne erhielt an der Ringmauer der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde einen Platz.

Bildquelle: Von 44Pinguine – selbst fotografiert, CC-by-sa 2.0/de, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=2422605

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

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Bericht über den 1. Mai 2016 in Bad Kreuznach

Bild %22Öffentlicher Anzeiger%22 zu 1. Mai 2013 KH..einer der örtlichen Tageszeitungen.

Quelle: Bericht über den 1. Mai 2016 in Bad Kreuznach

Freier Deutscher Gewerkschaftsbund(FDGB)

Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund(FDGB) war der Dachverband für die etwa 15 Einzelgewerkschaften in der DDR. Der FDGB war Mitglied des Weltgewerkschaftsbundes.

FDGB-Logo

FDGB-Logo

 

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Der FDGB wurde bereits am 18. März 1945 in Aachen gegründet, also mehrere Wochen vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Den Vorsitz übernahm Mathias Wilms. Drei Monate später hatte die neue Gewerkschaft rund 1300 Mitglieder und fünf Ortsverbände in der Region.
Da die westlichen Alliierten allerdings nur Industrieverbände und nicht die Organisation einer Einheitsgewerkschaft zuließen, konnte sich der FDGB in den westlichen Besatzungszonen nicht etablieren. Die Bildung von „freien Gewerkschaften“ auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde am 10. Juni 1945 durch Befehl Nr. 2 der sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) zugelassen. Schon am 2. Juni waren Vertreter der Gewerkschaftsbewegung mit der Bildung einer Einheitsgewerkschaft beauftragt worden. Am 13. Juni konstituierte sich auf Initiative der Gruppe Ulbricht der Vorbereitende Gewerkschaftsausschuss für Groß-Berlin (V.G.f.G.-B), der eine maßgebliche Rolle zunächst beim Aufbau des FDGB Groß-Berlin (der wegen des Viermächtestatus Berlins eine eigenständige Organisation bildete) und dann des FDGB und seiner Bezirksverbände spielte.

Im August 1945 hielt Ulbricht eine richtungweisende Rede, in der er die Forderung nach parteipolitischer Neutralität einer Einheitsgewerkschaft ausdrücklich ablehnte, in dem er diese als „Ausdruck der Furcht gewisser Kreise vor der einigenden Kraft der Arbeiterklasse“ charakterisierte. Bei den Groß-Berliner Delegiertenwahlen Ende 1945 errang die KPD 312 Mandate, die SPD 226 und die CDU 3 – 17 waren parteilos. Die Gewerkschaftsvertreter rückten schnell in wichtige Positionen in lokalen, regionalen und zentralen Verwaltungen ein und nahmen in der umgeformten Industrie- und Handelskammer ein Drittel der Sitze ein. Die Vereinigung der landesweit nach dem Krieg entstandenen Gewerkschaften erreichte ihren Abschluss auf dem ersten FDGB-Kongress, der vom 9. bis 11. Februar 1946 stattfand.

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Außenseiten einer FDGB-Mitgliedskarte von 1948

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Innenseiten einer FDGB-Mitgliedskarte von 1948

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Von user:exxu – selbst gescannt, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Der FDGB war eine Einheitsgewerkschaft mit 9,1 Millionen Mitgliedern. Der FDGB verkörperte die revolutionären Traditionen der deutschen Gewerkschaftsbewegung.

Der FDGB wirkte unter der Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands(SED) auf Grundlage des Marxismus-Leninismus für die weitere Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft. Nun ja, der FDGB war nicht neutral. (siehe oben die entsprechende Passage der Ulbricht-Rede im August 1945) Aber der Deutsche Gewerkschaftsbund(DGB), als Dachverband von verschiedenen Einzelgewerkschaften in der alten BRD und im heutigen Deutschland, ist auch nicht neutral. Er ist oft mit der SPD verwoben und will das kapitalistische System nicht beseitigen, sondern nur abmildern. Aufgrund der Politik der SPD der letzten Jahre und des Siegeszuges des Kapitalismus in seiner neoliberalen Form, ist der DGB als Organisation der Arbeiterklasse schwach geworden.

Der FDGB setzte sich auch für die Erhaltung und Sicherung des Friedens ein und vertrat die Interessen der Arbeiter, Angestellten und Angehörigen der Intelligenz(Akademiker). Dies war aber eine andere Interessenvertretung, wie im Kapitalismus. Denn es ging nicht darum die Interessen der Arbeiterklasse gegenüber der Seite des Kapitals zu vertreten, sondern die arbeitenden Menschen dazu anzuregen ihre schöpferischen Kräfte(„Gehirnschmalz“) im Sinne der Stärkung der Arbeiter- und Bauernmacht einzusetzen.

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Mitgliedsbuch des FDGB

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Daten zur Asstellung des Mitgliedsbuches FDGB

Daten zur Ausstellung des Mitgliedsbuches

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Beitragsmarken des FDGB

Beitragsmarken des FDGB

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Sonder- und Solidaritätsmarken des FDGB

Sonder- und Solidaritätsmarken des FDGB

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Von Appaloosa – scanned by Appaloosa, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

Zu den Aufgaben des FDGB gehörte auch die Kantinenversorgung, die Vergabe von Ferienplätzen, Krankenbesuche und die Verleihung von Auszeichnungen und Prämien. Auch die Vergabe von Kuren gehörten zu den Aufgaben des FDGB.

Der FDGB war darüberhinaus für die Sozialversicherung der DDR zuständig. Des Weiteren betrieb er mit der „Fakulta“ eine fakultative Rechtsschutz- und Haftpflichtunterstützungseinrichtung für im öffentlichen Verkehr beschäftigte Mitglieder.

Der FDGB-eigene Feriendienst war der größte Anbieter von Urlaubsreisen in der DDR. Er unterhielt zahlreiche eigene FDGB Ferienheime und Feriensiedlungen. Der FDGB unterhielt auch Kreuzfahrtschiffe. FDGB-Urlauber konnten auch zeitweise in Interhotels(Hotels mit gehobenen Standard) wohnen. DIE TROMMLER hat sich bereits mit dem Thema Tourismus beschäftigt.

Die Wahl aller Gewerkschaftsfunktionäre im Betrieb fand in direkter und geheimer Urwahl statt. Das Fundament der Gewerkschaften bildeten die Grundorganisationen. Sie umfassten alle Mitglieder, die in einem Betrieb oder Einrichtung(Betriebsgewerkschaftsorganisation), einer Schule(Schulgewerkschaftsorganisation) oder der Ortsgewerkschaftsorganisation(Handwerksbetriebe) tätig waren. Die kleinste Zelle innerhalb einer gewerkschaftlichen Grundorganisation war die Gewerkschaftsgruppe, an deren Spitze als ehrenamtlicher Funktionär der Vertrauensmann stand. Insgesamt waren in der DDR über zwei Millionen gewählte ehrenamtliche Gewerkschaftsfunktionäre tätig. Eine bedeutende Rolle spielten die regelmäßigen Mitgliederversammlungen und Vertrauensleuteversammlungen. Höchstes Organ der Gewerkschaften war der FDGB-Kongress, der alle fünf Jahre stattfand. Dort wurde der Bundesvorstand gewählt. Vorsitzender des FDGB war Harry Tisch(seit 1975).

Der FDGB war mit einer Fraktion(die zweitstärkste Fraktion) in der
Volkskammer vertreten.

Der FDGB gab die Tageszeitung „Tribüne“ und die Monatsschriften „Gewerkschaftsleben“ und „FDGB-Rundschau“ heraus.

Sitz des FDG-Bundesvorstandes

Sitz des FDGB-Bundesvorstandes, Fritz-Heckert-Straße 70

Bildquelle:Von Beek100 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

Die höchste Bildungsstätte der Gewerkschaften war die Gewerkschaftsschule „Fritz-Heckert“ beim Bundesvorstand des FDGB in Bernau.

Harry Tisch, der auch letze Vorsitzende des FDGB war, wurde im November 1989 seines Amtes enthoben und aus dem FDGB ausgeschlossen.
Harry Tisch bereicherte sich persönlich aus FDGB-Mitteln und leitete Spenden um. Dies schmälerte aber nicht die Leistungen des FDGB für die Bevölkerung. So ist, obwohl Harry Tisch auf Kosten des FDGB auf „großem Fuß“ lebte, kein Schaden entstanden. Darum wurde er auch erst während und nach der Konterrevolution strafrechtlich verfolgt. Unabhängig von der Rechtslage ist ein solches Verhalten von Politikern, bzw. Gewerkschaftsvorsitzenden kein Vorbild und moralisch verwerflich. Dies gilt insbesondere im Sozialismus. DER SPIEGEL 5/1991 berichtet ausführlich darüber ohne die Gelegenheit auszulassen „Seitenhiebe“ auf die untergegangene DDR und den Sozialismus auszuteilen.

Im März 1990 wurde der FDGB für die letzte Volkskammerwahl zwar registriert, aber von der Wahlkommission nicht zugelassen.

Zum 30. September 1990, kurz vor der Annexion der DDR, löste sich der FDGB auf. Die Einzelgewerkschaften schlossen sich bis 1991 ihren Pendants in der BRD an.

Das Vermögen des FDGB unterlag nach der Konterrevolution der Treuhand. Das ist mit dem Verlust des Vermögens gleichzusetzen.

siehe Wikipedia

Wörterbuch der Geschichte
DDR 1984

Folie09

FDGB(Beitrag in „Wörterbuch der Geschichte“)

 

 

1. Mai

Plakatserie DGB 2015

Bildquelle: Berlin DGB.de Plakatserie 1. Mai 2015

Am 1. Mai finden Kundgebungen der Gewerkschaften statt. In vielen Ländern ist der 1. Mai gesetzlicher Feiertag.

In der DDR und anderen sozialistischen Ländern war der 1. Mai ein großartiger Feiertag. Im Ursprungsland, den USA ist der 1. Mai kein Feiertag.

Geschichte des 1. Mai

Ursprung:

Am 1. Mai 1886 begann in Chicago (Illinois/USA) ein mehrtägiger, von den Gewerkschaften organisierter Streik, um eine Reduzierung der täglichen Arbeitszeit von zwölf auf acht Stunden durchzusetzen. Die mit diesem und den darauf folgenden Tagen verbunden Ereignisse werden als Haymerket Riot, Haymarket Affair und Haymarket Massacre bezeichnet und begründeten die Tradition der internationalen Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften, den 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterklasse zu erklären.

Am Abend des 1. Mai 1886 fand eine Arbeiterversammlung auf dem Haymarket in Chicago statt. Deren Redner war der Chefredakteur und Herausgeber der anarchistischen „Arbeiter-Zeitung“, August Spies. Neben dem Streik für den Achtstundentag war einer der Gründe der Versammlung, dass die Gewerkschaft zuvor ihren ersten großen Sieg verbuchen konnte. In einer Fabrik für landwirtschaftliche Geräte hatte sich die Mehrheit der Arbeiter gegen die Betriebsleitung solidarisch erklärt und wegen der unmenschlichen Arbeitsbedingungen in der Fabrik mit Streik gedroht Für einen 12 Stunden-Arbeitstag wurden 3 US-Dollar gezahlt.(Zeitwert: Für 3 US-Dollar bekam man im Jahr 1886 in einem Restaurant ein mageres Abendessen). Die Folge waren Massenaussperrungen. Die dadurch 800 bis 100 freien Stellen sollten nun mit neuen Einwanderen, die in solchen Fällen am Fabriktor Schlange standen ,besetzt werden. Infolge der Kampagne der „Arbeiter-Zeitung“ meldeten sich jedoch nur 300 neue Arbeiter. Das kann als erster großer Sieg der Gewerkschaft gewertet werden. Nach der Haymarket-Versammlung folgte ein mehrtägiger Streik in Chicago.

Als am 3. Mai die Polizei einschritt, um eine Versammlung von Streikenden nahe dem Erntemaschinen-Betrieb McCormick aufzulösen, wurden sechs Arbeiter erschossen und einige weitere verletzt. In der folgenden Nacht versammelte sich eine Menge von mehreren tausend Streikenden und marschierte zum Haymarket Square. Wiederum versuchte die Polizei, auch unter dem Eindruck der gewalttätigen Auseinandersetzungen zuvor, die Versammlung aufzulösen. Der Protestmarsch wurde aber fortgesetzt und verlief friedlich. Auch der Bürgermeister der Stadt, Carter Harrison Sr., ging, nachdem er die Lage überprüft hatte, früh nach Hause.

Die Lage eskalierte am nächsten Tag, dem 4. Mai, als jemand eine Bombe in die Menge warf, die sich wieder am Haymarket-Square versammelt hatte. Zwölf Menschen, darunter der Polizist Mathias J. Degan, starben noch am Ort des Geschehens. Sechs weitere Polizisten erlagen später ihren Verletzungen. Die Polizei eröffnete daraufhin das Feuer und tötete und verletzte eine unbekannte Zahl von Protestierenden. Da einige der Redner dieses Tages Anarchisten gewesen waren, ging man davon aus, dass ein Anarchist die Bombe geworfen hatte. Ein Beweis für eine solche Verbindung konnte allerdings nicht erbracht werden. Bis heute ist unklar, wer die Bombe geworfen hat.

Obgleich niemand überhaupt den Bombenwerfer erkannt hatte, wurden acht Männer, die den Streik mitorganisiert hatten, angeklagt und für schuldig befunden. Es gab keine Beweise für eine Verbindung der Angeklagten zu dem Bombenanschlag. Vielmehr argumentierte der Richter Joseph Gary, dass der Bombenwerfer auf Grund der Ideen der Männer gehandelt habe und diese damit ebenso schuldig seien, als hätten sie selbst den Anschlag verübt. Albert Parsons, August Spies, der Chefredakteur und Herausgeber der sozialistischen Arbeiter-Zeitung, George Engel und Adolph Fischer wurden erhängt. Louis Lingg beging in seiner Zelle Selbstmord mit einer geschmuggelten Stange Dynamit, durch die er sich selbst enthauptete (eine Quelle spricht von einer Revolverpatrone, die zwischen die Zähne geklemmt, mit einer Kerze zur Explosion gebracht wurde). Oscar Neebe wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Todesurteile gegen Michael Schwab und Samuel Fielden wurden von Gouverneur Richard James Oglesby in lebenslange Haft umgewandelt.

Die Verurteilungen führten zu einem Aufschrei in internationalen Arbeiterkreisen und zu Protesten rund um die Welt. Zu den Unterstützern des Protestes gehörten unter anderem George Bernard Shaw, William Morris und Peter Kropotkin. 25.000 Menschen nahmen in Chicago an der Beerdigung der Hingerichteten teil.[5]

August Spies wird weiterhin mit den Worten zitiert:

„Die Zeit wird kommen, wo unser Schweigen stärker ist, als die Stimmen, die Sie heute erdrosseln.“

und mit den Worten, die er während der Arbeiterversammlung auf Haymarket am Abend des 1. Mai 1886 in Chicago mehrfach sagte:

„Man kann nicht ewig wie ein Stück Vieh leben!“

Am 26. Juni 1893 erließ der Gouverneur von Illinois, John Peter Altgeld, einen Gnadenerlass für Samuel Fielden, Oscar Neebe und Michael Schwab, die dadurch freikamen. Er war zu der Überzeugung gelangt, dass alle Angeklagten unschuldig gewesen seien. Der Grund für den Bombenwurf sei die mangelnde Aufklärung und Verfolgung von zwei Tötungen durch die Detektei Pinkerton. In der Bevölkerung war diese Entscheidung unpopulär und trug zum Ende von Altgelds politischer Karriere bei.

Deutschland:

Der Versuch der Weimarer Nationalversammlung, am 15 April 1919 den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag zu bestimmen, scheiterte.

Blutmai 1929

1929 war die innenpolitische Lage in Deutschland jedoch so aufgeheizt, dass es zu schweren Unruhen kam. Der Kurs ging schon damals in Richtung Kriegsvorbereitung und eine offene terroristische Diktatur. Dazu hielt der Polizeipräsident Berlins, Karl Zörgiebel, ein Demonstrationsverbot vom13. Dez. 1928 aufrecht. Dennoch folgten 200000 Arbeiter in Berlin dem Aufruf der kommunistischen Partei Deutschlands(KPD) zur Demonstration. Es ging um soziale Forderungen, gegen Kriegsvorbereitungen und für die Verteidigung der Sowjetunion. Die Polizei provozierte Zusammenstöße und schoss. Arbeiter bauten spontan Straßensperren und im Wedding und Neukölln Barrikaden zur Abwehr. Das Polizeimassaker forderte 33 Tote und mehrere 100 Verletzte. Die KPD stand an der Seite der Arbeiter. Sie durchschaute die Provokation und ließ sich nicht auf den bewaffneten Kampf ein.

Zeit des Faschismus 1933 bis 1945

Ab dem 1. Mai 1933 wurde erklärten die Nazis diesen Tag zum gesetzlichen Feiertag. Das Reichsgesetz vom10. April 1933 benannte diesen Tag zum „Tag der nationalen Arbeit“. Am 2. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften in Deutschland verboten und die Gewerkschaftshäuser gestürmt. Im Jahr 1034 wurde der 1. Mai durch eine Gesetzesnovelle zu einem „Nationalen Feiertag des deutschen Volkes“ erklärt. Die Nazis haben den Tag umgewidmet und ihm eine andere Bedeutung gegeben.

Nach dem zweiten Weltkrieg

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der 1. Mai 1946 durch den alliierten Kontrollrat bestätigt. Maikundgebungen durften jedoch nur eingeschränkt durchgeführt werden.

Alte BRD und  heutiges Deutschland(Groß-BRD)

Der 1. Mai ist in der BRD nach den Feiertagsgesetzen der Länder ein gesetzlicher Feiertag. Die amtliche Bezeichnung in Deutschland ist durch die einzelnen Bundesländer geregelt.

Oft wird im allgemeinen Sprachgebrauch und auf Kalender dieser Tag als „Tag der Arbeit“ bezeichnet. Das ist aber im Rückblick der Sinn des Tages, den ihm die Nazis gegeben haben und hat nichts mit dem wirklichen Sinn dieses Feiertages zu tun. Oft wird auch propagiert, dass der 1 Mai ein Wandertag sein soll. Das dient der Ablenkung den Tag in seinem wirklichen Sinne zu gestalten.

In der Alt-BRD, bzw. heute, halten seit jeher die Gewerkschaften Demonstrationen und Kundgebungen ab.

Leider gibt es seit den 1980er Jahren auch Ausschreitungen von Seiten einiger Chaoten. So in Berlin-Kreuzberg (Westberlin).

1. Mai DDR-Plakat 20 jahre DDR

1.Mai-Plakat 20 Jahre DDR Bildquelle: Andreas Herzog´s Blog

DDR

 In der DDR und auch den anderen sozialistischen Länder Osteuropas war der 1. Mai ein großartiger Feiertag. Die Demonstrationen dort waren Festumzüge. Es gab auch Militärparaden.

Mai-Demo DDR 1970

Mai-Demo DDR 1970 Bildquelle Posterlounge

 

Einzelne Textpassagen aus Wikipedia und Wörterbuch der Geschichte Dietzverlag, Berlin 1984 entnommen

Mai-Demonstration 1974 Berlin

1. Mai-Demo DDR 1974 Bildquelle: Artflakes

EuroMayDay

2001 hat ein Netzwerk von italienischen, französischen und katalanischen Aktivisten am 1. Mai zu einer EuroMayDay-Parade aufgerufen, die in Mailand dann auch erstmals stattfand. Zentrales Anliegen war und ist es, den verschiedenartigsten Formen von Prekarisierung in Arbeit und Leben, die durch die klassischen Institutionen der Arbeiterbewegung und der Linken nicht (mehr) organisiert werden können, einen Ausdruck zu geben. Dabei geht es nicht um Repräsentation und/oder Einheitlichkeit, sondern um ein Sichtbarmachen der Vielheit der Wünsche, Lebens- und Kampfformen. Im Zentrum stehen dabei Selbstorganisation und Vernetzung. Die Organisation des MayDay am oder um den 1. Mai soll genau dieses Spannungsverhältnis auch symbolisch aufzeigen. Der EuroMayDay findet jährlich in verschiedenen Städten Europas statt.

Geschichte

Die Beteiligung am MayDay ist ständig gewachsen. Von 5.000 Leuten 2001 auf 50.000 im Jahr 2003. 2004 waren es schließlich schon 100.000 Demonstranten, die mit ihrer Parade gegen die Prekarisierung von Arbeit und Leben demonstrierten − und zwar mit einer Vielfalt von Aktionen, die über das Format der klassischen Demonstration weit hinausgehen. 2004 fand der MayDay zum ersten Mal auch in anderen Städten Europas statt, neben Mailand war vor allem Barcelona Ort einer ausgedehnten Wiederaneignung der Innenstadt. Das Europäische Sozialforum in London diente schließlich dazu, Bewegung und Prozess des EuroMayDay auf viele weitere Städte (vorwiegend in Westeuropa) auszudehnen. Unter anderem fanden MayDayParaden in Amsterdam, Barcelona, Berlin, Bochum, Dortmund, Genf, Hamburg, Hanau, Helsinki, Jyväskylä, Kopenhagen, L’Aquila, León, London, Lüttich, Mailand, Maribor, Marseille, Neapel, Palermo, Paris, Sevilla, Stockholm, Tübingen, Wien, aber auch in Tokyo mit vielen tausenden Teilnehmern statt. 2007 sollte der EuroMayDay erstmals offiziell Westeuropa verlassen und als MondoMayDay weltweit zur Organisierung Prekarisierter beitragen.

San Precario, Santa Precaria

San Precario ist eine Figur, die von italienischen Aktivisten für den EuroMayDay erfunden wurde, mittlerweile aber auch darüber hinaus zu Bekanntheit gekommen ist. Er soll als Schutzheiliger aller von Prekarisierung Betroffenen fungieren. San-Precario-Figuren werden mittlerweile bei Sozialprotesten in ganz Europa mitgetragen. In Wien bildet Santa Precaria seit 2012 ein weibliches Pendant, da in Österreich vor allem Frauen von prekären Arbeitsbedingungen betroffen sind.

Entnommen aus Wikipedia

DGB-Plakat 1. Mai 2015

DGB-Plakat 1. Mai 2015 Bildquelle: DGB.de