Die Vereinigten Staaten von Amerika(USA)

Die Unabhängigkeitserklärung der Kolonisten

Der Kongress der nordamerikanischen Kolonien hatte in Philadelphia bereits am 4. Juli 1776 eine Unabhängigkeitserklärung angenommen.

Auszug aus amerikanischer Unabhängigkeitserklärung

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Mit der Annahme der Unabhängigkeitserklärung waren die Vereinigten Staaten von Amerika(USA) geschaffen worden. Sie waren ein bürgerliche Republik. In ihr herrschten das Großbürgertum des Nordens und die reichen Pflanzer des Südens. Diese Republik war frei von englischer Bevormundung. Erscheinungen des Feudalismus wurden beseitigt, welche die weitere kapitalistische Entwicklung, besonders in der Landwirtschaft, hemmten. Man beschlagnahmte die Ländereien, die bis dahin der englischen Krone und englandfreundlichen Großgrundbesitzern gehört hatten, und vergab sie teilweise an Soldaten und kleine Farmer. In den Westgebieten wurde das Land zum Staatseigentum erklärt. Die Regierung verkaufte es allmählich Privatpersonen. Die Volksmassen, deren Kampf den Sieg herbeigeführt hatte, blieben jedoch von der Staatsmacht ausgeschlossen. Auch die Sklaverei wurde beibehalten. Damals gab es in den USA etwa 700 000 Sklaven, die keinerlei Rechte besaßen.

Zu den 13 Mitgliedstaaten traten später weitere im Westen des Landes hinzu.

Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Die Verfassung des neuen Staates

Nach seiner militärischen Niederlage musste England die Unabhängigkeit der USA anerkennen. Da der lockere Zusammenschluss der 13 Staaten von 1776 der herrschenden Klasse auf die Dauer nicht genügte, beschloss man, eine stärkere Zentralgewalt zu schaffen. Zu diesem Zweck gaben sich die USA im Jahre 1787 eine Verfassung, eine der ältesten überhaupt, die die Welt kennt. Sie gilt, ergänzt, noch heute.

Staatsoberhaupt und Leiter der Regierung wurde ein Präsident, den man für vier Jahre wählte. Al erster trat Washington an die Spitze der jungen Republik. Die gesetzgebende Gewalt lag beim Kongress. Dieser sollte aus zwei Häusern, dem Senat und dem Repräsentantenhaus, bestehen. Im Senat saßen die Vertreter der Bundesstaaten, im Repräsentantenhaus die im ganzen Land gewählten Abgeordneten. Der Kongress fasste Beschlüsse über Krieg und Frieden, Militärfragen, Zölle und Steuern. Die Regierung des Präsidenten hatte diese Beschlüsse auszuführen. Neben Regierung und Kongress gab es ein Oberstes Bundesgericht, das für wichtige Rechtsfragen zuständig sein sollte.

So bestand nach der Verfassung von1787 die Staatsmacht der USA aus drei Teilen, die voneinander unabhängig waren.

Die Verfassung erklärte die USA zu einem Bundesstaat. Den einzelnen Mitgliedstaaten verblieben große Rechte. Sie konnten ihre inneren Verhältnisse selbst regeln. Das Wahlrecht war an einen bestimmten Besitz gebunden; von 3 Millionen Bürgern durften nur 120 000 wählen.

Die politischen Einrichtungen der USA waren im Verhältnis zu den Zuständen, die in den übrigen Ländern herrschten, ein großer Fortschritt. Sie wurden daher Vorbild des Bürgertums vieler Staaten, vor allem Frankreichs.

 

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die USA

 

Der Unabhängigkeitskampf der nordamerikanischen Kolonien

Unzufriedenheit der Kolonisten mit England

England hatte seinen nordamerikanischen Kolonien zwar eine erhebliche politische Selbstständigkeit gelassen, aber immer versucht, deren Wirtschaft seinen eigen Bedürfnissen anzupassen. Es verfolgte die gleiche Wirtschaftspolitik wie die übrigen Kolonialmächte. Die Pflanzer aus den Südstaaten waren bei englischen Kaufleuten hoch verschuldet. Sie mussten ihre Erzeugnisse billig verkaufen und für die Fertigwaren des Mutterlandes hohe Preise zahlen. Das „Eisengesetz“ des Jahres 1750 bestimmte, dass keine weiteren Eisenhütten und Eisenverarbeitungswerke in den nordamerikanischen Kolonien gebaut werden durften. Dagegen wurde der Schiffsbau gefördert, weil die englischen Werften nicht so viele Schiffe herstellen konnten, wie die Flotte benötigte.

Anfang der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann England, die 13 Kolonien politisch und wirtschaftlich stärker zu kontrollieren. Nunmehr wurden dort ständig Truppen unterhalten, Steuern und Zölle erhöht. Unter dieser Politik litten alle Schichten der Kolonisten. Die kleinen Farmer wurden aber noch zusätzlich getroffen, als eine königliche Proklamation die weitere Siedlungstätigkeit westlich des Appalachen-Gebirges verbot. So wuchs die Unzufriedenheit. Viele Amerikaner kamen zu der Meinung, dass man sich von England trennen und zu einem unabhängigen Staat zusammenschließen müsse, Das erforderte auch die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Dorf amerikanischer Ureinwohner

Dorf amerikanischer Ureinwohner

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Nordamerikanische Kolonien bis 1783

Die 13 nordamerikanischen Kolonien und die Entwicklung der USA bis 1793

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

 

Der Beginn des Krieges

Dem bewaffneten Kampf unmittelbar voraus ging die Einführung neuer Zölle durch den englischen Staat. Als Antwort darauf weigerten sich die Kolonisten, die mit dem Einfuhrzoll belegten Waren abzunehmen.

Als im Dezember 1773 im Haufen von Boston, einer Stadt die zum Staate Massachusetts gehörte, trotzdem englischer Tee gebracht werden sollte, stürmten als amerikanische Ureinwohner verkleidete Bürger die Schiffe und schütteten die Ladung ins Meer.

Da schloss die englische Regierung den Hafen für jeden Handelsverkehr, hab die Selbstverwaltung des Staates Massachusetts auf und setzte einen General als Gouverneur ein. Die anderen Kolonien erklärten, dass die Massachusetts unterstützen würden. Ihre Vertreter versammelten sich 1774 in Philadelphia zu einem Kongress. Die Amerikaner versuchten zwar nochmals, mit England zu verhandeln, aber die Engländer zogen es vor, den Konflikt mit Waffengewalt zu lösen. So begann der Kampf.

 

Der Sieg der Aufständischen

Das Kräfteverhältnis zwischen den kämpfenden Parteien war zunächst ungleich. Die Farmer, Handwerker und Arbeiter, die ihr Leben für die Unabhängigkeit einsetzten, waren zwar sehr tapfer, militärisch aber wenig erfahren. Demgegenüber verfügte der König über eine wohlausgerüstete und disziplinierte Armee. Diese verstärkte er noch durch deutsche Soldaten, die von ihren „Landesvätern“ verkauft wurden. Erst allmählich gelang es den Kolonisten, schlagfähige Truppen zu schaffen. Ihr Organisator war George Washington, ein Pflanzer aus dem Süden.

George Washington

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Die erste Schlacht ging für die Aufständischen verloren, doch mussten die Engländer ihren Sieg mit hohen Verlusten bezahlen. Das zeigte aller Welt, was Menschen, die für Freiheit und Unabhängigkeit kämpfen, gegenüber einem Söldnerheer zu leisten vermochten.

Aus Europa kamen nicht nur englische Söldner und verkaufte deutsche Soldaten, sondern auch Freiwillige, die den Unabhängigkeitskampf unterstützen wollten. Dazu gehörten der Franzose Lafayette, der Pole Kosciusko und der Deutsche Steuben.

Nach wechselvollen Kämpfen wurden die königlichen Heere besiegt. Die Entscheidung fiel, als auch Frankreich, Spanien und Holland England den Krieg erklärten. Der englische König konnte nun nicht mehr seine gesamte Macht gegen die Kolonisten einsetzen.

Schlacht nordamerikanischer Unabhängigkeitskrieg

Schlacht während des nordamerikanischen Unabhängigkeitskampfes

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Benjamin FranklinBildunterschrift Benjamin Franklin

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

New York 1625 und in den 1980er Jahren

New York(gegründet als Neu-Amsterdam) im Jahre 1625 und Anfang der 1980er Jahre

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der Unabhängigkeitskampf der nordamerikanischen Kolonien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Golden Gate Bridge

Unsichtbare Helden der Arbeit:

Beispiel: Golden Gate Bridge

 

Siehe Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Golden Gate Bridge

Golden Gate Bridge

 

Bildquelle: Von Rich Niewiroski Jr. – http://www.projectrich.com/gallery, CC BY 2.5,  Bild ist entsprechend verlinkt

 

Die Golden Gate Bridge (englisch für Brücke über das goldene Tor) ist eine Hängebrücke am Eingang zur Bucht von San Francisco über das Golden Gate in Kalifornien. Sie ist das Wahrzeichen der gesamten Bay Area und für viele neben der Freiheitsstatue von New York ein Symbol für die Vereinigten Staaten. Zudem gehört sie zu den wichtigsten Attraktionen San Franciscos. Die Golden Gate Bridge wurde 1984 von der American Society of Civil Engineers in die List of Historic Civil Engineering Landmarks aufgenommen und 1995 zu einem der modernen Weltwunder erklärt.

Golden Gate, um 1891

Golden Gate um 1891

Bildquelle: Von Shepp, James W.; Shepp, Daniel B. – Shepp’s Photographs of the World. Globe Bible Publishing Co. Philadelphia., Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Bau der Brücke

Erste Pläne zur Überbrückung der Bucht stammten schon aus dem Jahr 1872, aber die offensichtlichen Schwierigkeiten – offenes Meer, tiefes Wasser, starke Gezeitenströmungen, Nebel, Stürme und Erdbebenrisiken – führten zu Bedenken, ob der Brückenbau überhaupt möglich und finanzierbar sei.

Auf eine Anfrage der Stadtverwaltung von San Francisco legte Joseph B. Strauss 1921 Pläne für eine kombinierte Ausleger- und Hängebrücke mit einer Spannweite von 1222 Metern vor, die aber wegen ihres Aussehens auf Ablehnung stieß, abgesehen von den Finanzierungsproblemen. Als die Fähren ihre Kapazitätsgrenzen erreichten, wurde das Brückenprojekt energisch weiterverfolgt. 1924 erteilte das Kriegsministerium als Eigentümer der Grundstücke auf beiden Seiten des Golden Gate eine vorläufige Genehmigung, die aber auf heftigen Widerstand stieß, unter anderem durch die Fährgesellschaften, und zu acht Jahren erbitterter juristischer Streitigkeiten führten.

Im Januar 1929 konnte der Golden Gate Bridge and Highway District, die für den Brückenbau gegründete Behörde, ihre Arbeit aufnehmen. Joseph B. Strauss wurde zum Chief Engineer bestellt, sein Mitarbeiter Charles A. Ellis und Clifford E. Paine wurden als Vice-Presidents eingestellt. Außerdem wurde ein sachverständiger Beirat gebildet, dem die bekannten Brückenbauingenieure Leon S. Moisseiff, Othmar Ammann und Charles Derleth, Jr. von der University of California, Berkeley sowie der Architekt Irving F. Morrow angehörten, der die äußere Form der Pylone gestaltete.

Kabelsattel auf einem Pylon der Golden Gate Bridge

Kabelsattel auf einem Pylon der Golden Gate Bridge

Bildquelle:Von Jet Lowe, photographer – Historic American Engineering Record, Library of Congress, Call # HAER CAL,38-SANFRA,140-31Dieses Bild ist unter der digitalen ID hhh.ca1355 in der Abteilung für Drucke und Fotografien der US-amerikanischen Library of Congress abrufbar.Diese Markierung zeigt nicht den Urheberrechtsstatus des zugehörigen Werks an. Es ist in jedem Falle zusätzlich eine normale Lizenzvorlage erforderlich. Siehe Commons:Lizenzen für weitere Informationen.العربية | čeština | Deutsch | English | español | فارسی | suomi | français | magyar | italiano | македонски | മലയാളം | Nederlands | polski | português | русский | slovenčina | slovenščina | Türkçe | українська | 中文 | 中文(简体)‎ | 中文(繁體)‎ | +/−, Gemeinfrei,  Bild ist entsprechend verlinkt

 

Inzwischen hatten Fortschritte in der Stahl-Herstellung und die von Moisseiff auf Hängebrücken angewandte und weiterentwickelte Deflektionstheorie die ursprünglichen Pläne für die Brücke veralten lassen. Moisseiff hatte Strauss schon 1925 zu einer Hängebrücke geraten. Othmar Ammann zeigte mit der von 1927 bis 1931 gebauten George-Washington-Brücke, dass Hängebrücken mit solchen Spannweiten möglich sind. Strauss hatte deshalb in der Zeit zwischen 1925 und 1929 seine Pläne für die Brücke umgestellt auf eine reine Hängebrücke mit einer Spannweite von 1280 Metern – der längsten Hängebrücke der Welt.

Im Oktober 1929 fand der große Börsencrash statt, mit dem die Great Depression begann. Dennoch gelang es nach heftigen öffentlichen Auseinandersetzungen im November 1930, die Finanzierung des Brückenbaus durch Anleihen in Höhe von 35.000.000 US-Dollar sicherzustellen. Die Brücke wurde allein mit diesen Anleihen finanziert. Die Tilgung des Kapitals von 35 Millionen US-Dollar und die insgesamt angefallenen Zinsen von 39 Millionen US-Dollar wurden aus den Mauteinnahmen bezahlt, 1971 wurde die letzte Anleihe eingelöst. Nur die heute Alexander Avenue genannte seitliche Zufahrt von Sausalito wurde mit Hilfe des Programms der Works Progress Administration gebaut, einer im Zuge des New Deal von Präsident Roosevelt errichteten Arbeitsbeschaffungsbehörde. Wegen eines weiteren Gerichtsverfahrens musste der Baubeginn aber erneut verschoben werden.

Inzwischen arbeiteten Strauss und sein Ingenieurbüro intensiv an der Planung der Brücke. Charles A. Ellis leitete im Büro in Chicago die Erstellung tausender Berechnungen, die Anfertigung der Ausführungspläne, der Spezifikationen und der Ausschreibungsunterlagen. Dabei beriet er sich häufig per Telegramm und Telefon mit Moisseiff in New York, der bei praktisch allen Hängebrücken jener Zeit, auch bei Ammanns George-Washington-Brücke, um Rat gebeten wurde, holte aber auch Ammanns Meinung ein. Ellis arbeitete unermüdlich an der gewaltigen Aufgabe, als Strauss am 5. Dezember 1931 darauf bestand, dass er Urlaub nehme. Drei Tage vor dem Ende dieses Urlaubs erhielt Ellis ein Schreiben, in dem Strauss ihn aufforderte, seine Unterlagen seinem Stellvertreter zu übergeben und für unbeschränkte Zeit Urlaub zu nehmen. Es wurde nie geklärt, was Strauss zu diesem Schritt veranlasste. Häufig wird vermutet, dass Strauss nicht zulassen wollte, dass seine Rolle als Schöpfer dieses riesigen Bauwerks beeinträchtigt werden könnte.

Am 5. Januar 1933 wurde der Baubeginn mit Veranstaltungen auf beiden Seiten der Meerenge gefeiert.

Der nördliche Pylon wurde unmittelbar auf dem felsigen Ufer errichtet, die Betonfundamente konnten daher ohne Probleme in wenigen Monaten fertiggestellt werden. Die zehn Stockwerke hohen Fundamente des südlichen Pylons wurden dagegen rund 340 Meter vom Fort Point entfernt im tiefen Wasser errichtet. Die dafür als Zugang eingerichtete Behelfsbrücke wurde von einem Schiff zerstört und in schweren Stürmen mehrfach von hohen Wellen beschädigt, so dass der Bau dieser Fundamente zwei Jahre dauerte.

Der Bau der Stahltürme und des stählernen Brückendecks war an die McClintic-Marshall Company vergeben worden, die 1931 von Bethlehem Steel übernommen wurde. Die Einzelteile wurden in Pittsburgh, Pennsylvania hergestellt, zur Kontrolle vorläufig zusammengesetzt, wieder auseinandergenommen und mit der Eisenbahn nach Philadelphia gefahren. Dort wurden sie auf die Schiffe der konzerneigenen Reederei „Calmar Line“ verladen, die sie über eine Strecke von fast 10.000 Kilometern durch den Panamakanal zum Lagerplatz in Alameda in der Bucht von San Francisco fuhren. Die einzelnen Teile wurden dann mit Bargen zur Brücke gebracht. Zwischen den beiden Türmen der Pylone waren Krane montiert, die in Abschnitten von 12 Metern an den gerade fertiggestellten Teilen aufwärts kletterten.

Mit der Installation der Tragkabel und Hänger war, wie auch bei vielen anderen Hängebrücken, John A. „Roebling’s Sons Co.“ beauftragt worden. Das erste dünne Seil wurde mit einem Boot über die währenddessen für die Schifffahrt gesperrte Meerenge gezogen. Mit diesem Seil wurden eine Reihe stärkerer Seile herübergezogen, mit denen die von einem Ankerblock über die Kabelsättel auf den Pylonspitzen zum gegenüberliegenden Ankerblock reichenden Catwalks installiert wurden. An Seilen oberhalb der Catwalks liefen die Räder hin und her, die im Luftspinnverfahren die einzelnen galvanisierten Drähte für die Tragkabel von Ankerblock zu Ankerblock zogen. Für jedes Tragkabel mussten auf diese Weise 27572 Drähte über die Pylone gezogen werden, die zu Bündeln zusammengefasst, nebeneinander ausgerichtet und von Seilpressen zu einem runden Paralleldrahtseil mit 92 Zentimetern Durchmesser geformt wurden. Anschließend wurden sie zum Korrosionsschutz mit einem dünnen Draht ummantelt. Das Luftspinnverfahren für beide Tragkabel dauerte sechs Monate und neun Tage. Damit hatten „Roebling’s Sons. Co.“ dieses Verfahren gegenüber dem Bau der George-Washington-Brücke um 60 % verbessert. Danach wurden die 250 Hängerpaare im Abstand von je 15 Metern über die Tragkabel gehängt, an denen schließlich der Fahrbahnträger befestigt wurde.

Am 19. April 1937 wurden die Arbeiten beendet – etwas vor der vereinbarten Zeit und knapp unter den budgetierten Kosten. Für den Straßenverkehr wurde die Brücke am 28. Mai 1937 um zwölf Uhr mittags durch ein telegraphisches Signal von Präsident Franklin D. Roosevelt aus dem Weißen Haus geöffnet. Zur Eröffnung wurde statt des sonst üblichen Bandes eine Kette durchtrennt. Bereits am Tag davor war die Brücke für Fußgänger freigegeben worden, und 200.000 Menschen nutzten die Gelegenheit für einen Spaziergang.

Insgesamt wiegt das Bauwerk 887.000 Tonnen. Ca. 600.000 Niete halten jeden der beiden Türme zusammen. Der letzte Niet war aus purem Gold gefertigt und wurde zum Abschluss der Bauarbeiten unter großem Presserummel eingeschlagen. Da Gold als Edelmetall sehr weich ist, hielt er den Strapazen des starken Erhitzens und Einschlagens mit dem Hammer nicht stand, löste sich und fiel ins Wasser. Er wurde nie wieder gefunden und schnell durch einen normalen Niet ersetzt.

 

Film Eröffnung Golden Gate Bridge auf Wikipedia

 

 

Half-Way-to-Hell-Club

Um die für unvermeidlich gehaltene Zahl der Unfälle zu reduzieren, hatte Joseph B. Strauss erstmals strikte Anweisung gegeben, dass Schutzhelme getragen werden mussten und dass vor der Montage eines neuen Trägerabschnitts ein Auffangnetz installiert werden musste, das abstürzende Bauarbeiter auffangen sollte. Also die ersten Arbeitschutzmaßnahmen. Dieses Netz rettete während der Bauphase neunzehn Arbeitern das Leben, unter anderem Alfred Zampa. Diese Gruppe der Überlebenden wurde als „Half-Way-to-Hell-Club“ bekannt. Bis Ende Januar 1937 gab es bei den Bauarbeiten einen Toten zu beklagen. Am 17. Februar 1937 stürzte ein mit zwölf Personen besetztes Gerüstteil in das Netz, dieses konnte der Wucht nicht standhalten, und zehn Arbeiter stürzten in den Tod. Es gab somit insgesamt elf Tote, während davon ausgegangen wurde, pro Million Dollar Baukosten einen Arbeiter, also 35 Menschenleben, zu verlieren.

 

 

Alfred Zampa, Held der Arbeit aus der kapitalistischen Welt

Es kommt auch vor, dass man auch in der kapitalistischen Welt nicht umhin kommt Helden der Arbeit zu ehren. Neben der Einführung des Ordens „Held der Arbeit der Russischen Föderation“ durch Russlands Präsident Putin, ist in den USA Alfred Zamba als Arbeiter geehrt worden.

Alfred „Al“ Zampa, geboren am 12. März 1905 in Selby, Contra Costa County, Kalifornien, gestorben am 23. April 2000 in Tormy, Kalifornien, war ein amerikanischer Stahlbauarbeiterder u. a. an verschiedenen Brücken der San Francisco Bay Area tätig war und Mitglied des „Half-Way-to-Hell-Clubs“ wurde. 2003 wurde die neu errichtete, dritte Carquinez-Brücke ihm zu Ehren posthum Alfred Zampa Memorial Bridge“ (engl., dt. ‚Alfred-Zampa-Gedenk-Brücke‘) benannt.

Die Carquinez-Brücke

Die Carquinez-Brücke von Nordosten gesehen, im Vordergrund die neue Hängebrücke von 2003 (Alfred Zampa Memorial Bridge), im Hintergrund die alte Auslegerbrücke aus dem Jahr 1958

 

Bildquelle: Von Leon Bacud – Eigenes Werk, CC BY 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Alfred Zampa war der Sohn von italienischen Einwanderern in die USA, die aus Ortucchio in der Region Abruzzen in Italien stammten. Zampa wurde in der neuen Heimat Kalifornien geboren und wuchs dort als ältester von fünf Kindern auf. Er begann seine Tätigkeit als Brückenbauarbeiter 1925 an der ersten Carquinez-Brücke, einer Auslegerbrücke, die im Verlauf der heutigen Interstate 80 die Carquinez-Straße – eine Meerenge im Norden von Kalifornien – überquerte. Es war die erste größere Brücke in der Bay Area. Nach deren Fertigstellung 1927 arbeitete Zampa quer durch die USA an verschiedensten Brücken unterschiedlicher Größe. In dieser Zeit heiratete er Angelina D’Amico, die ihn meist auf die Baustellencamps begleitete und mit der er über fünfzig Jahre bis zu ihrem Tod verheiratet war.

1934 kehrte er in die Bay Area zurück und arbeitete zunächst an der Bay Bridge, anschließend für Bethlehem Steel an der Golden Gate Bridge. 1936 rutschte Zampa auf einem feuchten Stahlträger aus und stürzte an einer Stelle von der noch im Bau befindlichen Golden Gate Bridge, an der das Sicherheitsnetz nur wenige Meter über den Uferfelsen hing und deshalb seinen 13-m-Sturz nur wenig bremsen konnte. Er überlebte den Sturz, erlitt jedoch schwere Verletzungen. Er gilt mit diesem Sturz als die erste Person, die von der Golden Gate Bridge fiel. Damit wurde er Mitglied des „Half-Way-to-Hell-Clubs“. Zampa erholte sich nur mühsam von seinen Verletzungen und konnte erst nach acht Jahren wieder in der Brückenmontage arbeiten. Nach Arbeiten an zahlreichen anderen wichtigen Brücken ging er 1970 in Rente.

Alfred Zampa wurde 1987 zum 50. Jubiläum der Bay Bridge und der Golden Gate Bridge von den Medien gefeiert und in „The Ace“ gewürdigt, einem Theaterstück von Isabelle Maynard über ihn und die Golden Gate Bridge.

Anfang 2000 war Zampa der gefeierte Ehrengast beim Ersten Spatenstich für die dritte Carquinez-Brücke, einer Hängebrücke über die Carquinez-Meerenge, die flussabwärts neben der zweiten Carquinez-Brücke von 1958 errichtet wurde. Sie ersetzte die Originalbrücke aus dem Jahr 1927, bei deren Errichtung Zampa einst mitgearbeitet hatte. Die Fertigstellung der neuen Brücke erlebte er nicht mehr, er verstarb im April 2000 im Alter von 95 Jahren. Die dritte Carquinez-Brücke wurde im November 2003 eröffnet und erhielt zu Ehren von Alfred Zampa posthum die offizielle Bezeichnung Alfred Zampa Memorial Bridge. Gouverneur Gray Davis nannte Zampa bei der Eröffnungsfeier „einen working-class hero“ (engl., dt. ‚einen Helden der Arbeiterklasse‘), der beim Bau nahezu aller Brücken in der Bay Area mitgearbeitet habe.

Verschiedene Gedenkmünzen erinnern an Alfred Zampa und an die Eröffnung der Brücke. Die „Alfred Zampa Memorial Bridge“ ist die einzige Brücke in den USA. die nach einem Blue Collar Worker (dt. ‚gewerblicher Arbeiter‘), einem Construction Worker (dt. ‚Bau- bzw. hier Brückenbauarbeiter‘ wörtlich übersetzt: „Bauer Kragen Arbeiter“, weil die gewerblichen Arbeiter, bzw. Bauarbeiter meistens blaue Arbeitskleidung tragen) und Iron Man“ (dt. ‚Stahlbauarbeiter‘), benannt wurde. In der kapitalistischen Welt ist die Ehrung eines Arbeiters(Held der Arbeit)eine Ausnahme.

In Ortucchio in Italien, dem Herkunftsort seiner Eltern, wurde er posthum Namensgeber für einen Platz in der Ortsmitte, die Piazza Alfred Zampa.

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel