Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow

Wjatscheslaw Michailowitsch Skrjabin wurde in der Kleinstadt Kukarka bei Wjatka (heute Kirow) im östlichen europäischen Mittelrussland 1890 als Sohn eines Verwalters geboren. 

Molotow(1945)
Bildquelle:Von Autor unbekannt – [1] Dutch National Archives, The Hague, Fotocollectie Algemeen Nederlands Persbureau (ANEFO), 1945-1989 bekijk toegang 2.24.01.04 Bestanddeelnummer 900-8982, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37191257

Er war bereits seit 1906 – also im Alter von 16 Jahren – Mitglied der Bolschewiki.

Er nahm – wie viele Kommunisten – für seine illegale Arbeit im kaiserlichen Russland einen Tarnnamen an; in seinem Fall lautete er Molotow, abgeleitet von molot (dt. Hammer).

1909 wurde er erstmals verhaftet und musste zwei Jahre in einem sibirischen Lager verbringen. Ab 1911 studierte er am Polytechnischen Institut in Sankt Petersburg. Er schrieb für die illegale Prawda, die kommunistische Parteizeitung der Bolschewiki; Josef Stalin war zu dieser Zeit ein leitender Redakteur dieser Zeitung. 1913 wurde Molotow erneut verhaftet und nach Irkutsk in Sibirien deportiert. 1915 gelang ihm die Flucht, woraufhin er in die Hauptstadt Petrograd zurückkehrte. Hier wurde er Mitglied im Parteikomitee der Stadt.

Als mit der Februarrevolution von 1917 die Zarenherrschaft in Russland beendet wurde, waren nur wenige Bolschewiki frei und in Petrograd aktiv tätig. Molotow leitete in diesen Tagen die Prawda. Die Bolschewiki hatten in Russland nur etwa 20.000 Mitglieder, die unter der Anleitung eines kleinen Büros des Zentralkomitees in Petrograd arbeiteten und von den Arbeitern Schjapnikow und Saluzki sowie dem Studenten Molotow geführt wurden.  Molotow forderte in einem Manifest die Schaffung einer provisorischen revolutionären Regierung.

Im März 1917 übernahmen die Haftentlassenen Lew KamenewJosef Stalin und Matwei Muranow sowie Jakow Swerdlow die Parteiführung.  Molotow war wieder Redakteur der nun von Kamenew und Stalin geleiteten Parteizeitung Prawda und wurde nach und nach zum engsten Mitarbeiter Stalins.

Stalin und Kamenew revidierten die von Molotow in der Prawda vertretene Linie einer sofortigen Machtübernahme durch die Sowjets und die Bolschewiki. Erst mit der Rückkehr von Wladimir Iljitsch Lenin setzte dieser die Linie der sofortigen Machtergreifung durch eine Revolution im neu eingerichteten Politbüro durch.

Molotow wurde nun Mitglied des Petrograder Sowjets. Unter der Führung von Lenin und Trotzki wirkte er – der noch kein Mitglied des Politbüros war – bei der Vorbereitung der Oktoberrevolution aktiv mit.

Von 1920 bis 1921 war er als Nachfolger von Stanislaw Kossior Erster Sekretär (Vorsitzender) der Kommunistischen Partei der Ukraine.

Auf dem X. Parteitag der KP Russlands (Bolschewiki) von 1921 verloren die Trotzki-Anhänger (u. a. Krestinski) ihre Ämter als Parteisekretäre, und die Stalin-Anhänger Molotow, Jaroslawski sowie Michailow wurden vom 16. März 1921 bis zum 27. März 1922 Sekretäre des Sekretariats des Zentralkomitees (ZK) der Partei. Molotow wurde in dieser Zeit als „verantwortlicher Sekretär“ bezeichnet. Das Sekretariat des ZKs und das Organisationsbüro der Partei wurde seit 1921 vom Politbüromitglied Stalin als „Erster Sekretär“ und seit April 1922 als Generalsekretär geführt. Von 1921 bis zum 21. Dezember 1930 blieb Molotow Sekretär des ZK.

Am 1. Januar 1926 stieg er schließlich mit Stalins Hilfe in das höchste politische Gremium der Sowjetunion auf – er wurde Vollmitglied im Politbüro und blieb dies bis zum 29. Juni 1957.

Nach dem Münchner Abkommen zwischen Großbritannien, Frankreich, Italien und dem Deutschen Reich über die Teilung der Tschechoslowakei suchte 1939 die sich bedroht fühlende UdSSR einen Partner. Um Deutschland einen Wechsel in der Außenpolitik der Sowjetunion zu signalisieren, übernahm Regierungschef Molotow zusätzlich das Amt des Außenministers (Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten) und löste Maxim Litwinow ab, der jüdischer Abstammung war. Molotow blieb bis 1949 Außenminister und bekleidete nach Andrei Wyschinski dieses Amt erneut von 1953 bis 1956. Die Verhandlungen mit Frankreich und Großbritannien führten zu keinem Abschluss. So konnte – für die Weltöffentlichkeit überraschend – in Anwesenheit von Stalin am 24. August 1939 in Moskau der von Molotow und dem deutschen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop ausgehandelte deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt (Hitler-Stalin-Pakt) unterzeichnet werden. Acht Tage später löste Deutschland mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg aus.

Molotow mit Ribbentrop anlässlich der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts im August 1939 in Moskau
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Am 27./28. September 1939 handelten Molotow und von Ribbentrop in Moskau ergänzend zum Nichtangriffspakt einen „Grenz- und Freundschaftsvertrag“ zwischen der Sowjetunion und Deutschland aus. 

Am 28. September 1939 unterzeichnet Molotow im Kreml den Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag. Im Hintergrund: Ribbentrop und Stalin
Bildquelle: Von National Archives & Records Administration, nara.gov, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=116442

Am 12. und 13. November 1940 war Molotow in Berlin und traf von Ribbentrop und Hitler. Die deutsche Seite schlug einen Beitritt der Sowjetunion zum Dreimächtepakt vor, Molotow hingegen verlangte Angliederung Bulgariens ins sowjetische Interessengebiet. Die Verhandlungen blieben ergebnislos. Darüber hinaus unterzeichnete Molotow 1941 den Neutralitätspakt mit Japan und nahm an den wichtigen Konferenzen von Teheran (1943), Jalta (1945) und Potsdam (1945) teil.

Molotow wird von Reichsaußenminister von Ribbentrop(rechts) verabschiedet, Berlin, 14. November 1940
Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1984-1206-523 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5344633

Ab 1941 übernahm Stalin von Molotow den Vorsitz im Rat der Volkskommissare, den dieser seit 1930 innegehabt hatte. Einige Stunden nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion vom 22. Juni 1941 bezeichnete Molotow diesen in einer Rundfunkansprache als unprovozierten Aggressionsakt und erklärte, dass die Sowjetunion bis zum Sieg kämpfen werde. Stalin war – in Erkenntnis seiner falschen politischen Einschätzungen – zu dieser Zeit nicht bereit, selbst eine Erklärung gegenüber dem Sowjetvolk abzugeben.

Vom 19. Oktober bis zum 1. November 1943 war Molotow Gastgeber der Moskauer Konferenz, an der die Außenminister Cordell Hull für die USA sowie Anthony Eden für Großbritannien teilnahmen. Die Außenminister koordinierten die weitere Zusammenarbeit, vereinbarten den Eintritt der UdSSR in den Krieg gegen Japan und legten die Grundlagen ihrer europäischen und weltpolitischen Kooperation nach Kriegsende fest.

Im Oktober 1944 trafen sich Stalin und Churchill sowie die Außenminister Molotow und Eden zu einer weiteren Moskauer Konferenz, um über die Zukunft der Länder Ost- und Südosteuropas zu beraten.

Von 1945 bis 1947 nahm Molotow an allen acht Außenministerratskonferenzen der Siegerstaaten des Zweiten Weltkriegs teil.


Potsdamer Konferenz

Potsdamer Konferenz, am Konferenztisch sitzen u. a. Clement Attlee, Ernest Bevin, Molotow, Josef Stalin, William Daniel Leahy, James F. Byrnes und Harry S. Truman.

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-R67561 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5368480

Als die damalige israelische Botschafterin in Moskau und spätere Ministerpräsidentin Golda Meir die Moskauer Synagoge zum jüdischen Neujahrstag besuchte, soll auch Molotows jüdische Frau Polina Schemtschuschina anwesend gewesen sein. Am 7. November 1948, dem Jahrestag der Oktoberrevolution, traf Molotows Ehefrau Golda Meir und forderte die Botschafterin in Jiddisch auf, weiterhin die Synagoge zu besuchen. Für Stalin, der nach 1945 gegenüber Juden misstrauisch war, weil er den sowjetischen Juden Loyalität mit Israel unterstellte, war das Verhalten von Molotows Ehefrau ein schwerer Affront.[6] Stalin nahm das zum Anlass, das Jüdische Antifaschistische Komitee in der Sowjetunion am 20. November 1948 aufzulösen. Polina wurde verhaftet, aus der Partei ausgeschlossen und für fünf Jahre in das zentralasiatische Kustanai verbannt.  (Das Misstrauen gegenüber Juden war berechtigt, weil der israelische Geheimdienst MOSSAD überall auf der Welt agiert. So war zu Sowjetzeiten in der Tat die Gefahr gegeben, dass sich Juden für den MOSSAD anwerben lassen. P.R.)

Molotow nahm an der Abstimmung über die Verurteilung seiner Ehefrau nicht teil. Wenig später zeigt er sich aber reumütig und distanzierte sich von Polina: Er bedauerte, sie nicht davon abgehalten zu haben, „Fehler zu machen und Verbindungen zu antisowjetischen jüdischen Nationalisten wie Michoels zu knüpfen“.[7] Weil beide Eheleute Stalin außerordentlich bewunderten, soll ihm nicht einmal Polina ihre Verbannung übelgenommen haben – so jedenfalls Äußerungen von Stalins Tochter Swetlana. Polina starb 1970 in Moskau.

Der in Ungnade gefallene Molotow wurde am 5. März 1949 als Volkskommissar des Äußeren entlassen. Sein Nachfolger war von 1949 bis 1953 Andrei Wyschinski. Zeitgleich wurde auch der Volkskommissar für den Handel Anastas Mikojan aus anderen Gründen entlassen. Beide blieben aber Mitglieder des mächtigen Politbüros sowie Stellvertretende Vorsitzende des Rates der Volkskommissare.

Ab August 1952 wurde Molotow jedoch nicht mehr zu den Sitzungen des Politbüros eingeladen. Der engere Führungskreis umfasste neben Stalin nur noch Malenkow, Beria, Chruschtschow und Bulganin.

Nach Stalins Tod war Molotow wieder im engeren Führungszirkel von Partei und Staat mit folgenden Politikern: Chruschtschow als Erster Sekretär des ZK der KPdSU, Malenkow als Vorsitzender des Ministerrates, Beria als Innenminister, Molotow wieder als Außenminister und Erster Stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats, Woroschilow als Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets, Bulganin als Verteidigungsminister, Kaganowitsch als Erster Stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates und Mikojan erneut als Handelsminister. Molotow unterstützte Chruschtschow, als dieser im Juni 1953 Beria entmachtete. Dem nunmehr zehnköpfigen Parteipräsidium gehörten noch Saburow und Perwuchin als Minister an.

Von 1953 bis zum 21. November 1956 war Molotow Außenminister. In dieser Funktion unterzeichnete er am 15. Mai 1955 in Wien im Belvedere den Österreichischen Staatsvertrag. Sein Nachfolger nach dem XX. Parteitag der KPdSU wurde der von Chruschtschow geförderte ZK-Sekretär Dmitri Schepilow. Vom 21. November 1956 bis zum 4. Juli 1957 war er Minister für Staatskontrolle – ein Amt, das danach durch einen Ausschuss ersetzt wurde.

Nach dem XX. Parteitag der KPdSU von 1956 versuchte im Juni 1957 eine Mehrheit im elfköpfigen Politbüro, bestehend aus Malenkow, Molotow, Kaganowitsch, Saburow, Perwuchin, Bulganin und Woroschilow, erfolglos, Chruschtschow als Ersten Sekretär zu stürzen.

 

Sie wollten die Politik der drastischen „Entstalinisierung“ nicht mittragen. Das von Chruschtschow, der sich auf die Loyalität der Armeeführung verlassen konnte, eiligst einberufene Zentralkomitee wählte Malenkow, Molotow, Kaganowitsch und Saburow ab und degradierte Perwuchin. Molotow verlor seine Führungsämter. Von 1957 bis 1960 war er nur noch Botschafter in der Mongolischen Volksrepublik und vertrat von 1960 bis 1962 die UdSSR bei der Internationalen Atomenergieorganisation.[8] 1962 wurde Molotow dann sogar aus der KPdSU ausgeschlossen.[9]

Von 1946 bis 1959 war er Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR.[12]

1984 wurde er unter Generalsekretär Konstantin Tschernenko rehabilitiert und wieder in die KP aufgenommen.

Molotow wurde auf dem Moskauer Nowodewitschi-Friedhof in einer Grabstätte seiner Familie bestattet.


Nachsatz:

Im Winterkrieg benannten die Finnen eine improvisierte Brandwaffe nach Molotow – den Molotowcocktail.


Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Die Verschärfung der Kriegsgefahr in Europa. Die Anstrengungen der Sowjetunion um ein System der kollektiven Sicherheit

Hitlers demagogische Friedensbeteuerungen, so zum Beispiel, dass er nach der Lösung des „sudetendeutschen Problems“ keine territorialen Forderungen an Europa mehr habe, hatten das Ziel, seine wahren Kriegspläne zu verschleiern

Am 22. März 1939, nur wenige Tage nach der Zerschlagung der gesamten CSR, erpresste das Naziregime von der litauischen Regierung die Angliederung des Memelgebietes an Deutschland. Rumänien wurde gezwungen, den deutschen Konzernen die Kontrolle über die kriegswichtige Erdölproduktion zu sichern.

Am 28. April 1939 umriss Hitler in einer Reichstagsrede die nächsten Forderungen und Aggressionsziele des Hitlerregimes: Von Frankreich forderte es Elsass-Lothringen, von Großbritannien die Rückgabe der Kolonien und von Polen Danzig.

Seit Ende März 1939 begann sich der Hitlerfaschismus direkt auf den Krieg gegen Polen vorzubereiten.

Dessen ungeachtet unternahmen die bürgerlichen polnischen Politiker fast nichts, um ihr Land ernsthaft vor der faschistischen Aggression zu bewahren.

Hitler geheime Besprechung in Reichskanzlei 23.05.1939Hitler geheime Besprechung Reichskanzlei 22.05.1939 2Quellenangabe Hitler geheime Besprechung Reichskanzlei 1939

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Im Sommer 1939 traten diese Kriegsvorbereitungen in ihr entscheidendes Stadium. Am 22. Juni 1939 war vom faschistischen Oberkommando der Zeitplan für den Überfall fertiggestellt worden. Im Juli begann der Aufmarsch der deutschen Truppen an der polnischen Grenze. Damit erhob sich die drohende Gefahr eines Weltkrieges

Die erhöhte Gefahr eines Krieges in Europa bewog die Sowjetregierung, noch entschiedener als bisher für ein System der kollektiven Sicherheit zu kämpfen. Unabhängig von ihrer Gesellschaftsordnung sollten sich hierin alle europäischen Staaten dem Expansionsstreben Hitlerdeutschlands in einer geschlossenen Abwehrfront entgegenstellen. Dieses kollektive Sicherheitssystem entsprach damit der von der Sowjetunion stets verfochtenen Politik der friedlichen Koexistenz zwischen Staaten mit verschiedener Gesellschaftsordnung.

Die Zerschlagung der Tschechoslowakei und der bevorstehende Überfall auf Polen verletzen auch die Interessen der Westmächte, weil sich der deutsche Faschismus damit zu führenden imperialistischen Macht in Europa entwickelte. Aus diesem Grunde und unter dem Druck der demokratischen Öffentlichkeit sahen sich die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs gezwungen, im Frühjahr 1939 Verhandlungen mit der Sowjetunion über eine Zusammenarbeit aufzunehmen. Die Westmächte zogen die Verhandlungen in die Länge und machten unter immer neuen Vorwänden den Abschluss eines Beistandspaktes unmöglich.

Karikatur -Eile-

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Um der Hinhalte-Taktik der britischen und französischen Verhandlungspartner zu begegnen, schlug die Sowjetregierung im August 1939 konkrete militärische Abmachungen vor. Sie war bereit, dem faschistischen Aggressor 136 Divisionen entgegenzustellen, während Großbritannien erklärte, zunächst nur sechs Divisionen auf den europäischen Kontinent schicken zu können. Da die Westmächte an bindenden Abmachungen nach wie vor nicht interessiert waren und einen Krieg zwischen Deutschland und der Sowjetunion herbeisehnten, griffen sie zu neuen Ausflüchten. Sie beriefen sich auf die Weigerung der Regierung Polens, im Falle eines faschistischen Überfalls den Truppen der Sowjetunion das Durchmarschrecht durch Polen zu gewähren. In der gleichen Zeit schlug die britische Regierung im Sommer 1939 Hitlerdeutschland in Geheimverhandlungen eine Neuaufteilung der Welt vor. Dabei sollte auch das Gebiet der Sowjetunion zwischen den britischen und deutschen Imperialisten in Einflusssphären aufgeteilt werden.

Die außenpolitische Lage war für die Sowjetunion in dieser Zeit äußerst kompliziert.

Faschistische Aggression vor II. Weltkrieg

Die faschistischen Aggressionen vor dem II. Weltkrieg

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Nicht nur von Europa, auch vom Fernen Osten zog die Gefahr eines Krieges heraus. Seit 1937 führten die japanischen Imperialisten verstärkt den Krieg gegen China.

Ende 1937 japanische Truppen brechen in Nanking(China)ein

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

1938 führten sie einen Überfall auf sowjetisches Territorium in der Nähe von Wladiwostok durch. Am 11. Mai 1939 drangen japanische Truppen in das Gebiet der Mongolischen Volksrepublik am Chal-chingol-Fluss ein. Verbunden durch einen Vertrag über gegenseitige Hilfe, schlugen die Truppen der UdSSR und der Mongolischen Volksrepublik in umfassenden Operationen vom 20. Bis 31. August 1939 die japanischen Aggressoren zurück.

Unter diesen Bedingungen musste die Regierung der UdSSR unbedingt verhindern, dass der erste sozialistische Staat, auf sich allein gestellt, einem Zweifrontenkrieg ausgesetzt wurde, in dem die faschistischen Aggressoren mit der Unterstützung der anderen imperialistischen Mächte rechnen konnten. Die Lebensinteressen nicht nur des Sowjetvolkes, sondern aller Völker erforderten, die große Gefahr zu bannen. In dieser Lage fasste die Sowjetregierung im August 1939 den Entschluss, das Angebot eines Nichtangriffspaktes, das von Hitlerdeutschland unterbreitet worden war, anzunehmen. Am 23. August 1939 wurde dieser Nichtangriffsvertrag in Moskau unterzeichnet.

Der Abschluss des Vertrages war ein der damaligen Situation entsprechender, kluger und auf weite Sicht berechneter Schritt der Sowjetregierung. Er durchkreuzte die Pläne zur Bildung einer mächtigen antisowjetischen Einheitsfront, sicherte der Sowjetunion für eine bestimmte Zeit den Frieden und schuf Voraussetzungen für den späteren Sieg der UdSSR und der friedliebenden Völker im II.Weltkrieg.

 

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Verschärfung der Kriegsgefahr