Der Kampf für die Umsetzung der Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED

Auf der Grundlage der Beschlüsse des VIII. Parteitages des SED vollbrachten die Arbeiterklasse und anderen Werktätigen (Erwerbstätigen) in der ersten Hälfte der 1970er Jahre gewaltige Leistungen. Unter Führung der SED gestalteten sie diesen Zeitraum zur bis dahin erfolgreichste Periode in der Geschichte der DDR. (In den 1980er Jahren ging es bekanntlich abwärts.)

Die führende Rolle der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei wurde weiter erhöht, das Bündnis der Arbeiterklasse mit der Klasse der Genossenschaftsbauern, mit der Intelligenz und anderen arbeitenden Schichten gestaltete sich immer enger, die sozialistische Staatsmacht und die gesamte politische Organisation der sozialistischen Gesellschaft wurde vervollkommnet und die sozialistische Demokratie noch breiter entfaltet. Mehr als bisher gelang es, alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens planmäßig und proportional zu entwickeln. Das änderte sich in den 1980er Jahren zum Negativen hin.

Auf dem Gebiet der Volkswirtschaft kam es zunächst darauf an, die Energieerzeugung durch den Bau neuer Kraftwerke (Thierbach, Boxberg, Kernkraftwerk Nord) besser mit dem Energiebedarf in Übereinstimmung zu bringen. In der BRD war und ist die Atomenergie sehr umstritten und es gab und gibt stets Proteste im Zusammenhang mit der Atomenergie. Außerdem ist die Atomenergie sehr gefährlich. Jeder menschliche Fehler und jede Naturkatastrophe lösen ein ungeheures Ausmaß an Schäden aus, wie die Erfahrungen aus Tschernobyl und Fukushima zeigen.

Blick in die Turbinenhalle des mit Hilfe der UdSSR errichteten Kernkraftwerks „Bruno Leuschner“ bei Greifswald
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Durch effektive Nutzung vorhandener Produktionsanlagen, zielgerichtete Rationalisierung und vielfältige Initiativen, wie beispielsweise die Aktion „Zulieferindustrie“, wurde erreicht, dass die Finalproduzenten stabiler und bedarfsgerechter versorgt werden konnten. Ein harter Kampf wurde darum geführt, Disproportionen (Missverhältnisse) in den Warenfonds für den Bedarf der Bevölkerung zu überwinden und eine kontinuierliche Versorgung zu sichern. Doch letztendlich haperte es doch damit und war nie in den Griff zu kriegen.

Produziertes Nationaleinkommen
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Dank der erhöhten Leistungen der Werktätigen (Erwerbstätigen) in Industrie und Landwirtschaft war es 1972 möglich geworden, eine Reihe sozialpolitischer Maßnahmen durchzuführen. So konnten die Renten und Leistungen der Sozialfürsorge für 3,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger erhöht werden. Berufstätige Mütter und junge Ehen erhielten weitere Vergünstigungen. Die Wohnverhältnisse wurden im laufenden Fünfjahrplan für 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger verbessert. Über 1,7 Millionen Werktätige (Erwerbstätige) erhielten höhere Mindestlöhne. Die Jahresendprämie erreichte 1974 in den Industriebetrieben einen Durchschnitt von 870 Mark (der DDR). Das übertraf den durchschnittlichen monatlichen Bruttolohn der Werktätigen in diesem Bereich. Für etwa 200 000 berufstätige Mütter wurde die wöchentliche Arbeitszeit auf 40 Stunden verkürzt. 400 000 werktätige Mütter mit zwei und mehr Kindern erhielten einen um 3 bis 9 Tage verlängerten Jahresurlaub. Jungen Eheleuten gewährte der sozialistische Staat einen zinslosen Kredit bis zu 5 000 Mark (der DDR) mit einer Laufzeit von 8 Jahren.

Was passierte mit den Ehekrediten nach der Konterrevolution?

„Mit der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion wurden die Ehekredite wie alle Kredite zum 1. Juli 1990 halbiert. Durch das Zinsanpassungsgesetz wurden sie auf marktübliche Zinssätze umgestellt. Um Härten zu vermeiden, wurden diese Zinsen bis zum 31. Dezember 1992 auf Antrag vom Bund übernommen.“ Entnommen Wikipedia

Die Geburtenhilfen wurden beträchtlich erhöht. So trat das humanistische Wesen des Sozialismus immer deutlicher hervor. Allerdings wurden diese Sozialleistungen für selbstverständlich genommen.

Die umfassende Erfüllung der vom VIII. Parteitag der SED beschlossenen Hauptaufgabe war jedoch nur möglich, wenn die sozialistischen Produktionsverhältnisse weiter vervollkommnet, die gesellschaftliche Produktion intensiviert und die führende Rolle der Arbeiterklasse und der SED weiter erhöht wurden. Deshalb verbanden Partei und Regierung die Durchsetzung der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik konsequent mit der Lösung dieser gesellschaftlichen Entwicklungsprobleme. Heute wird darüber gestritten, ob das die richtige Lösung war.  Um die sozialistischen Produktionsverhältnisse weiter zu entwickeln, hielt man es damals auch für notwendig, die damals noch existierenden 5 500 Privatbetriebe und die etwa 6 000 Betriebe mit staatlicher Beteiligung, in denen eine halbe Million Werktätige beschäftigt waren, in Volkseigentum zu überführen. Im Nachhinein wird darüber gestritten, ob diese Maßnahme richtig oder falsch war. In Übereinstimmung mit den Forderungen der Werktätigen, der befreundeten Parteien sowie vieler Inhaber und Besitzer privater Betriebe orientierte das Zentralkomitee der SED darauf, die privaten Anteile bzw. Betriebe durch den Staat aufzukaufen. Im Februar 1972 fasste der Ministerrat der DDR einen entsprechenden Beschluss. Außer der Überführung der Betriebe mit staatlicher Beteiligung und privater Betriebe sah der Beschluss vor, die PGH für Reparaturen und Dienstleistungen weiter zu fördern und privaten Handwerkern den Eintritt in diese PGH zu ermöglichen. Genossenschaften, die durch die Entwicklung zu Industriebetrieben den Charakter einer PGH verloren hatten, sollten in Volkseigentum umgewandelt werden, indem man den Mitgliedern ihre Anteile durch den Staat auszahlt.

Im Zuge der 1972 erfolgten Umgestaltungen entstanden 11 300 neue volkseigene Betriebe mit etwa 585 000 Werktätigen. In den neuen VEB übernahmen etwa 85 Prozent der ehemaligen Komplementäre und Inhaber leitende Funktionen. Insgesamt stieg durch diese Maßnahmen der Anteil der sozialistischen Betriebe an der industriellen Bruttoproduktion von 88,8 Prozent im Jahre 1971 und 99.9 Prozent im Jahre 1972.

Industrieproduktion nach Eigentumsformen der Betreibe (Prozent)
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Auch in der sozialistischen Landwirtschaft wurden die Produktionsverhältnisse weiterentwickelt. Es vollzog sich ein Prozess der Spezialisierung und Konzentration der landwirtschaftlichen Produktion. Bis 1975 schloss sich die Mehrzahl der auf Pflanzenproduktion spezialisierten LPGs zu rund 1 200 Kooperativen Abteilungen Pflanzenproduktion (KAP) zusammen, die über 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der DDR bearbeiteten. Sie wirkten eng mit den Agrochemischen Zentren (ACZ) und den Kreisbetrieben für Landtechnik (KfL) zusammen.

Auf dem Gebiet der Tierproduktion wurde ein höherer Grad der Spezialisierung erreicht. Während die LPGs und VEGs in herkömmlicher Weisen produzierten, spezialisierten sich immer mehr Betriebe auf einzelne Zweige der Tierproduktion. Zugleich bildeten sich zwischenbetriebliche Einrichtungen der Tierproduktion heraus.

Diese gesellschaftliche Arbeitsteilung zwischen Pflanzen- und Tierproduktion ermöglichte eine noch bessere Nutzung der Wissenschaft und Technik für die weitere Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Sie bedeutete einen wesentlichen Fortschritt auf dem Wege zur weiteren Überwindung der Unterschiede zwischen Stadt und Land.

Ein Beschäftigter in der Landwirtschaft erzeugt Nahrungsmittel….
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Auf der Grundlage der Beschlüsse des VIII. Parteitages richteten die Arbeiterklasse und die anderen Werktätigen (Erwerbstätigen) der DDR ihre Anstrengungen im sozialistischen Wettbewerb insbesondere darauf, durch weitere Intensivierung der sozialistischen Produktion die notwendigen Voraussetzungen für die Lösung der Hauptaufgabe zu schaffen. Sie übernahmen zusätzliche Verpflichtungen zum Staatsplan in Form von Gegenplänen, erarbeiteten persönlich-schöpferische Pläne zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und schenkten der politisch-weltanschaulichen und fachlichen Qualifizierung sowie der Entwicklung des geistig-kulturellen Lebens der Brigademitglieder verstärke Aufmerksamkeit. Von hervorragender Bedeutung war in diesen Jahren der Aufschwung der Neuerer- und Rationalisatorenbewegung sowie der Bewegung „Sozialistisch arbeiten, lernen und leben“. Auch in kapitalistischen Betrieben werden Verbesserungsvorschläge angeregt und gefördert. Allerdings haben diese dort einen anderen Charakter, als im Sozialismus.

Im Mittelpunkt des sozialistischen Wettbewerbs stand der Kampf um eine höhere Arbeitsproduktivität. Das bedeutet vor allem:

-die bessere Nutzung und Modernisierung der vorhandenen Produktionsanlagen,

-der sparsame Umgang mit Energie, Material, Roh- und Brennstoffen,

-die Verbesserung der Materialökonomie,

-die Wissenschaftliche Arbeitsorganisation,

-die volle Ausnutzung der Arbeitszeit,

-die mehrschichtige Auslastung der Maschinen und Anlagen,

-die Nutzung neuer Erkenntnisse der Wissenschaft und Technik,

-die Senkung der Selbstkosten.

Produktion in einer Minute Arbeitszeit
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Diese gesellschaftliche Entwicklung verlangte zugleich eine weitere Vervollkommnung der sozialistischen Staatsmacht. Insbesondere ging es darum, die Masseninitiative der Werktätigen noch enger mit der zentralen staatlichen Leitung und Planung zu verbinden. Höhere Ansprüche an die staatliche Tätigkeit erwuchsen auch aus den Aufgaben der sozialistischen ökonomischen Integration und aus der internationalen Anerkennung der DDR.

Nicht zuletzt verlangten der sichere Schutz der DDR und die aktive Friedenspolitik eine weitere Stärkung des sozialistischen Staates. Im Zentrum stand dabei die breite Entfaltung der sozialistischen Demokratie als Hauptrichtung der Entwicklung der sozialistischen Staatsmacht. Diesem gesellschaftlichen Erfordernis dienten mehrere Gesetze, die in der ersten Hälfte der 1970er Jahre von der Volkskammer der DDR verabschiedet wurden.

Im Oktober 1972 beschloss die Volkskammer das Gesetz über den Ministerrat der DDR. Es bestimmte die Rechte und die Verantwortung des Ministerrates und der Ministerien für die Leitung und Planung aller Bereiche entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen. Ihm wurde die Aufgabe übertragen, die Grundsätze der staatlichen Innen- und Außenpolitik auszuarbeiten und die einheitliche Durchführung der gesamten Staatspolitik der DDR zu sichern.

Im Juli 1973 verabschiedete die Volkskammer das Gesetz über die örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe. Das Gesetz trug dazu bei, die grundlegenden Staatsinteressen noch besser mit den Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu verbinden. Es regelte die Rechte und Pflichten der Abgeordneten und erhöhte die Verantwortung der örtlichen Volksvertretungen für die gesellschaftliche Entwicklung in den Territorien.

Im September 1974 nahm die Volkskammer das Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Verfassung der DDR an. Damit wurde die Verfassung voll mit dem erreichten gesellschaftlichen Entwicklungsstand in Übereinstimmung gebracht. Die Verfassung brachte seitdem die höhere Stufe des Bündnisses und der Zusammenarbeit mit der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Bruderländern besser zum Ausdruck. Noch konsequenter als bisher wurde die Herausbildung der sozialistischen Nation in der DDR durch die Verfassung unterstrichen. Die Änderung und Ergänzung des grundlegenden Gesetzes des nun untergegangen Staates entsprach auch den Erfordernissen der weiteren Entwicklung der sozialistischen Demokratie und Rechtsordnung der DDR. Die Befugnisse der Volkskammer, ihres Präsidiums, des Staatsrates und des Ministerrates wurden exakter festgelegt und aufeinander abgestimmt. Die Wahlperiode der Volkskammer wurde dem Fünfjahrzyklus angepasst. Das passive Wahlrecht der Bürgerinnen und Bürger wurde auf das 18. Lebensjahr herabgesetzt.

Am 1. August 1973 starb der Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Walter Ulbricht. Am 03. Oktober 1973 wählte die Volkskammer den bisherigen Vorsitzenden des Ministerrates der DDR, Willi Stoph, zum Vorsitzenden des Staatsrates der DDR.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der VIII. Parteitag der SED und seine Bedeutung

Anfang der 1970er Jahre waren in der DDR dank der revolutionären Schöpferkraft der Arbeiterklasse und aller Werktätigen (Erwerbstätigen) die Bedingungen für eine neue Etappe der Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft herangereift. Die weitere Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft stellte höhere Anforderungen an die führende Rolle der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Während des VIII. Parteitages der SED im Juni 1971
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Eine allseitige Begründung der Aufgaben, die bei der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft gelöst werden müssen, gab der VIII. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, der vom 15. Bis 19. Juni 1971 in Berlin stattfand.

Im Mittelpunkt seiner Beratung standen der von Erich Honecker erstattete Bericht des Zentralkomitees der SED sowie der Entwurf der Direktive zum Fünfjahrplan 1971 bis 1975, über den Willi Stoph referierte.

Blick in das Präsidium des VIII. Parteitages der SED
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Als Gäste nahmen 94 Delegationen befreundeter Parteien aus aller Welt am Parteitag teil. Unter den Gästen befanden sich der Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Leonid I. Breschnew, und weitere führende Repräsentanten damaliger sozialistischer Staaten.

Ausgehend von einer gründlichen Analyse des erreichten Entwicklungsstandes verdeutlichte der Parteitag die neuen gesellschaftlichen Anforderungen und gab eine umfassende Begründung des sozialen Wesens des Sozialismus. Im Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees der SED an den VIII. Parteitag hieß es dazu: „Wir kennen nur ein Ziel, das die gesamte Politik unserer Partei durchdringt: alles zu tun für das Wohl des Menschen, für das Glück des Volkes, für die Interessen der Arbeiterklasse und aller Werktätigen. Das ist der Sinn des Sozialismus. Dafür arbeiten und kämpfen wir.“ Protokoll der Verhandlungen des VIII. Parteitages der SED. Bd 1, Berlin 1971, S. 34

Aus der Übereinstimmung zwischen den Interessen und Bedürfnissen der Arbeiterklasse und der anderen Werktätigen (Erwerbstätigen) mit dem Sinn des Sozialismus leitete der Parteitag die strategische Hauptaufgabe für die weitere Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft ab.  Sie bestand in der „weiteren Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Volkes auf der Grundlage eines hohen Entwicklungstempos der sozialistischen Produktion, der Erhöhung der Effektivität, des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und des Wachstums der Arbeitsproduktivität“. Protokoll der Verhandlungen des VIII. Parteitages der SED. Bd 1, Berlin 1971, S. 61 f.

Die Partei der Arbeiterklasse ließ sich dabei von der Erkenntnis leiten, dass die Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Volkes immer mehr zu einem Erfordernis der wirtschaftlichen Höherentwicklung wurde. Durch die wirtschaftliche Höherentwicklung wiederum mussten die materiellen und finanziellen Mittel für die proportionale Entwicklung aller Bereiche der sozialistischen Gesellschaft geschaffen werden.

Auf der Grundlage dieser Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik in der Hauptaufgabe stellte der Parteitag weitreichende Aufgaben für alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Im Nachhinein wird darüber gestritten, ob das der richtige Weg war.

Ausgehend von der Hauptaufgabe erarbeitete der VIII. Parteitag das bis dahin umfassendste sozialpolitische Programm. Wichtigste Maßnahmen dieses sozialpolitischen Programms waren: Verbesserung der Wohnverhältnisse der Arbeiter und Angestellten, Verbesserung der Renten und der Sozialfürsorge, Erhöhung niedriger Einkommen, Förderung der berufstätigen Mütter, der jungen Ehen und der Geburtenentwicklung. Diese Beschlüsse waren darauf gerichtet, die Bedingungen für die soziale Sicherheit der Werktätigen (Erwerbstätigen) in der DDR weiter zu vervollkommnen.

Das Wohnungsbauprogramm der DDR
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
Durchschnittliches monatliches Arbeitseinkommen der vollbeschäftigten Arbeiter und Angestellten in der DDR (In der DDR hatte man nicht gegendert. Natürlich sind die Arbeiterinnen mit gemeint.)
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Insbesondere ging es darum, das materielle und kulturelle Lebensniveau der Arbeiterklasse und der anderen Werktätigen (Erwerbstätigen) zu erhöhen und weitere Schritte zu allmählichen Überwindung der wesentlichen Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie zwischen geistiger und körperlicher Arbeit einzuleiten.

Als Hauptweg zur Lösung dieser Aufgaben bestimmte der VIII. Parteitag die sozialistische Intensivierung, das heißt vor allem die effektive Nutzung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts in organischer Verbindung mit den Vorzügen der sozialistischen Gesellschaft. Hört sich hochtrabend an. Na ja, man hat es ja letztendlich nicht gepackt.

Die höhere Stufe der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik schuf günstige Bedingungen für die weitere Entfaltung des sozialistischen Wettbewerbs und die noch breitere Entwicklung der Masseninitiative der arbeitenden Menschen. Für alle wurde noch deutlicher sichtbar, dass hohe Leistungen dazu beitragen, sein eigenes Leben reicher und schöner zu gestalten. Na ja, bald war das für die meisten nicht mehr sichtbar, denn sie waren geblendet vom schönen Schein der westlichen Welt.

 Der sozialistische Grundsatz der Politik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands: „Was der Gesellschaft nutzt, muss auch dem einzelnen nutzen!“ durchzog wie ein roter Faden die Beschlüsse des VIII. Parteitages.

So waren die Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED insgesamt darauf gerichtet, die Vorzüge der sozialistischen Gesellschaft noch stärker zur Geltung zu bringen und weitere Voraussetzungen für die allseitige und proportionale Entwicklung aller gesellschaftlichen Bereiche zu schaffen. Das entsprach den Anforderungen der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft, wie sie auch von den kommunistischen und Arbeiterparteien der sozialistischen Bruderländer gestellt wurden. Diese Übereinstimmung widerspiegelte sich in der Wesensgleichheit der formulierten Hauptaufgaben der Parteitage der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, der Bulgarischen Kommunistischen Partei, der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei und der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands sowie der Landeskonferenz der Rumänischen Kommunistischen Partei.


Der VIII. Parteitag wählte Erich Honecker erneut zum Ersten Sekretär des Zentralkomitees der SED. Nachdem Walter Ulbricht offiziell aus Altersgründen, in Wahrheit auf Betreiben der Sowjetunion, um seine Entlassung von dieser Funktion gebeten hatte, war Erich Honecker am 03. Mai 1971 auf der 16. Tagung des Zentralkomitees der SED zu dessen Ersten Sekretär gewählt worden.

Erich Honecker
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

In dem alten Geschichtsbuch folgt nun eine Personenbeschreibung über Erich Honecker nach dem damaligen Stand. Zur besseren Lesbarkeit auch als PDF-Datei vorhanden.

Wie es mit Erich Honecker weiterging, die Zerstörung seines Lebenswerkes und das unwürdige Ende ist in der Personenbeschreibung von DIE TROMMLER enthalten.

Personenbeschreibung über Erich Honecker nach dem damaligen Stand aus dem Geschichtsbuch der DDR
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Personenbeschreibung über Erich Honecker nach dem damaligen Stand aus dem Geschichtsbuch der DDR

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR