Die Mainzer Republik

In verschiedenen deutschen Städten errichteten Bürger und Bauern Freiheitsbäume, um die französische Revolution zu feiern.

Ein besonderes Beispiel ist Mainz. Im Oktober 1792 wurde die Stadt und ihre Umgebung von der französischen Revolutionsarmee besetzt. Der Kurfürst und die Adligen dieses Gebietes flohen. Damit war die Stunde der Bewährung für die Revolutionäre gekommen, die in Georg Forster einen hervorragenden Führer fanden.

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Sofort begannen sie ihre Ideen zu verwirklichen. Im Februar 1793 schritten die vor kurzem noch als Untertanen des Kurfürsten geltenden Bürger und Bauern zur Wahl von 130 Abgeordneten für den „Rheinisch-deutschen Nationalkonvent“. Forster nannte diese Abgeordneten, von denen mehr als die Hälfte Bauern waren, „Stellvertreter des freien deutschen Volkes“. Die Abgeordneten leiteten verschiedene Maßnahmen ein, die dem Wohle des Volkes dienten. Sie hoben die Vorrechte des Adels und der Geistlichkeit auf. Das Eigentum der geflohenen und ausgewiesenen Feudalherren wurde beschlagnahmt.

Das revolutionäre Werk konnte nicht vollendet werden. Nach einer viermonatigen Belagerung musste die Stadt vor den Truppen der feudalen Mächte am 23. Juli 1793 die Waffen strecken. Die Kerker füllten sich mit aufrechten Demokraten. Georg Forster weilte bereits seit März im Auftrage des Nationalkonvents in Paris. Er blieb den revolutionären Ideen bis zu seinem Lebensende treu. Die Mainzer Republik nimmt in der deutschen Geschichte einen ehrenvollen Platz ein. Sie war die erste demokratische Republik auf deutschem Boden. (Es handelt sich hier um eine bürgerliche Demokratie. Das war seinerzeit ein gesellschaftlicher Fortschritt, der aufgehalten wurde.)

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Bald nach Forsters Tod geriet sein Werk außerhalb der Fachwelt fast vollständig in Vergessenheit, wohl nicht zuletzt als Folge seines Engagements während der französischen Revolution. Je nach politischer Zeitströmung wurde Forster bis in die Gegenwart hinein jeweils unterschiedlich beurteilt.

Generell aber verdeckte in der Zeit des aufkeimenden Nationalismus im nachnapoleonischen Deutschland das Bild des angeblichen „Vaterlandsverräters“ Forster zusehends das des Forschers und Schriftstellers. Während des Deutschen Kaiserreichs und erst recht zur Zeit des Faschismus blieb das Andenken Forsters verfemt.

Die DDR dagegen bezog die Erinnerung an den Forscher und Revolutionär in ihre eigene Traditionsbildung ein. So wurde beispielsweise die erste deutsche Forschungsstation in der Antarktis, die 1976 von der DDR eingerichtet wurde, Georg-Forster-Station benannt. Eine Oberschule, heute Gymnasium, in Berlin-Friedrichsfelde trägt Forsters Namen.

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35-Pfennig-Sondermarke der DDR-Post (1979) aus der Reihe „Bedeutende Persönlichkeiten“

Bildquelle:
Von Hochgeladen von –Nightflyer (talk) 18:27, 21 November 2009 (UTC) – eigener Scan, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Auch in der BRD suchte man nach demokratischen Traditionen der deutschen Geschichte. Seit den 1970er Jahren setzte eine differenzierte Betrachtung Forsters ein. Die Universitätsgesellschaft Kassel stiftet in den 1980er Jahren den Georg-Forster-Preis für herausragende Leistungen an der Universität Kassel, die nicht nur fachlich herausragen, sondern auch den Horizont des eigenen Fachs überschreiten. Auch die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt einen Georg-Forster-Forschungspreis.

Mittlerweile tragen auch Schulen im Westen Deutschlands Forsters Namen, seit 2007 beispielsweise die Integrierte Gesamtschule Wörrstadt, die auf dem Gebiet der einstigen Mainzer Republik liegt, und seit 2012 das Städtische Gymnasium von Kamp-Lintfort am Niederrhein. An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz trägt seit 2013 ein Neubau, der unter anderem die Sozialwissenschaften beherbergt, den Namen „Georg-Forster-Gebäude“.

Darüber hinaus sind die Forsterseeschwalbe und ein Mega-Containerschiff des französischen Schifffahrts- und Logistikunternehmens CMA CGM nach ihm benannt.

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Die CMA CGM „Georg Forster“

Bildquelle:
Von Hummelhummel, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982 und Wikipedia

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Freiheitsbestrebungen in Deutschland(bürgerliche Umgestaltung) in den Jahren 1789-1840

Die französische Revolution löste in Deutschland ein vielfaches Echo aus. Viele Bauern und Bürger sahen im Sturm auf die Bastille das Signal für eine eigene revolutionäre Tat.

In benachbarten Gebieten Frankreichs brauchen zuerst Unruhen aus; z. B. in Baden und in der Pfalz. Aber auch in von Frankreich weiter entfernten Gebieten geriet das Volk in Bewegung.

An verschiedenen Orten zogen die Bauern, mit alten Gewehren, Sensen und Dreschflegeln bewaffnet, vor die Schlösser der Feudalherren, um den Verzicht auf alle Feudallasten zu erzwingen.

Im Sommer 1790 erhoben sich die Bauern in Sachsen. Adelssitze wurden gestürmt, verhasste Gutsherren und Beamte verprügelt oder gar zum Spießrutenlaufen verurteilt. Viele Bauern stellten ihre Frondienste ein und forderten Land, das ihren Vorfahren geraubt worden war. In zahlreichen Dörfern trieb man die Schafe der Gutsherren von den bäuerlichen Feldern.

Als Wortführer der sächsischen Bauern und Kleinbürger trat der Handwerker Christian Benjamin Geißter aus Liebstadt auf. Aber schon 1790 wurde er verhaftet. Die Feudalherren übten grausame Rache. Über 15 Jahre musste Geißter im Zuchthaus Torgau schmachten.

Im Allgemeinen wurden aber die Bauern in Sachsen von den Stadtbewohnern nur wenig unterstützt. So kam es, dass die mehr als 5000 aufgebotenen Soldaten den Aufstand schon Anfang September niederschlagen konnten.

In den Städten nahmen besonders die Handwerksgesellen die revolutionäre Kunde aus Frankreich begeistert auf. Das rücksichtslose Vorgehen und die Bedrückung durch die Behörden und Meister beantworteten sie in vielen Orten mit Streiks und Demonstrationen, so in Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg und Nürnberg.

Der feudale Staat setzte alle Machtmittel gegen das Volk ein. In Breslau wurde im Frühjahr 1793 gegen demonstrierende Gesellen und Arbeiter sogar Artillerie aufgefahren und ein furchtbares Blutbad angerichtet. Mehr als 30 Tote waren zu beklagen. In allen diesen Gebieten gab es nach kleinen Anfangserfolgen keinen Sieg für die Volksbewegungen.

Wichtige Ereignisse der Freiheitsbestrebungen

 

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In der langen Geschichte der Menschheit hatte nach dem Zerfall der Urgesellschaft stets eine Ausbeuterordnung die andere ersetzt. Das wurde erst 1917 vorübergehend anders. Mit der Oktoberrevolution in Russland und der Errichtung der sozialistischen Gesellschaftsordnung wurde zum ersten male in der Geschichte eine Ordnung geschaffen, in der es keine Ausbeutung durch den Menschen gab. In den bürgerlichen Revolutionen des 17. Und 18. Jahrhunderts waren es die Bauern, Handwerker und Manufakturarbeiter, die dem absoluten Königtum und dem Feudaladel die macht entrissen und es dem Bürgertum ermöglichten seine politische Herrschaft aufzurichten

 

 

 

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Aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse

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PDF-Dokument: Zum Wesen der bürgerlichen Revolutionen

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PDF-Dokument: Freiheitsbestrebungen 1789-1840

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Ergebnisse und Lehren der Revolution von 1848/49 in Deutschland

Die Ergebnisse der Revolution

 

Im Unterschied zur siegreichen bürgerlichen Revolution in Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts löste die Revolution von 1848/49 in Deutschland keine ihrer historischen Aufgaben. Die Hauptaufgabe der Revolution, durch die völlige politische und ökonomische Entmachtung des Feudaladels einen einheitlichen Nationalstaat zu schaffen, wurde nicht erfüllt. Die französische bürgerliche Revolution von 1789 bis 1795 hatte die Monarchie gestürzt, die Republik geschaffen und den Feudalismus restlos besiegt. In Deutschland endete die Revolution damit, dass Fürsten und Adel ihre politische Macht wiederherstellen konnten. Damit blieb die nationale Zersplitterung als Hemmnis der kapitalistischen Entwicklung bestehen. Die Reaktion beseitigte nach ihrem Sieg die Rechte und Freiheiten, die sich die Volksmassen im März 1848 erobert hatten. Der Weg für eine ungehinderte Fortentwicklung der bürgerlichen deutschen Nation konnte nicht geebnet werden.

Obwohl die Revolution ihre Hauptaufgabe nicht gelöst hatte, war sie nicht ergebnislos. Aus Furcht vor neuen revolutionären Erhebungen mussten die feudalen Kräfte einige Zugeständnisse machen.

Mit einem Gesetz beseitigte die preußische Regierung 1850 noch bestehende feudale Fesseln der Landbevölkerung. Für die Abschaffung der Dienste und Abgaben mussten die Bauern jedoch hohe Geldsummen an die Junker zahlen.

Ein weiteres Zugeständnis war auch die Beibehaltung der 1848 eingeführten Verfassung in Preußen. Sie konnte zwar zu keinem wirksamen Mittel der Bourgeoisie werden, die junkerliche Regierungspolitik zu beeinflussen. Aber eine Rückkehr zum offenen Feudalabsolutismus, wie er vor der Revolution bestanden hatte, war nicht mehr möglich.

Die feudale Reaktion bereitete der vollen Durchsetzung der kapitalistischen Produktionsweise noch große Schwierigkeiten. Aber den Sieg des Kapitalismus und der bürgerlichen Gesellschaftsordnung konnte sie nicht verhindern.

 

Die wesentlichen Ursachen für die Niederlage der Revolution

 

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Es war für die bürgerlich-demokratische Revolution in Deutschland schwieriger als für die französische bürgerliche Revolution von 1789 bis 1795, den Sieg über Fürsten und Adel zu erringen. Frankreich bildete damals bereits einen einheitlichen Staat. In Deutschland dagegen fand die Revolution unter den Bedingungen der Kleinstaaterei statt. Die revolutionären Volksmassen brachten sich in Frankreich nur mit einem König und einer Regierung auseinanderzusetzen. Die deutsche Revolution hatte es mit den Regierungen von 38 Staaten zu tun.

Schuld an der Niederlage der Revolution trug die Bourgeoisie. Statt in ihrer eigenen Revolution die Massen zu führen, wie es ihre Aufgabe war, verriet sie den revolutionären Kampf. Die Angst vor der Arbeiterklasse und den demokratischen Kräften trieb sie zum Bündnis mit den Junkern und Fürsten gegen das Volk. Diese verräterische Politik kostete sie die Errungenschaften, die ihr die Volksmassen am Beginn der Revolution erkämpft hatten. Als die Bourgeoisie im Kampf gegen die Weiterführung der Revolution ihre Schuldigkeit getan hatte, gab ihr die feudale Reaktion den verdienten Fußtritt. So verlor die Bourgeoisie ihre politischen Rechte.

Aus dem demokratischen Kleinbürgertum waren viele verdiente Revolutionäre gekommen. Aber als politisch wenig einheitliche und ökonomisch schwache Klasse war das deutsche Kleinbürgertum nicht in der Lage, selbstständig die Revolution zu Ende zu führen. In entscheidenden Augenblicken schwankten die kleinbürgerlichen Führer und zögerten, zusammen mit den Arbeitern die Feinde der Revolution gemeinsam zu bekämpfen.

Die junge deutsche Arbeiterklasse war 1848 noch zu gering an Zahl und zu wenig organisiert. Deshalb konnte sich noch nicht die Führung in der Revolution übernehmen. Aber die Arbeiterklasse brachte in allen Kämpfen die meisten Opfer. Von allen Klassen hatte sich das Proletariat am mutigsten und revolutionärsten gezeigt. Es war am konsequentesten für die Weiterführung der Revolution eingetreten. Das entschiedenste Programm der Revolution wurde von der Vorhut der deutschen Arbeiterklasse, vom Bund der Kommunisten, unter Leitung von Karl Marx und Friedrich Engels, ausgearbeitet. Die Masse der Arbeiterorganisationen stand jedoch noch unter kleinbürgerlichem Einfluss und beschränkte sich auf ökonomische Ziele.

 

 

Die historische Bedeutung der Revolution und ihre Lehren

 

Im 19. Jahrhundert war die Revolution von 1848/49 das größte politische Ereignis in der deutschen Geschichte. Die Volksmassen ganz Deutschlands erhoben sich, um eine bessere Zukunft zu erkämpfen. Sie wollten durch ihre Kraft einen einheitlichen demokratischen Staat schaffen, der ihre Interessen erfüllt.

In der Revolution erwies sich die Unfähigkeit der Bourgeoisie, die Belange der deutschen Nation zu vertreten. Kurzsichtig verfocht sie nur ihre egoistischen Klassenziele. Das veranlasste sie zum Zusammengehen mit den feudalreaktionären Kräften. Die Bourgeoisie zog keine Lehren aus dem Verlauf der Revolution. Es war fernerhin ihre Politik, eher das Bündnis mit den herrschenden feudalen Kräften als mit dem Volk anzustreben.

Karl Marx und Friedrich Engels zogen aus den vielfältigen Erfahrungen der europäischen Revolution von 1848/49 wichtige Lehren für die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Kommunismus. In verschiedenen Werken stellten sie besonders die neuen Erkenntnisse über den bürgerlichen Staat und seine Rolle als Instrument der herrschenden Klasse in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung dar. Mit der Feststellung, das die politische Machtergreifung des Proletariats die Zerstörung des alten Staatsapparates der Ausbeuterklassen erfordert, entwickelte Karl Marx die Ideen des Kommunistischen Manifests weiter. Marx und Engels formulierten in ihren Werken auch bereits Grundgedanken über das notwendige Bündnis der Arbeiterklasse mit der Bauernschaft. Sie legten dar, dass die Bauern nur in der Arbeiterklasse ihren natürlichen Verbündeten und Führer finden.

Während der Revolution sammelten die Arbeiter wertvolle Kampferfahrungen.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Geschichtsbuch DDR 8

Die Revolution von 1848, Teil 5

Die Reichsverfassungskämpfe 1849

 

Die Ursachen für die Reichsverfassungskämpfe

 

Die von den Abgeordneten der Paulskirche ausgearbeitete Reichsverfassung war die erste bürgerliche Verfassung Deutschlands. Ihre Verwirklichung wäre ein bedeutender Fortschritt gegenüber den Zuständen vor der Revolution gewesen. Die Bourgeoisie hoffte, dass der preußische König die Verfassung annehmen und helfen werde, sie in ganz Deutschland einzuführen. Die Abgeordneten des Frankfurter Parlaments hatten deshalb den preußischen König zum deutschen Kaiser gewählt. Aber er wies die Krone zurück. Gleichzeitig lehnte er die Reichsverfassung ab und versprach allen Fürsten, die sie gleichfalls ablehnten, militärische Hilfe gegen das Volk. Die Haltung des preußischen Königs machte die Bourgeoise ratlos.

Anfang Mai 1849 erhoben sich in Dresden, im Rheinland, in Baden und in der Pfalz Arbeiter, Handwerksgesellen, Studenten und fortschrittliche Kleinbürger. Es ging ihnen nicht nur um die Einführung der Reichsverfassung. Sie wollten im revolutionären Kampf die Fürsten endgültig besiegen.

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Die Kämpfe in Baden und in der Pfalz

 

Besondere Bedeutung erhielten die Kämpfe in Baden und in der Pfalz. Fast die gesamte badische Armee lief zu den Revolutionären über. Der Großherzog von Baden, seine Minister und reaktionären Offiziere flüchteten aus dem Land. Eine demokratische Regierung übernahm die Verwaltung. Die Volksbewaffnung wurde eingeführt, die Offiziere wurden von den Soldaten gewählt. Aus den Volkswehren, aus den Freiwilligen und aus den zum Volk übergelaufenen badischen und pfälzischen Soldaten entstand eine Revolutionsarmee. Aus ganz Deutschland, Polen, Ungarn, Frankreich und der Schweiz eilten Revolutionäre herbei, um den badischen Aufständischen zu helfen.

Die Lage der Aufständischen war jedoch von Anfang an nicht sehr günstig. Die kleinbürgerlichen Führer der Erhebung unterließen vieles, was zum endgültigen Sieg des Aufstandes notwendig gewesen wäre. So versäumten sie, die revolutionäre Bewegung über Baden und die Pfalz hinaus in die benachbarten deutschen Länder zu tragen.

Es folgte die Auseinandersetzung mit den konterrevolutionären Truppen aus Preußen, die mit Übermacht in die Pfalz und nach Baden einfielen. Den preußischen Konterrevolutionären war es gelungen die revolutionäre Bewegung im Rheinland rasch niederzuschlagen. Die „Neue Rheinische Zeitung“ musste ihr Erscheinen einstellen. Friedrich Engels hatte sich unverzüglich ins süddeutsche Aufstandsgebiet begeben, während Karl Marx nach Paris eilte, um Hilfe zu organisieren.

Vor den Mauern der Festung Raststatt kam es zum letzten großen Kampf. Die Schlacht dauerte zwei Tage. Da umgingen preußische Truppen die Stellungen der Revolutionäre und fielen ihnen in den Rücken. Den Teil der Revolutionsarmee, in dem auch Engels kämpfte, konnte sich in die Schweiz zurückziehen. Der Rest wurde in der Festung Rastatt eingeschlossen. Als nach drei Wochen Munition und Lebensmittel aufgebraucht waren, musste sich die Festung am 23. Juli 1849 ergeben.

Die preußische Reaktion übte an den Wehrlosen grausame Rache. 28. Revolutionäre wurden zum Tode verurteilt. Viele andere wurden in den Festungskellern eingekerkert. Hunger und Krankheit wüteten unter den Gefangenen.

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Gefangene Revolutionäre in den Kasematten von Rastatt.(Zeitgenössische Darstellung)

 

Als die preußische Armee in Südwestdeutschland einfiel, hatten sich die Abgeordneten der deutschen Nationalversammlung von Frankfurt am Main nach Stuttgart zurückgezogen. Dort wurden sie vom Militär auseinandergetrieben.

In zahlreichen Kämpfen hatten die Volksmassen versucht, die Konterrevolution zurückzuschlagen. Zahlenmäßig schwächer sowie ungenügend organisiert und geführt, mussten Aufständischen der Übermacht des preußischen Militärs unterliegen. Mit dem Fall der Festung Rastatt fand die bürgerlich-demokratische Revolution 1848/49 ihr Ende.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel.

Geschichtsbuch DDR 8

Die Revolution von 1848, Teil 4

Der Vormarsch der Konterrevolution

 

Die Niederschlagung des Pariser Juniaufstandes

 

Der Verlauf der Revolution in ganz Europa wurde von den Vorgängen in Frankreich entscheidend bestimmt. Hier trieb die Bourgeoise mit den Arbeitern ein hinterlistiges Spiel. Dabei ist die Bourgeoise durch den Kampf der Arbeiter an die Macht gekommen. Sie ging zunächst zum Schein auf die Forderungen der Arbeiter nach gesicherten Arbeitsplätzen ein. In Paris wurden die über 100 000 Arbeitslosen vorwiegend mit Erdarbeiten beschäftigt. Dann schuf sich die Regierung eine aus Strolchen zusammengesetzte Polizeitruppe, welche ihren Interessen diente. Nun fühlte sich die Bourgeoise stark genug, um die Ausgaben für die Arbeiter loszuwerden. Die Erdarbeiten wurden beendet und die Arbeiter ohne jede Unterstützung auf die Straße gesetzt.

Auf diese Herausforderung antworteten 40 000 Pariser Arbeiter am 23. Juni 1848 mit dem bewaffneten Aufstand. Drei Tage lang tobte in den Arbeitervierteln der französischen Hauptstadt eine erbitterte Schlacht. Ohne Führung und ungenügend bewaffnet unterlagen sie der 150 000 Mann starken bewaffneten Macht der Bourgeoisie. Die Konterrevolution richtete unter den Aufständischen ein furchtbares Blutbad an. Nur 500 Arbeiter waren im Kampf gefallen. 10 000 wurden nach dem Sieg der Bourgeoisie ermordet und 3 500 verbannt.

Der Pariser Juniaufstand war die erste große bewaffnete Klassenschlacht zwischen Arbeitern und der Bourgeoisie. Die Niederlage der Arbeiter gab in ganz Europa den Feinden der Revolution Auftrieb. Adel und Fürsten schöpften wieder Hoffnung und trafen Vorbereitungen, um ihre Macht zurückzugewinnen.

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Die Niederschlagung der nationalen Befreiungskämpfe der Polen, Tschechen, Italiener und Ungarn

 

Schon vor der Pariser Junischlacht, im April und Mai 1848, war der Aufstand in Polen blutig niedergeschlagen worden. Dies war das Werk der bürgerlichen Regierung Camphausen/Hansemann in Preußen. Diese hatte die königlich-preußischen Truppen rücksichtslos gegen die Befreiungskämpfer eingesetzt.

Mitte Juni 1848 warfen die Soldaten des österreichischen Kaisers eine Erhebung der tschechischen Arbeiter und Studenten in Prag nieder, indem sie die Stadt mit Artillerie beschossen.

Auch in Italien ging zur gleichen Zeit die österreichische Armee zum Kampf gegen die Befreiungsarmee über. Nach mehreren Schlachten und Gefechten gelang es ihr, Norditalien wieder für die Habsburger Monarchie zurückzuerobern.

Einen anderen Verlauf nahm die österreichische Offensive gegen die revolutionäre Bewegung der Ungarn. Als die österreichische Armee im September 1848 in Ungarn einfiel, holte sie sich blutige Köpfe und musste nach schweren Niederlagen fast das gesamte Land wieder räumen. Ungarn erklärte sich im April 1849 zur Republik. An der Spitze der revolutionären Regierung stand Lajos Kossuth. Der österreichische Kaiser ersuchte den russischen Zaren um Hilfe und erbat Unterstützung gegen die Revolution in Ungarn. Im Mai 1849 rückte daraufhin eine zaristische Armee von 80 000 Man in Ungarn ein. Zusammen mit den österreichischen Truppen warfen sie die revolutionäre Erhebung nieder. Kossuth musste fliehen. Die Sieger brannten ungarische Dörfer nieder, folterten die Freiheitskämpfer und ermordeten viele von ihnen.

 

Die Niederschlagung des Oktoberaufstandes in Wien

 

Ermutigt durch die Niederschlagung des Pariser Juniaufstandes begann die adlige Konterrevolution ihren Angriff in Wien.

Hier war es am 06. Oktober 1848 zu einem Aufstand der Arbeiter und Studenten gekommen. Sie verhinderten damit, dass weitere österreichische Truppen zum Kampf gegen das revolutionäre Ungarn ziehen konnten. Überall in der Stadt wurden Barrikaden errichtet. Am 23. Oktober war die Stadt von kaiserlichen Truppen eingeschlossen. Da die in Wien verbliebene Bourgeoise und die Kleinbürger feige oder unentschlossen waren, mussten die Arbeiter und Studenten den Kampf gegen die 100 000 Mann starke konterrevolutionäre Armee alleine führen. Nach einer erbitterten Schlacht, die acht Tage dauerte, erlagen die Arbeiter und Studenten der Übermacht.

 

Der Sieg der Konterrevolution in Preußen im November 1848

 

Die Nachricht vom Fall Wiens ermunterte auch den preußischen König und die Junker, entscheidende Schritte zur Rückgewinnung ihrer politischen Alleinherrschaft zu unternehmen.

Die bürgerliche Regierung war schon früher vom König entlassen worden. Anfang November 1848 berief der König ein Ministerium, das nur aus reaktionären Adligen zusammengesetzt war. Die Konterrevolution ging gleichzeitig gegen die preußische Abgeordnetenversammlung vor, die bisher noch die Rechte des Volkes zu wahren versucht hatte. Der König befahl den Abgeordneten, Berlin zu verlassen. Als ein Teil von ihnen sich weigerte, ließ der König 20 000 Soldaten unter General Wrangel in Berlin einmarschieren und verhängte über die Stadt den Belagerungszustand.

Demokratische Zeitungen und Vereine wurden verboten.

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Die Bourgeoise leistete keinen Widerstand. Sie ließ ihre von der Konterrevolution verfolgten Abgeordneten im Stich. Die Bürgerwehr lieferte ihre Waffen ab und ließ sich auflösen. Allein die Arbeiter wollten kämpfen. Ihr Angebot wurde jedoch von meist kleinbürgerlichen Abgeordneten, die den Mut verloren hatten, nicht angenommen.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Geschichtsbuch DDR 8

Die Revolution von 1848, Teil 1

Die Krise des Jahres 1847

 

In den Staaten des Deutschen Bundes entstand im Jahre 1847 eine revolutionäre Situation. Es war Wirtschaftskrise. Diese ist zuerst in England und den USA ausgebrochen. Die Kapitalisten versuchten, die Lasten der Krise auf die Arbeiter abzuwälzen. Viele Arbeiter wurden entlassen, anderen der ohnehin knappe Lohn noch mehr herabgesetzt.

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Zugleich wuchsen seit 1845 Not und Elend der arbeitenden Menschen durch schlechte Getreide- und Kartoffelernten. Die Händler nutzten die Lage aus, um die Lebensmittelpreise in die Höhe zu treiben. In einigen Gegenden Deutschlands wütete der Hungertyphus. Gegen die wucherischen Preissteigerungen kam es in vielen Städten zu Tumulten und Unruhen.

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Hungerrevolte 1847

Der Wirtschaftskrise und den Hungerunruhen standen die feudalen Regierungen hilflos gegenüber. Sie waren nicht mehr in der Lage, aus der entstanden revolutionären Situation einen Ausweg zu finden.

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Der Beginn der revolutionären Kämpfe im Frühjahr 1848

 

Der Sieg der Februarrevolution in Frankreich

Auch in Frankreich hatte sich im Frühjahr 1848 eine revolutionäre Situation entwickelt.

Die Regierung des seit 1830 herrschenden Königs Louis Philippe war im Volke tief verhasst. Ihre Politik lag nur im Interesse der Bankkapitalisten. Diese bereicherten sich schamlos. Die Industriekapitalisten, Handwerker, Bauern und Arbeiter waren ohne politischen Einfluss. Sie besaßen nicht einmal das Wahlrecht.

Als die Regierung eine Kundgebung, in der die Erweiterung des Wahlrechts gefordert werden sollte, am 22. Februar 1848 verbot, zogen Arbeiter, Handwerker und Studenten dennoch auf die Straße. Sie forderten den Rücktritt der Regierung und politische Reformen. Als die Truppen des Königs auf die Demonstranten schossen, entbrannten blutige Barrikadenkämpfe. Schließlich stürmten Arbeiter und Studenten den Königspalst und zwangen König Louis Philippe zur Flucht.

In der Februarrevolution hatten die Pariser Arbeiter durch ihren mutigen Einsatz die Republik erkämpft. Am 25. Februar 1848 wurde eine bürgerliche provisorische Regierung eingesetzt, der aber nur ein Arbeiter angehörte. Die meisten Minister waren Vertreter der Industriebourgeoisie.

 

Der Sturz des Metternich-Regimes

 

Eine der reaktionärsten Feudalstaaten in Europa war das Habsburger Kaiserreich unter der Regierung des Fürsten Metternich.

Das Bürgertum besaß noch weit weniger Bewegungsfreiheit als in Frankreich oder Preußen. Es bestanden noch nicht mehr zeitgemäße Zunftgesetze. Fabriken und Eisenbahnlinien durften nur in beschränkter Anzahl gebaut werden. Hohe Zölle unterbanden den Handel mit anderen Ländern. Die kapitalistische Entwicklung wurde dadurch stark beeinträchtigt.

Als die Nachricht vom Ausbruch der Februarrevolution in Wien eintraf, stellte die Bevölkerung dem Kaiser Forderungen:

  • Verfassung
  • Volksbewaffnung
  • Absetzung Metternichs

 

Auch hier löste der Einsatz von Militär gegen die Demonstranten Straßenkämpfe aus. Arbeiter und Studenten trugen dabei den Hauptanteil an den bewaffneten Kämpfen. Am Abend des 13. März 1848 war das Volk Sieger. Metternich floh verkleidet nach England. Sein Regime brach zusammen. Der Kaiser und die verbliebenen Minister sahen sich gezwungen, eine Verfassung zu versprechen und die Volksbewaffnung durchzuführen.

 

Die nationalen Erhebungen der Italiener, Ungarn, Tschechen und Polen

 

Das Habsburger Reich war ein wahres Völkergefängnis. Der Feudaladel hielt mit Polizei und Militär die Italiener, Ungarn , Tschechen und Polen und andere Völker nieder, die sich von den feudalen Fesseln und nationaler Unterdrückung befreien wollten. Ermutigt von der französischen Februarrevolution und dem Aufstand in Wien brachen in vielen Teilen des Habsburger Reichs revolutionäre Erhebungen aus.

Im Norden Italiens erhob sich das Volk gegen die österreichische Fremdherrschaft. Nach einem fünftägigen Barrikadenkampf zwang die Bevölkerung Mailands am 22. März 1848 die österreichischen Truppen zum Abzug. In Venedig wurde die Republik ausgerufen und eine provisorische Regierung aus Vertretern des Bürgertums geschaffen.

In Ungarn lag die revolutionäre und nationale Bewegung in den Händen des kleinen und mittleren Adels. Ihr Führer war der Rechtsanwalt Lajos Kossuth. Unter seinem Einfluss unternahm die ungarische Regierung Schritte zur Herstellung der Unabhängigkeit des Landes. Er verkündete bürgerliche Reformen, hob Frondienste und feudale Abgaben der Bauern auf, bildete eine nationale ungarische Regierung und entzog das Heer der Ungarn dem Oberbefehl des österreichischen Kaisers.

In Böhmen gerieten das tschechische Bürger- und Kleinbürgertum und Bauern in Bewegung. Sie erkämpften sich Presse- und Versammlungsfreiheit. Sie traten für die Erlangung nationaler Rechte und die Abschaffung der Feudallasten ein.

In Polen brach die revolutionäre Erhebung vor allem in den Landesteilen aus, die sich Preußen während der Teilungen Polens am Ende des 18. Jahrhunderts angeeignet hatte. Hier waren an den Erhebungen vor allem Bauern und der Kleinadel beteiligt. Die Aufständischen verhandelten mit dem preußischen König um die Gewährung nationaler Unabhängigkeit. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, wurde gelichzeitig ein polnisches Heer aufgestellt.

 

Die revolutionäre Bewegung in Süd- und Südwestdeutschland

 

Angeregt von den Ereignissen in Frankreich fanden Ende Februar und Anfang März 1848 in Süd- und Südwestdeutschland, vor allem in Mannheim, Stuttgart, Mainz, Hanau und München große Volksversammlungen statt. Arbeiter, Handwerker, Studenten, Kaufleute und Fabrikanten verlangten von den Fürsten

  • Volksbewaffnung
  • Pressefreiheit
  • Die Einberufung eines deutschen Parlaments
  • Reformen im Gerichtswesen

 

Die revolutionäre Welle griff auch auf die Landbevölkerung über. In Baden, Württemberg, Bayern und Hessen erhoben sich die Bauern gegen den Adel.

Sie zogen vor die Herrensitze und forderten die Abschaffung aller Frondienste und Abgaben. Wo ihnen Widerstand geleistet wurde, stürmten sie Schlösser, verbrannten Zinsbücher und erklärten die Feudalrechte für aufgehoben.

Voller Angst um ihre Throne gaben die Fürsten dem Druck der Volksmassen nach. Sie entließen besonders verhasste adlige Minister und beriefen Vertreter des Bürgertums in die Regierungen. So entstanden die Märzministerien. Zugleich wurde die Presse- und Versammlungsfreiheit verkündet. Die Bourgeoisie durfte bewaffnete Abteilungen – Bürgerwehren – bilden. Mit diesen Ergebnissen war die Bourgeoisie der süd- und südwestdeutschen Staaten bereits zufrieden, obwohl Fürsten und Adel noch immer die wichtigsten Machtstellungen besaßen, die Armeen kommandierten und die Verwaltungen beherrschten.

 

Die Märzkämpfe in Berlin

Der 18. März 1848

 

Auch Preußen wurde von der revolutionären Bewegung erfasst. Die Nachrichten über die Wiener Revolution und die revolutionären Bewegungen in Süd- und Südwestdeutschland rüttelten das Volk auf. Die Arbeiter erhoben unüberhörbar Forderungen nach einem menschenwürdigerem Leben. Als immer mehr Volksversammlungen stattfanden und die Diskussionen auf Straßen, Plätzen und Wirtshäusern immer heftiger wurden, traf die Regierung militärische Vorbereitungen. Sie ließ Kanonen an verschiedenen Stellen der Stadt auffahren und gab Kavallerieabteilungen den Befehl, die Straßen mit Gewalt zu räumen, um die Bevölkerung einzuschüchtern. Infolge des brutalen Einschreiten des Militärs hatte es in Berlin bis zum 16. März schon 20 Tote gegeben. Daher bestand die Bevölkerung auf den unbedingten Abzug der Truppen aus der Stadt. Unter dieser Hauptlosung fand am 18. März vor dem Berliner Schloss eine Massendemonstration statt.

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Infanterie und Kavallerie standen in der Nähe des Platzes in Bereitschaft. Gegen 14 Uhr erschien der König auf dem Balkon des Schlosses. Vieltausendstimmig schallte dem König der Ruf entgegen: „Fort mit dem Militär“. Der König gab den Truppen den Befehl, den Schlossplatz zu räumen. Als zwei Schüsse fielen, brach die Erhebung los. Mit dem Ruf: „Verrat, Verrat! Zu den Waffen! Auf die Barrikaden!“ begann die große Berliner Barrikadenschlacht vom 18. März. Während sich die Bourgeoisie feige zurückzog, handelten Arbeiter, Handwerksgesellen und Studenten. Rasch errichteten sie in der gesamten Innenstadt zahlreiche Barrikaden.

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

Bearbeitet von Petra Reichel

 

Geschichtsbuch DDR 8

Die historische Hauptaufgabe der Revolution von 1848/49 in Deutschland

Die Ursachen der Revolution und die Klassengegensätze vor 1848

 

Ursache für die bürgerlich-demokratische Revolution in Deutschland war der Widerspruch zwischen der Kapitalistischen Entwicklung und der politischen Herrschaft des Adels und der Fürsten.

Mit dem Einsetzen der industriellen Revolution(Entwicklung zur Massenproduktion in der Fabrik)und der Bildung des deutschen Zollvereins 1834 hatte sich das kapitalistische Wirtschaftsleben immer stärker entwickelt. Es waren neue Manufakturen und Fabriken entstanden. Der Eisenbahnbau hatte günstige Verkehrsverhältnisse geschaffen. Damit entfaltete sich die ökonomische Kraft der Bourgeoisie. Auch die Arbeiterklasse war zahlenmäßig und politisch gewachsen.

Dem vollen Sieg des Kapitalismus standen jedoch viele Hindernisse im Wege. Eines davon waren unterschiedliche Münzen, Maße und Gewichte. Alle diese Hindernisse hatten ihre Ursache in der unbeschränkten politischen Macht der Feudalklasse und der Zersplitterung Deutschlands.

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Wie vor allen bisherigen bürgerlichen Revolutionen bestand auch in Deutschland der gesellschaftliche Hauptwiderspruch zwischen dem historisch überlebten Adel und der ökonomisch erstarkten Bourgeoisie. Als Träger einer neuen Ordnung wünschten die Kapitalisten einen Anteil an der politischen Macht, um ihre Interessen in Staat und Gesellschaft durchzusetzen.

Der Weberaufstand von 1844 hatte gezeigt, dass durch die kapitalistische Entwicklung in Deutschland auch bereits der Gegensatz zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat entstanden war.

Daneben gab es gegensätzliche Interessen zwischen Adel und Bauern. Sie beruhte darauf, dass der größte Teil der Bauern den Großgrundbesitzern noch durch Abgaben, Dienste und die Zahlung von Ablösegeldern verpflichtet war.

Neben diesen wesentlichen Klassengegensätzen bestand ein Gegensatz zwischen den herrschenden Klassen in Preußen und Österreich und den von ihnen unterdrückten Völkern der Polen, Tschechen, Ungarn und Italiener.

Durch die Vielzahl der gesellschaftlichen Widersprüche in Deutschland wurde der Klassenkampf besonders kompliziert. Aber nur durch den gemeinsamen Kampf der Bourgeoisie, der Bauern, des Kleinbürgertums und des Proletariats gegen den Feudaladel konnte die bürgerlich-demokratische Revolution siegen. Die Führung musste dabei die Bourgeoisie übernehmen, denn sie war Träger der fortschrittlichen kapitalistischen Produktionsweise und die stärkste antifeudale Klasse.

 

Die historische Aufgabe der Revolution

 

Hauptaufgabe der Revolution war die endgültige Durchsetzung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung gegen die feudalen Kräfte. Das verlangte vor allem die ökonomische und politische Entmachtung des Feudaladels und die nationale Einigung Deutschlands auf bürgerlich-demokratischer Grundlage.

Das klarste und konsequenteste Programm zur Lösung dieser Aufgabe besaß der Bund der Kommunisten unter der Führung von Karl Marx und Friedrich Engels. Ihre 17 „Forderungen der Kommunistischen Partei in Deutschland“ enthielten alle wesentlichen Ziele der Revolution, die sie erreichen musste.

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Geschichtsbuch DDR 8