Die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands(KPD)

Die Notwendigkeit der Gründung der KPD

Die Spartakusanhänger leisteten eine unermüdlich Arbeit, um die Massen für die Rätemacht zu gewinnen. Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Wilhelm Pieck und andere sprachen fas täglich in mehreren Versammlungen und auf Kundgebungen in Betrieben und Kasernen. In dieser Zeit wurden sie bereits wieder von der Reaktion verleumdet, gehetzt und verfolgt.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982
 

Trotz großem Heroismus seiner Mitglieder gelang es jedoch nicht, das Programm des Spartakusbundes zu verwirklichen. Die Monopolbourgeoisie rang im November/Dezember 1918 mit neuen raffinierten Formen und Methoden um die Aufrechterhaltung ihrer macht. Sie stützte sich auf die für sie unentbehrlich gewordenen rechten Führer der Sozialdemokratie, welche die imperialistische Klassenherrschaft gegen das revolutionäre Proletariat verteidigten.

Die Erfahrungen der Novemberrevolution sowie die Lehren der Oktoberrevolution und das Beispiel der Bolschewiki zeigten, dass die Arbeiterklasse nicht siegen kann, ohne eine ideologisch und organisatorisch einheitliche marxistisch-leninistische Partei. Heute muss man dazu ergänzen, dass sie ohne eine funktionierende marxistisch-leninistische Partei den Sieg nicht behaupten kann und wieder verliert.

Der Spartakusbund zog die entscheidende Lehre, dass eine festgefügte revolutionäre Partei, die den Bruch mit dem Opportunismus vollzieht und sich von den Lehren Marx’. Engels’ und Lenins leiten lässt, die Grundbedingungen für die Verwirklichung der historischen Mission der Arbeiterklasse ist.

Der erbitterte Kampf zwischen Revolution und Konterrevolution 1918 machte die objektive Notwendigkeit einer solchen Partei immer sichtbarer.

Die Entwicklung bis zum Reichsrätekongress zeigte, dass die rechten Führer der USPD zwischen den Klassenfronten schwankten, gegenüber der Konterrevolution nachgaben und somit zur Niederlage der Arbeiterklasse beitrugen. Die rechten Führer der USPD gaben den Rat der Volksbeauftragten als „sozialistische“ Regierung aus, deckten das Bündnis Ebert-Groener, nahmen die Entmachtung der Räte und den Beschluss über die Wahlen zur Nationalversammlung tatenlos hin und desorientierten damit breite Massen im Klassenkampf.

Deshalb war es für den Spartakusbund notwendig, völlig mit der USPD zu brechen und sich als selbstständige Partei zu organisieren.

Der Gründungsparteitag der KPD

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Am 29. Dezember 1918 trat in Berlin im Preußischen Abgeordnetenhaus eine Reichskonferenz des Spartakusbundes zusammen.  Sie beriet in nichtöffentlicher Sitzung über die Gründung einer eigenen Partei, die nach kurzer Debatte gegen drei Stimmen geschlossen wurde. Am 30. Dezember 1918 trat der Gründungsparteitag zusammen, der bis zum 1. Januar 1919 tagte. An ihm nahmen insgesamt 127 Delegierte aus 56 Orten teil. Nach dem mit stürmischem Beifall aufgenommenen Referat Karl Liebknechts über die Krise der USPD konstituierte sich durch einstimmigen Beschluss der Delegierten die neue Partei unter dem Namen: Kommunistische Partei Deutschlands(Spartakusbund).

Heimatorte der Delegierten:

Einen weiteren Höhepunkt des Parteitages bildeten die Beratung und der Beschluss über das Programm der KPD, das Rosa Luxemburg begründete. Unter der begeisterten Zustimmung der Delegierten erklärte Rosa Luxemburg: „Nun, Parteigenossen, heute erleben wir den Moment, wo wir sagen können: Wir sind wieder bei Marx, unter seinem Banner.“

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Das Programm stellte der antikommunistischen Theorie eines „demokratischen Sozialismus“(Diese antikommunistische Theorie kennen wir ja auch in der heutigen Zeit zur Genüge. So z.B. von der SPD und der LINKEN)die marxistische Auffassung vom Sozialismus entgegen und orientierte auf den revolutionären Sturz des Imperialismus und die Errichtung der Diktatur des Proletariats. Es wurde von den Delegierten einstimmig angenommen.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Die Gründung der KPD war ein Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands und der deutschen Arbeiterbewegung. Die deutsche Arbeiterbewegung besaß wieder eine organisierte revolutionäre Vorhut mit einem klaren marxistischen Programm, das der neuen Epoche der Weltgeschichte entsprach und in Grundfragen des Staates und der Revolution mit der Partei Lenis übereinstimmte. Seit der Gründung der KPD wurde in der deutschen Arbeiterbewegung der völlige Bruch mit dem Opportunismus vollzogen und die Voraussetzung für die Überwindung ihrer Spaltung und die Einigung der Arbeiterklasse auf revolutionärer Grundlage geschaffen.

In harten, opferreichen Klassenkämpfen begann vom ersten Tage an der Weg der Entwicklung der jungen KPD zu einer revolutionären Massenpartei nach dem Vorbild der Partei Lenins. Von Anfang an stand die KPD unbeirrbar auf dem Boden des proletarischen Internationalismus und war fest mir dem ersten sozialistischen Staat der Welt verbunden.

Die Entstehung der KPD war ein Beitrag für die Gründung der neuen Kommunistischen Internationale.

Einige Gründer der KPD

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Wilhelm Pieck, Franz Mehring, Fritz Heckert, Hermann Duncker

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Gründung der KPD

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Franz Mehring

Franz Erdmann Mehring, geboren am 27. Februar 1846 in Schlawe in Pommern, gestorben am 28. Januar 1919 in Berlin, war ein deutscher Publizist und Politiker.

Bildquelle: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2118431

Politisch war er zunächst ein bürgerlicher Demokrat. Seit 1870 arbeitete er für verschiedene Tages- und Wochenzeitungen. 1868 wechselte er zum weiteren Studium nach Berlin  und arbeitete zunächst in der Redaktion der demokratischen Tageszeitung „Die Zukunft“(Herausgeber Johann Jacoby und Guido Weiß).

Bereits 1867 traf Franz Mehring in Berlin auf August Bebel und Wilhelm Liebknecht, ohne dass dies zunächst Folgen für seinen politischen Standpunkt  gehabt hätte.  Vielmehr wandte er sich unter dem Eindruck des Krieges von 1870/71 vorübergehend von den Demokraten ab und dem nationalliberalen Lager zu.

In den folgenden Jahren kehrte er jedoch zu seinen demokratischen Positionen zurück. 1871 bis 1874 berichtete er für das „Oldenberg’sche Korrespondenzbüro“ über Reichstags- und Landtagssitzungen und wurde zu einem bekannten Parlamentsreporter. Danach arbeitete er als politischer Korrespondent für „Die Waage. Wochenblatt für Politik und Literatur“.

Hier veröffentlichte er 1875 eine Artikelserie gegen Heinrich von Treitschke, die kurze Zeit später als Buch unter dem Namen „Herr von Treitschke, der Sozialistentödter und die Endziele des Liberalismus – Eine sozialistische Replik“ erschien. Er arbeitete auch für die dem jüdischstämmigen Verleger Leopold Sonnemann gehörende, demokratisch orientierte, „Frankfurter Zeitung“. Sonnemann stand der Sozialdemokratie nahe und wurde von den Parteiführern geschätzt. Im Mai 1876 wandte sich Mehring in einem Artikel in der „Staatsbürger-Zeitung“ gegen seinen Verleger.  Er warf ihm vor, Bestechungsgelder angenommen und während der Gründerjahre(eine Ära im Kapitalismus) an kriminellen Börsenspekulationen teilgenommen zu haben.  Somit ist Franz Mehring Antisemitismus vorgeworfen worden. Mehrings Beschuldigungen gegen Sonnemann wurden von der Führung der Sozialdemokratie unter August Bebel und Wilhelm Liebknecht öffentlich abgelehnt. Diese Auseinandersetzung führte zu einem 15 Jahre dauernden Riss zwischen Mehring und der Sozialdemokratie.  Die Führung der Sozialdemokratie betrachtete Mehring mit Misstrauen, zumal Mehring danach mehrere antisozialistische Arbeiten verfasste. Vor allem sein Buch „Die Deutsche Socialdemokratie, ihre Geschichte und ihre Lehre“ (1877) wurde von der SPD heftig kritisiert.  Ab 1878 bis 1884 arbeitete Mehring für die Bremer „Weser-Zeitung“, 1883/84 für die „Demokratischen Blätter“.

Allerdings las er um 1880 intensiv die Schriften von Karl Marx, die ihn stark beeinflussten. Die Kritik an den Sozialistengesetzen und die Überzeugung, dass BismarckSozialgesetzgebung keine grundlegende Lösung der Sozialen Frage bringen würde, führten zu einer Wiederannäherung an die Sozialdemokratie.

Im Jahr 1891 trat Franz Mehring der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands(SPD)bei.

Von 1891 bis 1913 schrieb Mehring für die sozialdemokratische „Neue Zeit“, dies markiert seinen Eintritt in die deutsche marxistisch geprägte Arbeiterbewegung.  Von 1902 bis 1907 war Mehring Chefredakteur der sozialdemokratischen „Leipziger Volkszeitung“. Bis 1913 blieb er weiter Mitarbeiter des Blattes. Außerdem publizierte er im „Vorwärts“ und anderen sozialdemokratischen Blättern. In den Jahren 1913/14 war er Mitherausgeber der „Sozialdemokratischen Korrespondenz“. Neben der publizistischen Tätigkeit lehrte Mehring von 1906 bis 1911 an der zentralen Parteischule der SPD. Daneben war er von 1892 bis 1895 Leiter des Vereins der Freien Volksbühne in Berlin. 1917/1918 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. Innerhalb der SPD blieb der bildungsbürgerlich geprägte Mehring ein Außenseiter. Der Parteivorsitzende August Bebel schrieb am 20. März 1892 an Friedrich Engels:

  • „Mehrings Arbeiten sind allerdings ausgezeichnet, aber trotz alledem lässt sich kein intimeres Verhältnis mit ihm herstellen; man befürchtet immer wieder, er bekäme einen Rückfall; und ausserdem muss man sich fürchten, mit ihm sich vertraulicher einzulassen, weil der Verdacht besteht, er notierte alles, was er hört. Das sind fatale Eigenschaften, die seine Person nicht zur Geltung kommen lassen.“[17]

In den innerparteilichen Grundsatzdebatten vor dem Ersten Weltkrieg, bei dem etwa Eduard Bernstein und der neue Parteivorsitzende Friedrich Ebert revisionistische, reformorientierte Positionen vertraten, beharrte Mehring ähnlich wie Karl Liebknecht auf der traditionellen Vorstellung vom Klassenkampf. Während des Ersten Weltkrieges distanzierte er sich aufgrund der Burgfriedenspolitik und der Zustimmung großer Teile der Partei zu den Kriegskrediten weiter von der SPD. Gemeinsam mit Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin sah er darin eine Unterwerfung unter die herrschende Klasse und den Tod der Internationale.  Dieser Streit spaltete die Partei. Mehring war 1915 Mitherausgeber der Zeitschrift „Die Internationale“ und gründete 1916 mit anderen führenden Linken in der SPD die Spartakusgruppe. 1917 trat er der USPD bei, die für eine sofortige Beendigung des Krieges eintrat. Mehring war Ende 1918 entscheidend an der Vorbereitung des Gründungsparteitages der KPD beteiligt, welche die Arbeit des Spartakusbundes fortführte.

Mehrings Bedeutung liegt weniger in seinem konkreten politischen Handeln, sondern in seinen zahlreichen Schriften, insbesondere zur Geschichte der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie. Dazu zählt etwa die zweibändige „Geschichte der deutschen Sozialdemokratie“ (1898). Seine 1910/11 erschienene „Deutsche Geschichte vom Ausgang des Mittelalters“ bediente sich der von Marx und Engels begründeten Methode des historischen Materialismus. Mehring war einer der ersten Historiker, der die marxistische Theorie konsequent auf die Geschichtswissenschaft anwandte, so beschäftigte er sich etwa mit der Geschichte der Reformation(siehe „Die Fürstenreformation“) und versuchte eine „Entzauberung“ der Geschichtsmythen um die herrschende Dynastie der Hohenzollern. Kurz vor seinem Tode veröffentlichte er im Jahr 1918 die erste und bis heute einflussreiche Biographie über Karl Marx.


Bildquelle: Von Z thomas – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52555433

Sein Grab befindet sich auf dem Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde in der Gedenkstätte der Sozialisten im Rondell G3.

Briefmarke DDR 1955 – Franz Mehring
Bildquelle: Von scanned by heied – scanned by heied, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9796722

Weitere Ehrungen siehe Wikipedia.

entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Fritz Heckert

Friedrich (Fritz) Carl Heckert, geboren am 28. März 1884 in Cemnitz, gestorben am 07. April 1936 in Moskau, war ein deutscher Politiker, Mitbegründer des Spartakusbundes und der Kommunistischen Partei Deutschland(KPD). Er gehörte zur Führungsriege der Kommunistischen Internationale(Komintern).  Im Jahre 1923 war Fritz Heckert für kurze Zeit Wirtschaftsminister von Sachsen.

Bildquelle: Von Loracco – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61109552

Fritz Heckert war Sohn einer Arbeiterfamilie; sein Vater war Messerschmied und seine Mutter Handschuhweberin. Beide gehörten der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) an. Nach der Schule erlernte Fritz Heckert den Beruf des Maurers und besuchte die Gewerbeschule.

Im Jahr 1902 trat Heckert dem Deutschen Bauarbeiterverband und der SPD bei, wo er sich dem linken Flügel anschloss. Auf der Wanderschaft lernte er 1911 in der Schweiz seine spätere Frau Wilma Stammberg (1885–1967) kennen. Die Lettin war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands und brachte Heckert mit Lenin zusammen, der ihn im Sinn der Bolschewiki beeinflusste.

Anfang 1912 nach Chemnitz zurückgekehrt, wurde Heckert hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär. In der Zeit des Ersten Weltkriegs war er einer der Mitbegründer der Spartakusgruppe und der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Im November 1918 wurde er Vorsitzender des Chemnitzer Arbeiter- und Soldatenrates. Heckert gehörte zu den Delegierten des Gründungsparteitags der KPD. Der Name „Kommunistische Partei Deutschlands“ ging auf seinen Vorschlag zurück.

Unter der Leitung Heinrich Brandlers und Heckerts war die Chemnitzer KPD-Organisation eine der stärksten in Deutschland. An der Seite des mit ihm befreundeten Brandler stieg Heckert nach dem Vereinigungsparteitag mit der USPD im Dezember 1920 ins Zentralkomitee der KPD (ZK) auf. Mit kurzer Unterbrechung im Jahr 1924 sollte er ihm bis zu seinem Tod angehören. Zeitweise war Heckert Vertreter der KPD bei der Roten Gewerkschafts-Internationale (RGI) in Moskau, dann ab 1922 der Stellvertreter Jacob Walchers, dem Leiter der Gewerkschaftsabteilung der KPD-Zentrale in Berlin.

Als Mitglied der Brandler-Führung wurde Heckert 1923 im Deutschen Oktober für 19 Tage Wirtschaftsminister der Sächsischen Regierung Zeigner. In dieser Zeit und während der folgenden Illegalität der KPD 1923/24 war Heckert aktiv an den Bürgerkriegsvorbereitungen der Partei beteiligt. Dies hatte im Oktober 1924 seine Inhaftierung zur Folge, die im Juli 1925 ein Reichstagsbeschluss in Anerkennung der Immunität Heckerts beendete.

Bei den Reichstagswahlen im Mai 1924 errang Heckert ein Mandat der KPD, das er bis 1933 behielt. Auf dem XI. Parteitag der 1927 ins Politbüro gewählt, leitete er bis April 1928 die Gewerkschaftsabteilung des ZK, danach versetzte ihn die Komintern zur RGI nach Moskau. Von hier aus trat er während der Wittorf-Affäre mit Walter Ulbricht der Absetzung Ernst Thälmanns entgegen und kam wieder in die Zentrale der KPD nach Deutschland zurück. Seit dem VI. Weltkongress der Komintern 1928 war er Mitglied des Präsidiums des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (EKKI).

Der XII. Parteitag der KPD wählte ihn 1929 wieder ins ZK und ins Politbüro. Im Jahr 1931 wurde Heckert in Gelsenkirchen auf einer Kundgebung bei Zusammenstößen mit der SA schwer verletzt.

Als Vertreter der KPD ging er 1932 wieder zum EKKI nach Moskau, wo er bis zu seinem Tod tätig war. Bei der Machtübernahme Hitlers war Heckerts Moskauaufenthalt öffentlich nicht bekannt und es wurde nach ihm gefahndet. Heckerts Name stand auf der am 25. August 1933 veröffentlichten ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs.

Heckert starb 1936 an einem Schlaganfall in Moskau. Seine Urne wurde in der dortigen Nekropole an der Kremlmauer beigesetzt.

In der DDR wurde er geehrt. Es gab zahlreiche Benennungen nach seinem  Namen. Von 1955 bis 1990 verlieh der FDGB die Fritz-Heckert-Medaille.

Bildquelle: Von Tothkaroj – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44538427

Sein Geburtshaus befindet sich seit 1974 nach einer Translozierung(Verfahren zur Umsetzung eines Gebäudes, das geschieht vor allem in der Denkmalspflege, falls ein Baudenkaml irgendwo im Wege steht.)um wenige hundert Meter an der Mühlenstraße in Chemnitz. Es ist unter der Bezeichnung „Heck-Art-Haus“ ein Teil der Chemnitzer Kunstszene.

Bildquelle: Von Reinhard aus Sachsen, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19119112

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Hermann Duncker

Hermann Ludwig Rudolph Duncker, geboren am 24. Mai 1874 in Hamburg, gestorben am 22. Juni 1960 in Bernau bei Berlin, war ein deutscher Politiker und Gewerkschafter.

Bildquelle: Von Sir James – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14537809

 

Der Sohn eines Kaufmanns besuchte von 1883 bis 1891 das Gymnasium in Göttingen. Ab 1893 studierte er Musikwissenschaften in Leipzig und wurde Mitglied der SPD. Im gleichen Jahr brach er das Musikstudium ab und begann ein Studium der Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie, das er mit einer Promotion abschloss. Danach war er in der Redaktion der „Leipziger Volkszeitung“ tätig. 1898 heiratete er Käte Döll. Seit 1903 war er hauptamtlicher Funktionär der SPD und 1906 ihr erster Wanderlehrer. 1911 war er an der Zentralschule der Partei tätig.

Hermann Duncker war Mitbegründer des Spartakusbundes. 1918 gehörte er zu den Gründern der KPD. Er war Gründer und Leiter der Berliner Marxistischen Arbeiterschule und hat zahlreiche Schriften verfasst. 1927 bis 1928 war er Leiter der Bildungsabteilung des ZK der KPD.

Kurz nach der Machtübernahme der Faschisten wurde Duncker im Februar 1933 verhaftet. Er wurde in Spandau und im Zuchthaus Brandenburg eingesperrt und im November 1933 entlassen.

1936 emigrierte er nach Dänemark, 1937 nach Großbritannien und 1938 nach Frankreich. Von dort aus wurde er von 1938 bis 1941 in Marokko interniert, anschließend ging er in die USA. Dort gehörte er den Unterzeichnern des Council for a Democratic Germany an.

Im Mai 1947 kehrte Duncker aus den USA nach Deutschland zurück.  Dort trat er in die SED ein. Im September 1947 wurde er Professor und Dekan der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock. Von 1949 bis zu seinem Tod im Juni 1960 war Duncker Direktor der Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ in Bernau bei Berlin.

Seine Urne erhielt an der Ringmauer der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde einen Platz.

Bildquelle: Von 44Pinguine – selbst fotografiert, CC-by-sa 2.0/de, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=2422605

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel