Das Zentralkomitee(kurz ZK) der SED

Das Zentralkomitee (ZK) war das höchste Organ in der Parteistruktur zwischen den Parteitagen. Das Machtzentrum lag dabei beim Sekretariat des Komitees, dem ein Generalsekretär (von 1953 bis 1976 Erster Sekretär) vorstand. Dieser war wiederum Vorsitzender des Politbüros. In der politischen Rangfolge standen die Mitglieder des ZK über den Ministern, die ZK-Sekretäre und Abteilungsleiter waren gegenüber den staatlichen Ministern weisungsbefugt. Diese Führungsrolle ergibt sich aus der Verfassung von 1968, in der die Führungsrolle der SED festgeschrieben wurde.

Berlin, "Haus des Zentralkommitees der SED"

„Haus des Zentralkomitees“ der SED 1951 im ehemaligen Haus der Reichsjugendführung, vormals Kaufhaus Jonaß

 

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-12480-0002 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Die Delegierten des III. Parteitags der SED wählten 1950 ein Zentralkomitee nach sowjetischem Vorbild, das an die Stelle des bis dahin paritätischen Parteivorstands trat. Auffallend war im ZK die Dominanz ehemaliger KPD-Mitglieder (62,5 %) über die ehemaligen SPD-Mitglieder (24 %). Von der anfänglichen Parität innerhalb der SED war vier Jahre nach der Vereinigung der Arbeiterparteien wenig übrig geblieben.

1989 bestand das ZK aus 165 Mitgliedern und 57 Kandidaten. Alle hochrangigen Partei- und Staatsfunktionäre der DDR waren – sofern Mitglied der SED – im ZK vertreten. Von Institutsdirektoren über Generaldirektoren wichtiger Kombinate, dem Präsidenten des Schriftstellerverbandes, Generälen bis hin zu verdienten Parteiveteranen waren alle wichtigen Funktionsträger vertreten. Das ZK war – wie die gesamte obere Machthierarchie der DDR – männlich dominiert, der Frauenanteil stieg seit 1950 nie über 15 Prozent.

Die Generalsekretäre bzw. Ersten Sekretäre des ZK der SED waren:

  • Walter Ulbricht, 25. Juli 1950 Generalsekretär, 26. Juli 1953 bis 3. Mai 1971 Erster Sekretär

 

  • Erich Honecker, 3. Mai 1971 Erster Sekretär, 22. Mai 1976 bis 18. Oktober 1989 Generalsekretär

 

  • Egon Krenz, 18. Oktober 1989 bis 3. Dezember 1989 Generalsekretär

 

Den etwa zehn ZK-Sekretären waren die insgesamt 40 verschiedenen Abteilungen des ZK mit hauptamtlichen Mitarbeitern zugeordnet. Gab es 1970 noch 1.000 Mitarbeiter, waren es 1987 schon 2.000 Mitarbeiter. Eine Abteilung wurde jeweils durch einen Abteilungsleiter und seinen Stellvertreter geleitet, ebenfalls einflussreiche Positionen im DDR-Machtapparat. Jede Abteilung war wiederum in Sektoren gegliedert mit Sektorenleitern, Mitarbeitern und Instrukteuren.

Das ZK der SED hatte überwiegend seinen Sitz im ZK-Gebäude, dem Haus am Werderschen Markt in Berlin-Mitte.

Berlin, Gebäude des ZK der SED

Gebäude des ZK und Politbüro der SED 1959-1990 am Marx-Engels-Platz, Berlin-Mitte am Werderschen Markt in Berlin/DDR (1967)

 

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Von Bundesarchiv, Bild 183-FO427-202-001 / Koard, Peter / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Das Zentralkomitee wurde oft als „kleiner Parteitag“ bezeichnet, da es zwischen den eigentlichen Parteitagen mehrmals im Jahr zusammentrat und die Arbeit des Politbüros absegnete. Während unter dem 1. Sekretär Ulbricht noch lebhafte Diskussionen im ZK stattfanden, tagte unter seinem Nachfolger Honecker dieses Gremium nur noch sehr förmlich zweimal im Jahr. Die Tagesarbeit übernahm stattdessen das Politbüro, ein kleiner Zirkel der Sekretäre des ZK und anderer hochrangiger Parteipolitiker.

Die wichtige Tagesarbeit übernahm das Politbüro.

 

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

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Das Zentralkomitee von kommunistischen Parteien

Das Zentralkomitee, abgekürzt ZK, gehört im Machtgefüge der kommunistischen Parteien zu den obersten Entscheidungsgremien. Basierend auf der Struktur der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) waren das Zustandekommen, die Aufgaben und die Bedeutung der Zentralkomitees in den anderen KP bis auf Einzelheiten identisch. Nach der Niederlage des Sozialismus in Europa und da in Europa keine sozialistischen Länder mehr existieren und die Bedeutung der kommunistischen Parteien auch in Westeuropa abgenommen hat, gehören diese Strukturen, bis auf wenige Ausnahmen, der Vergangenheit an.

Das Zentralkomitee war eine ständige administrative und vor allem ausführende Einrichtung der kommunistischen Partei zwischen zwei Parteitagen, welche nominell die höchste Parteiinstanz waren.

In Ländern, in denen sich die kommunistische Parteien an der Macht befanden, beherrschte das Zentralkomitee der Partei die zentralen Machtorgane des Staates und gesellschaftliche Institutionen mittels dort integrierter Parteiorganisationen und Parteizellen einerseits und durch die Tatsache, dass entscheidende Repräsentanten des Staates zugleich Mitglieder des Zentralkomitees waren, andererseits.

Das Zentralkomitee wurde gewählt durch einen Parteitag. Das sogenannte Plenum setzte sich aus Mitgliedern (stimmberechtigte Vollmitglieder) sowie Kandidaten (nicht stimmberechtigt) zusammen. Das Plenum trat − je nach Parteistatuten − meist mehrmals im Jahr zusammen. Das Zentralkomitee bestimmte aus seiner Mitte den Generalsekretär, das Politbüro und das Sekretariat.

Das Zentralkomitee wurde gewählt durch einen Parteitag. Das sogenannte Plenum setzte sich aus Mitgliedern (stimmberechtigte Vollmitglieder) sowie Kandidaten (nicht stimmberechtigt) zusammen. Das Plenum trat − je nach Parteistatuten − meist mehrmals im Jahr zusammen. Das Zentralkomitee bestimmte aus seiner Mitte den Generalsekretär, das Politbüro und das Sekretariat.

Weil das Zentralkomitee ebenfalls kein ständig tagendes Organ ist, wurden (bereits 1919 in der KPdSU) nach dem Prinzip der sich verengenden Hierarchie weitere engere und dauerhafte Spitzenorgane geschaffen.

Die Wechselbeziehung und hierarchische Abstufung zwischen diesen drei Organen kann nicht eindeutig bestimmt werden, sie war in verschiedenen historischen Epochen, abhängig von der konkreten Situation sowie von Land zu Land unterschiedlich. Auch die Rolle des Generalsekretärs kann nicht automatisch als die eines Alleinherrschers definiert werden. Darüber hinaus bedurfte die Wahl eines Generalsekretärs beispielsweise in den meisten Ländern der ehemaligen sozialistischen Länder der Zustimmung des Politbüros der KPdSU.

Das Sekretariat (bzw. Sekretariat des Zentralkomitees), durch das Plenum des ZK gewählt, leitete die laufende Arbeit, insbesondere kontrollierte es die Umsetzung der Beschlüsse und die Kaderauswahl (Personalpolitik) und war somit das Vollzugsorgan der Partei.

Das Politbüro, auch PB, Abkürzung für politisches Büro, zeitweise auch das Präsidium oder Politisches Exekutivkomitee genannt, ebenfalls vom Plenum des ZK gewählt, war der politische Führungskern und die eigentliche Machtzentrale der Partei.
Das Politbüro bestand in der Regel aus Vollmitgliedern und nicht stimmberechtigten Kandidaten; es handelte sich um Sekretäre des Zentralkomitees, ergänzt durch andere führende Funktionäre der Partei bzw. der Regierung, Gewerkschaften usw. Zur Agenda der Sitzungen gehörten nicht nur die wichtigsten Fragen der Partei selbst, sondern auch bedeutende Maßnahmen für die Leitung des Staates wie Gesetzesentwürfe, Regierungsarbeit, Programm des Parlaments usw. Deshalb wurden zu den Sitzungen bei Bedarf auch Nichtmitglieder des Gremiums eingeladen.

Die Arbeit des Zentralkomitees wurde unterstützt durch fachliche Kommissionen (bzw. Abteilungen), die auf bestimmte Bereiche spezialisiert wurden (volkswirtschaftliche, landwirtschaftliche, ideologische Kommission, Jugendkommission u. a.) und deren Anzahl häufig variierte.

Eine Sonderrolle besaß die (zentrale) Kontroll- und Revisionskommission, die sich mit den inneren Angelegenheiten der Partei befasste und nicht vom Zentralkomitee, sondern vom Parteitag bestimmt wurde.
Die Aufgaben der Bildung und Schulung der Parteifunktionäre übernahm in erster Linie die jeweilige Politische Parteihochschule, wobei die Parteischule der KPdSU eine besondere Rolle zufiel. Daneben gab es zahlreiche Institute (Institute des Marxismus-Leninismus) und ähnliche Einrichtungen.
Das Orgbüro war eine vorübergehende Instanz innerhalb der KPdSU (1919–1952), das später wieder mit dem Politbüro verschmolzen wurde.

 

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel