Woche der Waffenbrüderschaft

Als Woche der Waffenbrüderschaft wurde in der DDR die Woche bezeichnet in welcher der Tag der Sowjetarmee und Seekriegsflotte, der 23. Februar, und der Tag der Nationalen Volksarmee, der 01. März gefeiert wurden.

An diesen Tagen fanden zahlreiche Freundschaftstreffen, Sportwettkämpfe und militärpolitische Veranstaltungen statt. Die Angehörigen beider Armeen, Werktätige(arbeitende Menschen) der DDR sowie in FDJ und GST organisierten Mädchen und Jungen aus ihren Patenbetrieben und –schulen wurden einbezogen.

Die Veranstaltungen dieser Woche legten Zeugnis ab von dem engen Bündnis zwischen Nationaler Volksarmee und Sowjetarmee und den anderen im Warschauer Vertrag vereinten Armeen im Kampf um die militärische Sicherung des Friedens und des Sozialismus.

 

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Entnommen aus „Jugendlexikon – Militärwesen“ DDR 1984

Woche der Waffenbrüderschaft

Waffenbrüderschaft

Die Waffenbrüderschaft ist eine Form der Beziehungen zwischen sozialistischen Streitkräften zweier oder mehrerer Staaten.

Waffenbrüderschaft Seite

 

Die zur Waffenbrüderschaft der zum Warschauer Vertrag gehörenden sozialistischen Bruderarmeen war Bestandteil der Allgemeinen Zusammenarbeit der Bündnispartner.

Ihre Anfänge gehen auf die Interventions- und Bürgerkriege gegen die Sowjetmacht 1918-1922 zurück, als in den Reihen der Roten Armee Zehntausende Internationalisten(z.B. Ungarn, Polen, Bulgaren, Serben. Tschechen, Solowaken, Deutsche, Österreicher, Finnen, Rumänen) kämpften.

Im zweiten Weltkrieg kämpften an der Seite der Sowjetarmee polnische, tschechische, rumänische, bulgarische, ungarische und jugoslawische Truppen, die zum größten Teil mit sowjetischer Hilfe aufgestellt wurden.

Die Waffenbrüderschaft der sozialistischen Bruderarmeen entwickelte sich in folgende Richtungen:

  • Jede Bruderarmee erfüllt die ihr im Rahmen der sozialistischen Militärkoalition übertragenen Aufgaben und ist durch Aufrechterhaltung einer hohen Gefechtsbereitschaft zur kollektiven Abwehr einer Aggression der NATO bereit.

 

  • Die Erfahrungen in der Ausbildung der Truppen, Flieger und Flottenkräfte wurden systematisch ausgetauscht und gemeinsame Ausbildungsmaßnahmen durchgeführt. Dabei wurde das Zusammenwirken der vereinten Streitkräfte auf dem Gefechtsfeld erprobt.

 

  • Es wurden einheitliche Auffassungen zu Fragen der Militärwissenschaft, z.B. der Abwehr eines Überfalls der NATO mit Luftangriffsmitteln, erarbeitet.

 

  • Es wurden Erfahrungen der politischen Arbeit ausgetauscht und gemeinsame militärpolitische Maßnahmen durchgeführt. So fand in der DDR jährlich Ende Februar die Woche der Waffenbrüderschaft statt.

 

Die Bruderarmeen leisteten gegenseitige Hilfe bei der Ausbildung und Qualifizierung von Militärkadern(militärischen Führungskräften). So wurden einige tausend Offiziere der NVA an sowjetischen Militärakademien qualifiziert.

Die Waffenbrüderschaft der sozialistischen Bruderarmeen war eine Quelle ihrer militärischen Stärke. Sie erfasste alle Bereiche des militärischen Lebens und der militärischen Pflichterfüllung und garantierte zuverlässigen bewaffneten Schutz der sozialistischen Staatengemeinschaft.

 

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Entnommen aus Jugendlexikon Militärwesen, DDR 1984 bearbeitet von Petra Reichel

 

Waffenbrüderschaft

 

 

 

Spurensuche in Sachen NVA

Gastbeitrag von Dernier Cri   Von den Bauernkriegen bis zum antifaschistischen Widerstand: Traditionsverständnis einer deutschen Armee, die nie in einen Krieg verwickelt war. Dieser Tage wird …

Quelle: Spurensuche in Sachen NVA

Übergang der NVA in die Bundeswehr

 

Stimmen zu diesem Filmbeitrag (Gastbeiträge)

Solche ehemaligen Offiziere der NVA sind das allerletzte. Wir haben alle einen Eid geschworen und die DDR geliebt. Man wirft sie nicht weg wie ein dreckiges Hemd, und schon gar nicht als Offizier. Dieser Beitrag vor dem 1. März -na ja, ich möchte mich nicht weiter aufregen..
Jürgen Geppert

Das Wichtigste in diesen bescheuerten Beitrag ist die Ansage dass die NVA am 20. Juli 1990 umvereidigt wurde. Ich hatte dies ja schon mehrmals in anderen Beiträgen geschrieben und es wurde oft abgestritten. Wir wird es zumindest gesagt. Es ist und bleibt eine Lüge, dass aus 2 deutschen Armeen eine > Bundeswehr< wurde. Jene ehemalige NVA Offiziere welche in diesem Werbebeitrag für die BW aussagen gehört laut Fahneneid die Verachtung des werktätigen Volkes welches ja auch in diesen Wirrwarr Jahren nicht über einen Volksentscheid gefragt wurde. Ich habe noch die leuchtenden Augen mancher unserer Offiziere – Major aufwärts im Gedächtnis. Sie freuten sich wie kleine Kinder als sie die BW Uniform zum 3.10.1990 eingekleidet bekamen. Bei uns mussten sogar alle NVA Uniformen welche im WDA nachgewiesen waren abgegeben werden. Am 3.10 durfte schon soweit es ging nichts mehr an NVA erinnern. Mein persönliches Bekenntnis: Ich bin stolz darauf in einer Armee gedient zu haben, die dem Volke und dem Frieden diente. Ich gehöre nicht zu den Verrätern welche den Klassenstandpunkt verlassen hatten. Dies Wissen um unseren Dienst kann mir Niemand nehmen. Wir waren und sind Soldaten des Friedens – ohne Abstriche.
Karl-Heinz Schulze

Schon kurz nach der „Vereinigung“ wurde auch dem größten Naivling klar, welchem aggressivem Militärbündnis die Bundeswehr angehört. Die Friedensarmee NVA, wurde Teil der Verbrecherorganisation NATO. Gut – dafür gibt es heute im Laden 35 Sorten Jogurt. Das ist ja auch was wert.
Tom Roter

Der Nationale Verteidigungsrat der DDR

Der Nationale Verteidigungsrat der DDR war das höchste staatliche Führungsorgan für die zentrale Leitung der Landesverteidigung der DDR.
Er beriet und beschloss auf der Grundlage von Gesetzen der Volkskammer alle wichtigen Verteidigungs- und Sicherheitsmaßnahmen auf staatlichem, wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Gebiet und koordinierte sie.

Flagge des nationalen Verteidigungsrates

Flagge des Nationalen Verteidigungsrats

Bildquelle:
Von diese Datei: Jwnabd – Eigenes WerkJugendlexikon. a-z. 10. Auflage. VEB Bibliographisches Institut Leipzig, Leipzig 1981., Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

In Zusammenarbeit mit anderen staatlichen Organen der Landesverteidigung (heute würde man die Bezeichnung Behörden verwenden) traf er diesbezügliche Festlegungen, die für alle Staatsorgane(heutiger Begriff: Behörden oder Ämter), Wirtschaftsleitenden Organe(heutiger Begriff: Management) der Betriebe, Genossenschaften, Einrichtungen und gesellschaftlichen Organisationen, sowie für alle Bürgerinnen und Bürger verbindlich waren. Dazu erließ er Rechtsvorschriften in Form von Anordnungen und Beschlüssen. Er bestätigte z.B. die Grundsatzvorschriften der NVA und der Schutz- und Sicherheitsorgane(heutiger Begriff: Sicherheitsbehörden).

Der Nationale Verteidigungsrat hatte das Recht, angesichts einer bedrohlichen Lage die allgemeine Mobilmachung zu beschließen.

Der Vorgänger des Verteidigungsrats war die Sicherheitskommission beim Politbüro der SED.

Mit Gesetz vom 10. Februar 1960 erfolgte die Bildung des Nationalen Verteidigungsrates der Deutschen Demokratischen Republik, in den die Sicherheitskommission beim Politbüro der SED überführt wurde. Am 11. Februar 1960 ernannte Wilhelm Pieck als Präsident der DDR, auf Vorschlag der Volkskammer, den Ersten Sekretär des ZK der SED und Ersten Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrates der DDR, Walter Ulbricht, zum ersten Vorsitzenden des NVR. Die erste Sitzung des NVR fand am 16. März 1960 statt.

Tagungsort des NVR Haus 3: MfNV in Strausberg

Tagungsort des NVR – Haus 3 MfNV in Strausberg

Bildquelle:
Von Joachim Kampe – Eigenes Werk (Originaltext: eigene Arbeit), CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Am 12. September 1960 – fünf Tage nach dem Tode Piecks – wurde der Staatsrat als kollektives Nachfolgeorgan zum Staatspräsidenten etabliert. Im Zuge dieser Verfassungsänderung wurde erstmals die Rolle des NVR in der Verfassung der DDR verankert, indem in Artikel 106 der Staatsrat die Aufgabe erhielt, „grundsätzliche Anordnungen“ des NVR zu bestätigen und NVR-Mitglieder zu berufen.
Der NVR festigte den politischen Führungsanspruch Walter Ulbrichts innerparteilich weiter. Er bestand aus dem Vorsitzenden und mindestens zwölf Mitgliedern, die während des Bestehens des NVR immer auch Mitglieder des ZK der SED und meist auch Mitglieder im Politbüro waren. Nachgeordnete Organe des NVR waren die Bezirks- und Kreiseinsatzleitungen, deren Vorsitzende wiederum die 1. Sekretäre der SED-Bezirks- bzw. Kreisleitungen waren.

Am 24. Juni 1971 wählte die Volkskammer Erich Honecker zum Vorsitzenden des Verteidigungsrates. Nach Honeckers Rücktritt wählte die Volkskammer am 24. Oktober 1989 Egon Kranz zum Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates. Egon Krenz trat am 06. Dezember 1989 von seinen Ämtern als Staatsratsvorsitzender und Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates zurück.

Mitglieder des NVR

Bildquelle:
Von Ranofuchs – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

Bis zu den Wahlen zur letzten Volkskammer, am 18. März 1990 wurden die Aufgaben des Nationalen Verteidigungsrates direkt vom Staatsrat wahrgenommen. Dann gab es keine offizielle Zuweisung dieser Aufgabe mehr.

Die Protokolle des Nationalen Verteidigungsrats der DDR sind für die offizielle Geschichtsschreibung im Sinne der Sieger der Geschichte und für die Prozesse gegen einige Mitglieder des Nationalen Verteidigungsrates der DDR verwendet worden, gegen die 1992 vor dem Landgericht Berlin verhandelt wurde. Des Totschlags angeklagt waren Honecker, Mielke, Stoph, Keßler, Streletz und Albrecht, die in der Zeit von 1961 bis 1989 als Mitglied des Nationalen Verteidigungsrats angeordnet hatten, die Grenzanlagen um Westberlin und die Sperranlagen zur BRD auszubauen.

Zahlen und Fakten entnommen aus Wikipedia

und

Jugendlexikon Militärwesen, DDR 1984                       Buchtitel %22Jugendlexikon-Militärwesen%22

 

 

bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel