Die ersten Maßnahmen der Arbeiter- und Bauernmacht

Mit der Gründung der DDR besaßen die von der SED geführte Arbeiterklasse und ihre Verbündeten die notwendige staatliche Basis, um die Errungenschaften der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung zu sichern, ihre Macht weiter auszubauen und die Grundlagen des Sozialismus zur errichten. Politisch erfahrende und im Klassenkampf bewährte Funktionäre der SED übernahmen die entscheidenden Positionen in der Regierung, in den anderen staatlichen Organen (Institutionen) und in der Wirtschaft.

Angehörigen der Blockparteien wurden wichtige Funktionen übertragen. Von den 18 Ministern der ersten, von Otto Grotewohl gebildeten Regierung gehörten acht der SED, vier der CDU, drei der LDPD, je einer der NDPD und der DBD an. Ein Minister war parteilos.

Die von der Volkskammer angenommene Verfassung verankerte die revolutionären Errungenschaften der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung. Sie erhob die Ausübung der Staatsgewalt durch die Arbeiterklasse im Bündnis mit den werktätigen Bauern und anderen Werktätigen (Erwerbstätigen), die Vernichtung der Monopole und des Großgrundbesitzes und die Schaffung einer volkseigenen Wirtschaft zu Verfassungsgrundsätzen. Sie erklärte alle Bodenschätze und Naturreichtümer zu Volkseigentum. Der antiimperialistische Charakter der Verfassung sicherte, dass die revolutionäre Umwälzung weitergeführt und dem Aufbau des Sozialismus der Weg gebahnt wurde.

In völliger Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Verfassung hob Otto Grotewohl in seiner Regierungserklärung vom 12. Oktober 1949 hervor, dass die Staatsmacht der Arbeiter und Bauern dazu dienen sollte, die revolutionären Umgestaltungen in der DDR fortzusetzen und dem Kampf um den Frieden, gegen die imperialistische Kriegs- und Spaltungspolitik eine feste Basis zu geben. Als wichtigste außenpolitische Aufgabe bezeichnete Otto Grotewohl in seiner Regierungserklärung die weitere Vertiefung der Freundschaft zur Sowjetunion. Sie müsse ihre Ergänzung finden im freundschaftlichen Verhältnis zu den Volksdemokratien (osteuropäische Länder), besonders zur polnischen Volksrepublik und der tschechoslowakischen Republik. Der Ministerpräsident erkannte im Namen aller Fraktionen der Volkskammer die Oder-Neiße-Grenze als rechtsgültig und endgültig an und wandte sich entschieden gegen jede Völkerverhetzung.

Am 15. Oktober 1949 nahmen die DDR und die UdSSR diplomatische Beziehungen auf. Sie und die darauffolgende Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der DDR und den volksdemokratischen Staaten (osteuropäische Staaten) waren Ausdruck des Vertrauens der Völker in die demokratischen Kräfte des deutschen Volkes. Die diplomatischen Anerkennungen trugen dazu bei, das Ansehen des deutschen Volkes Schritt für Schritt zurückzugewinnen.

Am 6. Juli 1950 unterzeichneten die Ministerpräsidenten Cyrankiewitz und Grotewohl im Namen ihrer Regierung das „Abkommen über die Markierung der Oder-Neiße-Grenze“ als einer Grenze des Friedens und der Freundschaft
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Im Juli 1950 weilte eine Regierungsdelegation der DDR zu Verhandlungen in Warschau, Prag und Budapest. Das Ergebnis der Beratungen bestand in der Deklaration über die beiderseitige Markierung der Oder-Neiße-Grenze als einer Grenze des Friedens und der Freundschaft zwischen dem polnischen und dem deutschen Volk. Am 6. Juli 1950 unterzeichneten die Ministerpräsidenten beider Staaten ein entsprechendes Abkommen in der polnischen Grenzstadt Zgorzelec. Es leitete eine grundlegende Wende in der Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen ein. Mit diesem ersten völkerrechtlichen Vertrag der DDR wurden die Voraussetzungen für friedliche und gutnachbarliche Beziehungen zwischen der DDR und Volkspolen geschaffen.

Boleslav Bierut: „In der Tat, die Geschichte hat uns..dazu berufen, ein für allemal die Kluft, die im Laufe der Eroberung und des Imperialismus, begleitet von Brand und Vernichtung, zwischen unseren Völkern aufgerissen hat, verschwinden zu lassen…“
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Er errichtete eine Barriere gegen die revanchistischen Kreise in der BRD, die die Ergebnisse des II. Weltkrieges nicht anerkennen wollten. Das Abkommen verdeutlichte, dass die DDR radikal mit der aggressiven Außenpolitik der deutschen Großbourgeoisie gebrochen hatte und willens war, als deutscher Friedensstaat in Europa zu wirken.

Auf Initiative der SED verabschiedete die Volkskammer der DDR ein umfassendes Gesetzeswerk zur Festigung und Weiterentwicklung der Staatsmacht.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Das „Gesetz zum Schutze der Arbeitskraft der in der Landwirtschaft Beschäftigten“ vom Dezember 1949 schränkte die kapitalistische Ausbeutung auf dem Land ein und sicherte den Landarbeitern soziale und politische Rechte, z.B. den 8-Stundentag und den bezahlten Jahresurlaub.

Das „Gesetz über die Teilnahme der Jugend am Aufbau der DDR und über die Förderung der Jugend in Schule und Beruf, bei Sport und Erholung“ vom Februar 1950 sah umfassende Maßnahmen zur Förderung der Jugend vor. Ihr sollten verantwortliche Aufgaben zur Leitung von Staat und Wirtschaft übertragen werden. Die Arbeitszeit für Jugendliche bis 16 Jahre wurde auf 42 Stunden, für Jugendliche bis 18 Jahre auf 45 Stunden wöchentlich festgelegt. Die FDJ wurde als Interessenvertretung der Jugend gesetzlich anerkannt. Mit einem Gesetz vom Mai 1950 setzte die Volkskammer das Volljährigkeitsalter von 21 auf 18 Jahre herab.

Die Volkskammer der DDR nimmt in Anwesenheit von Jugenddelegationen am 8. Februar 1950 das Gesetz zur Förderung der Jugend an
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Das „Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau“ vom September 1950 legte die Grundsätze für die Gleichstellung der Frau in Ehe und Familie fest. Es schuf weitgehende Voraussetzungen, damit die verfassungsmäßig festgelegte Gleichberechtigung der Frauen in der DDR verwirklicht werden konnte. Zur Förderung der Frauen, zum Schutze von Mutter und Kind und zur Erleichterung des Lebens von Frauen stellte der Staat umfangreiche Mittel zur Verfügung.

Unter den von der Volkskammer beschlossenen Gesetzen nahm das Gesetz zum Schutze des Friedens einen hervorragenden Platz ein. Es erklärte die Kriegspropaganda und die Rassen- und Völkerhetze zu einem der schwersten Verbrechen gegen die Menschheit und wurde zu einer Waffe im Kampf gegen reaktionäre und konterrevolutionäre Kräfte.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Zum Schutz der revolutionären Errungenschaften der DDR schuf die Volkskammer auf Initiative der SED im Februar 1950 das Ministerium für Staatssicherheit. Gemeinsam mit dem Ministerium des Innern, dem Obersten Gericht und der Obersten Staatsanwaltschaft entwickelte es sich zu einem wirksamen Instrument der Arbeiter- und Bauernmacht, mit dem alle imperialistischen Anschläge gegen die beginnende Entwicklung in der DDR zerschlagen werden konnten. 1989 vermochte das Ministerium für Staatsicherheit nicht die DDR zu schützen. Bis heute ist das Ministerium für Staatssicherheit der DDR verhasst. Nach dem Sieg der Konterrevolution 1989/90 und der Annexion der DDR im Jahre 1990 ist eine staatliche Behörde (BStU) geschaffen worden, die angeblich die Akten verwalten soll. Darüber hinaus verbreitet sie antikommunistischen Hass und fälscht sogar Akten.

Eine hervorragende Rolle bei der Sicherung der DDR spielt die Deutsche Volkspolizei. Sie war unmittelbar nach der Befreiung des deutschen Volkes vom Faschismus von bewährten Antifaschisten aufgebaut worden. Als zentralgeleitetes bewaffnetes Organ (Behörde) wurde sie Bestandteil der neuen Staatsmacht der DDR. Der Volkspolizei wurden größere Aufgaben bei der Sicherung des Staates übertragen. Die Bereitschaften der Deutschen Volkspolizei wurden ausgebaut; aus ihnen ging Ende 1952 die Kasernierte Volkspolizei (KVP) hervor. Ehemalige Widerstandskämpfer und Antifaschisten, Kämpfer der Internationalen Brigaden in Spanien, Funktionäre und Mitglieder der KPD und SED stellten sich dem Aufbau der Volkspolizei, bzw. der KVP zur Verfügung, wie zum Beispiel Armeegeneral Heinz Hoffmann, Generaloberst Heinz Keßler und Admiral Waldemar Verner. Tausende Funktionäre und Mitglieder der FDJ erklärten sich zum freiwilligen Dienst in der KVP bereit.

Der junge Staat hat verlässliche Beschützer: Am 1. Mai 1953 paradiert Kasernierte Volkspolizei vor der Ehrentribüne in Berlin
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Die Schutz- und Sicherheitsorgane (-behörden) bewährten sich bei der Zerschlagung imperialistischer Agentengruppen und bei der Aufdeckung schwerer Wirtschaftsverbrechen. Sie trugen dazu bei, die demokratische Gesetzlichkeit zur allgemein anerkannten Norm des Zusammenlebens zu erheben. Sie halfen mit, die Werktätigen (Erwerbstätigen) zu neuen Verhaltensweisen gegenüber dem gesellschaftlichen Eigentum und zur Wachsamkeit gegenüber den Feinden der DDR zu erziehen. In den 1980er Jahren gelang dies immer weniger und sie konnten das Ende der DDR nicht verhindern.

Die Besetzung der wichtigsten staatlichen Funktionen mit Vertretern der revolutionären Arbeiterbewegung, die verfassungsmäßige Verankerung grundlegender Ziele der Arbeiterklasse und die ersten Gesetze der Arbeiter- und Bauernmacht in der DDR unterstrichen den neuen Charakter der Staatsmacht. Sie begann die Funktionen der Diktatur des Proletariats (dieser Begriff ist heute missverständlich) auszuüben: die wirtschaftlich-organisatorische, die kulturell-erzieherische und die Schutzfunktion. Dies bröckelte in den 1980er-Jahren, bis sie dies 1989/90 nicht mehr vermochte und die Konterrevolution gesiegt hat.

Die Errichtung der politischen Macht der Arbeiterklasse in der DDR war die unerlässliche Voraussetzung dafür, dass nunmehr die Grundlagen des Sozialismus erreichtet werden konnten.

Aus der Resolution der Berner Parteikonferenz der KPD (1939): „Die neue demokratische Republik wird die Schwächen der Weimarer Republik gegenüber der Reaktion nicht wiederholen…“  In der DDR wurde diese geschichtliche Lehre zunächst beherzigt, doch es wurden neue Fehler gemacht. Die Konterrevolution hat gesiegt.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die ersten Maßnahmen der Arbeiter-und Bauernmacht

1. Juli – Tag der Deutschen Volkspolizei

Gastbeitrag von Holger Marks

 

Ich war vom 08. März 1988 bis zum Jahresende 1990 Angehöriger der VP. Interessanterweise über den 3. Oktober 1990 hinaus.  Schaffte es in der kurzen Zeit „nur“ zum Meister der VP. Im Einwohnermeldeamt Karl-Marx-Stadt. Melde- und Ausweiswesen. Das fiel damals noch in  den Bereich der Polizei.

Was war die VP?   Eine Polizei. 

Da wurden Straftaten verfolgt, betrunkene Autofahrer gestoppt, Schlägereien beim Stadtfest beendet, Anzeigen zu Fahrrad-Diebstählen aufgenommen und eben auch Personalausweise ausgestellt.

Schlechte Erinnerungen an die VP werden wohl vornehmlich die Menschen haben, die sich nicht an die Gesetze hielten? Ist das heute anders?

Ich fuhr mit der Straßenbahn in Uniform zum Dienst und auch zurück. War da ganz allein. Keiner kam mir währenddessen dumm. Heute undenkbar?

Was ich bis heute nicht leiden kann, ist, wenn mir jemand einreden will, die Bezeichnung „VoPo“ sei hier gebräuchlich gewesen. Das war sie nicht!

„Vau Pee“ sagte man zu uns, oder meinetwegen „Bullen“. Aber niemand benutzte in der DDR die vom Axel-Springer-Verlag oder dpa erfundene Abkürzung „VoPo“! Die sollte sich diffamierend an die verbrecherische „GeStaPo“ anlehnen. Und wenn ich heute – fast 30 Jahre danach – dieses „VoPo“ lese oder höre, werde ich immer noch wütend.

Jedes Land dieser Erde hat eine Polizei. Unterschiedlicher Güte. Die Volkspolizei der DDR war gewiss nicht schlechter, als die besten davon.

Ich darf zum Tag der VP hier mal alle ehemaligen Kollegen grüßen, die damals neben mir und zum Teil heute noch ihren Dienst tun?

Holger Marks

 

Die Volkspolizei wurde ihrem Namen gerecht

Gastbeitrag von Gerd Pehl

 

Die Volkspolizei, war eine Polizei, die immer ihrem Namen gerecht wurde. Sie war die Polizei des Volkes der DDR. Sie war die Polizei, die zum Schutz der Bürger tätig war, die auf Einhaltung der Ordnung und Sicherheit achtete, die auch Helfer der Bürger war. 

Da fällt mir die kleine Satire ein, die in der DDR erzählt wurde: Eine schon sehr alte Frau erzählt Bekannten, was ihr passiert ist: Eines Tages stand ich mit einigen Leuten an einer Ampel, neben mir stand ein Polizist. Die Ampel schaltet auf Grün. Alle, auch der Polizist, gehen sofort über die Straße. Ich zögerte. Ich kann doch nicht mehr so laufen und die Ampel wird wieder Rot. Das ist unsere Volkspolizei. Aber neulich stand ich wieder an dieser Ampel. Die Ampel schaltete auf Grün. Ich zögerte wieder. Da stand plötzlich ein Polizist neben mir und sagte, kommen Sie wir gehen zusammen rüber. Wir gingen langsam über die Straße und der Volkspolizist immer neben mir. Das war ein netter Volkspolizist. Was ist der Sinn dieser Satire? Wenn unsere Menschen negative Kritik übten, dann war es immer die Gesamtheit – wie hier: Die Volkspolizei. Wenn es aber eine gute Sache oder Tat war, dann war es nicht die Gesamtheit, sondern der Einzelne – wie hier: Der Volkspolizist. 

Wer meinte, die Gesetze nicht einhalten zu brauchen, der wurde belehrt, verwarnt oder festgenommen. Unsere Volkspolizisten waren auf den Straßen in den Städten zu sehen und das 24 Stunden am Tag und sorgten für Ordnung. Da gab es keine Radfahrer, die auf dem Bürgersteig fuhren und wenn, dann wurden sie belehrt und auch mit Ordnungsgelder verwarnt oder auch am Sonntagvormittag zur Verkehrsschulung in die Polizei-Inspektion geladen.

Es war eben wirklich eine Polizei des Volkes. Unsere Polizei ging nicht mit Wasserwerfern, Tränengas gegen Bevölkerungsgruppen vor. Auch wenn Holger Marks schreibt, dass die Volkspolizisten auch Schlägereien beendeten, das ist auch zutreffend, aber dabei wurden keine Gummiknüppel, Wasserwerfer oder Tränengas eingesetzt. Sie brauchten sich nicht mit kugelsichere Westen und Schildern auf den Straßen bewegen, all das war nicht nötig. Die DDR war eben ein Staat des Volkes. Genau das ist der Unterschied zum Staat BRD.

Wenn wir an den Tag der Volkspolizei denken, dann dürfen wir nicht vergessen, dass es Volkspolizisten an der Grenze zu Westberlin* gab, die ihr Leben ließen als Beschützer des demokratischen Sektors von Berlin, die meuchlings ermordet wurden von Westberliner Agenten, die bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. Auch das steht auf das Schuldkonto des Adenauer-Staates und zieht sich in die heutige BRD hinein.

*Die Grenzpolizei war der Vorläufer der Grenztruppen der DDR. Anmerkung von DIE TROMMLER(Petra Reichel)

 

Dieter Winderlich

Dieter Winderlich, geboren am 04. Dezember 1938 war von 1987 bis 1990 Stellvertreter des Ministers des Innern (MdI) der DDR und 1990 der letzte Chef der Deutschen Volkspolizei.

Generalmajor a.D. Dieter Winderlich

Generalmajor a.D. Dieter Winderlich

Bildquelle: DDR-Kabinett Bochum,  Bild ist entsprechend verlinkt
siehe auch Interview für die Ausstellung „Grenzfall“ des Wilhelmsgymnasiums Kassel

Der Sohn eines Arbeiters, der 1947 Volkspolizist geworden war, ging in der DDR zur Schule, erlernte den Beruf eines Erziehers und erwarb im Fernstudium den Fachschulabschluss als Unterstufenlehrer. Im Frühjahr 1961 folgte er einem Aufruf der FDJ und wurde wie sein Vater Angehöriger der DVP(Deutsche Volkspolizei). Er schloss sich der SED an und absolvierte ein mehrjähriges Studium an der Hochschule des Ministeriums für Innere Angelegenheiten der UdSSR. Von 1970 bis 1974 fungierte er als Leiter der Jugendstrafanstalt Wriezen im Kreis Bad Freienwalde. Als Oberst der VP war er von 1980 bis 1987 stellvertretender Leiter der Verwaltung Strafvollzug des MdI. Im Februar 1987 folgte er Günter Giel als Stellvertreter des Ministers des Innern (zuständig für das Archivwesen, die Feuerwehr, den Strafvollzug und die Kriminalpolizei). 1988 wurde er von Erich Honecker zum Generalmajor ernannt.

Dieter Winderlich, letzter Chef der Volkspolizei

Dieter Winderlich, letzter Chef der Volkspolizei

Bildquelle: DDR-Kabinett Bochum, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Am 10. Januar 1990 wurde er von Innenminister Lothar Ahrendt als Chef der DVP eingesetzt und war damit zugleich der erste Stellvertreter des Ministers.  Er blieb bis zum Regierungswechsel im April 1990 auf diesem Posten. Am 1. Mai 1990 wurde sein Titel von Generalmajor in Chefinspekteur umgewandelt. Vom letzten Innenminister Peter-Michael Diestel wurde er zum Leiter der Abteilung für die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Ministerium für Innere Angelegenheiten berufen.

Dieter Winderlich auf Festveranstaltung DDR-Kabinett Bochum

Dieter Winderlich auf der Festveranstaltung des DDR-Kabinetts Bochum e.V.

Bildquelle: DDR-Kabinett Bochum, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

Dieter Winderlich ist heute Mitglied der Initiativgemeinschaft zum Schutz der sozialen Rechte (ISOR). Außerdem schriebt er Artikel, bzw. hält Vorträge, wie z. B. beim DDR-Kabinett Bochum und im „RotFuchs“.

Rotfuchs

DDR-Kabinett Bochum Kopie

 

 

 

 

 

 

Entnommen aus Wikipedia und DDR-Kabinett Bochum, bearbeitet von Petra Reichel

Unsere neue Polizei muss aus dem Volke kommen und mit dem Volke verbunden bleiben

Artikel von Erich Mielke in „Neuer Weg“, Nr. 4, S. 15/16, Juni 1946

 

Entnommen aus dem Sammelband: Erich Mielke, „Sozialismus und Frieden-Sinn unseres Kampfes“, bearbeitet und als Power Point-Vortrag zusammengestellt von Petra Reichel 

 

Buchtitel Erich Mielke - Sozialismus Sinn und Kampf Kopie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bildnachweise sind im Anschluss leserlich aufgeführt worden.

Diesen Power-Point-Vortrag kann man sich auch als PDF-Datei runterladen.

Erich Mielke Artikel zu Polizei 1946.pptx

 

Bildnachweise:

Um zu den Bildquellen zu gelangen, bitte auf die Bilder klicken.

Erich Mielke (1976) Kopie

Erich Mielke(1976)

Bildquelle: „Bundesarchiv Bild 183-R0522-177, Erich Mielke“ von Bundesarchiv, Bild 183-R0522-177 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons –

 

 

 

freundlicher Polizist

 

 

Bildquelle: www.ClipProjekt.info

 

 

 

Polizeischule

 

Bildquelle: BZ

 

Logo Volkspolizei

 

Logo Deutsche Volkspolizei von 1961 bis 1990

Bildquelle: Wikipedia: Deutsche Volkspolizei

 

 

auf Streife
im Auftrag des MIK NRW, Foto:
Jochen Tack

 

Bildquelle: „Wir sagen danke.“

 

Blaulicht

 

Bildquelle: Fotosearch

 

 

 

 

Polizei für das Volk

 

 

Bildquelle: LDP(Österreich)

 

 

 

Schweinchen Polizist

 

Bildquelle: www.vice.om

 

 

inkompetente Polizei

 

Bildquelle: WordPress-Blog: „Zwei Außerirdische –Eine Mission!“

 

Gauner-Polizei

 

Bildquelle: Der Cartoon.de

 

 

Schule

 

 

Bildquelle: Fritz-Ullmann-Grundschule

 

 

Polizei-Plakat

 

Bildquelle: „Abendzeitung“

 

polizist stoppt raser

 

Bildquelle: Deutsche Anwaltsauskunft

 

 

 

 

 

 

Auf Streife: 1. Juli ist Tag der Volkspolizei

 

Volkspolizei_Emblem

Volkspolizei-Logo

Bildquelle:
„Volkspolizei Emblem“ von unkwown – Volkspolizei of the GDR.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons , Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

 

„PeVau“ von „Gute frage.net“ stellt in seinem Gastbeitrag —einen Ausschnitt aus dem Buch „Geschichte der Volkspolizei“ vor.

Geschichte der Deutschen Volkspolizei Band 1 und 2 – Zeittafel

 


 

Auf SAT 1 gibt es die bekannte Serie „Auf Streife“.

Logo Serie %22Auf Streife%22 SAT1

Bildquelle:
http://www.sat1.de/tv/auf-streife/die-reportage

 

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Bildquelle:
http://www.sat1.de/tv/auf-streife/video

 

Wer weis schon, dass „Auf Streife“ einen historischen Vorläufer hatte?

In der beliebten Serie von SAT 1 sind die Fälle nachgespielt. In dem historischen Vorläufer ist das Fernsehen direkt mit auf Streife gefahren und hat Aufnahmen gemacht. Natürlich wäre es zu aufwendig gewesen es in dieser Form zu einer Serie zu verarbeiten. Doch als einmalige Reportage ist das sehr aufschlußreich. Seinerzeit war noch nicht an SAT1 und solche Serien zu denken und die Ausstrahlung dieser Reportage im DDR-Fernsehen war was Besonderes.

 

 

 

Diese Reportage befindet sich bereits in DIE TROMMLER-ARCHIV und kann da, aber auch auf You Tube jederzeit angesehen werden.

Weitere Beiträge zum Thema Volkspolizei kann man aus DIE TROMMLER-ARCHIV entnehmen.

 

 

Geschichte der Volkspolizei in Übersichten

Gastbeitrag von „PeVau“ Gute Frage.net-Logo Kopie

 

 

 

 

25. Mai 1945 – Befehl des Militärkommandanten der Stadt Berlin, Generaloberst Bersarin, über die Organisation der Stadtpolizei und der Staatsanwaltschaft
11. Juni 1945 – Befehl Nr. 3 des Stadtkommandanten von Dresden zur Schaffung einer Ordnungspolizei (Ähnliche Befehle und Anordnungen gab es auch in anderen Städten.)
4. – 16. Juli 1945 – Bildung der Landes- und Provinzialverwaltungen in der SBZ und der Abteilungen Polizei in diesen Verwaltungen
20. August 1945 – Eröffnung der Landespolizeischule für Mecklenburg/Vorpommern in Iserbach. Bis 1. März 1946 wurden in allen Provinzen der SBZ Landespolizeischulen eingerichtet.
6. September 1945 – Runderlass des Chefs der Polizei der Provinz Sachsen über „Maßnahmen zur Sicherung des enteigneten bzw. zur Enteignung kommenden Großgrundbesitzes, des landwirtschaftlichen Vermögens, der Maschinen, des Gerätes und des Viehs“ (Stichwort: Bodenreform)
6. November 1945 – Direktive Nr. 16 des Kontrollrates in Deutschland über die „Bewaffnung der deutschen Polizei“ nach Entfernung aller nazistischen und faschistischen Elemente aus dem Polizeidienst.
(Hier wäre ein Vergleich zur Umsetzung in den Polizeien der anderen Besatzungszonen angebracht.)
April 1946 – Die SMAD (Sowjetische Militäradministration) erlässt die „Instruktion für die Anwendung von Schusswaffen der deutschen Polizei bei Ausübung ihrer Dienstpflichten“
Juni 1946 – Sicherung des Volksentscheids in Sachsen über die Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher
30. Juli 1946 – Bildung der Deutschen Verwaltung des Innern (DVdI). Erich Reschke wird Präsident, Erich Mielke, Willi Seifert und Kurt Wagner Vizepräsidenten
November/Dezember 1946 – Bildung von Landesregierungen in allen Ländern der SBZ und damit auch der Innenministerien, denen die Polizeiorgane unterstellt werden.
November 1946 – Die SMAD befiehlt den Aufbau der Grenzpolizei durch DVdI und der Innenministerien der Länder und Provinzen
13. Juli 1948 – Das Präsidium der DVdI berät über die von der SED beschlossene Bildung einer Hauptabteilung Polit-Kultur bei der DVdI und den Einsatz von PK-Leitern als Stellvertreter der Chefs der Landespolizeibehörden und der Leiter anderer nachgeordneter Dienststellen und Einheiten.
(Das ist ein wichtiger Aspekt, stellt er doch den Führungsanspruch der SED auch bei der Polizei sicher.)
28. – 26. Juli 1948 – Spaltung der Berliner Polizei (Ost, West)
1. Oktober 1948 – Eröffnung der Höheren Polizeischule in Berlin-Niederschönhausen
Oktober 1948 – Einführung einheitlicher Uniformen
1. Januar 1949 – Einführung einheitlicher Dienstgrade und Dienstgradabzeichen
17. Mai 1949 – Bildung des Betriebsschutzes in volkseigenen und SAG-Betrieben
28. August 1949 – Beschluss des Politbüros der SED über die zeitweilige Herauslösung der Parteiorganisationen der SED in der VP aus den örtlichen Parteiorganisationen und Bildung eines eigenen Landesverbandes der SED (interessant!)
7. Oktober 1949 – Gründung der DDR
1. Januar 1950 – Landesbrandschutzämter und Berufsfeuerwehren der Städte werden den Landesbehörden bzw. Kreisämtern der VP unterstellt. Bildung der Hauptabteilung Feuerwehr in der HVDVP (Hauptverwaltung der Deutschen Volkspolizei)
26. Januar 1950 – Ministerratsbeschluss „Abwehr gegen Sabotage“, Aufgabenstellung an VP
8. Februar 1950 – Gesetz über die Bildung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft des MdI (Ministerium des Innern) wird zum MfS
10. Juni 1950 – Übertragung der Kontrolle an den Grenzkontrollpunkten zur BRD und zu Westberlin an die Grenzpolizei durch sowjetische Organe
16. November 1950 – Übertragung des Strafvollzuges an das MdI1. Januar 1951 – Strukturänderungen in der DVP, Bildung der Hauptabteilungen Betriebsschutz (BS) und Pass- und Meldewesen
27. Dezember 1951 – Bildung von Schnellkommandos als ständige bewegliche Einsatzreserve der Schutzpolizei
29. April 1952 – Bildung des Kriminaltechnischen Instituts (KTI) in Berlin
26. Mai 1952 – Maßnahmen zur Verstärkung der Grenzsicherheit zur BRD beschlossen, Bildung von Schutzstreifen und Sperrzone
16. Juni 1952 – Bildung der Kasernierten Volkspolizei (KVP) aus den Hauptverwaltungen Ausbildung und See
22. Juli 1952 – Polit- und Kulturorgane werden in Politorgane umbenannt und verändern ihre Stellung und Aufgaben. Politoffiziere sind vom ZK der SED eingesetzte Polit- und Parteiarbeiter.)
23. Juli 1952 – Abschaffung der Länder in der DDR und Bildung der Bezirke. In den 14 Bezirken der DDR werden Bezirksbehörden der Deutschen Volkspolizei (BdVP) gebildet und es entstehen neue Volkspolizei-Kreisämter (VPKA)
25. September 1952 – Verordnung über die Zulassung freiwilliger Helfer der Volkspolizei.
10. Dezember 1952 – Befehl des Chefs der DVP zum Aufbau des Systems der Abschnittsbevollmächtigten (ABV) nach sowjetischem Muster
17. Juni 1953 – Niederschlagung der Revolte zusammen mit Einheiten der Roten Armee, in deren Folge Bildung der Betriebskampfgruppen
28. Mai 1954  – Der 1. Juli wird als Tag der Volkspolizei festgelegt.
1. Oktober 1954 – Einführung neuer Uniformen mit geschlossenem Kragen und neuen Schulterstücken für Unterführer und Mannschaften
1. Juni 1955 – Aufnahme des Lehrbetriebes an der Höheren Polizeischule (HPS) in Berlin-Kaulsdorf
20. September 1955 – Vertrag über die Beziehungen der DDR mit der UdSSR, staats- und völkerrechtliche Verankerung der Souveränität der DDR. Gewährleistung des Schutzes und der Sicherheit obliegt der DDR
1. Dezember 1955 – Deutsche Grenzpolizei übernimmt alleinige Bewachung und Kontrolle an den Staatsgrenzen der DDR
18. Januar 1956 – Beschluss der Volkskammer über die Bildung der NVA
28. Oktober 1958 – Die letzten sowjetischen Berater der DVP werden verabschiedet
10. Februar 1960 – Bildung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR
11. August 1961 – Auftrag der Volkskammer an den Ministerrat zur Einführung einer verstärkten Kontrolle und Bewachung an der Staatsgrenze zu Westberlin
13. August 1961 – Sicherung der Staatsgrenze zu Westberlin16. September 1961 – Herauslösung der Einheiten der Deutschen
Grenzpolizei (bis auf zwei Grenzbrigaden an der Grenze zu Westberlin)
aus dem Bestand des MdI. Diese Einheiten wurden dem Ministerium für
Nationale Verteidigung unterstellt.
24. Januar 1962 – Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht, im April beginnen die ersten
Wehrpflichtigen ihren Wehr(ersatz)dienst in den VP-Bereitschaften.
23. August 1962 – Der Minister für Nationale Verteidigung setzt für Berlin einen Stadtkommandanten ein, dem die bisher zum MdI gehörenden Grenzsicherungskräfte zu Westberlin unterstellt werden
1. Dezember 1962 – Eröffnung der Hochschule der Deutschen Volkspolizei in Berlin-Kaulsdorf
9. August 1963 – Bildung von Wachkommandos in den Berliner VP-Inspektionen zur
Sicherung der ausländischen diplomatischen Missionen und
Handelsvertretungen
11./12. Juni 1968 – Gesetz über die Aufgaben und Befugnisse der Deutsche  Volkspolizei
22. Oktober 1969 – Veränderungen in der Struktur und Führung der Transportpolizei. Auflösung der Abschnittsverwaltungen und Bildung eines Transportpolizeiamtes in den Bezirken, die den Chefs der BdVP bzw. dem Präsidenten der VP in Berlin unterstellt ist.
März 1972 – erstmaliger Einsatz von Hubschraubern der DVP zur Verkehrsbeobachtung und – lenkung während der Leipziger Messe

… so, jetzt habe ich keine Lust mehr. 🙂

Die wesentlichsten Punkte habe ich genannt. Interessant wären z. B. noch die Einsätze der Wehrpflichtigen aus den VP-Bereitschaften in der Volkswirtschaft, die in den 80er Jahren ständig zunahmen und die

Ausbildung erheblich behinderten.
Die Einsätze während der Demonstrationen zur Wende sind auch ein Thema, wobei diese, gemessen an Einsätzen der Polizei in der Bundesrepublik bei Demonstrationen zuvor oder zur gleichen Zeit eher lachhaft waren.

 

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Anmerkung von DIE TROMMLER-ARCHIV:

Dass „PeVau“ keine Lust mehr hatte den Beitrag weiter fortzuführen, ist nicht weiter schlimm. Es ist die Vorstellung des Buches „Geschichte der Volkspolizei“ Es ist als PDF-Datei zum Download verfügbar. 

 

Geschichte der Deutschen Volkspolizei Band 1 und 2 – Zeittafel

Hans Kahle

Hans Kahle, geboren am 22. April in Charlottenburg, gestorben am 01. September 1947 in Ludwigslust was ein deutscher Antifaschist, Interbrigadist; Journalist und Chef der Volkspolizei in Mecklenburg.

Hans Kahle auf einer Briefmarke der DDR

Hans Kahle auf einer Briefmarke der DDR

Bildquelle:
„Stamps of Germany (DDR) 1966, MiNr 1196“ von Hochgeladen von –Nightflyer (talk) 13:24, 19 July 2009 (UTC) – Eigener Scan und Bearbeitung. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons- Bild ist entsprechend verlinkt.

 

Hans Kahle war der Sohn eines höheren Beamten. Er besuchte das Gymnasium in Charlottenburgund seit 1913 die kaiserliche Hauptkadettenanstalt Lichterfelde. Von 1917 bis 1918 kämpfte er als Fähnrich, später als Leutnant im Ersten Weltkrieg und geriet im Juli 1918 in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Februar 1920 entlassen wurde.

Nach dem Krieg begann er eine kaufmännische Lehre und besuchte die Handelshochschule Berlin. Von 1921 bis 1926 war er kaufmännischer Angestellter in Mexiko, 1927 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde als Journalist tätig.

Seit 1928 war er Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Von 1930 bis 1933 arbeitete er als Redakteur, später als Verlagsleiter der Wochenzeitschrift Arbeiter-Sender und als Vorsitzender des Freien Radio-Bundes sowie als Mitarbeiter des Militär-Apparats der KPD. 1933 musste er in die Schweiz emigrieren, später gelangte er nach Frankreich. Dort war er als Journalist tätig, z.B. als Redakteur von »Tribunal« und organisierte für die Internationale Rote Hilfe in Spanien Hilfsaktionen für die Verfolgten des asturischen Bergarbeiteraufstands. 1936 arbeitete er in Paris im Organisationskomitee der Internationalen Brigaden in Spanien, bis er im Oktober selbst nach Spanien fuhr. Dort kämpfte er bis 1938 im (national-revolutionärer Krieg)auf Seiten der Republikaner in den Internationalen Brigaden. Zunächst war er Kommandeur des Edgar-André-Bataillons(weitgehend deutsch-österreichisches Battalion. Es wurde nach Etkar André benannt, einem deutschen Kommunisten, der 1933 nach der Machtergreifung der Faschisten verhaftet und 1936 hingerichtet wurde.), ab November 1936 als Oberstleutnant Kommandeur der XI. Internationalen Brigade („Thälmann“). Ludwig Renn war sein Stabschef und Gustav Artur Dorf sein Kriegskommissar. Als er wegen einer Verletzung im Januar/Februar 1937 ans Bett gefesselt war und seine nach Spanien geeilte Frau Gertrud ihn pflegte, behielt er die Brigadeführung in seinen Händen. Im April 1937 wurde er zum Kommandeur der 17. Division der Volksarmee ernannt. Von Oktober 1937 bis September 1938 kommandierte er die 45. Sturmdivision, zeitweilig wurde ihm das Kommando über die gesamte Ebro-Front übertragen. Im Herbst 1938 verließ er Spanien und begab sich nach Frankreich. Im Januar 1939 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Im selben Monat wurde er in Frankreich interniert. Er kam aber bald wieder frei, erhielt eine Einreiseerlaubnis für England, wo er im Februar 1939 eintraf. Von August 1939 bis 1946 gehörte er der Leitung der Organisation der KPD in Großbritannien an. Im Mai 1940 wurde er in Großbritannien als „feindlicher Ausländer“ interniert und auf die Isle of Man und später nach Kanada transportiert. Anhaltende Proteste bewirkten im November 1941 seine Freilassung, er kehrte nach London zurück und war dann als militärischer Korrespondent verschiedener Zeitungen tätig. Er war 1943 Gründungsmitglied der Bewegung Freies Deutschland in Großbritannien und Mitglied ihres Arbeitsausschusses und ihrer Exekutive.

Im Februar 1946 kehrte er nach Deutschland zurück, meldete sich in Berlin, trotz seines angegriffenen Gesundheitszustandes infolge eines Magenleidens, sofort der KPD zur Verfügung. Er bekam den Auftrag, in der Kaderabteilung(Personalabteilung) der KPD-Landesleitung Mecklenburg-Vorpommern zu arbeiten. Am 17. März 1946 wurde er schließlich zum Chef der neu geschaffenen Volkspolizei im Land Mecklenburg ernannt und im April 1946 Mitglied des Landesvorstandes der SED. Am 22. August 1947 musste er sich einer schweren Magenoperation unterziehen, die er nicht überlebte. Er starb mit 48 Jahren 1947 in Ludwigslust.

Entnommen aus Wikipedia

überarbeitet von Petra Reichel

Horst Stechbarth

Stellvertreter des Verteidigungsministers der DDR und Chef der Landstreitkräfte der NVA.

In der alten Fernsehübertragung zum 40. Jahrestag der DDR ist von Horst Stechbarth die Rede. Als Chef der Landstreitkräfte kommandierte Stechbarth die alljährliche Ehrenparade in Berlin, anlässlich des Republikgeburtstages am 7. Oktober. Auch die letzte Ehrenparade zu 40. Jahrestag der DDR wurde von Horst Stechbarth kommandiert. Im Nachhinein muss man feststellen, dass die Abschiedsfeier und Parade zum Abschied der DDR daraus geworden ist.

Horst Stechbarth war der Sohn eines Landwirts. Er wurde in Tzschecheln, Kreis Sorau geboren.

Er erlernte den Beruf eines Landwirtschaftsgehilfen. In diesem Beruf arbeitete Stechbarth von 1939 bis 1943. 1943 wurde er zum Reichsarbeitsdienst einberufen und NSDAP-Anwärter. 1943 wurde er Mitglied der NSDAP und diente 1943 bis 1945 als Panzergrenadier. 1945 bis 1948 ging Stechbarth in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung arbeitete Stechbarth als Landarbeiter.

In der Biografie von Wikipedia  steht nichts von Antifa-Schulen für deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion. Auf jeden Fall hat Horst Stechbarth dazugelernt. Oft ist die Rede von alten Nazis in der DDR. Damit sind solche Karrieren, wie die von Horst Stechbarth, gemeint. Doch aus dem Zusammenhang gerissen werden falsche Behauptungen aufgestellt. Mit diesem Thema wird sich DIE TROMMLER auch noch beschäftigen.

Am 01. März 1949 trat Horst Stechbarth in die Kasernierte Volkspolizei(KVP) ein. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der FDJ und 1951 Mitglied der SED.

Stechbarth diente sich vom Gruppenführer bis zum Kommandeur der KVP-Bereitschaft Eggesin hoch. In den Jahren 1954 bis 1955 war er Offiziershörer an der Hochschule für Offiziere und anschließend Stellvertreter und dann Kommandeur der 1. Mot.Schützen-Division in Potsdam. Von 1959 bis 1961 absolvierte Stechbarth ein Studium an der Generalstabsakademie der UdSSR. Als Generalmajor war er von 1964 bis 1967 Chef des Militärbezirkes V (Neubrandenburg) der Landstreitkräfte. Nach seiner Beförderung zum Generalleutnant am 2. November 1970 war Stechbarth von 1972 bis 1989 Stellvertreter des Ministers und Chef Kommando Landstreitkräfte der NVA. Anlässlich des 20. Jahrestages der NVA am 1. März 1976 wurde er zum Generaloberst befördert. Von 1976 bis 1989 gehörte Stechbarth dem ZK der SED an, zunächst als Kandidat und ab 1978 als Mitglied.

Am 31. Dezember 1989 ging Horst Stechbarth in den Ruhestand.

In den Morgenstunden des 08. Juni 2016 verstarb völlig unerwartet der ehemalige stellvertretende Minister für Nationale Verteidigung und langjährige Chef der Landstreitkräfte der NVA der DDR Generaloberst a.D. Horst Stechbarth.

Bildquelle: „Bundesarchiv Bild 183-1984-0621-025, DDR, NVA-Truppenbesuch, Honecker“ von Bundesarchiv, Bild 183-1984-0621-025 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons -

Bildquelle:
„Bundesarchiv Bild 183-1984-0621-025, DDR, NVA-Truppenbesuch, Honecker“ von Bundesarchiv, Bild 183-1984-0621-025 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

Horst Stechbarth und Erich Honecker bei einem Truppenbesuch bei den Landstreitkräften der NVA.