Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalls: Welche Reaktionen gab es im Westen?

„Der Westen tut nichts“ titelte die Asphaltpresse und zündelte in einer angespannten Situation.

Die sogenannte seriöse Presse drückt sich moderater aus. Da ist von einer Ankündigung die Rede, dass die USA protestieren wollen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Warum war die Reaktion der USA so milde und warum ließ sich der damalige Präsident der USA nicht aus der Ruhe bringen, als der Antifaschistische Schutzwall errichtet wurde?

DIE TROMMLER ist diesen Fragen nachgegangen und in folgenden Beiträgen Antworten zusammengetragen.
Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalls: Wie reagierte John F. Kennedy?

Welche Rolle spielte der US-Politiker J. William Fulbright? Wer war das?
Wie reagierte Die BRD, Westberlin und die Westalliierten?

 

Die historischen Titelblätter der damaligen Zeitungen stehen als PDF-Datei zur Verfügung.

BILD zu Antifasch. Schutzwall

RZ zu Antifasch. Schutzwall

 

Werbeanzeigen

Eine Sendung des SFB am Beginn der Konterrevolution

 

 

Eines der üblichen Bilder der Demonstrationen mit den Rufen „Wir wollen raus“. An wohin und wie es weiter geht, haben diese Demonstranten nicht gedacht.

Dann eine Feierlichkeit der SED mit dem Lied „Die Partei hat recht“. Dieses Lied ist oft verlacht worden. Wer im Westen, wer heute kennt die wahre Bedeutung dieses Liedes?

„Privates Glück“ soll nicht der Ersatz für „fehlende Aussicht auf Reformen“ sein. Was Reform bedeutet, wissen wir ja. Es war bereits seinerzeit so. Rückschritt und Sozialabbau bedeutet seit damals das Wort „Reform“. Allerdings hatte niemand darüber nachgedacht.

Der Herr von „Neuen Forum“ gibt zu, dass nicht nur die regierende SED, sondern auch die konterrevolutionären Gruppen schwach waren. Was der West-Fernseh-Beitrag nicht sagt: Die sogenannte Opposition ist vom Westen aus gestärkt worden, insbesondere von den GRÜNEN.

Die Kirche dient als Puffer und macht Schaukelpolitik. Sie gibt einerseits den Konterrevolutionären Raum, andererseits dämpft sie konterrevolutionäre Aktivitäten.

Es wird kurz auf den Schriftstellerverband eingegangen. Dass bekannte Schriftsteller ein Interview ablehnen, wird als Schwiegen gedeutet.

Wieder wird auf die damalige (noch) schwache „Opposition“(=konterrevolutionäre Kräfte) hingewiesen, die Jugend da wenig Interesse daran hat und dass die FDJ (noch) aktiv ist und marschiert. Der Fernsehsprecher hofft auf Oppositionelle innerhalb der Institutionen und greift den Slogan der „68er“ aus der BRD auf und fragt nach dem „Marsch durch die Institutionen“. Pfarrer Friedrich Schorlemmer fragt nach den der Konterrevolution dienenden Intellektuellen. Er glaubt, dass diese Leute in der SED verborgen seien und bei „Reformen“ diese dann in die Öffentlichkeit treten und aktiv würden.(also „Schläfer“)

Dann wird Prof. Rolf Reißig als Kämpfer für mehr „Pluralismus“ dargestellt. Dieser hätte das vor zwei Jahren(also 1987) gefordert, doch es wäre nichts draus geworden. In welchem Zusammenhang der Redebeitrag von Prof. Rolf Reißig steht, wird in dem Fernsehbeitrag nicht erwähnt.

Dann als Kontrast ein Beitrag zum Unterhaltungsprogramm des DDR-Fernsehens. Es wäre damals jeden Freitag „Dirty Dancing“ gebracht worden, um der Jugend was zu bieten.

Nun wird Karl-Eduard von Schnitzler in einer Jugendsendung des DDR-Fernsehens gezeigt. Laut Fernsehsprecher in derselben Sendung, wo auch „Dirty Dancing“ gebracht wird. Als Kontrastprogramm sozusagen. Karl-Eduard von Schnitzler ist ehrlich und sein Beitrag ist selbstkritisch. Aber da hatte ja bekanntlich niemand hingehört. Dann wieder ein Ausschnitt aus „Dirty Dancing“ als Überleitung zum Wegwollen aus der DDR und es kommen neoliberale Töne, wie „sich ausprobieren“ und „selbst bestimmen“. Das bezieht sich auf junge Leute. Im Widerspruch dazu, dass die Jugend wenig Interesse an konterrevolutionären Aktivitäten hätte. Was denn nun?
Wieder eine Szene von „Dirty Dancing“ und dann ein Musikstück aus „Dirty Dancing“. Mit dieser Musik wird eine versuchte Republikflucht untermalt.

Nun wird das Parteihaus der SED, bzw. der Sitz des Zentralkomitees der SED gezeigt.
Dass die Worte „Reform“ und „Demokratisierung“ Umschreibungen für zum Zurück zum Kapitalismus sind, ist in der SED erkannt worden. Natürlich wird das vom Fernsehsprecher als negativ hingestellt. Professor Otto Reinhold spricht wahre Worte. Das sei all denen ins Stammbuch geschrieben, die an eine „andere“, bzw. „bessere“, „reformierte“ und mit dergleichen Attributen bezeichneten DDR glaubten. Das wäre nichts Anderes, als eine kapitalistische DDR gewesen. Professor Reinhold erklärt richtig, dass eine kapitalistische DDR neben der kapitalistischen DDR keinen Sinn und keine Existenzberechtigung hätte. Er warnt vor einem leichtfertigen Spiel mit dem Sozialismus und der sozialistischen Staatsmacht. Er hat Recht behalten.

Nun wird wieder eine der Demonstrationen gezeigt. Auch der Fernsehsprecher muss zugeben, dass seinerzeit es nur wenige und versprengte „Oppositionelle“ waren, denen die Staatsmacht „eine Abfuhr erteilte“.

Als Abschluss Erich Honecker mit dem Spruch: „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs´noch Esel auf“.

Nun ja es ist anders gekommen.

Nun ja ihre Zukunft, bzw. ihre Nicht-Zukunft haben, diejenigen, die damals auf der Straße danach gerufen haben, heute. Ob sie sich das wirklich so vorgestellt haben, ist die Frage.

So ein Fernsehbetrag wird meist nebenbei gesehen. In der Schnelle kann man das nicht auswerten und „Lieschen Müller“ und „Otto Normalverbraucher“ wird das wohl kaum wollen. So hat es DIE TROMMLER aus der Sicht von heute getan.

Die Namen der weniger bekannten Personen entschwinden wieder in Schall und Rauch. Damals gab es kein Wikipedia zum Nachschlagen und ein „Who ist Who?“(Wer ist Wer?)-Lexikon hat „Lieschen Müller“ und „Otto Normalverbraucher“ in den wenigsten Fällen zu Hause gehabt. Aber nun hat aus der Sicht von heute DIE TROMMLER sich mit genannten Personen beschäftigt. (Bitte auf die Namen klicken. Diese Links führen zu den Personenbeschreibungen)

Bitter ist, dass zum damaligen Zeitpunkt die Konterrevolutionäre noch schwach waren. Aber die Mehrheit der Bevölkerung ließ sich nicht nur von den Westmedien, sondern auch von Gorbatschow irre führen. Auch viele Verantwortungsträger innerhalb der SED fielen auf Gorbatschow herein. Der Weg für die Konterrevolution wurde so geebnet.

 

Frauen für den Frieden

Frauen für den Frieden – unter diesem Namen agieren Frauen aus aller Welt als Teil der Internationalen Friedensbewegung. Frauen für den Frieden ist in den 1970er Jahren aus dem Einsatz von Frauen gegen den Nordirlandkonflikt entstanden.

In Westberlin und der BRD entstanden fast hundert neue Frauenfriedensgruppen zwischen dem Kongress der Courage 1979 gegen Atom und Militarismus, dem Appell der Anstiftung der Frauen für Frieden vom 27. Februar 1980 und der Umweltfrauenkonfernz in Kopenhagen im Juni 1980 ermuntert durch den in der „taz“ abgedruckten Appell skandinavischer Frauen zur Abrüstung zwischen NATO und Warschauer Vertrag. Diese Gruppen gingen von der Supermachttheorie aus, die als autonome Frauen-Friedensgruppen eine Vielzahl von Aktionen und Kampagnen insbesondere gegen den atomaren Rüstungswettlauf zwischen NATO und Warschauer Vertrag initiierten.

Insgesamt ca. 40.000 Unterschriften wurden für die UNO-Frauenkonferenz im Juni 1980 in Kopenhagen gesammelt und übergeben.

Vom 1. bis 8. März 1981 organisierten Frauengruppen aus der BRD eine bundesweite Aktionswoche in hunderten von Städten der BRD zum Thema Atomenergie und Atomwaffen, Friedenserziehung und Umwelterziehung, Gewaltbilder in den Medien, Gewalt gegen Frauen, Abrüstung etc. Zusammen mit den skandinavischen Frauen für Frieden. 1981 gab es einen großen Friedensmarsch von Kopenhagen nach Paris, wo der 24. Mai als Aktionstag der Frauen für Frieden und Abrüstung ausgerufen wurde.

Als Nachbereitung für den Friedensmarsch Kopenhagen-Paris 1981 fand in Westberlin ein Frauen-Plenum statt. Es sollten dann mehrere Friedensmärsche quer durch Europa stattfinden. Eine Wegstrecke von Westberlin nach Bremen sollte auch durch die DDR führen, was von den DDR-Behörden nicht erlaubt wurde. Durch bürokratisches Ablehnen des Marsches bot man den Konterrevolutionären Anlass die Friedensbewegung in der DDR für sich zu vereinnahmen.

Der Friedensmarsch 1982 (1200 km gewaltfreie Aktion) für eine atomwaffenfreie Welt, gegen Krieg und Gewalt und gegen Umweltzerstörung, schließt ab mit dem „Wiener Appell“ der Frauen für den Frieden und der Donaufrauen, einem Empfang im Bundeskanzleramt in Wien, einem Friedens-Camp und einer großen Abschlusskundgebung, an der mehrere zehntausend Menschen teilnehmen. Es noch einmal eine internationale Frauen-Friedenskonferenz in Wien und den internationalen Widerstandstag der Frauen für Frieden am 17. Oktober 1983 in der Aktionswoche der Friedensbewegung.

Sommer 1983 fanden weitere Friedensmärsche statt. Die Frauen für den Frieden organisierten erneut einen Frauenfriedensmarsch.

Zum internationalen Frauentag organisierten sie mit Hildegard von Meier und vielen andern eine Frauenkette zwischen der US-Botschaft und dem UdSSR-Konsulat in Westberlin-Dahlem.

Organisatorinnen von Frauen für den Frieden waren auch in der Geschäftsführung des Koordinierungsausschuss der Friedensbewegung führend bei der Organisation der großen Bonner Friedensdemonstrationen 1981–1983 der Unterstützung der Blockade in Mutlangen, später in Hasselbach, der Demos in Stuttgart und vor allem durch ihre Initiative zur Menschenkette 1983, die die DFG/VK dann mit den Kirchen und Gewerkschaften organisierte vertreten, eine besondere Frauenfriedensaktion war die Umzingelung der Hardthöhe (Standort des Verteidigungsministeriums der BRD). Frauen für Frieden vernetzten sich europaweit und teilweise weltweit und waren waren an der Organisation großer Friedensdemos in Europa und den USA beteiligt.

Wie die übrige Friedensbewegung, war auch Frauen für den Frieden in den Händen von Konterrevolutionären. Der äußere Anlass für die Gründung Frauen für den Frieden durch Frauen der Konterrevolution war das damals neue Wehrdienstgesetz vom März 1982. Die konterrevolutionären Frauen behaupteten, dass dieses Gesetz die Wehrpflicht für Frauen beinhalten würde und richteten einen Protestbrief an Erich Honecker. Der Protestbrief war sinnlos, denn ihre Behauptung entsprach nicht der Wahrheit. Die Wehrpflicht für Frauen hätte es nur im Falle eines Krieges, bzw. Mobilmachung gegeben. Ansonsten konnten Frauen freiwillig in der NVA und den Grenztruppen Dienst tun. Z.B. im Nachrichtenwesen und dem medizinischen Dienst.

Bild Funkerin DDR

Wehrdienst Frauen in der DDR JEPG

entnommen aus Jugendlexikon-Militärwesen, DDR 1984

Buchtitel %22Jugendlexikon-Militärwesen%22

 

 

 

Mit vielfältigen spektakulären Aktionen waren die Frauen in den 1980er Jahren in konterrevolutionären Gruppen aktiv, insbesondere gegen die Sicherheitspolitik der DDR.
1989 waren die sogenannten Friedensfrauen bei der Konterrevolution aktiv und gründeten konterrevolutionäre Gruppen.

Obwohl die Politik der DDR Friedenspolitik war, ist es der SED, der FDJ, dem Friedensrat und sonstiger Organisationen nicht gelungen, offiziell und einheitlich, unter Einbeziehung der Bevölkerung, die Friedensbewegung zu bilden und gemeinsam mit der Friedensbewegung aus westlichen Ländern zu agieren. Tragisch, da es doch gerade die DDR und die anderen sozialistischen Länder waren, die als Erste von den Atomwaffen bedroht waren.

Die Frauen für Frieden und vielerlei Friedensfrauen sind weiter aktiv. Einige haben das Thema in die Europapolitik gebracht, andere arbeiten weiter in globalen Frauen-Friedensnetzwerken und konkreten Hilfsaktionen für Frauen und Kinder in Kriegs- und Krisenregionen: Tschernobyl, Bosnien, Mittelamerika oder Tschetschenien. Einige der Frauen für Frieden sind inzwischen grandmothers for peace.

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel