Anmerkungen, Ergänzung und Hinweise von Gerd Pehl zum Text „Sieg der Oktoberrevolution – Die ersten Maßnahmen zur sozialistischen Umgestaltung.“

Da DIE TROMMLER bereits fertiggestellt war bevor Gerd Pehl seine Hinweise und Anmerkungen eingebracht hat und ich nicht ganz konform mit ihm gehe und mir das Geschichtsbuch der DDR als Vorlage diente, habe ich seinen Text hier wiedergegeben.

Petra Reichel

Geschichte DDR 9. Klasse

 

Vorlage: Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

 

 

 

 


 

Anmerkungen, Ergänzung und Hinweise von Gerd Pehl zum Text „Sieg der Oktoberrevolution – Die ersten Maßnahmen zur sozialistischen Umgestaltung.“

Meine Hinweise zum Artikel “ Sieg der Oktoberrevolution – Die ersten Maßnahmen zur sozialistischen Umgestaltung“:  
Zum 1. Satz: Ich empfehle, den historischen Namen zu verwenden: Große Sozialistische Oktoberrevolution (GSO). Verlasst die Denkrichtung bürgerlicher Ideologen. 
Die Partei der russischen Arbeiterklasse hieß SDAPR (B) = Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (Bolschewiki). Die SDAPR wurde im März 1898 gegründet. Sie vereinte verschiedene politische Strömungen. Lenin kämpfte für die konsequente Umsetzung der marxistischen Lehre in der Partei und in der Bevölkerung, was dazu führte, dass sich eine Minderheit, die für die bürgerlichen Ideen kämpfte und eine Mehrheit, die für die marxistische Lehre kämpfte, herausgebildet hatte. Die Angehörigen der Minderheit waren die Menschewiki und die, der Mehrheit waren die Bolschewiki. Sie waren beide Mitglieder der SDAPR. Die Trennung wurde besonders deutlich nach der russischen Revolution von 1905 – bekannt mit dem Wort: Blutsonntag. Deshalb ist die Bezeichnung „bolschewistische Partei“ eine Verzerrung der SDAPR (B) von bürgerlichen Ideologen.  
Zum 2. Satz: Ich empfehle, die Worte: “ohne Vorbild und Beispiel“ zu löschen. 
Begründung: Vorbild und Beispiel für die GSO war die Pariser Kommune von März bis Mitte Mai 1871. Sie war eine proletarische Revolution, welche im deutsch-französischen Krieg 1871/72 vollbracht wurde. Bekanntlich hat sich die französische Regierung an den deutschen Bundeskanzler Otto von Bismark gewandt mit der Bitte um Unterstützung zur Zerschlagung der Pariser Kommune, dem Ersuchen entsprach Bismark, indem er die französischen Kriegsgefangen an Frankreich auslieferte zur Zerschlagung der Pariser Kommune.  
Zum 3. Absatz, 1. Satz: Das Wort “werktätige“ vor dem Wort “Bauern“ empfehle ich zu streichen. Die “werktätigen Bauern“ wären nur die Bauern in den Sowchosen (staatliche Güter) arbeiteten. Aber auch die Bauern in den Kolchosen (Vereinigung der Bauern mit ihrem Boden und lebenden sowie landwirtschaftlichen Inventar) lernten ebenso “Schritt für Schritt“.  
Zum 2. Satz: “Lenin und der bolschewistischen Partei“ sollte geändert werden in “SADPR (B) unter Führung Lenins“. Es war nicht Lenin, der die Arbeiterklasse führte, sondern die Avantgarde (Vorhut) der Arbeiterklasse führte die SDAPR (B) und diese Vorhut führte Lenin. 
Zum 4. Absatz, 1. Satz: Die Worte “nach dem Sieg“ sind zu streichen, weil die Zerschlagung des Staates die Aufgabe der Revolution ist. Sie kann nicht siegen ohne den Staat zerschlagen zu haben. Ferner sind die Worte “und Engels“ zu streichen, weil Marx in seiner Schrift “Klassenkämpfe in Frankreich“, was die Analyse der Pariser Kommune ist, erneut darauf hinwies, dass der Staat zerschlagen werden muss, um den Sieg der Revolution zu erringen. Das erste Mal schrieb er es 1852 in der Schrift “Der 18. Brumaire des Luis Bonaparte“. Das Wort “Staatsapparat“ ist zu ersetzen durch das Wort “Staat“. Der Staat ist mehr als nur die Regierung; zu ihm gehören auch die Armee, die Polizei, das Parlament, die Beamten und Angestellten, Staatsanwaltschaft und Gerichte. In den folgenden Sätzen dieses Absatzes sind die Worte “Staatsapparat“ und “Staatsmaschine“ zu ersetzen durch das Wort “Staat“. In dem letzter Satz nach dem Doppelpunk ist das Wort “bei“ zu streichen und zu ersetzen durch das Wort “für“ und dann durchgängig der Akkusativ zu verwenden. Der letzte Halbsatz “beim Aufbau der neuen, sozialistischen Gesellschaftsordnung“ ist zu ändern in “den Aufbau der sozialistischen Gesellschaftsordnung“, weil es keine alte sozialistische Gesellschaftsordnung in Russland gab.  
Zum 5. Absatz, letzter Satz: Der Teil des Satzes “deren Beamte in der Mehrzahl Sabotage betrieben“ ist ersatzlos zu streichen, weil es dafür keine Beweise für die Erklärung gibt. 
Zum letzten Absatz, letzter Satz: Ich empfehle, das Wort “erste“ vor “Verfassung“ zu streichen. Es gibt nur eine Verfassung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR). Die Verfassungen von 1923, 1936 und 1977 sind die Verfassungen der UdSSR.  

Ich bin bereit, Fragen zu beantworten und/oder Diskussionen zu dem Artikel zu führen.

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Die historische Bedeutung der Oktoberrevolution

100 Jahre Oktoberrevolution

 

Bildquelle: Mein Bezirk.at

 

 

Im Bündnis mit der werktätigen Bauernschaft hatte die Arbeiterklasse unter Führung Lenins und der bolschewistischen Partei die Herrschaft der Bourgeoisie und der Gutsbesitzer in Russland gestürzt. Die Arbeiterklasse übernahm die politische macht und errichtete die Diktatur des Proletariats. Vom ersten Tage an begann die Sowjetmacht mit der Umgestaltung der sozial-ökonomischen Verhältnisse. Mit der Übergabe des Bodens und der industriellen Produktionsmittel in die Hände des Volkes wurde nach ihrer Politischen Entmachtung auch die ökonomische Macht der Gutsbesitzer und der Bourgeoisie gebrochen. Die wirtschaftlichen Kommandostellen übernahm der sozialistische Staat.

Die Sowjetmacht schuf das sozialistische Eigentum an den entscheidenden Produktionsmitteln und befreite die Arbeiterklasse vom kapitalistischer Ausbeutung. Sie begann, die Grundlagen der sozialistischen Gesellschaftsordnung zu errichten. Damit unterschied sie sich grundlegend von allen bisherigen Revolutionen der Menschheitsgeschichte.

Die sozialistische Oktoberrevolution hatte nicht nur das alte Russland entschieden verändert. Unter ihrem Einfluss veränderte sich das internationale Kräfteverhältnis grundlegend zugunsten des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus. Mit dem Ausbruch Russlands aus dem bis dahin weltbeherrschenden System des Imperialismus und der Errichtung des ersten sozialistischen Staates standen sich zwei einander entgegengesetzte gesellschaftliche Systeme- das imperialistische und das sozialistische- gegenüber.

Innerhalb des imperialistischen Systems kam es unter den Auswirkungen der Oktoberrevolution zu gewaltigen revolutionären Erhebungen, die in einer Reihe kapitalistischer Hauptländer die Herrschaft der imperialistischen Bourgeoisie erschütterten.

Eine mächtige Welle antiimperialistischer nationaler Befreiungskämpfe erfasste das Hinterland des Imperialismus, die kolonialen und abhängigen Länder, und leitete die Krise des imperialistischen Kolonialsystems ein. Die junge Sowjetmacht wurde Zentrum für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse und der Volksmassen aller Länder gegen Imperialismus, Kolonialismus und Krieg. Nach dem weltweiten Sieg des Kapitalismus ist die Welt instabiler geworden. Gesellschaftlicher Rückschritt, Krisen und Krieg bestimmen nun das Weltgeschehen.

Seit der Sozialistischen Oktoberrevolution veränderten sich die internationalen Bedingungen. Es bildete sich die allgemeine Krise des Kapitalismus, die mit dem Ersten Weltkrieg begonnen hatte, voll heraus. Sie erwuchs aus der Zuspitzung aller Widersprüche des Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium und ergriff sämtliche Seiten des kapitalistischen Gesellschaftssystems: die Wirtschaft und Politik, die Ideologie und Kultur. Die allgemeine Krise des Kapitalismus ist gekennzeichnet durch seine ständig fortschreitende Zersetzung und seine innere Schwächung. Seinerzeit gab es die Einschätzung, dass mit der Sozialistischen Oktoberrevolution die Epoche des Niedergangs und des Verfalls des Kapitalismus bis zu seinem völligen Untergang begann. Das war ein entscheidender Irrtum. Der Kapitalismus hat sich als stärker erwiesen, wie gedacht. Wie Phönix aus der Asche ist der Kapitalismus gestärkt aus der Konterrevolution in den einstigen sozialistischen Ländern in Europa und weltweit heraufgestiegen.

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

 

 

Originaltext:

 

Historische Bedeutung Oktoberrevolution

 

Februarrevolution

Die imperialistischen Widersprüche hatten sich unter den Bedingungen des 1. Weltkrieges außerordentlich verschärft. In zahlreichen Ländern war eine revolutionäre Krise herangereift. Russland war das erste Land in dem sie im Februar 1917 zur Revolution führte.

Die Februarrevolution 1917 in Russland

 

Russland am Vorabend der Revolution

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts war Russland zum Knotenpunkt aller Widersprüche des Imperialismus und zum Zentrum der internationalen revolutionären Bewegung geworden.

Die erste russische Revolution von 1905 bis 1907 hatte jedoch eine Niederlage erlitten. Die grundlegenden Widersprüche, die zu dieser Revolution geführt hatten, blieben ungelöst und mussten sich in den folgenden Jahren weiter verschärfen.

Die Macht im zaristischen Russland übte eine Handvoll Gutsbesitzer, an ihrer Sputze Nikolaus II, im engen Bündnis mit den Magnaten des Finanzkapitals aus, die für europäische Verhältnisse märchenhafte Profite einstrichen. Das reaktionäre zaristische Regime, die rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiter durch die russischen und ausländischen Kapitalisten, die halbfeudale Knechtung der werktätigen Bauern durch die Gutsbesitzer und die nationale Unterdrückung der verschiedenen Völker Russlands verliehen den Klassengegensätzen besondere Schärfe. Bereits seit 1910 hatte, geleitet von der Partei der Bolschewiki ein neuer revolutionärer Aufschwung der Massenbewegung begonnen.

Der Erste Weltkrieg, der die Widersprüche in allen imperialistischen Ländern verschärfte, wirkte sich besonders schwer auf das rückständige Russland aus.

Die gewaltigen Verluste an der Front, das reaktionäre Gewalt- und Terrorregime, der wirtschaftliche Verfall und die Hungersnot riefen wachsenden Widerstand gegen den Krieg und die zaristische Selbstherrschaft hervor.

Die Bauern wandten sich in immer größerer Zahl gegen die Gutsbesitzer, stellten Pachtzahlungen ein, beschlagnahmten Getreidevorräte und landwirtschaftliche Geräte und steckten häufig auch Herrensitze in Brand. Soldatenunruhen nahmen großen Umfang an. Ganze Regimenter weigerten sich, weiterzukämpfen. Ende 1916 waren bereits mehr als eineinhalb Millionen Soldaten von der Front desertiert. Mitte 1916 brachen in Mittelasien Aufstände der vom Zarismus unterdrückten Völker aus, die Millionen Menschen erfassten. Im zaristischen Russland reifte eine revolutionäre Situation heran.

Unter den schwierigen Bedingungen, von zaristischen Schergen gejagt, eingekerkert oder verbannt, organisierten und führten die Bolschewiki die wachsende Massenbewegung gegen den imperialistischen Krieg und das zaristische Regime.

Lenin hatte während des Krieges eine große theoretische Arbeit geleistet. In seinem Werk „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ nahm er eine interessante wissenschaftliche Analyse des Imperialismus vor und entwickelte die Theorie der sozialistischen Revolution den neuen Bedingungen entsprechend weiter. Von großer Bedeutung für die Strategie und Taktik der Arbeiterbewegung war die Erkenntnis Lenins, dass die sozialistische Revolution nicht, wie die Marxisten bis dahin annahmen, in allen entwickelten kapitalistischen Ländern gelichzeitig ausbrechen werde. Ausgehend von dem Gesetz der ungleichmäßigen ökonomischen und politischen Entwicklung der kapitalistischen Länder wies er nach, dass der Sieg der sozialistischen Revolution zuerst nur in einigen Ländern oder sogar nur in einem einzelnen Land möglich sei. Dabei musste dieses Land nicht unbedingt eines der höchstentwickelten kapitalistischen Länder sein. Die sozialistische Revolution musste vielmehr dort zuerst beginnen, wo die imperialistischen Widersprüche am schärfsten in Erscheinung traten, wo sich das schwächste Glied in der Kette des Imperialismus befand und wo die revolutionären Kräfte unter Führung des Proletariats und seiner marxistischen Partei am besten zum Sturm auf den Kapitalismus gerüstet waren.

Zunächst ging es in Russland jedoch um die Durchführung einer bürgerlich-demokratischen Revolution, die, wie schon die Lehren aus der Revolution von 1905 bis 1907 zeigten, unter der Führung der Arbeiterklasse stehen musste. Die Hauptaufgaben dieser Revolution waren der Sturz des Zarismus, die Errichtung einer demokratischen Republik, die sofortige Beendigung des Krieges, die Übergabe des Bodens an die Bauern und die volle Gelichberechtigung aller Völker Russlands. Diese Forderungen ermöglichten es, alle revolutionären Kräfte des Landes zu vereinigen.

 

Der Sturz des Zarismus und die Errichtung der Doppelherrschaft

Zu Beginn des Jahres 1917 wuchs die revolutionäre Bewegung im ganzen Lande rasch an. Im Januar streikten 250 000 Arbeiter. Besonders gespannt war die Lage in der Hauptstadt Petrograd.

Am 18. Februar(3.März) traten die Arbeiter der Pulitow-Werke in Petrograd, die zur Vorhut des revolutionären russischen Proletariats gehörten, in den Streik, der sich bald auf andere Betriebe ausdehnte.

Anzahl steinende Arbeiter

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Streik Pedrograd 1917

Streik in Petrograd, entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Barrikade Februarrevolution 1917

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Am 23. Februar(8.März), dem internationalen Frauentag, kam es zu Kundgebungen und Demonstrationen für Frieden und Brot gegen Krieg und Zarismus. Das Petrograder Parteikomitee der Bolschewiki rief zur Weiterführung der Massenbewegung auf, die am 25. Februar(10. März) in den Generalstreik und am nächsten Tag in den bewaffneten Aufstand überging. Am 27. Februar(12. März) erfassten die Kämpfe bereits die ganze Stadt. Zehntausende Soldaten, zumeist Bauern, die in die Armee gepresst worden waren, schlossen sich den kämpfenden Arbeitern an. Gemeinsam eroberten sie die Schlüsselstellungen in der Stadt, wie das Waffenlager der Armee, die Eisenbahnstationen, das Hauptpostamt und die Peter-Pauls-Festung. Das Bündnis mit dem Proletariat und den Bauern im Soldatenrock gab den revolutionären Kräften das entscheidende Übergewicht.

Nach erbitterten Kämpfen befand sich die Hauptstadt am Abend des 27. Februar(12. März)1917 in den Händen der Revolutionäre. Alle Versuche der Generalität und der Bourgeoisie, die Monarchie zu retten, misslangen. Die zaristische Selbstherrschaft brach zusammen. Die bürgerlich-demokratische Februarrevolution in Russland 1917 hatte gesiegt.

Bereits am 27. Februar(12. März)rief die Partei der Bolschewiki, die sich auf die Erfahrungen der Revolution von 1905 bis 1907 stützte, zur Bildung von Sowjets auf. Noch am Abend des gleichen Tages traten mehr als 1000 in den Petrograder Betrieben und Truppenteilen gewählte Delegierte zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Sie schufen als einheitliches revolutionäres Machtorgan des siegreichen Aufstandes den Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeputierten.

Dem Sieg des bewaffneten Aufstandes in Petrograd folgte der revolutionäre Umsturz im ganzen Lande. In vielen Orten entstanden in zum Teil schweren Auseinandersetzungen mit den reaktionären Kräften Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten. In den Industriegebieten um Petrograd und Moskau, im Ural und im Donezbecken führten viele Sowjets den Achtstundentag ein, verjagten Polizei und zaristische Richter, schufen Rote Garden und Volksgerichte, setzten reaktionäre Betriebsdirektoren ab, begannen die Arbeiterkontrolle einzuführen, und versuchten, Transport- und Versorgungsschwierigkeiten zu lösen. Die Sowjets, die sich auf das bewaffnete Volk stützten, besaßen die tatsächliche Macht. Sie verkörperten die revolutionär-demokratische Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft.

Im Petrograder Sowjet und seinem Exekutivkomitee und auch in den meisten anderen Sowjets hatten jedoch die kleinbürgerlich-opportunistischen Parteien, die Menschewiki und die Sozialrevolutionäre, die Mehrheit. Die meisten Führer der Bolschewiki waren noch in der Verbannung oder in der Emigration. Die Millionenmassen der werktätigen, vor allem aus dem Kleinbürgertum, die durch die Revolution aufgerüttelt worden waren, besaßen keine oder nur wenig Erfahrung im politischen Kampf. Begeistert über den Sieg und die erkämpften Freiheiten, glaubten sie den demagogischen Versprechungen der kleinbürgerlichen Parteien und hatten vielfach deren Vertreter in die Sowjets gewählt.

Die Führer der Sozialrevolutionäre und der Menschewiki aber verrieten die Interessen der Arbeiter, Bauern und Soldaten und lieferten die Staatsmacht freiwillig an die Bourgeoise aus. Sie behaupteten, dass das Ziel der Revolution nur eine bürgerlich-parlamentarische Demokratie sein könne, weil das rückständige Russland für eine sozialistische Revolution noch nicht „reif“ sei. Unter ihrem Einfluss stimmte das Exekutivkomitee des Petrograder Sowjets einer Provisorischen Regierung aus Vertretern der Großbourgeoisie und der Gutsbesitzer zu, die am 2.(15.) März 1917 gebildet wurde. Damit hatte sich in Russland ein eigenartiges Kräfteverhältnis der Klassen, eine Doppelherrschaft, herausgebildet: die revolutionär-demokratische Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft in der Form der Sowjets und der Diktatur der Bourgeoise und der Gutsbesitzer in der Form der Provisorischen Regierung.

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

Zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution

Gastbeitrag von Gerd Pehl

100 Jahre Oktoberrevolution

 

Bildquelle: Mein Bezirk.at

 

 

 

 

 

Mir gefällt, dass schon jetzt an die Große Sozialistische Oktoberrevolution, die vor 100 Jahren, am 25. Oktober (7.November)1917, in Russland stattfand, erinnert wird. Sie war wie in dem Beitrag dargelegt ein bedeutender Schlag gegen den Imperialismus weltweit und für die kriegsführenden Staaten Europas ein ganz besonderer Schlag. Das Proletariat und die Garnison Petrograds hatten erfolgreich den alten Staatsapparat von Grund aus unblutig zerschlagen. Das war der Auftrag, den die Arbeiterklasse mit ihren Verbündeten zu erfüllen hatte wie Karl Marx in seinem Werk “Der achtzehnte Brumaire des Luis Bonaparte“ 1852 schrieb, um die proletarische Revolution zu einem dauerhaften Sieg zu führen. Auf die Bedeutung der Zerschlagung des alten Staatsapparats wies Karl Marx 1871 erneut in seiner Schrift “Klassenkämpfe in Frankreich“, der Analyse der Pariser Kommune, hin.

Einige Hinweise sind m. E. zu dem Betrag hinsichtlich des besseren Verständnisses zu machen notwendig.
Die Arbeiterklasse hat verbunden mit der armen Bauernschaft unter Führung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (Bolschewiki) [SDAPR (B)] mit W.I. Lenin an ihrer Spitze die Herrschaft der Bourgeoisie und Großgrundbesitzer gestürzt.
Das Erste, was der Zweite Gesamtrussische Kongress der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten der Welt verkündete, war am 26. Oktober (8. November) 1917 das Dekret (Beschluss) über den Frieden. Zum Zeitpunkt der Revolution war der Erste Weltkrieg noch im vollen Gange. Auch die russische Armee verteidigte sich gegen die Angreifer wie Deutschland und Österreich-Ungarn. Das russische Volk sehnte sich nach Frieden, denn das vierte Kriegsjahr war bereits angebrochen, auch die junge Sowjetmacht brauchte den Frieden für den Aufbau ihres Landes, für die Festigung und Stärkung der revolutionären Errungenschaften. Deshalb schlug die provisorische Arbeiter- und Bauernregierung Russlands den Regierungen und den Völkern der kriegsführenden Länder den Abschluss eines sofortigen Waffenstillstands für mindestens 3 Monate vor, um in dieser Zeit die Friedensverhandlungen abschließen zu können.
Um die vollständige ökonomische Macht im Land zu sichern, erließ der Zweite Gesamtrussische Kongress der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten am 26. Oktober (8. November) 1917 das Dekret über den Grund und Boden. Dieses Dekret umfasste nicht nur die unentgeltliche Enteignung der Gutsbesitzer am Grund und Boden, sondern auch die Güter der Grundbesitzer sowie alle Apanage- (meist finanzielle Zuwendungen zur Erhaltung des standesgemäßen Lebens der Fürsten aber auch dafür abgegebene Ländereien), Kloster- und Kirchenländereien mit dem gesamten lebenden und totem Inventar sowie die Wirtschaftsgebäude nebst Zubehör.

Beide Dekrete fasste der Zweite Gesamtrussische Kongress der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten folglich ein Tag nach dem Sturz der Kerenski-Regierung. Dieser Kongress beschloss ebenfalls, bis zur Einberufung der Konstituieren Versammlung eine provisorische Arbeiter- und Bauernregierung zu bilden, die den Namen Rat der Volkskommissare trägt, welche ebenfalls am 26. Oktober (8.November) 1917 gebildet wurde. Die Regierungsgewalt übte das Kollegium der Vorsitzenden der Kommissariate aus. Die Kontrolle über die Tätigkeit der Volkskommissare sowie das Recht sie abzusetzen, wurde dem Gesamtrussischen Kongress der Sowjets der Arbeiter-, Bauern- und Soldatendeputierten und seinem Zentralexekutivkomitee zugestanden. Somit waren die Grundlagen für den neuen Sowjetstaat geschaffen.
Keineswegs war mit der Schaffung der Grundlagen für die junge Sowjetmacht der revolutionäre Kampf beendet. Es gab politische Strömungen in Russland, die zu konterrevolutionäre Aktionen die Bevölkerung zu mobilisieren versuchten. Auch andere politischen Parteien versuchten die Macht der SDAPR (B) zu brechen. Die junge Sowjetmacht wurde nicht nur innerhalb Russland angefeindet, sondern auch vom Ausland waren Kräfte versucht, sie zu stürzen. Alle Versuche sind fehlgeschlagen. Die Sowjetmacht konnte mehr als 70 Jahre erfolgreich jedwede Anfeindung abwehren und half anderen Völkern sich von der imperialistischen Macht und sich und von der kolonialistischen Macht imperialistischer Staaten zu befreien. Deshalb ist die Große Sozialistische Oktoberrevolution für uns im 21. Jahrhundert noch immer von wesentlicher Bedeutung.

 

 

Der Übergang von der bürgerlich-demokratischen zur sozialistischen Revolution

Die Periode der Doppelherrschaft

Die widerspruchsvollen Machtverhältnisse der Doppelherrschaft, das nebeneinander zweier, ihrem Klassencharakter nach entgegengesetzter Diktaturen konnte nicht von langer Dauer sein. Die Provisorische Regierung war nicht bereit die Forderungen des Volkes zu erfüllen. Unter dem Druck der Massen war sie zwar gezwungen, die Verhaftung der Zarenfamilie anzuordnen und deren Ländereien zu beschlagnahmen, doch der Krieg wurde, als „revolutionäre Vaterlandsverteidigung“ getarnt und mit den alten imperialistischen Zielsetzungen fortgesetzt. Die Bauern erhielten kein Land, sondern wurden auf kommende „gesetzliche Regelungen“ vertröstet. Gestützt auf den alten Staatsapparat und die sozialrevolutionären und menschewistischen Führer in den Sowjets, war die bürgerliche Provisorische Regierung bestrebt, die Revolution einzudämmen und die Staatsmacht vollständig in ihren Händen zu konzentrieren.

Aber auch die revolutionären Kräfte erstarkten. Viele Bolschewiki trafen jetzt nach jahrelanger Verbannung und Emigration wieder in den politischen Zentren Russlands ein. Am 03.(16.) April kehrte Lenin aus der Schweiz nach Russland zurück.

 

Empfang Lenins am Bhf

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Bereits am nächsten Tag verkündete Lenin auf einer Versammlung bolschewistischer Delegierter der Gesamtrussischen Beratung der Sowjets seine berühmten Aprilthesen. Darin begründete er den Kurs der Partei auf das Hinüberwachsen der bürgerlich-demokratischen Revolution in die sozialistische Revolution, die allein die dringenden Lebensfragen des Volkes lösen konnte. Da die Provisorische Regierung zunächst über keine militärischen Machtmittel gegen die Volksmassen verfügte, bestand die Möglichkeit, diesen Übergang auf friedlichem Wege, das heißt ohne bewaffnete Kräfte, zu vollziehen.

Lenin erläutert Aprilthesen

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Lenins Aprilthesen 1

Lenins Aprilthesen 2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Unter der Losung „Alle Macht den Sowjets“ wandten sich die Bolschewiki gegen jede Unterstützung der Provisorischen Regierung und forderten, die ungeteilte und vollständige Herrschaft der Sowjets zu errichten. Die Aprilthesen enthielten das konkrete Kampfprogramm der Partei für den Übergang zur sozialistischen Revolution.

Lenin orientierte die Partei darauf, durch Aufklärung und Überzeugung den irregeführten werktätigen Massen anhand ihrer Erfahrungen die Richtigkeit der bolschewistischen Forderungen zu beweisen, ihre Mehrheit zu gewinnen und damit auch den entscheidenden Einfluss in den Sowjets zu erlangen.

Fünf Monate nach dem Sturz des Zarismus waren die berechtigten Forderungen des Volkes noch immer nicht erfüllt. Die Zerrüttung der Wirtschaft war weiter fortgeschritten. Die gescheitere Juni-Offensive hatte 60 000 Opfer gefordert.

Wichtigste Ereignisse 1

Wichtigste Ereignisse 2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Am 04.(17.) Juli 1917 demonstrierten in Petrograd über 500 000 Arbeiter, Soldaten und Matrosen. Sie forderten die Übernahme der Macht durch die Sowjets, die Übergabe des Bodens an die armen Bauern und den Abschluss eines für alle Völker gerechten Friedens. Die Juli-Demonstration drohte zu einem bewaffneten Zusammenstoß zu führen. Lenin und die Bolschewiki erkannten jedoch, dass eine revolutionäre Situation noch nicht herangereift war und warnten vor verfrühten Aktionen. Es gelang ihnen zwar nicht, die Demonstration zu verhindern, jedoch konnten sie ihr einen organisierten und friedlichen Charakter verleihen. Doch auf Befehl der Provisorischen Regierung, die entschlossen war, die revolutionären Kräfte niederzuschlagen, feuerten Einheiten von Offiziersschülern in die demonstrierenden Massen. Mehr als 400 Menschen wurden getötet oder verletzt. Die kleinbürgerlichen, opportunistischen Führer des Petrograder Sowjets, die völlig in bürgerlichen Auffassungen befangen waren, unterstützten das blutige Vorgehen der Regierung. Sie stellten sich damit offen auf die Seite der konterrevolutionären Bourgeoisie, die am 08.(21.) Juli den Sozialrevolutionär Kerenski zum Ministerpräsidenten der Provisorischen Regierung berief.

Petrograd Juli 1917

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Mit den Juli-Ereignissen war die Macht völlig an die konterrevolutionäre Regierung, das Organ der Großbourgeoisie und Gutsbesitzer, übergegangen, und die von Menschewiki und Sozialrevolutionären geleiteten Sowjets wurden zu deren Anhängseln. Die Periode der Doppelherrschaft war zu Ende.

Die Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes durch die Bolschewiki

Nachdem die Provisorische Regierung mit offener Gewalt und Terror gegen die revolutionäre Bewegung vorgegangen war, bestand die Möglichkeit einer friedlichen Entwicklung zur sozialistischen Revolution nicht mehr. Die konterrevolutionäre Politik der Regierung, die nicht daran dachte, die Grundforderungen des Volkes zu erfüllen, beschwor für Russland eine Katastrophe herauf. Es blieb nur ein Ausweg: Sturz der Provisorischen Regierung und Errichtung der Macht des Proletariats und der armen Bauernschaft. Das konnte nur noch durch den bewaffneten Kampf der Arbeiter, Soldaten und der armen Bauern erfolgen. Die Partei der Bolschewiki beschloss deshalb auf ihrem VI. Parteitag im August 1917, der illegal in Petrograd durchgeführt wurde, Kurs auf die Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes zu nehmen.

Terrormaßnahmen Provisorische Regierung 1

Terrormaßnahmen der Provisorischen Regierung 2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Die Mehrheit der Arbeiter, Soldaten und werktätigen Bauern hatte sich überzeugen können, dass die Politik der Bolschewiki richtig war. Am 31. August (13. September) 1917 ging der Petrograder und am 05. (18.) September der Moskauer Sowjet auf die Seite der Bolschewiki über. Ihnen folgten noch im September Hunderte anderer Sowjets in den wichtigsten Städten und Gebieten des Landes. Ende September 1917 hatte die revolutionäre Krise das ganze Land erfasst. Die sozialistische Revolution war herangereift.

Die Mehrheit der Arbeiter, Soldaten und werktätigen Bauern hatte sich überzeugen können, dass die Politik der Bolschewiki richtig war. Am 31. August (13. September) 1917 ging der Petrograder und am 05. (18.) September der Moskauer Sowjet auf die Seite der Bolschewiki über. Ihnen folgten noch im September Hunderte anderer Sowjets in den wichtigsten Städten und Gebieten des Landes. Ende September 1917 hatte die revolutionäre Krise das ganze Land erfasst. Die sozialistische Revolution war herangereift.

Am 07. (20.) Oktober kehrte Lenin illegal aus Finnland nach Petrograd zurück. Unter seiner unmittelbaren Leitung bereitete das Zentralkomitee der bolschewistischen Partei den bewaffneten Aufstand vor.

Vorbereitung bewaffnete Aufstand 1

Vorbereitung bewaffneter Aufstand 2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Originaltext:

Übergang zu sozialistischer Revolution

Der Sieg des bewaffneten Aufstandes in Petrograd

In der Nacht zum 24. Oktober (06.November) 1917 beschloss die Provisorische Regierung, der Revolution zuvorzukommen. Am frühen Morgen überfielen regierungstreue Offiziersschüler die Druckerei der bolschewistischen Zeitungen „Rabotschi Put“ und „Soldat“. Danach sollten der Smolny, Sitz des Zentralkomitees der Bolschewiki, des Petrograder Sowjets und des Revolutionären Militärkomitees, erobert und sämtliche Brücken der Stadt besetzt werden.

Auf Weisung des Zentralkomitees der Bolschewiki leitete das Revolutionäre Militärkomitee die sofortige Abwehr der konterrevolutionären Aktionen ein. Rote Garden der Petrograder Arbeiter und revolutionäre Soldaten sicherten den Smolny und eroberten die Druckerei zurück. Das bolschewistische Zentralorgan konnte – nur um einige Stunden verspätet – um 11 Uhr vormittags erscheinen. Es rief zu Sturz der Provisorischen Regierung und zur Errichtung der Sowjetmacht auf.

Nach dem von Lenin bereits am 8.(21.) Oktober entworfenen und vom Revolutionären Militärkomitee ausgearbeiteten Plan wurde der bewaffnete Aufstand durchgeführt.

Aufruf Militärkomitee 1

Aufruf Militärkomitee 2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Bereits am Morgen der 24. Oktober (06.November) 1917 wurden die Regimenter der Petrograder Garnison, die auf der Seite der Revolution standen, in Alarmbereitschaft versetzt und die Schiffe und Matrosen der Baltischen Flotte zur Unterstützung gerufen. In den Betrieben begann die Bewaffnung der Arbeiter. Innerhalb weniger Stunden waren die bewaffneten Kräfte der Revolution, insgesamt etwa 200 000 Rotgardisten, Soldaten und Matrosen, einsatzbereit und erhielten ihre Kampfaufträge. Als die Kriegsschiffe aus Kronstadt in die Newa einliefen, ging auch die Besatzung der Peter-Pauls-Festung auf die Seite der Revolution über. Am Abend traf Lenin, der illegal in Petrograd gelebt hatte, im Smolny ein und übernahm persönlich die Leitung des Aufstandes. Noch in der Nacht gingen das Hauptpostamt, das Fernsprechamt, die Bahnhöfe, die Newabrücken, die Staatsbank und andere wichtige Objekte in die Hände der Revolutionäre über.

Smolny während Oktobertage

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982 

Der Aufstand vollzog sich planmäßig, schnell und ohne größeres Blutvergießen. Alle Versuche, Fronttruppen zur Verteidigung der Provisorischen Regierung nach Petrograd zu holen, waren gescheitert.

Am Morgen des 25. Oktober(07. November) 1917 befanden sich nur noch das Winterpalais und einige andere Punkte in den Händen der bürgerlichen Regierung. Von der Ausweglosigkeit seiner Lage überzeugt, floh der Ministerpräsident Kerenski mit einem Auto der amerikanischen Botschaft zum Stab der Nordfront und von dort später ins Ausland.

In einem von Lenin verfassten Aufruf, den das Revolutionäre Militärkomitee am 25. Oktober (07.November) um 10 Uhr morgens veröffentlichte, wurde der Sieg der sozialistischen Revolution verkündet.

Panzerkreuzer Aurora

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Am Abend des 25. Oktober(07.November) 1917 gab ein Schuss des Kreuzers „Aurora“ das Signal zum Sturm auf das Winterpalais, die letzte Festung der Provisorischen Regierung. Er endete mit der Verhaftung der Mitglieder der Regierung durch bewaffnete Arbeiter und Matrosen.

Kampf Winterpalais

Kampf Winterpalais 2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Der 25. Oktober (07. November) 1917 ging in die Geschichte der Menschheit als der Tag des Sieges des bewaffneten Aufstandes in Petrograd, des Sieges der Sozialistischen Oktoberrevolution, der gewaltigsten und tiefgreifensden Umwälzung in der bisherigen Weltgeschichte ein. Allerdings war diese geschichtliche Umwälzung nicht für die Ewigkeit. Mit der Konterrevolution 1989/90 hat der Kapitalismus die Welt zurückerobert.

 

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

 

 

Originaltext in diesem Abschnitt

Sieg Oktoberrevolution

 

 

 

 

 

Die historischen Beschlüsse des II. Gesamtrussichen Sowjetkongresses

Noch während der Kämpfe in Petrograd trat am Abend des 25. Oktober (07.November)1917 der II. Gesamtrussische Sowjetkongress im Smolny zusammen.

Passierscheinüberprüfung Eingang Smolny

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Der Kongress fasste weitere Beschlüsse von geschichtlicher Tragweite, mit denen die Grundforderungen der Arbeiter und Bauern erfüllt wurden.

Auf der zweiten Sitzung des Kongresses, am 26. Oktober(08. November)1917, sprach Lenin über die Frage des Friedens und verlas das Dekret über den Frieden.

Dekret über den Frieden

Dekret über den Frieden, entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Darin verurteilte die Sowjetregierung die Fortsetzung des Krieges als das größte Verbrechen an der Menschheit und schlug allen kriegführenden Völkern und Regierungen sofortige Friedensverhandlungen vor. Zugleich rief sie die klassenbewussten Arbeiter, insbesondere Englands, Frankreichs und Deutschlands auf, im eigenen Lande zu mitzuhelfen, die Menschheit von Krieg und Ausbeutung zu befreien.

Zum ersten Mal in der Geschichte war ein Staat entstanden, der den Frieden zur Grundlage seiner Außenpolitik machte. Der Friedenskampf der Völker hatte von nun an in dem ersten Arbeiter-und-Bauern-Staat der Welt eine feste Stütze gefunden.

Das zweite Gesetz, das der Sowjetkongress beschloss, war das Dekret über den Grund und Boden. Es verfügte die entschädigungslose Enteignung des gesamten Gutsbesitzerlandes, das den armen und werktätigen Bauern zur kostenlosen Nutzung überlassen wurde. Insgesamt erhielten die Bauern unentgeltlich mehr als 150 Millionen Hektar Land. Außerdem wurden die Bauern von allen Schulden sowie von den 700 Millionen Goldrubeln jährlicher Pachtzahlung an Gutsbesitzer und Bourgeoise befreit. Dadurch wurden in Russland endgültig die Überreste des Feudalismus beseitigt. Die konsequente Durchführung des Dekrets festigte das Bündnis der Arbeiter und der werktätigen Bauern und schuf damit eine wichtige Voraussetzung für eine wichtige sozialistische Umgestaltung des Landes.

Zum Abschluss nahm der II. Sowjetkongress den Beschluss über die Bildung der Arbeiter- und Bauernregierung, des Rates der Volkskommissare an. Zum Vorsitzenden wurde Wladimir Iljitsch Lenin berufen. Der Rat der Volkskommissare war dem Sowjetkongress verantwortlich und rechenschaftspflichtig. Weiter wählte der Kongress das Gesamtrussiche Zentralexekutivkomitee der Sowjets, das zwischen den Sowjetkongressen das höchste Machtorgan war. An seine Spitze trat Anfang November der bewährte Kampfgefährte Lenins, J.M. Swerdlow.

Erinnerung Smolny 1

Erinnerung Smolny 2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Mit dem Ruf „Es lebe der Sozialismus!“ und dem Gesang der Internationale beschlossen die Delegierten in den frühen Morgenstunden des 27. Oktober (09.November) 1917 den II. Sowjetkongress. Sie hatten eine Arbeit vollbracht, die in die Geschichte der Menschheit einging.

 

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

Hier findet man den Originaltext:

Sieg Oktoberrevolution