Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow

Wjatscheslaw Michailowitsch Skrjabin wurde in der Kleinstadt Kukarka bei Wjatka (heute Kirow) im östlichen europäischen Mittelrussland 1890 als Sohn eines Verwalters geboren. 

Molotow(1945)
Bildquelle:Von Autor unbekannt – [1] Dutch National Archives, The Hague, Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANEFO), 1945-1989 bekijk toegang 2.24.01.04 Bestanddeelnummer 900-8982, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37191257

Er war bereits seit 1906 – also im Alter von 16 Jahren – Mitglied der Bolschewiki.

Er nahm – wie viele Kommunisten – für seine illegale Arbeit im kaiserlichen Russland einen Tarnnamen an; in seinem Fall lautete er Molotow, abgeleitet von molot (dt. Hammer).

1909 wurde er erstmals verhaftet und musste zwei Jahre in einem sibirischen Lager verbringen. Ab 1911 studierte er am Polytechnischen Institut in Sankt Petersburg. Er schrieb für die illegale Prawda, die kommunistische Parteizeitung der Bolschewiki; Josef Stalin war zu dieser Zeit ein leitender Redakteur dieser Zeitung. 1913 wurde Molotow erneut verhaftet und nach Irkutsk in Sibirien deportiert. 1915 gelang ihm die Flucht, woraufhin er in die Hauptstadt Petrograd zurückkehrte. Hier wurde er Mitglied im Parteikomitee der Stadt.

Als mit der Februarrevolution von 1917 die Zarenherrschaft in Russland beendet wurde, waren nur wenige Bolschewiki frei und in Petrograd aktiv tätig. Molotow leitete in diesen Tagen die Prawda. Die Bolschewiki hatten in Russland nur etwa 20.000 Mitglieder, die unter der Anleitung eines kleinen Büros des Zentralkomitees in Petrograd arbeiteten und von den Arbeitern Schjapnikow und Saluzki sowie dem Studenten Molotow geführt wurden.  Molotow forderte in einem Manifest die Schaffung einer provisorischen revolutionären Regierung.

Im März 1917 übernahmen die Haftentlassenen Lew KamenewJosef Stalin und Matwei Muranow sowie Jakow Swerdlow die Parteiführung.  Molotow war wieder Redakteur der nun von Kamenew und Stalin geleiteten Parteizeitung Prawda und wurde nach und nach zum engsten Mitarbeiter Stalins.

Stalin und Kamenew revidierten die von Molotow in der Prawda vertretene Linie einer sofortigen Machtübernahme durch die Sowjets und die Bolschewiki. Erst mit der Rückkehr von Wladimir Iljitsch Lenin setzte dieser die Linie der sofortigen Machtergreifung durch eine Revolution im neu eingerichteten Politbüro durch.

Molotow wurde nun Mitglied des Petrograder Sowjets. Unter der Führung von Lenin und Trotzki wirkte er – der noch kein Mitglied des Politbüros war – bei der Vorbereitung der Oktoberrevolution aktiv mit.

Von 1920 bis 1921 war er als Nachfolger von Stanislaw Kossior Erster Sekretär (Vorsitzender) der Kommunistischen Partei der Ukraine.

Auf dem X. Parteitag der KP Russlands (Bolschewiki) von 1921 verloren die Trotzki-Anhänger (u. a. Krestinski) ihre Ämter als Parteisekretäre, und die Stalin-Anhänger Molotow, Jaroslawski sowie Michailow wurden vom 16. März 1921 bis zum 27. März 1922 Sekretäre des Sekretariats des Zentralkomitees (ZK) der Partei. Molotow wurde in dieser Zeit als „verantwortlicher Sekretär“ bezeichnet. Das Sekretariat des ZKs und das Organisationsbüro der Partei wurde seit 1921 vom Politbüromitglied Stalin als „Erster Sekretär“ und seit April 1922 als Generalsekretär geführt. Von 1921 bis zum 21. Dezember 1930 blieb Molotow Sekretär des ZK.

Am 1. Januar 1926 stieg er schließlich mit Stalins Hilfe in das höchste politische Gremium der Sowjetunion auf – er wurde Vollmitglied im Politbüro und blieb dies bis zum 29. Juni 1957.

Nach dem Münchner Abkommen zwischen Großbritannien, Frankreich, Italien und dem Deutschen Reich über die Teilung der Tschechoslowakei suchte 1939 die sich bedroht fühlende UdSSR einen Partner. Um Deutschland einen Wechsel in der Außenpolitik der Sowjetunion zu signalisieren, übernahm Regierungschef Molotow zusätzlich das Amt des Außenministers (Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten) und löste Maxim Litwinow ab, der jüdischer Abstammung war. Molotow blieb bis 1949 Außenminister und bekleidete nach Andrei Wyschinski dieses Amt erneut von 1953 bis 1956. Die Verhandlungen mit Frankreich und Großbritannien führten zu keinem Abschluss. So konnte – für die Weltöffentlichkeit überraschend – in Anwesenheit von Stalin am 24. August 1939 in Moskau der von Molotow und dem deutschen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop ausgehandelte deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt (Hitler-Stalin-Pakt) unterzeichnet werden. Acht Tage später löste Deutschland mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg aus.

Molotow mit Ribbentrop anlässlich der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts im August 1939 in Moskau
Bildquelle: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10359421

Am 27./28. September 1939 handelten Molotow und von Ribbentrop in Moskau ergänzend zum Nichtangriffspakt einen „Grenz- und Freundschaftsvertrag“ zwischen der Sowjetunion und Deutschland aus. 

Am 28. September 1939 unterzeichnet Molotow im Kreml den Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag. Im Hintergrund: Ribbentrop und Stalin
Bildquelle: Von National Archives & Records Administration, nara.gov, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=116442

Am 12. und 13. November 1940 war Molotow in Berlin und traf von Ribbentrop und Hitler. Die deutsche Seite schlug einen Beitritt der Sowjetunion zum Dreimächtepakt vor, Molotow hingegen verlangte Angliederung Bulgariens ins sowjetische Interessengebiet. Die Verhandlungen blieben ergebnislos. Darüber hinaus unterzeichnete Molotow 1941 den Neutralitätspakt mit Japan und nahm an den wichtigen Konferenzen von Teheran (1943), Jalta (1945) und Potsdam (1945) teil.

Molotow wird von Reichsaußenminister von Ribbentrop(rechts) verabschiedet, Berlin, 14. November 1940
Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1984-1206-523 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5344633

Ab 1941 übernahm Stalin von Molotow den Vorsitz im Rat der Volkskommissare, den dieser seit 1930 innegehabt hatte. Einige Stunden nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion vom 22. Juni 1941 bezeichnete Molotow diesen in einer Rundfunkansprache als unprovozierten Aggressionsakt und erklärte, dass die Sowjetunion bis zum Sieg kämpfen werde. Stalin war – in Erkenntnis seiner falschen politischen Einschätzungen – zu dieser Zeit nicht bereit, selbst eine Erklärung gegenüber dem Sowjetvolk abzugeben.

Vom 19. Oktober bis zum 1. November 1943 war Molotow Gastgeber der Moskauer Konferenz, an der die Außenminister Cordell Hull für die USA sowie Anthony Eden für Großbritannien teilnahmen. Die Außenminister koordinierten die weitere Zusammenarbeit, vereinbarten den Eintritt der UdSSR in den Krieg gegen Japan und legten die Grundlagen ihrer europäischen und weltpolitischen Kooperation nach Kriegsende fest.

Im Oktober 1944 trafen sich Stalin und Churchill sowie die Außenminister Molotow und Eden zu einer weiteren Moskauer Konferenz, um über die Zukunft der Länder Ost- und Südosteuropas zu beraten.

Von 1945 bis 1947 nahm Molotow an allen acht Außenministerratskonferenzen der Siegerstaaten des Zweiten Weltkriegs teil.


Potsdamer Konferenz

Potsdamer Konferenz, am Konferenztisch sitzen u. a. Clement Attlee, Ernest Bevin, Molotow, Josef Stalin, William Daniel Leahy, James F. Byrnes und Harry S. Truman.

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-R67561 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5368480

Als die damalige israelische Botschafterin in Moskau und spätere Ministerpräsidentin Golda Meir die Moskauer Synagoge zum jüdischen Neujahrstag besuchte, soll auch Molotows jüdische Frau Polina Schemtschuschina anwesend gewesen sein. Am 7. November 1948, dem Jahrestag der Oktoberrevolution, traf Molotows Ehefrau Golda Meir und forderte die Botschafterin in Jiddisch auf, weiterhin die Synagoge zu besuchen. Für Stalin, der nach 1945 gegenüber Juden misstrauisch war, weil er den sowjetischen Juden Loyalität mit Israel unterstellte, war das Verhalten von Molotows Ehefrau ein schwerer Affront.[6] Stalin nahm das zum Anlass, das Jüdische Antifaschistische Komitee in der Sowjetunion am 20. November 1948 aufzulösen. Polina wurde verhaftet, aus der Partei ausgeschlossen und für fünf Jahre in das zentralasiatische Kustanai verbannt.  (Das Misstrauen gegenüber Juden war berechtigt, weil der israelische Geheimdienst MOSSAD überall auf der Welt agiert. So war zu Sowjetzeiten in der Tat die Gefahr gegeben, dass sich Juden für den MOSSAD anwerben lassen. P.R.)

Molotow nahm an der Abstimmung über die Verurteilung seiner Ehefrau nicht teil. Wenig später zeigt er sich aber reumütig und distanzierte sich von Polina: Er bedauerte, sie nicht davon abgehalten zu haben, „Fehler zu machen und Verbindungen zu antisowjetischen jüdischen Nationalisten wie Michoels zu knüpfen“.[7] Weil beide Eheleute Stalin außerordentlich bewunderten, soll ihm nicht einmal Polina ihre Verbannung übelgenommen haben – so jedenfalls Äußerungen von Stalins Tochter Swetlana. Polina starb 1970 in Moskau.

Der in Ungnade gefallene Molotow wurde am 5. März 1949 als Volkskommissar des Äußeren entlassen. Sein Nachfolger war von 1949 bis 1953 Andrei Wyschinski. Zeitgleich wurde auch der Volkskommissar für den Handel Anastas Mikojan aus anderen Gründen entlassen. Beide blieben aber Mitglieder des mächtigen Politbüros sowie Stellvertretende Vorsitzende des Rates der Volkskommissare.

Ab August 1952 wurde Molotow jedoch nicht mehr zu den Sitzungen des Politbüros eingeladen. Der engere Führungskreis umfasste neben Stalin nur noch Malenkow, Beria, Chruschtschow und Bulganin.

Nach Stalins Tod war Molotow wieder im engeren Führungszirkel von Partei und Staat mit folgenden Politikern: Chruschtschow als Erster Sekretär des ZK der KPdSU, Malenkow als Vorsitzender des Ministerrates, Beria als Innenminister, Molotow wieder als Außenminister und Erster Stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats, Woroschilow als Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets, Bulganin als Verteidigungsminister, Kaganowitsch als Erster Stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates und Mikojan erneut als Handelsminister. Molotow unterstützte Chruschtschow, als dieser im Juni 1953 Beria entmachtete. Dem nunmehr zehnköpfigen Parteipräsidium gehörten noch Saburow und Perwuchin als Minister an.

Von 1953 bis zum 21. November 1956 war Molotow Außenminister. In dieser Funktion unterzeichnete er am 15. Mai 1955 in Wien im Belvedere den Österreichischen Staatsvertrag. Sein Nachfolger nach dem XX. Parteitag der KPdSU wurde der von Chruschtschow geförderte ZK-Sekretär Dmitri Schepilow. Vom 21. November 1956 bis zum 4. Juli 1957 war er Minister für Staatskontrolle – ein Amt, das danach durch einen Ausschuss ersetzt wurde.

Nach dem XX. Parteitag der KPdSU von 1956 versuchte im Juni 1957 eine Mehrheit im elfköpfigen Politbüro, bestehend aus Malenkow, Molotow, Kaganowitsch, Saburow, Perwuchin, Bulganin und Woroschilow, erfolglos, Chruschtschow als Ersten Sekretär zu stürzen.

 

Sie wollten die Politik der drastischen „Entstalinisierung“ nicht mittragen. Das von Chruschtschow, der sich auf die Loyalität der Armeeführung verlassen konnte, eiligst einberufene Zentralkomitee wählte Malenkow, Molotow, Kaganowitsch und Saburow ab und degradierte Perwuchin. Molotow verlor seine Führungsämter. Von 1957 bis 1960 war er nur noch Botschafter in der Mongolischen Volksrepublik und vertrat von 1960 bis 1962 die UdSSR bei der Internationalen Atomenergieorganisation.[8] 1962 wurde Molotow dann sogar aus der KPdSU ausgeschlossen.[9]

Von 1946 bis 1959 war er Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.[12]

1984 wurde er unter Generalsekretär Konstantin Tschernenko rehabilitiert und wieder in die KP aufgenommen.

Molotow wurde auf dem Moskauer Nowodewitschi-Friedhof in einer Grabstätte seiner Familie bestattet.


Nachsatz:

Im Winterkrieg benannten die Finnen eine improvisierte Brandwaffe nach Molotow – den Molotowcocktail.


Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Opfer des II. Weltkrieges

Der zweite Weltkrieg war der verheerendste Krieg der Menschheitsgeschichte. Die über 50 Millionen Toten und 35 Millionen Kriegsversehrte sind eine gewaltige Anklage gegen das imperialistische System.

Der zweite Weltkrieg war der verheerendste Krieg der Menschheitsgeschichte. Die über 50 Millionen Toten und 35 Millionen Kriegsversehrte sind eine gewaltige Anklage gegen das imperialistische System.

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

Die Ergebnisse des II. Weltkrieges

Der II. Weltkrieg war der verheerendste Krieg der Menschheitsgeschichte. Noch nie zuvor hatten so viele Staaten an einem Kampf teilgenommen, waren so große Opfer an Menschenleben und Werten gebracht worden. Dieses furchtbare Völkermorden der Jahre 1939 bis 1945 ist eine gewaltige Anklage gegen das gesamte imperialistische System. Dieser Krieg machte erneut deutlich, dass die Herrschaft des Imperialismus entsprechend seinen inneren Gesetzmäßigkeiten immer wieder zu Kriegen und damit zu unermesslichem Elend für die Volksmassen führt, wenn es diesen nicht gelingt, die aggressiven Pläne zu durchkreuzen.

Der II. Weltkrieg übertraf in allen Beziehungen das Ausmaß des I. Weltkrieges um ein Vielfaches.

Das deutsche Volk musste nach den Völkern der Sowjetunion und Polens die größten Opfer bringen. Unter den über 6 Millionen deutschen Toten befanden sich etwa 410 000 Luftkriegsopfer. 7,5 Millionen wurden obdachlos. Rund 270 000 Menschen jüdischer Abstammung waren bis 1941 gezwungen, aus Hitlerdeutschland auszuwandern. Von den verbliebenen rund 240 000 Juden ermordeten die Faschisten über 80 Prozent. 200 000 Deutsche kamen in faschistischen Konzentrationslagern und Zuchthäusern um.

 

Vergleich I. und II. Weltkrieg

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Menschenverluste im II. Weltkrieg

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die deutschen Imperialisten trugen nicht nur die Schuld für die Ergebnisse des Krieges. Sie verspielten auch durch ihre fortgesetzte Aggressionspolitik fast ein Fünftel des deutschen Gebiets von 1987. Das Land östlich der Oder und Neiße wurde von den Mächten der Antihitlerkoalition Polen zugesprochen, das jahrhundertelang ein Opfer der Aggressivität des deutschen Adels, der Militaristen und Großkapitalisten war. In Anbetracht der Rolle, die Teile der deutschen Minderheiten in den verschiedenen Ländern bei der Entfesselung des zweiten Weltkrieges gespielt hatten, beschlossen die USA, Großbritannien und die UdSSR, die außerhalb der vier Besatzungszonen lebenden Deutschen umzusiedeln.

Der II. Weltkrieg brachte im internationalen Kräfteverhältnis bedeutende Veränderungen. Die Macht und das Ansehen der Sowjetunion hatten gewaltig zugenommen. Die Völker Ost- und Südosteuropas begrüßten die Truppen der UdSSR als Befreier vom faschistischen Joch. Die Erfahrungen der Vergangenheit veranlassten die progressiven Kräfte in Albanien, Bulgarien, Jugoslawien, Polen, Rumänien, Ungarn und der Tschechoslowakei gegen die Versuche, die kapitalistische Vorkriegsordnung in diesen Ländern wiederherzustellen, entscheiden aufzutreten. Überall entstanden nationale Fronten, in denen die Kommunisten und Führung im Kampf um eine volksdemokratische Entwicklung hatten und die feste Freundschaft mit der UdSSR stärkten.

In Folge der Konterrevolution 1989/90 ist die kapitalistische Vorkriegsordnung im modernen Gewand wieder zurückgekehrt.

Während die Sowjetunion gestärkt aus dem Krieg hervorging, wurde das imperialistische System durch den Krieg geschwächt. Die allgemeine Krise de Kapitalismus verschärfte sich weiter. Hitlerdeutschland, Italien und Japan waren als imperialistische Großmächte ausgeschieden. Großbritannien hatte gewaltige Schäden erlitten und war in eine große politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA geraten. Der Kampf der nationalen Befreiungsbewegung in Afrika und Asien machte den beginnenden Zusammenbruch des britischen und französischen Kolonialsystems sichtbar. Frankreich schließlich war als imperialistische Macht sehr geschwächt.

Von den imperialistischen Großmächten blieben lediglich die USA von den verheerenden Kriegsfolgen verschont. Das Land war keinerlei Kampfhandlungen ausgesetzt und die Verluste waren relativ gering. Die großen Monopole hatten gewaltige Rüstungsprofite eingesteckt, die Produktion erweitert und konnten nun an die durch den Krieg zerstörten Länder liefern. Alle andren kapitalistischen Länder waren Schuldner der USA geworden. Diese Tatsachen sowie der Besitz der Atombombe machten die USA im Ergebnis des II. Weltkrieges zur beherrschenden Macht unter den kapitalistischen Ländern.

Siehe auch Marshallplan

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die Zerschlagung der Aggressoren im Fernen Osten

Das imperialistische Japan setzte nach der Niederlage Hitlerdeutschlands den Krieg im Fernen Osten fort. Im Kampf hatten die nationalen Befreiungsbewegungen in Südostasien die Kontrolle über große Gebiete in Malaya, Nordvietnam, Indonesien, China und Burma erlangt. Die Lage Japans hatte sich bedeutend verschlechtert, jedoch verfügte es noch über 4 Millionen Mann Landstreitkräfte und eine starke Luftwaffe. Die amerikanischen Militärs rechneten damit, den Krieg gegen Japan erst 1946 beenden zu können.

Die Sowjetunion hatte aber den westlichen Verbündeten versprochen, drei Monate nach dem Ende des Kriegs in Europa in den Kampf gegen Japan einzugreifen. Am 8. August 1945 erklärte die UdSSR Japan den Krieg und begann zusammen mit Einheiten der Mongolischen Volksrepublik den Kampf. Die chinesische Volksbefreiungsarmee schloss sich dem Befreiungsfeldzug an. Bis zum 19. August zerschlug die Sowjetarmee die rund 600 000 Mann zählenden japanischen Einheiten in Nordostchina, der Mandschurei und in Korea.

Obwohl die Niederlage Japans unmittelbar bevorstand, ließ die Regierung der USA am 6. August auf Hiroshima und am 9. August auf Nagasaki Atombomben werfen, wobei 200 000 Menschen den Tod fanden und Zehntausende durch Strahleneinwirkungen verwundet und zu jahrelangem Siechtum verurteilt wurden.

Hiroschima nach Atombombenexplosion

Hiroschima nach der Atombombenexplosion am 6. August 1945

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Eine militärische Notwendigkeit für diesen Bombenabwurf bestand nicht. Vielmehr kam es den reaktionärsten Kräften in den USA darauf an, diese furchtbare Waffe zu zeigen. Da damals nur die USA über Atombomben verfügten, glaubten sie, die ganze Welt in Schach halten und den anderen Völkern, einschließlich der damaligen Verbündeten, von dieser „Position der Stärke“ ihren Willen aufzwingen zu können.

Japan setzte nach dem Atombombenabwurf noch fast einen Monat den Kampf fort. Am 2. September 1945 kapitulierte es bedingungslos. Der II. Weltkrieg von 1939 bis 1945 war beendet.

Kapitulation Japans

Kurz vor der Unterzeichnung der Kapitulation Japans auf dem Schlachtschiff „Missouri“ in Anwesenheit der Delegationen der UdSSR, der USA, Großbritanniens, Chinas, Australiens, Kanadas, Frankreichs, Neuseelands und der Niederlande

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Die Welt war von der Barbarei der faschistischen Aggressoren befreit. Die Hauptlast des Kampfes hatten die Völker der Sowjetunion getragen.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Vorbereitung der KPD auf den Aufbau der antifaschistisch-demokratischen Ordnung in Deutschland

Während sich die Armeen der Antihitlerkoalition von Osten und Westen den deutschen Grenzen näherten, bereitete die Führung der KPD bereits den Neuaufbau eines antifaschistischen Deutschlands nach der Beendigung des Krieges vor. Ab Februar 1944 tätige Kommissionen des Zentralkomitees der KPD arbeiteten unter anderem ein „Kampfprogramm für Beendigung des Krieges, Frieden und Schaffung eines neuen freien Deutschlands“ und ein „Aktionsprogramm des Blocks der kämpferischen Demokratie“ aus. Das erste zeigte Wege, um durch Aktionen deutscher Arbeiter und ausländischer Zwangsarbeiter die Rüstungsproduktion zu schwächen und Zerstörungen in Deutschland durch die Faschisten zu verhindern. Das zweite Dokument enthielt Maßnahmen, die nach der militärischen Besetzung in Deutschland durchgeführt werden sollten, um eine antifaschistisch-demokratische Ordnung zu errichten.

Aktionsprogramm KPD Block kämpferische DemokratieAktionsprogramm der KPD kämpferische Demokratie 2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Am 5. April wurde von der Parteiführung Direktiven für die praktische Durchführung der antifaschistisch-demokratischen Umgestaltung in den von der Sowjetarmee befreiten deutschen Gebieten beschlossen.

Sowjetarmee am Brandenburger Tor Berlin Kopie

Die siegreiche Sowjetarmee am Brandenburger Tor in Berlin

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Mit diesen Maßnahmeplänen befand sich die KPD in voller Übereinstimmung mit den Forderungen der Antihitlerkoalition.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die Eröffnung der zweiten Front

Als die Regierungen der Westmächte erkannten, dass die sowjetischen Truppen und bevorstehende nationale Volksaufstände in den unterjochten Ländern in der Lage sein würden, ganz Europa vom Faschismus zu befreien, ließen sie am 6. Juni 1944 in der Normandie ihre Truppen landen.

Landung der Allliierten in Frankreich: Eröffnung der zweiten Front am 6. Juni 1944

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Der machtvolle Vormarsch der Sowjetarmee hatte die Konzentration ausreichend starker deutscher militärischer Kräfte im Westen unmöglich gemacht. Die Anglo-Amerikaner drangen von Westen auf Paris vor. Sie landeten auch an der französischen Mittelmeerküste und marschierten nach Norden.

Die Invasion war für die Widerstands- und Partisanenbewegung in Westeuropa das Signal zum Volksaufstand. Noch bevor die Alliierten marschierten, gelang es französischen Patrioten, große Gebiete selbst zu befreien. Höhepunkt dieses Kampfes war der Volksaufstand in Paris am 18. August.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die Eröffnung der zweiten Front

Die Gründung des Nationalkomitees „Freies Deutschland“ und der antifaschistische Widerstandskampf in Deutschland

Das Nationalkomitee „Freies Deutschland“ – der Beginn eines neuen Abschnitts des deutschen antifaschistischen Widerstandskampfe

Die Krise des faschistischen Systems, die Niederlagen der Hitlerwehrmacht an allen Fronten und die wachsende Widerstandsbewegung in den besetzten Gebieten sowie in Deutschland veranlassten die Führung der KPD, sich verstärkt mit dem weiteren Weg des deutschen Volkes nach dem Sturz des Faschismus um dem Ende des Krieges zu beschäftigen. Dabei beachtete die Parteiführung sehr aufmerksam die zunehmende antifaschistische Bewegung unter den deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion. Führende Funktionäre der KPD, so Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht, Erich Weinert u.a. diskutierten mit vielen Kriegsgefangenen Soldaten und Offizieren.

Ein großer Erfolg der politischen Arbeit unter den Kriegsgefangenen war die Gründung des Nationalkomitees „Freies Deutschland“(NKFD) am 13./13. Juli 1943 in Krasnogorsk bei Moskau. Vorsitzender des Nationalkomitees wurde der Arbeiterdichter Erich Weinert. Ihm gehörten führende Kommunisten wie Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht an, aber auch kriegsgefangene Offiziere der Wehrmacht wie Karl Hetz, Heinrich Hoffmann und Ernst Hadermann, die mit dem faschistischen Regime gebrochen hatten und dafür kämpften, den Krieg zu beenden und ein antifaschistisches und demokratisches Deutschland zu schaffen.

Gründungstag des NKFD

Gründungstagung der NKFD am 12. Juli 1943 in Krasnogorsk

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Unter den 38 Mitgliedern des Komitees waren 13 Arbeiter, 1 Bauer, 4 Angestellte, 13 Intellektuelle, 1 Geistlicher, 1. Student, 1 Verleger und 4 Berufssoldaten.

Erich Weinert bei Unterzeichnung des Gründungsmanifests des NKFD

Erich Weinert bei der Unterzeichnung des Gründungsmanifests des NKFD

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Aus Manifest des NKFDAus Manifest des NKFD 2Quellenangabe Aus Manifest des NKFD

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Mit der Gründung des Nationalkomitees und der Annahme des Manifests wurde die von der KPD auf den Brüsseler und Berner Konferenzen ausgearbeitete antifaschistische Volksfrontpolitik in der neuen Lage 1943 verwirklicht.

Der Bewegung „Freies Deutschland“, die sich bald auch in den Reihen der deutschen politischen Emigranten in England, in Schweden, in der Schweiz, in den USA, in Mexico und in Frankreich entwickelte, gehörten Vertreter der verschiedensten Klassen und Schichten des deutschen Volkes an. Sie schoben alles Trennende ihrer Herkunft, ihres Lebensweges, ihrer religiösen und politischen Anschauung beiseite und fanden sich in der Sorge um die Zukunft des deutschen Volkes zusammen.

Die Bewegung „Freies Deutschland“ war ein Kampfbündnis verschiedener Schichten des Volkes und patriotischer Kräfte der Armee. (Heute haben die Rechten den Begriff „Patriotismus“, „Patriot“ geklaut und umgedeutet.) Die Führung lag bei der Arbeiterklasse und deren Partei, der KPD. Dieses antifaschistische Kampfbündnis war seinem Wesen nach die deutsche Antihitlerkoalition. Es legte einen Grundstein für die Zusammenarbeit der verschiedenen Schichten des deutschen Volkes nach der Befreiung des Hitlerfaschismus.

 

Der verstärkte Widerstandskampf in Deutschland

Die vom Nationalkomitee „Freies Deutschland“ vertretene Politik wurde auch zur politischen Leitlinie des weiteren Widerstandskampfes in Deutschland. Nach den großen Niederlagen der faschistischen Wehrmacht kam es in Deutschland zur Herausbildung großer illegaler Partei- und Widerstandsorganisationen, zu deren Leitern solche hervorragenden Kommunisten wie Bernhard Bästlein, Otto Engert, Franz Jacob, Kurt Kresse, Theodor Neubauer, Magnus Poser, Anton Saefkow, Martin Schwantes, Georg Schumann und Robert Uhrig gehörten.

Die Widerstandsorganisationen unter der Leitung dieser hervorragenden Antifaschisten handelten in voller Übereinstimmung mit den Beschlüssen des Zentralkomitees der KPD. Sie bemühten sich, die Politik der Partei durchzusetzen, um alle Hitlergegner für die Beendigung des Krieges und die Errichtung eines antifaschistisch-demokratischen Deutschlands zu gewinnen.

Führende Vertreter dieser Widerstandsorganisationen bildeten im November 1943 erneut eine unter Führung des Zentralkomitees der KPD stehende operative Leitung der Partei und des antifaschistischen Kampfes in Deutschland. Diese operative Leitung machte die politische Linie des Nationalkomitees zur Richtschnur ihres Handelns.

Aus Aufruf der operativen Leitung der KPDAus Aufruf der operativen Leitung der KPD 2Quellenangabe Aus Aufruf der operativen Leitung der KPD

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Die Aktionen der deutschen Widerstandsbewegung erreichten im ersten Halbjahr 1944 ihren Höhepunkt. Das veranlasste die Faschisten, den Terror noch mehr zu verstärken und 300 000 deutsche sowie ausländische Antifaschisten zu verhaften. Am 18. August 1944 ermordeten die Faschisten auch Ernst Thälmann.

Ernst Thälmann

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

 

Rudolf Breitscheid

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Kommunistische Widerstandskämpfer

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Aufgerüttelt durch die Schlacht an der Wolga verstärkten auch antifaschistische deutsche Studenten ihren Kampf. In München und andren Städten verbreitete die studentische Widerstandsorganisation „Weiße Rose“ mehr als 90 000 Flugblätter. Bei einer Flugblattaktion in der Münchner Universität wurden am 18. Februar 1943 die Geschwister Scholl und ihre Mitkämpfer verhaftet. Vier Tage später wurden Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Propst hingerichtet.

 

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

Der zweite Weltkrieg wird zum Volkskampf gegen den Faschismus

Die Herausbildung der Antihitlerkoalition

Der durch den faschistischen Überfall erzwungene Kriegseintritt der UdSSR änderte das Kräfteverhältnis im Kriege grundlegend. Für Hitlerdeutschland und seine Verbündeten gab es keine reale Möglichkeit mehr, den Krieg mit einem Erfolg zu beenden.

Da Großbritannien und seine Verbündeten 1940/41 in einer äußerst kritischen Situation befunden hatten, empfanden sie die Kriegsbeteiligung der Sowjetunion als eine große Erleichterung der eigenen Lage. Es entsprach somit auch dem Interesse der herrschenden Kreise dieser Länder, die Sowjetunion gegen den deutschen Faschismus zu unterstützen. Die Werktätigen(arbeitende Menschen/Erwerbstätige) dieser Länder, die mit großer Sympathie den Kampf der UdSSR verfolgten, forderten ihre Regierungen auf, dem sowjetischen Volk in seinem schweren Kampf aktiv Beistand und Hilfe zu leisten.

Aus Erklärung der Kommunistischen Partei Großbritanniens vom 23.06.1941

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Der britische Regierungschef Winston Churchill erklärte am 22. Juni 1941, Großbritannien werde die UdSSR unterstützen. Ebenso verhielten sich die USA, die zwar noch nicht Kriegsteilnehmer waren, jedoch Großbritannien und seine Verbündeten politisch und materiell unterstützten. Beide Staaten versprachen, der Sowjetunion Waffen und Ausrüstungen zu liefern.

So entstand nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR ein Kampfbündnis sowohl der Völker als auch der Regierungen gegen den deutschen Faschismus, das die Bezeichnung Antihitlerkoalition erhielt. Das Bündnis beruhte auf der Interessengemeinschaft aller Völker gegen die Weltherrschaftspläne des deutschen Imperialismus und sein barbarisches Herrschaftssystem.

Der Widerstandskampf und die Partisanenaktionen in den besetzten Ländern, die Anstrengungen der Völker aller übrigen Länder um einen aktiven Kampf gegen den Faschismus sowie das Wirken der Antifaschisten und Kriegsgegner in den Staaten des Faschistischen Blocks waren eine Grundlage der Antihitlerkoalition.

Aus der Rede Stalins vom 03.07.1941Quellenangabe aus der Rede Stalins vom 03.07.1941

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Mit der Teilnahme eines sozialistischen Staates wurde der gerechte Kampf der Völker gegen den Faschismus wesentlich verstärkt, und es wandelte sich endgültig der Charakter des Krieges seitens der gegen Hitlerdeutschland kämpfenden Staaten. Sie führten einen gerechten Volkskrieg, einen Befreiungskrieg gegen den Faschismus.

Die Entwicklung der Antihitlerkoalition

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Plakat der Kommunistischen Partei Großbritanniens

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Kräfteverhältnis während des II. Weltkrieges

Kräfteverhältnis während des II. Weltkriegs

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Regierungen Englands und der USA hielten allerdings viele Versprechen nicht ein. Sie sandten weder die versprochene Anzahl an Waffen, noch eröffneten sie schnell in Westeuropa eine zweite Front. Die Sowjetunion musste deshalb jahrelang allein die Hauptlast im Kampf gegen Hitlerdeutschland tragen. Innerhalb der herrschenden Kreise Großbritanniens und der USA gab es unterschiedliche Auffassungen über die Kriegsziele. In den USA sah ein Teil der Ratgeber des Präsidenten Franklin D. Roosevelt im deutschen Faschismus den Hauptfeind der Menschheit. Reaktionäre Kräfte des Finanzkapitals waren daran interessiert, den Krieg auszunutzen, um Hitlerdeutschland und die Sowjetunion sowie Großbritannien zu schwächen und die amerikanische Weltherrschaft zu errichten.

Erklärung von Harry S. Truman

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die antisowjetische Haltung reaktionärere Kräfte in den USA und Großbritannien behinderte die schnelle Entwicklung der Antihitlerkoalition. Es bedurfte großer Anstrengungen der progressiven Kräfte der Völker, um dieses Bündnis zu festigen. Trotz der negativen Haltung imperialistischer Kreise der Westmächte hatte die Antihitlerkoalition welthistorische Bedeutung. Sie errang den Sieg über denFaschismus und bewies, dass die Leninschen Prinzipien des internationalen Zusammenlebens zwischen kapitalistischen und sozialistischen Staaten auch im Kriege Gültigkeit besitzen

Der Zusammenschluss der Mächte in der Antihitlerkoalition gab den unterdrückten Völkern neuen Mut und festigte ihre Kampfentschlossenheit gegen die Aggressoren.

 

Die Ausweitung des II. Weltkrieges

Japan, der fernöstliche Verbündete Hitlerdeutschlands, glaubte, Ende 1941 sie die günstigste Situation, um die langgehegten Aggressionspläne in Asien zu verwirklichen. Sein Plan bestand darin, die reichen Inselgebiete im südlichen Stillen Ozean zu erobern, nachdem er bereits im Jahre 1940 im Raum des Südchinesischen Meeres sowie seit 1937 in China große Gebiete besetzt hatte. Japan wollte auch die Sowjetunion überfallen, jedoch abwarten, bis Hitlerdeutschland einen entscheidenden Sieg errungen hätte.

Richard Sorge

Der deutsche Kommunist und sowjetische Kundschafter Richard Sorge leitete in Japan eine Gruppe, die der sowjetischen Regierung die Kriegspläne der Japaner und der deutschen Faschisten mitteilte. Sorge wurde am 18. Oktober 1941 verhaftet und am 7. November 1944 von den japanischen Imperialisten ermordet.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Der Gegenschlag der Sowjetunion bei Moskau im Dezember 1941 und die danach beginnende Wende des Krieges zwangen jedoch die japanischen Imperialisten, ihre Kriegsabsichten gegen die UdSSR aufzugeben.

Der II. Weltkrieg im fernen Osten

Der II. Weltkrieg im Fernen Osten – Die Zerschlagung der japanischen Aggressoren

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Am 07. Dezember 1941 überfielen ohne Kriegserklärung japanische Flugzeuge und Kriegsschiffe den amerikanischen Stützpunkt Pearl Harbor auf der Hawaii-Insel Oahu. 18 große und mehrere kleine amerikanische Kriegsschiffe und rund 300 Flugzeuge gingen in wenigen Stunden verloren. Die amerikanische Flotte im Pazifik war vorerst kampfunfähig. Damit befanden sich die auch die USA offiziell im Kriege.

Überfall auf Pearl Harbor

Während des japanischen Überfalls auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941. Neben Kreuzern und anderen Einheiten wurden auch zwei Schlachtschiffe versenkt und sechs weitere schwer beschädigt.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Am 11. Dezember 1941 erklärten Hitlerdeutschland und das faschistische Italien den USA den Krieg. Eine Reihe von Staaten Südamerikas traten auf der Seite der USA ebenfalls in den Krieg ein. Ende 1941 befanden sich bereits 29 Staaten im Kriegszustand mit dem faschistischen Block.

In allen japanisch besetzten Gebieten entwickelten sich starke Widerstandsbewegungen und Partisaneneinheiten. Im Mai 1941 begannen die Viet-Minh unter Ho-chi-Minh den Kampf um die Unabhängigkeit des Landes gegen die japanischen Besatzer, den sie nach dem Kriege gegen die französischen Kolonialherren und später gegen die amerikanischen Interventen bis zu Jahre 1975 fortsetzen mussten.

Viet- Minh

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Bis zum Frühsommer 1942 eroberten japanische Truppen Indonesien, die Gilbert-Inseln, Guam und weitere Inselgruppen. Im Juni erlitten sie jedoch in der See-Luft-Schlacht bei den Midway-Inseln große Verluste. Auf diesem Kriegsschauplatz erlangten die anglo-amerikanischen Streitkräfte allmählich das Übergewicht.

 

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der II. Weltkrieg wird zum Volkskampf gegen den Faschismus -1

 

 

Der grundlegende Umschwung des Krieges. Die neue Etappe des Widerstandskampfes

Die Schlachten an der Wolga und bei Kursk

Ende des Jahres 1941 war der Blitzkrieg der Faschisten gegen die Sowjetunion trotz deren anfänglicher Misserfolge gescheitert. 1942 versuchte die faschistische Führung jedoch nochmals in einem neuen Ansturm, die UdSSR niederzuringen. Die Möglichkeiten Hitlerdeutschlands waren aber viel geringer geworden.

Aus Bericht Oberkommando WehrmachtQuellenangabe aus Bericht Oberkommando Wehrmacht

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Verluste der Hitlerwehrmacht zwangen somit die Faschisten, ihre Pläne für 1942 zu ändern und nicht weiter frontal gegen Moskau vorzugehen. Der Vorstoß zur Wolga und die Eroberung des Kaukasus mit seinen reichen Ölfeldern waren die Hauptziele dieser Offensive. Die faschistische Führung hoffte, die Sowjetunion würde dieses Mal zusammenbrechen und Hitlerdeutschland sein durch die Niederlage vor Moskau geschwundenes Ansehen wiedergewinnen

Die deutschen Faschisten konnten auch 1942 den größten Teil der Wehrmacht an der deutsch-sowjetischen Front konzentrieren. Von insgesamt 177 Infanteriedivisionen standen zum Beispiel 136 im Osten. Das war nur möglich, wie die Westmächte die Sowjetunion militärisch nicht entlasteten und die versprochene zweite Front nicht eröffneten.

Flugzeugfabrik SU

Die Sowjetvölker vollbrachten nicht nur Heldentaten an der Front, sondern auch im Hinterland: Serienherstellung von Iljuschin-Kampfflugzeugen in neuerrichteten Betrieben

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Ende Juni/Anfang Juli 1942 begannen die Faschisten im Süden der Sowjetunion einen Angriff. Es gelang ihnen, über den Don vorzustoßen und Ende August die Wolga nördlich von Stalingrad (heute Wolgograd) zu erreichen. Im Kaukasus drangen sie über den Kuban vor und eroberten das Erdölgebiet bei Maikop. Die vorgesehenen Ziele des Angriffs erreichten sie jedoch nicht. Mitte September begannen langwierige, kräftezehrende Straßenkämpfe in Stalingrad. Am 14. Oktober musste das faschistische Oberkommando den Übergang zur Verteidigung befehlen. Die deutschen Angriffskräfte waren erschöpft. Über eine Million Soldaten hatte die Naziwehrmacht seit dem Sommer verloren.

Die Schlacht an der Wolga 1942-43

Die Schlacht an der Wolga 1942/43

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Am 19./20. November 1942 traten die sowjetischen Armeen an der Wolga zum Gegenangriff an. Innerhalb von 3 Tagen war die deutsche 6. Armee unter ihrem Befehlshaber Paulus mit 300 000 Mann eingeschlossen. Aus dem Kaukasus wurden die faschistischen Truppen ebenfalls zurückgedrängt. Bald wurde die Lage der Eingeschlossenen in Stalingrad hoffnungslos. Es fehlte an Munition, Treibstoff und Verpflegung. Hunger und Seuchen schwächten die Armee. Auf ausdrücklichen Befehl des faschistischen Oberkommandos lehnte der Oberbefehlshaber der 6. Armee jedoch mehrere ehrenvolle sowjetische Kapitulationsangebote ab.

Während der Schlacht riefen deutsche Kommunisten, darunter Walter Ulbricht, Willi Bredel und Erich Weinert aus den vordersten sowjetischen Schützengräben die deutschen Soldaten auf, den sinnlosen Kampf einzustellen. An der Seite der deutschen Kommunisten standen antifaschistische Offiziere und Soldaten, die ihre ehemaligen Kameraden aufforderten, die verbrecherischen Befehle Hitlers und des faschistischen Oberkommandos nicht mehr auszuführen, um weiteres sinnloses Blutvergießen zu vermeiden.

Flugblatt 12.12.1942 1Flugblatt 12.12.1942 2Quellenangabe Flugblatt 12.12.1942

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

W.Ulbricht E.Weinert u.a.

Walter Ulbricht, Erich Weinert und andere Genossen versuchen unter Einsatz ihres Lebens von den sowjetischen Stellungen aus, die deutschen Soldaten vor ihrem sinnlosen Tod für das Hitlerregime zu bewahren

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Nach einem aussichtslosen, über zwei Monate dauernden Kampf mussten sich die Reste der 6. Deutschen Armee in Stalingrad am 2. Februar 1943 ergeben. Nur 91 000 Überlebende, zum Teil halbverhungert und mit schweren Erfrierungswunden, gerieten in sowjetische Gefangenschaft.

Sowjetische Truppen erobern Stalingrad zurück

Sowjetische Truppen erobern Meter für Meter Stalingrad zurück

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Nach der Niederlage an der Wolga hatte die faschistische Wehrmacht keine Möglichkeit mehr, an der gesamten Deutsch-sowjetischen Front eine große Angriffsoperation durchzuführen. Dem deutschen Volk logen die Faschisten vor, die militärische Kraft sei ungebrochen, denn die Armeen stünden ja noch weit in Feindesland. Die deutschen Konzerne forderten die Militärs und Hitler auf, unbedingt die eroberten Gebiete im Interesse der deutschen Rüstungsindustrie zu halten.

Auf einem begrenzten Raum versuchten die Faschisten am 05. Juli 1943 bei Kursk noch einmal einen Angriff. Dieser blieb schon in den ersten Tagen stecken. Am 12. Juli gingen die sowjetischen Truppen zum Gegenangriff über. Die Schlacht bei Kursk führte zu einer neuen großen Niederlage der faschistischen Wehrmacht.

Der Umschwung im Verlauf des Krieges zugunsten der Antihitlerkoalition, der sich mit der Schlacht bei Moskau abgezeichnet hatte und in Stalingrad offensichtlich geworden war, wurde mit dem Sieg der Sowjetarmee bei Kursk vollendet.

Nach der Schlacht bei Kursk setzten sowjetische Truppen an anderen Abschnitten der Front die Offensive fort. Bis Ende des Jahres 1943 mussten sich die Faschisten im Süden der UdSSR um 1200 Kilometer und im Mittelabschnitt um rund 500 Kilometer zurückziehen. Sie verloren zwei Millionen Mann an Toten, Vermissten und Verwundeten.

Reste Schlacht an der Wolga

Reste der faschistischen Armee nach der Schlacht an der Wolga

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Der Sieg der UdSSR bei Stalingrad und Kursk sowie die Befreiung der Hälfte des gesamten von den Faschisten besetzten sowjetischen Gebietes bis Ende 1943 ließen den Glauben an den Sieg bei allen gegen den deutschen Imperialismus kämpfenden Völkern zur Gewissheit werden.

Festsetzung deutscher Monopolkapitalisten

Die deutschen Monopolkapitalisten glaubten, sich für immer in den besetzten sowjetischen Gebieten festsetzen zu können. Eine unmenschliche Ausbeutung und Ausnutzung der Rohstoffreserven brachte für die deutschen Imperialisten jetzt auch Profite aus den der Aggression zum Opfer gefallenen Gebieten

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Der beginnende Zerfall des faschistischen Blocks. Die Niederlagen in Nordafrika und Italien

Die deutschen Faschisten mobilisierten 1943 noch einmal bedeutende Kräfte, um den Krieg weiterzuführen, obwohl die Niederlagen an der deutsch-sowjetischen Front sowie in Nordafrika und Italien deutlich machten, dass der Krieg für sie verloren war. Trotzdem planten die Faschisten den Tod weiterer Millionen deutscher Männer und Frauen ein, um ihre eigene Herrschaft zu verlängern. An der Wende des Jahres 1942/43 wurden umfangreiche Maßnahmen beschlossen, um die Rüstungsproduktion zu vergrößern und noch mehr Männer zur Wehrmacht einzuziehen. Diese Maßnahmen trugen die Bezeichnung totaler Krieg. Die großen Konzerne nutzten den totalen Krieg, um ihren Einfluss auszudehnen. Die führenden Vertreter der Rüstungs- und Grundstoffindustrie erlangten die absolute Herrschaft über die deutsche Wirtschaft und bestimmten, wer noch was produzieren durfte. Jeder Industriezweig wurde von dem führenden Konzern des entsprechenden Bereichs beherrscht und gelenkt.

Kriegsverlauf 1942-43 Mittelmeerraum 1Kriegsverlauf Mittelmeerraum 1942-43 2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Diese Maßnahmen und die brutale Ausbeutung der besetzten Länder führten zu einer gewissen Verstärkung der Wehrmacht und der Rüstung. Dennoch brachten sie nicht die erwarteten Erfolge. Unter der kapitalistischen Gesellschaftsordnung war es unmöglich, das Volk restlos für diesen ungerechten Krieg zu mobilisieren, der zum Nutzen der herrschenden Klasse geführt wurde. Das insgesamt für die deutschen Imperialisten unbefriedigende Ergebnis der totalen Kriegsführung zeigte auch, dass beim Volk der Glaube an den Sieg sank und es weitaus weniger als früher bereit war, freiwillig weitere Opfer zu bringen.

Maßnahmen der Faschisten totale Kriegsführung

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Abtransport von Zwangsarbeiterinnen

Sowjetbürgerinnen werden zur Zwangsarbeit nach Deutschland abtransportiert

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Der wachsende Widerstand in den besetzten Gebieten

Nach den faschistischen Niederlagen bei Stalingrad und Kursk kam es zu einem gewaltigen Aufschwung der Partisanen- und Widerstandsbewegung in ganz Europa.

In der Sowjetunion nahm der Kampf der Partisanen den Charakter großer Schlachten an. Allein 1943 verursachten Partisanen im Hinterland der faschistischen Truppen etwa 11 000 Schienensprengungen, 6000 Zugzusammenstöße, vernichteten oder beschädigten die 6000 Lokomotiven, 40 000 Waggons, 22 000 Kraftfahrzeuge und sprengten sie 5500 Straßen- und 900 Eisenbahnbrücken.

Zum Entgleisen gebrachter Zug

Zum Entgleisen gebrachter Transportzug in der Nähe von Wilnjus

Sowjetische Partisanen

Sowjetische Partisanen bereiten eine Sprengung einer Eisenbahnlinie vor

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

In Polen entstanden Volksgarden, die sich bemühten, den gemeinsamen Kampf aller Widerstandskräfte zu organisieren. Auf dem Territorium der Sowjetunion stellten polnische Patrioten mit Hilfe der UdSSR seit Mai 1943 die Volksarmee auf, die im Sommer 1944 die Stärke von 100 000 Mann erreichte und an vorderster Front gegen die Faschisten kämpfte.

Vereidigung eines polnischen Offiziers

Vereidigung eines Offiziers der polnischen Division „Tadeusz Kosciusko“

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Als die SS die im Warschauer Ghetto eingepferchten Juden in die Todeslager von Auschwitz und Majdanek verschleppen wollte, erhoben diese sich am 19. April 1943 zum bewaffneten Aufstand. Brutal ermordete die SS bei seiner Unterdrückung allein in Warschau über 56 000 Juden.

Abtransport von Juden aus Warschauer Ghetto

Abtransport von Juden aus dem Warschauer Ghetto in die Vernichtungslager

 

 

 

 

 

 

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

In Jugoslawien hatte die 1943 rund 300 000 Mann zählende Volksbefreiungsarmee fast die Hälfte des Lands befreit.

Jugoslawische Partisanen

Jugoslawische Partisanen im Einsatz

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

In Griechenland kontrollierten die Patrioten 1943 ein Drittel des Landes.

In Frankreich wurden Ende 1943 alle Kampforganisationen zur Widerstandsbewegung unter der Führung eines Nationalrates zu einer einheitlichen Armee zusammengeschlossen. Zehntausend junger Franzosen entzogen sich durch Flucht und Übergang zu den Partisanen der Zwangsverschickung nach Hitlerdeutschland. Im September 1943 befreiten französische Patrioten die Insel Korsika.

Der Widerstandskampf und die Partisanenbewegung trugen einen internationalen Charakter. Die Ziele der weltweiten Antihitlerkoalition waren auch die Ziele des Widerstandskampfes. Die Arbeiterklasse und die werktätigen Bauern waren die Hauptträger dieser Bewegung. Sie stellten die Masse der illegalen Kämpfer und brachten die meisten Opfer. Die kommunistischen und Arbeiterparteien waren die führende Kraft im Widerstandskampf. Ihre Mitglieder standen in allen Ländern in der ersten Reihe des Kampfes.

Am 08. September 1943 wurde der tschechische Nationalheld Julius Fucik in Berlin von den faschistischen Henkern ermordet. Er schmuggelte aus dem Gefängnis das Buch „Reportage unter dem Strang geschrieben“, ein bedeutendes Dokument des Kampfes der tschechoslowakischen patriotischen Kräfte. Den faschistischen Blutrichtern, die ihm die Treue zur UdSSR vorwarfen, sagte er stolz ins Gesicht: „Jawohl, ich habe der Sowjetunion geholfen. Und das ist das Beste, was ich während der 40 Jahre meines Lebens geleistet habe.“

In der Sowjetunionwaren viele Kommunisten und Komsomolzen am Partisanenkampf beteiligt. In Belorussland kämpften 25 152 Kommunisten und 73 000 Komsomolzen illegal gegen die faschistische Wehrmacht. In der Ukraine waren es 15 000 Kommunisten und 26 000 Komsomolzen. 80 Prozent der 15 000 Mitglieder der Kommunistischen Partei Jugoslawiens fielen im Kampf, aber 100 000 andre Kämpfer traten bis Januar 1945 der Partei bei. Die Kommunistische Partei Frankreichs verlor im Kampf gegen die faschistischen Besatzungstruppen 75 000 Mitglieder.

Die Kraft und Stärke der sowjetischen Soldaten und Partisanen sowie aller antifaschistischen Widerstandskämpfer entsprang den gerechten Zielen ihres Kampfes, die mit den Lebensinteressen der Völker übereinstimmten.

Lenin über Rolle der Volksmassen im KriegeQuellenangabe Lenin über Rolle der Volksmassen im Kriege

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die deutschen Faschisten gingen bei der Unterdrückung des Widerstandskampfes und der Partisanenbewegung, die immer größere Kräfte Hitlerdeutschlands banden, mit größter Grausamkeit vor.

Am 10. Juni 1942 zerstörten sie die Bergarbeitersiedlung Lidice, als „Vergeltung“ für die Erschießung des SS-Mörders und stellvertretenden Reichsprotektors Heydrich durch tschechische Widerstandskämpfer. Sie erschossen wahllos 199 Männer und 9 Frauen und verschleppten 203 Frauen und 93 Kinder in Konzentrationslager. Ebenso grausam wurde als angebliches Versteck von Widerstandskämpfern das französische Dorf Oradour-sur-Glane am 10. Juni 1944 von der SS zerstört, wobei 642 Männer, Frauen und Kinder niedergeschossen oder lebendig verbrannt wurden – die Männer in Scheunen und Garagen, die Frauen und Kinder in der Kirche.

Faschistische Soldaten führen Massenhinrichtungen durch

Faschistische Soldaten führen Massenhinrichtungen durch

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Weder der Terror gegen die Widerstandskämpfer noch die totale Kriegsführung konnten jedoch die herannahende Niederlage Hitlerdeutschlands aufhalten.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der grundlegende Umschwung des Krieges. Die neue Etappe des Widerstandskampfes

 

 

 

 

 

 

 

Der Widerstandskampf gegen die faschistische Barbarei nach Kriegsbeginn

Der Widerstandskampf der deutschen Antifaschisten und Hitlergegner

Die Erfolge der faschistischen Wehrmacht in Europa erschwerten zunächst den Kampf aller deutschen Antifaschisten. Viele Menschen glaubten angesichts dieser Siege den Parolen der Faschisten. Neue Verhaftungen trafen die illegalen Organisationen der antifaschistischen Kriegsgegner hart. Die Einberufungen zur Wehrmacht und die stärkere Abriegelung der Grenzen behinderten ihre Tätigkeit. Nur durch Funkverkehr und die illegale Einreise von Beauftragten und Kurieren des Zentralkomitees der KPD, die unter äußerster Lebensgefahr erfolgte, konnte die Verbindung zur Parteiführung aufrechterhalten werden.

Als einzige deutsche Partei sagte die KPD dem deutschen Volk die Wahrheit. Sie erklärte ihm, dass der Krieg im Interesse der deutschen Monopolherren geführt wurde und zu einer unvermeidlichen Niederlage führen musste.

aus Resolution der Berner KonferenzQuellenangabe Berner Konferenz

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Gestützt auf das Wirken der Kommunistischen Internationale und der anderen kommunistischen Parteien schuf die KPD illegale Parteiorganisationen auf Bezirksebene. Sie wirkten in Berlin, im Rhein-Ruhrgebiet, in Sachsen, Süddeutschland u.a. Gebieten als Kern antifaschistischer Widerstandsorganisationen. Beauftragte des Zentralkomitees leiteten diese an und übermittelten die Beschlüsse der Parteiführung. Am 09. September 1939 gab eine Widerstandsorganisation in Berlin-Neukölln, in der der Jungkommunist Heinz Kapelle führend tätig war, das Flugblatt „Ich rufe die Jugend der Welt“ heraus, das von ihren Mitgliedern an vielen Stellen Berlins verteilt wurde.

 

aus Flugblatt -Jugend der Welt-aus Flugblatt -Jugend der Welt- 2Quellenangabe -Jugend der Welt-

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Heinz Kapelle

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Führung der KPD und die illegalen Parteiorganisationen in Deutschland bemühten sich nach Kriegsausbruch verstärkt, den antifaschistischen Kampf gemeinsam mit den Sozialdemokraten zu führen. Viele illegal kämpfende Sozialdemokraten in Deutschland halfen, gemeinsam mit ihren kommunistischen Klassenbrüdern, Antifaschisten und Juden vor der Verhaftung zu retten, Flugblätter herzustellen, die Rüstungsproduktion zu sabotieren, die Nachrichten ausländischer Sender abzuhören und ausländische Zwangsarbeiter zu unterstützen. Dem gegenüber lehnten die Führer der Sozialdemokratie in der Emigration alle Angebote der KPD zum gemeinsamen Kampf ab. Sie glaubten nicht an die Kampfbereitschaft der Arbeiterklasse und gaben dem Widerstand keine Erfolgsaussichten. Sie verbündeten sich vielmehr mit großbürgerlichen Kräften und hofften darauf, dass dies zusammen mit der Generalität Hitler stürzen würden

Die Kommunisten betonten demgegenüber immer wieder, dass vor allem die deutschen Werktätigen (Erwerbstätige/arbeitende Menschen) für die Beendigung des Krieges kämpfen müssten.

aus Artikel -Unser Volk will Frieden-

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

KZ Mauthausen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die von der illegalen kommunistischen Parteiorganisation in Berlin-Adlershof vervielfältigt herausgegebene „Berliner Volkszeitung“ wies Wege, wie der tägliche Kampf gegen den Krieg zu führen sei.

Mutigen Kommunisten gelang es auch, ab Oktober 1940 in Berlin illegal die Zeitung „Rote Fahne“, das Zentralorgan der KPD, herauszugeben. In Berlin wurden, gestützt auf die illegale Leitung der KPD, Mitte 1940 von Rudolf Hallmeyer, Alfred Grünberg, Kurt Steffelbauer und anderen Beauftragten des Zentralkomitees Voraussetzungen dafür geschaffen, eine operative Leitung der KPD und des antifaschistischen Kampfes in Deutschland zu bilden.

Den mutigen Kampf gegen den Faschismus mussten Hunderttausende deutscher Antifaschisten mit der Haft im KZ oder dem Leben bezahlen. Grausame Behandlung und Mord waren darauf gerichtet, den Widerstandswillen dieser tapferen deutschen Männer und Frauen zu brechen.

Bericht Leichenträger KZ Buchenwald
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Der antifaschistische Kampf der unterworfenen Völker Europas 1939 bis 1941

Die faschistische „Neuordnung“ Europas, die Ausplünderung der besetzten Länder und der Terror gegen die Antifaschisten und Hitlergegner führten zu einer Verstärkung des Widerstandskampfes der Völker in allen überfallenen Ländern.

In den besetzten tschechischen Gebieten kam es im Herbst 1939 zu Massendemonstrationen. Die faschistischen Behörden schlossen daraufhin alle Hochschulen und nahmen über 8000 Verhaftungen vor.

In Polen entstanden die ersten Partisaneneinheiten. Illegal wurde auch der von den deutschen Faschisten in diesem Land verbotene Universitäts- und Schulunterricht wieder aufgenommen

Zu großen Streiks gegen die Verhaftungen von Antifaschisten und Juden sowie gegen den Terror und die Unterdrückung kam es in Belgien, den Niederlanden, in Norwegen und Frankreich. In den Niederlanden beteiligten sich im Februar 1941 über 300 000 Menschen an einem Generalstreik. Besonders stark war die französische Widerstandsbewegung, die Résistance, in der 1940/41 schon etwa 250 000 Menschen kämpften. Drei Wochen streikten im April und Mai 1941 in Frankreich 100 000 Bergarbeiter. Mehrere hundert Motorräder der Firma Renault, die für die Naziwehrmacht bestimmt waren, mussten verschrottet werden, weil die Arbeiter sie unbrauchbar gemacht hatten. Die Kommunistische Partei in Frankreich war ebenso wie die kommunistischen Parteien in anderen Ländern die führende Kraft im Kampf gegen die faschistischen Besatzer und Helfer.

französische Partisanen

Von französischen Partisanen zum Entgleisen gebrachter Zug

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die mutigen Aktionen stählten den Widerstandswillen der unterjochten Völker.

 

Der Charakter des Krieges von 1939 bis 1941

DerII. Weltkrieg war als Folge des Kampfes zwischen zwei imperialistischen Blöcken – Hitlerdeutschland, Italien und Japan einerseits sowie Großbritannien, Frankreich und die USA andererseits – um die Herrschaft in Europa und der Welt als imperialistischer Krieg entstanden. Beide Staatenblöcke verfolgten imperialistische Ziele.

Gemeinsam war ihnen jedoch der Hass gegen den ersten sozialistischen Staat, die Sowjetunion. Deshalb kam es im ersten Kriegsjahr zu einigen Versuchen, den Frieden zwischen den imperialistischen Mächten wiederherzustellen. Die Absicht war dabei, gemeinsam gegen die UdSSR vorzugehen. Die Westmächte hatten darüberhinaus den Hintergedanken, dass sich Deutschland und die Sowjetunion gegenseitig vernichten würden.

Die beiden imperialistischen Blöcke vermochten sich aber nicht zu einigen, da die Eroberungsgelüste des deutschenMonopolkapitals und der Militaristen besonders auf den Willen der britischen und amerikanischen Imperialisten stießen, ihre Machtstellung zu verteidigen.

Im Unterschied zu den imperialistischen Westmächten verfolgte der deutsche Faschismus besonders extreme, auf die Vernichtung ganzer Nationen gerichtete Kriegsziele. Vom ersten bis zum letzten Kriegstag führte der deutsche Imperialismus und Militarismus einen ungerechten Eroberungskrieg.

In heroischen Abwehrkämpfen wehrten sich die überfallenen Völker Europas gegen die faschistischen Eindringlinge. Gegen einen übermächtigen und überraschend angreifenden Feind verteidigte sich wochenlang das polnische Volk. Diesen gerechten Kampf um die nationale Unabhängigkeit und die Existenz musste die Bevölkerung Polens vom ersten Kriegstage an gegen die deutschen Faschisten führen

Bald aber waren auch andere Völker Europas gezwungen, diesen schweren und opferreichen Abwehrkampf gegen den deutschen Imperialismus und Militarismus zu bestehen. Dieser ständig wachsende Kampf der Volksmassen in den angegriffenen und unterdrückten Ländern für die nationale Unabhängigkeit und den Sieg über den Faschismus verstärkte den Prozess der Umwandlung des Charakters des Krieges zum antifaschistischen Befreiungskrieg.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Widerstand gegen Faschismus nach Kriegsbeginn