Demokratischer Block

….der Parteien und Massenorganisationen(kurz D.B.)

 

Der Demokratische Block war eine Organisationsform des politischen Bündnisses der Parteien und Massenorganisationen in der DDR unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei, der SED. Das wird heute als undemokratisch gewertet. Doch in der so viel gepriesenen bürgerlichen Demokratie ist das Großkapital die wirkliche Macht.

Der D.B. wurde auf Initiative des ZK(Zentralkomitee) der KPD und des ZA(Zentralausschuss) der SPD am 14. Juli 1945 mit dem Ziel gebildet, alle politisch organisierten demokratischen Kräfte des Volkes im Kampf gegen Imperialismus, Militarismus und Junktertum(Junker=Gutsherren) zu vereinen und gemeinsam die antifaschistisch-demokratische Umwälzung durchzuführen. Bereits am 06. März 1944 hatte das Politbüro der KPD den Vorschlag unterbreitet, allen in Deutschland nach der Befreiung vom Faschismus entstehenden und sich entwickelnden antifaschistisch-demokratischen Parteien und Organisationen das Angebot zu machen, sich zu einem nationalen Block der kämpferischen Demokratie zu vereinen. Dieser Vorschlag fand im Aufruf des ZK der KPD vom 11. Juni 1945 seinen Niederschlag. Der D.B. bestand bei der Durchführung der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung und beim Aufbau des Sozialismus die seinerzeit historische Bewährungsprobe. Er leistete seit jener Zeit bis 1989 eine umfangreiche politische Arbeit zur Sicherung des einheitlichen Handelns der Mitglieder der Parteien und Massenorganisationen bei der allseitigen Stärkung der DDR, der Durchführung der Gesetze und Beschlüsse der Volksvertretungen. Der D.B. wurde zum Kern der Nationalen Front der DDR und zu einem wesentlichen Element der sozialistischen Demokratie. Aus heutiger und bürgerlich-demokratischer Sicht ist das nicht verständlich und wird als Kontrolle und Gleichmacherei interpretiert. Sieht man aber genau hin, ist der Streit in den bürgerlichen Parlamenten, Organisationen und Parteien oft Kaspertheater. Letztendlich führt auch da der Weg in eine Richtung. Abweichler haben keine Chance, doch es wird ihnen vorgegaukelt, doch eine Stimme zu haben.

Im D.B. wurden politische Grundfragen der Entwicklung der DDR und Probleme der internationalen Entwicklung, grundlegende Gesetzentwürfe u.a. staatliche Dokumente beraten, sowie Maßnahmen zu ihrer Verwirklichung festgelegt.

Neben dem zentralen D.B. bestand der D.B. in den Bezirken und Kreisen. Der Vorsitz des D.B. wechselte turnusmäßig.

Mit dem Wirken des D.B. wurde zugleich der Grundsatz realisiert, allen Bürgerinnen und Bürgern, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnis, breiteste Möglichkeiten zur aktiven Mitwirkung zur Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft zu geben. Offenbar wurden diese Möglichkeiten zu wenig genutzt. (siehe Beitrag zur Nationalen Front)

Berlin, Treffen des Zentralen Demokratischen Blocks

ADN-ZB/Mittelstädt/18.10.1989/Berlin: Treffen/Unter dem turnusmäßigen Vorsitz der SED trat im Haus des Nationalrates der Zentrale Demokratische Block der Parteien und Massenorganisationen zusammen. An dem Treffen nahmen u.a. teil der Generalsekretär des ZK der SED, Egon Krenz, der Vorsitzende der LDPD, Prof. Dr. Manfred Gerlach (l), der Vorsitzende der DBD, Dr. Günther Maleuda (2.v.l.), der Vorsitzende der CDU, Gerald Götting (4.v.l.), der Vorsitzende der NDPD, Dr. Heinrich Homann (5.v.l.), der 1. Sekretär des Zentralrates der FDJ, Eberhard Aurich (6.v.l.), der Präsident des Kulturbundes, Prof. Dr. Hans Pischner (/.v.l.), der Präsident des Nationalrates der Nationalen Front, Prof. Dr. Dr. Lothar Kolditz (8.v.l.).

Treffen des Zentralen Demokratischen Blocks der Parteien und Massenorganisationen, 18. Oktober 1989

Bildquelle:

Von Bundesarchiv, Bild 183-1989-1018-035 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Am 5. Dezember 1989 traten LDPD und CDU aus dem Demokratischen Block aus. Am 7. Dezember folgte die NDPD.

Zahlen und Fakten aus Wörterbuch der Geschichte, DDR 1984 und Wikipedia

 

Wörterbuch der Geschichte, Berlin 1984

Demokratischer Block

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Nationale Front der DDR (kurz N.F.)

Die Nationale Front der DDR( bis 1973 Nationale Front des demokratischen Deutschland) war eine sozialistische Volksbewegung und politische Kraft in der DDR, die aus der Volkskongressbewegung hervorging.
Ein Vorläufer der Nationalen Front war der bereits 1945 gegründete Antifa-Block, auch als Demokratischer Block bekannt. Auf dem Dritten Deutschen Volkskongress im Mai 1949 wurde dann die Nationale Front ins Leben gerufen.

In der Entschließung „Die Nationale Front des Demokratischen Deutschlands“ vom 04. Oktober 1949 veröffentlichte der PV(Parteivorstand der SED) die Grundsätze für die Tätigkeit und Organisation der N.F.. Am 07. Januar 1950 konstituierte sich das Sekretariat der N.F.. Der am 03. Februar 1950 gebildete Nationalrat beschloss am 15. Februar 1950 das Programm der N.F.. Die Hauptaufgabe der N.F. war die ständige Stärkung der DDR.

Die N.F. formierte sich nach Gründung der DDR zu einer breiten politischen Massenbewegung. In ihr fand das Bündnis aller Kräfte des Volkes seinen organisatorischen Ausdruck. Heute wird das als Kontrolle und Demokratieeinschränkung interpretiert. Doch es ging um die Bündelung der Kräfte sämtlicher Organisationen in der DDR, um die sozialistische Gesellschaftsordnung zu stärken.

Berlin, DDR-Gründung, 9. Volksratsitzung, Präsidium

ADN-ZB/Igel 7.10.1949 Berlin: Gründung der Deutschen Demokratischen Republik am 7.10.49 Im Gebäude der DWK (Deutsche Wirtschaftskommission) in der Leipziger Straße fand am 7.10.1949 die 9. Tagung des Deutschen Volksrates statt, auf der das Manifest der Nationalen Front des demokratischen Deutschland verkündet wurde. Der Deutsche Volksrat konstituierte sich zur Provisorischen Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik. Im Präsidium: 1. Reihe v.l.n.r.: Prof. Dr. Johannes Stroux, Wilhelm Koenen, Otto Grotewohl, Dr. Magdalena Stark-Wintersig, Ernst Goldenbaum, Wilhelm Pieck, Otto Nuschke, Dr. Lothar Bolz, Wilhelmine Schirmer-Pröscher, Walter Ulbricht. 2. Reihe v.l.n.r.: Paul Merker, Friedel Malter, Prof. Eberhard Hübner, Bernhard Göring, Prof. Dr. Theodor Brugsch, Prof. Walter Friedrich, Friedrich Ebert, Herbert Warnke, Käthe Kern, Vincenz Müller, Prof. Hans Reingruber, Elli Schmidt. 3. Reihe Mitte: Erich Honecker.

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-S88622 / Igel / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Leipzig, Herbstmesse, Pavillon der Nationalen Front

Zentralbild Illner 2.9.1953 Leipziger Messe 1953 Am 31.8.1953 wurde der Pavillon der Nationalen Front, der ein Zentrum für die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes in der Messestadt ist, in einer Feierstunde wiedereröffnet. Am 17. Juni 53 wurde dieser Pavillon von faschistischen Provokateuren zerstört, jedoch mit Hilfe vieler freiwilliger Aufbauhelfer bis zur diesjährigen Messe wiedererrichtet. UBz: Der neuerrichtete Pavillon der Nationalen Front.

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Von Bundesarchiv, Bild 183-21044-0131 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Die politische Arbeit der N.F. wurde vom Nationalrat geleitet. Organe des Nationalrates waren das Präsidium und das Sekretariat. Der Nationalrat hatte seinen Sitz in der damaligen Otto-Grotewohl-Straße 49, der heutigen Wilhelmstraße, in Berlin-Mitte. Heute befindet sich in diesem Gebäude ein Teil des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

In der N.F. waren Parteien und Massenorganisationen, wie der FDGB und verschiedene Verbände aller Zwecke, organisiert.

Die N.F. versuchte durch Bürgerinitiativen, wie „Schöner unsere Städte und Gemeinden“ (ähnlich dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ in der alten BRD) alle, auch Unpolitische, in das gesellschaftliche Leben einzubinden.

Die Ausschüsse der N.F. förderten die Aktivität und Verantwortung der Bevölkerung bei der Vorbereitung und Durchführung der Wahlen zu den Parlamenten.

In den Bezirken, Kreisen und Stadtbezirken wurde die Tätigkeit der N.F. durch gewählte Bezirks-, Kreis- und Stadtbezirksausschüsse und deren Sekretariate geleitet. In den Städten und Gemeinden bestanden Wohnbezirksausschüsse der N.F.. Rund 340 000 Bürgerinnen und Bürger der DDR arbeiteten in den Ausschüssen der N.F.. Sie wirkten sehr eng mit den gewählten Volksvertretungen, mit Betrieben, Genossenschaften u.a. Einrichtungen, mit Handwerkern und Gewerbetreibenden zusammen. Sie sprachen über aktuelle Fragen der Innen- und Außenpolitik und widmeten sich im Interesse der Bürgerinnen und Bürger der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen in den Wohngebieten, einem vielseitigen geistig-kulturellen und sportlichen Leben.
Die Ausschüsse der N.F. förderten die Aktivität und Verantwortung der Bevölkerung bei der Vorbereitung und Durchführung der Gesetze der Volkskammer der DDR, und der Beschlüsse der örtlichen Volksvertretungen.

Die N.F. war Träger der Wahlen zu den Parlamenten. Die N.F. unterbreitete den Wählerinnen und Wählern die Wahlvorschläge der von den Arbeitskollektiven(Arbeitskollektiv=Team am Arbeitsplatz, Kollegenkreis, Kolonne u.a. heutige Bezeichnungen mehr)
geprüften, von den Parteien und Massenorganisationen nominierten Kandidaten und stellte den Wahlaufruf zur Diskussion.
In der DDR ist vieles in der Wahlvorbereitung diskutiert und entschieden worden. So kamen bei der eigentlichen Wahl die 99,9% Ja-Stimmen zustande. Vom bürgerlichen Demokratieverständnis her ist das nicht nachvollziehbar.

Die vielfältigen Funktionen der, heute würde man sagen, Allroundorganisation hätten mehr mit Leben erfüllt sein müssen. Doch die Leute hatten wenig Interesse. Außerdem glaubten sie die Behauptung der Westmedien, dass die Nationale Front ein reines Kontrollorgan wäre.Auch das ein Weg in die Krise und den Untergang 1989/90.

Zahlen und Fakten Wikipedia und Wörterbuch der Geschichte, DDR 1984

Folie09

Wörterbuch der Geschichte zu: Nationale Front

 

 

Ehrennadel_NF_Silber

Ehrennadel der Nationalen Front in Silber

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Von Uwe Engelman, Winkel 3, D-06188 Landsberg, Uwe.Engelmann@t-online.de (=Benutzer:VäterchenFrost). – Eigenes Werk (Originaltext: selbst erstellt), Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt
Ehrenmedaille_der_NF-VS

Ehrenmedaille in Silber

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Von BrThomas in der Wikipedia auf Deutsch, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt