Der Aufschwung der revolutionären und freiheitlichen Bewegung der Volksmassen in den kapitalistischen Ländern und Kolonien nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution(1917 bis 1923)

Die revolutionäre Bewegung in den kapitalistischen Ländern

 

Die Große sozialistische Oktoberrevolution hatte der Arbeiterklasse und den werktätigen Massen aller Länder gezeigt, dass es möglich ist, mit Krieg und Imperialismus, mit Ausbeutung und Unterdrückung Schluss zu machen und ihnen auch den Weg zum Sieg gewiesen.

Das „russische Beispiel“ wurde zum mächtigen  Impuls für die Entwicklung einer weltweiten antiimperialistischen revolutionären Bewegung.

In allen kapitalistischen Ländern der Welt kämpften die Werktätigen(arbeitenden Menschen)in den Jahren 1917 bis 1923, der Periode der revolutionären Nachkriegskrise, Für Frieden und Demokratie, für die Beseitigung der Herrschaft des Monopolkapitals und des Großgrundbesitzes.

Revolutionäre Nachkriegskrise 1919 bis 1923

entnommen aus Geschichte in Übersichten, DDR 1982

 

In Finnland erhoben sich Ende Januar 1918 die Arbeiter und errichteten im Süden des Landes eine Rätemacht. Im Oktober/November 1918 brachen in Österreich-Ungarn und in Deutschland machtvolle Volksrevolutionen aus. Der Habsburger Vielvölkerstaat zerbrach, und es entstand eine Reihe neuer Staaten: Polen, die Tschechoslowakei, heute sind es zwei Staaten, Tschechien und die Slowakei, Ungarn, das Königreich der Serben, Kroatien und Slowenen, das spätere und nun vergangene und wieder in viele Einzelstaaten zerfallene Jugoslawien, und Österreich.

Im Kampf der Arbeiterklasse für eine revolutionäre und demokratische Staatsmacht kam es in einigen Ländern zeitweilig zur Errichtung von Räterepubliken. März 1919 in Ungarn, April 1919 in Bayern, Juni 1919 in der Slowakei.

Im Juli/August 1920 konnte in einem Teil Polens  eine Regierung der Arbeiter und der werktätigen Bauern gebildet werden. Außer in den bereits genannten Ländern entwickelten sich unter dem Einfluss der Ideen des Roten Oktober gewaltige Massenaktionen, Generalstreiks, bewaffnete Kämpfe der Arbeiter, Aufstände in Armee und Flotte, revolutionäre Bauernerhebungen, vor allem in Bulgarien und Rumänien, in Frankreich und Italien, aber auch in Dänemark, Großbritannien, Japan, Kanada, den Niederlanden, der Schweiz, Spanien und den USA.

Auswirkungen Oktoberrevolution auf Welt

(Karte Auswirkungen Oktoberrevolution)

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Millionen und aber Millionen Menschen aller werktätigen Klassen und Schichten waren in den kapitalistischen Ländern in Bewegung und nahmen in den verschiedensten Formen am weltweiten Kampf gegen den Imperialismus teil.

 

Die nationale Befreiungsbewegung in den abhängigen und kolonialen Ländern

 

Der Sieg der sozialistischen Revolution in Russland gab auch der nationalen Befreiungsbewegung der Völker der abhängigen und kolonialen Länder Asiens, Afrikas und Lateinamerikas machtvollen Auftrieb. (Das Geographielehrbuch der DDR für die 8. Klasse, wo man nachsehen soll, steht leider nicht zur Verfügung.)

Im August 1919 konnten das feudal beherrschte Afghanistan und 1921/22 die Türkei, die eine bürgerlich-nationale Revolution durchführte, ihre Unabhängigkeit gegen den englischen Imperialismus erkämpfen. 1921 siegte die antifeudale und antiimperialistische Volksrevolution in der Mongolei. Auch in zahlreichen anderen Ländern Asiens nahm die antiimperialistische nationale Befreiungsbewegung einen großen Aufschwung. Im koreanischen Volksaufstand, im März/April 1919, kämpften etwa zwei Millionen Arbeiter und Bauern gegen die japanische Kolonialherrschaft. In China, Indien, Indonesien(damals niederländisch Indien) und Persien(heute Iran)entwickelten sich machtvolle Massenbewegungen. In verschiedenen Gebieten dieser Länder kam es zu Massenstreiks, Bauererhebungen und bewaffneten national-demokratischen Aufständen gegen die imperialistischen Unterdrücker.

Am 13. April 1919 schoss britisches Militär ohne Warnung in eine Massenprotestkundgebung in Amritsar(Indien). 1000 Menschen wurden getötet und etwa 2000 verwundet.

Auf dem afrikanischen Kontinent entwickelte sich in Ägypten eine breite Befreiungsbewegung gegen die englische Kolonialherrschaft. Dort kam es 1919 und 1921 zu spontanen bewaffneten Aufständen der Volksmassen in Stadt und Land, die von den britischen Truppen nach erbitterten Kämpfen blutig niedergeschlagen wurden. In Marokko erhoben sich 1921 die arabischen Stämme des Rif-Gebietes gegen die spanische Kolonialmacht. Sie errichteten eine unabhängige Rif-Republik, die sich 1926 gegen die spanischen und französischen Kolonialarmeen behaupten konnte.

Die Kolonien im tropischen Afrika gehörten zu den rückständigsten Gebieten der Welt. Hier begannen sich nach der Oktoberrevolution die ersten Anfänge einer Befreiungsbewegung gegen die französische und britische Kolonialherrschaft zu entwickeln. In Gambia, Nigeria und Sierra Leone kam es zu Streiks und Bauernunruhen. In der Südafrikanischen Union gab es bereits Massenstreiks afrikanischer Arbeiter und Aufstände afrikanischer Stämme.

Heutzutage ist die Mehrheit dieser Länder wieder rückständig und bitterarm. Sie sind ökonomisch von europäischen Ländern und den USA abhängig. Man spricht auch vom Neo-Kolonialismus. Oftmals greifen die monopolistischen Großkonzerne selbst zu Unterdrückungs- und Abhängigkeitsmaßnahmen. Ein Beispiel ist „Nestle“. „Nestle“ pumpt das Wasser ab und das Land trocknet aus. „Nestle“ verkauft das Wasser nun teuer in Flaschen. Die Menschen sind nun angewiesen dieses teure Wasser zu kaufen. Außerdem sind diese Länder von Kriegen, bzw. kriegsähnlichen Zuständen überzogen. Die Menschen dort leiden Not und haben keinerlei Perspektive. Viele Menschen dort sehen eine Hoffnung darin in europäische Länder einzuwandern. Wir kennen ja alle die heutige Flüchtlingskrise. Diese löst Unmut bei den Einheimischen aus und die neofaschistischen Parteien erhalten Zulauf und werden somit gestärkt. Die Welt dreht sich eben wieder rückwärts, insbesondere nach der Niederlage 1989/90.

Tiefen Einfluss übten die Ideen der Oktoberrevolution auf die nationale Befreiungsbewegung Lateinamerikas aus, in der die Arbeiterklasse mit wachsender Aktivität hervortrat. Vor allem in Argentinien, Brasilien, Chile, Kuba und Peru brachen machtvolle Massenstreiks und revolutionäre Erhebungen der Werktätigen aus. In den Hauptstädten Argentiniens und Brasiliens kam es zu Straßen- und Barrikadenkämpfen. Allein in der „Blutwoche von Buenos Aires“, im Januar 1919, wurden 800 Arbeiter getötet und etwa 4000 verwundet. In fast allen Ländern Lateinamerikas erhoben sich auch die Bauer, die vor allem in Mexico, zu den Partisaneneinheiten zusammengeschlossen, jahrelang revolutionäre Kämpfe führten.

Alle diese Massenbewegungen und Kämpfe der unterdrückten und entrechteten Völker waren-trotz der Unterschiede in der Entwicklung der einzelnen Länder, in den konkreten Formen, der Breite und der politischen Führung, in den Zielen und Ergebnissen-ein untrennbarer Bestandteil des weltweiten revolutionären Kampfes gegen den Imperialismus.

Die Große Sozialistische Oktoberrevolution und ihre Auswirkungen hatten eine neue Epoche in der Entwicklung der nationalen Befreiungsbewegungen eingeleitet. Ihr machtvoller Aufschwung, der sich auf drei Kontinente mit etwa 60 Prozent der Erdbevölkerung erstreckte, löste die tiefe, unheilbare Krise des imperialistischen Kolonialsystems aus.

Auswirkungen Oktoberrevolution auf Welt

(Karte „Auswirkungen der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution auf die internationale Arbeiterbewegung und die nationalen Befreiungskämpfe in den Kolonien und abhängigen Ländern.)

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text

Aufschwung revolutionäre und freiheitliche Bewegungen in verschiedenen Ländern 1917 bis 1923-&

 

Die weltgeschichtliche Bedeutung der Oktoberrevolution

Ein Beitrag aus einem befreundeten Blog zur Oktoberrevolution.

Sascha's Welt

OktoberrevolutionDie Oktoberrevolution siegte zu einer Zeit, als Rußland der völlige Verlust der staatlichen Selbständigkeit drohte. Wenn das Volk Rußlands nicht unter Leitung der bolschewistischen Partei zur sozialistischen Revolution geschritten wäre, dann hätte sich Rußland in eine Kolonie der imperialistischen Staaten verwandelt. Die Oktoberrevolution rettete das Land vor der Versklavung durch ausländische Mächte, sie sicherte ihm die Freiheit und Unabhängigkeit.

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Kliment Jefremowitsch Woroschilow

Kliment Jefremowitsch Woroschilow , geboren am 23. Januar (4. Februar 1881) in Werchneje im Ujesd Bachmut, Gouvernement Jekaterinoslaw (heute Ukraine); verstorben am 2. Dezember 1969 in Moskau) war von 1925 bis 1940 Verteidigungsminister (Volkskommissar) der Sowjetunion. Als Nachfolger Nikolai Schwerniks war der 1935 zum Marschall der Sowjetunion ernannte Woroschilow von 1953 bis 1960 Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets und damit Staatsoberhaupt des Landes.

Klim_voroshilov

Kliment Woroschilow als Marschall der Sowjetunion, 1937

Bildquelle: Von Unbekannt – Почтовая карточка 1937 года. Автор фото неизвестен., Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 


 

Nach kurzer Schulbildung arbeitete Woroschilow in unterschiedlichen Handwerksberufen; seit 1899 engagierte er sich in der Arbeiterbewegung und trat 1913 in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (РСДРП) ein. Bis zur Oktoberrevolution organisierte er Streiks und illegale Aktivitäten im Donezbecken, Baku und Sankt Petersburg, wobei er mehrfach inhaftiert und verbannt wurde. Nach der Februarrevolution 1917 wurde er in den Petrograder Arbeiter- und Soldatenrat gewählt; während des folgenden Kampfes gegen Konterrevolution und Intervention beteiligte er sich an der Bildung der Roten Armee und spielte eine wichtige Rolle beim Kampf um Zarizyn (ab 1925: Stalingrad, seit 1961: Wolgograd), wobei er eng mit Stalin zusammenarbeitete.

1917 gründete er die Zeitung Donezki Proletari.

Von 1926 bis 1957 war er Vollmitglied im Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und damit im Zentrum der politischen Macht.

In den 1920er und 1930er Jahren setzte sich Woroschilows militärischer Aufstieg auf verschiedenen Positionen der Roten Armee fort. Am 7. November 1925 wurde er Volkskommissar (Minister) für Armee und Marine (im Juni 1934 umbenannt in Volkskommissar für Verteidigung) sowie Vorsitzender des Revolutionären Kriegsrates. Am 20. November 1935 erfolgte die Ernennung zum Marschall der Sowjetunion.

Nach den katastrophalen Verlusten der Roten Armee im sowjetischen Winterkrieg gegen Finnland wurde Woroschilow am 8. Mai 1940 im Amt des Volkskommissars für Verteidigung durch Marschall Timoschenko ersetzt. Er blieb bis 1953 einer der stellvertretenden Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare (ab 1946: Ministerrat der UdSSR). Zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges(zweiter Weltkrieg) im Juni 1941 war er verantwortlich für den nordwestlichen Teil der Landesverteidigung. Es gelang ihm als Befehlshaber der Leningrader Front nicht, die am 8. September 1941 beginnende Leningrader Blockade durch Truppen der Wehrmacht zu verhindern. Woroschilow behielt das Vertrauen Stalins und hatte von 1945 bis 1947 den Vorsitz der sowjetischen Kontrollkommission in Ungarn inne.                                                                                            Nach Stalins Tod im März 1953 war Woroschilow bis 1960 Vorsitzender des Obersten Sowjets und damit Staatsoberhaupt der UdSSR. 1956 erhielt er – zu Ehren seines 75. Geburtstages – erstmals die Auszeichnung Held der Sowjetunion“. Zusammen mit Malenkow und Chruschtschow war er in die Aktivitäten gegen Geheimdienstchef Lawrenti Beria involviert, die mit dessen Todesurteil und Hinrichtung im Dezember 1953 endeten. An Chruschtschows Initiative zur Verdammung Stalin beteiligte er sich zunächst nicht. Malenkows gescheiterten Versuch, Chruschtschow 1957 als Ersten Sekretär der KPdSU abzusetzen, unterstützte er zunächst, um aber letztlich wieder auf Chruschtschows Seite zu wechseln.

1960 trat Woroschilow in den Ruhestand und wurde auf seinem Posten als Vorsitzender des Präsidium des Obersten Sowjets von Leonid Breschnew abgelöst. Als „lebende Legende der sowjetischen Geschichte“ wurde er jedoch von 1966 bis 1969 erneut ins Zentralkomitee berufen. Zum 50. Jubiläum der Roten Armee im Jahr 1968 wurde er zum zweiten Mal als Held der Sowjetunion ausgezeichnet.

In seinem 89. Lebensjahr starb Woroschilow in Moskau und wurde an der Kremlmauer am Roten Platz beigesetzt, wo man ein Denkmal für ihn auf seinem Grab aufstellte. Ebenso erinnert eine Tafel an seinem ehemaligen Wohnhaus in der Granowski-Straße (улица Грановского), seit 1992 Romanow pereulok (Романов переулок), an ihn. In der Türkei, deren Unabhängigkeitskrieg durch sowjetische Militärhilfe unterstützt wurde, ist Woroschilow in der Personengruppe des Denkmals der Republik am Istanbuler Taksim-Platz abgebildet.

Woroschilow in Türkei

Woroschilow mit dem türkischen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk bei den Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der türkischen Republik (Oktober 1933)

Bildquelle: Von Original photographer unknown. – Ministry of Education web site, [1] (Images Atatürk) collection of the Republic of Turkey ., Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Namensgebungen und Schilderstürmerei 

Mit dem KW-1, KW-2 und KW-85 war eine Serie sowjetischer schwerer Panzer, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden, nach Woroschilow benannt. Drei Städte trugen seinen Namen: Woroschilowgrad in der Ukraine (von 1935 bis 1958 und von 1970 bis 1990, heute wieder Luhansk), Woroschilowsk in der RSFSR (von 1935 bis 1943, heute wieder Stawropol) und Woroschilow im russischen Fernen Osten (von 1935 bis 1960, heute Ussurijsk), sowie einige Dörfer und Kolchosen. Nach Woroschilow wurde auch eine Auszeichnung benannt, die in der Roten Armee zwischen 1932 und 1939 den besten Schützen verliehen wurde (Ворошиловский стрелок = Woroschilow-Schütze). Die Militärakademie des Generalstabes der UdSSR trug ebenfalls seinen Namen.

In der DDR trugen das Ferienlager „Klim Woroschilow“ bei Templin und bis 1989/90 die „Kliment-Jefremowitsch-Woroschilow-Oberschule“ in der Leipziger Scharnhorststraße seinen Namen. Anlässlich seines Besuches wurde Woroschilow 1933 zum Ehrenbürger der türkischen Stadt Izmir ernannt; dort trug bis 1951 auch ein Boulevard seinen Namen (heute „Plevne Bulvarı“).

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Franz Mehring zur Oktoberrevolution

Franz Mehring zu Revolution

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Dazu kann man sagen:

Für die Sozialistische Revolution hat die Zeit eben nicht gereicht.

 

Warum heißt es „Große Sozialistische Oktoberrevolution?

Gastbeitrag von Gerd Pehl

Das Attribut und der Titel „Große“ bei der Sozialistischen Oktoberrevolution habe ich absichtlich weggelassen. Damals glaubte man, die Oktoberrevolution sei für ewig. Dem ist nicht so. Sie war nicht groß genug. 

Gerd Pehl erklärt, warum es doch die „Große Sozialistische Oktoberrevolution“ ist.

Petra Reichel


 

Die Große Sozialistische Oktoberrevolution Великая Социалистическая Революциа – in lateinische Buchstaben: Welikaja Sozialistitscheskaja Revoljuzia. Das Problem der Übersetzung ist das Wort Welikaja. Eng übersetzt heißt es:: bedeuten. Dieses inhaltliche empfinden des Wortes kannst du nur mit dem deutschen Wort groß übersetzen. Der Deutsche benutzt das Wort groß auch für gewaltig z. B. Wenn dir jemand einen goldenen Ring mit einem Diamant schenkt, dann ist das ein kleines Geschenk. Aber du würdest sofort sagen, ich bekam ein großes Geschenk – obwohl er im Durchmesser nur 2 cm und in der Höhe nur ein paar mm ist. Hier steht das Wort groß für bedeutend, kostbar, besonders schön usw. Genau dafür steht das Wort welikajja. Hier ist es die bedeutende Revolution, oder der bedeutende Lenin – wie bekannt war Lenin ein klein. Es geht auch hier nicht um die Körpergröße, sondern um herausragende Persönlichkeit. Vielleicht verstehst du jetzt besser, warum der Name Große Sozialistische Oktoberrevolution ein Eigenname ist Wenn der Name so gelehrt wurde wie du sagst, das Wort Große auf zeitliche Dauer betrachtet, dann ist das von dem Lehrer falsch dargestellt. Zum Ersten hätte er erklären müssen, dass es sich hier um einen Eigennamen handelt und zum Zweiten was unter dem Wort Groß oder Welikaja im Deutschen zu verstehen ist. Folglich kommt es nicht darauf an, ob sie ewig ist, sondern darauf, dass sie zu dem Zeitpunkt eine gewaltige – eben eine große – Veränderung in der herrschenden Gesellschaftsordnung war.

Der Raubfrieden von Brest-Litowsk

Ein Beitrag vom befreundeten Blog „Sascha´s Welt“ zum Thema Raubfrieden von Brest-Litowsk.

Sascha's Welt

vorwarts-dezember-1917Gegen den Willen Lenins lehnte Trotzki es am 10. Februar 1918 ab, einen Friedensvertrag mit den deutschen Imperialisten zu unterschreiben. Die Folge davon waren noch schärfere Forderungen der Deutschen und der Einmarsch der Reichswehr in Kiew… Warum graben wir hier diese alte Geschichte wieder aus? Erstens, um sichtbar zu machen, wie der deutsche Imperialismus schon 1918 danach strebte, das Sowjetland in eine deutsche Kolonie zu verwandeln und die Sowjetvölker zu versklaven. Zweitens, um zu zeigen, wie die opportunistische Rolle Trotzkis die junge Sowjetmacht an den Rand des Abgrunds führte. Und drittens, um zu verdeutlichen, daß es ein verhängnisvoller Fehler ist, den auch die Führer der deutschen Linken immer wieder begingen – sie unterließen es, den völligen Bruch mit den Opportunisten herbeizuführen, diese aus der Partei zu vertreiben und eine vom Opportunismus freie revolutionäre Kampfpartei, eine Partei neuen Typus, zu schaffen. Nur so kann es gelingen, den Kapitalismus zu überwinden und…

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Trotzki verrät die junge Sowjetmacht

Ein Beitrag vom befreundeten Blog „Sascha´s Welt“.

Sascha's Welt

Trotzki reist Eine Delegation unter Leitung von Trotzki reist nach Brest-Litowsk

Wir schreiben das Jahr 1918. Gerade hatte die Oktoberrevolution gesiegt, und die junge Sowjetmacht mußte sich schützen, so gut es ging. Die Feindseligkeit der Alliierten hatte sie in eine isolierte Stellung gedrängt. Ihre schwachen Kräfte reichten nicht aus, um der gewaltigen deutschen Heeresmacht ohne Verbündete entgegenzutreten. Und die unmittelbarste Bedrohung ging von Deutschland aus. Um Rußland zu retten und Zeit für die dringendste Aufbauarbeit zu gewinnen, schlug Lenin ein sofortiges Friedensangebot vor. Auf Lenins Wunsch hin reiste sofort eine sowjetische Friedensdelegation nach Brest-Litowsk, dem Hauptquartier der deutschen Ostarmee, um die Friedensbedingungen der Deutschen kennenzulernen und Friedensverhandlungen einzuleiten. Diese Delegation wurde von Leo Trotzki geleitet…

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Anmerkungen, Ergänzung und Hinweise von Gerd Pehl zum Text „Sieg der Oktoberrevolution – Die ersten Maßnahmen zur sozialistischen Umgestaltung.“

Da DIE TROMMLER bereits fertiggestellt war bevor Gerd Pehl seine Hinweise und Anmerkungen eingebracht hat und ich nicht ganz konform mit ihm gehe und mir das Geschichtsbuch der DDR als Vorlage diente, habe ich seinen Text hier wiedergegeben.

Petra Reichel

Geschichte DDR 9. Klasse

 

Vorlage: Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

 

 

 

 


 

Anmerkungen, Ergänzung und Hinweise von Gerd Pehl zum Text „Sieg der Oktoberrevolution – Die ersten Maßnahmen zur sozialistischen Umgestaltung.“

Meine Hinweise zum Artikel “ Sieg der Oktoberrevolution – Die ersten Maßnahmen zur sozialistischen Umgestaltung“:  
Zum 1. Satz: Ich empfehle, den historischen Namen zu verwenden: Große Sozialistische Oktoberrevolution (GSO). Verlasst die Denkrichtung bürgerlicher Ideologen. 
Die Partei der russischen Arbeiterklasse hieß SDAPR (B) = Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (Bolschewiki). Die SDAPR wurde im März 1898 gegründet. Sie vereinte verschiedene politische Strömungen. Lenin kämpfte für die konsequente Umsetzung der marxistischen Lehre in der Partei und in der Bevölkerung, was dazu führte, dass sich eine Minderheit, die für die bürgerlichen Ideen kämpfte und eine Mehrheit, die für die marxistische Lehre kämpfte, herausgebildet hatte. Die Angehörigen der Minderheit waren die Menschewiki und die, der Mehrheit waren die Bolschewiki. Sie waren beide Mitglieder der SDAPR. Die Trennung wurde besonders deutlich nach der russischen Revolution von 1905 – bekannt mit dem Wort: Blutsonntag. Deshalb ist die Bezeichnung „bolschewistische Partei“ eine Verzerrung der SDAPR (B) von bürgerlichen Ideologen.  
Zum 2. Satz: Ich empfehle, die Worte: “ohne Vorbild und Beispiel“ zu löschen. 
Begründung: Vorbild und Beispiel für die GSO war die Pariser Kommune von März bis Mitte Mai 1871. Sie war eine proletarische Revolution, welche im deutsch-französischen Krieg 1871/72 vollbracht wurde. Bekanntlich hat sich die französische Regierung an den deutschen Bundeskanzler Otto von Bismark gewandt mit der Bitte um Unterstützung zur Zerschlagung der Pariser Kommune, dem Ersuchen entsprach Bismark, indem er die französischen Kriegsgefangen an Frankreich auslieferte zur Zerschlagung der Pariser Kommune.  
Zum 3. Absatz, 1. Satz: Das Wort “werktätige“ vor dem Wort “Bauern“ empfehle ich zu streichen. Die “werktätigen Bauern“ wären nur die Bauern in den Sowchosen (staatliche Güter) arbeiteten. Aber auch die Bauern in den Kolchosen (Vereinigung der Bauern mit ihrem Boden und lebenden sowie landwirtschaftlichen Inventar) lernten ebenso “Schritt für Schritt“.  
Zum 2. Satz: “Lenin und der bolschewistischen Partei“ sollte geändert werden in “SADPR (B) unter Führung Lenins“. Es war nicht Lenin, der die Arbeiterklasse führte, sondern die Avantgarde (Vorhut) der Arbeiterklasse führte die SDAPR (B) und diese Vorhut führte Lenin. 
Zum 4. Absatz, 1. Satz: Die Worte “nach dem Sieg“ sind zu streichen, weil die Zerschlagung des Staates die Aufgabe der Revolution ist. Sie kann nicht siegen ohne den Staat zerschlagen zu haben. Ferner sind die Worte “und Engels“ zu streichen, weil Marx in seiner Schrift “Klassenkämpfe in Frankreich“, was die Analyse der Pariser Kommune ist, erneut darauf hinwies, dass der Staat zerschlagen werden muss, um den Sieg der Revolution zu erringen. Das erste Mal schrieb er es 1852 in der Schrift “Der 18. Brumaire des Luis Bonaparte“. Das Wort “Staatsapparat“ ist zu ersetzen durch das Wort “Staat“. Der Staat ist mehr als nur die Regierung; zu ihm gehören auch die Armee, die Polizei, das Parlament, die Beamten und Angestellten, Staatsanwaltschaft und Gerichte. In den folgenden Sätzen dieses Absatzes sind die Worte “Staatsapparat“ und “Staatsmaschine“ zu ersetzen durch das Wort “Staat“. In dem letzter Satz nach dem Doppelpunk ist das Wort “bei“ zu streichen und zu ersetzen durch das Wort “für“ und dann durchgängig der Akkusativ zu verwenden. Der letzte Halbsatz “beim Aufbau der neuen, sozialistischen Gesellschaftsordnung“ ist zu ändern in “den Aufbau der sozialistischen Gesellschaftsordnung“, weil es keine alte sozialistische Gesellschaftsordnung in Russland gab.  
Zum 5. Absatz, letzter Satz: Der Teil des Satzes “deren Beamte in der Mehrzahl Sabotage betrieben“ ist ersatzlos zu streichen, weil es dafür keine Beweise für die Erklärung gibt. 
Zum letzten Absatz, letzter Satz: Ich empfehle, das Wort “erste“ vor “Verfassung“ zu streichen. Es gibt nur eine Verfassung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR). Die Verfassungen von 1923, 1936 und 1977 sind die Verfassungen der UdSSR.  

Ich bin bereit, Fragen zu beantworten und/oder Diskussionen zu dem Artikel zu führen.

Die historische Bedeutung der Oktoberrevolution

100 Jahre Oktoberrevolution

 

Bildquelle: Mein Bezirk.at

 

 

Im Bündnis mit der werktätigen Bauernschaft hatte die Arbeiterklasse unter Führung Lenins und der bolschewistischen Partei die Herrschaft der Bourgeoisie und der Gutsbesitzer in Russland gestürzt. Die Arbeiterklasse übernahm die politische macht und errichtete die Diktatur des Proletariats. Vom ersten Tage an begann die Sowjetmacht mit der Umgestaltung der sozial-ökonomischen Verhältnisse. Mit der Übergabe des Bodens und der industriellen Produktionsmittel in die Hände des Volkes wurde nach ihrer Politischen Entmachtung auch die ökonomische Macht der Gutsbesitzer und der Bourgeoisie gebrochen. Die wirtschaftlichen Kommandostellen übernahm der sozialistische Staat.

Die Sowjetmacht schuf das sozialistische Eigentum an den entscheidenden Produktionsmitteln und befreite die Arbeiterklasse vom kapitalistischer Ausbeutung. Sie begann, die Grundlagen der sozialistischen Gesellschaftsordnung zu errichten. Damit unterschied sie sich grundlegend von allen bisherigen Revolutionen der Menschheitsgeschichte.

Die sozialistische Oktoberrevolution hatte nicht nur das alte Russland entschieden verändert. Unter ihrem Einfluss veränderte sich das internationale Kräfteverhältnis grundlegend zugunsten des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus. Mit dem Ausbruch Russlands aus dem bis dahin weltbeherrschenden System des Imperialismus und der Errichtung des ersten sozialistischen Staates standen sich zwei einander entgegengesetzte gesellschaftliche Systeme- das imperialistische und das sozialistische- gegenüber.

Innerhalb des imperialistischen Systems kam es unter den Auswirkungen der Oktoberrevolution zu gewaltigen revolutionären Erhebungen, die in einer Reihe kapitalistischer Hauptländer die Herrschaft der imperialistischen Bourgeoisie erschütterten.

Eine mächtige Welle antiimperialistischer nationaler Befreiungskämpfe erfasste das Hinterland des Imperialismus, die kolonialen und abhängigen Länder, und leitete die Krise des imperialistischen Kolonialsystems ein. Die junge Sowjetmacht wurde Zentrum für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse und der Volksmassen aller Länder gegen Imperialismus, Kolonialismus und Krieg. Nach dem weltweiten Sieg des Kapitalismus ist die Welt instabiler geworden. Gesellschaftlicher Rückschritt, Krisen und Krieg bestimmen nun das Weltgeschehen.

Seit der Sozialistischen Oktoberrevolution veränderten sich die internationalen Bedingungen. Es bildete sich die allgemeine Krise des Kapitalismus, die mit dem Ersten Weltkrieg begonnen hatte, voll heraus. Sie erwuchs aus der Zuspitzung aller Widersprüche des Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium und ergriff sämtliche Seiten des kapitalistischen Gesellschaftssystems: die Wirtschaft und Politik, die Ideologie und Kultur. Die allgemeine Krise des Kapitalismus ist gekennzeichnet durch seine ständig fortschreitende Zersetzung und seine innere Schwächung. Seinerzeit gab es die Einschätzung, dass mit der Sozialistischen Oktoberrevolution die Epoche des Niedergangs und des Verfalls des Kapitalismus bis zu seinem völligen Untergang begann. Das war ein entscheidender Irrtum. Der Kapitalismus hat sich als stärker erwiesen, wie gedacht. Wie Phönix aus der Asche ist der Kapitalismus gestärkt aus der Konterrevolution in den einstigen sozialistischen Ländern in Europa und weltweit heraufgestiegen.

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

 

 

Originaltext:

 

Historische Bedeutung Oktoberrevolution

 

Februarrevolution

Die imperialistischen Widersprüche hatten sich unter den Bedingungen des 1. Weltkrieges außerordentlich verschärft. In zahlreichen Ländern war eine revolutionäre Krise herangereift. Russland war das erste Land in dem sie im Februar 1917 zur Revolution führte.

Die Februarrevolution 1917 in Russland

 

Russland am Vorabend der Revolution

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts war Russland zum Knotenpunkt aller Widersprüche des Imperialismus und zum Zentrum der internationalen revolutionären Bewegung geworden.

Die erste russische Revolution von 1905 bis 1907 hatte jedoch eine Niederlage erlitten. Die grundlegenden Widersprüche, die zu dieser Revolution geführt hatten, blieben ungelöst und mussten sich in den folgenden Jahren weiter verschärfen.

Die Macht im zaristischen Russland übte eine Handvoll Gutsbesitzer, an ihrer Sputze Nikolaus II, im engen Bündnis mit den Magnaten des Finanzkapitals aus, die für europäische Verhältnisse märchenhafte Profite einstrichen. Das reaktionäre zaristische Regime, die rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiter durch die russischen und ausländischen Kapitalisten, die halbfeudale Knechtung der werktätigen Bauern durch die Gutsbesitzer und die nationale Unterdrückung der verschiedenen Völker Russlands verliehen den Klassengegensätzen besondere Schärfe. Bereits seit 1910 hatte, geleitet von der Partei der Bolschewiki ein neuer revolutionärer Aufschwung der Massenbewegung begonnen.

Der Erste Weltkrieg, der die Widersprüche in allen imperialistischen Ländern verschärfte, wirkte sich besonders schwer auf das rückständige Russland aus.

Die gewaltigen Verluste an der Front, das reaktionäre Gewalt- und Terrorregime, der wirtschaftliche Verfall und die Hungersnot riefen wachsenden Widerstand gegen den Krieg und die zaristische Selbstherrschaft hervor.

Die Bauern wandten sich in immer größerer Zahl gegen die Gutsbesitzer, stellten Pachtzahlungen ein, beschlagnahmten Getreidevorräte und landwirtschaftliche Geräte und steckten häufig auch Herrensitze in Brand. Soldatenunruhen nahmen großen Umfang an. Ganze Regimenter weigerten sich, weiterzukämpfen. Ende 1916 waren bereits mehr als eineinhalb Millionen Soldaten von der Front desertiert. Mitte 1916 brachen in Mittelasien Aufstände der vom Zarismus unterdrückten Völker aus, die Millionen Menschen erfassten. Im zaristischen Russland reifte eine revolutionäre Situation heran.

Unter den schwierigen Bedingungen, von zaristischen Schergen gejagt, eingekerkert oder verbannt, organisierten und führten die Bolschewiki die wachsende Massenbewegung gegen den imperialistischen Krieg und das zaristische Regime.

Lenin hatte während des Krieges eine große theoretische Arbeit geleistet. In seinem Werk „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ nahm er eine interessante wissenschaftliche Analyse des Imperialismus vor und entwickelte die Theorie der sozialistischen Revolution den neuen Bedingungen entsprechend weiter. Von großer Bedeutung für die Strategie und Taktik der Arbeiterbewegung war die Erkenntnis Lenins, dass die sozialistische Revolution nicht, wie die Marxisten bis dahin annahmen, in allen entwickelten kapitalistischen Ländern gelichzeitig ausbrechen werde. Ausgehend von dem Gesetz der ungleichmäßigen ökonomischen und politischen Entwicklung der kapitalistischen Länder wies er nach, dass der Sieg der sozialistischen Revolution zuerst nur in einigen Ländern oder sogar nur in einem einzelnen Land möglich sei. Dabei musste dieses Land nicht unbedingt eines der höchstentwickelten kapitalistischen Länder sein. Die sozialistische Revolution musste vielmehr dort zuerst beginnen, wo die imperialistischen Widersprüche am schärfsten in Erscheinung traten, wo sich das schwächste Glied in der Kette des Imperialismus befand und wo die revolutionären Kräfte unter Führung des Proletariats und seiner marxistischen Partei am besten zum Sturm auf den Kapitalismus gerüstet waren.

Zunächst ging es in Russland jedoch um die Durchführung einer bürgerlich-demokratischen Revolution, die, wie schon die Lehren aus der Revolution von 1905 bis 1907 zeigten, unter der Führung der Arbeiterklasse stehen musste. Die Hauptaufgaben dieser Revolution waren der Sturz des Zarismus, die Errichtung einer demokratischen Republik, die sofortige Beendigung des Krieges, die Übergabe des Bodens an die Bauern und die volle Gelichberechtigung aller Völker Russlands. Diese Forderungen ermöglichten es, alle revolutionären Kräfte des Landes zu vereinigen.

 

Der Sturz des Zarismus und die Errichtung der Doppelherrschaft

Zu Beginn des Jahres 1917 wuchs die revolutionäre Bewegung im ganzen Lande rasch an. Im Januar streikten 250 000 Arbeiter. Besonders gespannt war die Lage in der Hauptstadt Petrograd.

Am 18. Februar(3.März) traten die Arbeiter der Pulitow-Werke in Petrograd, die zur Vorhut des revolutionären russischen Proletariats gehörten, in den Streik, der sich bald auf andere Betriebe ausdehnte.

Anzahl steinende Arbeiter

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Streik Pedrograd 1917

Streik in Petrograd, entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Barrikade Februarrevolution 1917

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Am 23. Februar(8.März), dem internationalen Frauentag, kam es zu Kundgebungen und Demonstrationen für Frieden und Brot gegen Krieg und Zarismus. Das Petrograder Parteikomitee der Bolschewiki rief zur Weiterführung der Massenbewegung auf, die am 25. Februar(10. März) in den Generalstreik und am nächsten Tag in den bewaffneten Aufstand überging. Am 27. Februar(12. März) erfassten die Kämpfe bereits die ganze Stadt. Zehntausende Soldaten, zumeist Bauern, die in die Armee gepresst worden waren, schlossen sich den kämpfenden Arbeitern an. Gemeinsam eroberten sie die Schlüsselstellungen in der Stadt, wie das Waffenlager der Armee, die Eisenbahnstationen, das Hauptpostamt und die Peter-Pauls-Festung. Das Bündnis mit dem Proletariat und den Bauern im Soldatenrock gab den revolutionären Kräften das entscheidende Übergewicht.

Nach erbitterten Kämpfen befand sich die Hauptstadt am Abend des 27. Februar(12. März)1917 in den Händen der Revolutionäre. Alle Versuche der Generalität und der Bourgeoisie, die Monarchie zu retten, misslangen. Die zaristische Selbstherrschaft brach zusammen. Die bürgerlich-demokratische Februarrevolution in Russland 1917 hatte gesiegt.

Bereits am 27. Februar(12. März)rief die Partei der Bolschewiki, die sich auf die Erfahrungen der Revolution von 1905 bis 1907 stützte, zur Bildung von Sowjets auf. Noch am Abend des gleichen Tages traten mehr als 1000 in den Petrograder Betrieben und Truppenteilen gewählte Delegierte zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Sie schufen als einheitliches revolutionäres Machtorgan des siegreichen Aufstandes den Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeputierten.

Dem Sieg des bewaffneten Aufstandes in Petrograd folgte der revolutionäre Umsturz im ganzen Lande. In vielen Orten entstanden in zum Teil schweren Auseinandersetzungen mit den reaktionären Kräften Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten. In den Industriegebieten um Petrograd und Moskau, im Ural und im Donezbecken führten viele Sowjets den Achtstundentag ein, verjagten Polizei und zaristische Richter, schufen Rote Garden und Volksgerichte, setzten reaktionäre Betriebsdirektoren ab, begannen die Arbeiterkontrolle einzuführen, und versuchten, Transport- und Versorgungsschwierigkeiten zu lösen. Die Sowjets, die sich auf das bewaffnete Volk stützten, besaßen die tatsächliche Macht. Sie verkörperten die revolutionär-demokratische Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft.

Im Petrograder Sowjet und seinem Exekutivkomitee und auch in den meisten anderen Sowjets hatten jedoch die kleinbürgerlich-opportunistischen Parteien, die Menschewiki und die Sozialrevolutionäre, die Mehrheit. Die meisten Führer der Bolschewiki waren noch in der Verbannung oder in der Emigration. Die Millionenmassen der werktätigen, vor allem aus dem Kleinbürgertum, die durch die Revolution aufgerüttelt worden waren, besaßen keine oder nur wenig Erfahrung im politischen Kampf. Begeistert über den Sieg und die erkämpften Freiheiten, glaubten sie den demagogischen Versprechungen der kleinbürgerlichen Parteien und hatten vielfach deren Vertreter in die Sowjets gewählt.

Die Führer der Sozialrevolutionäre und der Menschewiki aber verrieten die Interessen der Arbeiter, Bauern und Soldaten und lieferten die Staatsmacht freiwillig an die Bourgeoise aus. Sie behaupteten, dass das Ziel der Revolution nur eine bürgerlich-parlamentarische Demokratie sein könne, weil das rückständige Russland für eine sozialistische Revolution noch nicht „reif“ sei. Unter ihrem Einfluss stimmte das Exekutivkomitee des Petrograder Sowjets einer Provisorischen Regierung aus Vertretern der Großbourgeoisie und der Gutsbesitzer zu, die am 2.(15.) März 1917 gebildet wurde. Damit hatte sich in Russland ein eigenartiges Kräfteverhältnis der Klassen, eine Doppelherrschaft, herausgebildet: die revolutionär-demokratische Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft in der Form der Sowjets und der Diktatur der Bourgeoise und der Gutsbesitzer in der Form der Provisorischen Regierung.

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel