Die weitere Entwicklung der DDR als Bestandteil der sozialistischen Staatengemeinschaft

Mit dem Übergang zu den 1970er Jahren trat die sozialistische Staatengemeinschaft in eine neue Etappe ihrer Entwicklung ein. Ausgehend von den Beschlüssen des XXIV. Parteitages der KPdSU arbeitete der VIII. Parteitag der SED die Politik zur weiteren Vertiefung des Bruderbundes der DDR mit der UdSSR und den anderen Staaten der sozialistischen Gemeinschaft aus. Die Partei der Arbeiterklasse ließ sich dabei von der Erkenntnis leiten, dass die feste Verankerung der DDR in der sozialistischen Staatengemeinschaft die Grundbedingung für die Verwirklichung der Lebensinteressen der Arbeiterklasse und aller Bürgerinnen und Bürger der DDR ist.

Die weitere Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft und die Lösung der Hauptaufgabe des VIII. Parteitages erforderte, die Vorzüge der ausbeutungsfreien Gesellschaft noch wirksamer zu entfalten, den wissenschaftlich-technischen Fortschritt zu beschleunigen und in allen Bereichen eine höhere Effektivität der gesellschaftlichen Arbeit zu erreichen. (Heute wissen wir, dass dies nicht erreicht wurde.)

Da der Sozialismus seinem Wesen nach eine internationalistische Gesellschaftsordnung ist, konnte dies nur durch die umfassende Zusammenarbeit mit den sozialistischen Bruderländern erreicht werden. (So kann es eine Erklärung sein, dass die Konterrevolution in allen europäischen sozialistischen Bruderländern gesiegt hat). Die SED orientierte sich deshalb auf eine weitere Vertiefung der Freundschaft mit der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Bruderländern. Durch zahlreiche Regierungsabkommen und Vereinbarungen zwischen der DDR und der UdSSR wurden weitere Schritte zur gemeinsamen Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts, zur Kooperation in der Forschung und in der Produktion sowie zur Plankoordinierung beider Länder eingeleitet. Sie waren darauf gerichtet, die Zusammenarbeit insbesondere in der Grundstoffindustrie und der Energiewirtschaft, in der chemischen Industrie, im Maschinenbau und in der Elektrotechnik/Elektronik zu verstärken, weil diese Zweige der Volkswirtschaft für eine höhere Produktivität von grundlegender Bedeutung sind. Da die damaligen sozialistischen Länder schließlich vom Westen „abgehängt“ worden sind, lässt DIE TROMMLER die im Geschichtsbuch beschrieben Details aus. Sie können jederzeit im Original-Text nachgelesen werden.

Die Zusammenarbeit sozialistischer Bruderländer kommt am Beispiel der Errichtung des Großkraftwerkes Boxberg in der DDR deutlich zum Ausdruck
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Die DDR verband ihre Volkswirtschaft noch enger mit der Lösung der gemeinsamen Aufgaben des RGW. Sie trug aktiv zur Gründung und Entwicklung von über 20 weiteren Wirtschaftsvereinigungen des RGW bei. Auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung wurden Mitte der 1970er Jahre mehr als 2 000 Projekte im Rahmen des RGW gemeinsam bearbeitet. Seitens der DDR wurden rund 370 Verträge zur Spezialisierung und Kooperation in Forschung, Entwicklung und Produktion mit den RGW-Ländern abgeschlossen. Der untergegangene Staat leistete darüber hinaus einen Beitrag zur gemeinsamen Sicherung der Rohstoff- und Energiebasis des RGW.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

So vor allem bei der Erdgasleitung von Orenburg bis an die Westgrenze der UdSSR, bei der Errichtung des Zellulosekombinats in Ust-Ilmisk und zur Förderung von Eisenerz bei Kursk.

FDJler beim Bau der „Sojus“-Trasse Orenburg-Westgrenze der UdSSR
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Annähernd 70 Prozent des Außenhandelsumsatzes der DDR entfielen auf die sozialistischen Bruderländer.


Unter dem machtvollen Einfluss des vom XXIV. Parteitag der KPdSU ausgearbeiteten Friedensprogramms und gestützt auf das feste politische, ökonomische und militärische Fundament der Sowjetunion zusammengeschlossenen Bruderländer gelang es der DDR, die imperialistische diplomatische Blockade zu durchkreuzen. In den Jahren 1972 und 1973 kam es zu einer Welle der internationalen Anerkennung der DDR. Eine weitere große Zahl von Staaten nahmen diplomatische Beziehungen zur nun untergangenen Republik auf. Durch den Abschluss des Berliner Vertrages über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der DDR und der BRD vom Dezember 1972 und dem Austausch von ständigen Vertretungen wurden Fortschritte erzielt, die Beziehungen zwischen beiden Staaten auf völkerrechtlicher Grundlage zu normalisierten. Dieser Vertrag schürte in beiden deutschen Staaten viel Hoffnung. Allerdings wurde die Staatsbürgerschaft der DDR nie anerkannt. Bürgerinnen und Bürger der DDR galten als Deutsche im Sinne des Grundgesetzes der BRD. Darum keine Botschaften, sondern Ständige Vertretungen. Diese Situation war bis zum Untergang der DDR auf diesem Stand verblieben.

Am 18. September 1973 wurde die DDR Mitglied der Vereinten Nationen. Sie arbeitete seitdem gleichberechtigt in zahlreichen Spezialorganisationen der UNO mit. So in der Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UN-ESCO), der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Internationalen Atomenergieorganisation, dem Weltpostverein und anderen. Mit Ihrer Aufnahme in die wichtigsten Spezialorganisationen der UNO wurde die DDR auch direkt in den internationalen wissenschaftlich-technischen Informationsaustausch einbezogen. Auf den UNO-Vollversammlungen trat die DDR mit konstruktiven Anträgen und Vorschlägen im Kampf gegen Rassismus, Apartheid und koloniale Ausbeutung, für Gleichberechtigung, Menschenrechte, Demokratie und sozialen Fortschritt hervor. Sie setzte sich aktiv für Frieden und Sicherheit, gegen Aggression und Okkupation ein und leistete vielen Völkern solidarische Hilfe in ihrem gerechten antiimperialistischen Befreiungskampf. Das trug wesentlich zur weiteren Erhöhung des internationalen Ansehens des untergegangenen Staates bei.

Die Alleinvertretungspleite (Karikatur)
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Diese Fortschritte, die vor allem aus der Zusammenarbeit der DDR mit der UdSSR erwuchsen, bildeten zugleich die die Grundlage für noch engere vertragliche Beziehungen der DDR mit der Sowjetunion. Folgerichtig wurde am 7. Oktober 1975, dem 26. Gründungstag der DDR, von den höchsten Repräsentanten der UdSSR und der DDR in Moskau ein neuer „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken“ unterzeichnet.

Nach der Unterzeichnung des Vertrages zwischen der DDR und der UdSSR am 07. Oktober 1975
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981
Auszug aus dem Vertrag
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981

Zur besseren Lesbarkeit nochmal nachfolgend als PDF-Datei

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Ein Kommentar zu “Die weitere Entwicklung der DDR als Bestandteil der sozialistischen Staatengemeinschaft

  1. „““höhere Effektivität der gesellschaftlichen Arbeit zu erreichen. (Heute wissen wir, dass dies nicht erreicht wurde.)“““
    Im Gegenteil zu der Aussage, die da steht, möchte ich sagen, dass die jeweiligen Ziele erreicht wurden. Die darin formulierte Effektivität ist eine abrechenbare Daueraufgabe, die in jeweiligen Etappenvorgaben erfüllt/abgerechnet werden müssen. Planerfüllung.
    In dem Sinne darf gesagt sein, dass der stinkende Schrottplatz BRD mit einer halben Million Obdachloser und zusätzlich, Millionen Bewohnern von Schimmelburgen, eine bereits intakte DDR annektierte:-)) Allein der migrantische Zuzug in die DDR aus dem Westen nach 1990, belegt das:-))
    Und jetzt, nach dreißig Jahren Besatzung sage ich, dass dieses Gesindel unsere Infrastruktur restlos geplündert und ruiniert hat.

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