Gebhard Leberecht von Blücher

Bild Blücher aus Jugendlexikon Militärwesen DDR

Bildquelle: Jugendlexikon Militärwesen/ DDR 1984

Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt, geboren am 16. Dezember 1742 in Rostock, gestorben am 12. September 1819 in Krieblowitz/Schlesien(gehört heute zu Polen), war preußischer Generalfeldmarschall. Seiner offensiven Truppenführung verdankte er den Beinamen „Marschall Vorwärts“. Dieser wurde ihm nicht nur von den Deutschen, sondern auch von den damals in den Befreiungskriegen verbündeten Russen verliehen.  Seine beharrliche Vorwärts-Strategie, mit der er gegen das Zögern der drei verhandlungsbereiten Monarchen der Sechsten Koalition im Winter 1813/1814 die Überquerung der Rheingrenze und den Vormarsch auf Paris durchsetzte, führte zur relativ schnellen Niederlage der Franzosen. Den endgültigen Sturz Napoleons führte er durch den Sieg in der Schlacht von Waterloo mit Wellington herbei.Dadurch wurden sie die beiden damals populärsten Kriegshelden der Befreiungskriege in Europa.


Blücher stammte aus dem alten Adelsgeschlecht Blücher.

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Bildquellen:
Fürst Blücher von Wahlstatt
Von Schabkunstblatt von P.J.Lützenkirchen – Hans Wahl, Anton Kippenberg: Goethe und seine Welt, Insel-Verlag, Leipzig 1932 S.201, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11627351
Gebhard Leberecht von Blücher
Von artwork: unknown (following Paul Ernst Gebauer); file James Steakley – Für die Freiheit – gegen Napoleon. Ferdinand von Schill, Preußen und die deutsche Nation, ed. by Veit Veltzke (Cologne, 2009), p. 83., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7901899

Sein Vater war der hessen-kasselsche Rittmeister Christian Friedrich von Blücher (1696–1761). Seine Mutter war Dorothea Maria von Zülow (1702–1769) aus dem mecklenburgischen Uradelsgeschlecht derer von Zülow. Die Familie von Blücher besaß ursprünglich das Rittergut Groß-Renzow. Gebhard Leberechts Urgroßvater verlor diesen Familienbesitz aber während des Dreißigjährigen Krieges. Um kriegerischen Auseinandersetzungen der Stände mit Herzog Karl Leopold zu entgehen, ging seine Mutter nach Rostock, wo Blücher geboren wurde. Gebhard hatte sechs ältere Brüder und zwei Schwestern. Die durchaus ärmlichen Verhältnisse veranlassten seine Eltern, ihn gemeinsam mit seinem älteren Bruder Ulrich Siegfried zur Schwester auf die schwedische Insel Rügen zu schicken. Sie war mit dem schwedischen Kammerherrn von Kradwitz verheiratet. Eine grundlegende geistige Schulbildung genossen die Brüder nicht, vielmehr widmeten sie sich fast ausschließlich der körperlichen Ertüchtigung. Nach Eintritt Schwedens 1757 in den Siebenjährigen Krieg schlossen sich die Brüder 1758 gegen den Willen ihrer Eltern dem schwedischen Husaren-Regiment Sparre an und kämpften gegen Preußen. Blücher wurde im August 1760 als Kornett bei einem Gefecht bei dem Dorf Kavelpaß von dem preußischen Husaren Gottfried Landeck (andere Quellen nennen einen Husaren Martin Krausse oder auch einen alten Husaren [oder Unteroffizier] Pfennig) gefangen genommen und auf das Gut Galenbeck verbracht. Dort bewog ihn Oberst von Belling, der mit Blücher verschwägert war, in preußische Dienste einzutreten, und machte ihn bald darauf zu seinem Adjutanten. Fortan kämpfte er erfolgreich im Husaren-Regiment H8 und stieg vom Kornett bis zum Stabsrittmeister (1771) auf. Bei Kavelpaß erinnert der Blücherstein heute an seine Gefangennahme und den Übertritt in preußische Dienste.

Da Blücher bei Unruhen in Polen (1772) an einem verdächtigen Priester eine Scheinerschießung vornehmen ließ, überging man ihn bei der bevorstehenden Ernennung zum Major und Eskadronschef. Daraufhin verlangte er trotzig seinen Abschied (1773), der ihm von Friedrich demGroßen mit den Worten „Der Rittmeister von Blücher kann sich zum Teufel scheren“ gewährt wurde. Schnell bereute Blücher diesen Entschluss, doch Friedrich verweigerte ihm trotz wiederholter Gesuche und Eingaben den Wiedereintritt in die Armee. Blücher zog sich nach Schlesien zurück, wo er ein Gut erwarb. In Pottlitz (Kreis Flatow in Westpreußen) heiratete er 1773 Karoline Amalie von Mehling (1756–1791), mit der er sieben Kinder hatte. Nach ihrem Tod heiratete er 1795 in Sandhorst bei Aurich Amalie von Colomb (1772–1850), eine Schwester des späteren Generals Peter von Colomb. Etwa 15 Jahre lang besaß Blücher Ländereien in Groß-Raddow bei Stettin, Kreis Regenwalde (Hinterpommern). Am 6. Februar 1782 nahm ihn die Freimaurerloge „Augusta zur goldenen Krone“ in Stargard in Pommernals Mitglied auf.

Nach dem Tod Friedrichs II. stellte Friedrich Wilhelm II. 1787 Blücher wieder in sein altes Regiment ein und beförderte ihn zum Major. 1789 diente er als Oberstleutnant im Regiment der Graf Goltzschen Husaren und erhielt am 4. Juni 1789 von König Friedrich Wilhelm II. den Orden „Pour le Mérite“. Nach dem Feldzug gegen Holland 1790 wurde er Oberst. Nach dem Gefecht von Kirrweiler (gegen Frankreich), in dem er sechs Geschütze eroberte, wurde er 1794 Generalmajor. Blücher übernahm 1795 das Kommando über die gemäß dem Frieden von Basel zum Schutz der Demarkationslinie in Westfalen verbleibenden preußischen Truppen. Sein Hauptquartier war in Münster.

Von 1798 bis 1801 war Blücher Besitzer des Guts Nipnow in der Landgemeinde Schmaatz bei Stolp in Hinterpommern. In Hamm trat er 1799 der Freimaurerloge „Zum hellen Licht“ bei.

Jena und Auerstedt

Im Jahr 1801 ernannte König Friedrich Wilhelm III. Blücher zum Generalleutnant. Blücher wohnte zwei Jahre in Emmerich am Rhein, wo er sich der Freimaurerloge „Pax inimica malis“ (lat., etwa: Friede – Feind des Bösen) anschloss, in der auch seine beiden Söhne und neun seiner Offiziere initiiert wurden.

Porträt für die Freimaurerloge „Pax inimica malis“ in Emmerich

Porträt für die Freimaurerloge „Pax inimica malis“ in Emmerich

Bildquelle: Von artwork: unknown; file James Steakley – Für die Freiheit – gegen Napoleon. Ferdinand von Schill, Preußen und die deutsche Nation, ed. by Veit Veltzke (Cologne, 2009), p. 110., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8067661

1802 nahm Blücher das Hochstift Münster, das Stift Essen und die Reichsabtei Werden für Preußen in Besitz. Blücher wurde Gouverneur der neu errichteten Provinz Westfalen, mit derenOberpräsidenten Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein er Freundschaft schloss. In den Jahren 1802–1806 war er Meister vom Stuhl der Loge „Zu den drey Balken“. Dort ließ er sich auch in freimaurerischer Bekleidung malen.

Bei Ausbruch des Krieges 1806 stieß er mit den westfälischen Truppen zum Korps des Generals Ernst von Rüchel. Vergeblich versuchten beide, den Kurfürsten Wilhelm I. von Hessen-Kassel zum Kriegseintritt auf preußisch-sächsischer Seite zu bewegen anstatt neutral bleiben zu wollen. Unmittelbar vor Beginn der Schlacht bei Auerstedt erhielt Blücher am Morgen des 14. Oktober 1806 das Kommando einer neu formierten leichten Brigade als Vorhut der Hauptarmee unter Herzog Karl WilhelmFerdinand von Braunschweig. Mit ihr griff er im Frühnebel ohne vorherige Erkundung zweimal die abwehrbereite französische Infanterie an und wurde zurückgeschlagen. Wenig später verlor die preußische Seite infolge der tödlichen Verwundung Braunschweigs ihre Leitung. Die Schlacht endete mit dem Rückzug der Hauptarmee, der in eine allgemeine Flucht überging, als sie auf die panikartig vom Schlachtfeld von Jena flüchtenden Truppen traf. Kurzfristig übernahm Blücher das Kommando über die zweihundert Mann starke Leibschwadron zum Schutz des Königs.

Der Rückzug nach Lübeck

Anschließend sammelte Blücher Teile der versprengten Truppen und brachte mit Scharnhorst – hierbei begann ihre Freundschaft – 34 schwere Kanonen in Sicherheit. Blücher machte Scharnhorst zum Stabschef, und beide planten, französische Truppen auf sich zu ziehen, so dass Preußen neue Truppen aufstellen und die Franzosen erneut angreifen könne. Tatsächlich nahmen die Franzosen die Verfolgung mit drei Korps unter den Marschällen Bernadotte, Soult und Murat auf. Trotz mangelnder Verpflegung und vieler Erschöpfungstoter – in 20 Tagen seit Jena und Auerstedt wurden 700 Kilometer zurückgelegt – gelang es, sich den Franzosen zu entziehen. Anfänglich 10.000 Mann stark, wuchs die Armee durch den Zusammenschluss mit den zurückgehenden Truppen des Herzogs von Weimar am Ostufer der Müritz auf 21.000. Marschall Bernadotte schickte zwei Aufforderungen zur ehrenvollen Kapitulation, die Blücher aber trotz hoffnungsloser Situation ablehnte. Allein bei Strelitz hatte Blücher 5000 Mann durch feindliche Angriffe und Hunger verloren.

Blücher führte nun die Truppen nach Lübeck, das als Freie Reichsstadt neutral und nahezu unbewaffnet war, und die Preußen verschafften sich am 5. November mit Äxten Zugang durch die geschlossenen Tore. Als die Franzosen am 6. November unter Bernadotte angriffen, wurde – entgegen Scharnhorsts Befehl – ein Versuch unternommen, die außerhalb der Stadtmauer stehenden Kanonen in die Stadt zu retten. Das offene Tor konnte von den Franzosen genommen werden. Nach blutigen Straßenkämpfen hatten die Franzosen die Stadt unter Kontrolle und viele Preußen – darunter Scharnhorstund den schwer verletzten Yorck – gefangen. Blücher gelang mit 9000 Mann die Flucht. Mit seinen abgekämpften Soldaten zog sich Blücher über Schwartau nach Ratekauzurück, wo er im Pastorat Quartier nahm. Ein heilloses Durcheinander herrschte im Dorf. Hafer, Heu, Saatklee und Brot, alles wurde beschlagnahmt. Die Kirche wurde aufgebrochen und als Pferdestall benutzt. Französische Artillerie war beim Riesebusch in Stellung gegangen, um Ratekau zu beschießen. Als die Nachricht kam, dass Travemünde in der Hand der Franzosen sei, entschloss sich Blücher, „zugunsten des Dorfes Ratekau und des Pastors Schrödter“ zu kapitulieren. Ein drittes Angebot von Bernadotte zu einer ehrenvollen Kapitulation nahm er diesmal an, freilich mit dem schriftlichen Zusatz, er tue dies nur, weil er keine Munition und Brot mehr habe, und unter der Bedingung einer Ehrerbietung für die preußischen Truppen. Bernadotte akzeptierte diese Bedingungen zuerst nicht, aber da Blücher zu keinen weiteren Zugeständnissen zu bewegen war, gab Bernadotte zur Vermeidung weiterer Kämpfe und Toter nach und ließ entsprechend den Kapitulationsbedingungen die französischen Truppen längs der Straße (Eutin–Lübeck, an der Blüchereiche in Ratekau) zur Ehrerbietung an den vorbeiziehenden tapferen Feind Aufstellung nehmen. Als persönliche Geste verzichtete er auf die Annahme von Blüchers Degen. Während der preußische Armeeführer seine Waffen behalten durfte, legten seine Soldaten ihre Waffen nieder und begaben sich in Gefangenschaft. An der „Blüchereiche“ bei Ratekau wurde 1856 ein Gedenkstein errichtet.

Blüchers Kanonenrettung und der Rückzug nach Lübeck machten ihn zu einer Legende in ganz Europa. König Friedrich Wilhelm III. verlieh ihm darauf im April 1807 den Schwarzen Adlerorden. Für Lübeck begann hingegen die Franzosenzeit. Nach der französischen Gefangenschaft – Blücher durfte sich auf sein Ehrenwort größtenteils frei bewegen –, in der auch Napoleon ihn kennenlernen wollte, wurde er 1807 gegen den französischen General Victor ausgetauscht.

Nach kurzem Aufenthalt am nach Königsberg ausgewichenen Königshof bekam er das Kommando, ein preußisches Hilfskorps dem schwedischen König Gustav IV. Adolf zu unterstellen, und wurde nach Schwedisch-Pommern geschickt, um die Schweden zu unterstützen. Es kam aber zu keinen Kampfeinsätzen mehr. In den folgenden Jahren stieg er zum Generalgouverneur in Pommern und der Neumark (1807) und General der Kavallerie (1809) auf.

Befreiungskriege

Blücher forderte leidenschaftlich den Befreiungskampf gegen Frankreich und wandte sich den preußischen Heeresreformern zu. Damit war er am offiziell mit Frankreich verbündeten preußischen Hofe nicht genehm. Als französische Agenten ihn bei der heimlichen Ausbildung von nicht genehmigten Truppen („Krümpern“) aufspürten, musste er 1812 den aktiven Dienst verlassen. Er lebte daraufhin in Kunzendorf.

Als Preußen 1813 den Krieg mit Frankreich wieder aufnahm, holte man ihn zurück. Zunächst führte Blücher das preußische Korps, danach wurde er Oberbefehlshaber der Schlesischen Armee. In der Schlacht an der Katzbach am 26. August vernichtete er das Heer Marschall Jacques MacDonalds.

Am 9. Oktober 1813 bezog Blücher sein Hauptquartier in Pouch in der Nähe von Bitterfeld, nördlich von Leipzig und schlug am 16. Oktober in der Völkerschlacht bei Leipzig den Marschall Marmont bei Möckern vollständig. Obwohl seine Kavallerie starke Verluste erlitten hatte, verfolgte der frisch ernannte Generalfeldmarschall die Franzosen bis nach Paris.

Auf dem Marsch nach Frankreich sammelte sich die Schlesische Armee im Dezember 1813 auf der rechten Rheinseite auf einer Breite von Mannheim bis Neuwied. Das Zentrum der Armee mit Blücher und den Korps Yorck und Langeron sammelte sich im Raum Kaub auf dem Taunus. In der Neujahrsnacht auf 1814 setzten die Vorhut und erste Truppen in Nachen über den Rhein, während russische Pioniere eine Brücke aus Leinwandpontons bauten. Nach dem Brückenbau in Höhe der Burg Pfalzgrafenstein überquerte Blüchers Armee vom 2. bis 5. Januar den Rhein. Durch den Vormarsch der preußischen Truppen in Frankreich wurde auch die französische Telegraphenlinie von Metz nach Mainz unterbrochen. Zur selben Zeit überquerten das Korps Sacken den Rhein bei Mannheim und das Korps St. Priest den Rhein zwischen Neuwied und der Lahnmündung mit Schwerpunkt Koblenz.

Blüchers Rheinübergang bei Kaub. Historiengemälde von Wilhelm Camphausen

Blüchers Rheinübergang bei Kaub. Historiengemälde von Wilhelm Camphausen

Bildquelle: Von Selbst fotografiert im Mittelrhein-Museum Koblenz, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32123276

Blüchers Rheinübergang Befreiungskrieg 1813 - 14 Kopie

Blüchers Rheinüberquerung bei Kaub.

Bild entnommen aus dem Jugendlexikon Militärwesen, DDR 1984

Die Schlacht bei Waterloo

Nach der Rückkehr Napoleons aus seinem Exil auf Elba übernahm Blücher das 150.000 Mann starke preußische Heer in Belgien, wurde aber in der Schlacht bei Ligny am 16. Juni 1815 geschlagen. Dennoch rückte er vor und griff zwei Tage später mit seiner Armee gerade noch rechtzeitig in die Schlacht bei Waterloo ein und konnte damit die bereits wankenden Truppen des englischen Generals Wellington („Ich wollte, es wäre Nacht, oder die Preußen kämen“) siegentscheidend gegen Napoleon unterstützen. Zur Belohnung schenkte ihm Friedrich Wilhelm III. ein Stadtpalais in Berlin.

In Absprache mit Wellington, dessen Truppen vollkommen erschöpft waren, rückte Blücher in Eilmärschen anschließend alleine mit seinen Truppen auf Paris vor und besetzte es am 7. Juli 1815. An den anschließend beginnenden Verhandlungen hatte Blücher weder Interesse noch Anteil, sondern hielt sich abseits.

Alter und Tod

Blücher

Gebhard Leberecht von Blücher

Bildquelle: Gemeinfrei,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=626176

Im selben Jahr wurde Blücher mit dem Blücherstern, einer für ihn gestifteten Sonderform des Eisernen Kreuzes, ausgezeichnet.

Das Eiserne Kreuz mit goldenen Strahlen, genannt „Blücherstern“ (Replik)

Das Eiserne Kreuz mit goldenen Strahlen, genannt „Blücherstern“ (Replik)

Bildquelle: Von Bruce Marvin 11:27, 10. Jul. 2008 (CEST) – eigene Sammlung, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20629135

Im Anschluss an einen Besuch in London, wo er vom König empfangen und als Held gefeiert wurde, zog er sich auf sein Schloss Krieblowitz zurück, besuchte aber regelmäßig Karlsbad. Am 12. September 1819 verstarb er in Krieblowitz und wurde dort später in einem für ihn geschaffenen Mausoleum beigesetzt. Der in den Jahren 1846–1853 neben der Familiengruft errichtete runde Turmbau erlitt durch Kriegseinwirkungen  am 25. Februar 1945 und Vandalismusakte nach dem Kriege Beschädigungen, wobei der Sarg Blüchers beseitigt wurde. Das Grab ist seither leer. Der Verbleib des Leichnams ist unbekannt.

Zur Persönlichkeit

Blücher war bei der Truppe beliebt. Er führte seine Soldaten schon vor der Scharnhorstschen Militärreform ohne körperliche Strafen.

Ihm standen seine Stabschefs, wie Scharnhorst oder Gneisenau loyal zur Seite.

„Marschall Vorwärts“, Gemälde von Emil Hünten

„Marschall Vorwärts“, Gemälde von Emil Hünten

zur Bildquelle bitte aufs Bild klicken

Sein draufgängerisches, gelegentlich tollkühnes Verhalten und leutseliges Temperament  zeichnete ihn vor vielen Generalen der Koalitionsarmeen aus.    Sein Temperament und sein Angriffswille führten zu seinem Spitznamen „Marschall Vorwärts“.

Familie

Blücher war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Karoline Amalie von Mehling (* 1756; † 17. Juni 1791), die er am 21. Juni 1773 geheiratet hatte. Die Eltern seiner Frau waren der polnische Oberst Friedrich Wilhelm von Mehling und Bernhardine von Bojanowska. Er hatte mit ihr sieben Kinder.

Ehrungen und Denkmäler

Blücher war Ehrenbürger von Berlin, Hamburg und Rostock (1816).

Er wurde am 14. Juni 1814 von der Universität Oxford zum Dr. jur. h.c. ernannt und am 3. August 1814 von der Berliner Universität zum Dr. phil. h. c. .

Im Waterloo-Saal der Hauptresidenz Windsor Castle hängt auf dem Ehrenplatz an der Kopfseite das Bildnis von Wellington und an seiner rechten Seite das von Blücher.

George Stephenson nannte eine seiner ersten Lokomotiven „Blücher“.

Blücher ist – neben Hindenburg- der einzige Träger des Sterns des Großkreuzes.

In Köln wurde der Blücherpark nach ihm benannt, in Aachen der Blücherplatz (östlich des Europaplatzes), der um 1868 gebaut wurde. In der Berliner Innenstadt gab es im Bereich des Generalszuges drei (teils nicht realisierte)Benennungen als Blücherstraße und zwei als Blücherplatz sowie einen vorgesehenen Wahlstattplatz; dazu im heutigen Berlin sechs weitere Blücherstraßen.

Die Stadt Kaub am Rhein erinnert seit 1913 mit ihrem Blüchermuseum Kaub an den Marschall und seine Rheinüberquerung von 1814.

Blüchers Rheinübergang Befreiungskrieg 1813 - 14 Kopie

Das erste Denkmal wurde ihm am 26. August 1819 in seiner Vaterstadt Rostock auf dem Blücherplatz errichtet.

In Berlin setzte der König Blücher am 18. Juni 1826 durch Christian Daniel Rauch ein zweites Standbild, anfertigt von dem Bildgießer Lequine. Es stand neben dem Königlichen Palais, gegenüber der Neuen Wache und den Standbildern von Scharnhorst und Bülow.

Ein drittes Standbild, ebenfalls von Rauch, wurde 1827 auf dem in Blücherplatz umbenannten Salzring, dem nach dem Großen Ring größten Marktplatz in Breslau, errichtet.

Des Weiteren findet sich eine Büste in der Walhalla und das Blücherdenkmal von Fritz Schaper in Kaub am Rhein, das am 18. Juni 1894, dem Jahrestag der Schlacht bei Waterloo, enthüllt wurde.

Zudem gibt es in Kaub ein Blücherdenkmal und ein Blücher-Museum.

Im niederschlesischen Krieblowitz,das zwischen 1937 und 1945 „Blüchersruh“ hieß, steht das Blücher-Mausoleum, ein zylindrischer Bau von etwa zehn Metern Höhe.

Für die Denkmalgruppe 30 in der ehemaligen Berliner Siegesallee schuf Gustav Eberlein 1901 eine Nebenbüste Blüchers zum zentralen Standbild von König Friedrich Wilhelm III.

Vermutlich gibt es noch viele Blücher-Denkmäler, die nicht in dieser Liste aufgeführt sind.  Z.B. das Blücher-Haus in Bad Kreuznach.

Blücher Medaillion von 1899 Bad Kreuznach

Blücher-Plakette in Bad Kreuznach

Bildquelle: Website der Stadt Bad Kreuznach/Nachrichtenarchiv „Geschichtshäppchen“

Das Medaillon ist das Werk des italienischen Bildhauers Primo Gennaro Aglietti und stammt aus dem Jahr 1899. Ein Jahr zuvor hatte der Florentiner die Kreuznacherin Elisa Kempff geheiratet und war dadurch zum Schwager des damaligen Blücher-Haus-Besitzers(der Eisenhändler Philipp Jacob Kempff junior)geworden. Siehe Website der Stadt Bad Kreuznach/Nachrichtenarchiv „Geschichtshäppchen“

Nach Marschall Blücher wurden mehrere Schiffe benannt:

Der Blücher (Schuh) geht auf Marschall Blücher zurück, der seine Soldaten mit diesem Schuhmodell (damals noch als Stiefel) für den Siegeszug gegen Napoleon ausstatten ließ. Die international gebräuchliche Bezeichnung verweist noch auf seine Ursprünge als robuster Armeestiefel.

Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost zum 250. Geburtstag

Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost zum 250. Geburtstag

Bildquelle: Gemeinfrei,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9655996

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel


„Jugendlexikon Militärwesen“ DDR 1984 zu Blücher:

 Jugendlexikon Militärwesen DDR Kopie

Jugendlexikon Militärwesen DDR zu Blücher

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Spurensuche in Sachen NVA

Gastbeitrag von Dernier Cri   Von den Bauernkriegen bis zum antifaschistischen Widerstand: Traditionsverständnis einer deutschen Armee, die nie in einen Krieg verwickelt war. Dieser Tage wird …

Quelle: Spurensuche in Sachen NVA

Übergang der NVA in die Bundeswehr

 

Stimmen zu diesem Filmbeitrag (Gastbeiträge)

Solche ehemaligen Offiziere der NVA sind das allerletzte. Wir haben alle einen Eid geschworen und die DDR geliebt. Man wirft sie nicht weg wie ein dreckiges Hemd, und schon gar nicht als Offizier. Dieser Beitrag vor dem 1. März -na ja, ich möchte mich nicht weiter aufregen..
Jürgen Geppert

Das Wichtigste in diesen bescheuerten Beitrag ist die Ansage dass die NVA am 20. Juli 1990 umvereidigt wurde. Ich hatte dies ja schon mehrmals in anderen Beiträgen geschrieben und es wurde oft abgestritten. Wir wird es zumindest gesagt. Es ist und bleibt eine Lüge, dass aus 2 deutschen Armeen eine > Bundeswehr< wurde. Jene ehemalige NVA Offiziere welche in diesem Werbebeitrag für die BW aussagen gehört laut Fahneneid die Verachtung des werktätigen Volkes welches ja auch in diesen Wirrwarr Jahren nicht über einen Volksentscheid gefragt wurde. Ich habe noch die leuchtenden Augen mancher unserer Offiziere – Major aufwärts im Gedächtnis. Sie freuten sich wie kleine Kinder als sie die BW Uniform zum 3.10.1990 eingekleidet bekamen. Bei uns mussten sogar alle NVA Uniformen welche im WDA nachgewiesen waren abgegeben werden. Am 3.10 durfte schon soweit es ging nichts mehr an NVA erinnern. Mein persönliches Bekenntnis: Ich bin stolz darauf in einer Armee gedient zu haben, die dem Volke und dem Frieden diente. Ich gehöre nicht zu den Verrätern welche den Klassenstandpunkt verlassen hatten. Dies Wissen um unseren Dienst kann mir Niemand nehmen. Wir waren und sind Soldaten des Friedens – ohne Abstriche.
Karl-Heinz Schulze

Schon kurz nach der „Vereinigung“ wurde auch dem größten Naivling klar, welchem aggressivem Militärbündnis die Bundeswehr angehört. Die Friedensarmee NVA, wurde Teil der Verbrecherorganisation NATO. Gut – dafür gibt es heute im Laden 35 Sorten Jogurt. Das ist ja auch was wert.
Tom Roter

Thema Nr. 1 der Hetze und Geschichtsfälschung

Während des Bestehens der DDR und danach, bis zum heutigen Tage ist die Grenze der DDR zur BRD und Westberlin das Thema Nr.1, um durch das Schüren vom Emotionen, antikommunistische Hetze zu betreiben.

Es war die Grenze zwischen Warschauer Vertrag und der NATO. Die Sicherung der Grenze diente der Verhütung eines dritten Weltkrieges.

Ach, und wenn zum wiederholten Male von Todesopfern die Rede ist, dann sollte man bedenken, dass auch Grenzsoldaten in Ausübung ihres Dienstes getötet wurden.

„Normal-Bürger/innen“ hatten im Grenzgebiet nichts zu suchen. Wer die DDR auf diesem Wege illegal verlassen wollte, kalkulierte das Risiko zu sterben ein. –Doch so schnell ging das Sterben nicht. Es gab erst einen Warnruf, dann einen Warnschuss, bevor scharf geschossen wurde.

 

Erich Peter

Erich Peter wurde am 17. Juli 1919 in Salza bei Nordhausen geboren und ist am 11. Oktober 1987 in Bad Saarow gestorben. Er war Generaloberst der Nationalen Volksarmee(NVA) und langjähriger Chef der Grenztruppen der DDR.

Ahlsdorf, NVA-Leutnant Lutz Meier, Beisetzung

ADN-ZB Schaar-22.1.72-ill-Krs. Eisleben: Beisetzung des NVA-Leutnants Lutz Meier- Trauer und Schmerz kennzeichnen die Gesichter der Angehörigen des Leutnants Lutz Meier, der im Alter von 23 Jahren während der Ausübung seines Dienstes zum Schutz der Staatsgrenze ermordet wurde. Am 22.1.72 wurde der postum mit der Verdienstmedaille der NVA in Gold ausgezeichnete Offiezier in seinem Geburtsort Ahlsdorf, Krs. Eisleben, beigesetzt. v.l.: Chef der Grenztruppen, Generalleutnant Erich Peter

Bildquelle:

„Bundesarchiv Bild 183-L0122-0039, Ahlsdorf, NVA-Leutnant Lutz Meier, Beisetzung“ von Bundesarchiv, Bild 183-L0122-0039 / Schaar, Helmut / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons – Bild ist entsprechend verlinkt

„Bundesarchiv Bild 183-L0122-0039, Ahlsdorf, NVA-Leutnant Lutz Meier, Beisetzung“ von Bundesarchiv, Bild 183-L0122-0039 / Schaar, Helmut / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons – Erich Peter, zweiter von links, 1972 bei der Beisetzung Lutz Meiers in Ahlsdorf

Lutz Meier geboren am 20. Oktober 1948 in Ahlsdorf, gestorben am 18. Januar 1972 bei Schierke, war ein Todesopfer an der Grenze zur BRD. Siehe Wikipedia

Über die getöteten Grenzsoldaten erfährt man wenig in den Medien. Wenn doch, wird spekuliert und verdreht. Liste getötete Grenzsoldaten

Der Sohn eines Schmiedes erlernte von 1933 bis 1936 den Beruf eines Schlossers. Nach dem Reichsarbeitsdienst von 1937 bis 1938 arbeitete Peter bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges in dem erlernten Beruf. Von 1939 bis 1945 diente er in der Panzerwaffe der deutschen Wehrmacht. Als Unteroffizier ging Peter 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Von 1945 bis 1946 arbeitete Peter wieder als Schlosser. In dieser Zeit trat er der KPD bei und nach der Gründung der SED wurde er Mitglied der Partei. Peter diente in Nordhausen von 1946 bis 1949 in verschiedenen Dienststellungen bei der dortigen Volkspolizei. Nach einem Sonderlehrgang in der Sowjetunion, in dem die spätere Führungselite der DDR-Streitkräfte geschult wurde, diente Peter von 1950 bis 1956 wieder in der Volkspolizei und in der Kasernierten Volkspolizei (KVP). Nach dem Abschluss des Studiums an der Militärakademie des Generalstabes der Streitkräfte der UdSSR „K. J. Woroschilow“ in Moskau von 1957 bis 1959 war Peter Kommandeur der 9. Panzerdivision in Eggesin. Danach wurde Peter 1960 Chef der Deutschen Grenzpolizei und nach deren Umbenennung Chef der Grenztruppen (Nachfolger von Paul Ludwig). Diese Dienststellung bekleidete er bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst am 14. Juli 1979. Peter wurde am 26. September 1969 zum Generalleutnant befördert.

Im Jahre 1972 erfolgte die formelle Ausgliederung der Grenztruppen aus der NVA. Damit änderte sich die Bezeichnung von Peters’ Dienststellung. Er war nunmehr stellvertretender Minister für Nationale Verteidigung und Chef der Grenztruppen. Nach seiner Beförderung zum Generaloberst a. D. am 14. Juli 1979 war Erich Peter einer von elf Generälen, die diesen Rang erreichten. Er wurde am 30. April 1979 mit dem Karl-Marx-Orden (höchster staatlicher Orden der DDR), sowie dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold und dem Scharnhorst-Orden ausgezeichnet.

Die 1976 verliehene Ehrenbürgerschaft der Stadt Nordhausen wurde 1990 aberkannt.

Siehe Wikipedia