Johann Franz, einer der letzten Helden der Arbeit in der DDR

 

Zeit online

siehe Artikel vom 20. November 2014

Die bürgerlichen Schreiberlinge der ZEIT können es nicht fassen, dass sich in der sozialistischen Gesellschaftsordnung ein Chef derart einsetzte, dass „sein“ Betrieb wirtschaftlichen Erfolg hatte und er seine Leute hinter sich brachte. Hätte es mehr solcher Leute an verantwortlichen Stellen gegeben, würde die DDR vielleicht noch bestehen.

Wenn Johann Franz auf „seinen“ ehemaligen Betrieb blickt, wird er wehmütig. Bis 1997 hat er die Ställe und Anlagen noch verwaltet. Interessenten aus dem Westen kamen und gingen. Herr Franz sah zu, wie „sein“ Betrieb ausgeweidet wurde. Seine früheren Mitarbeiter hatte er nach und nach entlassen müssen. Heute ist ein niederländischer Landwirt der Nachfolger von Johann Franz. Mit ihm hat er nun seinen Frieden geschlossen, denn er führe den Betrieb ordentlich und Herr Franz erinnert sich an „seine“ Zeiten.

Kurz vor Ende der DDR, am 05. Oktober 1989 wurde Johann Franz gemeinsam mit 54 anderen Arbeitern und Bauern ausgezeichnet.

Als er 1967 nach Nordhausen kam, bezog er mit seiner Frau und Kindern zunächst Zimmer direkt neben seinem Büro. Er wollte Tag und Nacht vor Ort sein. Der Viehzuchtbetrieb hatte keinen guten Ruf unter den Landwirten. Er galt als unrentabel und wegen der vielen Außenstellen schwer zu verwalten. Bevor Herr Franz kam, verbuchte der Betrieb Verluste in Millionenhöhe. Seinerzeit sind viele Leute von der Landwirtschaft in die Industrie gewechselt. Leidenschaftliche Landwirte, wie Johann Franz, gab es wenige.

Herr Franz brachte den Betrieb auf Vordermann. Er ließ Kinderkrippen, Kindergärten, einen Jugendclub und Wohnheime für Auszubildende(damals sagte man Lehrlinge) aufs Gelände bauen.

Durch das Wirken von Herrn Franz verdiente auch der Staat eine Menge Geld. Vom einstigen Verlustbetrieb hatte er nun die höchsten Gewinne im Republikmaßstab gemacht. Außerdem hatte er auch Deviseneinnahmen. Sogar bis zum Schluss. Z.B. Turnierpferde galten als Exportschlager, die beim britischen Königshaus begehrt waren.

Der Betrieb als Ganzes bekam den Karl-Marx-Orden. Herr Franz richtete von dem Preisgeld eine Feier für seine Leute aus.

Herr Franz erinnert sich an Reisen ins Ausland. Darunter ins kapitalistische Ausland. Man wollte ihn dort abwerben, z.B. in den USA. Darauf ließ Herr Franz sich nicht ein.

Herr Franz hat gezeigt, dass es möglich ist im Sozialismus einen Betrieb, bzw. ein Geschäft, wirtschaftlich zu führen. Leider war das nicht selbstverständlich.

 

Entnommen aus Artikel aus „Zeit online“ vom 20. November 2014, bearbeitet von Petra Reichel

 

Held der Arbeit: Orden, DDR

Ehrenzeichen Held der Arbeit der Deutschen Demokratischen Republik, hier das Ehrenzeichen als goldener Stern mit Bandschnalle

Ehrenzeichen „Held der Arbeit“ der Deutschen Demokratischen Republik, hier das Ehrenzeichen als goldener Stern mit Bandschnalle.

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Ehrenzeichen Held der Arbeit der Deutschen Demokratischen Republik, hier das Ehrenzeichen als Interimspange.

Ehrenzeichen „Held der Arbeit“ der Deutschen Demokratischen Republik, hier das Ehrenzeichen als Interimspange.

Bildquelle: Von Wiki Romi – Eigenes Werk, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

Der Ehrentitel Held der Arbeit war eine staatliche Auszeichnung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), die in Form einer Medaille verliehen wurde. Diese Auszeichnung wurde in der alten BRD stets belächelt und wird heute erst recht nicht ernstgenommen. Doch ist es so, dass es auch im Westen Helden der Arbeit gab und gibt. Dort werden sie aber nicht wahrgenommen und bekommen keinen Orden. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie Alfred Zamba/USA.

Gestiftet wurde der Titel am 19. April 1950. Seine Verleihung war auf 50 Auszeichnungen pro Jahr begrenzt. Mit der Verleihung war eine Prämie bis zu 10.000 Mark verbunden.

Der Ehrentitel Held der Arbeit“ sollte bahnbrechende Taten für den Aufbau und den Sieg des Sozialismus in der Volkswirtschaft auszeichnen. Er war insbesondere für Taten in der Industrie, der Landwirtschaft, dem Verkehr oder dem Handel oder für wissenschaftliche Entdeckungen oder technische Erfindungen vorgesehen.

  1. Form

Die versilberte Medaille mit einem Durchmesser von 34 mm zeigt auf ihrem Avers mittig auf einer Art Medaillon die Darstellung eines Hammers, eines Zirkels und drei Ähren. Zwei Ähren flankierten dabei den Hammer und den Zirkel, die dritte lag hinter dem Hammer überwiegend verdeckt. Das Medaillon umschloss ein kleiner Ring, der unten von der Umschrift: HELD DER ARBEIT und oben von zwei nach oben offenen gebogenen Lorbeerzweigen umschlossen war, die gleichzeitig den Rand der Medaille bildeten. Das Revers zeigte dagegen mittig die Friedenstaube sowie die Umschrift: DEUTSCHE DEMOKRATISCHE REPUBLIK. Getragen wurde die Medaille an einem 30 mm breiten weißen Band. Auf diesem wurden 5 mm vom Rand entfernt, je Seitenrand ein (also insgesamt zwei) ein 5 mm breiter schwarz-rot-goldene Mittelstreifen eingewebt. Hinsichtlich der Tragevorschriften gab es mehrere Versionen, zum einen am langen Band oder an einer rechteckigen Spange.

2. Form

Im Jahr 1952 wurde das Layout der Medaille grundlegend geändert und die Medaillenform verworfen. An seine Stelle trat nun ein vergoldeter Stern von 34 × 34 mm Größe, welcher in seiner Mitte ein Medaillon (23 mm Durchmesser) mit Lorbeerkranz zeigte. Innerhalb des Kranzes finden sich ein Hammer und ein Zirkel sowie zwei flankierende Ähren. Die Rückseite des Sterns trug in der Form eines offenen Kreises die Umschrift: HELD DER ARBEIT und bis 1972 am oberen Rand die Punze 900 sowie unten den Hersteller MB (Münze Berlin). Getragen wurde der Stern an einer 31,5 mm breiten und 10 mm hohen goldenen Spange mit rotem Bande auf der linken oberen Brustseite. Bei mehrfacher Verleihung des Titels, was grundsätzlich möglich war, wurde die zweite Spange neben der ersten an einer Art Verbindungsnut getragen.

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Die Liste der Träger des Ordens „Held der Arbeit“ (DDR) auf Wikipedia ist nicht vollständig. Es fällt auf, dass auch Politiker unter den Ordensträgern sind. DIE TROMMLER kritisiert das. Denn Politiker hatten nichts mehr mit dem Arbeitsleben zu tun. Für ihre Verdienste hätten sie stattdessen in anderer Form ausgezeichnet werden müssen. Da braucht man sich ja nicht wundern, dass diese Auszeichnung heute belächelt wird(im der Alt-BRD ist sie schon immer belächelt worden. Schändlich ist es, dass diese Auszeichnung in Ostalgie-Shops u.ä. vermarktet wird.

Siehe Wikipedia

Chemnitz, Auszeichnung

Verleihung des Ehrentitels Held der Arbeit in der 1. Form als Medaille mit Urkunde an Günther Lieske

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-08329-0008 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Erich Giebner

Erich Giebner, an dessen Revers die 2. Form des Ehrentitels als Stern erkennbar ist

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-26995-0001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt