Die Lehren des II. Weltkrieges

Das Hauptziel des Kampfes der Völker der Antihitlerkoalition, die Welt vor der Versklavung durch die faschistischen Mächte zu bewahren, wurde erreicht. Dieses Ergebnis des II. Weltkrieges für eine andauernde Friedensperiode in der Welt zu sichern, war nach dem Ende der Kampfhandlungen die neue Hauptaufgabe. Das Bündnis der Völker und Regierungen verschiedener Gesellschaftssysteme, das sich im Kriege bewährt hatte, musste nun Wege suchen, um über die Gegensätze hinweg den Frieden zu sichern.

Hierbei verfolgten die Mächte der Antihitlerkoalition ein noch im Kriege festgelegtes Programm für die Nachkriegsordnung der Welt, das auf der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August 1945 bekräftigt wurde. 

Potsdamer Konferenz

Oben: Schloss Cecilienhof in Potsdam, der Tagungsort der Potsdamer Konferenz Unten: Während der Potsdamer Konferenz im Jahre 1945

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982
Nürnberger Prozess

Der internationale Militärgerichtshof in Nürnberg während der Verhandlung gegen die faschistischen Hauptkriegsverbrecher

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982
Gründungskonferenz der UNO

Gründungskonferenz der UNO in San Francisco im Jahre 1945

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die wichtigsten Bestandteile dieses Programms waren die Besatzungspolitik in Deutschland zur Überwindung des Faschismus, der Abschluss von Friedensverträgen mit den ehemaligen Satelliten der faschistischen Koalition, die Aburteilung der Hauptkriegsverbrecher in Europa und Asien, die in den Prozessen von Nürnberg und Tokio erfolgte, und die Gründung der UNO im Jahre 1945. Deren Hauptaufgabe sollte die Sicherung des Friedens in der Welt, die friedliche Regelung von Streitigkeiten zwischen verschiedenen Staaten und die Förderung der Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem, kulturellem und wissenschaftlichem Gebiet sein.

Für das deutsche Volk erwuchsen aus dem II. Weltkrieg Lehren, deren Befolgung bis in die Gegenwart eine Existenzfrage ist. Die herrschenden Kreise des deutschen Imperialismus erkannten, dass die neue Epoche in der Weltgeschichte seit 1917 nicht für ewig dauern sollte. Die sozialistische Gesellschaftsordnung in der UdSSR war der faschistischen Koalition überlegen und damit im II. Weltkrieg unbesiegbar. Doch seit 1989/90 ist es vorbei mit der sozialistischen Gesellschaftsordnung in Europa. Die UdSSR gibt es nicht mehr.

Der Krieg bewies, dass Hitlerdeutschland die reaktionärsten, historisch überlebtesten gesellschaftlichen Kräfte des Weltimperialismus vertrat, den ungerechtesten und grausamsten Krieg führte und als Hauptstoßkraft der Weltreaktion gegen die Sowjetunion auftrat. Bei seiner unermesslichen Eroberungsgier vermochte der deutsche Imperialismus noch weniger als im I. Weltkrieg den Widerspruch zwischen seinen weitreichenden Aggressionsplänen und seinen begrenzten politischen, ökonomischen und militärischen Möglichkeiten zu lösen. Die Niederlage des deutschen Imperialismus und Militarismus war somit unvermeidlich.

Eine der wichtigsten Lehren aus dem Krieg war, dass der deutsche Imperialismus und Militarismus nur an einer volksfeindlichen Politik gehindert werden kann, wenn die Arbeiterklasse einig ist und alle demokratischen Kräfte des Volkes im Kampf um die Erfüllung seiner Interessen führt. Seit der Niederlage 1989/90 spielt die Arbeiterklasse politisch keine Rolle mehr. Von Einigkeit keine Spur mehr.

Der 8. Mai 1945 brachte nicht nur die Niederlage des faschistischen Deutschlands. Er war zugleich der Tag der Befreiung des deutschen Volkes von der Nazibarbarei und gab ihm die Möglichkeit, die Lehren aus dem Krieg und der Geschichte der letzten Jahrzehnte zu ziehen und sich einen würdigeren Platz unter den friedliebenden Völkern zu erarbeiten.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR