Sozialismus und Glaubensfrage II

Gastbeitrag von Marcel Schmidt

 

Die Macht der Sprache

Es geht in diesem Artikel darum, ein Argument der westlichen und größtenteils auch christlichen Propaganda zu widerlegen. Selbige behauptet nämlich, dass heute übliche christliche Begriffe wie „vor Christus“ (v. Chr.) oder „St. Martinstag“ verboten waren.

Ich habe das Gefühl, dass die Kirche heute um ihre Position zittern muss und nur noch künstlich als staatlich organisierte Sekte bestehen kann. Das erklärt auch zumindest ansatzweise, warum immer mehr Christen sich zu besagten Standpunkt und den daraus resultierenden Sätzen hinreißen lassen: „Man durfte zeitliche Bezeichnungen nicht mit „vor Christus“ (v. Chr.) bezeichnen sondern musste „vor unserer Zeitrechnung“ (v. u. Zeitr.) sagen. Selbiges galt für das St. Martinsfest, was stets als „Laternenfest“ genannt werden musste. Sogar der „Samstag“ musste den eher weniger religiösen Begriff „Sonnabend“ weichen.“

 

Ja, was soll man dazu sagen?

Tatsächlich waren christliche Begriffe in der DDR weniger üblich als heute, das stimmt. Da erinnere ich mich noch lebhaft dran. Das hatte aber nichts damit zu tun, dass diese Begriffe verboten waren. Die DDR war eine Diktatur des Proletariats zum einen und eine weitgehend atheistische zum anderen. Die Kirche war ein Sammelbecken für Christen, nicht mehr und nicht weniger. Aber sie hatte keine Vormachtstellung wie heute. Das begründet auch teilweise die mehr oder weniger neutrale Ausdrucksweise im Allgemeinen. Wer christlichen Glaubens war, DURFTE natürlich auch christliche Bezeichnungen verwenden. Verboten waren die Begriffe zu keiner Zeit.

Und der Unterschied zwischen „Samstag“ und „Sonnabend“ ergibt sich ganz einfach daraus, dass der „Sonnabend“ gerade im mitteldeutschen Raum schon lange vor der DDR sehr verbreitet war. In westlichen Gebieten ist es eben „Samstag“. Dieser Gewohnheit hat man sich in der DDR angepasst und deswegen war der „Sonnabend“ auch als rechtlicher Begriff üblich. Das hat nichts mit irgendwelchen Verboten zu tun. „Samstag“ durfte man in der DDR auch sagen.

 

Siehe auch Sozialismus und Glaubensfrage(Beitrag I)

 

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Sozialismus und Glaubensfrage

Gastbeitrag von Marcel Schmidt, bearbeitet von Petra Reichel

Bericht einer Konfrontation zweier Weltanschauungen und ihrer Folgen

 

Eine starke Meinungsverschiedenheit mit einem Mitglied unserer Gruppe(Facebook-Gruppe „DDR, ein Meilenstein der Geschichte“) gab mir genug Anlass, sozialistische Ansichten darzulegen und sie christlichen Standpunkten gegenüberzustellen und gegebenenfalls zu vergleichen.

Wie die ältere Generation es erlebt hat, folgte man den Christenkreuz weniger als heute. Ist das verwerflich?

Besagtes christliches Mitglied, nennen wir sie mal Marina Thomas (Name geändert), sagte in einem Gespräch zu mir, dass außer in der CDU und der Kirche keine Christen sonst zu finden wären in der DDR bzw. im Sozialistischen Ausland. Stimmt das und wenn ja; ist das verwerflich?

Weiter erzählte Marina, dass ihre Kinder erst mit 18 an einem Freund denken könnten; Sexualität sei was für Erwachsene. Folgerichtig empört musste sie reagieren als ich erzählte, dass es normal ist, wenn sich zwei 13-jährige züngelnd küssen. Alles widerlich und unchristlich. Unchristlich = unmenschlich?

„Kommunisten sind die wahren Christen!“

Dieses Zitat sagte ich zu Marina vor einiger Zeit. Und ich sage weiter: „Da ist zumindest was dran.“ Zumal Jesus Christus auch für eine klassenlose Gemeinschaft gestanden hat und auch deswegen gekreuzigt wurde. Marx hat Wissen aus Bibel geschöpft, da das Urchristentum eine klassenlose Gesellschaft wollte. Die Vorgehensweise der Kirche bis hin zum Papst hat mit den Idealen von Jesus Christus nichts mehr zu tun.Der jetzige Papst bildet eine positive Ausnahme, denn er setzt sich für die Armen ein und übt Kritik am Kapitalismus. Der heutige Papst wuchs unter dem Einfluss der Theologie der Befreiung auf.

Glasklar sind doch Fakten: Viele sozialistische Länder waren auch christlich stärker geprägt als die DDR und auch als so manches kapitalistische Land. Die einzige legitime Form der Demokratie ist aber nunmal die Diktatur des Proletariats! Das heißt aber keineswegs, dass wir gegen Christen hetzen, im Gegenteil, sondern sie als EIN TEIL unserer sozialistischen Gemeinschaft sahen und sehen! 

Wer sagt, dass es richtig ist der Kirche das Recht zu geben sich protzend hinzustellen und zu entscheiden, was in einem Staat richtig ist und was nicht?! In der DDR haben die Christen über die Kirche entschieden und Interessen selbiger in der nationalen Front vertreten, richtig! Und viele Punkte die sie vertrat – das wird heute gerne mit Kusshand vergessen – flossen mit in die Verfassung und andere Gesetze der DDR ein. Dennoch sind die 10 Gebote nichts anderes als Prinzipien einer Institution, und zum Teil hat das urkommunistische Ursprünge. Dass Prinzipien („Du sollst nicht töten“) sinnvoll sind in den meisten Fällen ist sicherlich zutreffend. Die Kirche heute ist aber nichts anderes als eine Hure des kapitalistischen Schandsystems. Sie hängt sich in Dinge bis hin zur Intimsphäre ein, die sie überhaupt nichts angeht! Man hat das Recht auf Glauben, korrekt! Man hat das Recht auf Reinheit und Sauberkeit, korrekt! Man hat das Recht auf Leben und Unversehrtheit, korrekt! Trotzdem ist das Christentum bzw. die Kirche nur EIN TEIL! unserer Gemeinschaft! Geradezu lächerlich sind die Jammerattacken einiger Kirchenmitarbeiter wegen der angeblichen Bespitzelung durch das MfS und der angeblichen Behinderung ihrer Arbeit. Wer sich als Mitglied oder Mitarbeiter der Kirche korrekt und straffrei verhalten hat, hatte überhaupt nichts zu fürchten! Ich brauch aber  niemanden zu erzählen, dass die Örtlichkeiten der Kirche auch gerne für die Planung von Verbrechen gegen die DDR benutzt wurden, insbesondere in Jena die Junge Gemeinde (JG). Vom westlichen Teil der Kirche wurde Einfluss genommen, infiltriert und die Kirche bot sich mehrheitlich als Dach für die Konterrevolutionäre an. Wie überall gab es Grundregeln aber auch Zugeständnisse. Daran hat sich auch jeder Christ zu halten wie jeder andere auch.

Und was den sexuellen Teil anbelangt:

Es ist beschämend für jedes einzelne Elternteil, das sexuell motivierte Taten (Doktorspiele) seiner Kinder aus irgendwelchen christlichen zweifelhaften Prinzipien verbietet oder/und bestraft.                                                                                                                Die Asexualität des Kindes wurde von Sigmund Freud nachweislich widerlegt und somit die kindliche (infantile) Sexualität im vollen Umfang bestätigt. Durch Verbote einzugreifen ist ebenso falsch wie eine Vergewaltigung bzw. Missbrauch. DEN ES ÜBRIGENS MEHR ALS GENUG IN KIRCHLICHEN EINRICHTUNGEN GAB UND GIBT!!!

Jedenfalls wurde genau diese Sexualentwicklung des Kindes in der DDR sogar pädagogisch gefördert und das sogar sehr gut. Nacktpflicht beim Schwimmunterricht der Unterstufe in einigen Orten/Städten/Bezirken der DDR zum Beispiel oder auch im Heimatkunde wurde sowas besprochen auf kindlich verständliche Art usw..Und, züngelnde 13-jährige Lesben! Ich muss doch bitten! Natürlich soll man Kindern beibringen, richtig mit Sexualität umzugehen, aber das mit einem Geschlechtsakt gleichzustellen und/oder zu verurteilen? Tut mir leid, fehlt mir die Phantasie für.             Für kindliche sexuelle Erlebnisse Verständnis zu zeigen hat nichts mit Pädophilie zu tun, sondern mit dem Erkennen und Begreifen der, ich sagte es bereits, kindlichen nachgewiesenen Sexualität. Es steht auch der Kirche in keinster Weise zu, zu entscheiden, ab wann man seine Sexualität wie ausleben darf. Auch hat sie nicht zu entscheiden, ob eine Frau an Wert verliert oder zur Mörderin wird, wenn sie eine Schwangerschaft abbricht. Es ist ihre Entscheidung! Jedenfalls gehören Doktorspiele zur Kindheit dazu wie züngelnde Jugendliche.

Wie dem auch sei: festzuhalten gilt noch zum Abschluss, dass christliche Feiertage und Bräuche zwar nicht immer arbeitsfreie Tage waren, das ist richtig, aber gefeiert werden durften sie trotzdem. Dass nach Aussage von Marina Thomas Weihnachten als ausschließlich sozialistisches Fest gefeiert wurde stimmt so nicht. Es ist ein Friedensfest im Sinne von Jesus Christus und das ist Tatsache! Wie man das begangen hat, ob christlich bzw. kirchlich oder nicht, war in der DDR jedem selbst überlassen.

In diesem Sinne AMEN!

 

Siehe auch Sozialismus und Glaubensfrage II

 

Meine Kindheit in der DDR

Zum Kindertag 2017

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1. Juni ist Kindertag

Gastbeitrag von Holger Marks

Ich wurde 1966 als zweites, wieder uneheliches Kind meiner Mutti geboren. Wir wohnten im vogtländischen „Herlasgrün“ -ein „Tausend-Seelen-Dorf“ mit lauter Christen. Mutti lief dort „Spießruten“!

Ich hatte mit der Kirche oder jedweden Religionen selbst nie etwas am Hut. Unsere Mutter auch nicht und sie verschonte uns damit.

Von der immer wieder angeprangerten „Verstaatlichung und Enteignung in der DDR“ war nichts zu sehen. Im Dorf gab es keine LPG, sondern weiterhin 10 privat geführte Bauernhöfe, eine private Bäckerei, eine Fleischerei und drei Kneipen. Alles privat.

Staatlich war wohl einzig das Gemeindeamt, wo der Bürgermeister, die Gemeindeschwester und der ABV ansässig waren.

Ich habe an meine Kindheit fast ausnahmslos nur GUTE Erinnerungen.  

Konsum

Bildquelle: Pinterest, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Bananen gab es im Dorfkonsum durchaus ab und zu. Dieser war auch nicht „staatlich“, sondern eine Genossenschaft. Aber das interessierte uns Kinder nicht sonderlich. Wir stromerten nach der Schule – (wo wir ALLEINE, zu Fuß bzw. mit dem Zug hin gelangten) durch die Wälder und nahmen die Schule wirklich ernst. Schule SCHWÄNZEN gab es da nicht, nach meiner Erinnerung. Wir interessierten uns wirklich nicht für Bananen oder machten uns Gedanken, wieso wir nicht nach New York, Paris oder den Schwarzwald in Urlaub reisen konnten. Urlaub machten wir im Thüringer Wald oder an der Ostsee. Oder zu Hause. Oder im Ferienlager.

Irgendwann später in meiner Kindheit /Jugend stellte sich schon heraus, dass andere PELIKAN-Füller hatten, und meiner hieß HEIKO. Andere hatten abgetragene LEVIS-Jeans aus den Westpaketen an, ich „RGW-Jeans“. Na und? Ich wurde dennoch fast 2 Meter groß!

Ich hatte alle paar Jahre ein neues Fahrrad, niemals Hunger erlitten, sondern wurde immer vorzüglich von Mutti und Oma bekocht (mögen sie beide in Frieden ruhen!) Ich hatte Spielzeug und Freiheit ohne Ende!

Niemand auf diesem Erdball wird vorher gefragt, wann und wo er gerne geboren werden möchte. Niemand ist wegen dem Fleck auf dem Globus, an dem er aufgewachsen ist, besser oder schlechter als ein anderer!

Ich möchte mit keiner anderen Kindheit tauschen und wünsche jedem Menschen, dass er das von sich auch sagen kann!

Holger Marks

Bildungspolitik der DDR

 

 

 

 

Das Bildungswesen umfasste die Gesamtheit der staatlichen und Gesellschaftlichen Bildungseinrichtungen. Die grundlegenden Bildungseinrichtungen waren:

  • Kinderkrippe und –garten

 

  • Die zehnklassige allgemeinbildende polytechnische Oberschule(POS)

 

  • Die Einrichtungen der Berufsausbildung (Berufsschulen u.a.)

 

  • Die Ingenieurschulen,

 

  • Fachschulen,

 

  • Hochschulen und Universitäten,

 

  • die Einrichtungen der Aus- Und Weiterbildung für Berufstätige(Einrichtungen, der Betriebe, u.a., Volkshochschulen, u.a.)

 

Nach der vollzogenen Brechung des bürgerlichen Bildungsprivilegs, gab es in der sozialistischen Gesellschaftsordnung das garantierte Grundrecht auf Bildung(Verfassung der DDR, Artikel 25 und 26). Es sicherte für alle Werktätigen(arbeitenden Menschen) eine hohe Allgemeinbildung und die für die berufliche Tätigkeit erforderliche Spezialbildung.

In allen Stufen des Bildungswesens gab es einheitliche staatliche Lehrpläne, die darauf gerichtet waren, dass die Lernenden gefestigte und anwendungsbereite Kenntnisse und Fähigkeiten erwarben. Von grundlegender Bedeutung waren dabei die Bildungstheoretischen Grundsätze. Sie beinhalteten die Aufgabe eine hohe Qualität des Unterrichts und der Ausbildung zu sichern. Weiterhin sollten diese Grundsätze die immer effektivere Verwirklichung der Einheit von Bildung und Erziehung sichern helfen.

Bildungspolitik DDR Schaubild

Das Bildungswesen war in der DDR so aufgebaut, dass Allen der Übergang zur jeweils nächsthöheren Stufe bis hin zum Studium an Hochschulen und Universitäten möglich war. Das war die Überlegenheit des sozialistischen Bildungssystems gegenüber dem bürgerlichen Bildungssystem in kapitalistischen Ländern. Als die sozialistischen Länder stark waren, insbesondere während des „Sputnikschocks“, mussten die kapitalistischen Länder im Bildungsbereich Zugeständnisse machen und Bildungsangebote für Alle, gleich welcher Herkunft, bereitstellen und eine gute Volksbildung anbieten. Als die sozialistischen Länder schwächer wurden und erst recht nach der Niederlage 1989/90, sind in den kapitalistischen Ländern die Volksbildungsangebote zurückgefahren worden und das bürgerliche Bildungsprivileg ist wieder vorherrschend.

Eine weitere Aufgabe der Bildungspolitik der DDR bestand darin, Elternhaus, Schule und Jugendorganisation für die gemeinsame Arbeit bei der Bildung und Erziehung der Jugend zusammenzuführen.

Trotz aller Vorsätze und Programme, ist es nicht gelungen die Bildung parteilich zu gestalten(kommunistische Erziehung) und die Jugend zu befähigen, die kommenden großen und komplizierten Aufgaben zu bewältigen. Das Ziel ist nicht erreicht worden, den Jugendlichen ein fundiertes marxistisch-leninistisches Weltbild zu vermitteln, das sie derart persönlich überzeugt worden wären, um sich im Sinne des Sozialismus zu engagieren. Die Jugend war vom Westen beeinflusst. Bei Vielen hielt sich der westliche Einfluss bis ins Erwachsenenalter.

 

Siehe auch

Bildungswesen in der DDR – Gastbeitrag von Roland Loeckelt

 

entnommen aus „Jugendlexikon-Wissenschaftlicher Kommunismus“ aus der DDR, Stand 1983

bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

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Hier der  Link zum Quellbeitrag aus dem Lexikon

Bildungspolitik DDR

Ferienlager

Ferienlager ist ein Oberbegriff für Ferienveranstaltungen in der Jugendarbeit, die als Gruppenfahrt durchgeführt werden. Ferienlager werden als Zeltlager, in Unterkünften mit Selbstversorgung, Jugendherbergen oder ähnlichen Einrichtungen durchgeführt.

Der Begriff Ferienlager beschreibt aber nicht nur die Ferienveranstaltung, sondern kann auch die Einrichtung beschreiben, in der diese Veranstaltung durchgeführt wird.

Die Tradition solcher Veranstaltungen geht bis in die Jugendbewegung des frühen 20. Jahrhunderts zurück.

Ein wichtiger Teil der Geschichte der DDR sind die Ferienlager. Sie gehörten zu den Betrieben und wurden von diesen unterhalten. So konnten für einen symbolischen Preis alle Kinder dort ihre Ferien verbringen. Im Kapitalismus ist ein solches Engament von Betrieben ausgeschlossen.

Außerdem gab es Pionierferienlager, die über die Schulen in Zusammenarbeit mit der Pionierorganisation und der FDJ organisiert wurden.

Geleitet wurden die Pionierlager durch hauptamtliche Mitarbeiter der FDJ-Kreisleitungen und als Gruppenleiter waren Studenten und ältere Schüler eingesetzt.

Einige der ehemaligen Betriebsferienlager beziehungsweise zentralen Pionierlager haben sich heute unter dem Begriff der Kinder- und Jugenderholungszentren in Deutschland (KiEZ) zusammengefunden.

Für Jugendliche bestanden in der DDR die Lager der Erholung und Arbeit für FDJ-Mitglieder und Schüler der 9. bis 12. Klassen.

Nicht nur in der DDR, auch in anderen Ländern gab und gibt es Ferienlager. Da diese aber dort kein Zuschussgeschäft sind, kann der Ferienaufenthalt nicht zu einem symbolischen Preis angeboten werden. Da können sich wohl arme Eltern keinen Erholungsaufenthalt in den Ferienlagern für ihre Kinder leisten.

Im Folgenden einige Worte zu den Ferienlagern in anderen Ländern.

BRD

In der Bundesrepublik sind die Veranstalter von Ferienlagern in der Regel öffentliche oder freie Träger der Jugendarbeit, zum Beispiel christliche Jugendverbände wie Pfadfinder, KJG oder CVJM, sowie Wohlfahrtsverbände, freie Schulen (wie Internate) und weitere freie, gemeinnützige Träger, aber auch gewerbliche Träger.

Die Lager finden in der Regel in den Schulferien – meist in den Sommerferien (daher auch als Sommerlager oder Summer Camp bezeichnet) – an unterschiedlichen Orten im In- und Ausland statt und verbinden verschiedene Formen der Freizeitgestaltung mit dem Gruppenerlebnis. Oft sind Sport- und Naturerlebnisangebote im Programm enthalten. Besondere Tradition haben Ferienlager bei christlichen Organisationen, die neben der reinen Freizeitgestaltung auch Wert auf die Vermittlung christlicher Glaubensinhalte legen. Auch bei solchen Organisationen ist jedoch ein Trend zu reinen Freizeitfahrten festzustellen, der christliche Charakter ergibt sich dann aus dem häufig recht großen Freizeiteinsatz der in der Regel ehrenamtlichen Betreuer.

Die Betreuung von Ferienlagern obliegt je nach Veranstalter und Konzept hauptamtlichen oder ehrenamtlichen Mitarbeitern. Als Qualifikationsnachweis für ehrenamtliche Mitarbeiter dient die Jugendleitercard (Juleica). Als Qualifikationsnachweis für den Veranstalter gilt beispielsweise das bundesweite Gütesiegel QMJ SicherGut! Rahmenbedingungen der Reisebegleitung, verliehen durch den Verband BundesForum Kinder- und Jugendreisen, dem viele der freien und gewerblichen Träger von Ferienlagern angeschlossen sind.

Häufig können einkommensschwache Familien beim zuständigen Sozial- oder Jugendamt Zuschüsse für die Kosten eines Ferienlagers beantragen. (Der letzte grün geschriebene Satz bedeutet, dass es sich hierbei um eine unverbindliche Aussage handelt.)

USA

In den USA ergeben sich während der Schulferien für viele Familien Betreuungslücken, weil beide Eltern berufstätig sind und weil Berufstätige in den USA meist nur wenige Urlaubstage haben. Viele Non-Profit-Organisationen ( gemeinnützige Organisationen), wie zum Beispiel der YMCA, bieten für die Schulferien darum kostenpflichtige Kinder-Betreuungsprogramme an, die aufgrund der amerikanischen Zeltlagertradition meist als Camps bezeichnet werden, heute aber häufig am Wohnort stattfinden, den Charakter einer Kindertagesbetreuung oder eines ganztägigen Workshops haben und den teilnehmenden Kindern zum Beispiel künstlerische oder musikalische Aktivitäten bieten. Andere Camps schließen Übernachtungsmöglichkeiten ein.[2] Einige Angebote sind speziell an hochbegabte Kinder adressiert und werden z. B. von Universitäten organisiert.[3]

Wie im Abschnitt über die USA beschrieben, gibt es auch sei jeher in Bad Kreuznach eine ganztägige Ferienbetreuung am Wohnort mit entsprechenden Aktivitäten. Abends gehen die Kinder nach Hause und kommen am nächsten Morgen wieder.

Aktivitäten im Ferienlager

Je nach Typ des Lagers (Outdoorcamp, Bildungslager etc.) können die Schwerpunkte unterschiedlich gewichtet sein.Besichtigung von Sehenswürdigkeiten (Burgen, Museen, etc.)

Wanderungen in der Umgebung, Nachtwanderung

Kulturprogramm erstellen und aufführen (z.B. Neptunfest, Theaterstück, Disko)

Sport und Spielen (Kinderspiele, Gruppenspiele, Schach, Karten, Brettspiele), Kreative Arbeit, Basteln

Turniere abhalten z.B. Sport, Schach, Tischtennis, Stelzenlauf, Dreibeinlauf, Wettessen, Tauziehen

Briefe an Eltern, Verwandte und Freunde schreiben

Ferienlager VEB Carl Zeiss Jena 1951

Ferienlager „Magnus Poser“ des VEB Carl Zeiss Jena 1951 in Saalfeld Bildquelle: „Fotothek df roe-neg 0006146 013 Ansicht des Lagers mit Kindergruppe“ von Deutsche Fotothek‎. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons –

Einzelne Textpassagen: Wikipedia

Ferienlager

Gastbeitrag von Roland Loeckelt

In der DDR gab es Betriebsferienlager, die von Betrieben (VEB bzw. Kombinate) für Kinder der Beschäftigten unterhalten wurden.

Außerdem gab es Pionierferienlager, die über die Schulen in Zusammenarbeit mit der Pionierorganisation und der FDJ organisiert wurden.

Geleitet wurden die Pionierlager durch hauptamtliche Mitarbeiter der FDJ-Kreisleitungen und als Gruppenleiter waren Studenten und ältere Schüler eingesetzt.

Einige der ehemaligen Betriebsferienlager beziehungsweise zentralen Pionierlager haben sich heute unter dem Begriff der Kinder- und Jugenderholungszentren in Deutschland (KiEZ) zusammengefunden.

Für Jugendliche bestanden in der DDR die Lager der Erholung und Arbeit für FDJ-Mitglieder und Schüler der 9. bis 12. Klassen.

Hauptaktivitäten bestanden aus:

*Quelle Wikipedia*

Ferienlager in der DDR „Der Fahnenappell gehörte dazu“ *Quelle mdr.de*

Zu einer Kindheit in der DDR gehörte für Millionen auch das Ferienlager. Trotz aller Ideologie – die meisten erinnern sich an Nachtwanderungen, Diskos und die erste kleine Romanze.

Ferienlager in der DDR - MDR-Galerie

Ferienlager in der DDR Sport gehörte zum Tagesablauf im Ferienlager. Hier messen sich Kinder aus der DDR und aus Polen 1967 beim Tauziehen. Bildrechte: dpa

„Für uns war es immer wieder das große Abenteuer. Wir haben uns jedes Mal aufs Neue gefreut, wenn wir in den Ferien unseren Rucksack nehmen konnten und das Pionierhalstuch – und ab ging’s ins Ferienlager. Das war für uns immer sehr schön“, erinnert sich Helga Giegling, die damals wie Millionen andere Kinder in der DDR jedes Jahr in den großen Sommerferien ins Kinderferienlager fuhr. Der Aufenthalt dort verbindet sich in den Erinnerungen der meisten mit Ostseestränden, Kinoabenden, der ersten Disko oder einer kleinen Romanze. Und der Abschied war immer das Schlimmste.

Preiswerter Ferienspaß

Für die Familien in der DDR war die Möglichkeit, die Kinder ins Ferienlager reisen zu lassen, eine willkommene Entlastung. Und preiswert war die Sache obendrein: Drei Wochen Ferienlager kosteten zwischen 15 und 20 Mark inklusive An- und Abreise, Unterkunft, Betreuung und Verpflegung. Manche Kinder fuhren auch gleich zweimal pro Jahr ins Ferienlager – einmal in das vom Betrieb der Mutter und das andere Mal in das vom Betrieb des Vaters unterhaltene.

Jeder Betrieb hat sein Ferienlager

Jeder größere Betrieb der DDR hatte für die Kinder seiner Betriebsangehörigen in den Urlaubsgegenden der Republik Ferienlager eingerichtet – an der Ostsee ebenso wie an der Müritz, im Elbsandsteingebirge oder im Thüringer Wald. Sie finanzierten das Sommervergnügen und sorgten auch für die Betreuung der Kinder. Entweder verpflichteten die Betriebe Erzieher und Pionierleiter oder sie stellten Betriebsangehörige als Betreuungspersonal ab.

Die Vorgaben über die Gestaltung des Alltags in den Ferienlagern lieferte das „Ministerium für Volksbildung der DDR“. Denn die Ferienlager waren nicht reiner Selbstzweck. Sie hatten vielmehr das Ziel, die „sozialistische Erziehungsarbeit“ auch außerhalb der Schule systematisch fortzusetzen. „Es war schon alles geprägt durch die Ideologie“, erinnert sich Jana Helm, die ihre Sommer häufig in Ferienlagern verbrachte, „aber die Lagerleiter haben sich immer tolle Sachen ausgedacht.“

Statt Ideologie „frohes Jugendleben“

Die Versuche einer konsequenten ideologischen Beeinflussung wurden jedoch ab den späten 70ern von Jahr zu Jahr schwächer. In den 80er-Jahren spielte die parteipolitische Ausrichtung im Ferienalltag der Kinder kaum noch eine Rolle, wenn man einmal vom Ritual des „Fahnenappells“ absieht, zu dem das rote Pionierhalstuch getragen und ein Pionierlied geträllert werden musste. Erzieher und Betreuer bemühten sich ansonsten mehr oder weniger erfolgreich, ein „frohes Jugendleben“ in den Ferienlagern zu etablieren. „Natürlich haben wir dort montags früh immer Fahnenappell gehabt“, sagt Helga Giegling, „aber das gehörte dazu, das war ganz normal“.

*Quelle der Autor*

Ich selbst durfte mehrmals (5. – 8. Klasse) ins Ferienlager des VEB Minol Schwerin nach Rheinsberg fahren.

Super schöne 2 Woche im Sommer, mit Wandern, Schiffsfahrten, Schwimmunterricht mit ablegen der Prüfung zur Schwimmstufe III. Disco und beim letzten Aufenthalt der erste Kuss.

Ein besonderes Erlebnis war die Führung im Kernkraftreaktor von Rheinsberg und die dazu gemachten Erklärungen über die saubere und sichere Energieerzeugung. Was haben wir Kinder da gestaunt.

Später war ich dann mit meiner eigenen Familie in Ferienheimen des MdI der DDR zum Urlaub. Schöne Einrichtungen im Erzgebirge, Harz und an der Ostsee.

Super preiswert für 2 Wochen, Vollpension und Hin-Rückfahrt für drei Personen 108 Mark der DDR. Wobei der Aufenthalt im Winter an der Ostsee (in jetzigen Meradahotel Kühlungsborn) sogar für 80 Mark der DDR zu haben war.

Schöne 2 Wochen verlebt und eine Menge gesehen. Für die Tagesausflüge musste am zwar einen kleinen extra Obolus entrichten, doch war auch hier alles inklusive. So gab es Ausfluge nach Seifen ins Spielzeugmuseum, Thale mit Hexentanzplatz, Baumanhöhle, Meereskundemuseum Stralsund, Königsstuhl, Überseehafen Rostock etc.

*MdI – Ministerium der Innern der DDR, zuständig für Zoll, Straffvollzug, Feuerwehr und Polizei.*

à Erläuterung zu den erwähnten Schwimmstufen

Die Schwimmstufen / Abzeichen

Bedingungen für die Verleihung

Als Schwimmarten konnten BrustschwimmenRückenkraulenKraulschwimmen oder Schmetterlingsschwimmen gewählt werden. Die nachfolgenden Anforderungen galten in den 1970er und 1980er Jahren (davor galten davon abweichende Anforderungen).

Grundstufe Für das Erreichen der Grundstufe mussten 100 m in einer beliebigen Schwimmart geschwommen werden. Dazu ein beliebiger Sprung ins tiefe Wasser.

Stufe I

Für das Erreichen der Stufe I mussten entweder 100 m in einer beliebigen Schwimmart geschwommen werden; oder 25 m in einer Schwimmart und weitere 25 m in einer weiteren Schwimmart. Eine Zeitbegrenzung bestand nicht. Dazu Kopfsprung vorwärts ins tiefe Wasser.

Stufe II

Für die Stufe II waren 100 m in einer Schwimmart und 50 m in einer weiteren Schwimmart ohne Zeitbegrenzung zu schwimmen und ein Startsprung auszuführen.

Stufe III

Für die Stufe III waren 100 m in einer Schwimmart und weitere 100 m in einer anderen Schwimmart jeweils in einer Maximalzeit zu schwimmen und ein Startsprung auszuführen.

Maximalzeiten für

Schüler der Klasse 4 und jünger 3:30 min
Schüler der Klasse 5 und 6 3:00 min
Schüler der Klasse 7 und 8 2:45 min
Schüler der Klasse 9 und älter 2:30 min

Schwimmabzeichen

Schwimmabzeichen DDR

*Quelle Autor*

Je Stufe wurde eine Sportnote festgelegt. Stufe 1 = Note 3, Stufe 3 0 Note 1.

So dass das Schwimmen lernen für jeden Schüler fester Bestandteil des Sportunterrichts war. Und sich alle anstrengten mindestens Stufe 1 zu erreichen.