Der weitere Aufbau des Sozialismus in der DDR nach 1963

Im Januar 1963 fand in Berlin der VI. Parteitag der SED statt. Er beschloss ein neues Parteiprogramm, das die Aufgaben für die weitere Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft in der DDR festlegte. Ausgehend vom erreichten Stand der gesellschaftlichen Entwicklung, bestimmte das Programm den umfassenden Aufbau des Sozialismus in der DDR als Ziel der nächsten Entwicklungsetappe.

Das Programm der SED aus dem Jahre 1963 ging von der geschichtlichen Lehre des Kampfes der deutschen und internationalen Arbeiterklasse aus, dass die Freundschaft und Zusammenarbeit mit der Sowjetunion für die Lösung dieser Aufgaben von erstrangiger Bedeutung sind. Die SED unterstrich, dass die DDR als sozialistischer Staat ein fester, unverrückbarer Bestandteil der sozialistischen Staatengemeinschaft ist. Die aktive Solidarität mit dem Freiheitskampf der Völker gegen Imperialismus und Kolonialismus und der Kampf um dauerhaften Frieden wurden als weitere Grundsätze der Politik des untergegangenen Staates gekennzeichnet. Der Parteitag bekräftigte den berechtigten Anspruch der DDR auf die Mitgliedschaft in der UNO und trat für Beziehungen der friedlichen Koexistenz zwischen beiden deutschen Staaten ein.

Die Partei der Arbeiterklasse ließ auch keinen Zweifel daran, dass die weitere Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft nur durch zielbewusste Arbeit, unter großen Anstrengungen, in einem komplizierten Kampf erreicht werden konnte. Große Aufmerksamkeit widmete der VI. Parteitag der SED den notwendigen Schritten zur weiteren Entwicklung der Volkswirtschaft. Om Mittelpunkt stand dabei die Notwendigkeit, die Arbeitsproduktivität zu erhöhen, die Selbstkosten der Erzeugnisse zu senken und den wissenschaftlich-technischen Fortschritt zu beschleunigen. Dementsprechend mussten jene Zweige der Volkswirtschaft vorrangig entwickelt werden, die den wissenschaftlich-technischen Fortschritt durchsetzen halfen. Insbesondere betraf das die chemische Industrie, den Maschinenbau, den wissenschaftlichen Gerätebau sowie die Elektrotechnik und Elektronik. Zugleich war es notwendig, die Energie- und Rohstoffbasis zu erweitern und das Verkehrswesen zu vervollkommnen.

Insgesamt kam es darauf an, die Führungstätigkeit der SED und des sozialistischen Staates konsequent auf die Nutzung der Vorzüge des Sozialismus zu orientieren. Da einer der entscheidenden Vorzüge der sozialistischen Gesellschaft gegenüber der kapitalistischen in der verantwortungsbewussten Teilnahme der Arbeiterklasse und der anderen Werktätigen (Erwerbstätigen) an der Lösung der Produktionsaufgaben und an der Leitung und Planung der Wirtschaft besteht, musste die Leitungstätigkeit den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen, kollektiven und persönlichen Interessen bewusst beachten. Damit haperte es mit der Zeit und die sozialistische Gesellschaft ging ihrer Auflösung entgegen.

Entsprechend dieser Aufgabenstellung des VI. Parteitages der SED wurden in der ersten Hälfte des Jahres 1963 in breiter demokratischer Diskussion Richtlinien für die Leitung und Planung der Volkswirtschaft ausgearbeitet. Eine Wirtschaftskonferenz des Zentralkomitees der SED und des Ministerrates der DDR beriet diese Richtlinien und wertete erste Erfahrungen bei ihrer Anwendung aus, bevor sie als „Richtlinien für das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft“ in Kraft gesetzt wurden. Mit dieser Maßnahme wurde auch in der DDR eine sozialistische Wirtschaftsreform eingeleitet. (siehe Abschnitt 5.1.2) Die damit verbundenen Festlegungen über die Abhängigkeit der Höhe der Prämienfonds von der Planerfüllung und dem erwirtschafteten Gewinn des Betriebes, die Einführung von Schichtprämien, eines leistungsabhängigen Zusatzurlaubs und andere Maßnahmen waren darauf gerichtet, Interesse und Verantwortungsbewusstsein der Werktätigen (Erwerbstätigen) als sozialistische Eigentümer und Produzenten zu stärken. Die Partei der Arbeiterklasse musste sich aber auch mit Auffassungen auseinandersetzen, dass der wissenschaftlich-technische Fortschritt und die neuen Formen der Leitung und Planung allein eine Sache der Wirtschaftsfunktionäre (heute bezeichnet man diese als Manager), der Ingenieure und Techniker seien. Sie wandte sich entschieden gegen Erscheinungen der Geringschätzung der Initiative und des Ideenreichtums der Arbeiter.

 

Bitterfelder Kumpel diskutieren 1961 mit dem Künstler über sein Gemälde „Bergmann Erich Schacher“. Als erster ging Erich Schacher damals aus seiner guten in eine schwächere Bergbaubrigade, um sozialistische Hilfe zu leisten
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Die neue Etappe der gesellschaftlichen Entwicklung stellte aber nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet wachsende Anforderungen. Sie erforderte auch ein höheres Bildungs- und Kulturniveau der Werktätigen (Erwerbstätigen). Davon ausgehend, beschloss der VI. Parteitag der SED, ein einheitliches sozialistisches Bildungswesen zu schaffen. Auf der Grundlage dieses Beschlusses erarbeitete im Frühjahr 1963 eine Kommission im Auftrag des Ministerrates „Grundsätze für die Gestaltung des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems“. Nach einer über ein Jahr dauernden Volksdiskussion, die zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung des Gesetzesentwurfs erbrachte, beschloss die Volkskammer der DDR im Februar 1965 das „Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem“. Es war bis zum Ende der DDR die Grundlage für das einheitliche Wirken aller staatlichen und gesellschaftlichen Bildungseinrichtungen.

Auf der Grundlage der sozialistischen Produktionsverhältnisse, der Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft, der sozialistischen Staatsmacht und der sozialistischen Beziehungen zwischen den Klassen und sozialen Schichten wurde es möglich, die sozialistische Nationalkultur schrittweise herauszubilden. Seit Beginn der 1960er Jahre trat die künstlerische Gestaltung der Probleme des sozialistischen Aufbaus, der neuen Beziehungen zwischen den Klassen und Schichten und vor allem von Arbeiterpersönlichkeiten in den Mittelpunkt vieler Kunstwerke. Der neue Charakter der Kunst zeigte sich aber auch in einer weiteren Entwicklung vielfältiger Formen des künstlerischen Volksschaffens und in einer engeren Zusammenarbeit von Berufs- und Laienkünstlern.

Auf Grund der Ergebnisse der gesellschaftlichen Entwicklung wurde es in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre immer notwendiger, die sozialistischen Errungenschaften und die weiteren gesellschaftlichen Aufgaben in einer neuen, sozialistischen Verfassung der DDR zu verankern. Deshalb wurde im Auftrag der Volkskammer der DDR der Entwurf einer neuen Verfassung erarbeitet und im Januar 1968 zur Diskussion veröffentlicht. In einer großen Volksaussprache, an der sich über 11 Millionen Bürgerinnen und Bürger beteiligten, wurde der Entwurf beraten und darüber diskutiert, wie die Aufgaben zur weiteren Stärkung der DDR noch erfolgreicher gelöst werden konnten. Auf der Grundlage der Vorschläge der Bevölkerung wurden über 100 Änderungen am Verfassungsentwurf vorgenommen. Beim Volksentscheid am 06. April 1968 stimmten dann fast 95 Prozent der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger der DDR für die sozialistische Verfassung.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

In der Verfassung wurden die führende Rolle der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei, der SED, sowie die Rechte der Gewerkschaften bei der umfassenden Mitwirkung an der Leitung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zum Gesetz erhoben. Das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln, das feste Bündnis der Arbeiterklasse mit der Klasse der Genossenschaftsbauern, der Intelligenz und anderen Schichten des Volkes kennzeichnete die Verfassung als Grundlagen der sozialistischen Gesellschaftsordnung.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Lehren des II. Weltkrieges

Das Hauptziel des Kampfes der Völker der Anti-Hitler-Koalition, die Welt vor der Versklavung durch die faschistischen Mächte zu bewahren, wurde erreicht. Dieses Ergebnis des II. Weltkrieges für dien andauernde Friedensperiode in der Welt zu sichern, war nach dem Ende der Kampfhandlungen die neue Hauptaufgabe. Das Bündnis der Völker und Regierungen verschiedener Gesellschaftssystem, das sich im Kriege bewährt hatte, musste nun Wege suchen, um über Gegensätze hinweg den Frieden zu sichern.

Hierbei verfolgten die Mächte der Anti-Hitler-Koalition ein noch im Kriege festgelegtes Programm für die Nachkriegsordnung der Welt, das auf der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 02. August 1945 bekräftigt wurde. Die wichtigsten Bestandteile dieses Programms waren die Besatzungspolitik in Deutschland zur Überwindung des Faschismus, der Abschluss von Friedensverträgen mit den ehemaligen Stelliten der faschistischen Koalition, die Aburteilung der Hauptkriegsverbrecher in Europa und Asien, die in den Prozessen in Nürnberg und Tokio erfolgte, und die Gründung der UNO im Jahre 1945. Deren Hauptaufgabe sollte die Sicherung des Friedens in der Welt, die friedliche Regelung von Streitigkeiten zwischen verschiedenen Staaten und die Förderung der Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem, kulturellem und wissenschaftlichen Gebiet sein. Der ursprünglichen Gründungsmotive wird die UNO heute nicht mehr gerecht. Die aktuell negative Entscheidung des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea(Ölembargo) dient nicht dem Frieden. Die Bevölkerung hat als erstes zu leiden und bringt das Land in eine Notlage.

Gründungskonferenz der UNO

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Nürnberger Prozess

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Für das deutsche Volk erwuchsen aus dem II. Weltkrieg Lehren, der Befolgung bis in die Gegenwart eine Existenzfrage ist. Die herrschenden Kreise des Imperialismus vermochten vor allem nicht zu erkennen, dass es von 1917 bis 1989/90 eine neue Epoche der Weltgeschichte gab und die sozialistische Gesellschaftsordnung in der UdSSR der faschistischen Koalition überlegen und im II. Weltkrieg unbesiegbar war.

Der Krieg bewies, dass Hitlerdeutschland die reaktionärsten gesellschaftlichen Kräfte des Weltimperialismus vertrat, den ungerechtesten Krieg führte und als Hauptstoßkraft der Weltreaktion gegen die Sowjetunion auftrat. Bei seiner unermesslichen Eroberungsgier vermochte der deutsche Imperialismus noch weniger als im I. Weltkrieg den Widerspruch zwischen seinen weitreichenden Aggressionsplänen und seinen begrenzten politischen, ökonomischen und militärischen Möglichkeiten zu lösen. Die Niederlage des deutschen Imperialismus und Militarismus war somit unvermeidlich.

Eine der wichtigsten Lehren aus dem Krieg war, dass der deutsche Imperialismus und Militarismus nur an einer volksfeindlichen Politik gehindert werden kann, wenn die Arbeiterklasse einig ist und alle demokratischen Kräfte des Volkes im Kampf um die Erfüllung seiner Interessen führt.

Der 08. Mai 1945 brachte nicht nur die Niederlage des faschistischen Deutschlands. Er war zugleich der Tag der Befreiung des deutschen Volkes von der Nazibarbarei und gab ihm die Möglichkeit, die Lehren aus dem Krieg und der Geschichte der letzten Jahrzehnte zu ziehen und sich einen würdigen Platz unter den friedliebenden Völkern zu erarbeiten.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Geschichte DDR 9. Klasse

 

Lehren des zweiten Weltkrieges

 

 

 

 

 

 

Bilder zur Potsdamer Konferenz

 

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Bilder entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Mehr zum Potsdamer Abkommen siehe im befreundeten Blog „Sascha´s Welt“ und der PDF-Datei hinter dem untenstehenden Link

cecilienhof

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Internationale Lage unmittelbar nach dem II. Weltkrieg

Statistik Einsatz deutscher Landstreitkräfte II. Weltkrieg

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 

Kriegsziele der Sowjetunion

Kriegsziele SU Anfang 1943

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 

 

Siegesparade Moskau Juni 1945

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 


 

Der II. Weltkrieg von 1939 bis 1945 war sowohl hinsichtlich seiner ungeheuren Ausmaße als auch vor allem seiner Folgen für die Geschichte der Menschheit ein einschneidendes weltgeschichtliches Ereignis.

In dem vom deutschen Imperialismus entfesselten Krieg wurden 80 Prozent der damaligen Erdbevölkerung in 61 Ländern Europas, Asiens, Afrikas und des pazifischen Raumes hineingezogen. 50 Millionen Tote und über 35 Millionen Verletzte waren am Ende zu beklagen. Die allein in Europa verursachten Zerstörungen betrugen einen Wert von260 Milliarden Dollar. Hiervon entfielen auf die Sowjetunion 128 Milliarden, auf Deutschland 48 Milliarden und auf Großbritannien 6,8 Milliarden Dollar. Die unmittelbaren militärischen Ausgaben können auf 1 117 Milliarden Dollar geschätzt werden. Das entspricht etwa 60 bis 70 Prozent des Nationaleinkommens aller kriegführenden Länder.

Der II. Weltkrieg wurde von Seiten der aggressiven imperialistischen Mächte in erster Linie als Krieg gegen die Sowjetunion geführt. Es zeigte sich aber auch, dass die faschistischen Staaten Deutschland, Japan, Italien und ihre Verbündeten das Ziel verfolgten, andere Länder zu unterjochen, ganze Völker zu vernichten und den weiteren Fortschritt der Menschheit unmöglich zu machen. Vom Ausgang des Krieges hing das Schicksal des Sozialismus in der Welt und die Geschicke vieler Völker ab. Mit ihm wurde entschieden, ob große Teile der Menschheit für lange Zeit versklavt, in ihrer gesellschaftlichen Entwicklung um viele Jahre zurückgeworfen würden oder ob es den um ihre Zukunft kämpfenden Völkern gelingen würde, den Weg des sozialen Fortschritts, zu Demokratie und Sozialismus zu beschreiten. Die Mehrzahl der imperialistischen Staaten, besonders die Großmächte, ging aus dem Krieg geschwächt hervor.

1989/90 hat sich das geändert. Die imperialistischen Länder haben den Kalten Krieg gewonnen, der Kapitalismus als Gesellschaftssystem hat gesiegt. Das bedeutet gesellschaftlichen Rückschritt auf der Welt.

Das faschistische deutsche Reich, das als Speerspitze des Weltimperialismus den Versuch unternommen hatte, die Herrschaft der deutschen Monopole zunächst in Europa und später auf der ganzen Welt zu errichten, war vollkommen zusammengebrochen. Es hörte faktisch auf zu existieren.

Die an ökonomischen Einfluss und militärischem Potential mächtigstem Verbündeten des deutschen Faschismus, das faschistische Italien und das militaristische Japan wurden als maßgebliche Faktoren der internationalen Politik und des Weltmarktes zunächst ausgeschaltet.

Frankreich war infolge seiner militärischen Niederlage im Jahre 1940 und des Rückgangs seines Einflusses stark geschwächt. Es hatte seine einstige Bedeutung als Großmacht eingebüßt. Großbritannien war an die USA und seine Kolonien verschuldet. Durch den Krieg war die Schuldensumme auf 21, 5 Milliarden Pfund angewachsen, woraus sich eine direkte Abhängigkeit von den USA ergab. Großbritanniens Imperium begann zu zerfallen, sein Einfluss auf die Weltpolitik war wesentlich zurückgegangen. Unter den imperialistischen Staaten konnten lediglich die USA ihre Positionen in der Weltwirtschaft und ihren Einfluss auf die Weltpolitik verstärken. Das Territorium der USA war von den verheerenden Auswirkungen des Krieges verschont geblieben. Für die USA-Monopole war die rasch anwachsende Rüstungsproduktion ein großes Geschäft, das sie ausnutzten, um ihre wirtschaftlichen Machtpositionen auf dem Weltmarkt auszubauen. Die Reingewinne der USA-Monopole betrugen in den Jahren 1941 bis 1945 rund 60 Milliarden Dollar gegenüber 9,5 Milliarden Dollar von 1931 bis 1938. Am Ende des II. Weltkrieges entfiel auf die USA mehr als die Hälfte der Industrieproduktion aller kapitalistischen Länder. Der US-Dollar wurde zur Leitwährung auf dem kapitalistischen Weltmarkt. Es war dem USA-Imperialismus gelungen, in der kapitalistischen Welt eindeutig die Vorherrschaft zu erringen. Nach dem Sieg des Kapitalismus in der Welt, hat die USA nun weltweit die Vorherrschaft.

An der Niederlage des Faschismus hatte die Sowjetunion den Hauptanteil. In der Existenz des ersten sozialistischen Staates der Welt und seiner damaligen gesellschaftlichen Überlegenheit gegenüber dem Imperialismus lag die letztliche Ursache für die Niederlage des faschistischen Deutschen Reiches und seiner Verbündeten im II. Weltkrieg. Die Sowjetunion trug die Hauptlast im Krieg gegen das faschistische Deutschland. Die von der Sowjetarmee erkämpften Entscheidungen bestimmten den Ausgang des Krieges.

Obwohl die Sowjetunion die Hauptlast bei der Zerschlagung der faschistischen Aggressoren und der Befreiung der Völker zu tragen hatte, obwohl die Opfer, die sie hinnehmen musste, die größten waren, ging sie politisch und militärisch gestärkt aus dem Krieg hervor. Die sowjetische Staats- und Gesellschaftsordnung war damals noch fester geworden.

Das internationale Ansehen und der Einfluss der Sowjetunion wuchsen beeindruckend schnell heran. Im Jahre 1941 hatten nur 26 Staaten diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion. Am Ende des Krieges waren es bereits 52. Ohne die Sowjetunion konnte nunmehr keine einzige wichtige Frage der Weltpolitik entschieden werden. Die UdSSR wurde zum Zentrum für den Zusammenschluss aller Menschen in der Welt, die für die Erhaltung des Friedens, für Demokratie und Sozialismus kämpften.

Dem gewachsenen Einfluss der Sowjetunion war es zu verdanken, das die von ihr verkündeten Kriegsziele zur Grundlage aller wesentlichen Bestrebungen der Anti-Hitler-Koalition sowie für eine Reihe von Nachkriegsabkommen gemacht wurden. So entsprachen die Wiederherstellung der staatlichen Souveränität Polens, der Tschechoslowakei und Österreichs und deren internationale Anerkennung den Interessen und Forderungen aller friedliebenden Völker in der Welt.

An der Gründung der Organisation der Vereinten Nationen(UNO) durch 51 Staaten der Anti-Hitler-Koalition im Juni 1945 in San Fransico, vor allem aber der Annahme ihrer Charta, ihres Grundsatzprogramms, hatte die Sowjetunion entscheidenden Anteil.

 

UNO-Charta

UN-Charta Juni 1945

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 

UNO-Hauptquartier New York

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

 

 

Der ursprünglichen Gründungsmotive wird die UNO heute nicht mehr gerecht. Die aktuell negative Entscheidung des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea(Ölembargo) dient nicht dem Frieden. Die Bevölkerung hat als erstes zu leiden und bringt das Land in eine Notlage.

Die UNO-Charta widerspiegelte die im Ergebnis des II. Weltkrieges eingetretenen Veränderungen des internationalen Kräfteverhältnisses. Erstmals gelang es der Sowjetunion, den Prinzipien der friedlichen Koexistenz von Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung, für sie seit ihrer Entstehung konsequent eingetreten war, auf breiter internationaler Basis weiter zum Durchbruch zu verhelfen.

Die von der Sowjetunion entscheidend mitbestimmten Ziele der Anti-Hitler-Koalition und Prinzipien der UNO-Charta fanden ihren völkerrechtlichen Niederschlag im Potsdamer Abkommen vom August 1945.

Die ökonomische und politische Schwächung der meisten imperialistischen Staaten und das schnelle Anwachsen des internationalen Einflusses der UdSSR gehörten zwar zu den wichtigsten unmittelbaren Ergebnissen des II. Weltkrieges, waren aber nicht die einzigen. In einer Reihe von Ländern Mittel- und Südosteuropas sowie Asiens führten einschneidende revolutionäre Veränderungen zur Zurückdrängung des imperialistischen Einflussbereiches. In vielen kapitalistischen Ländern, wie besonders in Frankreich, Italien, Griechenland, Finnland und Belgien, wo der antifaschistische, nationale Befreiungskampf breite Formen angenommen hatte, entstanden nach dem Krieg demokratische Massenbewegungen. Der Einfluss der Kommunisten nahm stark zu. Die Volksmassen traten mit antiimperialistischen Forderungen auf, die Bestrafung und Enteignung der Kriegsschuldigen und Kriegsverbrecher, Einschränkung der ökonomischen Macht der Monopole und Erweiterung der demokratischen Rechte der Werktätigen.

Zusammenfassung 1Zusammenfassung 2

Auch für die kolonial unterdrückten und ausgebeuteten Völker Asiens und Afrikas wurde der Sieg über die deutschen, japanischen und italienischen Aggressoren zum Ausgangspunkt für neue Kämpfe gegen die Kolonialherren. Die nationale Befreiungsbewegung nahm einen neuen Aufschwung. Nun hat auch in diesen Ländern ein politischer Umschwung stattgefunden. Sie befinden sich erneut in Abhängigkeit und werden von Schulden erdrückt. Man spricht auch vom Neo-Kolonialismus, obwohl diese Länder formal unabhängig sind.

In der Zeit nach dem II. Weltkrieg veränderte sich das internationale Kräfteverhältnis zugunsten der Kräfte des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus, der sozialistischen Revolutionen und antiimperialistischen, nationalen Befreiungsrevolutionen, die gleichzeitig eine Epoche des Niedergangs des Imperialismus und seines Kolonialsystems waren. In Zeit des Bestehens der sozialistischen Länder in Europa glaubte man, dass sich der Kapitalismus in der allgemeinen Krise befinden würde. Doch das änderte sich. Der Kapitalismus ist wie Phönix aus der Asche gestärkt emporgestiegen und nach seinem Sieg 1989/90 ist die gesellschaftliche Entwicklung, von Ausnahmen abgesehen, weltweit rückschrittlich.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Geschichtsbuch DDR 10

 

Internationale Lage nach 2. Weltkrieg