Sendung des WDR zur KgU

Zum Einen wird das Treiben der KgU runtergeredet und verharmlost. Zum Anderen wird ehrlich über das Treiben berichtet. Die damaligen Akteure reden ganz freimütig darüber. Auch über ihre gefährlichen Aktionen, die versuchter gefährlicher Massenmord waren. Das wird alles als selbstverständlich hingenommen und das MfS, „Stasi“ genannt, werden als die Bösen hingestellt. Vertreter des MfS haben sich sehr wohl dazu geäußert. Es wird sogar auf diesen Film Bezug genommen.

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Was ist Terrorismus?

Wir denken an die schrecklichen Ereignisse am 11. September 2001 zurück. Wir denken an weitere zurückliegende schreckliche Ereignisse zurück. Die Täter rechtfertigen dies mit politischen und religiösen Motiven.

Es gibt verschiedene Sichtweisen, ob diese Gewaltaktionen Terrorismus oder Kampfhandlungen von Befreiungsbewegungen sind.

In Wikipedia wird dieses Thema ausführlich abgehandelt.

DIE TROMMLER vertritt konsequent den Standpunkt, dass Gewaltaktionen, die sich gegen Unbeteiligte richten, verabscheuungswürdig sind.

So richteten sich die Anschläge am 11. September 2001 gegen unbeteiligte Menschen, die in den Büros arbeiteten.

Die USA mit ihrem großen Geheimdienstapparat haben diese Terroranschläge nicht verhindert. Über die Hintergründe gibt es unterschiedliche Meinungen und es kursieren Verschwörungstheorien.

In den 1950er Jahren gab es auch Anschläge in der DDR. Nach logischem Verständnis wäre das Terrorismus. Da sich die Motive der Täter gegen die DDR richteten und ihre Aktionen in der damaligen Phase des Kalten Krieges der USA und der BRD gerade recht kamen, darf man diese Täter bis heute nicht als Terroristen, bzw. deren Organisationen als Terrorgruppen und Terrororganisationen bezeichnen. Diese Organisationen wurden sogar teilweise von offizieller Seite und Geheimdiensten der USA unterstützt und finanziert.

Wer meint, dass Johann Burianek, der mit dem abgebildeten funktionstüchtigen Sprengstoffkoffer in der DDR Attentate auf Eisenbahnbrücken ausführen wollte, ein Terrorist gewesen sei, wird mit Geldstrafe belegt.

Wer meint, dass Johann Burianek, der mit dem abgebildeten funktionstüchtigen Sprengstoffkoffer in der DDR Attentate auf Eisenbahnbrücken ausführen wollte, ein Terrorist gewesen sei, wird mit Geldstrafe belegt.

Der Redakteur der Website

Insiderkomitee zur Förderung der kritischen Aneignung der Geschichte des MfS (www.mfs-insider.de)

 

Wolfgang Schmidt ist deshalb vom Amtsgericht Tiergarten (Berlin) zu 1200 Euro Geldstrafe wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener verurteilt worden. Die Berufung wurde durch das Landgericht Berlin am 18.03.2013 abgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da Revision eingelegt wurde.

Am 18.07.2003 beschloss der 3. Strafsenat des Kammergerichtes Berlin die gegen das Urteil der Landgerichtes eingelegte Revision gemäß § 349, Absatz 2 StPO

ohne jede weitere Begründung als offensichtlich unbegründet zu verwerfen und folgte damit einem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft von Berlin.

Nunmehr wird in dieser Sache eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Weitere Infos und Links:

Insiderkomitee zur Förderung der kritischenAneignung der Geschichte des MfS

www.mfs-insider.de

„Jedes Mal, wenn Bomben benutzt werden, um unschuldige Zivilisten ins Visier zu nehmen, ist es eine terroristische Gewalttat“

(US-Präsident Barack Obama in seiner Rede zu den Anschlägen in Boston am 15.04.2013)

„Der feige Anschlag auf eine völlig arglose Ansammlung von Menschen bei einer Sportveranstaltung ist ein schrecklicher Akt des Terrors.“

(Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, aus gleichem Anlass)

Heiligsprechung eines Terroristen?

Am 27.09.2012 verurteilte das Amtsgericht Tiergarten den Redakteur dieser website zu 1.200,- Euro  Geldstrafe wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Die Berufung wurde durch das Landgericht Berlin am 18.03.2013 abgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da Revision eingelegt wurde.

Mehr zum Fall Burianek und zur KgU

Beschluss des Landgerichtes Berlin vom 02.09.2005 zur Rehabilitierung  Burianeks

Erklärung von Wolfgang Schmidt vor dem Amtsgericht Tiergarten

Schlusswort des Angeklagten

Prozess-Bericht der „jungen Welt“ vom 28.09.2012

Prozessbericht des „Neuen Deutschland“ vom 01.03.2013

Urteil des Amtsgerichtes Tiergarten
(Schriftsatz vom 18.10.2012, aus Datenschutzgründen geringfügig gekürzt)

Kommentar zum Urteil des Amtsgerichtes Tiergarten

Schlusswort vor dem Landgericht Berlin

„Politisches Urteil“ (jw, 06.04.2013)

„Ohne jede inhaltliche Prüfung“, Interview mit Rechtsanwalt Hans Bauer (jw, 06.04.2013)

Urteil des Landgerichtes Berlin

(Schriftsatz vom 16.04.2013, aus Datenschutzgründen geringfügig gekürzt)

Am 18.07.2003 beschloss der 3. Strafsenat des Kammergerichtes Berlin die gegen das Urteil der Landgerichtes eingelegte Revision gemäß § 349, Absatz 2 StPO ohne jede weitere Begründung als offensichtlich unbegründet zu verwerfen und folgte damit einem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft von Berlin.    Nunmehr wird in dieser Sache eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Gastbeiträge: Was ist Terrorismus?

Gastbeitrag von Roland Loeckelt

Früher und auch leider heute ist es kein Terrorismus. Warum, die Gewalttaten richteten sich gegen die DDR und/oder den Kommunisten etc.

Deshalb sind Terroristen in diesem Fall Freiheitskämpfer.

Richtet sich die Gewalt gegen sogenannte Demokratien ist es Terrorismus. Eigentlich ganz einfach und doch zum Kot…, solch ein Rechtsverständnis.

Natürlich könnte auch noch die Ansicht von Opferrente Bezieher einfließen lassen, wonach der Schusswaffengebrauch durch Grenzsoldaten MORD war und die Schüsse auf Grenzsoldaten und deren Tot als ARBEITUNFALL gewertet wird.

Der politische und ideologische Standpunkt bestimmt hier die rechtliche Sicht. Da unterscheiden sich die Systeme nicht.

Gastbeitrag von Thomas Mahlke

Rechtsbeugung: Darauf basiert die BRD. Amerikanisierung in Reinform: Wer Zivilisten in einem amerikafeindlichen Staat töten will ist ein Held… Menschenleben sind nicht gleich. Schlagt Euch diesen Irrglauben aus dem Kopf…

Merke: Freiheitskampf ist es, wenn den USA freundlich gesinnte Leute welche ermorden, die den USA gegenüber negativ gesinnt sind. Terrorismus ist das Gegenteil.

Besonders deutlich wird das am Beispiel der „Taliban“: Erst Freiheitskämpfer (Erster Afghanistankrieg, gegen die Sowjetunion) und dann Terroristen, weil sie erkannt haben, dass die USA der natürliche Feind aller anderen Menschen der Welt sind.

„Verschwörungstheorie“ ist ein Wort, welches vom CIA in Umlauf gebracht wurde, um Leute zu diskreditieren, die ihre wahren Machenschaften durchschauen. Wie die KgU wurde auch der 11. September aus Washington gesteuert, davon bin ich überzeugt.

Johann Burianek

Johann Burianek am 23. Mai 1952 auf der Anklagebank in Berlin/DDR

Johann Hans Burianek, geboren am 16. November 1913 in Düsseldorf, gestorben am 02. August 1952 in Dresden, war ein militanter Aktivist gegen die DDR. Aus rechtlichen Gründen darf er nicht als Terrorist bezeichnet werden. Dass in anderen Ländern vergleichbare Taten als Terrorismus, bzw. die Täter als Terroristen gelten, ist hierbei unerheblich. Die Rechtsprechung ist nicht logisch.

Johann Burianek von der DDR-Justiz zum Tode verurteilt, nachdem er Anschläge auf Eisenbahnbrücken und einen Personenzug vorbereitet hatte. Im Jahre 2005 wurde er rehabilitiert.

Sein größtes Vorhaben war die für den 21. Februar 1952 vorgesehene Sprengung der Eisenbahnbrücke bei Erkner, um den Blauen Express, den D-Zug Berlin-Warschau-Moskau, zum Entgleisen zu bringen. Er hätte dabei den Tod von Menschen in Kauf genommen. Der Sprengstoff für diesen Anschlag wurde Burianek von der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit ausgehändigt. Es blieb bei den Planungen, weil ein geeignetes Fahrzeug nicht beschafft werden konnte. Burianek stellte sein Vorhaben zurück. Er nahm umgehend Verbindung zur Dienststelle des amerikanischen Geheimdienstes CIC auf, bei der er solche organisatorischen Pannen ausschloss. Dort zeigte man sich aber nur an Spionageaufträgen interessiert und Burianek wurde auf Probe für ein Salär von 30,- DM in Westwährung je Auftrag hier angestellt.

Der KgU-Agent Roller gab sich mit dem gescheiterten Anschlag in Erkner jedoch nicht zufrieden. Dieser kam mit der Bande „Die drei Bastiane“ überein, statt der Erkner-Brücke die Eisenbahnbrücke bei Spindlersfeld in der Nacht vom 29. Februar zum 1. März zu sprengen.

Burianek wurde mit diesen Leuten bekannt gemacht und erhielt den Auftrag, den Sprengstoffkoffer am  29. Februar abends an diese zu übergeben, was er – verbunden mit einer Einweisung zur Handhabung – auch erledigte. Er begab sich am Morgen danach an den Tatort, um die Wirkung seines Anschlages zu überprüfen. Die Volkspolizei hatte aber die Verbrecher bei der Anbringung der Sprengladung überrascht und sie unter Zurücklassung des Sprengstoffkoffers zur Flucht gezwungen, wobei im Feuergefecht einer der „3 Bastiane“ verletzt wurde.

Noch ehe Burianek am 5. März 1952 seinen Spionagebericht beim CIC abliefern konnte, wurde er verhaftet. Ein Mitglied der Bande versuchte noch vor einer zu erwartenden Wohnungsdurchsuchung Phosphorampullen aus Burianeks Wohnung zu entfernen und die KgU zu verständigen. Dieses wurde aber ebenfalls verhaftet.

Burianek wurde vom Obersten Gericht der DDR zum Tode verurteilt. Zur damaligen Zeit waren auch in Europa Todesurteile üblich.

Johann Burianek am 23. Mai 1952 auf der Anklagebank in Berlin/DDR

Zentralbild/ Quaschinsky
23.5.52
Prozeß gegen Agentengruppe
Vor dem Obersten Gericht der DDR begann am 23.5.52 ein Prozeß gegen eine Bande von Agenten und Saboteuren, die sämtlich der westberliner Hildebrandt-Gruppe gegen die Menschlichkeit angehören. Unter anderem planten die Angeklagten, die Eisenbahnbrücke in Berlin-Erkner mit dem darüber fahrenden „Blauen Express“ zu sprengen.
UBz:Der Angeklagte Johann Burianek.

Johann Burianek am 23. Mai 1952 auf der Anklagebank in Berlin/DDR

Burianek wurde in Dresden hingerichtet. Nach der Einäscherung wurde er anonym auf dem Urnenhain Tolkewitz beigesetzt. In der heutigen Zeit ist ihm ein Denkmal gesetzt worden. Es erinnert dort eine Gedenkplatte in der „Gedenkstätte für die hingerichteten Opfer der stalinistischen Gewaltherrschaft vom Münchner Platz“ an ihn. Oh was für eine Verdrehung der Tatsachen und Geschichtsfälschung.

Im Jahre 2005 wurde die Verurteilung Burianeks auf Initiative der „Arbeitsgemeinschaft 13. August“, das ist eine antikommunistische Organisation, vom Landgericht Berlin nach den Vorschriften des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes für rechtsstaatswidrig erklärt und aufgehoben. Das Gericht stellte fest, dass Burianek in der Zeit vom 5. März 1952 bis zu seiner Hinrichtung am 2. August 1952 zu Unrecht Freiheitsentziehung erlitten hatte.

Diese Rehabilitation entbehrt jeder Logik, da ja durch die geplanten Aktionen von Johann Burianek die massenhafte Tötung von Menschen einkalkuliert wurde. Dass es den Ermittlungsbehörden der DDR gelang Schlimmes zu verhindern und somit massenhaft das Leben von Menschen gerettet wurde, interessiert die heutige Justiz nicht. Im Gegenteil. Sie sieht die Tätigkeit der damaligen Ermittlungsbehörden, die Strafverfolgung, sowie das Gerichtsurteil als „DDR-Unrecht“ an.

Der ehemalige Oberstleutnant des MfS und heutige Redakteur der Website

Insiderkomitee zur Förderung der kritischen

Aneignung der Geschichte des MfS (www.mfs-insider.de)

 

Wolfgang Schmidt hatte Burianek als Banditen und Angehörigen einer terroristischen Vereinigung bezeichnet. Wenn man das mit der heutigen Definition von Terrorismus vergleicht, ist das eigentlich logisch.

Am 27. September 2012 wurde Wolfgang Schmidt vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen der „Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener“(§189 StGB) zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (40 Tagessätze à 30 Euro) verurteilt.

Auslöser des Strafverfahrens war eine Anzeige des Direktors der „Gedenkstätte Hohenschönhausen“ Hubertus Knabe. Hubertus Knabe ist der heutige antikommunistische Scharfmacher.

Näheres dazu im Beitrag „Was ist Terrorismus?“

Siehe auch Wikipedia

und www.mfs-insider.de

Mehr zum Fall Burianek und zur KgU

Der Fall Burianek

Bericht von Wolfgang Schmidt (www.mfs-insider.de)

Logo MfS-Insider

Anmerkung: Alle Fakten und Zitate dieses Beitrages wurden dem Urteil des Obersten Gerichtes der DDR vom 25.05.1952 gegen Burianek und 6 Andere (1 Zst (I) 6/52 ) , veröffentlicht in Urteile des Obersten Gerichtes, Band 1 (1952), Seite 230 – 280, entnommen. Das Urteil basiert auf den Geständnissen der Angeklagten, den Aussagen von Zeugen, kriminaltechnischen Gutachten und Beweisstücken.

Johann Burianek, geb. 16.11.1913, (im folgenden: B.) war im November 1949 von einem Gericht der DDR wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil er in den letzten Kriegstagen aus eigener Initiative einen desertierten deutschen Soldaten festgenommen und zur Kommandantur gebracht hatte. Dieser entging nur infolge besonders glücklicher Umstände seiner sofortigen Erschießung. Die Strafe wurde bereits im April 1950 zur Bewährung ausgesetzt. Er fand danach Arbeit als Kraftfahrer im VEB Secura-Mechanik Berlin.

Vom Juli 1950 bis März 1951 schleuste B. nach eigenen Angaben zwischen 4 – 6.000 Hetzschriften („Kleiner Telegraf“ und „Tarantel“) in den demokratischen Sektor von Berlin ein  und brachte sie hier zum Versand. Für je 50 Stück erhielt er 5,- DM in Westwährung. Sein Auftraggeber im „Telegraf“ wechselte im März 1951 zur „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KgU) in Nikolassee, warb ihn für diese Organisation an und betraute ihn zunächst mit der Verbreitung noch wesentlich größerer Mengen von Hetzschriften, Flugblättern und Klebezetteln in Ost-Berlin. Danach wurde B. an die Dienststelle der KgU in Berlin-Charlottenburg vermittelt.

Schon davor hatte B. begonnen weitere Personen in seine gegen die DDR gerichtete Tätigkeit einzubeziehen und er rekrutierte nun alle anderen Personen seiner Gruppe mit Ausnahme einer ihn von der KgU (im folgenden auch als Hildebrandt-Gruppe bezeichnet) zugeordneten, bereits vorher angeworbenen  Person.

Diese von B. geleitete Gruppe dehnte bei weiterer Hetzschriftenverbreitung ihre Aktivitäten auf Werkspionage aus und erreichte z.B., dass eine Sendung von 5.000 Spiralfedern in Westberlin beschlagnahmt wurde, wodurch die Produktion der Weckerabteilung des VEB Secura für einen Monat ausfiel.

„… Anfang Juli ging man am Kurfürstendamm angesichts der bevorstehenden Weltfestspiele der Jugend und Studenten zur Vorbereitung von Terroraktionen über. Tietze beauftragte den Angeklagten Burianek, mit seiner Gruppe, die mit der Annahme dieser Aufträge den Übergang zur Bande vollzog, dieses große Friedensfest der Jugend mit allen Mitteln zu stören. Es sollten Stinkbomben in Menschenansammlungen geworfen, Transparente und Fahnen mit Phosphorampullen verbrannt, so genannte „Reifentöter“ auf den Anfahrtsstraßen ausgelegt und insbesondere alle Festsäulen an der Stalinallee durch Brandsätze vernichtet werden. Für diese Zwecke übergab Tietze dem Angeklagten Burianek 1.000 Reifentöter, 150 Stinkbomben, eine große Anzahl Phosphorampullen und 5 Pakete mit Brandsätzen im Format 15 x 5 x 5 cm, die in Papier eingewickeltes Thermit und darüber als Zündung eine in Filmstreifen eingewickelte Phosphorampulle enthielten…“

Ein Ingenieur aus der Bande des B. konstruierte zwei Wurfmaschinen zur Inbrandsetzung von Objekten auf größere Entfernung und entwickelte eine Konstruktion, deren Verwendungszweck darin bestand, HO-Kioske in Brand zu setzen.B. und seine Bande verteilten Reifentöter und Stinkbomben und versuchten eine Festsäule am Strausberger Platz in Brand zu setzen, was allerdings misslang.            Sie erstatteten der KgU ständig Bericht, z.B. über den Niedergang der mittels Ballon aus Westberlin verbreiteten Hetzflugblätter.

Bei Fortsetzung der Aktivitäten zur Verbreitung von Hetzschriften und Erledigung diverser Spionageaufträge gingen B. und seine Bande auch zur Vorbereitung von Sabotage- und Diversionsakten über.  So beschaffte sich B. eine Skizze  über die Lage der Starkstromanschlüsse beim VEB Secura, über die Lage des Kabelnetzes im Funkhaus des Berliner Rundfunks und über die Leitung vom Funkhaus zum Sender und ließ Möglichkeiten prüfen, ob und wie über ein Vorsatzgerät eigene Hetzsendungen beim Berliner Rundfunksender ausgestrahlt werden könnten. B.erkundete Möglichkeiten zur Stilllegung des Kraftwerkes Klingenberg und schlug seinen Agentenführer bei der KgU vor, dazu ausgebohrte mit einer Sprengladung versehene Briketts zu verwenden.                                          Einen Auftrag, zu erkunden, welche Schlüssel zur Öffnung der Verteilerkästen des Fernmeldeamtes Lichtenberg benötigt würden, konnte er wegen anderer Spezialaufträge nicht erfüllen. Vorgesehen war die Anbringung von Sprengladungen in diesen Verteilerkästen.

Im Oktober 1951 entwickelte B. einen  Strukturplan für einen (Ost-)Berliner Führungsstab der KgU, der für die gesamte Störtätigkeit in der DDR verantwortlich sein und sich in Zehner-Gruppen organisieren sollte.                                                                                                       Im Oktober und November 1951 verpflichtete B. die Mitglieder seiner Bande schriftlich zu unbedingtem Gehorsam und strikter Befolgung aller ihnen erteilten Aufträge zur „Bekämpfung des Kommunismus, wo immer er auftritt“. Die Verpflichtung enthielt ferner den Zusatz, dass „Verrat mit dem Tode bestraft“ wird.

„Mit Beginn des Jahres 1952 gingen Burianek und seine Bande im Auftrag der Hildebrandtgruppe zur höchsten Form ihrer verbrecherischen Tätigkeit, zu mit unmittelbarer Gefahr für Menschenleben verbundenen Diversions- und Terrorakten über. In einer der Besprechungen mit Saalmann wurde dem Angeklagten Burianek eröffnet, dass die Zeit des Zettelklebens und Stinkbombenwerfens jetzt vorbei sei, dass man jetzt zu größeren Aktionen, zur Vernichtung von größeren Maschinen durch Spezialsäuren, zur Anlegung von Bränden, zur Terrorisierung hervorragender demokratischer Persönlichkeiten, zu Überfällen auf Volkspolizeiposten und zur Sprengung wichtiger Objekte übergehen müsste.

Die Dienststelle der Hildebrandtgruppe am Kurfürstendamm verfügte über alle Mittel zur Durchführung dieser Aufträge…

Die Dienststelle am Kurfürstendamm unterhält ein eigenes Laboratorium mit zwei fest angestellten Chemikern, von denen einer auf die Herstellung bzw. chemische Zusammensetzung von Explosivstoffen spezialisiert ist. Ein eigener Techniker … arbeitet eng mit ihm zusammen und stellt Zeitzünder und Kontakte für die Sprengladungen und Brandpakete her, wozu meist billige HO-Uhren verwendet werden…                                                                                                                                                                                                 Außerdem sind die Chemiker der Hildebrandtgruppe mit der Herstellung von Geheimtinten zur gefahrlosen Nachrichtenübermittlung, von Betäubungsgiften für Injektionsnadeln, die bereits während der Weltfestspiele erstmals zur Anwendung kamen und den Gestochenen mehrere Minuten besinnungslos machen, und mit der Herstellung von Spezialsäuren zur Einfüllung in Benzintanks bei Kraftfahrzeugen und in die Lagerstellen und Ölwannen von Maschinen befasst. Der Angeklagte Burianek brachte laufend, aus Tarnungsgründen aus dem demokratischen Sektor Berlins etikettierte Flaschen zur Abfüllung dieser Säuren zum Kurfürstendamm. Von Roller erfuhr er, dass mit dieser Säure u. a. eine hydraulische Presse von 50 t Leistungsfähigkeit in einem Oberschöneweider Betrieb stillgelegt wurde.

Die Dienststelle der Hildebrandtgruppe am Kurfürstendamm verfügt ferner über Bestände an Handfeuerwaffen, Munition und Handgranaten. Der Zeuge Stüber hat in einer Besprechung des Agenten Roller mit der im amerikanischen Sold stehenden Terroristengruppe „3 Bastiane“, Angehörige der sogenannten Industriepolizei, die über eigene Motorräder verfügen, beigewohnt, in der Roller die „3 Bastiane“ beauftragte, mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastkraftwagen in die Gegend von Wannsee zur Sprengung eines an der Autobahn gelegenen Objektes zu fahren und bei eventueller Verfolgung durch die demokratischen Abwehrorgane Nebelhandgranaten hinter sich zu werfen, um den Verfolgern die Sicht zu nehmen…“

Ende Januar 1952 wurde B. beauftragt, den Volkspolizeiposten in Dreilinden zu überfallen und aller erreichbarer Unterlagen, insbesondere der Fahndungsbücher zu berauben. B. hatte dazu wochenlang nachts die Postenablösung und Örtlichkeit beobachtet und war mit einer Pistole ausgerüstet worden. Zwei Versuche zur Ausführung dieses Auftrages scheiterten, da zunächst ein eingeplantes Fahrzeug einen Unfall hatte und beim zweiten Versuch mit zwei weiteren Tätern B. im Postenhaus noch mehrere andere Posten vorfand, was ihm sein Vorhaben als zu riskant erscheinen ließ.

Danach fasste B. den Entschluss, den D-Zug Berlin-Warschau-Moskau, den sog. Blauen Express durch Sprengung der Bahnstrecke auf einer etwa 2 km hinter Erkner gelegenen Eisenbahnbrücke über die Autobahn zur Entgleisung zu bringen. Er erkundete den vorgesehenen Tatort, die Durchfahrtszeiten des Blauen Express und der davor und danach fahrenden Züge sowie den Autoverkehr unter der Brücke, legte fest, wann und wo die Sprengladung einzubauen sei und suchte ein Versteck für einen Flucht-Pkw. Der Anschlag war für den 21. Februar 1952 vorgesehen. B. wurde dazu mit einem Sprengstoffkoffer ausgerüstet und zu dessen Einbau, zum Anschließen des Elektrokontaktes und zur Verlegung des Zündkabels auf der Schiene instruiert. Am Vorabend des geplanten Anschlages erfuhr B. zu seiner Enttäuschung, dass die KgU ihn das versprochene Fluchtfahrzeug nicht stellen konnte, stellte das Vorhaben zurück und nahm umgehend Verbindung zur Dienststelle des amerikanischen Geheimdienstes CIC auf, bei der er solche organisatorischen Pannen ausschloss. Dort zeigte man sich aber nur an Spionageaufträgen interessiert und B. wurde auf Probe für ein Salär von 30,- DM in Westwährung je Auftrag hier angestellt.

Der KgU-Agent Roller gab sich mit dem gescheiterten Anschlag in Erkner jedoch nicht zufrieden und kam mit der Bande der „3 Bastiane“ überein, statt der Erkner-Brücke die Eisenbahnbrücke bei Spindlersfeld in der Nacht vom 29. Februar zum 1. März zu sprengen. B. wurde von ihm mit diesen Terroristen bekannt gemacht und erhielt den Auftrag, den Sprengstoffkoffer am  29. Februar abends an diese zu übergeben, was er – verbunden mit einer Einweisung zur Handhabung – auch erledigte. Er selbst begab sich am Morgen danach an den Tatort, um die Wirkung des Anschlages zu prüfen. Die Volkspolizei hatte aber die Verbrecher bei der Anbringung der Sprengladung überrascht und sie unter Zurücklassung des Sprengstoffkoffers zur Flucht gezwungen, wobei im Feuergefecht einer der „3 Bastiane“ verwundet wurde.

Noch ehe B. am 5. März 1952 seinen Spionagebericht beim CIC abliefern konnte, wurde er verhaftet. Ein Mitglied seiner Bande versuchte noch vor einer zu erwartenden Wohnungsdurchsuchung Phosphorampullen aus der Wohnung des B. zu entfernen und die KgU zu verständigen, wurde aber ebenfalls verhaftet.

Das Oberste Gericht der DDR ließ sich bei seinem Urteil maßgeblich davon leiten, dass sich unter Leitung von B. im Auftrag der terroristischen Organisation KgU  Personen zur Begehung schwerster Verbrechen bandenmäßig zusammen geschlossen hatten, nach der heutigen Terminologie also eine terroristische Vereinigung gebildet hatten und in dieser aktiv tätig geworden sind.

„…Mit der Verurteilung des Angeklagten Burianek hat das Oberste Gericht zum ersten Mal ein Todesurteil verhängt. Noch niemals hat aber auch bisher vor dem Obersten Gericht ein so skrupelloser und gefährlicher Verbrecher zur Aburteilung gestanden…. Dass er nicht zum Massenmörder geworden ist, ist wahrhaftig nicht sein Verdienst…“

F.d. R.: Wolfgang Schmidt                                                                                                                                                                             Berlin, 14.10.2005

Die KgU („Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“)

Der Name dieser Organisation ist irreführend, denn ihre Ziele waren das Gegenteil, also unmenschlich.

Die KgU war eine militante antikommunistische Organisation, die von Westberlin aus gegen die DDR agierte. Unter Anderem betrieb sie Spionage und Sabotage im militärischen und zivilen Bereich.

Die KgU wurde 1948 gegründet und erhielt am 23. April 1949 eine Lizenz der Alliierten Kommandantur als politische Organisation. Sie wurde im Wesentlichen von Geheimdiensten der USA finanziert. Nach Auslaufen der Lizenz wurde die Organisation am 2. April 1951 als Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg eingetragen.

1959 löste sich die Gruppe auf. Bereits vor den Jahren 1957 und 1958 war die KgU intern stark zersplittert. Auf Betreiben von Westberliner Senat und Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen wurde sie im März 1959 aufgelöst. Also konnten sich offizielle Stellen der BRD und Westberlin es sich nicht mehr leisten eine solche Organisation agieren zu lassen. Außerdem haben die Amis haben diese Organisation wohl nicht mehr weiter finanziert.

Aktivisten der Gruppe wurden in der DDR strafrechtlich verfolgt.

Einige wurden zu Tode verurteilt. Andere   wurden in die Sowjetunion in Lagerhaft gebracht. Im Jahre 1955 verhandelte Adenauer mit der Sowjetunion über die Entlassung von deutschen Kriegsgefangen. Da die BRD die Aktivisten der KgU als politische Häftlinge einstuft, wurden auch diese aus der sowjetischen Lagerhaft in die BRD entlassen.

Der Autor Klaus Körner sieht als Funktionen solcher Gruppen wie der KgU „konkrete Hilfeleistungen für DDR-Bürger, Schriftenversand in die DDR und Nachrichtenbeschaffung aus der DDR“, wobei sich die Höhe der Zuwendungen der Geheimdienste am „Wert der Nachrichten“ orientierte.

Für den Hisoriker Enrico Heitzer war die CIA ab 1951 tonangebend in der KgU: „Sie finanzierte sie fast vollständig und bestimmte weitgehend den Kurs.“ Zuvor hätte diese die Organisation Gehlen(Vorgänger des BND), sowie andere amerikanische und britische Geheimdienste aus der anfänglich von ehemaligen Angehörigen der NS-Geheimdienste geprägten Organisation gedrängt. Die humanitäre Arbeit, die im Mittelpunkt deren Selbstdarstellung stand, sei tatsächlich nur von einem kleinen Teil der KgU betrieben wurden. Den Schwerpunkt der Arbeit der KgU habe geheimdienstliche Aufklärung, psychologische Kriegsführung und Sabotage gebildet.

Selbst ein antikommunistischer Publizist( Karl Wilhelm Fricke), der selbst Abenteuerliches erzählt, ist in dieser Sache ehrlich. „Neben karitativer, propagandistischer und nachrichtendienstlicher Tätigkeit, wie sie auch von anderen Widerstandsorganisationen betrieben wurde“, verfolgte die KgU in den frühen 1950er Jahren nach Einschätzung von Karl Wilhelm Fricke „eine Strategie der massiven Destabilisierung der SED-Diktatur, zu deren Aktionsrepertoire sogar Brand- und Sprengstoffanschläge gehörten.“ Dieses habe den „Aufbau eines Untergrundnetzes“ eingeschlossen, das auch „Ansätze einer ‚militärischen‘ Komponente hatte.“

Kontrolliert wurde die KgU zunächst vom US-amerikanischen Militärgeheimdienst Central Intelligence Group (CIG)und später von der Central Intelligence Agency (CIA). Am Anfang stand ein „Büro Dr. Hoffmann”, das von Heinrich von zur Mühlen zusammen mit Hildebrandt geleitet wurde.

Ursprung der KgU war die Wahrnehmung eines Suchdienstes für Menschen die nach dem Ende des zweiten Weltkrieges als Gegner der Besatzungsmacht verhaftet und neben Nazis in einem der Speziallager eingesperrt oder in die Sowjetunion gebracht wurden.

Die KgU gewann in den Schulen und Unis Anhänger, die in der SBZ(Sowjetische Besatzungszone) und dann in der DDR Flugblätter verteilten und/oder Parolen irgendwo hinschmierten. In den illegal in die SBZ, bzw. DDR gebrachten Druckerzeugnisse wurde irreführendes über die FDJ(Freie Deutsche Jugend) und das MfS(Ministerium für Staatssicherheit) und dessen Vorgänger geschrieben. In den 1950er Jahren wurde auch für die „Wiedervereinigung“ geworben und gegen die sowjetische Armee gehetzt.

Auch mit dem antikommunistischen Propagandasender der USA in Westberlin, dem RIAS arbeitete die KgU zusammen.

Die KgU warb auch DDR-Bürger an für ihre Organisation tätig zu werden.

Deren Aufgabe bestand nicht nur im Verteilen von Flugblättern, sondern sie lieferten auch nachrichtendienstlich verwendbare Informationen, was sich anfangs zunächst nur beiläufig aus den Befragungen des Suchdienstes ergeben hatte. Nach Beginn der Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Geheimdienst CIC wurde von jeder Karteikarte ein Durchschlag an den Geheimdienst weitergegeben.

In der Gründungsphase kooperierte die KgU mit der Organisation Gehlen(Vorgänger des BND). Reinhard Gehlen (Gründer des BND) distanzierte sich in seinen Memoiren jedoch von den Methoden der KgU.

Sabotage und Anschläge

 Zu Beginn der 1950er Jahre ging die KgU zu Sabotageanschlägen auf zivile Einrichtungen über. So beschädigten KgU-Gruppen die Finowkanalbrücke bei Zerpenschleuse und sprengten Eisenbahnschienen. Belegt ist unter anderem auch der vielfache Einsatz von „Reifentötern“ (auf Straßen gestreute Stahlspitzen). So wurden auch im Vorfeld der Weltfestspiele 1951 von der KgU „Reifentöter“ ausgegeben, um die Anreise der Teilnehmer zu stören.

An den Nachmittagen des 4. und 8. September 1951 legte die KgU mittels Phosphorampullen Brände in Kaufhäusern in Leipzig während der Öffnungszeit. Die Brandanschläge scheiterten allerdings, weil die Brände immer rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden konnten.

Über DDR-Politiker sammelte die KgU Informationen mit der Absicht, diese Personen nach dem Ende der DDR abzustrafen. Es wurden aber auch Drohbriefe verschickt. Am 6. Juli 1951 wurde durch den KgU-Sachgebietsleiter für Sachsen-Anhalt Richard Hennig (Deckname „Rux“) und eine Calber KgU-Gruppe die Ermordung des SED-Kreisvorsitzenden von Calbe (Saale)durch vergiftete Pralinen angedacht. Der Plan konnte nicht zur Ausführung kommen, da die Gruppe kurze Zeit später verhaftet wurde.

Daneben betrieb die KgU Wirtschaftssabotage durch administrative Störungen, indem Behördenpost gefälscht wurde. Auf diese Weise wurden Lebensmitteltransporte fehlgeleitet, Umstellungen in der Produktion sowie Preisreduzierung im Einzelhandel „angeordnet“. Es wurden durch die KgU auch Maschinen, Produkte und Lebensmittel zerstört und Briefmarken gefälscht (u.a. die Motive Wilhelm Pieck sowie Fünfjahrplan). Neben zwei Brandanschlägen auf eine hölzerne Autobahnbrücke im August 1951, die entdeckt und gelöscht werden konnten, war die Sprengung einer Eisenbahnbrücke über die Autobahn bei Erkner im Mai 1952 geplant. Dieser Anschlag sollte sich gegen einen auf der Strecke Berlin-Moskau verkehrenden D-Zug richten, der von sowjetischem Personal genutzt wurde. Dass dabei Menschen zu Schaden kommen sollten, war offensichtlich beabsichtigt. Der Sprengstoff wurde von der KgU ausgehändigt. Die Sprengung wurde aber angeblich wegen eines fehlenden Fluchtfahrzeugs nicht ausgeführt. Der Sprengstoff sollte dann zur Sprengung der Eisenbahnbrücke bei Spindlersfeld eingesetzt werden, was dort durch Volkspolizisten verhindert wurde.

Die KgU beabsichtigte das Stromnetz der DDR durch die Sprengung von Hochleitungsmasten lahmzulegen und lieferte dafür Sprengstoff aus.

Nach 1952 gingen die militanten Aktivitäten der KgU deutlich zurück. Der von der KgU erhoffte baldige Umsturz in der DDR hatte nicht stattgefunden.

 Einzelne Textpassagen und Ausführliches Wikipedia. Teilweise hat Wikipedia eine andere Sichtweise als DIE TROMMLER .

Interessante Links:

Spiegel Online:

Interview mit Enrico Heitzer

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MDR  mdr_logo

Der MDR, als Erbe des DDR-Fernsehens ist in seinen Dokumentationen nicht DDR-freundlich und hetzt weiterhin in Kalter-Kriegs-Manier. Bei Enrico Heitzer macht er eine Ausnahme. Enrico Heitzer ist ein ehrlicher Historiker. Natürlich tun die bürgerlichen Medien so, als hätte erst Enrico Heitzer die Wahrheit über die KgU herausgefunden, während früher die Vertreter der DDR und kommunistischer Parteien ausgelacht und beschimpft wurden, wenn sie die Wahrheit sagten.

Titel Spiegel spezial Geschichte

Spiegel Spezial Geschichte – Kalter Krieg

Literatur die auf Wikipedia nicht erwähnt wird:

Das Buch „Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS” (edition ost Berlin 2002),                                                                                           Hrsg. Reinhard Grimmer, Werner Irmler, Willi Opitz, Wolfgang Schwanitz

Zum Thema Seite 594 – 595 , hier als Beitrag in DIE TROMMLER-ARCHIV

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Die KgU

Aus dem Buch “Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS” (edition ost Berlin 2002),                                                                     Hrsg. Reinhard Grimmer, Werner Irmler, Willi Opitz, Wolfgang Schwanitz                                                                                                

Seite 594 – 595

Die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU) ging 1948 aus einem Suchdienst des amerikanischen Agenten Rainer Hildebrandt hervor. Inspirator, Organisator und Finanzier dieser klassischen Terrororganisation, die sich zur skrupellosesten und gefährlichsten Agentenzentrale in Westberlin entwickelte, war der Leiter der Region VIII des amerikanischen militärischen Geheimdienstes Counter Intelligence Corps (CIC), Severin F. Wallach, der die Losung ausgegeben hatte: »In der Zone muß es bumsen, bumsen!«[if !supportFootnotes][1][endif]

Die Entlarvung und Festnahme von Terroristen der KgU, die Sprengstoffanschläge gegen Eisenbahn- und Straßenbrücken sowie Talsperren, Brandanschläge und selbst die Vergiftung von Trinkwasser geplant, vorbereitet und z. T. auch durchgeführt hatten (Burianek, Benkowitz und Kaiser), gehörte bekanntlich zu den ersten großen Erfolgen des MfS. Darüber hinaus wurde die KgU als eines der Hauptprojekte des Office of Policy Coordination (OPC), der politischen Koordinierungsabteilung der CIA in Westberlin, von der sie ab 1950 auch finanziert wurde, zu vielfältigen verdeckten Operationen gegen die DDR eingesetzt.[if !supportFootnotes][2][endif] Sie betrieb umfangreiche Spionage, vor allem auf militärischem und wirtschaftlichem Gebiet, Wirtschaftssabotage durch Fälschung von Anweisungen der DDR-Außenhandelsorgane, Lebensmittelkarten, Bezugsscheinen etc. sowie in besonders aggressiver Form auch die Herstellung und Verbreitung von Hetzschriften gegen die DDR. Diese wurden auch mittels explosiver Ballons unter Verletzung des Luftraumes der DDR eingeschleust. Durch die KgU wurden Rundfunksendungen im Sinne der psychologischen Kriegsführung gegen die DDR gestaltet und vornehmlich über den Sender RIAS ausgestrahlt. Die KgU mußte 1959 im Ergebnis der konzentrierten Bekämpfung durch das MfS aufgelöst werden. Eine ausführliche Darstellung der subversiven Tätigkeit der KgU enthält der Dokumentarbericht »Unmenschlichkeit als System«, der 1957 im Kongreß-Verlag Berlin erschienen ist. Zwei ehemalige Agenten der KgU erhielten in einer Fernsehsendung des WDR (»Bomben, Gift und Reifentöter – die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit «) am 12. März 1996 Gelegenheit, sich zu erinnern. Joachim Müller (Deckname »Bürger«) bestätigte, im Auftrag der KgU Militärspionage gegen die sowjetischen Streitkräfte betrieben zu haben. Er schilderte detailliert, wie er zweimal die Autobahnbehelfsbrücke bei Finowfurt in Brand setzte, Reifentöter legte und festgenommen wurde, bevor er den Sprengstoff erhielt, mit dem die Paretzer Schleuse zerstört werden sollte. Walter Schöbe, Veterinärmediziner aus Leipzig, Mitglied der KgU-Agentengruppe »Tagore« erklärte wörtlich: »Wir haben jede Gelegenheit ergriffen, Unruhe und Verwirrung oder Sabotage zu treiben, egal wo. Ob wir falsche Schlachtscheine für Bauern ausstellten … Wir haben Reifentöter an die Autos der Funktionäre, wo wir wußten, es sind welche, hingelegt … Malik (gemeint war der hauptamtliche Mitarbeiter der KgU – d. A.) sagte zu mir, ihr bekommt Kantharidin für den Notfall, wenn militärische Auseinandersetzungen kommen sollten, daß ihr irgendein Gift in der Hand habt, um den Gegner – also es handelt sich nur um russische Soldaten, russische Offiziere – kampfunfähig zu machen … Ich muß heute sagen, daß diese Methoden doch harte Methoden waren und ich aber in keiner Weise, auch heute nicht, diese Methoden verurteile.« Im Schlußkommentar dieser WDR-Sendung hieß es: »Die Akten, erzählt man, hätten sich CIA und BND brüderlich geteilt … Nach dem Fall der Mauer wurden Joachim Müller, Walter Schöbe und viele andere durch deutsche Gerichte rehabilitiert.«

Fußnoten:

[if !supportFootnotes][1][endif]  Klaus Eichner/Andreas Dobbert: Headquarters Germany. edition ost, Berlin 1997, S. 152/153.                                [if !supportFootnotes][2][endif]  Vgl.: George Bailey/Sergej A. Kondraschow/David E. Murphy: Die unsichtbare Front. Propyläen,                       Berlin 1997, S. 148-151. – David E. Murphy war in den 50er Jahren Chef der CIAOperationsbasis in Westberlin, Sergej A.Kondraschow zur gleichen Zeit Chef der Deutschlandabteilung des KGB, der Buchautor George Bailey seinerzeit US-Verbindungsoffizier in Westberlin.