Das internationale Kräfteverhältnis am Vorabend des zweiten Weltkrieges

Schritt für Schritt hatten die Regierungen Deutschlands, Italiens und Japans ihre Aggressionen vorbereitet. Sowohl in Europa als auch im Fernen Osten waren Kriegsherde entstanden. Deutlich zeichneten sich Ende der dreißiger Jahre zwei imperialistische Mächtegruppierungen ab, deren Widersprüche sich ständig verschärften. So standen dem aggressiven Block mit Deutschland, Italien und Japan die anderen imperialistischen Großmächte England, Frankreich und die USA gegenüber

In den faschistischen Staaten war in den zurückliegenden Jahren das gesamte Leben militarisiert worden. Alle Seiten des gesellschaftlichen Lebens, die Politik, die Wirtschaft, Ideologie, Kunst und Kultur waren völlig auf den Krieg ausgerichtet. Am Vorabend des Krieges verfügte der faschistische Block über eine entwickelte Kriegswirtschaft und starke Streitkräfte. Das Ziel der Regierungen dieses aggressiven Blocks bestand in der Entfesselung von Eroberungskriegen, um andere Völker zu unterjochen und schließlich die Weltherrschaft zu erobern. Damit richtete sich diese Zielsetzung in erster Linie gegen die sozialistische Sowjetunion.

Karikatur -Achse der Imperialisten-

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die herrschenden imperialistischen Kreise Englands, Frankreichs und der USA waren bestrebt, ihre Herrschaft im Inland zu festigen und ihre außenpolitischen Positionen und Einflusssphären zu sichern und auszudehnen. Das brachte sie einerseits in Widerspruch zu den faschistischen Staaten, andererseits waren sie jedoch daran interessiert, den faschistischen Staaten keine Hindernisse in den Weg zu legen. Die imperialistischen Westmächte hofften, dass sich der künftige Krieg gegen die Sowjetunion richten würde. Sie förderten deshalb die faschistischen Aggressionsbestrebungen in vielfältiger Weise und hintertrieben ein System der kollektiven Sicherheit. Die englischen, französischen und amerikanischen Werktätigen(Erwerbstätigen/arbeitende Menschen)zeigten im wachsenden Maße größeren Weitblick als ihre Regierungen und wandten sich gegen diese Politik.

USA-Botschafter über internationale Situation Dezember 1938Quellenangabe USA-Botschafter über internationale Situation Dezember 1938

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Allein die UdSSR führte einen entschiedenen Kampf für den Frieden und die kollektive Sicherheit. Die Kommunistische Partei der Sowjetunion und die Regierung der UdSSR taten alles, was in ihren Kräften stand, um einen Krieg zu verhüten und den Aggressor zu zügeln. Um die Sowjetunion und ihr Programm des für Frieden, Sicherheit, Demokratie und sozialen Fortschritt scharten sich die fortgeschrittensten, friedliebenden Kräfte der ganzen Welt. An ihrer Spitze standen die kommunistischen Parteien, die größte Anstrengungen unternahmen, um die Arbeiterklasse und alle anderen werktätigen und demokratischen Kräfte zum Kampf um die Erhaltung des Friedens zusammenzuschließen.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Vorabend des II. Weltkrieges

 

 

Die Verschärfung der Kriegsgefahr in Europa. Die Anstrengungen der Sowjetunion um ein System der kollektiven Sicherheit

Hitlers demagogische Friedensbeteuerungen, so zum Beispiel, dass er nach der Lösung des „sudetendeutschen Problems“ keine territorialen Forderungen an Europa mehr habe, hatten das Ziel, seine wahren Kriegspläne zu verschleiern

Am 22. März 1939, nur wenige Tage nach der Zerschlagung der gesamten CSR, erpresste das Naziregime von der litauischen Regierung die Angliederung des Memelgebietes an Deutschland. Rumänien wurde gezwungen, den deutschen Konzernen die Kontrolle über die kriegswichtige Erdölproduktion zu sichern.

Am 28. April 1939 umriss Hitler in einer Reichstagsrede die nächsten Forderungen und Aggressionsziele des Hitlerregimes: Von Frankreich forderte es Elsass-Lothringen, von Großbritannien die Rückgabe der Kolonien und von Polen Danzig.

Seit Ende März 1939 begann sich der Hitlerfaschismus direkt auf den Krieg gegen Polen vorzubereiten.

Dessen ungeachtet unternahmen die bürgerlichen polnischen Politiker fast nichts, um ihr Land ernsthaft vor der faschistischen Aggression zu bewahren.

Hitler geheime Besprechung in Reichskanzlei 23.05.1939Hitler geheime Besprechung Reichskanzlei 22.05.1939 2Quellenangabe Hitler geheime Besprechung Reichskanzlei 1939

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Im Sommer 1939 traten diese Kriegsvorbereitungen in ihr entscheidendes Stadium. Am 22. Juni 1939 war vom faschistischen Oberkommando der Zeitplan für den Überfall fertiggestellt worden. Im Juli begann der Aufmarsch der deutschen Truppen an der polnischen Grenze. Damit erhob sich die drohende Gefahr eines Weltkrieges

Die erhöhte Gefahr eines Krieges in Europa bewog die Sowjetregierung, noch entschiedener als bisher für ein System der kollektiven Sicherheit zu kämpfen. Unabhängig von ihrer Gesellschaftsordnung sollten sich hierin alle europäischen Staaten dem Expansionsstreben Hitlerdeutschlands in einer geschlossenen Abwehrfront entgegenstellen. Dieses kollektive Sicherheitssystem entsprach damit der von der Sowjetunion stets verfochtenen Politik der friedlichen Koexistenz zwischen Staaten mit verschiedener Gesellschaftsordnung.

Die Zerschlagung der Tschechoslowakei und der bevorstehende Überfall auf Polen verletzen auch die Interessen der Westmächte, weil sich der deutsche Faschismus damit zu führenden imperialistischen Macht in Europa entwickelte. Aus diesem Grunde und unter dem Druck der demokratischen Öffentlichkeit sahen sich die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs gezwungen, im Frühjahr 1939 Verhandlungen mit der Sowjetunion über eine Zusammenarbeit aufzunehmen. Die Westmächte zogen die Verhandlungen in die Länge und machten unter immer neuen Vorwänden den Abschluss eines Beistandspaktes unmöglich.

Karikatur -Eile-

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Um der Hinhalte-Taktik der britischen und französischen Verhandlungspartner zu begegnen, schlug die Sowjetregierung im August 1939 konkrete militärische Abmachungen vor. Sie war bereit, dem faschistischen Aggressor 136 Divisionen entgegenzustellen, während Großbritannien erklärte, zunächst nur sechs Divisionen auf den europäischen Kontinent schicken zu können. Da die Westmächte an bindenden Abmachungen nach wie vor nicht interessiert waren und einen Krieg zwischen Deutschland und der Sowjetunion herbeisehnten, griffen sie zu neuen Ausflüchten. Sie beriefen sich auf die Weigerung der Regierung Polens, im Falle eines faschistischen Überfalls den Truppen der Sowjetunion das Durchmarschrecht durch Polen zu gewähren. In der gleichen Zeit schlug die britische Regierung im Sommer 1939 Hitlerdeutschland in Geheimverhandlungen eine Neuaufteilung der Welt vor. Dabei sollte auch das Gebiet der Sowjetunion zwischen den britischen und deutschen Imperialisten in Einflusssphären aufgeteilt werden.

Die außenpolitische Lage war für die Sowjetunion in dieser Zeit äußerst kompliziert.

Faschistische Aggression vor II. Weltkrieg

Die faschistischen Aggressionen vor dem II. Weltkrieg

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Nicht nur von Europa, auch vom Fernen Osten zog die Gefahr eines Krieges heraus. Seit 1937 führten die japanischen Imperialisten verstärkt den Krieg gegen China.

Ende 1937 japanische Truppen brechen in Nanking(China)ein

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

1938 führten sie einen Überfall auf sowjetisches Territorium in der Nähe von Wladiwostok durch. Am 11. Mai 1939 drangen japanische Truppen in das Gebiet der Mongolischen Volksrepublik am Chal-chingol-Fluss ein. Verbunden durch einen Vertrag über gegenseitige Hilfe, schlugen die Truppen der UdSSR und der Mongolischen Volksrepublik in umfassenden Operationen vom 20. Bis 31. August 1939 die japanischen Aggressoren zurück.

Unter diesen Bedingungen musste die Regierung der UdSSR unbedingt verhindern, dass der erste sozialistische Staat, auf sich allein gestellt, einem Zweifrontenkrieg ausgesetzt wurde, in dem die faschistischen Aggressoren mit der Unterstützung der anderen imperialistischen Mächte rechnen konnten. Die Lebensinteressen nicht nur des Sowjetvolkes, sondern aller Völker erforderten, die große Gefahr zu bannen. In dieser Lage fasste die Sowjetregierung im August 1939 den Entschluss, das Angebot eines Nichtangriffspaktes, das von Hitlerdeutschland unterbreitet worden war, anzunehmen. Am 23. August 1939 wurde dieser Nichtangriffsvertrag in Moskau unterzeichnet.

Der Abschluss des Vertrages war ein der damaligen Situation entsprechender, kluger und auf weite Sicht berechneter Schritt der Sowjetregierung. Er durchkreuzte die Pläne zur Bildung einer mächtigen antisowjetischen Einheitsfront, sicherte der Sowjetunion für eine bestimmte Zeit den Frieden und schuf Voraussetzungen für den späteren Sieg der UdSSR und der friedliebenden Völker im II.Weltkrieg.

 

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Verschärfung der Kriegsgefahr

 

Lenins Tod

Am 21 Januar 1924 starb Lenin. Jahrelange aufopferungsvolle Arbeit für die Sache der Arbeiterklasse, für die Verwirklichung ihrer historischen Mission und die Folgen eines Attentats der Konterrevolutionäre hatten dem Leben des genialen Führers des Proletariats ein vorzeitiges Ende gesetzt.

Roter Platz in Moskau

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Lenin hatte von Jugend an unbeugsam gegen Imperialismus und Reaktion gestritten. Er vertraute auf die Kräfte der Arbeiterklasse, den er sah in ihr die führende revolutionäre Klasse, die fähig ist, die weltgeschichtliche Aufgabe des Sturzes des Kapitalismus und der sozialistischen Umgestaltung der Gesellschaft zu erfüllen. Revolutionär gesonnen und wissenschaftlich gebildet, stellte er sich mit festem Willen zur Tat ganz in den Dienst der großen Sache des Proletariats. Gründliche, tiefe Kenntnis der Werke von Marx und Engels, die Fähigkeit, den Marxismus auf die jeweils gegebenen unterschiedlichen Situationen des Klassenkampfes anzuwenden, der unerschütterliche Glaube an den Sieg der Arbeiterklasse, ein großes organisatorisches Talent – alles das machte Lenin zum hervorragendsten Arbeiterführer unseres Jahrhunderts.

Er untersuchte des Imperialismus und lehrte die Arbeiterklasse, dass dieser das monopolistische Stadium des Kapitalismus ist. Lenin entwickelte die Theorie vom Hinüberwachsen der bürgerlich-demokratischen in die sozialistische Revolution und begründete wissenschaftlich die Möglichkeit und Notwendigkeit des Sieges der proletarischen Revolution in einem Lande. Er schuf die erste proletarische Partei neuen Typs, die Partei der Bolschewiki. Mit ihr führte er die Werktätigen Russlands zum Sieg über die russischen und ausländischen Imperialisten. Er begründete und leitete den Sowjetstaat, die sozialistische Sowjetdemokratie.

Lenin Kopie

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Als hervorragender Denker entwickelte Lenin den Marxismus- den dialektischen Materialismus, die politische Ökonomie, die Theorie der sozialistischen Revolution und des Aufbaus des Kommunismus – schöpferisch weiter. So entstand als Ergebnis dieser allseitigen Weiterentwicklung der Wissenschaft, die Marx und Engels geschaffen hatten, der Marxismus-Leninismus. Er ist die Weiterentwicklung der Lehren von Marx und Engels unter den neuen historischen Bedingungen des 20. Jahrhunderts durch Lenin, durch die marxistisch-leninistischen Parteien und vor allem durch die  KPdSU.

Die Nachricht vom Tode Lenins löste in den Herzen der Sowjetmenschen tiefen Schmerz aus. Fast eine Woche lang zogen bei grimmigem Frost Tag und Nacht endlose Reihen Trauernder durch die Moskauer Straßen zum Säulensaal des Hauses der Gewerkschaften, wo die sterbliche Hülle des großen Revolutionärs aufgebahrt worden war.

240 000 standhafte und bewährte Arbeiter traten kurz nach dem Tode Lenins in die bolschewistische Partei ein, um als Revolutionäre mitzuhelfen, den Leninschen Plan des Aufbaus des Sozialismus zu verwirklichen. Die marxistisch-leninistische Theorie, ihre schöpferische Anwendung auf die gegebenen Verhältnisse ermöglichte es den Kommunisten, wissenschaftliche Lösungen für alle noch offenen Fragen des sozialistischen Aufbaus zu erarbeiten.

 

geschichtsbuch-ddr-9-klasse-kopie-2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

siehe auch Marxismus-Leninismus

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

 

Lenins Tod Kopie