Das RGW-Gebäude in Moskau

Das erste Hauptquartier des RGW war eine kleine Villa in der Gegend des späteren Kalinin-Prospekts, heute Neuer Arbat .

Dann zog das Sekretariat der internationalen Wirtschaftsorganisation der sozialistischen Länder in ein viergeschossiges Gebäude an der Petrowka, einer alten Moskauer Straße. Aber auch dort wurde es zu eng, als der RGW seine Tätigkeit entfaltete.

1967 wurde das neue 30geschossige Gebäude an der Moskwa fertiggestellt. Das RGW-Gebäude wurde gemeinsam von mehreren Bruderländern errichtet. Das Projekt stammt von Moskauer Architekten. Viele sowjetische Fachleute waren an seiner Verwirklichung beteiligt. Die Mauern wurden von polnischen Fachleuten montiert, die Seitenteile mit Keramikplatten aus Rumänien verkleidet. Fachkräfte aus der DDR montierten die elektrotechnischen Ausrüstungen und tschechoslowakische Kollegen die Schnellaufzüge.

RGW-Gebäude Geschichtsbuch

RGW-Gebäude damals

Bildquelle: Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 

Neben dem Hauptgebäude steht der leicht geneigte Zylinder der Konferenzhalle, deren Ausstattung aus Ungarn stammt. Bulgarische Fachkräfte haben den Sitzungssaal des RGW-Exekutivkomitees ausgestattet. Diese Säle sind durch breite verglaste Gänge mit dem Hochhaus verbunden. Zum Baukomplex gehört auch das 13geschossige Hotel Mir. Das Hotel gibt es noch.

 

 

RGW-Gebäude in Moskau

RGW-Gebäude in Moskau heute, jetzt das Rathaus von Moskau

Moscow City Hall, New Arbat St., Moscow River (Former COMECON Building)

Bildquelle: Von Foma – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10686053

 


 

Zu der Vermögensposition der DDR gehört nach deutscher Auffassung auch der DDR-Anteil an dem Bürogebäude des RGW in Moskau. Es war mit den Beiträgen der Mitgliedstaaten finanziert worden, wovon die DDR 40 Millionen Rubel, etwa ein Sechstel der Baukosten, beigetragen hatte. Der Marktwert des Gebäudes mit 30 Stockwerken wurde Anfang der 1990er Jahre auf 250 bis 300 Millionen US-Dollar geschätzt. Die sowjetische, später russische Regierung hat diesen Anspruch bis heute nicht anerkannt. Da die DDR schon vor ihrem Ende als Rechtssubjekt den Austritt erklärt habe, sei keine Vermögensposition auf vergrößerte BRD übergegangen.[12]

 

Letzter Abschnitt Teil des Beitrages „Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (kurz RGW)“ im Schwester-Blog „Kalter Krieg und ‘Entspannungspolitik‘“.

 

 

Ansonsten entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981, bearbeitet von Petra Reichel

 

Geschichtsbuch DDR 10 Kopie

 

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

RGW-Gebäude

 

Russland als absolutistischer Staat

Die Reform der Verwaltung

Um Russland in seiner Entwicklung rasch voranzubringen, begann Peter, auf den verschiedensten Gebieten der Staatsverwaltung, der  Wirtschaft und Armee längst notwendige Reformen durchzuführen. In zwei Etappen wurde die staatliche Verwaltung umgestaltet. An die Stelle der alten Bojarenduma, einer aus hohen Adligen bestehenden beratenden Körperschaft, trat als neue oberste Staatsbehörde der Regierende Senat. Während die Mitglieder des Regierenden Senats nur unter dem Gesichtspunkt, was sie leisten konnten, wie sie dem Staat diensten, vom Zaren berufen wurden, waren die Mitglieder der alten Bojarenduma nach ihrer Herkunft benannt worden. Dadurch festigte der Zar zwar seine absolute Macht außerordentlich. Die alten, von den Bojaren geleiteten schwerfälligen Verwaltungseinrichtungen ersetzte Peter I. durch neue zentrale Stellen. Deren Aufgaben waren klar voneinander abgegrenzt. Sie verwalteten solche Bereiche wie Industrie, Finanzen, Justiz, Handel, Außenpolitik, Armee und Flotte. Ihre Zuständigkeit erstreckte sich für einen dieser Arbeitsbereiche jeweils für das ganze Land. In vielem ähnelten diese sogenannten Kollegien dem, was wir heute unter einem Ministerium verstehen.

Zu den Reformen der Staatlichen Verwaltung gehörte auch eine gebietsmäßige Neugliederung Russlands in acht Gouvernements. Das Wort Gouvernement heißt übersetzt Verwaltungsbezirk. An der Spitze jedes dieser Gouvernements stand eine Gouverneur, der alle militärischen und politischen Vollmachten besaß und auch die Finanzen verwaltete. Später wurden an ihrer Stelle 50 Provinzen geschaffen.

Peter I. unterstellte die Kirche dem Staat. Er schaffte die bisherige oberste Leitung der Kirche, das sogenannte Patriachat, ab, und schuf dafür eine Leitung, deren Mitglieder er selbst ernannte. Auch diese Maßnahme diente ebenso wie eine teilweise Enteignung des sehr umfangreichen Kirchenbesitzes dazu, die Macht des Zaren zu stärken, den Absolutismus im Russland durchzusetzen. So schuf Peter I. Eine straff zentralisierte Staatsmacht, die die Interessen des Adels und der Kaufleute vertrat. Auf Außenpolitischem Gebiet gelang es Russland in dieser zeit, die Zugänge zum Asowschen Meer und zur Ostsee zu erkämpfen. Eine mächtige Kriegsflotte und ein schlagkräftiges Heer entstanden. Das Heer zählte allein 130 000 Soldaten der Feldarmee, darüber hinaus noch Kosaken und andere Verbände. Peter I. baute die Armee und die Kriegsflotte als Instrument des absolutistischen Staates nach damals modernen Gesichtspunkten auf. Er führte eine Dienstordnung ein, schuf besonders gut ausgebildete Graderegimenter, ließ zahlreiche militärische Lehranstalten einrichten und stellte vor allem an die Offiziere hohe Forderungen.

Das russische Reich zur Zeit Peters I.

Das russische Reich zur Zeit Peters I.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Wirtschaftliche und kulturelle Fortschritte

Besonders große Anstrengungen waren auf wirtschaftlichem Gebiet notwendig, um die Rückständigkeit des Landes zu überwinden. Dazu mussten zahlreiche neue Manufakturen entstehen.

Während der Regierungszeit Peters I. stieg die Zahl der Manufakturen in Russland von 21 auf rund 200. Er ließ auch auf Staatskosten Manufakturen errichten, die später mit besonderen Vorrechten in die Hände von Privatpersonen übergingen. Um den Manufakturen die benötigten Arbeitskräfte zu sichern, gestattete der Staat den Besitzern der Manufakturen, leibeigene Bauern für die Betriebe zu kaufen. Eine leistungsfähige Eisenindustrie, die mit Leibeigenen arbeitete, entstand im Ural. Damals übertraf sie sogar das englische Eisenhüttenwesen.

Zur Wirtschaftspolitik Peters gehörten auch Maßnahmen zum Schutze des Handels und zur Förderung des Exports. Der Staat belegte solche ausländischen Waren, die in Russland hergestellt werden konnten, mit hohen Zöllen.

Schiffswerft zur Zeit Peters I.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Auch auf dem Gebiet der Kultur macht Russland unter der Regierung Peters I. große Fortschritte. Zahlreiche allgemeinbildende Schulen, technische und andere Lehranstalten entstanden. Peter bereitete die Gründung einer Akademie der Wissenschaften vor, die aber erst kurz nach seinem Tode 1725 in  St. Petersburg eröffnet werden konnte. Wissenschaft, Kunst und Technik erlebten in Russland einen beachtlichen Aufschwung.

Im Jahre 1703 gründete Peter I. an der Mündung der Newa die Stadt St. Petersburg. Das Geschichtsbuch der DDR lässt das „St.“ Weg und schreibt, dass die Stadt nach Peter I. den Namen Petersburg bekommen hat. Es gibt Quellen, u.a. Wikipedia, die besagen, dass St. Petersburg  nicht nach Peter I., sondern nach seinem Schutzheiligen, dem Apostel Simon Petrus, benannt wurde.

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde am 18. August 1914 der deutsche Name zu Petrograd – wörtlich „Peterstadt“ – russifiziert. Nach Lenins Tod 1924 wurde die Stadt am 26. Januar 1924 in Leningrad umbenannt. Dies geschah auf Antrag der damaligen Petrograder Parteiführung und nach deren Angaben auf Wunsch der Arbeiter, die Lenins Tod betrauerten.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion führte eine Volksabstimmung 1991 zu einer knappen Mehrheit zugunsten der Rückbenennung in Sankt Petersburg. Der Erlass vom 6. September 1991 vollzog diesen Wählerwillen. Gleichzeitig wurden viele Straßen, Brücken, Metro-Stationen und Parks wieder rückbenannt. Im Zusammenhang mit historischen Ereignissen wird nach wie vor der zum Ereignis „passende“ Name genutzt, zum Beispiel „Heldenstadt Leningrad“ beim Gedenken an den Deutsch-Sowjetischen Krieg von 1941 bis 1945, der in Russland „Großer Vaterländischer Krieg“ (Великая Отечественная война/Welikaja Otetschestwennaja woina) genannt wird.

Das umliegende Verwaltungsgebiet (föderative Einheit) Oblast Leningrad (russ. Leningradskaja Oblast) behielt nach einem Beschluss des dortigen Gebietssowjets den alten Namen.

Bald entwickelte sich diese Stadt zu einem bedeutenden Kulturzentrum Russlands. Im Jahre 1712 überführte Peter den Zarenhof aus Moskau nach St. Petersburg und machte diese neue Stadt damit zur Hauptstadt des russischen Reiches. St. Petersburg spielte nach dem Willen Peters die Rolle eines „Fensters nach Europa“. Zur Sicherheit der Stadt ließ der Zar auf der Insel Kotlin die Festung Kronstadt errichten. Handel und Industrie blühten auf, zahlreiche ausländische Schiffe kamen nach St. Petersburg, und öfter als früher fuhren russische Kaufleute über die Meere. Die Folge aller dieser Maßnahmen war, dass sich das Tempo der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Russlands beschleunigte.

Roter Platz in Moskau

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Veränderungen in der Gesellschaft

In der Zusammensetzung des russischen Volkes gingen tiefgreifende Veränderungen vor sich. Neben den Gutsbesitzern entwickelten sich als neue Ausbeuter die Manufakturbesitzer, reichen Kaufleute und Oberschichten von Handwerkern, außer den leibeigenen Bauern gab es auch schon Arbeitsleute, die in den Manufakturen beschäftigt waren. Die Wirtschafts- und Finanzpolitik des Russischen Reiches orientierte sich auf die Oberschichten des Adels und der Kaufleute, während sich die Ausbeutung und Unterdrückung der Volksmassen weiter verschärfte.

Der Zar führte immer neue Steuern ein, zum Beispiel Kopf-, Salz-, Mühlen-, Bade- und Tabaksteuern. Damit steigerte er seine Einnahmen. Diese benötigte er, um die weitgespannten wirtschaftlichen, militärischen und kulturellen Pläne zu verwirklichen.

Ausdruck dieser verschärften Ausbeutung der armen Schichten in den Städten und der Bauern waren Aufstände in Astrachan(1705-1711). Der absolutistische Staat Zar Peters I. antwortete darauf, indem er die arbeitenden Menschen noch schärfer in das Joch der Leibeigenschaft zwang, ihnen noch höhere Abgaben abforderte, Strafabteilungen gegen sie entsandte und sogar russische Dörfer zerstörte.

Dies zeigt, welche Klasseninteressen Peter I. vertrat.

 

Moskauer Bojaren

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Russischer Bauer in Winterkleidung

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Die Bedeutung Peters I.

In den dreieinhalb Jahrzehnten seiner Regierungszeit gelang es Peter I. natürlich nicht, die seit Jahrhunderten währende Rückständigkeit zu überwinden. Seine Reformen bildeten jedoch einen wichtigen Wendepunkt in der russischen Geschichte.

Peter I. schuf, gestützt auf wohlhabende Kaufleute und Handwerker in den Städten und auf große Teile des Adels, ein absolutistisch regiertes Reich. Unter ihm wurde Russland zu einer europäischen Großmacht, die auch von den anderen Staaten anerkannt wurde und zunehmendes Ansehen in Europa genoss.

Leibnitz zu Peter I.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Russland als absolutistischer Staat

 

 

 

Russland im 17. Jahrhundert

Die Entwicklung des Landes

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts standen auch in Russland die ersten größeren Betriebe. Es waren Manufakturen, in denen Tuche, Seide und Leinen erzeugt, Eisen gewonnen oder Geschütze gegossen wurden. Daneben gab es das seit vielen Jahrhunderten stark entwickelte Handwerk, das sich immer mehr spezialisierte. Die Arbeitsteilung zwischen Stadt und Land sowie zwischen den verschiedenen Gebieten Russlands nahm zu. Die Folge davon war, dass an zahlreichen Orten regelmäßig Messen und Jahrmärkte stattfanden, auf denen man Leinen, Pelzwaren, Lederwaren, Flachs, Hanf, Salz, Eisenwaren und andere Güter handelte.

Die bedeutendsten Handelszentren waren Moskau und andere größere Städte, zum Beispiel Smolensk, Archangelsk im hohen Norden und Nishni Nowgorod, das heutige Gorki an der Wolga. So kam es, das sich im 17. Jahrhundert ein das ganze Land umfassender Markt, ein gesamtrussicher Markt, herausbildete.

Zur selben Zeit wurde aber auch die Ausbeutung armer Schichten der Stadtbevölkerung und ganz besonders der Bauern immer schärfer. Diese Menschen waren in ihrer überwiegenden Mehrheit den Feudalherren völlig ausgeliefert, sie waren Leibeigene. Ohne Genehmigung ihres Herren durften sie ihren Wohnort nicht verlassen, ja die durften nicht einmal heiraten. Ihr Herr konnte sie verkaufen oder sogar im Kartenspiel an einen anderen Feudalherren verlieren.

Die Bauern und Armen der Städte versuchten immer wieder, das auf ihnen lastende schwere Joch abzuschütteln. Es kam zu einer Reihe großer Bauernkriege, wie zum Beispiel im 17. Jahrhundert zu der von Stepan Rasin geführten Erhebung(1667-1671).

In wirtschaftlicher Hinsicht blieb Russland damals noch immer weit hinter den entwickelten Ländern West- und Mitteleuropas zurück. Dafür gab es eine Reihe von Ursachen: Im Laufe von Jahrhunderten hatte Russland viele Kriege führen müssen, um sich gegen Feinde im Osten, Süden und Westen zu wehren. Die Zugänge zum Schwarzen Meer wurden ihm durch die Türkei und die zur Ostsee durch Schweden versperrt.

 

Peter I.

Als Peter I. im Jahre 1682 Zar wurde, kämpften am Zarenhofe verschiedene Adelsgruppen um den bestimmenden Einfluss. Peter war damals erst zehn Jahre alt. Mit siebzehn Jahren, 1689, begann er, die Macht selbst auszuüben. Er erkannte, welche Aufgaben in Russland gelöst werden mussten, und ging entschlossen daran, dieses Werk zu vollbringen:

  1. die Bedrohung Russlands durch äußere Feinde abzuwehren, dem russischen Handel eisfreie Häfen zu sichern und die internationale Stellung seines Landes zu festigen;
  2. die wirtschaftliche Rückständigkeit Russlands durch grundlegende Maßnahmen zu überwinden.

Unter der Regierung Peters I.(1689-1725)machte Russland auf dem Wege zur feudalabsolutistischen Monarchie rasche Fortschritte. Peter scheute bei seinem Werk, das für Russland notwendig war, vor keinen Schwierigkeiten zurück.

 

Entwicklung des russischen Reiches bis zum Tode Peters I.

Die Entwicklung des russischen Reiches bis zum Tode Peters I.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Die „Große Gesandtschaft“

Im Jahre 1697 reiste auf Befehl des Zaren eine aus rund 250 Personen bestehende „Große Gesandtschaft“ ins Ausland. Sie bestand aus adligen Würdenträgern und Diplomaten, aber auch aus jungen Menschen, die sich im Ausland gründlich umsehen und mit Wissenschaft, Technik und Kultur vertraut machen sollten. Aufgabe dieser Gesandtschaft war es im besonderen, Verbündete für Russland zu gewinnen, Schiffbau, Schifffahrtskunde und Kriegswesen zu studierten sowie die verschiedensten Fachleute in russische Dienste zu nehmen. Zar Peter I. stellte an die Spitze der „Großen Gesandtschaft“ seinen aus der Schweiz stammenden Lehrer und Freund Franz Lefort. Unerkannt nahm er selbst im Gefolge als einfacher Unteroffizier Peter Michailow teil.

Die „Große Gesandtschaft“ reiste über Kurland und Brandenburg nach Holland. Peter bemühte sich, überall so viel wie möglich zu lernen. Sein Leitspruch war: „Im Stande eines Lernenden bin ich, und Lehrende suche ich mir.“  Er beherrschte über zehn verschiedene Handwerksberufe. Auf den Werften in Zaandam und Amsterdam in Holland arbeite Peter mehrere Monate als Zimmermann. Schon nach kurzer Zeit war in Holland bekannt, dass ich unter dem Namen des großen, kräftigen Zimmermannes Peter der Zar verbarg.

Mit einem Teil der Gesandtschaft reiste Peter I. für einige Monate nach England. Er besuchte dort das Parlament, besichtigte Eisenwerke, Werften, Geschützfabriken sowie berühmte Bauwerke und nahm als Gast an einem Flottenmanöver teil. Über Dresden und Prag fuhr Peter dann nach Wien, wo er mit dem deutschen Kaiser verhandelte. Von dort kehrte er schließlich wieder nach Russland zurück.

Den zu seiner Begrüßung erschienen adligen Würdenträgern schnitt Peter eigenhändig die langen Bärte ab, womit er allen deutlich zeigte, dass er entschlossen war, die Rückständigkeit zu bekämpfen. Er duldete auch nicht mehr, dass sie nach altem russischen Brauch vor ihm auf die Knie sanken. Peter I. verlangte von jedem Menschen, der in den Staatsdienst treten wollte, Kenntnisse in Mathematik, Kriegsbauwesen, Schiffsbautechnik, Nautik und anderen Wissenschaften.

 

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Russland im 17. Jahrhundert

 

 

 

Zerfall der Sowjetunion

USSR_Republics_Numbered_Alphabetically

Die Nachfolgestaaten der Sowjetunion

Nachfolgestaaten der Sowjetunion:

1. Armenien                                                                                                                                                                               2. Aserbaidschan                                                                                                                                                                     3. Weißrussland                                                                                                                                                                           4. Estland                                                                                                                                                                                     5. Georgien                                                                                                                                                                                6. Kasachstan                                                                                                                                                                               7. Kirgisistan                                                                                                                                                                                8. Lettland                                                                                                                                                                                    9. Litauen                                                                                                                                                                                     10. Moldawien                                                                                                                                                                            11. Russland (Rechtsnachfolger)                                                                                                                                           12. Tadschikistan                                                                                                                                                                      13. Turkmenistan                                                                                                                                                                      14. Ukraine                                                                                                                                                                                   15. Usbekistan

 

Bildquelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=109604

 

 

Am 8. Dezember 1991 unterzeichneten die Präsidenten Russlands, der Ukraine und Weißrusslands – Boris Jelzin, Leonid Krawtschuk und Stanislau Schuschkewitsch – im Nationalpark Beloweschskaja den sogenannten Vertrag von Minsk bzw. die Vereinbarungen von Beloweschskaja Puschtscha, worauf Schuschkewitsch dem sowjetischen Präsidenten Gorbatschow die Vertragsunterzeichnung telefonisch mitteilte. In diesen Vereinbarungen wurde die offizielle Auflösung der Sowjetunion festgehalten, der Vertrag zur Schaffung der UdSSR von 1922 außer Kraft gesetzt und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten gegründet, die am 21. Dezember 1991 mit der Erklärung von Alma-Ata (1991) bestätigt wurde.

 

Chronologie Zerfall Sowjetunion 2

entnommen Wikipedia

 

Nach der Auflösung der Sowjetunion und nach dem Untergang des Sozialismus ging die gesamtwirtschaftliche Produktion in Russland von 1990 bis 1996 Jahr für Jahr zurück.

In diesem Zeitraum verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Russland insgesamt um etwa 40 % und nahm dann ab 1999 jährlich zwischen 5 und 10 % zu. Noch im Jahr 2010 lag die russische Industrieproduktion laut Statistikamt bei nur 83,8 Prozent des Niveaus von 1991 – im Fahrzeugbau lag der Ausstoß sogar nur bei 49,6 Prozent.[6]

In Kirgisistan sprechen vorsichtige Schätzungen von einem Anstieg der Armut auf über 75 % im Jahr 1993 bei einem Rückgang des BIP von 21 %. Auch 1997 lebten noch 50 % der kirgisischen Bevölkerung in Armut.[7]

Die Lebenserwartung in Russland sank zwischen 1991 und 1994 von 69 auf weniger als 64 Jahre; einige Jahre starben mehr Menschen, als neu geboren wurden.Besonders der Gesundheitszustand von Männern verschlechterte sich – sie konnten Mitte der 1990er Jahre lediglich mit einer durchschnittlichen Lebenszeit von 58 Jahren rechnen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts lag die Lebenserwartung mit 62,8 Jahren noch immer niedriger als in Bangladesch.[8]

Nach der formalen Auflösung der Sowjetunion Ende 1991 kam es in der Folgezeit in zahlreichen ehemals sowjetischen Regionen zu bewaffneten Konflikten. Beispiele dafür sind der Bergkarabachkonflikt 1988–1994, der Transnistrien-Konflikt mit dem Höhepunkt 1992, der Georgisch-Abchasische Krieg 1992–1993, der Tadschikische Bürgerkrieg 1992–1997, die russische Verfassungskrise 1993 in Moskau, der Erste(1994–1996) und der Zweite Tschetschenienkrieg (1999–2009), der Dagestankrieg 1999, der Kaukasuskrieg 2008, die Unruhen in Südkirgisistan 2010, die Krimkrise und der Krieg in der Ukraine seit 2014.

„Vielen war klar, dass die UdSSR nach dem Putschversuch im August 1991 bereits zerfallen war, sie fürchteten sich jedoch davor, das auch auszusprechen.“

– Stanislau Schuschkewitsch[9]

In seiner Rede zur Lage der Nation im April 2005 bezeichnete der russische Präsident Wladimir Putin den Zerfall der Sowjetunion 1991 als „die größte geopolitische Katastrophe“ des 20. Jahrhunderts.[10] Laut Kirill Rogow sei dabei das Wort „geopolitisch“ zu beachten, welches dem modernen Russland außenpolitische Klischees der Sowjetzeit überstülpe. Zwar war die Wehmut über den Verlust der Sowjetunion in den 1990er-Jahren in der Bevölkerung Russlands kontinuierlich bis zu einem Höhepunkt von 70 Prozent zu Beginn der 2000er-Jahre gestiegen; ab Mitte der 2000er sank jedoch dieser Anteil und erreichte in den Jahren 2011/12 unter 50 %. Das Gegenteil traf für den politischen Diskurs der Putin-Epoche zu: Das Thema „Zerfall der Sowjetunion“ habe an Bedeutung gewonnen und sei Teil des Narrativs einer innenpolitischen Bedrohung. Eine solche Bedrohung, ob real oder imaginär, bestimme die Prioritäten der politischen Agenda: Zivile Elemente träten in den Hintergrund zugunsten einer „Mobilisierungsagenda“, einem Kampf um die Erhaltung des Status quo.[11]

Wappen wird ersetzt

 

Bildquelle: Von Photos by Steve/Ruth Bosman (1982) and Ed Yourdon (2008); cropping, image editing and montage by MaGioZal – File:Supreme Soviet 1982.jpg and File:Grand Kremlin Palace, Moscow.jpg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11188070

 

Nach der Auflösung der Sowjetunion wurde das Staatswappen der Sowjetunion mit der Aufschrift „СССР“ (oben) an der Fassade des Großen Kremlpalasts durch fünf Doppeladler mit dem Wappen Russlands (unten) ersetzt.

 

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Ergänzung:

Die Schulden der 14 anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, hat übrigens Russland abbezahlt. Darunter 16 Milliarden Dollar der Ukraine.

Siehe:

RT deutsch    RT deutsch

 

 

Der Aufbau des Sozialismus in der UdSSR

Die Masseninitiative der Werktätigen beim sozialistischen Aufbau

 

Wie es Lenin in seinem Plan des Aufbaus des Sozialismus dargelegt hatte, konnte die wirtschaftliche Entwicklung nur vorangebracht werden, wenn die Sowjetvölker eine hochentwickelte Industrie, vor allem eine moderne Schwerindustrie aufbauten. Die Schwerindustrie ist die Grundlage für den Werkzeugmaschinenbau, für die Traktorenindustrie, für die Verteidigungsindustrie und für alle anderen lebenswichtigen Industriezweige.

Riesige Geldsummen waren erforderlich, um die sozialistische Industrialisierung zu finanzieren. Diese Mittel mussten im wesentlichen aus eigenen Quellen und aus eigener Kraft aufgebracht werden, die die imperialistischen Großmächte verweigerten der UdSSR Kredite zu normalen Bedingungen.  Der Sowjetstaat konnte die Gewinne aus den staatlichen Industriebetrieben, dem Verkehrswesen, den Banken sowie aus dem staatlichen Innen- und Außenhandel für die Entwicklung der sozialistischen Industrie verwenden. Aber diese Finanzquellen reichten keineswegs aus. Die KPdSU, die nach dem Tode Lenins von J.W. Stalin geleitet wurde, orientierte die Arbeiterklasse auf strenge Sparsamkeit in den Betrieben und Verwaltungen sowie auf die Zurückstellung der Entwicklung bestimmter Industriezweige zugunsten des Aufbaus der industriellen Schwerpunkte. Durch diese Maßnahmen wurden die notwendigen zusätzlichen Mittel gewonnen. Im Wirtschaftsjahr 1926/27 investierte der Sowjetstaat etwa 1 Milliarde Rubel in die Industrie, nach drei Jahren schon mehr als 5 Milliarden Rubel. Es begann der Aufbau des Wasserkraftwerkes am Dnepr, der Turkestan-Sibirischen Eisenbahn, des Traktorenwerkes in Stalingrad(heute Wolgograd)und anderer großer Industriewerke.

Bau Turkestanisch-Sibirische Eisenbahn

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, Stand 1982

 

Alle Aufgaben des Aufbaus des Sozialismus wurden von der KPdSU und der Sowjetregierung in Fünfjahrplänen miteinander abgestimmt und verbindlich festgelegt. Parteitage der KPdSU diskutierten und Beschlossen die Hauptaufgaben dieser Pläne. Der XV. Parteitag der KPdSU erklärte 1927, dass die wirtschaftliche Hauptaufgabe des ersten Fünfjahrplanes(1928/29 bis 1932/33)darin bestehe, vorrangig die sozialistische Schwerindustrie zu entwickeln und den Anteil des sozialistischen Sektors in der Volkswirtschaft zu erhöhen. Der XVII. Parteitag bestätigte Anfang 1934 die Hauptaufgaben des zweiten Fünfjahrplanes(1933 bis 1937). Es sollten die sozialistische Industrialisierung abgeschlossen und damit die Grundlagen für eine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen für immer restlos beseitigt werden.

Arbeiten am Fundament des ersten Hochofens

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Mit bespiellosem Heroismus gingen viele Werktätige an den Aufbau der neuen Werke.

aus Erinnerungen Aufbauleiter Kusnezker Hüttenkombinat

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Zentren Aufbau Sozialismus europäischer Teil UdSSR

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Auf den Großbaustellen mangelte es anfangs an Baumaschinen. Die Sowjetunion konnte nur wenige Bagger und andere Maschinen aus dem Ausland kaufen. Der Einsatz von vielen Menschen mit Schaufeln und Schubkarren war oft der einzige Ausweg.

Eine hervorragende Leistung erzielten die Erbauer des ersten sowjetischen Traktorenwerkes in Stalingrad. Strenge Winterkälte schien die Glaserarbeiten auf dem 15 Meter hohen Dach der Montagehalle unmöglich zu machen. Die Glaser stellten die Arbeit ein. Doch da bildete sich auf Initiative einer ehemaligen Landarbeiterin eine Stoßbrigade aus Komsomolzinnen. Angeleitet von einem erfahrenen Facharbeiter, verglasten sie bei 25 Grad Kälte das Dach und ermöglichten so eine Fortsetzung der Bauarbeiten.

Eine wichtige Methode zur Lösung der Aufgaben beim Aufbau des Sozialismus war der sozialistische Wettbewerb. Sollten die Aufbaupläne erfüllt werden, musste die politische und wirtschaftliche Aktivität der Werktätigen gesteigert werden. Die KPdSU setzte ihre Generallinie für den Aufbau des Sozialismus über die Kommunisten durch, die auf den Baustellen und in den Betrieben arbeiteten. Kommunisten organisierten den sozialistischen Wettbewerb. Er förderte die Masseninitiative für die Erfüllung des Fünfjahrplanes. Steigerung der Arbeitsproduktivität, Senkung der Selbstkosten und Festigung der Arbeitsdisziplin standen seit Anfang 1929 im Mittelpunkt des Wettbewerbes der sowjetischen Arbeiter. Die Arbeitsproduktivität stieg im Jahre 1929 im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 13 Prozent und übertraf den Vorkriegsstand um das mehr als 1,3fache.

Als im Juli 1929 beim Bau des Dnepr-Wasserkraftwerkes die Gefahr entstand, dass das schon begonnen Gießen von 180 000 Kubikmetern Beton nicht bis zum Eintreten der Frostperiode Anfang November geschafft werden könnte und die amerikanischen und deutschen Berater dadurch eine längere Unterbrechung aller Bauarbeiten für unvermeidlich hielten, kämpften 10 000 Bauarbeiter im sozialistischen Wettbewerb um den rechtzeitigen Abschluss der Betonierarbeiten. Stoßbrigaden der Komsomolzen verdoppelten die Produktion des Schotterwerkes und erhöhten die bisherigen Leistungen im Betonieren fast auf das Dreifache. So gelang es, allein im September 57 000 Kubikmeter Beton zu gießen. Damit wurde auf diesem Gebiet selbst die damals in den USA erzielte Höchstleistung von 52 330 Kubikmetern beträchtlich überboten.

Die Bewegung der Stoßarbeiter in der Industrieproduktion breitete sich im ganzen Sowjetland aus. Ende 1933 gab es in der Industrie und im Verkehrswesen etwa fünf Millionen Stoßarbeiter.

Im Donezbecken, wo die Häuer anstelle alter primitiver Werkzeuge moderne Presslufthämmer erhielten, organisierte der junge Häuer Alexej Stachanow die Arbeit in seiner Schichte auf neue Weise; und zwar so, dass das moderne Abbaugerät während der ganzen Schicht voll genutzt werden konnte. Daraufhin erreichte er in der Nacht zum 31. August 1935 eine Förderleistung von 102 Tonnen Kohle. Damit überbot er die alte Norm um das Vierzehnfache. Sein Beispiel, die neue Technik voll zu nutzen, wurde bald  von andren aufgegriffen, es begann eine neue Etappe im sozialistischen Wettbewerb, die Stachanowbewegung.

Stachanow 1935

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, Stand 1982

 

Die ausländischen Imperialisten, an der Spitze die in England herrschenden Kreise, versuchten mit allen Mitteln, den sozialistischen Aufbau zu verhindern oder zu verzögern. Sie fürchteten seine anspornende Wirkung auf die Unterdrückten in den kapitalistischen Ländern. Deshalb verstärkten sie im Innern der Sowjetunion die konterrevolutionäre Terror- und Sabotagetätigkeit.

So warfen beispielsweise Agenten der englischen Imperialisten 1927 in Leningrad(heute St. Petersburg)Bomben in einen Parteiklub. 30 Sowjetbürger wurden dabei verletzt.

Im Rayon Schachty im Donezbecken organisierte eine Gruppe bürgerlicher Spezialisten, die von einer imperialistischen Diversionszentrale in Paris gelenkt und finanziert wurde, Schäden im Kohlebergbau. Sie wiesen hier bewusst falsche Wege zur Erschließung und zum Abbau der Kohlevorkommen, zerstörten Maschinen und Belüftungsanlagen, verursachten Wassereinbrüche, um den Kohlebergbau, die damals wichtigste Brennstoffquelle, zum Erliegen zu bringen. Doch der Sowjetmacht gelang es, 1928 die Mitglieder dieser Bande dingfest zu machen.

Ähnliche konterrevolutionäre Sabotageakte wurden unter anderem im Transportwesen, im Maschinenbau, in der Rüstungs-, Werft- und Edelmetallindustrie sowie in der Chemie- und Textilindustrie aufgedeckt.

Trotz dieser und anderer Störtätigkeit der Imperialisten und ihrer Helfer lösten die Sowjetmenschen erfolgreich die Hauptaufgaben der Fünfjahrpläne.

Gemessen am Gesamtumfang der Industrieproduktion, hatte die UdSSR 1936 Deutschland, England und Frankreich überholt und rückte auf den zweiten Platz in der Welt nach den USA.

Die Sowjetunion verfügte über eine leistungsstarke Schwerindustrie, die in der Lage war, alle erforderlichen Produktionsmittel zu erzeugen. 1936 erwirtschaftete die Schwerindustrie bereits einen Gewinn von 3,2 Milliarden Rubel.

Entwicklung Kohleförderung, Stahl- und Stromerzeugung

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft

 

Während die Industrieproduktion im ersten Fünfjahrplan jährlich durchschnittlich um nahezu 20 Prozent wuchs, blieb die Landwirtschaft weit hinter dem Wachstumstempo der Industrie zurück. Grundlegend verändern ließ sich die Situation in der Landwirtschaft-wie es Lenin nachgewiesen hatte, nur durch einen revolutionären Umgestaltungsprozess, durch die genossenschaftliche Vereinigung der Kleinbetriebe zu Großwirtschaften und den Einsatz moderner Landwirtschaftsmaschinen auf großen Flächen. Über genossenschaftliche Einrichtungen, landwirtschaftliche Kreditgenossenschaften und staatliche Kredite führten Partei und Regierung beharrlich und zielstrebig Klein- und Mittelbauern an die Kollektivwirtschaft(Kolchos)heran. Geduldige Überzeugungsarbeit, Senkung der Naturalsteuer für entstandene Kollektivwirtschaften und andere materielle Anreize führten zur Festigung der vorhanden und zum Entstehen neuer Kolchosen.

1929 vollzog sich in diesem Prozess ein großer Umschwung. Nun traten nicht mehr einzelne Gruppen von Bauern in die Kolchosen ein, sondern oft ganze Dörfer. Allein die Zeit von Julie bis September 1929 schlossen sich etwa eine Million Bauernhöfe zu Kollektivwirtschaften zusammen, das heißt, fast ebenso viele wie im Laufe der zwölf Jahre seit der Oktoberrevolution.

Diese Entwicklung versuchten die Kulaken mit allen Mitteln aufzuhalten.

Sie verbreiteten in der Bauernschaft beispielsweise das Gerücht, dass die Kollektivwirtschaften den Bauern alles Vieh wegnehmen wollten. Viele Bauern schenkten dieser Lüge Glauben und schlachteten ihr Vieh und Geflügel ab. Dadurch verminderte sich 1929/30 in der Sowjetunion der Bestand an Rindern um 14,6 Millionen Stück, an Schweinen um ein Drittel und an Schafen und Ziegen um ein Viertel. Das war ein schwerer Schlag gegen die Viehwirtschaft, von dem sie sich nicht so bald erholen konnte. Wirtschaftsgebäude, Maschinen und Inventar der Kolchosen wurden von Kulaken zerstört und ganze Dörfer, die sich zu Kollektivwirtschaften vereinigt hatten, in Brand gesteckt. Heimtückisch wurden Förderer der Kolchosbewegung, Partei- und Wirtschaftsfunktionäre, Kleinbauern und Landarbeiter ermordet.

Die KPdSU und der Sowjetstaat traten diesem konterrevolutionären Treiben energisch entgegen. Sie beseitigen die Kulaken als Klasse. Die örtlichen Behörden erhielten das Recht, den Besitz der Kulaken zu enteignen und sie aus den Rayons, Kreisen oder Gebieten auszuweisen. Wer sich bereit zeigte, den Anordnungen der Sowjetmacht Folge zu leisten, durfte nach der Enteignung in seinem bisherigen Wohnort bleiben. Allen Kulaken, auch den ausgesiedelten, wurde die Möglichkeit gegeben, durch ehrliche Arbeit den notwendigen Lebensunterhalt zu sichern und nach einer gewissen Zeit wieder die vollen Bürgerrechte zu erhalten.

Anteil Kollektivwirtschaften Landwirtschaft

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Aufnahme neuer Mitglieder in Kolchos 1930

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Eine außerordentlich wichtige Rolle bei der Schaffung und Festigung der Kollektivwirtschaften spielten die Maschinen-Traktoren-Stationen(MTS). Sie regten in ihren Arbeitsbereichen Bauern dazu an, zur gemeinsamen Bodenbestellung überzugehen. Mit der Errichtung der MTS übernahm der Sowjetstaat sowohl die technische Betreuung der Kollektivwirtschaften als auch die Ausbildung der erforderlichen Fachkräfte. Die MTS waren Vorbild für die spätere DDR.

Entwicklung MTS 1928 bis 1937

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Um die Genossenschaftsbewegung zu unterstützen, rief die Kommunistische Partei die Betriebe dazu auf, 25 000 politisch und organisatorisch erfahrene Arbeiter zur Arbeit aufs Land zu schicken. Viele von ihnen gewannen bald als hervorragende Arbeitsorganisatoren in den Kolchosen hohes Ansehen und das Vertrauen der Bauern. Neben dieser Aktion „Industriearbeiter auf Land“ fuhren Arbeiter auch zu zeitweiliger Hilfe in die Dörfer. Das alles verstärkte den politischen Einfluss, den die Arbeiterklasse auf das Dorf ausübte.

Weil alle Hilfsmaßnahmen die Kollektivwirtschaften ökonomisch und organisatorisch festigten, und weil die Einkünfte der Kolchosbauern sichtbar stiegen, entschloss sich bald der überwiegende Teil der restlichen Einzelbauern, ebenfalls in die Genossenschaften einzutreten. Die Kolchosbauernschaft entwickelte sich zu einer festen Stütze der Sowjetmacht. Damit war die gewaltige Aufgabe der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaftin der UdSSR im Wesentlichen gelöst. Im Jahre 1937 bestanden 242 500 Kolchosen, zu denen sich 93 Prozent aller Bauernwirtschaften mit 99,1 Prozent der Anbaufläche zusammengeschlossen hatten. Daneben produzierten 3992 Sowchosen.( Sowchose=Staatlicher landwirtschaftlicher Großbetrieb, der u.a. Saatgut und Zuchtvieh für die Kollektivwirtschaften liefert.)

Etwa vierzig Prozent des Getreides wurden bereits mit Mähdreschern geerntet. Die Mechanisierung der Aussaat und Ernte sowie die Verbesserung der Arbeitsorganisation erhöhten die Erträge der Kolchosen.

 

Die sozialistische Kulturrevolution in der UdSSR

Der Aufbau des Sozialismus verlangt, dass dem Volk der Zugang zur Kultur eröffnet wird, eine sozialistische Intelligenz herangebildet, ein hohes Bildungsniveau der Arbeiter und Bauern erreicht und die Werktätigen im Geiste der marxistischen Weltanschauung erzogen werden.

Um das zaristische Erbe zu überwinden und den sozialistischen Aufbau vorantreiben zu können, musste die sozialistische Kulturrevolution vor allem das Analphabetentum beseitigen.

Das Ergebnis dieser vielfältigen Bemühungen war überzeugend: Während 1918 noch 36 Prozent aller Industriearbeiter und 56 Prozent aller Arbeiterinnen Analphabeten waren, konnten 1937 fast alle Angehörigen der Arbeiterklasse lesen und schreiben.

Damit wuchs auch das Bedürfnis nach künstlerischer, gesellschafts- und naturwissenschaftlicher Literatur außerordentlich. In den Jahren des ersten und zweiten Fünfjahrplanes erschienen insgesamt 443 000 Bücher mit einer Auflage von 5, 579 Milliarden Exemplaren. Die Anzahl der Bibliotheken wuchs von 28 900 im Jahre 1929 auf 70 000 im Jahre 1938. Auf dem Gebiet der schöngeistigen Literatur halfen die Partei und der Sowjetstaat den Schriftstellern, den sozialistischen Realismus in ihren Werken zu meistern.

Von Maxim Gorki erschienen neue Kapitel aus dem „Leben Klim Samgins“, von Michail Scholochow „Der stille Don“ und „Neuland unterm Pflug“, von Nikolai Ostrowski „Wie der Stahl gehärtet wurde“.

In Romanen anderer sowjetischer Schriftsteller, wie beispielsweise von Fjodor Gladkow, Juri Krymow und Walentin Katajew, wurde das Probelm der sozialistischen Arbeit behandelt und die Entwicklung des Menschen in der neuen Gesellschaftsordnung dargestellt.

Große Erfolge wurden auch auf dem Gebiet des Films erreicht. Die Partei und der Sowjetstaat stellten ihn ganz in den Dienst der Kulturrevolution. Sergej Eisenstein und Wsewolod Pudowkin schufen solche künstlerisch hervorragenden Filme wie „Panzerkreuzer Potemkin“ und „Die Mutter“. Diese und andere Filme wie beispielsweise „Tschapajew“, „Der Mann mit dem Gewehr“, „Die Jugend Maxims“ begeisterten die Zuschauer außerordentlich.

Eine sehr große Rolle bei der politischen Aktivierung der Volksmassen, bei der Hebung ihres kulturellen Niveaus spielte der Rundfunk. Partei und Regierung zogen die Besten aus den Reihen der Kulturschaffenden zur Mitarbeit an den zentralen Sendeprogrammen heran.

Der Rundfunk wurde während des Kalten Krieges  seitens der imperialistischen Länder genutzt, um antikommunistische Propaganda zu senden. Z.B. durch „Radio Liberty“ und „Radio Free Europe“.  Mit der Zeit zeigte diese Propaganda Wirkung. Die Bevölkerung wurde „sturmreif geschossen“. So stand sie nicht mehr für ihr Land und den Sozialismus ein. Die Konterevolution konnte 1989 marschieren.

Um rasch Fachkräfte für den Aufbau des Sozialismus aus den Reihen der Arbeiter und Bauern zu entwickeln, wurden besondere Lehranstalten, Arbeiterfakultäten, gegründet, in denen sich Werktätige für das Hochschulstudium vorbereiteten. Die Anzahl der Lernenden an den Arbeiterfakultäten wuchs von 56 700 im Jahre 1928 auf 339 500 im Jahre 1932.

Eine große Erweiterung des Netzes der Hochschulen sicherte die Heranbildung von Spezialisten für alle Zweige der Volkswirtschaft und Kultur.

Anzahl Hochschulen und Studenten 1914-15

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Die Verankerung der Ergebnisse der sozialistischen Umwälzung durch die neue Verfassung

 

Zu den wichtigsten Ergebnissen der sozialistischen Umwälzung gehörte die Festigung der Sowjetmacht, die sich auf ein festes Bündnis der Arbeiter und Bauern stützte. Weil der Aufbau des Sozialismus allen Sowjetrepubliken politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt brachte, festigte sich das brüderliche Bündnis zwischen den Völkern der UdSSR.

Alle diese Erfolge beruhten hauptsächlich auf der Tatsache, dass sich die sozialistischen Produktionsverhältnisse durchgesetzt hatten. Es herrschte uneingeschränkt das gesellschaftliche Eigentum an Produktionsmitteln in Form des staatlichen Volkseigentums und des genossenschaftlichen Eigentums. Die Werktätigen der Sowjetunion waren damals von jeglicher Ausbeutung befreit; die arbeiteten kameradschaftlich zusammen und halfen sich gegenseitig. Bis 1936 hatte sich eine neue Klassenstruktur herausgebildet. Alle Ausbeuterklassen waren in der Sowjetunion beseitigt.

Das Proletariat des zaristischen Russlands hatte sich in die von jeglicher Ausbeutung befreite Arbeiterklasse verwandelt, die die führende Kraft der gesellschaftlichen Entwicklung wurde.

Die Masse der Klein- und Mittelbauern hatte aufgehört, eine Schicht von Kleinproduzenten zu sein, die von Gutsbesitzern, Kulaken, Händlern und Wucherern ausgebeutet wird. Sie war zu einer neuen Klasse geworden, die sich in den Kolchosen auf freiwilliger Basis vereinigt hatte und kollektiv arbeitete.

Verändert hatte sich auch die soziale Zusammensetzung und politische Haltung der Intelligenz, der jetzt mehr als neun Millionen Menschen angehörten. Von ihnen kamen die meisten aus der Arbeiterklasse und aus der Bauernschaft. Gemeinsam mit der neuen Intelligenz arbeitete auch die Mehrheit der alten Intelligenz für das sozialistische Gesellschaftssystem.

Der zeitweilige Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion wurde 1936 in der sozialistischen Verfassung der UdSSR verankert. In ihr wurde gesetzlich festgelegt, dass das sozialistische Wirtschaftssystem und das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln die ökonomische Grundlage der Sowjetunion bilden.

Die damals neue Verfassung gewährte allen Bürgern der Sowjetunion das Recht, die Sowjets in allgemeinen, direkten, gleichen und geheimen Wahlen zu wählen und ebenso gewählt zu werden. Garantiert wurde allen Bürgern der UdSSR das Recht auf Arbeit, auf Erholung und Bildung, auf materielle Versorgung im Alter sowie im Falle von Krankheit und Invalidität. Gleichzeitig wurde den Sowjetbürgern die Pflicht auferlegt, die Gesetze des Sowjetstaates zu befolgen, Arbeitsdisziplin zu wahren, die Regeln des sozialistischen Gemeinschaftslebens zu achten, das gesellschaftliche sozialistische Eigentum zu schützen und zu mehren und durch Dienst in den Streitkräften des Sowjetstaates zur Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes beizutragen.

Mit der damals neuen Verfassung der Sowjetunion entstand die demokratischste aller Verfassungen, die es bislang in der Welt gegeben hatte.

Der Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion bewies, dass der Sozialismus tatsächlich imstande ist, die grundlegenden Probleme der Menschheit zu lösen. Die sozialistische Gesellschaftsordnung, die auf der Macht der Arbeiterklasse und auf dem gesellschaftlichen Eigentum an den Produktionsmitteln basiert, zeigte sich fähig, die planmäßige und krisenfreie Entwicklung der Wirtschaft zu gewährleisten. Der Aufbau des Sozialismus demonstrierte zugleich, dass es möglich ist, Bedingungen für wirkliche Demokratie, für die allseitige Entwicklung der Persönlichkeit und für die Gleichberechtigung sowie die Freundschaft der Nationen zu schaffen.

Die sozialistische Gesellschaft entwickelte sich als eine Ordnung bewusster, diszipliniert und vereint arbeitender Menschen, die über sich nur die Macht ihrer eigenen Vereinigung, das System der Diktatur des Proletariats kannten, zu dem der Staat sowie Massenorganisationen gehörten, und dessen Kern die Kommunistische Partei bildete.

Arbeiter in Bäuerin 1936

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, Stand 1982

 

Der Verlauf des Aufbaus des Sozialismus in der UdSSR bewahrheitete den Grundsatz des Marxismus-Leninismus, dass die Frage der Macht die entscheidende Frage der sozialistischen Revolution ist. Die Diktatur des Proletariats erwies sich als die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche sozialistische Umwälzung. Die sozialistische Staatsmacht bildete das Hauptinstrument für die Umgestaltung der Wirtschaft und aller Gebiete des öffentlichen Lebens sowie zur Abwehr aller inneren und äußeren Feinde.

Die Praxis des Aufbaus des Sozialismus bewies die Richtigkeit des Leitsatzes Lenins von der großen Rolle der revolutionären Arbeiterpartei im Leben des Volkes; nämlich Lehrer, Leiter und Führer aller Werktätigen bei der Gestaltung ihres gesellschaftlichen Lebens zu sein. Diese Rolle konnte die Partei am Ende nicht mehr erfüllen.

Der zeitweilige Sieg des Sozialismus in der UdSSR war das Ergebnis des Durchsetzens allgemeingültiger gesellschaftlicher Gesetzmäßigkeiten. Das waren und sind: Errichtung und Entwicklung der Diktatur des Proletariats, führende Rolle der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei, Bündnis mit der Bauernschaft und allen werktätigen Schichten, sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft und sozialistische Kulturrevolution.

Aus Erklärung tschechoslowakische Arbeiterdelegation

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Für die Werktätigen aller kapitalistischen Länder waren die Erfolge beim Aufbau des Sozialismus in der UdSSR das Vorbild für den künftigen Aufbau des Sozialismus in allen Teilen der Welt.

Mit dem zeitweiligen Sieg des Sozialismus in der UdSSR entstand für die Arbeiterklasse der ganzen Welt ein fest organisiertest Machtzentrum, das zu schützen zu stärken oberste Pflicht aller fortschrittliche Menschen der Erde wurde

Es ist den Imperialisten gelungen dies zu unterminieren. Die Propaganda hat gewirkt.

1989/90 hat der Kapitalismus gesiegt.  Doch es wird die Geschichte verfälscht und viel gelogen. Haben die Vertreter des Kapitalismus doch Angst, dass es doch einige Menschen begreifen, dass zeitweilig eine Gesellschaft ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen Bestand hatte. Die Kapitalisten fürchten sich vor einer Auferstehung des Sozialismus. Darum werden keine Geldausgaben und kein Aufwand gescheut, um die Bevölkerung zu verdummen durch falsche Geschichtsschreibung. Mit bescheidenen Mittel versucht DIE TROMMLER dem entgegenzusteuern. Dank Internet gibt es ja eine gewisse Verbreitungsmöglichkeit.

 

geschichtsbuch-ddr-9-klasse-kopie-2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet und aktualisiert durch Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

 

Aufbau des Sozialismus in der UdSSR

 

Lenins Tod

Am 21 Januar 1924 starb Lenin. Jahrelange aufopferungsvolle Arbeit für die Sache der Arbeiterklasse, für die Verwirklichung ihrer historischen Mission und die Folgen eines Attentats der Konterrevolutionäre hatten dem Leben des genialen Führers des Proletariats ein vorzeitiges Ende gesetzt.

Roter Platz in Moskau

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Lenin hatte von Jugend an unbeugsam gegen Imperialismus und Reaktion gestritten. Er vertraute auf die Kräfte der Arbeiterklasse, den er sah in ihr die führende revolutionäre Klasse, die fähig ist, die weltgeschichtliche Aufgabe des Sturzes des Kapitalismus und der sozialistischen Umgestaltung der Gesellschaft zu erfüllen. Revolutionär gesonnen und wissenschaftlich gebildet, stellte er sich mit festem Willen zur Tat ganz in den Dienst der großen Sache des Proletariats. Gründliche, tiefe Kenntnis der Werke von Marx und Engels, die Fähigkeit, den Marxismus auf die jeweils gegebenen unterschiedlichen Situationen des Klassenkampfes anzuwenden, der unerschütterliche Glaube an den Sieg der Arbeiterklasse, ein großes organisatorisches Talent – alles das machte Lenin zum hervorragendsten Arbeiterführer unseres Jahrhunderts.

Er untersuchte des Imperialismus und lehrte die Arbeiterklasse, dass dieser das monopolistische Stadium des Kapitalismus ist. Lenin entwickelte die Theorie vom Hinüberwachsen der bürgerlich-demokratischen in die sozialistische Revolution und begründete wissenschaftlich die Möglichkeit und Notwendigkeit des Sieges der proletarischen Revolution in einem Lande. Er schuf die erste proletarische Partei neuen Typs, die Partei der Bolschewiki. Mit ihr führte er die Werktätigen Russlands zum Sieg über die russischen und ausländischen Imperialisten. Er begründete und leitete den Sowjetstaat, die sozialistische Sowjetdemokratie.

Lenin Kopie

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Als hervorragender Denker entwickelte Lenin den Marxismus- den dialektischen Materialismus, die politische Ökonomie, die Theorie der sozialistischen Revolution und des Aufbaus des Kommunismus – schöpferisch weiter. So entstand als Ergebnis dieser allseitigen Weiterentwicklung der Wissenschaft, die Marx und Engels geschaffen hatten, der Marxismus-Leninismus. Er ist die Weiterentwicklung der Lehren von Marx und Engels unter den neuen historischen Bedingungen des 20. Jahrhunderts durch Lenin, durch die marxistisch-leninistischen Parteien und vor allem durch die  KPdSU.

Die Nachricht vom Tode Lenins löste in den Herzen der Sowjetmenschen tiefen Schmerz aus. Fast eine Woche lang zogen bei grimmigem Frost Tag und Nacht endlose Reihen Trauernder durch die Moskauer Straßen zum Säulensaal des Hauses der Gewerkschaften, wo die sterbliche Hülle des großen Revolutionärs aufgebahrt worden war.

240 000 standhafte und bewährte Arbeiter traten kurz nach dem Tode Lenins in die bolschewistische Partei ein, um als Revolutionäre mitzuhelfen, den Leninschen Plan des Aufbaus des Sozialismus zu verwirklichen. Die marxistisch-leninistische Theorie, ihre schöpferische Anwendung auf die gegebenen Verhältnisse ermöglichte es den Kommunisten, wissenschaftliche Lösungen für alle noch offenen Fragen des sozialistischen Aufbaus zu erarbeiten.

 

geschichtsbuch-ddr-9-klasse-kopie-2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

siehe auch Marxismus-Leninismus

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

 

Lenins Tod Kopie