Deutscher Gewerkschaftsbund (kurz DGB)

Der Deutsche Gewerkschaftsbund(DGB) ist die größte Dachorganisation von Einzelgewerkschaften im heutigen Deutschland, sowie der alten BRD. Es gibt noch andere Gewerkschaften, die nicht dem DGB angehören. Sie haben wenig Einfluss. Ausnahmen sind da die Gewerkschaften der Lokomotivführer und Piloten, die durch Streikaktionen von sich Reden machen.

 

DGB-Logo

DGB-Logo

 

 

 

 

 

 

Bildquelle:
Von Unbekannt, SVG by Gaspard in der Wikipedia auf Deutsch, Later version(s) were uploaded by Afrank99 in der Wikipedia auf Deutsch. – Vektorisierung, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Der DGB arbeitet auf internationaler Ebene im Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) und im Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB) mit und vertritt die deutsche Gewerkschaftsbewegung bei internationalen Institutionen wie der EU und der UNO.

Als Lehre aus der Geschichte hat sich der DGB mit seinen Einzelgewerkschaften dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft verpflichtet. So agieren dort Menschen verschiedener Parteizugehörigkeit und Weltanschauungen. Da die DGB-Gewerkschaften derzeit die größte Organisationsform der Arbeiterklasse sind, engagieren sich da auch Leute, die der DKP und der LINKEN angehören. Doch mehrheitlich sind dort, insbesondere bei den Funktionären, SPD-Mitglieder vertreten, die auch politische Ämter ausüben. Durch die Politik der SPD, insbesondere seit Schröder, haben es die in der Gewerkschaft engagierten SPD-Mitglieder schwer, die ehrliche Absichten haben und den Menschen helfen wollen.
Der DGB ist nicht in den Parlamenten vertreten und kann auch nicht für die Parlamente kandidieren. So hat er selbst keinen Einfluss auf die Politik.

Der DGB vertritt die Interessen der Arbeiterklasse innerhalb des kapitalistischen Systems. Die von Zeit zu Zeit aktualisierten Grundsatzprogramme haben Kompromisscharakter. Der DGB und seine Einzelgewerkschaften wollen den Kapitalismus nicht überwinden, sondern nur abmildern.

Eine wichtige Säule des DGB ist der Rechtsschutz. Die Rechtsschutzsekretäre leisten wichtige juristische Hilfe. So vor den Arbeitsgerichten, z.B. im Zusammenhang mit Kündigungen, aber auch im Sozialbereich, z.B. bei Menschen, die Hartz IV beziehen, in der Auseinandersetzung mit den Jobcentern.

In den DGB-Gewerkschaften gab es das geflügelte Wort von der DDR als unsichtbarer Verhandlungspartner bei Tarifverhandlungen. In der Tat ist es so, dass seit dem Fall des Antifaschistischen Schutzwalls, die neoliberale Form des Kapitalismus immer stärker wird. Die Gewerkschaften sind nun schwächer geworden.

 

 

siehe Wikipedia und Wörterbuch der Geschichte, DDR 1984

 

 

Folie09

 

 

 

 

 

 

 

DGB(Beitrag aus „Wörterbuch der Geschichte“)

 

09.11.1989: Der Weg für prekäre Arbeitsverhältnisse wird frei

Bei diesem Video ist Minute 0,43 bis 0,58 interessant. Es geht um den damaligen Protest der Beschäftigten im Einzelhandel in Westberlin. Die Demonstration wurde von der Gewerkschaft HBV organisiert. Es ging um die geplante Verlängerung der Ladenöffnungszeiten und um die 35-Stunden-Woche.

Der Fernsehsprecher sagt, dass die Demonstranten sich abends nochmal treffen wollten, es aber wegen der Grenzöffnung nicht mehr dazu kam. Was der Fernsehsprecher verschweigt: Die Beschäftigten des Einzelhandels in Westberlin mussten kurzfristig abends arbeiten. Denn im Taumel des konterrevolutionären Ereignisses waren für die heranströmenden DDR-Bürger/innen die Geschäfte geöffnet worden. Wie die Bezahlung der kurzfristig aus dem Feierabend geholten Beschäftigten des Einzelhandels aussah, hört man nichts, wenn Jahr für Jahr die Ereignisse des 09.11.1989 propagandistisch ausgeschlachtet werden. Im Taumel der Ereignisse hatten die Beschäftigten nicht die Idee dagegen zu protestieren, dass man sie plötzlich aus dem Feierabend holte. Nun ja, der Anfang war gemacht für flexible Arbeitsverhältnisse. In der Folgezeit des 09.11.1989 war das Interesse an gewerkschaftlichen Protesten in der BRD und Westberlin geschwunden. Der 09.11.1989 war auch der Beginn die Rechte der Arbeiterklasse zunächst in der BRD und Westberlin, später in der vergrößerten BRD abzubauen. Anfang der 1990er Jahre wurden die Ladenöffnungszeiten ausgeweitet.

Mit dem Untergang der DDR ist der Weg für prekäre Arbeitsverhältnisse und Niedriglohnjobs in allen Branchen frei geworden. Die Gewerkschaften sind immer schwächer geworden.

Es gibt nun keine sozialistische Alternative mehr und man muss als BRD und Westberlin nicht mehr was Besseres bieten (wollen). In Gewerkschaftskreisen hieß es früher, dass die DDR der unsichtbare Verhandlungspartner bei Tarifverhandlungen wäre.

historische Pressekonfrenz 09.11.1989

Historische Pressekonferenz: Faktisches Ende der DDR. Der Weg für prekäre Arbeitsverhältnisse ist frei geworden.