Das Entstehen einer revolutionären Situation(1787-1789)

Die Not des Volkes

Wenn die Bauern alle Abgaben an den Feudalherren, den Staat und die Kirche geleistet hatten, konnten sie noch ein kümmerliches Leben fristen. Im Sommer 1788 zerstörte aber der Hagel einen großen Teil des reifen Getreides. Dazu kam der strenge Winter 1788/89, und im Frühjahr 1789 setzten große Überschwemmungen ein. Obwohl die meisten Bauern kein Getreide mehr für die neue Aussaat besaßen, verlangten die Feudalherren weiter Getreide und Geld von ihnen.

Die Handwerker, Gesellen und Arbeiter in den Städten litten auch unter der Not der Bauern.

Das wenige Getreide, das in die Stadt kam, wurde von den Händlern zu Wucherpreisen an die Bäcker verkauft. Der Brotpreis stieg, und im Winter 1788/89 wurde das Brot überhaupt knapp. Lange Schlangen bildeten sich vor den Bäckerläden, die die Hungernden manchmal sogar stürmten.

Zur selben Zeit fanden 200 000 Arbeiter der französischen Webereinen und Spinnereien keine Arbeit, da billige Stoffe aus England eingeführt wurden. Das Volk auf dem Land und in der Stadt, von Hunger und Arbeitslosigkeit gequält, wollte und konnte so wie bisher nicht mehr weiterleben.

 

Die Ausweglosigkeit des absoluten Königtums

Während das Volk hungerte, vergeudete der Hof Ludwigs XVI. Millionen für den Bau von Schlössern. Die Staatskassen aber waren durch die Verschwendung des Hofes und die vielen Kriege seit Ludwig XIV. leer. Mit der Hälfte der Steuereinnahmen mussten die Zinsen für die Schulden gedeckt werden. Die Bankherren vertrauten diesem Staat nicht mehr und wollten ihm kein Geld borgen. Aus dem Volke konnte man nichts mehr herauspressen.

Um die Staatskasse zu füllen, sollten nach Meinung des Finanzministers auch der 1. und der 2. Stand entsprechend ihrem Vermögen Steuern zahlen. Die vom König befragten Vertreter des Adels und der hohen Geistlichkeit lehnten jedoch entrüstet ab, und der König entließ den Finanzminister. Aber auch der nächste wusste keinen Ausweg.

Vertreter der drei Stände

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Der Streit zwischen König, seinen Ministern und dem Adel machte allen Menschen in Frankreich klar, dass die herrschende Klasse uneins war und nicht mehr mit den alten Mitteln weiterregieren konnte. Das Volk wollte sich nicht mehr mit den bestehenden Missständen abfinden. Es war eine revolutionäre Situation entstanden. Der 3. Stand und besonders die Bourgeoisie konnten diese für sich ausnutzen.

 

Die Einberufung der Generalstände

Um doch noch Geld zu erhalten, sah sich der König gezwungen, die seit 1614 nicht mehr zusammengetretenen Generalstände einzuberufen.

An einem strahlend schönen Frühlingstag, dem 4. Mai 1789, zogen die von den drei Ständen gewählten Abgeordneten zur feierlichen Eröffnung ihrer Sitzungen durch die Straßen von Versailles. An der Spitze, in schlichter schwarzer Tracht, die Vertreter des 3. Standes. Es waren meist Rechtsanwälte, Kaufleute und Bankiers. Unter ihnen als Vertreter der Stadt Arras der Rechtsanwalt Maximilian Robespierre. Das französische Volk blickte voller Hoffnung und Vertrauen auf diese Männer. In prächtigen, farbigen Gewändern mit großen Federhüten folgten die Vertreter des Adels und schließlich die Pfarrer und hohen Kirchenfürsten.

Die Abgeordneten des 3. Standes waren aber nicht nach Versailles gekommen, um dem König Geld zu bewilligen. Sie wollten Frankreich von Grund auf umgestalten. Dabei handelten sie im Auftrage der  Bourgeoisie. Aber auch die Handwerker und Bauern hatten in den Wahlversammlungen ihre Beschwerden in Heften zusammengefasst und den Abgeordneten des 3. Standes mit auf den Weg gegeben. Diese wurden deshalb auch von den Bauern und Handwerkern als ihre Führer angesehen. Sie forderten von den Generalständen:

  1. Beseitigung des Absolutismus und Teilnahme der Bourgeoisie an der Regierung. Das sollte in der Verfassung niedergelegt werden.
  2. Gleiche Steuern für alle Stände.
  3. Aufhebung der Feudallasten.

Der Adel und der König wandten sich gemeinsam gegen die vom 3. Stand erhobenen Forderungen. Da schworen die Abgeordneten des 3. Standes, denen sich zahlreiche Pfarrer anschlossen, nicht eher auseinanderzugehen, bis die Frankreich eine Verfassung gegeben hätten.

Sie erklärten sich jetzt zur Nationalversammlung, da sie wirklich die gesamte Nation vertraten.

Der König stellte sich so, als ob er sich dem Willen des Volkes füge. Heimlich ließ er aber Truppen heranholen, um die Nationalversammlung auseinanderzujagen. Es sollte alles beim alten bleiben.

 

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Entstehung revolutionärer Situation (1787-1789)

 

 

 

 

Der Ausbruch der Revolution

Der Sturm auf die Bastille

Die Nationalversammlung verlangte vom König, er solle die um Versailles und Paris versammelten Regimenter zurückziehen. Aber Ludwig der XVI. weigerte sich.

Mit Windeseile verbreitete sich am 12. Juli 1789 diese Nachricht in den Straßen von Paris. Die Straßen und Parks waren voller Menschen. Überall sprachen Redner zum Volk. Einer von ihnen hieß Camille Desmoulins. Er arbeitete bei einer Zeitung und war eng mit Robespierre befreundet. Mit zwei Pistolen in der Hand sprang er auf den Tisch vor einem Kaffeehaus und rief: „Bürger, es ist kein Augenblick zu verlieren. Noch an diesem Abend werden die Regimenter hereinrücken, um uns zu erwürgen. Nur eine Rettung bleibt uns, zu den Waffen zu greifen! Zu den Waffen, Volk von Paris!“

12.Juli 1798 Aufruf zum Kampf

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Die Sturmglocke wurde geläutet, und das Volk stürmte die Läden der Büchsenmacher, um sich zu bewaffnen. Die meisten Soldaten schlossen sich dem Volk an. Am 14. Juli ging die Suche nach Waffen weiter. Die Menge drang in das königliche Waffenarsenal ein und entdeckte dort 32 000 Gewehre. Jetzt ertönte der Ruf: „Zur Bastille!“  Sie allein war noch in der Hand königlicher Truppen. Diese verhasste Festung mit ihren acht Türmen, den 30 Meter hohen Mauern und Wassergäben besaß zahlreiche Geschütze und ein großes Pulvermagazin. Der adlige Kommandant hatte die Geschütze auf die Häuser der Vorstadt Antoine richten lassen. Zweimal wies er Abgesandte des Volkes, die ihn aufforderten, die Waffen herauszugeben, zurück. Als sich die dritte Abordnung näherte, ließ er auf sie schießen. Es gab zahlreiche Tote. Das erregte den Zorn des Volkes. Die bewaffneten Handwerker, Gesellen und Arbeiter erwiderten das Feuer. In einem vierstündigen Kampf drangen die Belagerer durch die äußeren Höfe gegen das Haupttor vor. Dann rollten Soldaten, die zum Volk übergegangen waren, Kanonen herbei und nahmen das Tor unter Feuer. Der Kommandant wollte die Festung in die Luft sprengen, doch seine Soldaten hinderten ihn daran. Er ergab sich schließlich und ließ die Zugbrücke herab. Das Volk stürmte in den Innenhof der Festung. Der Kommandeur fiel dem gerechten Zorn des Volkes zum Opfer. In Paris verbreitete sich der Ruf: Sieg, Sieg! Die Bastille ist gefallen!“ Paris jubelte; auf den Straßen und Plätzen wurde getanzt, wie seither an jedem 14. Juli.

Frankreich 1789

Frankreich im Jahre 1789

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Sturm auf die BastilleBildunterschrift Sturm auf die Bastille

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Die Ausbreitung der Revolution

Wie in Paris, übernahmen nach dem 14. Juli 1789 in allen anderen Städten Frankreichs bürgerliche Stadtverwaltungen die Macht und bildeten Nationalgarden. Die Beamten des Königs wurden verjagt.

Auch die Bauern hatten die Tagungen der Generalstände voller Hoffnung verfolgt. Sie sahen aber, dass der König und der Adel nicht auf die feudalen Abgaben verzichten wollten. Deshalb bewaffneten sich die Dorfbewohner mit Sensen, Dreschflegeln und Jagdgewehren und zogen vor die Schlösser und Klöster. Sie verlangten von den Adligen und den Äbten, die Urkunden herauszugeben, auf denen die Feudalrechte verzeichnet waren. Unter großem Jubel wurden diese verbrannt. Wenn sich die Feudalherren weigerten, die Urkunden auszuliefern, zündeten ihnen die Bauern die Schlösser an. Die Bauern jagten den Adligen solche Furcht ein, dass viele von ihnen das Land verließen.

Bauern verbrennen Urkunden

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Unter dem Eindruck der Revolution auf dem Lande beschloss die Nationalversammlung in der Nacht vom 4. August 1789, den Kirchenzehnten, alle Frondienste und das Recht der Grundherren auf die Jagd und die Taubenhaltung und andere Vorrechte abzuschaffen. Sie ließ aber die Abgaben an Geld und Getreide bestehen. Davon konnte sich der Bauer jetzt loskaufen, wenn er das Zwanzigfache der Jahresabgaben bezahlte. Mit der Revolution auf dem Lande und den Beschlüssen vom 4. August 1789 war auch die wirtschaftliche Stellung des Adels und der Kirche erschüttert.

 

Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

Erklärung Menschen- und Bürgerrechte

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Im August 1789 zwang die Nationalversammlung den König, einer von ihr ausgearbeiteten Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte zuzustimmen.

 

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel.

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der Ausbruch der Revolution

 

Die Großbourgeoisie an der Macht

Der Aufbau des neuen Staates

Nachdem das Volk den Absolutismus gestürzt hatte, arbeiteten die Abgeordneten der Nationalversammlung das Gesetz aus, nach dem der neue Staat regiert werden sollte. Diese Verfassung wandelte die absolutistische Monarchie in die konstitutionelle Monarchie um. Die Rechte des Königs wurden eingeschränkt. Er konnte keine Gesetze mehr erlassen und keine Richter ernennen. Er ließ die Gesetze nur ausführen, er ernannte aber noch die Beamten und befehligte das Heer.

Beschlossen wurden die Gesetze von der Nationalversammlung. Sie allein entschied über die Steuern und über Krieg und Frieden. Die Verfassung legte aber auch fest, dass nur die vermögenden Bürger die Abgeordneten wählen durften. Daraus sprach die Angst der Fabrikbesitzer und Bankherren, der Großbourgeoisie vor dem Volke. Ein besonderes Gesetz verbot deshalb auch den Arbeitern, zu streiken und Gewerkschaften zu bilden.

Die Nationalversammlung schaffte auch die alten Provinzen ab. Es entstanden 83 neue Verwaltungsbezirke, Departments, die heute noch bestehen. Zünfte und Zölle im Inneren des Landes verschwanden.

Frankreich erhielt einheitliche Maße und Gewichte auf der Grundlage des Dezimalsystems(Meter und Gramm). Die Ländereien der Kirche, der Klöster und der geflüchteten Adligen wurden vom Staat beschlagnahmt und verkauft. Auf diese Weise gestaltete die Großbourgeoisie Frankreich in einen bürgerlichen Staat um.

 

Die Feinde der Revolution

Die Großbourgeoisie wollte die Revolution beenden. Sie war zufrieden, die Macht mit dem König und Adel zu teilen, wie es in England seit 1688 der Fall war. Doch König Ludwig XVI. stellte sich nur so, als gehorche er der neuen Verfassung. Er und der Adel wollten, dass alles wieder so werde wie vor 1789. Deshalb sammelten die geflüchteten französischen Adligen in Koblenz ein Heer, an dessen Spitze der Bruder des Königs trat. Der Papst in Rom verdammte die Revolution und rief alle Gläubigen in Frankreich zum Ungehorsam gegenüber der Nationalversammlung auf. Ludwig XVI. selbst sandte heimlich Briefe an seinen Schwager, den Kaiser in Wien, und an andere Fürsten Europas. Er forderte sie auf, Krieg gegen Frankreich zu beginnen. Es sammelten sich also Kräfte, die gegen die Revolution waren und den Absolutismus wiederherstellen wollten. Wir nennen eine solche Bewegung Konterrevolution.

 

Das Ende des Königtums

Die Fürsten Europas befürchteten, dass der revolutionäre Funke auch auf ihre Länder überspringen könnte. Um dieser Gefahr zu begegnen, setzten der preußische König und der Kaiser im April 1792 ihre Armeen gegen Frankreich in Marsch. Es begann der Krieg der feudalabsolutistischen Konterrevolution gegen die bürgerliche Revolution.

Ludwig XVI. und seine Anhänger unternahmen alles, um den Feinden das Vordringen zu erleichtern. Der König hielt Verbindung mit dem feindlichen Ausland. Die adligen Offiziere gaben bereits den Befehl zum Rückzug, als sich die ersten Österreicher zeigten. Schließlich wurde sogar der französische Feldzugsplan an die Österreicher verraten. Da das Königtum die Revolution und das ganze Volk an die Konterrevolution verriet, musste es beseitigt werden.

Der Rechtsanwalt Robespierre und der Arzt und Gelehrte Marat, die sich von Beginn der Revolution an für die Forderungen des Volkes eingesetzt hatten und dem Klub der Jakobiner angehörten, riefen das Volk zum Aufstand auf.

Jakobiner

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Robespierre(1758-1794)

Robespierre

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Marat(1744-1793)

Marat

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

In der Nacht vom 09. Zum 10. August 1792 läuteten die Jakobiner die Sturmglocken. In allen Stadtbezirken von Paris strömten bewaffnete Arbeiter zu den Sammelplätzen. 20 000 Aufständische marschierten am 10. August gegen das Königsschloss, die Tuilerien.

Volk stürmt Tulerien

Das Volk stürmt die Tulerien

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

900 Schweizer und 300 Adlige empfingen sie mit einem mörderischen Feuer. Viele Tote blieben auf den Höfen der Tuilerien, und das Volk musste sich zurückziehen. Aber der zweite Angriff, den Artillerie unterstützte, gelang. Das Volk eroberte die Tuilerien. Ludwig XVI. wurde gefangengenommen, abgesetzt und später als Landesverräter hingerichtet.

Jetzt erhielt das Volk auch das Wahlrecht. Es nahm an den Wahlen zu einer neuen Volksvertretung, dem Konvent, teil. Dieser erklärte Frankreich im September 1792 zur Republik.

Die Jakobiner hatten zusammen mit dem Volk von Paris den König gestürzt, die Republik errichtet und damit die Revolution weitergeführt.

 

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Großbourgeoisie an der Macht(1789-1792)

 

 

Die Vollendung der Revolution durch die Jakobiner

Die Republik im Sommer 1793

Durch den Sieg von Valmy waren die äußeren Feinde der Revolution noch nicht endgültig geschlafen. Im Gegenteil: Im Januar 1793 trat auch England in den Krieg ein, um sich die französischen Kolonien anzueignen. Während die Engländer Truppen an der Küste Frankreichs landeten, drang die preußisch-österreichische Armee wiederum bis an die französischen Grenzen vor. Auch im Inneren des Landes hatte die Revolution noch nicht endgültig gesiegt.

Nach dem Aufstand vom 02. Juni 1793 reifen die Girondisten zur Erhebung gegen die Jakobiner in Paris auf. Das ermutigte die Anhänger des Königs, wieder aus ihren Schlupfwinkeln hervorzukommen. Sie überfielen die Jakobiner und ermordeten sie. Überall verbreiteten sie Schrecken. So kam auch eine adlige Konterrevolutionärin nach Paris und ermordete dort heimtückisch den vom Volk geliebten Marat. Die Jakobiner hatten also im Sommer 1793 eine sehr schwere Aufgabe zu lösen, um die der Revolution drohenden Gefahren abzuwenden.

 

Die Jakobiner im Bunde mit Bauern und Sansculotten

Sansculotte

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Die Jakobiner im Wohlfahrtsausschuss handelten kühn und entschlossen, so wie es die gefährliche Lage erforderte. Zuerst erfüllten sie die Forderungen der Bauern:

  1. Alle noch bestehenden Feudallasten wurden ohne Entschädigung aufgehoben.
  2. Das den Bauern vor der Revolution von den Feudalherren geraubte Gemeindeland wurde ihnen zurückgegeben.

 

Die Jakobinerherrschaft befreite die Bauern von allen feudalen Fesseln und machte sie zu freien Eigentümern ihres Landes. Damit vollendete sie die bürgerliche Revolution in Frankreich. Wegen dieser Maßnahmen hörten die Bauern nicht auf die Aufrufe der Girondisten. Sie vertrauten Robespierre und dem Wohlfahrtsausschuss.

Der Wohlfahrtsausschuss befreite auch die arbeitenden Menschen in der Stadt von der schlimmsten Not. Er erhöhte die Löhne und setzte Höchstpreise für Brot und andere Lebensmittel fest. Eine besondere Armee wurde aufgestellt, die das Getreide in die Städte holte und alle Wucherer hart bestrafte.

 

Der Kampf gegen die inneren Feinde

Der Wohlfahrtsausschuss musste die Feinde der Revolution erbarmungslos bekämpfen. Er war das dem französischen Volk schuldig, das sich nicht noch einmal unter das Joch der Feudalherren und des absoluten Königs beugen wollte. Das Volk forderte die strenge Bestrafung der inneren Feinde. Nur dadurch, dass man die Konterrevolutionäre in Schrecken versetzte, konnte man sie besiegen. Auch Robespierre vertrat diese Ansicht.

Robespierre über revolutionären Terror

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Der Wohlfahrtsausschuss entsandte Kommissare mit bewaffneten Abteilungen in die aufrührerischen Provinzen. Viele Konterrevolutionäre wurden hingerichtet. Mit Hilfe des Volkes stellten die Kommissare in kurzer Zeit die Herrschaft der Jakobiner über ganz Frankreich wieder her. So sicherte der Wohlfahrtsausschuss die Errungenschaften der Revolution gegen den Ansturm der inneren Feinde.

 

Das Volk unter der Jakobinerherrschaft

Die Jakobinerherrschaft brachte den Konterrevolutionären Verfolgung und Tod, dem Volk aber Ordnung, Sicherheit und Brot.

Polizeibericht über Stimmung des Volkes während der Jakobinerherrschaft

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Es gab keine Standesschranken mehr. Einer redete den anderen mit „Bürger“ und „du“ an. Die Kleidung der Sansculotten wurde zur allgemeinen Mode.

Das tägliche Leben richtete sich jetzt nicht mehr nach dem kirchlichen, sondern nach dem Revolutionskalender. Mit dem September 1792 begann das Jahr I der Republik. Dieser Kalender galt bis 1804. Die Monate erhielten neue Namen, die den Vorgängen in der Natur entsprachen. So gab es den „Brumaire“, den „Floreal“, den Blütenmonat und den „Thermidor“, dne Hitzemonat. Statt der Sonntage feierte man „Dekadenfeste“. An den Revolutionsfesten, so zum Beispiel am 14. Juli und 10. August, veranstaltete  das Volk glanzvolle Umzüge. Dabei wurde gesungen und getanzt. Die Künstler malten Bilder und komponierten Lieder für die Feste.

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Vollendung der Revolution durch Jakobiner