Die Nationale Volksarmee, Abkürzung NVA

Die Nationale Volksarmee(NVA) war die Bezeichnung der Streitkräfte der DDR. Gemeinsam mit den damaligen Verbündeten, also ihrer Waffenbrüder, schützte sie den Frieden in Europa. Die Verbündeten und Waffenbrüder waren die Sowjetunion und die damaligen anderen sozialistischen Länder in Osteuropa, auch Bruderländer genannt.Die DDR war Mitbegründer des am 14. Mai 1955 abgeschlossenen Warschauer Vertrages. Der Politische Beratende Ausschuss der Teilnehmerstaaten der Warschauer Vertrages bestätigte am 24.05.1958 die Einbeziehung von Truppen der NVA in die Vereinten Streitkräfte.

NVA Mot. Schützen JEPG

Ihrem sozialpolitischem Charakter nach war die NVA eine sozialistische Armee. Sie war Machtinstrument der Arbeiterklasse, die im Bündnis mit der Klasse der Genossenschaftsbauern, der Intelligenz und anderen Werktätigen(arbeitenden Menschen) in der DDR die politische Macht zum Wohle des Volkes ausübte. Dieser Charakter zeigte sich gegen Ende der DDR dadurch, dass die NVA 1989 nicht gegen das Volk eingesetzt wurde.
NVA Kokarde JPEG

Die Aufstellung der NVA erfolgte auf Grundlage des von der Volkskammer der DDR am 18 Januar 1956 beschlossenen „Gesetzes über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale Verteidigung“. Am 01. März 1956 begann das Ministerium für Nationale Vereidigung seine Tätigkeit. Am 18. Oktober 1956 beschloss das Präsidium des Ministerrates, den 01. März als Tag der Nationalen Volksarmee zu begehen. Für Freundinnen und Freunde der DDR ist auch in der heutigen Zeit der 01. März Ehrentag der NVA.

NVA auf KTS-Boot JPEG

Die Führung der NVA erfolgte durch die Partei der Arbeiterklasse. In den Beschlüssen der Parteitage und des Zentralkomitees der SED waren die grundsätzlichen Aufgaben der NVA festgelegt (Militärpolitik der SED).

Die Führungskader(Führungsebene) der NVA verwirklichten die Beschlüsse der Partei der Arbeiterklasse zum bewaffneten Schutz des Sozialismus. Das Offizierskorps war der Arbeiterklasse treu ergeben.Allerdings schlichen sich Karrieristen ein, die nach Annexion der DDR bedenkenlos zur Bundeswehr oder ins kapitalistische Management wechselten.

Die Politorgane, die Parteiorganisationen und alle Kommunisten in der NVA ließen sich in ihrer Tätigkeit von den Beschlüssen der SED leiten. Die Führung der NVA durch die SED war die wichtigste Quelle ihrer Kraft und Stärke. Gegen Ende der DDR änderte sich das. Die SED ließ die Verantwortlichen der NVA alleine. Somit versiegte die Quelle der Kraft und aus der Stärke wurde Schwäche. Das Ende rückte immer näher.

Die NVA war tief verwurzelt in der revolutionären Geschichte des deutschen Volkes, besonders der deutschen Arbeiterklasse. Sie war die erste reguläre Armee der die Macht ausübenden Arbeiter und Bauern in der Geschichte des deutschen Volkes. siehe auch:

https://dietrommlerarchiv.wordpress.com/category/nva/page/2/

entnommen aus Jugendlexikon Militärwesen, DDR 1984

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bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

 

Richard Staimer

Richard Staimer (* 25. Januar 1907 in München; † 24. Oktober 1982 in Berlin/DDR) war ein deutscher Kommunist, Spanienkämpfer und Generalmajor der NVA. Er war von 1955 bis 1963 Vorsitzender des Zentralvorstandes der Gesellschaft für Sport und Technik (GST).

Nach dem Besuch der Volksschule erlernte der Sohn des ehemaligen Münchner Polizeipräsidenten und Gewerkschaftssekretärs Josef Staimer von 1922 bis 1925 das Handwerk des Fliesenlegers. Diesen Beruf übte er bis 1931 aus, wobei er zwischen 1927 und 1929 auf Wanderschaft war und 1929/1930 in der Schweiz und Österreich arbeitete. Durch die Mitgliedschaft in einer Freien proletarischen Kindergruppe ab 1920 geprägt, trat Staimer mit Lehrbeginn in den KJVD ein. 1923 gehörte er dem M-Apparat sowie der Bezirksleitung Nord-Bayern des KJVD an. 1925 wurde er Mitglied der KPD. Gleichzeitig trat er weiteren kommunistischen Organisationen bei, wie etwa der Roten Hilfe, der RGO und dem RFB. 1930 wurde Staimer wegen politischer Tätigkeit aus Österreich ausgewiesen. Er fand in Nürnberg Arbeit als Bauarbeiter und wurde Leiter der Zersetzungsarbeit in der Polizei und der Reichswehr im M-Apparat für Nürnberg und Vorsitzender des Deutschen Bauarbeiterverbandes. 1931 wurde er als Kursant von der Kommunistischen Internationale an eine militärpolitische Schule nach Moskau delegiert. Von November 1931 bis Oktober 1932 war er Gauleiter des mittlerweile verbotenen RFB Nordbayern, zugleich Referent und Instrukteur der KPD-Bezirksleitung. Danach war er bis Februar 1933 illegal in Berlin tätig. Als Staimer im Juni 1933 eine Anklage wegen Hochverrats drohte, emigrierte er in die Sowjetunion.

Nach Ankunft in Moskau wurde er Schüler der Kommunistischen Universität der nationalen Minderheiten des Westens „Julian Marchlewski“. Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs(nationalrevolutionärer Krieg in Spanien) und der Aufstellung der Interbrigaden ging Staimer nach Spanien. Er war zeitweise Kommandeur des Thälmann-Bataillons sowie später Kommandeur der XI. Internationalen Brigade unter dem Decknamen „General Hoffmann“. Im Zusammenhang mit Hans Beimlers Tod taucht Staimer immer wieder in der Funktion eines GRU-Agenten als Todesschütze auf. Dies ist die antikommunistische Theorie und Spekulation, die auch von bürgerlichen Historikern nach 1989 widerlegt worden ist(siehe Beitrag über Hans Beimler). Im Range eines Majors kehrte er im Januar 1938 nach Moskau zurück. Ab Februar 1939 wurde Staimer in Westeuropa eingesetzt. Zunächst hielt er sich im März/April 1939 in Paris auf und ging dann für die KPD illegal in die Schweiz. Am 7. Dezember 1939 wurde Staimer verhaftet und saß bis zum 21. Dezember in U-Haft. Gegen eine Kaution wurde er freigelassen. Bis zum Sommer 1941 war sein Aufenthalt von mehreren Verhaftungen und Krankenhausaufenthalten geprägt. Von Februar bis Mai 1941 saß er dabei im Arbeitslager Baumgarten ein. Zudem stand er seit Anfang 1941 auf der Sonderfahndungsliste „UdSSR“ der Gestapo. Staimer gelang es jedoch durch Erlangung der sowjetischen Staatsbürgerschaft nach Italien auszureisen, von wo er am 4. Juli 1941 mit dem Personal der sowjetischen Botschaft in Rom in die Sowjetunion zurückkehrte. Ab August 1941 erhielt Staimer eine militärische Spezialausbildung in der Nähe von Moskau, um danach an die KI-Schule in Kuschnarenkowo gesandt zu werden. Dort wurde er Ende 1941 wegen „Verletzung der konspirativen Regeln und persönlicher Schwächen“ abberufen. Die anschließende Parteiuntersuchung überstand er ohne Maßregelung. Zur Bewährung musste Staimer eine Tätigkeit in einem Baubetrieb in Ufa übernehmen, bis er auf Beschluss der KPD-Führung im Mai 1943 erneut in die Parteiarbeit einbezogen wurde. Kurzzeitig war er daraufhin Instrukteur im Kriegsgefangenenlager für Offiziere Nr. 97 in Jelabuga. Er wurde jedoch noch 1943 durch das NKWD abberufen und nach Ufa rückversetzt. Nach einem vorbereitenden politischen Lehrgang in der Nähe von Moskau kehrte Staimer im Juli 1945 nach Deutschland zurück.

 

Karriere in der DDR

Staimer wurde zunächst Leiter der Polizeiinspektion Berlin-Prenzlauer Berg. Seit 1946 SED-Mitglied, wurde er im April 1946 Chef der Landespolizeibehörde Brandenburg in Potsdam, ab dem 1. November 1950 im Range eines Chefinspekteurs. Am 7. November 1947 heiratete er Eleonore Pieck, die Tochter von Wilhelm Pieck. Vermutlich lernten sich beide bei Aufenthalten in Ufa oder Kuschnarenkowo kennen, die Überschneidung in den Biographien beider lassen diese Vermutung zu. Die Ehe bestand bis 1954. 1950 und 1951 wurde Staimer zu einem militärischen Sonderlehrgang nach Priwolsk (UdSSR) delegiert. Danach war bis 1952 Kommandeur der VP-Bereitschaft Leipzig im Range eines General-Inspekteurs. Staimer nahm vorerst seinen Abschied aus den bewaffneten Organen und bekleidete von 1952 bis 1954 das Amt des stellvertretenden Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn, verantwortlich dabei für die Kaderarbeit(heute würde man sagen Personalchef). Zusätzlich wurde er ab Mai 1954 zum stellvertretenden Minister für Verkehrswesen ernannt. Von 1955 bis zum Februar 1963 war Staimer Vorsitzender des Zentralvorstands der GST. Zugleich wurde er 1955 Mitglied des Zentralrats der FDJ und war bis 1965 Mitglied des Nationalrats der Nationalen Front. Am 15. Februar 1960 wurde Staimer zum Generalmajor der Reserve ernannt. Seine Reaktivierung erfolgte am 1. April 1963. Er wurde zum Leiter der Abteilung für militärische Ausbildung beim Staatssekretariat beziehungsweise Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen ernannt. 1967 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden (VVO) in Gold.
Zum 1. Oktober 1969 wurde Staimer in die Reserve versetzt und ging in Rente. 1977 erhielt er den Karl-Marx-Orden und 1982 die Ehrenspange zum VVO in Gold.

Sein Grab findet sich in der Grabanlage „Pergolenweg“ der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel