Die Minister für Staatssicherheit/Ernst Wollweber

Ernst Wollweber wurde am 18. Oktober 1898 in Hannoversch Münden geboren und ist am 03.Mai 1967 in Berlin/DDR gestorben. Von 1953 bis 1957 leitete er das Staatssekretariat, bzw. das Ministerium für Staatssicherheit der DDR(MfS).

Als Sohn eines Tischlers geboren, heuerte Wollweber nach der Volksschule mit 15 Jahren bei Flößern auf der Weser als Schiffsjunge an. Von 1916 bis 1918 diente er in der U-Boot-Abteilung der Kaiserlichen Marine.

Ernst Wollweber, Minister für Verkehr der DDR

Ernst Wollweber (1950)

 

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„Bundesarchiv Bild 183-08658-0006, Ernst Wollweber, Minister für Verkehr der DDR“ von Bundesarchiv, Bild 183-08658-0006 / Rudolph / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Während der Novemberrevolution nahm Wollweber am Kieler Matrosenaufstand teil, wurde Vorsitzender des Soldatenrates des U-Boot-Kreuzerverbandes und als solcher Mitglied des Kieler Gesamtsoldatenrates. 1919 trat er in die KPD ein. Gegen die im Waffenstillstandsabkommen vorgesehene Auslieferung der deutschen Hochseeflotte an Großbritannien versuchte Wollweber die handstreichartige Besetzung der wichtigsten Kriegsschiffe und deren Auslieferung an Sowjetrußland zu organisieren, der Plan scheiterte jedoch im Januar 1919.

Wollweber nahm an den Märzkämpfen in Mitteldeutschland 1921 teil, wurde politischer Sekretär des KPD-Bezirks Hessen-Waldeck und Mitglied des Zentralausschusses der KPD. 1922 besuchte er die Reichsparteischule der KPD und leitete ab Juli 1923 die KPD-Militärorganisation von Hessen-Waldeck und Thüringen. Er besuchte die Erste Militärschule in Moskau und wurde Verbindungsmann zur Sabotageabteilung der Roten Armee.

1924 wurde Wollweber wegen seiner Teilnahme an den Märzkämpfen wegen Hochverrats angeklagt und bis 1926 inhaftiert. Von 1928 bis 1932 war er Mitglied des Preußischen Landtages und danach, ab November 1932 bis zur Machtübernahme der Faschisten im März 1933, Mitglied des Reichstages. Seit 1932 war er Reichsleiter des „Einheitsverbands der Seeleute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer“ in Hamburg, ebenso seit 1932 Leiter der Org.-Abteilung des Zentralkomitees der KPD und Mitglied des Sekretariats des Exekutivkomitees der International Union of Seamen and Harbour Workers (ISH), ab 1933 Sekretär der ISH in Kopenhagen.

Ab 1936 beteiligte er sich am Aufbau eines Apparates (Wollweber-Organisation) zur weltweiten Sabotage der Marine der faschistischen Staaten. Die Sabotageaktionen fanden vor allem in Skandinavien statt. Im Spanischen Bürgerkrieg(Nationalrevolutionärer Krieg) organisierte Wollweber 1937 Waffenlieferungen für die republikanische Regierung, wurde jedoch im Mai 1940 in Schweden verhaftet. Um seiner Auslieferung an das Deutsche Reich zu entgehen, wurde er zu drei weiteren Jahren Haft verurteilt. Nach Erhalt der sowjetischen Staatsbürgerschaft 1944 beantragte er seine Ausreise. Er hielt sich zur Kur in Kislowodsk und danach in Moskau auf.

 

Karriere in der DDR

Wollweber kehrte im März 1946 nach Deutschland in die Sowjetische Besatzungszone zurück und wurde im Mai desselben Jahres Mitglied der neu gegründeten SED. 1947 stieg Wollweber zum Leiter der Generaldirektion Schifffahrt auf, dessen Stellvertreter er zuvor war. Am 17. November 1950 wurde er von Minister Hans Reingruber als neuernannter Staatssekretär des Ministeriums für Verkehr in sein Amt eingeführt. Gerüchten zufolge soll er zwischen 1950 und 1953 als Staatssekretär im Verkehrsministerium im Auftrag der Sowjetunion die Wollweber-Organisation neu aufgebaut haben.

Im Juli 1953 übernahm Wollweber im Range eines Staatssekretärs die Leitung des MfS und richtete sein Hauptaugenmerk auf westliche Geheimdienste, vor allem die Organisation Gehlen und späterer Bundesnachrichtendienst (BND). Sein Vorgänger, Wilhelm Zaisser musste seinen Hut nehmen, weil er Ulbricht stürzen wollte und er als Chef dafür verantwortlich war, dass das MfS die Ereignisse des 17. Juni 1953 nicht vereitelt, ja nicht mal vorhergesehen hatte. Daraufhin wurde das MfS für zwei Jahre zum Staatssekretariat heruntergestuft.

1954 erhielt Wollweber den im selben Jahr gestifteten Vaterländischen Verdienstorden der DDR. Von 1954 bis 1958 war er außerdem Mitglied der Volkskammer und des Zentralkomitees der SED.

Im Januar 1958 wurde gegen ihn ein Verfahren wegen „Verstößen gegen das Parteistatut“ eingeleitet, weiterhin wurde er zusammen mit Karl Schirdewan wegen Fraktionstätigkeit aus dem ZK der SED ausgeschlossen. Er erhielt eine strenge Parteirüge und musste sein Mandat für die Volkskammer niederlegen. Seitdem lebte er zurückgezogen als Rentner und Memoirenschreiber am Obersee in Alt-Hohenschönhausen/Berlin/DDR.

Wollweber erklärte am 31. Oktober 1957 „krankheitsbedingt auf eigenen Wunsch“ seinen Rücktritt. Nachfolger wurde sein Stellvertreter Erich Mielke.

Sein Tod am 3. Mai 1967 fand in der DDR nur wenig öffentliche Beachtung, doch wurde seine Urne in der Grabanlage „Pergolenweg“ der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg beigesetzt.

 

Zahlen und Fakten Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

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Erich Weinert

Erich Gustav Weinert, geboren am 04. August 1890 in Magdeburg, gestorben am 20. April 1953 in Berlin war ein deutscher Schriftsteller und ab 1943 Präsident des Nationalkomitees Freies Deutschland.

Erich Weinert auf einer DDR-BReifmarke von 1990

Erich Weinert auf DDR-Briefmarke von 1990

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildquelle:„Stamps of Germany (DDR) 1990, MiNr 3301“ von Hochgeladen von –Nightflyer (talk) 19:53, 18 June 2009 (UTC) – Eigener Scan und Bearbeitung. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

 

Weinert wurde schon früh durch seinen sozialdemokratisch eingestellten Vater politisch geprägt. Nach dem Besuch der Knabenbürgerschule in Magdeburg lernte Weinert Lokomobilbauer in der Buckauer Maschinenfabrik Rudolf Wolf. Das Abitur hatte ihm sein Vater verweigert, weil er Standesdünkel befürchtete. Weinert erhielt 1904 die Jugendweihe. Im Zeitraum von 1908 bis 1910 besuchte er die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg. 1912 schloss er sein Studium an der Königlichen Kunstschule Berlin mit einem Staatsexamen als akademischer Zeichenlehrer ab. Weinert wurde, nach einer kurzen freiberuflichen Tätigkeit, zum Militär eingezogen, wo er als Offizier am Ersten Weltkrieg teilnahm.

Mit anderen jungen Künstlern gründete Weinert die Künstlergemeinschaft „Die Kugel“. In den Jahren 1919 und 1920 war er als Lehrer an der von ihm schon als Schüler besuchten Magdeburger Kunstgewerbeschule tätig. Anfang 1920 veröffentlichte er in der Zeitschrift der Gemeinschaft erste Gedichte. In Leipzig wirkte er als Schauspieler und Vortragskünstler. Ab Mai 1921 hatte er im Leipziger Kabarett Retorte mit seinen Kabarett-Texten großen Erfolg. Die Texte wurden unter dem Titel „Der verbogene Zeitspiegel“ und „Der Gottesgnadenhecht und andere Abfälle“ publiziert. Ab 1923 trat Weinert in Berlin im Künstlercafé „Küka“ auf. Weinert veröffentlichte seine Texte in vielen kommunistischen und linksbürgerlichen Zeitschriften, erhielt jedoch in Preußen Redeverbot.

Weinert gehörte zu den Mitbegründern des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. 1929 trat er der KPD bei. Er war Mitarbeiter der „Roten Fahne“.

1930 begann seine Zusammenarbeit mit Hanns Eisler und Ernst Busch.(zu diesen Personen in einer späteren Ausgabe DIE TROMMLER mehr)

Von 1933 bis 1935 ging Weinert mit Frau und Tochter mit Umweg über die Schweiz in das Exil in das Saargebiet, wo er 1934 steckbrieflich gesucht wurde. Nach dem Saar-Plebiszit(Volksentscheid/Saarabstimmung) 1935 kehrte er nach Paris zurück, um gleich wieder in die Sowjetunion auszureisen, wo er u. a. für Radio Moskau arbeitete.

Weinert wurde von 1937 bis 1939 Mitglied der Internationalen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg(national-revolutionärer Krieg), wo er als Frontberichterstatter tätig war. Anschließend war er von Februar bis Herbst 1939 im Lager Saint-Cyprien (Pyrénées-Orientales) interniert, wo er schwer lungenkrank wurde.

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion war Weinert auf sowjetischer Seite als Propagandist tätig. Mit seinen Gedichten bedruckte Flugblätter wurden in hoher Auflage hinter den deutschen Linien abgeworfen. 1943 wurde er zum Präsidenten des Nationalkomitees Freies Deutschland gewählt.

1946 kehrte Weinert nach Deutschland zurück und wurde, bereits schwer erkrankt, als Vizepräsident der Zentralverwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) tätig. Wie viele Künstler und Wissenschaftler wohnte er in der Straße 201.Er veröffentlichte, kurz vor seinem Tode, noch ein Erinnerungsbuch des mit ihm im sowjetischen Exil befreundeten Malers Heinrich Vogeler.

Erich Weinert-Denkmal in Farnkfurt(Oder)

Erich Weinert-Denkmal in Frankfurt/Oder

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„2006-03 Frankfurt (Oder) 40“ von Sicherlich. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt.

 

Weinert war ein bedeutender Satiriker und Lyriker während der Weimarer Republik und ein wichtiger Vertreter der proletarisch-revolutionären Literaturbewegung dieser Jahre. Der Text der Hymne der internationalen Brigaden, die im spanischen Bürgerkrieg kämpften, stammt von ihm.

Grabplatte für Erich Weinert

Die Grabplatte für Erich Weinert in der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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„FFelde34“ von 44Pinguine in der Wikipedia auf Deutsch – Selbst fotografiert. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 de über Wikimedia Commons – Bild ist entsprechend verlinkt.

 

siehe Wikipedia

 

Richard Staimer

Richard Staimer (* 25. Januar 1907 in München; † 24. Oktober 1982 in Berlin/DDR) war ein deutscher Kommunist, Spanienkämpfer und Generalmajor der NVA. Er war von 1955 bis 1963 Vorsitzender des Zentralvorstandes der Gesellschaft für Sport und Technik (GST).

Nach dem Besuch der Volksschule erlernte der Sohn des ehemaligen Münchner Polizeipräsidenten und Gewerkschaftssekretärs Josef Staimer von 1922 bis 1925 das Handwerk des Fliesenlegers. Diesen Beruf übte er bis 1931 aus, wobei er zwischen 1927 und 1929 auf Wanderschaft war und 1929/1930 in der Schweiz und Österreich arbeitete. Durch die Mitgliedschaft in einer Freien proletarischen Kindergruppe ab 1920 geprägt, trat Staimer mit Lehrbeginn in den KJVD ein. 1923 gehörte er dem M-Apparat sowie der Bezirksleitung Nord-Bayern des KJVD an. 1925 wurde er Mitglied der KPD. Gleichzeitig trat er weiteren kommunistischen Organisationen bei, wie etwa der Roten Hilfe, der RGO und dem RFB. 1930 wurde Staimer wegen politischer Tätigkeit aus Österreich ausgewiesen. Er fand in Nürnberg Arbeit als Bauarbeiter und wurde Leiter der Zersetzungsarbeit in der Polizei und der Reichswehr im M-Apparat für Nürnberg und Vorsitzender des Deutschen Bauarbeiterverbandes. 1931 wurde er als Kursant von der Kommunistischen Internationale an eine militärpolitische Schule nach Moskau delegiert. Von November 1931 bis Oktober 1932 war er Gauleiter des mittlerweile verbotenen RFB Nordbayern, zugleich Referent und Instrukteur der KPD-Bezirksleitung. Danach war er bis Februar 1933 illegal in Berlin tätig. Als Staimer im Juni 1933 eine Anklage wegen Hochverrats drohte, emigrierte er in die Sowjetunion.

Nach Ankunft in Moskau wurde er Schüler der Kommunistischen Universität der nationalen Minderheiten des Westens „Julian Marchlewski“. Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs(nationalrevolutionärer Krieg in Spanien) und der Aufstellung der Interbrigaden ging Staimer nach Spanien. Er war zeitweise Kommandeur des Thälmann-Bataillons sowie später Kommandeur der XI. Internationalen Brigade unter dem Decknamen „General Hoffmann“. Im Zusammenhang mit Hans Beimlers Tod taucht Staimer immer wieder in der Funktion eines GRU-Agenten als Todesschütze auf. Dies ist die antikommunistische Theorie und Spekulation, die auch von bürgerlichen Historikern nach 1989 widerlegt worden ist(siehe Beitrag über Hans Beimler). Im Range eines Majors kehrte er im Januar 1938 nach Moskau zurück. Ab Februar 1939 wurde Staimer in Westeuropa eingesetzt. Zunächst hielt er sich im März/April 1939 in Paris auf und ging dann für die KPD illegal in die Schweiz. Am 7. Dezember 1939 wurde Staimer verhaftet und saß bis zum 21. Dezember in U-Haft. Gegen eine Kaution wurde er freigelassen. Bis zum Sommer 1941 war sein Aufenthalt von mehreren Verhaftungen und Krankenhausaufenthalten geprägt. Von Februar bis Mai 1941 saß er dabei im Arbeitslager Baumgarten ein. Zudem stand er seit Anfang 1941 auf der Sonderfahndungsliste „UdSSR“ der Gestapo. Staimer gelang es jedoch durch Erlangung der sowjetischen Staatsbürgerschaft nach Italien auszureisen, von wo er am 4. Juli 1941 mit dem Personal der sowjetischen Botschaft in Rom in die Sowjetunion zurückkehrte. Ab August 1941 erhielt Staimer eine militärische Spezialausbildung in der Nähe von Moskau, um danach an die KI-Schule in Kuschnarenkowo gesandt zu werden. Dort wurde er Ende 1941 wegen „Verletzung der konspirativen Regeln und persönlicher Schwächen“ abberufen. Die anschließende Parteiuntersuchung überstand er ohne Maßregelung. Zur Bewährung musste Staimer eine Tätigkeit in einem Baubetrieb in Ufa übernehmen, bis er auf Beschluss der KPD-Führung im Mai 1943 erneut in die Parteiarbeit einbezogen wurde. Kurzzeitig war er daraufhin Instrukteur im Kriegsgefangenenlager für Offiziere Nr. 97 in Jelabuga. Er wurde jedoch noch 1943 durch das NKWD abberufen und nach Ufa rückversetzt. Nach einem vorbereitenden politischen Lehrgang in der Nähe von Moskau kehrte Staimer im Juli 1945 nach Deutschland zurück.

 

Karriere in der DDR

Staimer wurde zunächst Leiter der Polizeiinspektion Berlin-Prenzlauer Berg. Seit 1946 SED-Mitglied, wurde er im April 1946 Chef der Landespolizeibehörde Brandenburg in Potsdam, ab dem 1. November 1950 im Range eines Chefinspekteurs. Am 7. November 1947 heiratete er Eleonore Pieck, die Tochter von Wilhelm Pieck. Vermutlich lernten sich beide bei Aufenthalten in Ufa oder Kuschnarenkowo kennen, die Überschneidung in den Biographien beider lassen diese Vermutung zu. Die Ehe bestand bis 1954. 1950 und 1951 wurde Staimer zu einem militärischen Sonderlehrgang nach Priwolsk (UdSSR) delegiert. Danach war bis 1952 Kommandeur der VP-Bereitschaft Leipzig im Range eines General-Inspekteurs. Staimer nahm vorerst seinen Abschied aus den bewaffneten Organen und bekleidete von 1952 bis 1954 das Amt des stellvertretenden Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn, verantwortlich dabei für die Kaderarbeit(heute würde man sagen Personalchef). Zusätzlich wurde er ab Mai 1954 zum stellvertretenden Minister für Verkehrswesen ernannt. Von 1955 bis zum Februar 1963 war Staimer Vorsitzender des Zentralvorstands der GST. Zugleich wurde er 1955 Mitglied des Zentralrats der FDJ und war bis 1965 Mitglied des Nationalrats der Nationalen Front. Am 15. Februar 1960 wurde Staimer zum Generalmajor der Reserve ernannt. Seine Reaktivierung erfolgte am 1. April 1963. Er wurde zum Leiter der Abteilung für militärische Ausbildung beim Staatssekretariat beziehungsweise Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen ernannt. 1967 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden (VVO) in Gold.
Zum 1. Oktober 1969 wurde Staimer in die Reserve versetzt und ging in Rente. 1977 erhielt er den Karl-Marx-Orden und 1982 die Ehrenspange zum VVO in Gold.

Sein Grab findet sich in der Grabanlage „Pergolenweg“ der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Ludwig Renn

Ludwig Renn, geboren am 22. April in Dresden, gestorben am 21. Juli 1979 in Berlin,eigentlich Arnold Friedrich Vieth von Golßenau) war ein deutscher Schriftsteller.

Ludwig Renn (DDR-Briefmarke 1989)

Ludwig Renn auf DDR-Briefmarke 1989

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„Stamps of Germany (DDR) 1989, MiNr 3230“ von Hochgeladen von –Nightflyer (talk) 18:53, 21 November 2009 (UTC). Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

Ludwig Renn (bis 1930 Arnold Vieth von Golßenau) entstammt sächsischem Adel mit Stammsitz in Golßen (Niederlausitz). Seine Mutter, Bertha Julie geb. Raspe (1867–1949), war bürgerlicher Herkunft. Über seinen Vater, Carl Johann Vieth von Golßenau (1856–1938), der Mathematikprofessor und Erzieher am Dresdner Königshof war, kam es zu einer freundschaftlichen Bindung mit dem sächsischen Kronprinzen, Friedrich August Georg von Sachsen. 1910 begann Ludwig Renns Offizierslaufbahn im 1. Königlich-Sächsischen Leib-Grenadier-Regiment Nr. 100, wo auch sein Freund Friedrich August Georg von Sachsen diente. Von 1914 bis 1918 kämpfte er im Ersten Weltkrieg als Kompanieführer, zeitweise auch als Bataillonsführer an der Westfront. Nach dem Krieg war er Hauptmann der Dresdner Sicherheitspolizei. 1920 weigerte er sich im Verlauf des Kapp-Putsches(damit wird sich DIE TROMMLER in einer späteren Ausgabe befassen), auf revolutionäre Arbeiter zu schießen und quittierte kurz danach den Dienst.
Von 1920 bis 1923 studierte er in Göttingen und München Jura, Nationalökonomie, Kunstgeschichte und russische Philologie. 1923 war er während der Inflationszeit(Damit wird sich DIE TROMMLER in einer späteren Ausgabe befassen.) als Kunsthändler in Dresden tätig. 1925/26 unternahm er eine Fußreise durch Südeuropa und den Orient. 1927 beendete er in Wien sein Studium der Archäologie und der ostasiatischen Geschichte. Im selben Jahr kehrte er nach Deutschland zurück und hielt vor Arbeitern Vorträge über die Geschichte Chinas. 1928 wurde er mit seinem ersten Buch Krieg, einem vielgelesenen, nüchtern-sachlichen Antikriegsroman, berühmt.

Von den Faschisten angegriffen, legte er seinen Adelstitel ab, nannte sich nach dem Helden seines Erfolgsromans Ludwig Renn und schloss sich den Kommunisten an. Nach dem Eintritt in die KPD und den Roten Frontkämpferbund engagierte er sich auch als Sekretär des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller und Herausgeber der kommunistischen Literaturzeitschriften „Linkskurve“ und „Aufbruch“. Renn war auch Mitglied des „Aufbruchkreises“, der von zehn Offizieren im März 1931 anlässlich des Übertritts Leutnant Richard Scheringers von der NSDAP zur KPD gegründet worden war. Seine Bücher „Nachkrieg“ (1930) und „Russlandfahrten“ (1932) machten ihn zum wichtigsten deutsch-kommunistischen Schriftsteller der Zwischenkriegszeit. 1933, im März nach dem Reichstagsbrand, wurde er von Rudolf Diels(erster Chef der Gestapo) aufgrund der „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ zusammen mit Carl von Ossietzky(mit dieser Person befasst sich eine der nächsten Ausgaben von DIE TROMMLER) und Ernst Torgler(mit dieser Person befasst sich eine der nächsten Ausgaben DIE TROMMLER) verhaftet und der ausländischen Presse vorgeführt. Im Januar 1934 wurde Renn zu 30 Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus Bautzen im August 1935 ging er nach Spanien, wo er ab Juli 1936 bei der die republikanischen Truppen unterstützenden Thälmann-Kolonne und ab November 1936 im Generalstab der sich formierenden XI. Internationalen Brigade tätig war.

Joris Ivens und Ernest Hemmigway mit Ludwig Renn während es natioanl-revolutionären Krieges in Spanien

Joris Ivens und Ernest Hemingway mit Ludwig Renn 1936 während des nationalrevolutionären Krieges in Spanien

Bildquelle:
„Bundesarchiv Bild 183-84600-0001, Ivens und Hemingway bei Ludwig Renn, Chef der XI. Internationalen Brigaden“ von Bundesarchiv, Bild 183-84600-0001 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons – Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

Karriere in der SBZ(sowjetische Besatzungszone) und in der DDR

Nach der Niederlage der Republikaner in Spanien gelangte Renn über England und Amerika nach Mexiko ins Exil, wo er als Vorsitzender der Bewegung „Freies Deutschland“ tätig war und die Weltsprache Esperanto förderte. Nach Deutschland kehrte Renn 1947 zurück, ließ sich in der DDR nieder und wurde Mitglied der SED. Er war an der Technischen Hochschule Dresden und an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig und war Mitglied des 1. Volksrates der SBZ.

Ab 1952 schrieb er als freier Schriftsteller militärhistorische und politische Abhandlungen, Reise- und Lebensberichte sowie Kinderbücher.

Berlin, Jugendstunde, Ludwig Renn

Zentralbild Quasch. Qua-Pu-Qu 4.4.1959 Ludwig Renn sprach mit Teilnehmern an der Jugendweihe Der bekannte Schriftsteller Ludwig Renn empfing am 4. April 1959 in der Akademie der Künste zu Berlin 33 Jungen und Mädchen aus dem Kreis Oschatz. Diese Jugendlichen kamen in Vorbereitung der Jugendweihe nach Berlin. Im Klubsaal der Akademie gab Ludwig Renn den interessiert lauschenden Jugendlichen bereitwillig Auskunft auf all ihre Fragen. Im Mittelpunkt des lebhaften Gesprächs stand Renn´s Jugendbuch „Trini“. UBz: Jedem der Teilnehmer an der Jugendstund überreicht Ludwig Renn ein Exemplar seines „Trini“ mit einer Widmung.

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„Bundesarchiv Bild 183-63209-0002, Berlin, Jugendstunde, Ludwig Renn“ von Bundesarchiv, Bild 183-63209-0002 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

 

Renn wurde vielfach staatlich und literarisch ausgezeichnet. Neben Kinderbuchpreisen des Ministeriums für Kultur der DDR erhielt er zweimal den Nationalpreis der DDR und 1969 den Karl-Marx-Orden. 1969–1975 war er Ehrenpräsident der Akademie der Künste. In Berlin-Marzahn ist die Ludwig-Renn-Straße sowie in seiner Geburtsstadt Dresden die Ludwig-Renn-Allee nach ihm benannt. Auch in Zwickau (Sachs) gibt es im Ortsteil Weißenborn eine Ludwig-Renn-Straße. An der Volkshochschule Zwickau hielt er ab Oktober 1927 – erstmals unter seinem Pseudonym Ludwig Renn – Vorträge für Arbeiter über die Geschichte Chinas und Russlands. Eine heute geschlossene Kinderbibliothek in der Berliner Leipziger Straße trug ebenfalls seinen Namen. Noch heute ist eine Grundschule in Potsdam nach Renn benannt. Am 1. Mai 1979 bekam er den Orden Großer Stern der Völkerfreundschaft verliehen.

Der homosexuelle Renn lebte seit der Rückkehr aus dem mexikanischen Exil mit dem aus Dresden stammenden Max Hunger (1901–1973) zusammen. Zu beiden stieß 1949 noch Hans Pierschel (1922–1994). Von 1952 bis zu seinem Tod wohnte Renn mit seinen Freunden in Berlin-Kaulsdorf. Er und seine Lebensgefährten wurden in einem gemeinsamen Grab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin beigesetzt, das unter Denkmalschutz steht.

Grab von Ludwig REnn auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin

Grab von Ludwig Renn auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin

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„Tombstone Ludwig Renn“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Heinz Hoffmann

Heinz Hoffmann wurde am 28.11.1910 geboren und ist am 02.12.1985 gestorben.

Heinz Hoffmann entstammte einer Arbeiterfamilie aus Mannheim. Nach dem Besuch der Schule in Mannheim erlernte er den Beruf eines Motorenschlossers.

Von 1926 bis 1930 war er Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands, danach der KPD.

Als 1933 die Faschisten an die Macht kamen, tauchte er unter. 1935 emigrierte er zunächst in die Schweiz, dann in die Sowjetunion.

1936–1937 wurde er an der Offiziersschule in Rjasan zum Offizier ausgebildet und zum Leutnant ernannt.

Heinz Hoffmann gehörte zu den deutschen Antifaschisten, die dem spanischen Volk im Krieg gegen Faschismus und ausländische Interventen (in heutigen Geschichtsbüchern als Spanischer Bürgerkrieg bezeichnet) zu Hilfe eilten und sich in den Internationalen Brigaden(kurz Interbrigaden, waren aus Freiwilligen von 53 Nationen bestehende Truppenteile der spanischen Volksarmee, die während des national-revolutionären Krieges an der Seite des spanische Volkes kämpften.) im Kampf einreihten. Er war Offizier und Kriegskommissar der XI. Interbrigade.

Nach einer Verwundung kam Hoffmann zunächst in ein Madrider Lazarett, bevor er einige Monate in den Jahren 1938 und 1939 im Internierungslager Eaubonne in Frankreich verbrachte.

Ab April 1939 bis November 1940 befand er sich in einem Erholungsheim in der Sowjetunion. Hoffmann besuchte ab März 1941 einen Sonderlehrgang der Komintern in Puschkino bei Moskau. Bis heute ist umstritten, welchem Zweck dieser Lehrgang diente. Vermutet wird ein beabsichtigter Einsatz der Absolventen in den damals bereits von Deutschland besetzten Gebieten Europas. Gleichzeitig war er bis 1944 Mitarbeiter des NKWD(damaliges Innenministerium der Sowjetunion). 1942-1944 war Heinz Hoffmann Lehrer einer Antifa-Schule( antifaschistische Schulen für deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion). Er trat dort auch dem Nationalkomitee Freies Deutschland(kurz NKFD) bei. 1945 leitete Hoffmann die Parteischule Nr. 12 bei Moskau.

Januar 1946 kehrte Heinz Hoffmann nach Berlin zurück und war zunächst persönlicher Mitarbeiter von Wilhelm Pieck und später Walter Ulbricht. Von 1947- 1949 war er Sekretär der Landesleitung Groß-Berlin der SED.

1949 bis 1955 übte Heinz Hoffmann leitende Funktionen in der Deutschen Volkspolizei und der Kasernierten Volkspolizei aus.

Seit 1950 war er Abgeordneter der Volkskammer der DDR, seit 1952 Mitglied des ZK der SED und seit 1973 Mitglied des Politbüros des ZKs der SED.

Ein Studium an der sowjetischen Generalstabsakademie schloss er als Diplommilitärwissenschaftler ab.

Seit Gründung der NVA war er Erster Stellvertreter, seit 1960 Minister für Nationale Verteidigung der DDR. Zusätzlich war er 1958-1960 Chef des Hauptstabes, wurde 1959 zum Generaloberst und 1961 zum Armeegeneral befördert. Als er das Ministeramt übernahm, wurde Heinz Hoffmann auch Mitglied im nationalen Verteidigungsrat.

Heinz Hoffmann wird der „Schießbefehl“ an der Grenze zugeschrieben. Dazu wird ein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen, das man auch als Filmausschnitt auf „You Tube“ sehen kann.

Es geht um diesen Satz: „Wer unsere Grenze nicht respektiert, der bekommt die Kugel zu spüren.“ – Heinz Hoffmann

Es geht dabei um die Unantastbarkeit der Grenzen der DDR und dass die Grenze gegen Eindringlinge jeglicher Art zu schützen war. Dabei geht es nicht nur um Leute, die versuchten die DDR illegal zu verlassen. Es geht um Bedrohungen und Provokationen von außen. Einen „Schießbefehl“ gab es nicht. Es gab eine Schusswaffengebrauchsordnung. Die Dokumente kann man sich auf der Website der „Stasiunterlagenbehörde“ runterladen.

Es gibt viel Spekulation über das Privatleben von Heinz Hoffmann. So über Feiern mit Frauen und übermäßigem Alkoholgenuss. Diese Spekulationen stammen aus einem Aufsatz eines ehemaligen Mitarbeiters der „Stasiunterlagenbehörde“. Dies wird   in den bürgerlichen Medien(„Mainstream-Medien“) und etlichen Internetseiten ausgeschlachtet. Mehr dazu in einem Beitrag des NVA-Forums.

Es ist auch von Differenzen zwischen Willi Stoph und Erich Mielke( Minister für Staatssicherheit) die Rede, so dass es Dokumente des MfS über Heinz Hoffmann gibt.

Auch über die Ursache seines Todes am 02. Dezember 1985 wird spekuliert. Da es in der DDR keine Boulevardpresse und „gelbe Presse“ gab, gab es in der DDR-Bevölkerung manchmal Gerüchte über das Leben von Prominenten. Aber da muss nichts Wahres dran sein. So kursierte damals das Gerücht und es wird bis heute noch spekuliert, ob Heinz Hoffmann an einer Alkoholvergiftung starb. Er feierte einige Tage zuvor seinen 75. Geburtstag. Offizielle Todesursache ist, dass Heinz Hoffmann an einem Aortenaneurysma verblutete.

Ehrungen:

  • 1954 Vaterländischer Verdienstorden
  • 1965 Rotbannerorden (UdSSR)
  • 1965 Banner der Arbeit
  • 1969 Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold
  • 1970 Karl-Marx-Orden
  • 1974 Lenin-Orden
  • 1975 Dr. h.c. der SED-Parteihochschule
  • 1975 Held der DDR
  • 1980 Held der DDR
  • 1980 Karl-Marx-Orden
  • 1980 Leninorden
  • 1985 Beisetzung in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde
  • 1986 Heinz-Hoffmann-Straße im Bezirk Hellersdorf, heute Neue Grottkauer Straße
  • 1989 U-Bahnhof Heinz-Hoffmann-Straße, heute Neue Grottkauer Straße